„Ich muss auswandern, in Deutschland ersticke ich“, sagte der Mann im Coaching.

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Bild: Inside Creative House, iStock.com

In Deutschland ist vieles geregelt. Zum Glück, sagen die einen und fühlen sich dadurch sicher. Für andere ist das ein täglicher Horror. Sie erleben die vielen Vorschriften und Regelungen als massive Einschränkung ihrer Freiheit. Woher kommen diese unterschiedlichen Reaktionen? Mein Klient fühlt sich geradezu gefangen in Deutschland und möchte am liebsten auswandern. Was dahintersteckt und was der „Kleine Prinz“ damit zu tun hat, lesen Sie in meinem neuen Fallbericht.

„Ich bin froh, dass wir das Coaching online machen und nicht face-to-face, sonst würden Sie vielleicht auch noch verlangen, dass ich eine Maske trage.“
„Da haben Sie Recht. Und was wäre so schlimm daran, wenn Sie eine Maske tragen müssten?“
„Ich hasse es, wenn mir Vorschriften gemacht werden. Das ist auch der Grund, warum ich schon lange auswandern will. Deutschland ist einfach zu eng. Wenn ich hier auf der Autobahn fahre, kommt alle paar Kilometer eine Abzweigung zu einem Dorf oder einer Stadt. Ich war mal in Amerika und Kanada, da konnte man stundenlang fahren und es gab nur diese endlose Weite.“
„Hm, der Vergleich stimmt. Aber wofür brauchen Sie soviel Platz?“
„Ich fühle mich einfach nicht wohl, wenn es so eng ist. Ich brauche Freiraum, damit ich atmen kann. Aber es ist nicht nur der begrenzte Platz, sondern vor allem der fehlende Freiraum im Alltag. Alles ist bis ins Kleinste geregelt.“
„Woran denken Sie dabei?“
„Na, nehmen wir nur mal das Rauchverbot in Gaststätten, das vor Jahren beschlossen wurde. Das war doch ein massiver Eingriff von Nichtrauchern in das Privatleben von Rauchern. Oder die Corona-Auflagen jetzt. Plötzlich muss man eine total unbequeme Maske tragen, unter der man schwitzt, obwohl der Nutzen davon sogar unter Experten strittig ist. Oder die Einführung dieser unsäglichen IBAN-Kontonummer. Früher hatte eine Kontonummer sechs oder acht Stellen. Das konnte man sich gerade noch merken. Und jetzt? Zweiundzwanzig Stellen, das behält doch niemand im Kopf! Und wozu das Ganze? Vorher hat der Zahlungsverkehr doch auch geklappt.“

Ich hatte zwar ein paar gute Argumente im Kopf, speziell beim Thema Rauchverbot und Corona, äußerte sie aber nicht. Zum einen, weil man die meisten Menschen sowieso nicht von ihrer Meinung abbringen kann, egal wie stichhaltig das eigene Argument ist. Zum anderen, weil ich im Coaching die Situation für den Klienten möglichst sicher machen will, damit er sich weiter öffnet.

Und Gegenargumente machen es unsicher. Der Klient fühlt sich meistens kritisiert oder angegriffen und verteidigt seine Position. Zudem ist ein Coaching ja keine Talkshow, wo es darum geht, unterschiedliche Meinungen zu einem Thema kennenzulernen. Sondern wir sind in einem Klärungsprozess, in dem wir herausfinden wollen, mit welcher Wahrnehmung und Interpretation der Realität ein Klient seine Probleme erzeugt. Deshalb akzeptiere ich immer erst mal, dass der Klient die Welt auf seine ganz persönliche Weise erlebt.

„Wenn ich Ihnen zuhöre, verstehe ich, dass Ihnen Freiheit und persönlicher Freiraum ganz wichtig sind. Und dass sie beides durch die vielen Regeln in Deutschland stark beschnitten sehen.“
„Ja genau. Ich hasse Regeln, das konnte ich schon als Kind nicht leiden. Dass ich Handschuhe anziehen soll, wenn es ein bißchen kälter wurde. Dass man nicht in Pfützen spielen durfte, obwohl das so viel Spaß machte.“
„Das heißt, Ihre Eltern haben auch viele Regeln aufgestellt.“
„Na ja, alle Eltern tun das ja. Und meine Mutter besonders, weil sie sehr ängstlich war und überall Gefahren sah.“

Mein Klient, Sven S., 54 Jahre alt, geschieden, selbständiger Programmierer, lebt seit zehn Jahren in einem Wohnmobil. Von dort führten wir online das 3-h-Coaching.


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Warum wollen Menschen auswandern?

