Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?

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Neurobiologie / Persönlichkeit

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Ein ernstes Thema. Trotz etlicher Erfahrungen mit Menschen zu diesem Thema, bin ich doch immer wieder auf’s Neue betroffen, wenn ich miterlebe, wie körperliche Strafen, die jemand vor zwanzig, dreißig Jahren oder länger erlitten hat, sich auf das spätere Leben auswirken können.

Ich muss schon sehr genau hinhören und hinspüren, um mitzukriegen, dass jemand körperliche Gewalt in seiner Kindheit andeutet. Denn das Thema ist immer noch tabuisiert und vor allem auch schambesetzt. Doch wenn jemand beim Schildern seiner Biographie erwähnt, dass „es zu Hause streng zuging“ oder der Vater „ziemlich autoritär war“ oder „die Mutter keinen Widerspruch duldete“, werde ich meist hellhörig und frage nach, was der Betreffende damit meint.

Zur Sprache kommen dann zuweilen Schilderungen von heftigen Ohrfeigen und Prügeln mit Zaunlatten, Gürteln, Lederpeitschen, Baumzweigen, Kohleschaufeln, Teppichklopfern, Rohrstöcken oder bloßen Händen usw. Der Zeitpunkt ist oft unvorhersehbar. Wenn der „Elternteil schlecht drauf war“, wenn „man nicht schnell genug weg war“ oder regelmäßig am Samstagabend als gefürchtetes Wochenendritual.

Ich frage auch immer nach, bis zu welchem Lebensalter geschlagen wurde und wie es aufhörte. Dabei erfahre ich, dass es meist in der Pubertät aufhört, bei manchen aber auch erst mit achtzehn, neunzehn Jahren, als sie sich entschlossen, auszuziehen. Manchmal hört der Elternteil von selbst auf, zuweilen auch nur durch die handfeste Drohung des Jugendlichen. Meist werden Jungen, speziell die ältesten, am meisten geschlagen, aber auch viele Mädchen.

Wie gehen Erwachsene mit der Erinnerung an Schläge in ihrer Kindheit um?

Eine häufige Form istals kind geschlagen, prügel kindheit, gewalt kinder, gewalt kindheit, kopp-wichmann, persoenlichkeits-blog,die Bagatellisierung.
Zumeist erkennbar an der Schlussfolgerung „Das hat mir aber nicht geschadet!“
Ich verstehe diesen Satz immer als den Versuch, den Konflikt zu lösen zwischen dem guten Bild, das man von den Eltern hat und den Szenen, wo man geschlagen wurde.

Häufig ist auch die Verdrängung.
Immer wieder berichten mir Menschen, dass sie an die ersten acht oder zehn Jahre ihrer Kindheit keinerlei Erinnerung haben. Kein Bild, kein Gefühl, nichts. Erst im Rahmen der gemeinsamen Arbeit kommt manchmal ein Stück schmerzlicher Erinnerung wieder zurück.

Welche Folgen haben Schläge in der Kindheit auf einen Erwachsenen?

Die Folgen sind mannigfach. Ich will hier nur einige der Konsequenzen und Entscheidungen nennen, die mir bei meiner Arbeit mit Menschen begegnet sind.

  • Angst und Vertrauensverlust in Beziehungen.
    Als Kind geschlagen zu werden, ist immer eine Situation, wo das Kind unbewusst Entscheidungen trifft. Wo es auf schmerzhafte Weise lernt, wie es in Beziehungen zugeht. Dass es um Macht geht. Dass man dem anderen, dem man vertraut hat, nicht trauen kann. Dass gleich wieder etwas passieren kann. Mögliche Folgen sind auch Gefühle des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit, des Verlassenseins, das man als Erwachsener immer wieder erlebt.
  • Beschränkte Konfliktlösungsmöglichkeiten.
    Wer geschlagen wird, fühlt sich hilflos und gedemütigt. Um damit in Zukunft umzugehen, gibt es nur wenige Strategien. Die eine ist, sich zu unterwerfen – und den vermeintlich Stärkeren heimlich zu verachten. Die andere ist, sich zu schwören, dass einem so etwas „später im Leben“ nie wieder passieren wird. Und zwar indem man selbst stark wird.
  • Probleme in der Identitätsentwicklung.
    In Seminaren treffe ich hin und wieder auf ganz sanfte Männer, die  verständnis- und rücksichtsvoll sind, nie laut werden. Einerseits angenehme Personen, aber auch ein großes Stück aggressionsgehemmt. Oft fühlen diese Menschen selbst, dass ihnen eine größere Portion Männlichkeit fehlt.
    Wenn man dann in der Biographie forscht, was der Grund dafür sein könnte, graben wir zuweilen gemeinsam heftige Prügelerfahrungen aus. Frage ich, wie das „Nicht-Mann-Sein“ und diese Erinnerungen zusammenhängen, hört man manchmal den einleuchtenden Satz: „Nur Männer schlagen!“ Oder: „Ich wollte nie so werden wie mein Vater!“
  • Selbstwertprobleme.
    Wer geschlagen wird, erlebt, dass dem anderen seine Gefühle, Überzeugungen oder Regeln wichtiger sind als die eigene Person. Als Kind kann man noch schlecht unterscheiden zwischen sich und dem anderen. Kann zum Beispiel schwer erkennen, dass Eltern zuweilen überfordert sind (was kein Freispruch für Schlagen ist).
    Meist sucht das Kind dann nach einem Grund für die Züchtigung. Vor allem, wenn der schlagende Elternteil sich nicht entschuldigt und die Verantwortung für sein Ausrasten dem Kind zuschiebt, sucht man als Kind die Schuld bei sich selbst. Weil man zu frech war oder Widerworte gab. Weil man schlecht in der Schule ist. Weil man überhaupt auf der Welt ist.
  • Abgrenzungsprobleme.
    Wer als Kind geschlagen wird, erlebt eine massive Grenzverletzung. Und hat in der Folge oft Probleme, sich als Erwachsener angemessen abzugrenzen. Also Nein zu sagen, es anderen nicht immer recht zu machen, auch mal andere zu enttäuschen etc. Auch eigene Grenzen zu spüren, zu respektieren und flexibel damit umzugehen, kann schwierig sein.
  • Probleme mit eigenen Kindern.
    Wer Gewalt als Mittel der Erziehung erlebt hat, spürt manchmal die Tendenz, sich auch so zu verhalten. Diese Gefahr ist umso größer, je weniger man sich mit dem eigenen Geschlagenwerden und den dabei erlebten Gefühlen auseinandergesetzt hat. Manche streichen ihren Wunsch nach eigenen Kindern auch ganz, aus Angst, sich in schwierigen Situationen nicht im Griff zu haben und ebenso zum Schläger zu werden.
  • Unkontrollierbare Aggressivität.
    Als geschlagenes Kind erlebt man enorme Wut und Zorn, doch müssen diese heftigen Affekte unterdrückt und verdrängt werden. Doch unterdrückte Gefühle verschwinden nicht. Oft bahnen sie sich einen Weg in zerstörerischen Aktionen gegen andere (Kriminalität) oder gegen sich selbst (Autoaggression, Suizid, Drogenmissbrauch).

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Was kann man tun?

Darauf gibt es keine schnelle Antwort. Aber allgemein kann ich sagen, dass das Bewusstmachen des Erlebten – im Gegensatz zum Verdrängen oder Bagatellisieren – ein erster wichtiger Schritt ist. Schon allein damit kommt man ein Stück aus der „Kindheits-Trance“ heraus, da man den eigenen erlebten Schmerz zum ersten Mal wichtiger nimmt als das Motiv der Eltern oder die heilige Fassade des „Was sollen denn die anderen Leute denken?“

In weiteren Schritten kann man sich mit den schmerzlichen Erlebnissen auseinandersetzen. In einzelnen Fällen ist es möglich, mit den realen Eltern ein klärendes Gespräch zu führen.

Auch Eltern lernen manchmal dazu und können spät im Leben etwas bereuen oder falsch finden, das sie jahrzehntelang eisern verteidigten. Aber oft trifft man auch auf erneutes Unverständnis und eine Wand der Ignoranz („Das bildest Du Dir doch alles ein!“)

Manchmal ist auch professionelle Hilfe nützlich,um in dem inneren Gespinst von Erinnerungen, Verdrängungsimpulsen und Verwirrung einen gangbaren Weg für sich zu finden. Letztlich aktiv zu werden im Sinne eines „Gut-für-Sich-Sorgens“ ist auf jeden Fall besser als weiter im Leben in der Opferposition des geschlagenen Kindes zu verharren.

Es gibt weiteren Blogartikel von mir zum Thema hier …

Podcasts von Roland Kopp-Wichmann Diesen Beitrag können Sie sich hier als Podcast anhören:

[audio:http://kopp-wichmann.podspot.de/files/schlaege_kindheit.mp3]

kommentar Was sind Ihre Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema?

