„Corona, Ukraine, Klimakrise – ich bin am Verzweifeln“, sagte die Frau im Coaching.

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Bild: Andrey_Kuzmin, iStock.com

Manch einer ist am Verzweifeln, dass die Welt seit einigen Jahren im Krisenmodus ist. Corona, Ukrainekrieg, zu viel Hitze, und deshalb mal zu wenig Wasser und dann wieder zu viel. Dass das mehr und mehr Menschen auch psychisch belastet, bemerken nicht nur Arbeitgeber und Krankenkassen. Auch in meinen Coachingsitzungen geht es öfter um die Frage, wie man angesichts der vielen schlechten Nachrichten nicht verzweifeln soll. Warum es dafür hilfreich ist, seinen Geist anzubinden, lesen Sie in diesem Fallbericht.

„Ich komme zu Ihnen, weil ich mir dauernd Sorgen mache und oft am Verzweifeln bin. Das war schon immer so. Ich will damit aufhören, kann es aber nicht. In den esoterischen Büchern lese sich immer, man solle im Moment leben, aber wie soll das gehen bei so vielen schlechten  Nachrichten?“

Man sah der Klientin an, dass sie sich viele Sorgen machte. Ihre Stimme war hektisch, ihre Augen wanderten immer wieder im Raum umher, als suche sie einen Punkt zum Festhalten.

„Was macht Ihnen denn derzeit am meisten Sorgen?, erkundigte ich mich.
„Das weiß ich gar nicht so genau, irgendwie alles“, antwortete Angelika A. 54 Jahre, verheiratet, im 3-h-Coaching.
„Es fühlt sich an wie eine Kette von Gedanken und Bildern, die immer länger und bedrohlicher wird. Ich mache mir Sorgen um meinen Job, denn als wissenschaftliche Fachkraft an der Uni habe ich immer nur Zeitverträge. Mein Mann ist selbstständig als Finanzberater, was wird aus ihm, wenn die Konjunktur einbricht und niemand Geld zum Anlegen hat? Im Moment unterstützen wir noch meine Mutter finanziell, weil ihre Rente nicht reicht.“
„Das ist ja ein ganzes Paket von Sorgen, das Sie da mit sich herumschleppen.“
„Ja, und dann denke ich, was ist, wenn ich mal ernsthaft krank werde? Meine Mutter und meine Schwester hatten beide Brustkrebs. Was ist, wenn es mich auch trifft?“

Wie kann man nicht verzweifeln anhand vieler Sorgen?

Warum machen wir uns überhaupt Sorgen? Menschen haben die erstaunliche Fähigkeit, über zukünftige Ereignisse nachzudenken. Ein Vogel denkt nicht darüber nach, wovon er im nächsten Frühjahr leben wird. Ein Eichhörnchen wohl auch nicht, aber darüber streiten die Wissenschaftler noch.

‚Voraus denken‘ bedeutet, dass wir Hindernisse oder Probleme vorhersehen können und dies gibt uns die Möglichkeit zu planen. Wenn es uns hilft, unsere Ziele zu erreichen, kann „Vorausdenken“ hilfreich sein. Zum Beispiel sind Händewaschen und Abstand halten nützliche Maßnahmen während einer Corona-Krise, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Sich Sorgen zu machen ist auch eine Art, „vorauszudenken“. Doch wenn wir das übermäßig tun und nicht zu sinnvollem Handeln führt, kann es uns ängstlich oder gelähmt zurücklassen. Dann malen wir uns „Worst-Case-Szenarien“ aus und fühlen uns ohnmächtig, weil wir uns nicht vorstellen können, damit fertig zu werden.

Wenn wir uns Sorgen machen, spielt sich das nicht nur in unseren Köpfen ab. Wenn es übermäßig wird, spüren wir es als Angst in unserem ganzen Körper. Zu den körperlichen Symptomen von Sorge und Angst gehören:

• Muskelverspannungen oder Schmerzen.
• Unruhe und Unfähigkeit sich zu entspannen.
• Konzentrationsschwierigkeiten.
• Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen.
• Schnelle Ermüdbarkeit

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Wodurch werden Sorgen und Ängste ausgelöst?

Alles kann ein Auslöser für Sorgen sein. Selbst wenn die Dinge gut laufen, erleben Sie, dass Sie alles schaffen. Aber dann kommt auf einmal der Gedanke „Was mache ich, wenn alles auseinander fällt?“.

Es gibt besondere Merkmale von Situationen, die starke Auslöser für Sorgen sind:

Mehrdeutigkeit – die Situation ist nicht eindeutig, sondern lässt Raum für unterschiedliche Interpretationen.
Die Sommer werden immer heißer, aber Temperaturschwankungen hat es immer wieder gegeben.
Neuartigkeit – wir haben also keine Erfahrungswerte, auf die wir zurückgreifen können.
Immer mehr Arten sterben aus, mit diesem Problem hat sich noch keine Generation befassen müssen.
Unvorhersehbarkeit – unklar, wie sich die Dinge entwickeln werden.
Welche Maßnahme ist die richtige? Und was ist, wenn wir nichts machen?