Studien zeigen, dass Scheidung, Tod und Umzug die stressigsten Faktoren im Leben sind. Dazu gehört aber auch das Auswandern in ein anderes Land. Ein Umzug ins Ausland ist keine leichte Entscheidung. Viele Menschen und Familien bereiten sich gut darauf vor. Aber auch dann kann es sein, dass die erhoffte Verbesserung im Leben getrübt ist oder gänzlich ausbleibt. In der TV-Sendung „Goodbye Deutschland“ werden Menschen begleitet, die den Schritt des Auswanderns gewagt haben.

2021 war ein besonderes Jahr auch für das Auswandern. 254.643 Deutsche verließen offiziell ihre Heimat. Sie siedelten in etwa 200 unterschiedliche Länder und Inseln aus. Nachfolgend in der Grafik die 20 beliebtesten Länder der deutschen Auswanderer.

Wo es einen hinzieht, ist ja immer auch eine subjektive Wahl. Millionen von Menschen wollen in Deutschland leben. Sie schätzen die Sicherheit, das Geregelte, die gute Organisation. Aber das hängt meist damit zusammen, wo man herkommt und womit man es vergleicht. Wer in einer Großstadt mit einer hohen Mordrate aufgewachsen ist, schätzt vermutlich die Sicherheit eines Dorfs auf der Schwäbischen Alb, wo man nachts nicht mal die Haustür abschliessen muss.

Wer auswandern will, träumt oft von einem Leben mit mehr Freiheit.

Und Regeln scheinen diese Freiheit zu beschneiden. Dem ist aber nicht so. Denn Regeln sind die Bedingung für unsere Freiheit. Das völlige Fehlen von Regeln führt irgendwann zu Anarchie, in der dann der Stärkere sich und seine Regeln durchsetzt.

Das Fehlen von Regeln kann ebenso zur Unfreiheit führen. Wer schon mal in Südamerika auf den Linienbus gewartet hat, sehnt sich vermutlich nach dem geregelten Leben in Deutschland zurück, wo das meist besser organisiert ist.

Und wer über die Bürokratie hierzulande stöhnt, hat oft noch nicht im Ausland gelebt und dort einschlägige Erfahrungen gesammelt. Beispielsweise geht die Änderung des Wohnsitzes in Deutschland relativ zügig vonstatten. In Rom kann das bis zu eineinhalb Jahre dauern. Wer in einem südlichen Land eine Genehmigung will, braucht oft viel Geduld oder Geld zum Beschleunigen des Vorgangs,

Es stimmt, dass die Regeln in Deutschland zugenommen haben. Was dabei oft übersehen wird, ist, dass unsere Welt immer komplizierter wird. Und wenn die Komplexität von etwas zunimmt, braucht es mehr Regeln, die etwas vereinheitlichen.

„Warum sind Sie noch nicht ausgewandert?“, fragte ich Sven S.
„Gute Frage. Ein paar Mal war ich kurz davor. Aber vor zwanzig Jahren war meine damalige Frau dagegen, von der bin ich mittlerweile getrennt. Aber wir haben einen gemeinsamen Sohn, der etwas krank ist und noch meine Unterstützung braucht.“
„Wie alt ist denn Ihr Sohn und welche Krankheit hat er?“
„Er ist zweiunddreissig und hat Diabetes.“
„Hm, Ihr Wunsch nach dem Auswandern scheint ja doch nicht so drängend zu sein“,
sagte ich.
„Doch schon, ich muss auswandern. Hier gehe ich zugrunde.“

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Wenn man die Landkarte mit der Landschaft verwechselt.

„Die Landkarte ist nicht die Landschaft.“ Dieser Grundsatz des Konstruktivismus beschreibt ein Dilemma des Lebens. Dass wir uns nämlich nicht direkt auf die Realität beziehen können, sondern uns immer innere Bilder („Landkarten“) von der Realität machen.

Landkarten sind das Modell der Welt, das wir in unserem Gehirn zusammenfügen und recht bald für die wirkliche Welt halten. Die Landkarte ist unsere Interpretation der Realität, dessen, was wir sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken. Damit erschaffen wir unsere Möglichkeiten und im gleichen Maße auch unsere Grenzen. Das heisst, während wir die Welt wahrnehmen, erschaffen wir eine Landkarte der Welt in unserem Kopf. Was wir für unsere individuelle Psyche halten, ist im wesentlichen die Landkarte der Erfahrungen unseres Lebens.

Die meiste Zeit über ist das ein sehr nützlicher Prozess. Wir erhalten mit dieser Landkarte eine vereinfachte Abbildung der Welt. Und wenn wir Glück haben, dann sind die wesentlichen Faktoren abgebildet und die anderen weggelassen, sodass wir es leichter haben, uns in dieser Umwelt zu orientieren und zu organisieren (wie zum Beispiel bei einem Stadtplan).

Probleme treten meist dann auf, wenn wir unsere Landkarte von der Welt für die Realität halten.
Das bedeutet: es gibt zwar vermutlich eine objektive Welt, doch wir können sie nicht direkt wahrnehmen, sondern interpretieren sie ständig. Wir reagieren und handeln eher auf dem Hintergrund unserer Landkarten als darauf, was wirklich geschieht, weil wir häufig Landkarte und Landschaft miteinander verwechseln.