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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

629 Kommentare

  1. Clara12 sagt

    Ich habe mich so oft gefragt, warum ich immer versuche es allen und jedem Recht zu machen. Nie nein sagen zu können, und dann immer wahnsinnig enttäuscht zu sein, wenn jemand nicht „angemessen“ darauf reagiert. Überall „bettele“ ich nach Aufmerksamkeit und hoffe auf positive Raktionen von allen Seiten. Selbst meine, eigentlich gut funktionierende Ehe, habe ich dafür schon aufs Spiel gesetzt. Nie gemerkt, dass ich oft einfach nur ausgenutzt wurde.
    Nach vielen Therapie-Sitzungen weiß ich jetzt, dass das auch mit den vielen Schlägen und Demütigungen in meiner Kindheit zu tun hat. Natürlich kann ich nicht alles damit rechtfertigen, aber ich arbeite an mir und hoffe endlich mehr Selbstwergefühl zu bekommen und mich einfach zu mögen wie ich bin, und das nicht nur von der Meinung anderer Menschen abhängig zu machen..,,,,

  2. Anna sagt

    Hallo 🙂

    Mich persönlich würde interessieren, woran man für sich festmachen kann, dass zB eine Therapie sinnvoll wäre ?

    Danke im Voraus!

  3. Hallo ich bin Rizgar Carut und bin 28 Jahre alt. Ich wurde in meiner Kindheit verspottet misshandelt geschlagen und beschimpft. Das ganze ging 13 Jahre so. Eines Tages wollte mich meine Mutter aus dem Fenster schmeißen. Ich habe es denen schon vergeben aber die hören einfach nicht auf sich Lustig über mich zumachen.

    mit freundlichen grüßen
    Rizgar Carut

  4. Andy sagt

    Sehr schön das hab ich gesucht,meine Ex-Frau hat mein Sohn geschlagen sie aber später wohl entschuldigt!
    Aber selbst in der Ehe hat sie ihn geschlagen und ich habe ihr gesagt sie soll das nicht machen und habe ihr gedroht damit sie das nicht mehr macht!
    Sie hatte sich aber nur auf drängen entschuldigt bei ihm!
    Bei streitigkeiten mit ihr ist sie auch mit Fäusten auf mich losgegangen und ich habe mich umgedreht um nicht zurück zuschlagen,einmal war es so heftig das ich so sauer war habe ich gegen eine Lampe getretten,dauf hin wollte sie die Polizei anrufen!
    Sie hat jetzt einen neuen Freund über das internet kennengelernt,die Beziehung läuft nur über das interneter ist ex-Alkoholiker und sie sitzt täglich wenn sie nicht arbeiten muss nur am rechner und schreibt mit dem und kümmert sich nicht richtig um die Kinder,die Kinder sollen wäsche waschen und kochen und sie sitzt nur rum und schreibt mit dem!

    Lg

  5. grzegorowski sagt

    Ich wahr jahre geschlagen von mein Vater richtig brutal das kann keiner so was erlebt wie ich jetzt bin 41 und sehr krank.ganze gelenke scherze.astma.luft atake.mit Maschine mus ich schlafen kopschmerzen und zu weiter.

  6. Helene Wittmann sagt

    Hallo, ich bin schon 78 Jahre und leide immer noch unter den Schlägen meines Vaters.Der in seiner jähhzornigen Art, mir alles nachwarf, was ihm in die Finger kam.Einmal war es das große Küchenmesser, welches an meinem Kopf vorbeiflog.Ich bin die Äteste von zwei Geschwistern, welche als ich von zuhause auszog auch geschlagen wurden.Es gab nie ein Gerspräch mit meienem Vater, sondern er ging auf mich los und jagde mich wie ein Tier. Ich konnte meine ganzes Leben kein Vertrrauen in eine Partnerschaft finden und bin nach einer gescheiterten Ehe und als alleinerziehen-de Mutter alleine geblieben und fühle mich sehr einsam.
    Meinem Vater habe ich verziehen,weil ich weis daß er selbst eine schlechte Kindheit hatte. Außerdem verhetzte meine Mutter meinen Vater gegen mich, sodaß er mich auch deshalb schlug. Gott habe ihn seelig.Ich wünsche ihm daß er seinen-Frieden findet.

  7. Petra Niebusch sagt

    Ich habe 3 Töchter , alle wurden von meinem Ex Mann mißhandelt . Als ich mich dann endlich scheiden ließ , um meine Töchter zu schützen war ich unendlich glücklich . Als Dank bin ich heute alleine . Meine Töchter gehen auch weiterhin zum Vater und das ist unheimlich verletzend

  8. Thomas sagt

    Ich kann mich daran erinnern wie mein Vater als mein Bruder und ich uns gestritten haben ausgerastet ist. Wir sind dann weggelaufen denn wir wussten was kommt. Er hat uns eingeholt unsere Köpfe gepackt und uns wie zwei Kokosnüsse zusammengehauen. Ich weiss das ich richtig benommen war und Sterne gesehen hab. Mein Bruder meint sowas wäre öfter vorgekommen ich hab keine Erinnerungen an die Zeit. Was ich sehe sind die Konsequenzen für mein heutiges Leben. Wie die Angst vor Gewalt mich immernoch beherscht. Auch verdränge und bagatelisiete ich die Situation. Ich glaube icj habe noch heute Angst vor meinem Vater. Der Witz ist mein Vater nennt mich Schwuchtel und hält mich für ein Weichei obwohl er es ist der sich an Schwächeren vergangen hat. Ich merke wie die Angst mein Leben beherscht noch heute.

  9. Loxie sagt

    Auch ich möchte mich für den Blog bedanken. Es ist so unglaublich hilfreich zu lesen, dass Andere das Gleiche erlebt haben.

    Wir sind fünf Kinder – mittlerweile denke ich, dass unsere Eltern deshalb einfach überfordert waren – und wurden sehr oft von meinem Vater geschlagen. Die Kleinen nicht so sehr aber ich als Älteste mehrmals pro Woche. Er war wahnsinnig ungeduldig und jähzornig.

    Diese unglaubliche Angst, wenn ein viel größerer, unglaublich wütender Mensch auf dich zugeht und du weißt, dass du gleich eine Ohrfeige bekommst, dass du mit dem Kopf an den Türrahmen knallst, habe ich nie vergessen. Damals konnte ich sehr schnell laufen. Wenn ich konnte, bin ich aus dem Haus gerannt, so schnell ich konnte, oft hat er mich verfolgt so lange er konnte, oder ich saß eingesperrt im Bad mit noch größerer Angst, was dann passieren würde, wenn ich wieder herauskäme.

    Mendozas Bericht kommt mir auch sehr bekannt vor. Die schlimmste Zeit war, als ich als Erste aus dem gemeinsamen Kinderzimmer in ein eigenes Zimmer ziehen sollte. Nachts wachte ich mit Alpträumen auf, suchte Zuflucht im Bett meiner Eltern und wurde von meinem Vater dafür mit Schlägen gezwungen allein in mein Zimmer zurückzugehen. Das ist eine Episode bei der ich meiner sonst sehr liebevollen Mutter ihre viel zu große Toleranz und Passivität niemals verzeihen kann. Auch ich habe übrigens jahrelang bettgenässt.

    Einmal hat sich mein Vater eingebildet, dass es die Aufgabe von guten Eltern sei, einen Rohrstock sichtbar neben der Tür hängen zu haben, damit die Kinder immer gewarnt sind. Ich sehe jetzt noch den ungläubigen Blick meiner Freundin, die zu uns zu Besuch kam und den Stock da hängen sah. Ich habe mich so unglaublich geschämt. Scham dafür, so schwach zu sein, dass man sich von einer anderen Person schlagen lässt. Und Hass, Wut und Selbstverachtung. Ich war ziemlich oft wütend. Und ich habe mich selber mitschuldig gemacht. Manchmal musste ich ganz alleine auf meine vier jüngeren Geschwister aufpassen und habe völlig überfordert und ohne es besser zu wissen, auch zugeschlagen wenn sie nicht folgten.

    Mein Vater war auf einem katholischen Klosterinternat, wo er selber über Jahre hinweg misshandelt wurde. Wenn er davon erzählt, fühle ich kein Mitleid, sondern Verachtung und Ekel. Welches Recht hat er denn, sich zu beklagen, der uns doch selber so brutal behandelt hat? Das Ganze hat für mich vielleicht zehn Jahre gedauert, von sechs Jahren bis sechzehn, da bin ich ausgezogen. Mein Abitur habe ich in 500 km Entfernung zu meinen Eltern gemacht. Ich war frei aber ich fühlte mich schuldig, die Kleinen so alleine zu lassen.