Kein Zweifel, wir leben in besonderen Krisenzeiten, auf die die obigen drei Merkmale zutreffen.

Das dies nicht nur ein subjektiver Eindruck ist, zeigt die Warnung des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri vor einem „neuen Zeitalter der Risiken“. Der Klimawandel, Umweltkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen, Hunger, Knappheit an Rohstoffen, das Aussterben von Arten und die Gefahr von Konflikten und Kriegen führten zu einem tödlichen Mix. Die Sanktionen des Westens gegen die nukleare Supermacht im Osten treiben die Preise für Öl, Gas sowie Lebensmittel nach oben. Bereits jetzt haben die gestörten weltweiten Lieferketten viele Waren verteuert und die Inflation nach oben getrieben.

Das belastet auch den Einzelnen. Die psychische Belastung Berufstätiger in Deutschland ist nach Angaben der Kaufmänni­schen Krankenkasse KKH im zweiten Jahr der Coronapandemie weiterhin hoch.

Arbeitnehmer waren im ersten Halbjahr 2021 im Bundesdurchschnitt 42,5 Tage unter anderem wegen Depressionen, Angststörungen und Burnout krankgeschrieben. Die Gründe dafür sind  die coronabedingte Wirtschaftskrise, Existenzängste, Unsicherheit und das Gefühl des Kontrollverlusts. Zum anderen könnten viele Berufstätige Arbeit und Privatleben im Homeoffice schlechter voneinander trennen.

„Ich beschäftige mich schon seit langem mit psychologischen Themen und weiß, dass ängstliche Gedanken einen auch krank machen können. Ich nehme mir immer mal wieder vor, die Sorgen wegzuschieben aber das klappt nur ganz kurz, wenn ich mich ablenke, zum Beispiel wenn ich einen schönen Film angucke oder von TikTok weggespült werde. Aber eine halbe Stunde danach beim Einschlafen im Bett sind die Gedanken wieder da.“

„Gab es denn mal eine Zeit in Ihrem Leben, wo Sie ganz ohne Sorgen waren?“,  fragte ich Angelika A.
„Da muss ich lange nachdenken. Vielleicht als Kind. Den dreiundzwanzigsten Psalm, Sie wissen schon, der Herr ist mein Hirte, den fand ich immer sehr tröstlich. Zu der Zeit
habe ich noch an Gott geglaubt, war brav katholisch aber das geht heute nicht mehr, auch durch das Verhalten der Kirche mit dem Missbrauch und dieses Aussitzen von anstehenden Problemen.“
„Das heißt, so richtig vertrauen können Sie auch nicht mehr?“,
vermutete ich.

„Stimmt, früher bis zum Austritt aus der Kirche konnte ich das. Ich dachte, alles was einem passiert im Leben, hat einen tieferen Sinn, passiert, damit wir etwas daraus lernen. Aber als mein Sohn mit fünf Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, sagte unser Pfarrer nur, dass ich doch froh sein könne, dass er jetzt bei Gott ist – da brach etwas in mir zusammen, weil ich das so gefühllos fand.“
„Da haben Sie Ihr Vertrauen endgültig verloren“,
schloss ich.
„Ja, das war auch der Zeitpunkt, wo ich Ängste vor allem Möglichem bekam und mein Urvertrauen in das Leben weg war. Seitdem verfolge ich täglich die Nachrichten und lese nur noch von Corona, Ukraine und Klimakrise – ich bin am Verzweifeln. Immer wieder versuche, nicht die neuesten Nachrichten aufzusaugen, aber es gelingt mir nicht. Manchmal nehme ich mir vor, ein schönes Buch zu lesen, aber eine Viertelstunde später hänge ich doch wieder am Handy und checke die Nachrichten.“
„Mit dem Problem sind Sie nicht allein. Haben Sie schon mal was von Doomscrolling gehört?“

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Bild: Arvin Latifi

Doomscrolling: Warum wir in den Medien vor allem Negatives erfahren.

Journalisten lieben Krisenzeiten. Denn dann gibt  es viel zu beobachten, zu berichten, zu kommentieren. Krisen liefern immer reichlich Stoff. Und Krisen wie die Pandemie, die Gaskrise, die Klimakrise, die Ukrainekrise erst recht, weil sie uns ziemlich nahe kommen. Doch warum schreiben Journalisten vor allem über die negativen Aspekte? Gäbe es nicht genauso viel Positives zu berichten?

Dazu ein Experiment: Angenommen, Sie würden jetzt eine Strichliste machen über das, was gut lief und was schlecht lieft in Ihrem Leben. Was glauben Sie, in welcher Spalte Sie mehr Dinge stehen hätten? Natürlich bei den positiven Ereignissen, schon allein deshalb, weil Sie hier sitzen, diesen Text lesen – mit anderen Worten, weil Sie überlebt haben. Und das kann nicht jeder Mensch in Ihrem Alter sagen.

Leider hilft uns das wenig, wenn wir Zeitung lesen..