Ein paar Beispiele:

  • Für viele Amerikaner ist der Begriff „Freiheit“ mit dem Besitz einer Waffe verbunden.
    Für viele Deutsche ist der Begriff „Freiheit“ mit dem Autofahren ohne Tempolimit verbunden.
    Beides hat zwar nichts miteinander zu tun, aber diese mentalen „Landkarten“ sitzen fest in vielen Köpfen und sind rationalen Argumenten kaum zugänglich.
  • Eine Gehaltserhöhung von 250 Euro ist eine objektive Grösse. Je nach Ihren Erwartungen und Ihrem bisherigen Gehalt interpretieren Sie jedoch denselben Betrag als eine freudige Überraschung oder als einen schlechten Scherz.
  • Das Corona-Virus gibt es wohl tatsächlich (=Landschaft) und hat in Deutschland bisher 142.000 Menschen das Leben gekostet. Dennoch wird um die Umsetzung von Vorsorge- und Schutzmaßnahmen (=Landkarten) seit zwei Jahren immer wieder heftig gestritten.

Welchen inneren Konflikt versucht der Klient mit seinem Verhalten zu lösen?

Das ist immer die zentrale Frage für mich bei jedem Coaching. Sven S. sieht überall in Deutschland Gesetze, Normen, Auflagen, Regeln, die seine Freiheit einschränken oder beschneiden. Das Auswandern erscheint ihm als die beste Lösung dafür. Aber bisher hat er es nicht gemacht. Es muss also einen inneren Konflikt geben, der ihn zögern lässt.

Doch davor möchte ich klären, wieso Sven S. sich so eingesperrt fühlt in Deutschland.

„Sie leben jetzt schon Jahre in Ihrem Wohnwagen auf  Campingplätzen. Gibt’s da keine Regeln, die Sie stören?“
„Doch, natürlich. Nachtruhe zum Beispiel ist ab 22 Uhr. Und beim Grillen darf der Rauch nicht zum Nachbarn ziehen. Müll soll man regelmäßig entsorgen und beispielsweise Zigarettenreste und Kronkorken nicht achtlos in die Natur werfen. Aber mit diesen Regeln kann ich leben, die finde ich noch irgendwo sinnvoll, das ist okay.“
„Aber eng ist es ja nun doch, wo Sie jetzt leben. Sie haben einen Platz gemietet und Ihr Wohnmobil ist ja nun deutlich kleiner als eine Zwei-Zimmer-Wohnung in der Stadt.“
„Stimmt alles. Als ich mit dem Campen anfing, konnte man an jedem Seeufer parken oder auf der Wiese eines Bauern. Geht heute fast gar nicht mehr, alles ist geregelt oder gleich ganz verboten. Deswegen will ich ja auch weg. Und das mit dem Campmobil ist ja nur eine Übergangslösung. Ich werde ja auswandern und der Gedanke, dass ich ja jeden Tag weg aus Deutschland kann, hilft mir, die vielen Einschränkungen hier zu ertragen.“
„Aber Ihre Übergangslösung dauert jetzt ja schon viele Jahre. Vielleicht wollen Sie ja gar nicht auswandern – und die Idee, dass Sie es aber jederzeit könnten, die genügt Ihnen.“

Sven S. mag keine Einmischung von außen und reagiert sehr empfindlich auf gesetzte Grenzen. Als ich ihn damit konfrontiere, dass er in seinem jetzigen Leben ja auch Grenzen beachtet, reagiert er ausweichend. Jetzt muss ich vorsichtig sein, damit wir nicht in eine unfruchtbare Diskussion geraten. Denn sein Bild von der gewonnenen Freiheit auf dem Campingplatz hat ja ein paar Kratzer, die er bis jetzt nicht wahrhaben wollte. Er löst diesen Widerspruch auf, in dem er sich erzählt, dass er ja jederzeit auswandern könnte.

Das kann man als Rationalisierung verstehen. Für sein Verhalten führt er einen guten Grund an – statt des richtigen. Solche Abwehrmechanismen benutzen wir dauernd. Sie helfen uns, in der Realität besser zurechtzukommen und Widersprüche in unserem Denken und Handeln zu verkleinern..