    Ich habe immer alles alleine geschafft, aber ich glaube ich muss mich demnächst trotzdem nach einer Therapie umsehen. Mein Bruder hat eine Psychose und war jahrelang bei verschiedenen Psychologen und Schamanen um seine Traumata aufzuarbeiten. Ich fand das alles übertrieben und wollte damals nichts davon hören aber seit drei oder vier Jahren holt mich alles immer öfter ein. Manchmal bin ich depressiv, dann habe ich Versagensängste und alles kommt mir so mühsam vor. Ich möchte meiner Mutter gerne mehr helfen – sie hat so viel zu tun, weil sie vollzeit arbeitet und mein Vater bettlägerig ist aber ich kann immer noch schlecht mit seiner Anwesenheit umgehen. Es ist wirklich eine Mischung aus Liebe, Mitleid, Verachtung, Ekel, Hass und Wut, je nach meiner Tagesverfassung und seinem Verhalten. Für mich ist es diese innere Zerrissenheit, die mich ganz krank macht.

    Kinder sind wie Hunde, sie brauchen einfach Liebe und kommen immer wieder zu der Hand gekrochen, die sie schlägt. Und genau diese Schwäche kann ich mir nicht verzeihen.

  10. Jen sagt

    Der Bericht trifft fast ins Schwarze. Denn nicht nur Eltern, sondern auch Ältere Geschwister schlagen ihre Geschwister. In meinem Fall weil die Eltern es vorgelebt haben, weil ein Klaps auf den Po früher als normal gilt.

  11. Onkel Schecke sagt

    Ich habe mich in diesen Zeilen sofort wiedergefunden. leider gab es bei mir und meiner Mutter bis heute kein Happy End. Sie wehrt sich und fühlt sich noch gut. Jetzt hat sie sogar mit meinem Sohn, der keine Schläge bekommen hatte, einen fingierten Polizeieinsatz ins Leben gerufen um mich ins schlechte Licht rückte.

  12. Anna sagt

    Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Ich habe ebenfalls mit dem Thema der Verdrängung zu kämpfen. Der Ablauf der Kindheit entspricht Ihrem Blog. Die Mutter gewalttätig der Vater nie da. Prügel und Erniedrigungen mit allem was zur Hand war. Ich habe Geschwister und heute mit unterschiedlichen Gefühlen zu kämpfen. Von Schuldgefühlen die Anderen nicht beschützt zu haben über Zweifel am eigenen Wert. Bindungsangst, Verlustangst. Vieles wie das Thema Konfliktbewältigung konnte ich später lernen. Der Kontakt besteht seit 20 Jahren nicht mehr. Liebe empfinde ich seit Teenagerzeiten nicht mehr für sie nur eine sehr sehr tiefe Verachtung.

    So kontrovers es mir selbst scheint ich empfinde auch
    Schamgefühl dafür dass ich misshandelt wurde und auch Sorge dass jemand sagt, Du wirst es schon verdient haben.

    Ihr Blog macht mir Mut und Stärkt mich in der Einsicht, dass es nicht richtig war was mir passiert ist und es nicht meine Schuld war.

  13. Sandra Rodomski sagt

    Ich würde als Kind auch viel geschlagen auch grundlos aber ich muss dazusagen daß mein Vater Alkoholkrank war und wusste nicht mit seiner Kraft wohin ich haben immer Schläge ins Gesicht bekommen ich habe sehr darunter gelitten

  14. Elena sagt

    Die Folgen meiner Erziehung spüre ich heute nur zu gut. Ohrfeigen, Teppichklopfereinsatz bei den kleinsten „Vergehen“ und psychische Gewalt (aus dir wird nie was, du hast einen dicken Hintern) waren an der Tagesordnung. Nach außen alles supi, aber im Haus dem narzisstischen Vater und der schwachen Mutter ausgeliefert. Mit 18 Jahren bin ich ausgezogen. Das war eine große Erleichterung. Mit 45 ereilte mich die erste Depression und im Rahmen einer Therapie kam ich wieder auf die Beine.
    Mein Vater versucht heute noch, Unfrieden zwischen seinen Kindern zu säen. Ich gehe ihm aus dem Weg und habe die Kontakte minimiert. Meine Schwester und mein großer Bruder machen es auch so.

  15. Mendoza sagt

    Einfach nur krass, was hier geschildert wird. Da wirkt bei mir dagegen das, was ich erlebt habe gar nicht mehr so schlimm.

    Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich mich bisher nicht an die Öffentlichkeit gewagt habe.

    Wir wurden als Kinder immer verhauen, wenn wir nachts nicht schlafen konnten. Dann flog die Tür auf und es gab so richtig Haue.

    Als Folge davon war ich bis zum 10. Lebensjahr Bettnässer.

    Hier begann der Psychische Terror. Sowohl meine Geschwister als auch meine Mutter machten keinen Hehl draus, dass ich nachts einnässte. So hatte ich draußen keine Freunde. Mittlerweile glaube ich, dass da sogar ein System hinter war, da ich damals als Kind noch anderen davon erzählte, dass es daheim Haue gab.

    Tja, lange Rede, kurzer Sinn – aus uns sind alle nur Versager geworden. Die meisten sind hochverschuldet und haben keinen Job.

    Diesbezüglich halte ich mich immerhin mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser und habe auch keine Schulden. Durchsetzen kann ich mir solala, aber sobald ich gerade nen guten Lauf habe, überfällt mich Angst davor glücklich zu sein, da ich befürchte, vom Leben wieder saftig aufs Maul zu bekommen.

    Ohja, und noch ein Tipp:
    Stellt eure Eltern bloß nicht wegen der Eskapaden zurede. Ich habe es bei meinem Elternteil getan. Zuerst wurde es verhement abgestritten, dann, als ich konkrete Situationen benennen konnte, hat sich mein Elternteil als Opfer dargestellt und gesagt: Ihr wart hyperaktiv, ihr wart nicht wie normale Kinder, ihr wahrt asozial und böse und ich musste so handeln, weil ihr eben nicht normal wart.

    Autsch. Klingt doch supi, oder?
    Das hilft dem ohnehin schon kaputten Ego doch enorm weiter.

    Mittlerweile bin ich in Therapie – allerdings nicht tiefenpsychologisch fundiert.
    Mein Therapeut sagt, ich solle lediglich versuchen einen Schlußstrich zu ziehen.

    Also versuche ich immer wenn die Mordswut hochkocht, diese Energie in positive Bahnen zu lenken.

    Nur nachts schaffe ich es noch nicht. Immer holen mich die negativen Gedanken ein und manchmal schrecke ich noch hoch, wenn sich mitten in der Nacht eine Tür laut öffnet. Es hat fast schon etwas tragisch komisches an sich.

  16. Bingen sagt

    Aufschlussreich und hilfreich für mich ist der Blog.

  17. Ja, Kinder wollen immer mit den Eltern kooperieren. Manchmal sogar noch als Erwachsene, vor allem, wenn sie mit den Eltern noch identifiziert sind anstatt sich angemessen abgelöst zu haben.

  18. Sandra sagt

    Hallo!
    Sehr interessanter Beitrag,der mein Denken über Menschen die zuschlagen können sehr bestätigt.
    Kann es auch sein das diese Menschen ihre Eltern verteidigen wenn man versucht mit Ihnen gemeinsam herauszufinden warum sie so aggressiv reagieren. Sobald ich nach der Kindheit oder dem Elternhaus Frage ist die Reaktion sehr heftig und gleichzeitig schützend gegenüber den „so lieben Eltern von denen man ja nie geschlagen wurde“!
    Ist man dann noch nicht an dem Punkt zu erkennen das man nicht richtig handelt und verteidigt deshalb immer noch sein Elternhaus? Welches ja nach aussen eine Vorzeigefamilie ist, aber wenn ich so hinter die Kulissen schaue wahrscheinlich eher gar nicht. Liebe Grüße,Sandra

  19. Heidi sagt

    Hallo Ihr Lieben! Kann mir vielleicht jemand mit einem Rat helfen? Meine Eltern haben mich immer wie Dreck behandelt, körperlich und seelisch. Hinzu kommt, dass sie mich bestehlen, wo es nur geht. Bei jedem Kontakt wird alles geleugnet und sich hervorgetan, was man alles für mich gemacht hätte. Lügen über Lügen, dreist bis zum GehtNichtMehr. Ziehe ich mich zurück wird gestalked und erpresst. Ich will den Kontakt abbrechen und untertauchen. Man hat mich allerdings gewarnt, dass das nicht so leicht möglich ist, besonders bei Eltern. Man würde immer wieder gefunden. Ist dem so? Wie kann ich vorgehen? Herzlichen Dank und viele Grüße!