Denn unser Gehirn konzentriert sich auf Negatives. Man könnte fast sagen, es verlangt danach. Denn es kann nicht anders. Es konzentriert sich vor allem auf reale oder mögliche Gefahren, um unser Überleben zu sichern. Das hat sich in der Evolution so entwickelt und war für unsere Vorfahren in der Steinzeit ein unschätzbarer Vorteil. Doch objektiv betrachtet, ist unser Leben heute nicht mehr so lebensgefährlich. Aber unser Gehirn ist trotzdem noch immer auf Überleben programmiert.

Eine Studie zeigte, dass über neunzig Prozent der Sorgen, die Menschen sich täglich machen, völlig nutzlos sind, da die Probleme, um die sie kreisen, niemals eintreten. Manchmal sieht es sogar so aus, als fiele es den Menschen schwer, Positives auszuhalten, wie der Klient in diesem Fallbericht. Oder wie es Mark Twain ausdrückte:

„In meinem Leben habe ich unvorstellbar viele Katastrophen erlitten.
Die meisten davon sind nie eingetreten.“

Zudem beschreibt der Negativitätseffekt die Erfahrung, dass negative Dinge selbst bei gleicher Intensität einen größeren Einfluss auf unseren psychischen Zustand haben als neutrale oder positive Dinge. Das Restaurant, in dem Ihnen irrtümlich ein Espresso zu viel berechnet wurde, erinnern Sie noch nach zehn Jahren. Die vielen Restaurants, wo alles korrekt ablief, kaum. Die Anerkennung, die Sie im Job oft bekommen, verblasst gegen die Erinnerung, wo Sie einmal übergangen wurden.

Negatives verarbeiten wir besser, schneller und intensiver als positives oder neutrales. Verantwortlich dafür ist unser Steinzeithirn. Aus evolutionspsychologischer Perspektive ist der Negativitätseffekt sinnvoll und ein Überlebensvorteil. Denn eine verpasste negative Nachricht konnte in Zeiten von Säbelzahntiger und Mammut potenziell den Tod bedeuten. können. Lesen Sie dazu dieses Interview.

Sorgen kann man kaum wegmachen.

Es sei denn, man dröhnt sich zu mit Alkohol oder Drogen. Aber der Versuch, mit rationalen Argumenten einem sorgenvollen Menschen zu helfen, scheitert in der Regel. „Ich weiß, dass das Blödsinn ist, was ich denke, aber ich kann nicht anders!“ lautet dann oft der Hilfeschrei.

Auch die Aufforderung „Mach dir keine Sorgen!“ oder „Entspann dich doch mal!“ führen eher zu einer aggressiven Reaktion als zum vorgeschlagenen alternativen Verhalten. Weil man gegen starke Gefühle nicht argumentieren kann. Das hatte auch Angelika A. erlebt.

„Wie reagieren denn Ihr Mann oder Ihre Freundinnen auf Ihre vielen Sorgen?“, wollte ich wissen.
„Ich habe mich heute vormittag bei einer Freundin einquartiert, um in Ruhe mit Ihnen sprechen zu können“, sagte die Klientin. „Mein Mann hat null Verständnis für meine Sorgen, er hält mein Gejammer, wie er es nennt, nicht mehr aus. Auch die meisten meiner Freundinnen haben sich von mir abgewandt, halten meine Gedanken für übertrieben.“
„Dann sind Sie ja ganz allein“,
stelle ich fest.
„Ja, so fühle ich mich auch, ganz allein, obwohl ich von Menschen umringt bin. Im Büro geht es nur um mehr Umsatz und wie wir neue Kunden gewinnen. Im Bekanntenkreis treffen sich alle wieder ohne Maske, als gäbe es kein Corona mehr, aber die Inzidenzen sind nicht gut. Und meinem Mann darf ich mit dem, was mich belastet, schon gar nicht kommen.“
„Sorgen, die man mit anderen nicht teilen kann, wiegen doppelt schwer“,
sage ich.

Charakteristisch für das Sorgenmachen ist, dass es sich entweder auf die Vergangenheit bezieht, wo man etwas unterlassen hat oder sich aus heutiger Sicht „falsch“ entschieden hat.

Betrachtet man diese Sorgen näher, wird jedoch klar, dass es gar keine falschen Entscheidungen gibt. Den Partner, den man gewählt hat, die Lottozahlen, die man ankreuzte, die Firma, für die man sich entschied, waren zum Zeitpunkt der Entscheidung genau richtig. Sonst hätte man sich ja damals anders entschieden.

Doch Menschen, die Lottomaschine, die Menschen in der Firma sind keine statischen Größen, sondern veränderlich. Aber diese Veränderungen können wir nur im Nachhinein wahrnehmen oder erkennen. Zum Zeitpunkt unserer Entscheidung gibt es sie ja noch gar nicht.