„Haben Sie schon immer so ablehnend auf Grenzen reagiert?“, wollte ich wissen.
„Eigentlich ja, denn meine Eltern neigten sehr zum Belehren und Herumerziehen, nicht nur mit uns.“
„Woran denken Sie da?“
„Meine Eltern waren beide Lehrer, mein Vater sogar Direktor und diese Rolle konnten sie niemals ablegen. Beim Essen zum Beispiel mussten meine Schwester und ich Kopfrechnen üben. Als Strafe gab es keinen Hausarrest oder Fernsehverbot, sondern man musste ein langes Gedicht auswendig lernen. In den Ferien ging es gerade so weiter. Wir fuhren meistens nach Italien oder Griechenland, aber nicht um dort im Meer zu baden. Mein Vater schleppte uns in Museen, zu Ausgrabungsstätten, in Kirchen usw. Ich habe es gehasst!“
„Haben Sie denn nicht dagegen rebelliert?“

„Doch natürlich, aber das war sinnlos. Meine Eltern waren fast immer derselben Meinung, da hatte man keine Chance. Aber damals habe ich mir geschworen, dass ich nie wieder jemandem erlaube, über mich zu bestimmen und meine Grenzen zu missachten.“

Irgendwas in diesem Coachingprozess fand ich seltsam.

Was Sven S. aus seiner Kindheit erzählte, war sicher enttäuschend und freudlos für ein Kind. Aber sein starkes Gefühl von Eingesperrtsein, das er auf Deutschland projizierte, fand ich übertrieben. Und vor allem, warum hatte er sich diesen vermeintlichen Zwängen nicht längst entzogen und war ausgewandert? Stattdessen lebte er auf zwölf Quadratmetern und tröstete sich damit, dass er ja jederzeit diesen Zustand ändern könnte. Das war ja wie selbstauferlegter Stubenarrest.

Um etwas mehr Klarheit zu bekommen, vereinbarte ich eine Pause von zehn Minuten. Denn ich hatte das Gefühl, dass eine wichtige Information noch fehlte. Was Sven S. bisher aus seiner Kindheit geschildert hatte, schien mir nicht schlüssig für sein heutiges Verhalten. Ging es wirklich um das Thema Grenzen und dass er sich schnell eingeengt fühlte oder war da noch was anderes?

In solchen Fällen, wo ich im Dunkeln tappe, versuche ich, das Unbewusste des Klienten direkt anzusprechen – und manchmal klappt es.

„Irgendetwas fehlt noch bei dem, was Sie bisher erzählt haben. Nicht dass Sie etwas absichtlich verschwiegen hätten, eher, dass Sie vielleicht die Bedeutung davon unterschätzt haben. Aber eine wichtige Information fehlt noch bei dem, was Sie aus Ihrem Elternhaus erzählt haben. Was könnte das sein? Was fällt Ihnen ein?“

Beim Ansprechen des Unbewussten der Klienten hoffe ich auf die Bereitschaft zur freien Assoziation. Dass also der Klient darauf achtet, was ihm jetzt gerade spontan einfällt und diesen Gedanken berichtet. Zum Glück klappte es bei Sven S., denn er schaute mich etwas erschrocken an:

„Also gut, eine Sache habe ich noch nicht erwähnt. Vor allem, weil es schon so lange her ist und ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, wie das mit meinem Wunsch des Auswanderns zusammenhängen soll.“
Sven S. Stimme stockte und ich war mir sicher, dass wir auf der richtigen Spur waren.
„Was ich nicht bisher erzählt habe … mein Vater hat uns oft geschlagen. Das fing an, als ich fünf Jahre alt war. Meistens, wenn er zu viel getrunken hatte und ihn etwas ärgerte. Auch meine Mutter und meine Schwester hat er regelmäßig geschlagen. Deswegen hatten wir alle große Angst vor ihm.“

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Wer als Kind geschlagen wurde, sieht die Welt anders.

Mein Blogartikel von 2008 „Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?“  ist einer der meistgelesenen Beiträge. Mit über 700 Kommentaren.

Wie gehen Erwachsene mit der Erinnerung an Schläge in ihrer Kindheit um?
Eine häufige Form ist die Bagatellisierung. Zumeist erkennbar an der Schlussfolgerung „Das hat mir aber nicht geschadet!“
Ich verstehe diesen Satz immer als den Versuch, den Konflikt zu lösen zwischen dem guten Bild, das man von den Eltern hat und den Szenen, wo man geschlagen wurde.

Häufig ist auch die Verdrängung. Immer wieder berichten mir Menschen, dass sie an die ersten acht oder zehn Jahre ihrer Kindheit keinerlei Erinnerung haben. Kein Bild, kein Gefühl, nichts. Erst im Rahmen der gemeinsamen Arbeit kommt manchmal ein Stück schmerzlicher Erinnerung wieder zurück.