  20. Mandy sagt

    Wie Cornelia kann ich Ihren Beitrag auch bestätigen. Ich (35J.) wurde von meiner autoritären Mutter jahrelang als Kind geschlagen. Meine Mutter war mit mir über fordert. Sie hat mich mit 17 J. geboren, mein leibl. Vater war Alkoholiker…soll jetzt keine Entschuldigung sein. Ich leidete an Verhaltensauffälligkeiten wie Bettnässen, Leistungsabfall in der Schule, Sprachstörungen, geringes Selbstwertgefühl… ,Heute als Erwachsener kann ich sagen, die Kindheit begleitet einen das ganze Leben lang. Hatte in der Vergangenheit Depressionen und holte mir Hilfe, amb. Tagespflege in der Psychiatrie. Lernte mit Konflikten bzw. Erniedrigungen umzugehen. Bin jetzt stark und habe mein Leben wieder in den Griff bekommen. Es gibt trotzdem Situationen im Leben wo man sich autoritären Menschen (Beruf, Familie) unterwirft. Ist es Angst, seine Meinung zu sagen oder nicht aktzepiert zu werden? Oder nur einem Streit aus dem Weg zu gehen? Es fällt mir immer noch schwer meine eigene Meinung zu vertreten. Das sind alles die Spätfolgen einer gescheiterten Kindheit. Aber man kann an sich arbeiten und positiv in die Zukunft schauen. Auch ist es wichtig durch professionelle Hilfe die Kindheit aufzuarbeiten. Zu meiner Mutter habe ich ein gestörtes Verhältnis. Habe ihr verziehen, aber vergessen kann ich das nicht.

  21. Ihre Aussagen kann ich (65, w) nur bestätigen! Meine Mutter hat nicht nur geschlagen, sondern teilweise aus Wut regelrecht geprügelt. Das fand zwischen 5 und 12 Jahren statt. Ich hatte nie mehr Vertrauen zu meiner Mutter (90). Liebe habe ich für sie keine empfinden können; Sie tut mir heute nur noch leid.

  22. Chiara sagt

    Ich bin frische 19 Jahre alt…& wurde heute von meinem „Vater“ geschlagen …nicht zum ersten Mal, auch nicht zum zweiten..
    Ich weiß nicht mehr weiter…oft hatte ich mir überlegt ihn anzuzeigen …jedoch fühl ich mich einfach so alleine und hilflos ..
    Was soll ich tun ..?

  23. Danke für den tollen Artikel. Es ist wirklich ein ernstes Thema und in meiner Schwangerschaft habe ich ein Buch gelesen in dem es hieß wenn zwei Erwachsene unterschiedlicher Meinung sind, dann würden sich diese im Normalfall auch nicht schlagen. Warum schlägt man dann sein Kind?

    Auch verstehe ich Eltern nicht die als Kind geschlagen wurden und das genau so weiterführen.

    Liebe Grüße

    Steffi

  24. Lieber nicht sagt

    Hi habe irgendwie diese seite gefunden und möchte was loswerden was mich sehr bedrückt und ich auch nicht vestehe.

    Bin 43 ,es begann so haben sie mir erzählt als baby wegen zuviel schreien wurde ich einfach aufs bett geschmissen ,tür zu bis es aufhörte.Irgendwann weiss nicht genau wann ging es los mit der lockeren hand.Es steigerte sich aufs keller einsperren und licht aus.Es war ihm wohl nicht genug ,denn er benutzte dann ein gürtel zuerst die glatte seite und dann die schnalle. Wie ihr euch vorstellen könnt war nichts mit sport mitmachen denn wer möchte schon sein rücken und beine zur schau stellen und erklären wie es passiert ist.Der nächste schritt für ihn ein stock.Ich begann ins bett zu nässen Sein genialer plan damit es aufhört , eine heisse herd platte zur abschreckung.Wie oft hab ich auf dem boden gelegen hab geweint und geschrien vor schmerzen und niemand ist gekommen um mir zu helfen. Es war als ob es selbstvertändlich ist ,so über mich herzufallen .In der schule ging es bergab alle mitschüler erzählten wie toll ihre eltern waren , Ende vom lied ich habe alle gehasst hab auf sie eingeprügelt bis ich von der schule geflogen bin,es hat bis heute gehalten.

    Ich möchte nur normall leben , kein hass verspüren , mich für andere menschen freuen.Aber es geht nicht.
    Macht es gut

  25. Güngör sagt

    Hallo Lieber Marko,

    Das mit den Bücher Empfehlungen ist so eine Sache, weil es nämlich meine persönliche Subjektive Meinung darstellen würde. Das was ich dir empfehlen könnte, wäre vielleicht für dich nicht ausreichend, da letztendlich jeder von uns seine eigenen Landkarten, sprich seine ganz eigene persönliche Wahrnehmung der Welt hat.

    Und deine Wahrnehmung wiederum beeinflusst deine Realität. Vielleicht hört sich das schon allein viel zu abgehoben für dich an, ich weiß es nicht, dafür kenne ich dich und dein Innerstes nicht.

    Aber gut hier meine persönlichen Empfehlungen, auch auf die Gefahr, das manche Bücher nicht dein Interesse wecken könnte.

    Die Bücher von Jiddu Krishnamurti kann ich dir sehr empfehlen. Titel: Einbruch in die Freiheit, Das Wesentliche ist einfach, Vollkommene Freiheit.
    Wichtig ist das du diese Bücher wirklich langsam lesen solltest, und das Gelesene, dir darüber Gedanken machen. Am besten mit Papier und Stift. Schreib einfach was in dem Moment oder die nächsten Tage durch den Kopf geht.

    Krishnamurti ist ein Indischer Philosoph und Spiritueller Lehrer, einer der einflussreichsten Persönlichkeiten überhaupt.

    Die Bücher von Tony Robbins: Grenzenlose Energie,+ Entdecken sie ihre wahren inneren Kräfte.

    Hier wirst du die Möglichkeit bekommen, sehr viel über Glaubenssätze und Identitäten zu lernen, wie sie entstehen, was sie anrichten, und wie man lernt sich von innen neu zu Programmieren. Tony Robbins ist ein NLP Meister, genießt allerdings bei so manchen anderen NLP leuten einen, sagen wir mal nicht gerade einen großen Ruf, ich weiß nicht wirklich woher das kommt. Neid, zu Amerikanisch geschrieben usw.

    Egal, der Inhalt seiner Bücher sind Gold Wert. Auch hier Gilt, laß dir zeit beim Lesen seiner Bücher, aber ganz wichtig, du solltest das was du ließt in dein Leben auch anwenden. Du musst nicht alles auf einmal umsetzen, mach einfach das was du kannst.

    Von Dan Millman: Der Pfad des Friedvollen Kriegers, kann ich dir auch sehr empfehlen. Das Buch ist ein Super Buch für menschen die wirklich bestrebt sind auf der Suche nach sich selbst.

    Von Stephen Covey: Die 7 Wege zur Effektivität, kann ich dir auch nur Wärmstens empfehlen, eines der besten Bücher über persönliche Meisterung.

    Das sollte erstmal reichen. Was ich dir Erfahrungsgemäß aber sagen kann ist folgendes. So Unterschiedlich die Bücher vom Thema auch sein mögen und von der Zielgruppe, habe ich etwas verstanden, was mich einfach Begeistert hat.

    Alle diese Bücher verbinden viele unterschiedliche Gemeinsamkeiten, du wirst sehr viele Schnittpunkte entdecken können, und Themen oder Bereiche, und Themen die du noch nicht viel Verstanden haben wirst, werden bei dir einfach nur einrasten.

    Ganz wichtig laß dir Zeit, das Gelesene in dir wirken zu lassen, und was noch wichtiger ist. Schreib alles was du fühlst, deinen Schmerz, deine Gedanken, deine Gefühle alles ohne wenn und aber auf. Die Bücher kannst du wenn du möchtet mittlerweile sehr günstig bei Amazon kaufen, oder wenn eine Bücherei (Stadtbioblethek) in deiner nähe sein sollte, müssten sie ebenfalls da sein

    Lerne alles niederzuschreiben. Allein mit diesem Prozeß fängt schon dein innerlicher Transformators Prozess an zu arbeiten, aber erwarte nicht das von heut auf morgen alles perfekt laufen wird, es wird seine Zeit brauchen, du musst nur auf deinem Weg bleiben.

    Neben den Bücher lesen, kann ich dir nur dazu raten, such dir menschen denen du zu 110% vertrauen kannst, und öffne dich diesen Menschen, laß all deinen Schmerz, deine Wut, deine Gedanken raus. Du brauchst keine 1000 Freunde, nur einer reicht dem du wirklich Blind vertrauen kannst.

    Mein persönlicher Tip: Lieber Marko, Akzeptiere dich so wie du bist, mit all deinen Schmerzen, deiner Wut, deinen Gedanken usw. Laß dir von niemanden einreden, das du eventuell schwach oder ein nichts bist.