Das Sorgenmachen kann sich auch auf die Zukunft beziehen. Was ist, wenn eine Rezession kommt und die Inflationsrate noch weiter steigt? Oder wenn noch mehr aggressive Viren auftauchen, der Klimawandel noch stärkere Folgen zeitigt …

Da wir Entscheidungen aus der Vergangenheit nicht mehr ändern können und wir nicht wissen, was die Zukunft bringen mag, wird klar, warum viele Menschen in Angst und Sorgen leben. Zumal unsere Aufmerksamkeit durch den oben beschriebenen Negativitätseffekt vor allem auf Fehler, Missstände und Ungünstiges gepolt ist.

„Ich habe Sie als Coach ausgewählt, weil ich gelesen habe, dass Sie sich auch für spirituelle Themen interessieren. Sie waren doch mal Sannyasin und Buddhist, stimmt das?“ fragte Angelika A.
„Stimmt, ist lange her.“
„Glauben Sie denn, dass es erleuchtete Meister gibt?“
„Hmm, wahrscheinlich. Zudem glaube ich, dass es bei vielen Menschen eine tiefe Sehnsucht nach etwas Größerem gibt, das unserem verrückten Leben einen Sinn gibt. Und diese Funktion erfüllen dann Jesus, Allah und andere Erleuchtete, an die man glaubt.“
„Dann sind Sie ein Atheist?“
„Oh nein, ein Atheist ist der Überzeugung, dass es einen Gott oder Götter nicht gibt. Ein Agnostiker geht davon aus, dass die Existenz eines übernatürlichen Wesens, eines Gottes oder von Göttern zwar angenommen werden kann, aber grundsätzlich nicht rational zu klären oder zu erkennen ist.“
„Aber man muss doch an etwas glauben“,
sagte etwas verwirrt die Klientin.
„Man muss nicht, aber man darf etwas glauben. Und wenn mir die zehn Gebote helfen, ein gutes Leben zu führen, ist das doch sinnvoll. Dazu muss ich aber nicht glauben, dass sie Moses auf dem Berg Sinai von Gott empfangen hat.“

Normalerweise gebe ich im Coachingprozess wenig Persönliches von mir preis. Einmal, weil es den Fokus weg vom Klienten bringt. Zum anderen, weil ich erlebt habe, dass es dann unproduktive Diskussionen über Antworten von mir gibt.

Aber bei Angelika A. sagte mir mein Bauchgefühl, dass es anders sein könnte. Deswegen fragte ich sie:

„Warum war das wichtig für Sie, einen Coach mit spiritueller Offenheit auszusuchen?“, fragte ich Angelika A.
„Ich wollte mich nicht lächerlich machen. Mein Mann weiß gar nichts davon. Aber ich habe viel in der Richtung gelesen. Sri Aurobindo, Krishnamurti und solche Sachen. Kennen Sie zufällig Eckart Tolle?“
„Nicht persönlich, aber sein Buch „Jetzt!“ habe ich zweimal gelesen, weil viele gute Dinge drinstehen, die aber nicht leicht anzuwenden sind“,
antwortete ich.
„Da bin ich aber froh. Denn sein Buch habe ich auch gelesen und hatte das Gefühl, dass es mir helfen könnte, mit dem Sorgenmachen anders umzugehen.“

Die Kraft des Hier und Jetzt.

Spirituelle Meister haben schon immer gelehrt, daß unser Konzept von „Zeit“ nur in unseren Köpfen existiert. In der Realität gibt es kein Gestern, Heute oder Morgen. Es gibt nur das Jetzt. Oder salopp ausgedrückt: Zeit ist die Erfindung der Natur, damit nicht alles gleichzeitig passiert.

Doch in diesem seltsamen JETZT zu leben, ist alles andere als einfach. Probieren Sie das hier einfach mal aus.
Starten Sie das Video hier unterhalb und schauen Sie eine Minute auf diesen Timer. Es hat keine Bedeutung, Sie müssen nichts tun.
Nur mit Ihrer Aufmerksamkeit ganz hier sein bei der Uhr. Nach zehn Sekunden geht’s los.

Ganz schön schwierig, in der Gegenwart, im Hier und Jetzt, zu bleiben, oder?

Trösten Sie sich, das geht allen Menschen so. Dauernd kommen lästige und überflüssige Gedanken dazwischen. Vielleicht konnten Sie auch beobachten, dass Ihre Gedanken sich entweder auf die Vergangenheit bezogen oder auf die Zukunft. Jetzt haben Sie relativ emotionslos auf eine Schwarz-Weiss-Grafik geschaut, auf der nichts passierte – aber Ihr Geist war dennoch nicht in Ruhe, sondern sprang hektisch umher und schickte Ihnen laufend Gedanken.

Dieses Phänomen nennt man auch den Monkey Mind“ oder Affengeist. Der Begriff  kommt aus dem Buddhismus und bedeutet so viel wie ruhelos, launenhaft, überspannt, scheinbar unkontrollierbar. Was tun mit dem Monkey Mind?

Hier eine kleine Anleitung.

Zu beobachten, dass sich das Gedankenkarussell beständig dreht, ist der erste Schritt, um im Hier und Jetzt zu sein. Ich achte vor allem auf meinen Atem, weil er immer da ist. Am besten mit geschlossenen Augen, dann haben Sie weniger Ablenkungen.