„Jetzt kommt etwas Licht in das Dunkel“, sagte ich zu Sven S.
„Wenn man als Kind geschlagen wird, ist das immer eine Situation, in der man etwas entscheidet, um sich weniger hilflos zu fühlen. Haben Sie eine Idee, was Sie damals entschieden haben?“
„Das weiß ich ziemlich genau, was ich damals entschieden habe“, antwortete Sven S. zu meiner Überraschung sofort.
„Erstens, dass man Erwachsenen nicht trauen kann. Und zweitens, dass es im Leben nur um Macht geht. Und dass wer die Macht hat, die Regeln bestimmen kann und die  Grenzen anderer verletzen kann.“
„Das war eine Erkenntnis, die offensichtlich Ihr Leben sehr geprägt hat.“
„Ja, stimmt. Ich akzeptiere nur noch Grenzen, die mir die Natur setzt. Aber Grenzen von Menschen, die ja fast immer willkürlich sind, lehne ich ab. Damit habe ich mir schon viel Ärger eingehandelt, aber ich kann nicht anders. Können Sie das verstehen?“

„Ich glaube, ich verstehe das sehr gut. Sie haben ja auch keine guten Erfahrungen gemacht mit Grenzen und mit Autoritäten.“
„Grenzen sind doch nie gut. Sie beschneiden immer den Freiraum eines Menschen. Ich hasse Grenzen, weil sie einen immer begrenzen. Überall steht, dass Menschen sieben bis acht Stunden Schlaf brauchen. Auch so eine unsinnige Grenze. Ich habe mir antrainiert, mit  fünf Stunden auszukommen. Wenn man will, geht das. Ich feiere zum Beispiel auch schon seit Jahren meinen Geburtstag nicht mehr, weil es auch so eine willkürliche Grenze ist. Ein Jahr älter, was bedeutet das schon? Niemand schreibt mir vor, wie alt ich bin.“

„Hmm, sie kämpfen ja an vielen Fronten. Wie gehen Sie denn mit der ultimativen Grenze des Lebens um?“, wollte ich wissen.
„Sie meinen den Tod? Da habe ich vorgesorgt. Den Zeitpunkt will ich mir auch nicht diktieren lassen, sondern selbst bestimmen.“

Hier fragte ich nicht nach, verstand aber noch besser, in welche Sackgassen ihn seine Angst vor Grenzen gebracht hatte.

„Und was wollen Sie jetzt hier in diesem Coaching?“, stellte ich die wichtige Frage nach dem Anliegen.
„So genau weiß ich das gar nicht, aber ich spüre, dass ich feststecke. Ich will auswandern und schiebe es seit Jahren hinaus. Ich ersticke hier mit all den Regeln und Vorschriften, sehe aber gleichzeitig, dass viele Menschen hier viel entspannter leben und die Grenzen nicht so persönlich nehmen. Aber ich kann das nicht. Wie komme ich aus diesem Dilemma raus?“

Warum Auswandern oft nicht das Problem löst.

Mein Klient erhofft sich vom Auswandern ein Leben mit weniger Grenzen und ein freieres Lebensgefühl. Doch das ist wohl eine Illusion. Denn es geht im Leben nicht ohne Grenzen. Es scheint gewisse physikalische Grenzen zu geben, die unveränderbar sind, jedenfalls in unserem Universum. Schwerkraft zum Beispiel.

Doch viele Grenzen sind nicht natürlich oder gottgegeben – sondern verhandelbar. Müssen deshalb aber auch immer wieder verhandelt werden, denn:

  • Grenzen erschaffen und ermöglichen Identität.
    Erst ein Aufteilen der Erde innerhalb gesetzter Grenzen ermöglicht ein mehr oder weniger friedliches Zusammenleben. Wenn alles allen gehörte, würde niemand etwas besitzen – und endlose Streitereien wären die Folge. Nicht umsonst standen die Grenzen in allen Kulturen unter dem Schutz von Gottheiten.Auch für die alten Römer hatten Grenzen heiligen Charakter. Ihr jährliches Fest der „Terminalia“ ist der sprachliche Vorläufer unserer Termine. So wie auch der altrömische „Limes“, die Abgrenzung durch Messen (limitatio) anzeigt, was einem zugemessen wurde. Also, wo mein „Limit“ liegt.
  •  Grenzen schützen uns.
    Schon die eigene Haut grenzt unseren Körper gegen die Umwelt ab. Unser Immunsystem sorgt dafür dass Wunden – also Verletzungen der Grenzen unseres Körpers – schnell geschlossen werden.
    Wer einmal erlebt hat, dass in seiner Wohnung eingebrochen wurde, erlebt die Schutzfunktion der eigenen vier Wände elementar. Selbst wenn nichts gestohlen oder verwüstet wurde, allein das Wissen, dass ein Fremder in unseren Raum eingebrochen ist, lässt uns in der Folgezeit schlechter schlafen.
  •  Grenzen ermöglichen Begegnung und Verbindung.
    Wer einem anderen Menschen begegnen will, braucht ein Gefühl für seine persönliche Grenzen. Braucht ein Gefühl der eigenen Identität. Damit Grenzen sich in einer Begegnung auflösen können, muss erst einmal eine Grenze da sein. Zwei Nebelfelder können sich nicht begegnen. Sie können im besten Fall aufeinander zuwabern aber ein wirklicher Kontakt ist schwer beobachtbar.
    Und an der Grenze kann auch intensiver Kontakt entstehen. Bewaffnete Grenzkonflikte zwischen Ländern wie auch die Annäherung in der Liebe zeigen das.
  • Grenzen erschaffen Wirklichkeit.
    Unser Leben wird erst möglich durch die Existenz des Todes. Weil wir wissen, dass wir sterben werden, wird das Leben kostbar. Glück wird erfahrbar, weil wir Unglück kennen. Weil etwas aufhört, gibt es überhaupt einen Anfang.