    Auch wenn ich dich nicht kenne, weiß ich du hast sehr viel Kraft in dir, sehr viel Stärke, die nur darauf wartet ans Tageslicht zu kommen. Diese Kraft kommt aber nur dann, wenn du das was du bisher erlebt hast, zu 100% Akzeptierest, und anfängst alles loszulassen.

    Du musst lernen deinen Becher zu leeren, das heißt all den Müll der in dir ist, schmeiß sie weg, bis dein Gefäß, deine Seele, dein herz, dein geist,wieder seine ursprüngliche Größe bekommt. Und dann fängst du an, dich bewusst dich von innen neu zu Programmieren.

    Eine Lotos Blume, die Wunderschön ist, wächst hauptsächlich im Verdreckten und stehendem Gewässer, sie entsteht aus dem Schlamm. Der ganze Schlamm kann nicht verhindern, das am ende daraus etwas wunderschönes kommen kann.

    Ich wünsche dir auf deinem Weg, alles, alles liebe und alles gute, glaube an dich, glaube an dein herz, deine Gefühle. Erlaube niemanden Macht über dich auszuüben indem weiter nach den Konditionierungen deiner Vergangenheit lebst.

    Alles gute lieber Marko.

  26. Marko sagt

    Hallo Güngör (Kommentar unter mir),
    welche Bücher können Sie denn empfehlen?

    Ich bin 24 Jahre alt und sowohl der Artikel als auch Ihre Erfahrungen kann ich durch eigene Erlebnisse nachempfinden.
    Ich habe Probleme mit mir, besonders in meiner Identitätsentwicklung. Die Gewalterfahrungen in der Kindheit ist eine meiner persönlichen „Baustellen“, aber es ist so schwer für mich das Thema zu klären.
    Grüße

  27. Güngör sagt

    Ich habe schon längst aufgehört zu fragen, warum manche Eltern gegenüber ihren Kindern so Grausam sein können.Ich lese die Berichte hier und merke ich bin nicht allein. Ich entstamme aus der Türkischen Kulturellen Ecke, auch wenn ich in Deutschland geboren bin. Ich bin Stolz zu sagen, das in meinem Herzen zwei Kulturen schlagen. Sehe mich mittlerweile eher als Weltbürger.

    Ich bin das Älteste von 4 Kindern, und habe zuhause die Hölle auf Erden erlebt. Regelmäßig wurde ich von meinem Vater übelst verprügelt, am liebsten mit einem Knüppel unter den Fußsohlen, sodass ich die nächste Zeit nicht mehr Gehen konnte. Dazu kam, das ich von beiden keinerlei Liebe, Zuneigung, Respekt, Wertschätzung usw. bekam, rein gar nichts.

    Gefühle von Liebe oder einfach mich zu umarmen gab es nicht. Zu den Körperlichen Schlägen kamen noch Jahrelange Verbale Erniederungen nach dem Motto: Aus dir wird nie etwas werden, du bist ein Versager, du bist böse, du bist schlecht usw. Jahrelang von meinem 8 Lebensjahr bis 18.
    Obwohl ich all dies erlebte habe ich mich trotzdem bemüht meine Eltern zu Respektieren, sie zu lieben. Wenn ich schläge bekam oder keine Liebe, habe ich die Schuld an mir gesehen, weil ich wahrscheinlich nicht schnell genug die eine oder andere Häusliche Arbeit verrichten konnte.

    Ich versuchte ehrlich mit 10, 14, Verständnis für meine Eltern aufzubringen. Ich sagte mir selbst, nun vielleicht sind sie deshalb so gewalttätig, weil sie selbst eine schlimme Kindheit erlebt haben, oder weil meine Mutter eine Analphabetin ist, oder weil sie sehr jung verheiratet wurden, oder, oder, oder. Das hab ich all die Jahre gemacht.

    Zu der zeit, wurde ich in den Islam hiengedrängt, wo man lernt sich gegenüber seinen Eltern respektvoll zu benehmen, sie zu ehren und zu lieben, egal was sie machen. Ich hatte mehrmal den Wunsch von zuhause abzuhauen, aber ich hatte nicht die Kraft dazu, nicht den Mut, und zum zweiten, ich liebte meine Schule sehr.

    Meine Schlimme Kindheit sorgte dafür das ich massiv Stotterte, ich hatte Ticks, keine richtige Persönlichkeit, Ängste ohne Ende kein Selbst-Vertrauen, kein Selbst-Bewusstsein, massive Minderwertigkeitsgefühle usw. Die dauerten auch an, als ich schon längst verheiratet und eine eigene Familie hatte, bis zu meinem 47 Lebensjahr.

    Ich war ein geistiger Sklave in meiner Jugendzeit und deshalb traf ich falsche Entscheidungen die obwohl ich in meinem innern wusste das sie nicht richtig sind, und die mich bis heute massiv beeinflusst haben. Ich habe meine Familie Jahrelang Finanziel unterstützen müssen, bin wie eine Weinachtsgans ausgenutzt worden, denn mit dem Geld was ich meinen Eltern gab, wurden in der Türkei mehrere Immobilien gebaut, meine Eltern sind dadurch vermögend geworden. Meine anderen Geschwister haben jeder einzelne eine Eigentumswohnung geschenkt bekommen, obwohl kein einziger je einen Cent meinen Eltern gab, das war nur ich.

    Ich habe weil ich nicht wirklich eine eigenständige Persönlichkeit war,einer Arangierten Heirat zugestimmt, ich habe mit 18 Beruflich einen weg eingeschlagen, der nicht wirklich meiner ist. Bin gelernter Maschinenschlosser geworden, obwohl ich eher Studieren wollte. Meine Eltern hatten damals mir gegenüber Druck ausgübt, das sie mich in die Türkei verschleppen würden, wenn ich nicht sofort heiraten und eine richtige Ausbildung machen würde.

    Die Angst in die Türkei verschleppt zu werden war so groß, das ich diese Entscheidungen traf, und natürlich auch weil ich nicht den Mut hatte zu meiner Individualität zu stehen.

    Ich habe mehrmals mit meinen Eltern die Beziehung abgebrochen, habe mich mit ihnen teilweise über jahre nicht mehr unterhalten, weil der schmerz so tief in mir saß. Das schlimmste aber waren die Kommentare von all den Menschen aus meinem direkten Umfeld, von Freunden, Verwandeten, der eigenen Frau, und mittelwreile sogar von der eigenen 25 Jährigen Tochter.

    Ich solle doch trotz allem weiterhin versuchen diese Leute zu lieben, sie zu respektieren usw. Ich finde das ganz besonders schlimm. Eines der Punkte das mich am meisten bei solchen Themen aufregt und wo ich auch sehr wütend werde auch heute noch ist, wenn aus Tätern Opfer gemacht werden. Es wird einfach erwartet das man für solche Eltern auch noch Verständnis aufbringen soll, sie weiterhin lieben und Respektieren soll, dies wird vor allem bei den Islmaisch Geprägten Leuten gemacht. Bei den Türken ist dies allgemein so.

    Heute mit 49 Jahren kann ich sagen, ich habe in all den Jahren sehr viel an mir gearbeitet. Ich habe es selbt geschaft mein Stottern zu Therapieren, indem ich den ganzen Müll, den Schmerz der in mir war loszulassen. Ich habe viele jahre gebraucht bis ich mich so akzeptieren konnte wie ich heute bin, mich selbst zu lieben, zu wertschätzen, Selbst-Vertrauen, Selbst-Bewussstein aufzubauen usw. Ein leichter weg war es aber nicht, denn in den meisten fällen ist man allein, fast ein ganzes leben lang. Entweder man schämt sich für das was man erlebt hat, und redet darüber nicht, oder wie in meinem Fall, man stößt auf kein Verständnis, für das was ich erlebt habe.

    Ich habe viele Jahre mich selbst dafür gehasst, das meine Eltern mich so fertig gemacht haben, oder das ich auf andere hörte und immer wieder den Kontakt zu meinen Eltern zu finden, in der Hoffnung das sich jetzt alles bessern wird, aber ich merkte vor einigen jahren von reue und Einsicht keine Spur. Ich habe meine Eltern über viele Jahre gehasst, ich habe ihnen den Tod gewünscht, bis ich merkte, das dieser Hass der in mir war, fast mich selbst zerstört hätte. Ich habe gelernt meinen Frieden mit meiner Vergangenheit zu machen, ich vergebe meinen Eltern nichts, ich habe endgültig seit jahren keinen Kontakt mehr zu ihnen, und Konzentriere mich einzig und allein auf mein Wohlergehen, auf meine Stärken, auf meine Träume, und meine Mission in meinem Leben.