Im nächsten Schritt können Sie weitere Phänomene in sich wahrnehmen.
Ohne zu werten das Ziehen im Bein oder das Kribbeln im Oberkörper zu beobachten. Wenn Gedanken auftauchen, einfach nur wahrnehmen – und weiter ziehen lassen. Und spüren, wie sich Ihr Zwerchfell mit jedem Atemzug auf und ab bewegt.

Diese Achtsamkeit können Sie überall anwenden – ohne in ein Zen-Kloster zu gehen.
– Sie arbeiten gerade am PC? 
Spüren Sie Ihre Hände auf dem Keyboard und Ihre Hand, die die Maus bewegt, während Sie auf den Monitor blicken.
– Sie spülen gerade Töpfe vom Abendessen ab?
Spüren Sie die Wärme des Wassers, betrachten Sie die kleinen Blasen auf dem Wasser und riechen Sie den Duft des Reinigers auf dem Schwamm.
– Sie gehen gerade spazieren?
Achten Sie auf die Qualität Ihres Atems, das Gefühl des Bodens unter Ihren Füßen. Beobachten Sie was sich um Sie herum bewegt und lauschen Sie den Geräuschen von Vögeln, Autohupen und anderen Umgebungsgeräuschen.
Wann immer Sie feststellen, dass Ihre Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft abdriften, lenken Sie Ihren Fokus sanft auf den gegenwärtigen Moment.

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Im Jetzt ist meistens alles in Ordnung.

„Wo haben Sie denn das Sorgenmachen gelernt?“, fragte ich Angelika A.
„Ich verstehe die Frage nicht!“
„Nun, als Sie geboren wurden und als Kleinkind haben Sie sich doch bestimmt keine Sorgen gemacht.“
„Ach so, das meinen Sie. Oh, das habe ich früh gelernt. Meine Eltern trennten sich, als ich sieben war. Mein Vater zog zu einer anderen Frau und überwies den Unterhalt nur sporadisch. Meine Mutter musste für mich und meine Schwester alleine sorgen und da war oft das Geld knapp. Ich trug oft Sachen, die in der Kirche gespendet wurden und gegen Monatsende war meine Mutter oft am Verzweifeln, weil trotz des Sparens kein Geld mehr da war. Gelegentlich hat uns dann meine Oma mit einem Zuschuss gerettet.“
„Dann war Ihr Leben fast von Beginn an schon von Sorgen und Ängsten begleitet“,
fasste ich zusammen.
„Ich habe da an diese Zeit schon lange nicht mehr gedacht. Meinen Sie, dass es da einen Zusammenhang gibt zu meinem Sorgenmachen heute?“
„Ich denke schon. Wir übernehmen ja oft Denk- und Verhaltensweisen unserer Eltern, indem wir sie nachahmen oder bewusst das Gegenteil verfolgen.“

„Da ist was dran. Meine Schwester ist da ganz anders. Die haben eigentlich weniger Geld als wir aber sie lebt in den Tag hinein. Es wird schon alles gut gehen, ist ihr Motto. Ich wollte, ich könnte ihre Lebensphilosophie einfach so übernehmen, aber das geht nicht, habe ich schon bemerkt, es fühlt sich wahnsinnig gefährlich für mich an, so zu leben.“
„Nun ja, beides sind ja Extrempositionen, um mit möglichen Gefahren umzugehen. Einfach zu vertrauen, dass es schon gut gehen wird wie Ihre Schwester das macht. Oder nicht zu vertrauen, dass es irgendwie weitergehen wird. Beides ist ja unrealistisch.“
„Aber die Lebensweise meiner Schwester fühlt sich besser an. Sie geht auch nie zum Arzt und lässt sich auch nicht impfen.“
„Dann hat sie bis jetzt viel Glück gehabt! Aber es gibt ja noch einen dritten Weg.“
„Und der wäre?“

„Allah behütet dein Kamel, aber zuerst binde es an einen Baum.“

Hintergrund dieses Sprichworts war ein Beduine, der Prophet Mohammad zugehört hatte und daher fragte, ob bei bestehendem Gottvertrauen überhaupt die Notwendigkeit bestehe, sein Kamel anzubinden, damit es nicht weglaufe, worauf er die obige Antwort erhielt. Im Deutschen kennt man dieses Sprichwort als „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.“

Positives Denken bezieht sich oft nur auf den ersten Teil.
Denke positiv, vertraue auf das Gute – und es wird sich früher oder später einstellen. Historisch gesehen geht das auf den Apotheker Émile Coué zurück. Der hatte beobachtet, dass seine Medikamente bei den Patienten am besten wirkten, wenn diese selbst an die Wirkung glaubten und eine positive Grundhaltung hatten. Deshalb gab er ihnen die Formel mit „Es geht mir jeden Tag in jeder Hinsicht immer besser!“

Er machte sich damit den Placebo-Effekt zunutze, von dem er aber noch nichts wusste. Doch nur positiv denken reicht nicht. Coués Patienten mussten auch etwas tun. Das Medikament kaufen und regelmäßig einnehmen. Manche Vertreter des positiven Denkens verbreiten, dass das Mantra vom Besser-Gehen schon reiche.