 

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Wie findet man den inneren Engpass, in dem der Klient feststeckt?

In der ersten Stunde sammle ich möglichst viele relevante Informationen, was zum Problem, bei dem der Klient feststeckt, beiträgt. Dabei helfen mir ein Vorbereitungsbogen mit zehn Fragen, den ich vorab sende und ein Bild, das der Klient nach meinen Angaben gezeichnet hat zu den Lebensbereichen Herkunftsfamilie, Beruf und Privatleben. Die Informationen daraus und das vertiefende Gespräch darüber geben mir meist genügend Anhaltspunkte, um meine Hypothesen zu bilden, was der Engpass des Klienten sein könnte.

Bei Sven S. vermutete ich Folgendes:

  • Seine Kindheit war durch starre Rituale, die der Vater einführte, geprägt (Kopfrechnen beim Essen, Bildungsreisen statt Spass in den Ferien). Grenzen hatten vor allem die Funktion von Vorschriften und Regeln, die man befolgen musste.
  • Er fühlte sich diesen Regeln ausgeliefert, auch weil aufkommender Widerstand durch Schläge vom Vater gebrochen wurde. Weil die Mutter hier nie mäßigend eingriff, verstärkte sich sein Gefühl der Ohnmacht.
  • Da er die elterliche Autorität als übergriffig und grenzverletzend erlebte, beschloss er, sich möglichst unabhängig zu machen und niemand mehr näher an sich heranzulassen.
  • Den unaufgelösten Konflikt mit den Eltern übertrug er innerlich auf die Autorität des Staates, der Regeln und Vorschriften machen kann (Impfpflicht, Rauchverbot etc.)
  • Den einzigen Ausweg sieht er im Auswandern in ein anderes Land, in dem es weniger oder gar keine Regeln gibt. Da er ahnt, dass dies vielleicht eine Illusion ist, sitzt er immer noch in Deutschland fest, allerdings in der Form des Dauercampers als Protest gegen das „Spießerleben“ der anderen.

Ich biete in meinem Coaching fast nie eine Lösung an, weil das zu unfruchtbaren Diskussionen und Widerstand führt. Stattdessen lasse ich den Klienten ausprobieren, um emotional eine andere Erfahrung zu dem Thema zu machen.

Ich bat Sven S., es sich bequem zu machen, etwas achtsam zu werden und seine inneren Reaktionen zu beobachten, nachdem er den folgenden Satz ausgesprochen hat:

„Ich befreunde mich mit Grenzen.“

Der Klient reagierte sofort mit Widerstand, was ich erwartet hatte und als Zeichen sah, dass wir auf der richtigen Spur zum inneren Konflikt sind.

„Das geht nicht … ich werde mich nie mit Grenzen anfreunden … ich hasse Grenzen …!“, stammelte Sven S.
„Ich weiß, Sie sagten ja auch vorhin, dass Sie feststecken und nicht wissen, wie Sie aus diesem Dilemma herauskommen.“
„Und was hat das jetzt mit diesem blöden Satz zu tun?“
„Nun ja, Sie kämpfen gegen die Realität, wollen ihr Ihren Willen aufzwingen. Das ist sehr anstrengend, zum Beispiel gegen das eigene Schlafbedürfnis anzugehen. Und manchmal auch sinnlos. Ob Sie Ihren Geburtstag nun feiern oder ignorieren, gegen die Grenzen der Zeit und dass Sie älter werden, können Sie nichts tun. Oder anders gesagt, Sie können weiterhin wie Don Quijote gegen einen vermeintlichen Feind kämpfen oder Sie…“

„Ich soll also kapitulieren, schlagen Sie mir vor?“ unterbrach mich Sven S. empört.

Wir waren an einem entscheidenden Punkt. Jetzt galt es, den Kontakt zum Klienten nicht zu verlieren, indem ich besserwisserisch darauf hinweise, dass er den Kampf gegen einige Grenzen im Leben nicht gewinnen könne. Ich probiere dann meist mit einer Geschichte oder eine Metapher meine Botschaft rüberzubringen.