    Was mir auch sehr geholfen hat, waren ganz besondere Freunde die ich mit 46 kennenlernen durfte. Zum ersten mal gab es plötzlich Menschen die meinen Schmerz, meine Inneren Dämonen verstanden, sie halfen mir mich selbst zu erkennen. Da habe ich für mich noch einmal erkannt wie wichtig wirklich gute Freunde sind, die einen aufbauen, die für einen da sind.

    Heute mit 49 Jahren habe ich für mich folgende Wahrheiten erkannt. Ihr seid alle im Grunde ganz starke Persönlichkeiten, das Potential um euer leben von Grund auf umzuformen habt ihr schon in euch. Lernt die Vergangenheit loszulassen, erlaubt euren Peinigern nicht das sie weiterhin euer leben dominieren. Bemüht euch den Schmerz aus der Vergangenheit in euch zu Transformieren, indem ihr euch z.B fragen stellt, was ihr aus diesen ganzen Erfahrungen gelernt habt, welche Erkenntnisse habt ihr gezogen? Vielleicht werden die Antworten in euch dazu verleiten euch Gedanken über euren Sinn im leben nachzudenken. Vielleicht entwickelt ihr daraus eure ganz eigene Authentische Mission im leben.

    Ich weiß all dies ist kein leichter weg, im Gegenteil, sie ist verdammt hart. Sucht euch Professionelle Hilfe, im Form eines Therapeuten, oder sucht die richtigen Freunde usw. was mir persönlich sehr geholfen hat, war das Bücher lesen. Durch das Lesen habe ich gelernt mehr und mehr in mir zu arbeiten. Es hat etliche Jahre gebraucht bis ich der wurde, der ich heute bin. Ich bin in meiner Mitte angekommen.

    Ich versuche mittlerweile hinter allem was ich erlebe einen gewissen Sinn zu suchen, das Thema Spiritualität ist für mich ganz wichtig.

    Macht euch Gedanken über eure tiefsten Werte, ganz besonders über die 3 wichtigsten und lernt sie konsequent in euer leben einzubauen. Das Thema Spiritualität ist eines der 3 höchsten Werte in meinem Leben. Ich bin mittlerweile soweit das ich sage, das ich meine eigene Mission in meinem leben darin sehe, genau in dem Bereich als Coach, als Speaker und Schriftsteller Tätig zu sein, auch wenn sich mir etliche Rechtschreibfehler eingeschlichen haben sollten. Ich habe mit 48 Jahren erkannt, das ich doch kein Versager bin, das ich ein Gigantisches Potential in mir besitze, das ich ein Außergewöhnlicher Mensch bin, der mit einer bestimmten Mission hier auf der Erde ist.

    Ich bin zu 1000% sicher das gleiche trifft auch auf euch zu, auch wenn ich euch nicht persönliche kenne. Das hat nichts mit Idiotischem Positivem Denken zu tun. Meine ganzen Forschungen in meinem Leben, haben mich dazu geführt, das ich diese Überzeugung habe.

    Abschließend möchte ich euch noch ein Zitat mit auf eurem Lebensweg geben, das mir sehr geholfen hat.

    Selten kommen wahre Helden aus einer Heilen Familie.

    Als ich diesen Spruch vor einigen Jahren laß musste ich weinen, ich dachte an Menschen wie Nelson Mandela, Chris Gardner usw. alles Leute die ich sehr liebe, sie respektiere und achte, die viele schreckliche Sachen ebenfalls erlebt haben und trotzdem für sich selbst und der Umwelt bewiesen, das sie wahre Helden sind, indem sie sich selbst erlaubten, einfach der zu sein, der sie schon immer sein könnten. Sie haben den Umständen wie schrecklich sie auch war, niemals erlaubt Macht und Kontrolle über sie auszuüben.

    Ihr werdet das Gefühl haben, das ihr ganz allein seid in dieser Welt, und ich muss euch sagen das seid ihr auch, aber dieses allein sein wird euch so viel Kraft und Freiheit geben, das ihr in der Lage sein werdet, euer leben in etwas ganz außergewöhnliches zu verwandeln, ihr müsst euch nur selbst diese Erlaubnis geben.

    NAMESTE

  28. Patrick sagt

    Schönen guten Abend!

    Ich und mein kleiner Bruder wurden damals von unseren leiblichen Vater sehr dominiert. Sprich jeden Tag geschlagen. Bei mir war es von dem 6. Lebensjahr an bis zum 13.. Dann haben meine Eltern sich scheiden lassen. Ab da an wohnten wir in mehreren Wohnungen mit 4 Leuten und meine Mutter musste sich um Geld und Haushalt kümmern. Ich musste mit einem Zettel zur Bank laufen und um Geld zu bitten (Beleg, vielmehr Ermächtigung). Das min. 3 mal die Woche. Es gab noch so viel, aber daran erinnern ich mich ungern. Das ging so weiter bis zu meinem 18. Lebensjahr. Eskapaden von älteren Geschwistern blieben nicht aus. Von allen etwas. Als ich mit 24 ausgezogen bin wurde es besser, aber was mache ich? Ich wusste nix und war allen, also Behörden etc. ausgeliefert… Bisher geht es so weiter und ich bin 30. Gesellschaftlich komme ich nicht klar. versinke lieber in Videospiele….

  29. Ich finde es ist sehr wichtig sich über diese Folgen im klaren zu sein, die hier sehr schön aufgeführt wurden.

    Gerade für die Kinder der „harten Kriegsgeneration“ ist körperliche Gewalt sicherlich ein Thema.

    Ergänzend zum Text fällt mir noch ein, dass Gewalt nicht nur körperlich, sondern auch seelisch ausgeübt werden kann.

    Insbesondere der Liebesentzug von Eltern, oder das Knüpfen der Zuneigung an Bedingungen (gute Noten, aufgeräumtes Zimmer etc.) verursacht – das behaupte ich jetzt- fast genauso großen psychischen Schaden.

    Das Schöne und Hoffnungsvolle daran ist, dass es keinen Automatismus zwischen erlebter und ausgeübter Gewalt gibt, sondern auch ein Lernfeld eröffnet wird, es selber besser zu machen.

    In diesem Sinne,
    Mit freundlichen Grüßen
    Michael

  30. Sena sagt

    Bitte bitte verzweifelt nicht- holt euch Hilfe —- und wenn ihr es innerlich mit Gott versucht.
    Habe alles durchgelesen- und es kommen mir die Tränen – und innerliche Verkrampfungen – bin schockiert- ich hab auch ein harten Teil hinter mir gebracht.
    „Wir die geschlagenen Kinder“
    Weis ich ganz genau – haben durch diese harten Lebenserfahrungen – sehr intensive und sensible „Antennen“ mit denen wir total unterschätzt werden!!!
    Ganz einzigartige und wahnsinnige wertvolle Menschen sind wir dadurch geworden. Das hat alles seinen Sinn. So verrückt es auch klingen mag- ich erlebe es so—

    Bitte der liebe Junge über oder unter mir- wenn du Hilfe brauchst schreib die Dame über mir oder mich wirklich an.

    Man kommt eines Tages aus all dem grauen heraus. Leider erst jetzt mit 36 traue ich mich bewusst an mich und meine Kindheit heran.

    Wir sind dadurch sehr sensibilisiert!
    Das sind zum größten Teil der Menschen da draußen keiner mehr.

    Wir reagieren mit einem Schlag schneller – als ein “ normal Mensch“

    Wir sind wertvolle Menschen!

    Ich bin traumatisiert, und lerne seit einem Jahr durch die Teraphie- was das alles mit mir ist und war-

    Stehe oftmals völlig neber mir und bin mit mir selbst sehr überfordert.

    Gott seit Dank, fand ich mit 19-20 Jahren endgültig zu einer Religion- die mir sehr wertvoll bis heute – mir halt gibt. Und richtige Stärke- sowie die Entschlossenheit “ sich zu ändern“ oder an sich zu arbeiten und zu reflektieren.

    Gott möge euch beschützen und rechtleiten, euch ganz viel Kraft geben.

    Steigt über alles hinaus!!! Ihr könnt es schaffen!!! Wo ein Wille- da ein Weg- es stimmt wirklich- es ist sehr hart, doch wenn der Durchbruch gekommen ist- dann könnt ihr alle ganz stolz sein!!!

    Ihr seit alle von Gott geliebt und gewollt!!! Ihr seit alle wertvoll!!!
    Noch wisst ihr es nicht!!!
    Ist oftmals absolut nicht bewusst!…
    Diese Eltern- ob es Eltern oder Vater oder Mutter überhaupt gab.

    Ob diese Menschen diesen Ehrenhaften Titel überhaupt verdient haben..(!!!)

    Diese Personen in die man hinein geboren kam- sind:
    Absolut wohl undankbare, kranke, unaufrichtige Menschen- die es verpasst haben oder übersehen haben was Gott ihnen eigentlich gab.