Nein, zuerst binde dein Kamel an – und dann vertraue auf Allah. Also tu, was in deiner Macht steht, damit es nicht wegläuft.

Wobei Agnostiker wie ich dazu neigen, zu glauben, dass es vor allem darauf ankommt, was man selbst tun kann oder muss. Ob man dann noch eine übernatürliche Wesenheit braucht. Höchstens, um hinterher einen Schuldigen zu haben, wenn das Kamel doch weg ist.

 

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Der Monkey Mind in Aktion.

Mit Geschichten etwas ausdrücken, was man direkt nicht sagen mag.

Natürlich hätte ich zu Angelika A. auch sagen können:

„Mensch, hören Sie auf, sich zu sorgen und zu jammern. Denken Sie besser pro-aktiv! Was können Sie konkret tun? Welchen nächsten Schritt können Sie gehen? Was können Sie selbst beeinflussen? Und wo können Sie anpacken, um von den anstehenden Krisen einigermaßen sicher zu sein?“

Das Resultat? Die Klientin hätte sich wohl belehrt und kritisiert gefühlt. Deshalb verwende ich in meinen Coachings oft Gleichnisse, Metaphern oder Geschichten. Heute nennt sich das „Storytelling“ ist aber so alt wie die Menschheit.

Deshalb erzählte ich ihr etwas vom Monkey-Mind und dass man zuerst sein Kamel anbinden soll. In meinem 3-h-Coaching hat das Geschichtenerzählen auch den Vorteil, dass die Klientin in ihrem Unbewussten und auf der Gefühlsebene angesprochen wird. Denn fast jeder Erwachsene hat als Kind Märchen oder Geschichten gehört oder gelesen.

Der Vorteil ist zudem, dass der analytische Verstand etwas irritiert ist und nach einer neuen Orientierung sucht. Der geniale Hypnotherapeut Milton Erickson hat diese Konfusionstechnik erfunden, die ihren Zweck auch bei Angelika A. nicht verfehlte.

„Jetzt haben Sie mir was vom Affengeist, der immer herumspringt, erzählt und von einem Kamel, das man zuerst anbinden soll. Ich verstehe nicht, wie mir das alles helfen soll, mir weniger Sorgen zu machen. Ich brauche etwas Handfestes, was ich konkret tun kann!“

Jetzt war der Moment da für meine Intervention, die ich schon eine Weile im Kopf hatte.

„Zu Beginn unserer Sitzung hatten Sie gesagt, dass in den esoterischen Büchern immer wieder steht, man solle im Moment leben, und Sie das aber nicht können bei so vielen schlechten  Nachrichten.“
„Ja, genau. Und was heißt das jetzt? Sagen Sie mir, was soll ich konkret tun?“,
schaute mich Angelika A. herausfordernd an.
„Nun, ich schlage vor, dass Sie zuerst Ihren Geist anbinden.“
„Meinen Geist anbinden? Woran denn? Wie soll das gehen?“

In der Regel mache ich in meinen Coachings keine Lösungsvorschläge, sondern lasse mit Hilfe einer bestimmten Übung die Klientin selber die Lösung entwickeln. Aber diese Sitzung mit Angelika A. war in so vielem anders, dass ich von meiner Leitlinie abwich.

„Woran Sie Ihre Gedanken anbinden können? Na ja, die spirituellen Meister empfehlen den Atem.“
„Das hat mich auch schon immer gewundert, warum alle Achtsamkeitslehrer empfehlen, auf den Atem zu achten“, kommentierte die Klientin.

Jetzt musste ich aufpassen, dass wir nichts ins Plaudern verfallen, sonst würde die transformatorische Kraft des Lösungsvorschlags verpuffen.

„Weil der Atem immer da ist. Weil er einen an den jetzigen Moment erinnert. Weil er gleichförmig ist aber nie langweilig“, antwortete ich.
„Am besten, Sie probieren es gleich mal aus.“
„Wie? Jetzt hier mit Ihnen?“
„Ja. Aber mit sich. Einfach die Augen schliessen, sich auf Ihren Atem fokussieren und die Atemzüge zählen.“

Angelika A. schloss die Augen, hielt sie ein paar Sekunden geschlossen und blickte mich dann erstaunt an.

„Und das soll mir helfen, mit weniger Sorgen zu machen?“
„Ja, das kann schon klappen. Aber Sie haben vergessen, Ihren Affengeist anzubinden. Nach zwei Atemzügen machte er sich wieder los und drängte sich mit einer Frage vor.“

Die Klientin wurde ganz still und sagte dann:

„Ach so. Ich glaube, ich habe zum ersten Mal verstanden, wozu Achtsamkeit gut ist – und wie schwer mir das fällt.“ 

Ihren Atem wahrnehmen können Sie nur JETZT. Natürlich haben Sie auch vor einer Stunde geatmet oder vorgestern, aber Sie haben diese Atemzüge nicht wahrgenommen. Sie passierten automatisch, unbewusst. In dem Moment, wo Sie Ihre Atemzüge zählen, ist kein Platz für andere Gedanken. Und dann sind Sie im JETZT.