„Kennen Sie die Geschichte vom kleinen Prinzen von Saint Exupéry?“, fragte ich Sven S.
„Ja, vor ewigen Zeiten habe ich das mal gelesen. Da gibt es so eine Szene mit einem Fuchs.“
„Stimmt genau. Sie leben im Kampf mit den Grenzen des Lebens. Sie wollen auswandern, in der Hoffnung, damit den Schrecken Ihrer Kindheit zu entkommen. Aber die Erinnerungen an Ihren brutalen Vater und Ihre lieblose Erziehung nehmen Sie überall mit hin, deswegen wird Ihnen Auswandern nicht helfen.“
„Und was hilft mir dann?“
„Na ja, bekämpft haben Sie die Grenzen jetzt ja lange genug. Mindestens fünfzig Jahre. Aber das hat nicht so viel gebracht.“
„Aber ich kenne nichts anderes als dagegen sein, mich auflehnen, nicht aufgeben, kämpfen.“

»Man versteht nur die Dinge, die man zähmt«, sagt der Fuchs im Kleinen Prinzen. Vielleicht wäre es gut, wenn Sie Ihren Kampf gegen Grenzen etwas zähmen.“
„Und wie soll das praktisch gehen?“, fragte Sven S.
„Der Fuchs rät zur Geduld. In Ihrem Fall hieße das, auf die Grenzen, die Sie wahrnehmen, nicht gleich loszustürmen, sondern sich ruhig hinzusetzen. Nur aus den Augenwinkeln rüber zu schauen zu der Grenze. Schauen, was sie gerade macht. Ob sie Sie angreift. Ob sie Sie ärgern will oder Ihre Freiheit beschneiden will.“
„Ich weiß noch nicht, was mir das jetzt bringen soll, aber etwas in mir ist gerade ganz ruhig geworden.“
„Das trifft sich gut, denn wir haben auch die Grenze von drei Stunden erreicht.“


 

Nach einem Dreivierteljahr schrieb mir Sven S. eine eMail. Nach unserer Sitzung wäre er sehr aufgewühlt gewesen. Vor allem die Erinnerung an die Prügel des Vaters habe ihn noch mal sehr beschäftigt. Er habe dann den Mut gefasst, ihn zu besuchen und über diese Situationen zu befragen. Obwohl der Vater jetzt 87 Jahre alt sei, habe er sich noch genau daran erinnert und schien froh zu sein, dass er mit seinem Sohn darüber sprechen konnte.
Ansonsten würde er mehr darauf achten, wo er auf Grenzen stoße und schaue jetzt genauer hin, was da in ihm abläuft. So habe er bemerkt, dass eigentlich bei jedem Verkehrsschild, das auf ein Verbot oder eine Grenze hinweise, er innerlich aufbegehre. Das käme ihm jetzt immer seltsamer vor. Statt gegen Windmühlen wie Don Quijote, den ich ja auch erwähnt hätte, kämpfe er gegen vieles, was er als negative Grenze erlebe. Er übe, sich mit solchen Grenzen zu befreunden und dann würde sich manchmal ein 100-km/h-Verkehrsschild in einen gut gemeinten Hinweis verwandeln.
Er habe auch über den Tod und seine Widerstände gegen ihn nachgedacht. Er könne ihn jetzt akzeptieren, aber sich mit ihm befreunden das ginge nicht.

Ich schrieb zurück, den Tod akzeptieren klinge nach Zähneknirschen, weil man eingesehen hat, dass einem keine Wahl bleibt. Befreunde man sich mit dem Tod, habe man zeitlebens jemand an seiner Seite, der einem zeige, was wichtig ist.


Hier lesen Sie weitere Fallberichte aus meiner Coaching-Praxis:

Business-Coachings

Life-Coachings

PS: Alle Fallgeschichten sind real, aber so verfremdet, dass ein Rückschluss auf meine Klienten nicht möglich ist und die Vertraulichkeit gewahrt bleibt.


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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

10 Kommentare

  1. Das ist auch meine Erfahrung: Das Symptom ist die Lösung.
    Nicht für die aktuelle Situation, sondern für einen inneren Konflikt.

    Im Fallbericht versucht der Klient seinem inneren Konflikt mit dem Vater zu entgehen, indem er die Idee des Auswanderns hütet. Der Staat wird stellvertretend für ihn zur Autorität, die ihn erziehen und unterdrücken will mit Regeln, Vorschriften etc. Deswegen versucht er, was er als Kind nicht konnte, sich der Macht des Vaters zu entziehen heute durch Auswanderungspläne. Durch das Experiment mit dem Satz versuche ich, ihm die andere Eigenschaft von Grenzen erleben zu lassen.

    Sie haben Recht, viele Menschen glauben, dass etwas, was in ihrer Kindheit geschah heute, dreissig, vierzig Jahre später keinen Einfluss mehr auf sie haben könnte. Leider ein folgenschwerer Irrtum!

  2. Kommunikation im Sinne eines Dialogs ist dann fruchtbar und bereichernd für beide, wenn über Erlebtes berichtet und reflektiert werden kann.