    Ignoranz… Undankbarkeit… Und mir fehlen die Worte-
    sind das Resultat – dass – wenn Sie auch eine harte Kindheit hatten-
    Kein Respekt – kein Bewusstsein besaßen- das Gott Ihnen eine Geschenk gab- auf das sie regelrecht darauf herum getrampelt sind-

    Mir fehlen die Worte-

    Fakt ist einfach: findet zu euch selbst zurück. Habt euch selbst lieb!
    Ihr könnt stolz auf euch sein!!!
    Glaubt daran! Man unterschätzt euch alle da draußen!!! Das geht und ging mir genauso. Zeigt was ihr drauf habt!!!

    Ihr habt es drauf!!!
    Bitte möglichst ohne mit Medikamente-

    Es gibt andere Wege-
    Ich bin noch dabei- nur Gott kann uns helfen, daran hab ich als Kind oft geglaubt. Der Tiefe glaube steckt in jedem von uns.

    Die Abrechnung kommt noch!!
    Gott wird es richten.

    Was der Mensch mit dem Angetrauten Gut gemacht hat!!!

    Wenn nicht gleich, dann morgen, übermorgen oder Jahre- und ganz zum Schluss- am Tag der Abrechnung.

    Habt keine Angst, geht euren Weg,
    Hab euch alle für Gott lieb-

    LG
    Sena

  31. frank sagt

    ICH wurde auch sehr hart erzogen hatte noch ein Bruder 7 Jahre älter der mich ift verprügelt hat. Meist volle wucht ins gesicht Meine Mutter hat uns regelmäßig verprügelt mit holzlöffel oder flache Hand ins Gesicht.sie hat sich total vergessen bei uns ihre Wut abreagiert. MEIN Vater war Musiker beim NDR war immer auf Tour andere Frauen usw. Wir wurden von Mutter oft weg gespert Stunden lang musten dann aus dem Fenster pinkeln 3 Stock. Dann habe ich ein Stiefvater bekommen nach der Scheidung meiner Eltern. Da ging das Elend weiter der hat mich dann ständig gezwungen seine gerage auf zu räumen oder sein Hobby zu übernehmen radiis zu reparieren hatte da kein interesse dran trotzdem zwang er mich in dem er mir ständig radiobausätze schenkte muste die dann zusammen bauen obwohl ich es nicht begriffen habe wie das geht. Er hat mich wie ein Soldat gerill irgend wann habe ich nie wieder geweint ich wurde gebrochen . Bis zum 16ten lebensjahr wurde ich zusätzlich von meiner Mutter ins Gesicht geschlagen also echt folter. Habe bis heute darunter zu leiden. Nie geliebt worden zu sein. Habe den Rest des lebens immer nur noch schmerzen im ganzen körper. Psychatrie meine zweite Heimat.wurde oft benutzt und auch von ärzten schlecht behandelt . Ist wohl vorbestimmt.imner der geschlagene zu sein. Meine Eltern haben mir nie geholfen im leben.

  32. Malina sagt

    Habe gerade den Artikel und die dazugehörigen Kommentare gelesen, es ist furchtbar wieviele Kinder von Ihren Eltern geschlagen gezüchtigt, angeschrien und Psychisch Misshandelt werden. Ich kann mich leider auch sogut wie garnicht an meine Kindheit erinnern(0-14 nur ganz kleine Bruchstücke) , und sobald mir etwas hochkommt versuche ich es noch zu Unterdrücken da die meisten schönen Erinnerungen gleich von den schlechten überschattet werden. Ich versuche schon seit längerem eine Psychologische Betreuung in Anspruch zu nehmen hierzu fehlt mir leider noch der Mut aber ich geb mir Mühe. Es ist nicht leicht darüber zu reden aber nur so kann man es vielleicht verarbeiten. Wir wurden alle von unseren Eltern geschlagen, vorerst war zwar nur der Vater gewaltätig ( auch unserer Mutter gegenüber) doch umso älter ich wurde umso öfter wurde ich auch von der Mutter geprügelt. Bis zu meinem 14 Lj und dem Tod einer meiner Brüder. Seitdem kam es bis zu meinem Auszug mit 19J nur noch sehr selten dazu. Meine Geschwister und meine Eltern versuchen das Thema zu ignorieren bzw. kommt von meiner Mama oft: „Es ging ja nicht anders.“ Mein vater merkt nur häufig an wie schlecht es ihm nicht ging in seiner Kindheit und das wir das verstehen müssen.
    Ich muss nicht…

    Diese Nachfolgen erkenne ich oft bei mir wieder.. habe nun endlich mit 25 einen Partner bei dem ich mich wohlfühle und geborgen, meine größte Angst ist allerdings mit ihm darüber zu sprechen .. ich möchte nicht das er meine Eltern hasst… ich hab sie ja trotzdem Lieb ..

    ICh wünsche euch viel Glück und liebe Kinder da draußen die noch von Ihren Misshandelt werden.. Bitte versucht mit jemanden zu reden oder zu einer Freundin/Freund zu ziehen es wird leider meistens nicht besser und NIEMAND hat es verdient

  33. Mandy sagt

    Hallo, also ich bin 23 jahre und habe gerade ihren blog gelesen und ich muss sagen das eigentlich alle folgen von Schlägen in der kindheit oder jugend auf mich passen (ausser das mit den eigenen kindern und der Aggressivität). Und ich muss sagen ich bin leicht geschockt aber irgendwie auch erleichtert?! Da mein leben gerade für mich sehr schwer zu meistern scheint und ich leider keinerlei freunde habe und meine Partnerschaft auch nicht allzu gut läuft wollte ich fragen ob sie mir vielleicht eins zwei stellen nennen könnten wo ich vielleicht jemanden zum reden oder ähnliches finde? (Abgesehen von psyhiater/psychologe die konnten mir bisher nichts von dem sagen was ich hier gelesen habe.)
    Zudem bin ich eine sehr introvertierte Person also falls das irgendwie hilfreich ist ?!?
    ich wäre ihnen sehr dankbar fur einen Rat.
    mfg Mandy

  34. Henia sagt

    Hallo, ich bin 38. Wurde brutal von meinem Vater fast täglich geschlagen. Er hielt sich irgendwie für Gott. Er hat mich von kleinst auf psychisch fertig gemacht, manipulierte mich, war sein Sklave. Er schlug mich mit Allem was gerade alles so in seine Hände fiel… Einmal brach sogar eine holzerne massive Blockflöte auseinander als er diese mir am Kopf schlug (frage mich warum ich keinen Schädelbasisbruch erlitten habe) Und ein andern Mal brach eine Gitarre auseinander die er gegen meinen Körper schlug. Ich durfte dabei nicht weinen, ich wurde ohnmächtig. Meine Schwester hat er eine lange Treppe runtergehaun, sie landete im Spital. Am schlimmsten waren die Raports am SA, da mussten wir uns Geschwister in einer Reihe aufstellen und bekamen nacheinander Schläge wenn es an diesem Tag Vorfälle gab. Demütigung pur! Er fand wir hatten ein noch ein schönes Leben und sollen froh sein das wir es so schön haben. Er dagegen als Kind wurde mit Stöcken geschlagen und musste den ganzen Tag bei Hunger am Feld arbeiten. Wir durften nie spielen das haben wir nicht verdient und mussten den ganzen Tag am Haus etwas arbeiten und verrichten. In der Schule wurde ich gemobbt von Schülern und Lehrern. Ich wollte oftmals einfach sterben. Ich kann mich oft als kleines Kind erinnern (7Jahre or so) das ich im Bett lange geweint habe und mir vorstellte das er sterben wird und alles aufhört. Meine Mutter ist nur noch Schatten ihrer selbst. Er hat alles bestimmt in meinem Leben. Später als ich erwachsen wurde und eine Lehre antrat wurde ich gemobbt aufs derpste von meinem Chef und vor Kunden blamiert. Ich habe vieles erreicht bezüglich Karriere aber niemals war ich glücklich und lange dort. Höchstens 2 Jahre. Aber seit 10 Jahren finde ich in der Arbeitswelt keinen Anschluss mehr. Ich habe mich wirklich sehr angestrengt um eine gute Stelle, habe sogar noch eine Weiterbildung gemacht, viel Geld gezahlt. Aber ohne Erfolg, ich bekomme keine Chance. Langsam denke ich dass es ein Muster ist von meiner früheren Stellen. Ich kann mich nicht an- unterordnen geschweige denn… gehe ich Konflikten aus dem Weg. Weiss nicht wie ich mich verhalten soll in der Arbeitswelt mit den Menschen anders reden? Meine Bekannte und Freunde sagen mir oft ich sei zu perfekt. Das stimmt ich lasse mir auch nichts mehr gefallen. Ich habe gelernt damit mit meiner Kindheit zu leben. Es schaudert mich heute noch wenn ich daran zurück denke.