Aber es braucht Übung, denn der Affengeist will nicht angebunden sein, sondern frei in Ihrem Kopf herumturnen. Ihm macht das Mordsspaß aber Sie ermüdet und stresst es auf die Dauer. Vor allem, wenn Sie nachts einschlafen wollen.

„Und Sie meinen, wenn ich mir Sorgen mache, soll ich stattdessen meine Atemzüge zählen?“
„Ja, denn man kann im selben Moment nicht zwei Gedanken haben. Nacheinander schon, aber wenn Sie Ihre Atemzüge zählen – eins – zwei – drei – dann ist da kein Raum für einen anderen Gedanken. Es sei denn, Sie lassen den Affengeist wieder von der Leine, denn er wird immer wieder daran zerren.“

„Und was mache ich, wenn sich in mein Atemzählen doch Sorgen einschleichen?“, fragte die Klientin ungeduldig.

Das ist der Nachteil von Lösungen, die nicht aus dem Unbewussten des Klienten kommen. Der Affengeist oder nennen wir ihn zur Abwechslung mal „der Verstand“ produziert sofort neue Fragen, die aber nicht aus der Erfahrung stammen, sondern aus dem Raum möglicher Schwierigkeiten. Und der ist fast unbegrenzt.

Aber ich hatte nun mal angefangen, eine Lösung anzubieten, jetzt musste ich auch die Konsequenz tragen und die Frage beantworten.

„Es gibt noch eine Möglichkeit, aufkommenden Sorgen die Stirn zu bieten.“
„Ich bin gespannt.“
„Aber am besten, Sie probieren es gleich aus, dann wissen Sie, ob und wie es wirkt?“

Nach einer kurzen Pause sagte ich:

„Gibt es denn jetzt in diesem Moment ein Problem, das Sie lösen müssen?“

Die Reaktion kam unmittelbar und auch so, wie ich es erwartet hatte.

„Jetzt in diesem Moment ein Problem? Natürlich, und nicht nur eines. Ich denke zum Beispiel daran, was ist, wenn dieses Coaching mir nicht hilft und das ganze Geld umsonst war. Ich denke, was ist, wenn wir eine Rezession kriegen und mein Job in Gefahr ist …“
„Halt, halt“, unterbrach ich die Klientin. Ich sagte: „Haben Sie jetzt in diesem Moment ein Problem? Jetzt … hier … in diesem Moment … wo wir hier gemeinsam sitzen und miteinander sprechen. Haben Sie jetzt ein Problem, das Sie lösen müssen?“

Und dann machte es bei Angelika A.: Klick. Ihr Atem vertiefte sich, ihre Gesichtszüge entspannten sich.

„Nein, eigentlich nicht. Jetzt hier gibt es kein Problem. Es sei denn, ich denke an die Zukunft. Da warten haufenweise Probleme. Aber jetzt hier? Nein, da ist alles gut.“

Angelika A. saß für eine Weile still da. Ich nahm an, dass sie die sich ausbreitende Ruhe in sich genoß – und wartete. Den Dingen – und den Klienten Zeit geben, sich zu entwickeln, ist eine wichtige Haltung beim Coachen. Nicht den Fluss antreiben. Nicht den Prozess stören, wenn er sich gerade entfaltet. Einfach dabei sitzen und warten, bis sich die Klientin wieder meldet.

„Das tut mir so gut, diese Ruhe in mir. Die Erkenntnis, dass es jetzt gerade kein Problem gibt, ich also mir auch keine Sorgen machen muss. Aber kann man denn immer in diesem JETZT leben?“
„Ich denke: nein. Noch nicht mal die spirituellen Meister können das“, antwortete ich.
„Aber das ist doch das Ziel aller ernsthaften Meditationen. Immer im HIER UND JETZT zu leben.“
„Ich glaube, das ist ein Missverständnis. Es ist vermutlich effektiv und angenehm, wenn man mit seiner Aufmerksamkeit die meiste Zeit bei dem ist, was man gerade tut oder erlebt. Kochen, die Kinder ins Bett bringen, einen Artikel schreiben, ein Buch lesen usw. Und das tun ja die wenigsten Menschen. Sie sind mit den Gedanken woanders als bei dem, was sie gerade tun. Ich auch oft.“
„Das stimmt. Beim Fernsehen schaue ich zum Beispiel oft in mein Handy. Wenn mir mein Mann von der Arbeit erzählt, denke ich an das Kleid, das ich gestern in der Stadt gesehen habe“,
gestand die Klientin.