    In Gesprächen, die ich „Talkshow“ nenne, ist jeder nur darauf aus, seinen Standpunkt darzulegen und zu verteidigen. Jeder geht so raus wie er reinkam.

    Vor allem im Coachingprozess muss man den Klienten dazu bringen, auf etwas zu antworten, was er noch nicht weiß und hundertmal beantwortet hat.

    Freut mich, dass der Fallbericht Sie zum Reflektieren angeregt hat.

  3. Silvia Schüssler sagt

    Herzlichen Dank für den Fallbericht. Mir ist das in der Begleitung ebenso begegnet, dass Menschen von der Freiheit im Urlaub – in fernen Ländern am Meer – berichten als sei diese absolut. Auch dort gibt es selbstverständlich Grenzen (das Wetter, der eigene Körper, das Budget, die inneren Hürden). Das wird auf der Landkarte ausgeblendet. Ich habe behutsam Fragen in Richtung dieser Grenzen gestellt und gemerkt, dass es dem betreffenden Menschen dann erst bewusst wurde, dass die Freiheit dort auch nur eine begrenzte ist. Das fühlt sich ein wenig so an, als würde ich jemanden aus seinem Paradies vertreiben.

    Ich lerne aus dem, wie Sie den Prozess des Zuhörens beschreiben. Ich sehe, wo ich dazu tendiere „falsch abzubiegen“ und mich in Talkshows verstricke. Das passiert vor allem mit Bekannten und Freunden, nicht mit Klienten (da ist mir meine Rolle klarer). Ich merke, wo ich mir auch eine Pause zum Sortieren in den Gesprächen mit Freunden einräumen kann, um mir selbst klarer zu werden und meine eigene Landkarte unter die Lupe zu nehmen oder eine neue Sicht auf die Landschaft zu gewinnen 😉

  4. Gabriela Friedrich sagt

    Schöne Coaching-Beschreibung.
    Ja, so erlebe ich es bei meinen Klienten auch häufig. Hinter einem drängenden Wunsch oder einer Aversion steckt häufig etwas ganz anders, das aufgedeckt und geheilt werden will. Insbesondere prägende Kindheitserfahrungen werden zu gerne bagatellisiert.

  5. Stefanie Bauer sagt

    Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann!
    Soeben habe ich mir Ihre aktuelle Podcastfolge angehört. Auch heute habe ich mir wiederholt gedacht, wie angenehm ich Ihre Stimme, Ihren Sprechduktus und die Wahl der Worte empfinde. Hören Sie möglicherweise nicht zum ersten Mal, aber vielleicht dennoch gern. Stundenlang könnte ich Ihnen zuhören.
    Abgesehen davon mag ich Ihre Zugänge und Herangehensweisen. Kaum zu glauben was Sie bzw. Ihre Klienten in 3Stunden-Coachings weiterbringen!
    So… genug der schönen Worte – bloß nicht nachlassen!
    Freundliche Grüße aus Wien
    Ihre treue Podcasthörerin
    Stefanie Bauer

  6. Liebe Frau Theis,
    schön, von Ihnen zu hören nach so langer Zeit. Und schön, dass der Prozess, der mit unserem Coaching begann, zu einer positiven Entwicklung führte.

  7. Pauline N. Theis sagt

    Der letzte Satz war der beste!!
    Wie immer ein sehr lehrreicher Podcast, vielen Dank dafür. Heute vor einem Jahr war ich ihr Coachee. Nun habe ich einen neuen, genderneutralen, non-binären Namen und weiß endlich wer ich bin. Den Anstoß gaben Sie und das Coaching. Ich bin Ihnen sehr sehr dankbar.

  8. Astrid sagt

    Nach mehrmaligem Hören, finde ich auch den Zugang interessant, ob der Klient eventuell enttäuscht darüber ist, dass das Leben den „Deal“ nicht eingehalten habe oder die Erwartungen an selbiges nicht erfüllt wurden. Der Deal könnte lauten, ich halte mich an die Regeln und möchte das versprochene Gute auch bekommen… Das ist so wie mit der Verheißung, wenn man sich gesund ernährt, Sport treibt usw, dann wird man nicht krank… dumm, wenn man so lebt und dann mit Bauchspeicheldrüsenkrebs überraschend nur noch wenige Monate zu leben hat……… ich glaube, die pragmatische Vorzüge von Deutschland sind nicht überzeugend genug für den Klienten… da braucht es definitiv mehr…. 🌍

  9. Bettina Schöbitz sagt

    Ich verstehe ihn soooo gut. Mir nimmt diese Regelungswut (dahinter steht: sollen sich andere kümmern, ich mag keine Selbstverantwortung übernehmen) auch langsam die Luft zum Atmen. Alle Welt schreit nach Sicherheit – doch das ist die Antipode der Freiheit.

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