„Das ist menschlich. Der Affengeist langweilt sich schnell und braucht dauernd Abwechslung. Deshalb können wir immer nur begrenzte Zeit im gegenwärtigen Moment sein. Und – wir brauchen ja alle drei Zeiten. Wenn ich morgen ein Essen kochen will, muss ich mir überlegen, was ich dafür noch besorgen muss. Wenn ich meinen Autoschlüssel nicht finde, muss ich mich erinnern, wohin ich ihn gestern Abend hingelegt habe.“
„Und für die Erleuchteten gilt das auch?, fragte die Klientin etwas unsicher.
„Ich kenne keinen Erleuchteten persönlich, da es aber auch normale Menschen sind, vermute ich es.“
„Da hätte ich noch eine Frage …“,
fuhr die Klientin. fort. Und ich unterbrach sie:
„Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Sie kamen mit dem Anliegen, sich weniger Sorgen zu machen. Ich habe Ihnen zwei Wege gezeigt, arbeiten Sie einen Monat damit und schreiben Sie mir dann, was Sie erlebt haben. Okay?“


 

Genau nach einem Monat bekam ich eine Mail von Angelika A.
Die beiden Methoden würden ihr tatsächlich helfen, sich weniger Sorgen zu machen. Nur vergesse sie manchmal, sie zu anzuwenden. Aber wenn sie bemerke, dass sie wieder ganz verzweifelt sei und niedergedrückt von Sorgen, falle ihr unsere Sitzung ein und sie frage sich dann, ob es im Moment wirklich ein Problem gäbe, das sie lösen müsse. Fast immer könne sie das verneinen.
Sorgen mache ihr aber der Gedanke, dass sie ganz viel verpasse, wenn sie öfters nur im jetzigen Moment verweile, denn es gäbe ja so vieles zu erleben.

Ich schrieb zurück, dass man im Leben zwangsläufig das meiste von dem, was passiert, verpasse. Aber erleben könne man etwas immer nur im Hier und Jetzt. Und diesns Moment zu verpassen, wäre am schmerzlichsten, denn der käme nie wieder.


 

Hier lesen Sie weitere Fallberichte aus meiner Coaching-Praxis:

Business-Coachings

Life-Coachings

PS: Alle Fallgeschichten sind real, aber so verfremdet, dass ein Rückschluss auf meine Klienten nicht möglich ist und die Vertraulichkeit gewahrt bleibt.


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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

3 Kommentare

  1. Markus sagt

    Hallo. Gute Analyse. Allerdings überrascht es mich immer wieder, wie Psychologen zwar die Mechanismen der Sucht nach negativen Nachrichten und dem Bedienen dieser Sucht durch die Medien durchschauen, aber trotzdem auf den Mechanismus selbst hereinfallen. Einen Hinweis dazu, gibt der Autor mit den „sinnvollen Empfehlungen“ in einer Pandemie: sich die Hände zu waschen und Abstand zu halten. Dafür, dass es sich dabei um „sinnvolle“ Empfehlungen handelt, haben die Negativ-Schlagzeilen-geilen Journalisten gesorgt.
    Ob sie tatsächlich sinnvoll sind kann man sich selbst fragen. Beispielsweise wurden plötzlich im Sommer 2021 und 2022 auffällig viele milde Atemwegserkrankungen bei Kindern gemeldet, die man auf ein fehlendes Training des Immunsystems zurückgeführt hat – also eine negative Auswirkung von Abstand halten und Lockdowns. Auch haben eigentlich Wissenschaftler schon sehr früh in der Pandemie davon gesprochen, dass es sich absolut um keine Schmierinfektion handelt und die Übertragung nur durch Aerosole stattfindet, was jedes Händewaschen sinnlos macht und vielleicht ebenfalls ein Immunsystem-Training verhindert. Weiterhin propagiert wurde das Händewaschen von durch Journalistenwahn verängstigte Individuen.
    Solange sich hier die „Wissenschaft“ nicht einig ist bzw. eher das Gegenteil empfiehlt, bitte ich Sie, andere Beispiele für sinnvolles Vorausdenken zu erwähnen. Vielen Dank.

  2. Ihre Version geht in dieselbe Richtung wie mein Vorschlag.
    Und es stimmt. Beide Schwestern sind nicht abgelöst von den Eltern. Die eine hat sich angepasst, die andere rebelliert gegen das elterliche Vorbild.
    PS: Freut mich, dass Ihnen der Beitrag wieder gut gefällt.

  3. Astrid sagt

    Sehr treffend und wieder am Punkt.
    Um ganz in der Gegenwart zu bleiben, stelle ich mir die Frage: geht es mich was an? Liegt das in meiner Verantwortung?
    Wenn man sich ein Familiensystem anschaut, dann nehmen sich die Familienmitglieder jeweils unterschiedlich viel aus dem gemeinsamen Suppentopf heraus. ZB, die eine nur das Gemüse, die andere nur das Fleisch und der Dritte nur den Saft. Wenn man umrührt, bekommt man von allem etwas auf den Löffel.

    Was mir bei Ihrer Klientin auffiel, sie nahm sich nur das Negative und ihre Schwester nur das Positive. Vielleicht „gefällt“ man sich auch in der jeweiligen Rolle oder füllt ein Vakuum aus, das sonst niemand „nimmt“.
    Jedenfalls freue ich mich für die Klientin, dass sie Ihren Rat peu à peu umsetzen kann. Toll! 🙂 Und wie immer, eine angenehme Stimme und Vortragsweise.

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