  35. Maya sagt

    Mutter war alleinerziehend.
    Arbeitete viel.
    Ich hatte noch einen 10 Jahre älteren Bruder. Wir wuchsen tagsüber getrennt auf, hatten verschiedene Institutionen.

    Ich selbst, bin w 38, und bin sowieso ein sehr sensitiver Mensch, u.a. Sehr gefuhlsbetont, bzw zu tiefen Gefühlen fähig und hellsichtig seit der Grundschule.

    Ich wurde geschlagen, ich durfte oft nichts reden, fragen, weil sie Migräne hatte.
    Sie trat mich auch. Sie manipulierte, schlechtes Gewissen machen.

    Seit ca 4 Mon mache ich Psychoanalyse.

    Ich habe kein Selbstwertgefühl, ich habe keine Ausbildung, ich bin seit 2009 Single, hatte oft psychisch… Pathologisch auffällige Partner, die mir schadeten.

    Seit meinem 7. Lebensjahr sado -Masochismus Fantasien. Und dazu selbstbefriedigung.

    Ich wurde nie von einem Mann geliebt, Freundinnen enttäuschen mich, sind unzuverlässig, ich habe Schulden.

    Mit 12 angefangen Drogen zu nehmen.
    Mit 25 aufgehört Drogen zu nehmen.

    Da ich vor ein paar Jahren mit Abi anfing, seit 2003 meditiere, und diese Therapie mache wird mir vieles klar.

    Vor allem warum ich mich selbst hasse und verachte.
    Langsam richtet sich das gegen meine Mutter, die mich immer noch schaffte zu dominieren.

    Ich habe mittlerweile richtigen Hass, wenn ich Eltern sehe, die ihre Kinder anschreien oder in irgendeiner Form Gewalt ausüben.

    Mein falsches selbstbild ist jeden Tag aktiv.
    Es ist eine Qual jeden tag das Abi zu machen. Manchmal habe ich keine Kraft mehr. Und dann kommt wieder der Hass auf diese narzistische Mutter.

    Ich habe 38 Jahre meines Lebens unglücklich erlebt, mit Angst, zweifeln, falschen Entscheidungen.
    Ich hoffe wenigstens mit 40 freier zu sein.

    Aber ob ich noch schaffe das ich einen vernünftigen und gesunden Partner finde…Das wohl…Aber ich wollte immer eigene Kinder, habe den Eindruck dass das psychisch verhindert wurde. Solche Fälle gibt es…
    Euch allen viel Glück und Kraft.

  36. Monika sagt

    Ich bin erschreckt, was hier alles geschrieben wird. So viele furchtbare Erlebnisse!
    Auch ich wurde als Kind/Jugendliche geschlagen, mit der Hand und mit Kochlöffel. Die Kochlöffel durfte mein Vater später nicht mehr benutzen, da ich es fertig brachte, sie beim dritten Schlag zerbrechen zu lassen. Mein rechter Ellenbogen ist u.A. auch deshalb in Mitleidenschaft gezogen, habe heute noch Schmerzen (bin mittlerweile 57).
    Meine Mutter litt immer sehr still mit mir, sie unterband die Schläge aber nicht.
    Gewalt wurde nur uns 2 Kindern zuteil, ob mein älterer Bruder aber geschlagen wurde, weiß ich nicht. Ich war schon sehr wild und ungezähmt, habe die Züchtigung auch immer für „Vergehen“ (an die ich mich heute aber nicht mehr erinnern kann, die mir damals aber klar waren) „verdient“ – Nun ja……

    Als meine beiden Söhne klein waren, bin ich auch einmal ausgerastet, habe sie geschlagen. Danach waren wir drei fix und fertig, hielten uns umschlungen und weinten.
    Wir drei haben ein „Zauberwort“ verabredet. Immer wenn es einem von uns zu viel wurde, wenn einer sich vom anderen genervt fühlte, sprachen wir das Wort aus. Es hat uns dreien so gut geholfen, daß es nie wieder zu Grobheiten jedweder Art, auch nicht verbal, kam.
    Heute ist das Verhältnis zu meinen erwachsenen Söhnen einfach nur Klasse! Auch die Beiden verstehen sich sehr gut.

    Ich selber kann mich zwar an die Dresche lebhaft erinnern, habe aber trotzt allem das Gefühl, eine schöne Kindheit gehabt zu haben.
    Verdränge ich es? Ich weiß es nicht.

    Allen Menschen, die so viel Leid erfahren mußten/müssen drücke ich beide Daumen, daß sie es irgendwann, je schneller, desto besser, überwinden können.

  37. Mattes sagt

    @ Ligui:
    Ich bin, nachdem mein Therapeut überraschend verstarb, in eine Klinik mit psychologischer Ambulanz gegangen, die mich sofort auf Kasse behandelt haben, allerdings ist das hier eine Großstadt, in einer Kleinstadt oder auf dem Land sicher ein größeres Problem.

    Prinzipiell gibt es Therapeuten, die auf Kasse behandeln.

    Schwierig ist die Suche, bis man einen findet, bei dem die Chemie stimmt.

    Viel Erfolg und bleib dran, es kann nur besser werden!

  38. Ligui sagt

    Ich bin der erstgeborene Junge. Als kleines Kind bin von meinem überforderten Vater wegen nichts verprügelt worden. Ein Erlebnis werde ich niemals vergessen. Meine Eltern hatten meine Schwester und mich alleine in der winzigen Wohnung gelassen um etwas zu erledigen. Ich hab weltvergessen auf dem Boden mit meinen Modellautos gespielt und nichts von meiner Umgebung mit bekommen.
    Meine Eltern kamen dann irgendwann heim und fragten streng ob ich das Badezimmer unter Wasser gesetzt hätte. Ich hab natürlich warheitsgemäß verneint. Dann wurde ich aufgefordert, “ sag die Warheit, Dir passiert auch nichts.“ Ich war ein kleiner Junge und mir überhaupt keiner Schuld bewusst und hatte bis dahin immer volles Vertrauen zu meinen Eltern gehabt. Dann kam die Aufforderung, „komm her.“ Ich hab im folgenden das erste mal und auch mit die schlimmste Prügel von meinem Vater bekommen. Ich hatte absolut nichts verbrochen und wurde windelweich geschlagen. Keine 10 Minuten später erwischte meine Mutter meine Schwester dabei wie die auf einen Stuhl kletterte und den Hahn aufdrehte. Da war meine Unschuld zwar bewiesen und meine Eltern entschuldigten sich bei mir. Mein (auch schon vorher vorhandener) Hass auf meine Schwester wurde dadurch aber nicht kleiner.

    Ich bin dann immer wieder geschlagen worden, meist weil Nachbarn sich über unser Rumtoben Abends in den Betten beschwerten. Wir waren arm,hatten nur eine winzige Wohnung und meine Eltern hatten immer schon Angst vor Jedem und Allen. Also wurde das, und warscheinlich auch der Frust an mir ausgelassen. Meine Schwester, die sehr frech war, bekam nichts ab,ich, das schüchterne und stille Kind, die Prügel.

    Wie gesagt, ich war eh immer ein ängstliches und schüchternes Kind, aber diese Erlebnisse haben warscheinlich dazu beigetragen das ich vor Angst nichts oder das falsche Ergebnis angab wenn ein Lehrer direkt vor mir stand und etwas fragte.
    Diese fehlende Aggressivität hat wohl auch dazu geführt das ich im Arbeitsleben nicht ernst genommen wurde und immer wieder meine Arbeit verloren habe.
    Gelernt habe ich keinen Beruf, dafür kenne ich mich bestens mit Drogen aus.

    Diese Kindheitserlebnisse und das Mobbing durch meinen Vorgesetzten – der michaus dem Betrieb gemobbt hat – lassen mich nicht los.
    Ich bin mittlerweile nicht mehr gewillt zu arbeiten und lebe von Harz IV. Ich will einfach kein Spießrutenlaufen und Demütigungen ertragen. Lieber lebe ich mit wenig Geld. Die meisten Menschen meide ich inzwischen bzw. bin nur noch unverbindlich.

    Ich würde das ganze gerne irgendwie verarbeiten, denn diese Wut, vor allem auf mich selber, weil ich mich nicht wehre, frist mich auf. Ich habe eine sehr geringe Meinung von mir selber. Ich hab auch schon ein, zwei Anläufe zu Therapeuten gemacht. Damals war mir aber das nocht nicht so bewusst was mir heute bewusst ist und so kam kein vernünftiges Gespräch in Gang und ich hab das beendet. Auch ist es wohl schwer und Glücksache einen guten Therapeuten zu finden, der dazu noch auf Kassenrezept behandelt?

  39. Josef Weiß sagt

    Hallo,
    wird dieses Thema nicht überbewertet?
    Ich ging von 1950 bis 1958 in München in die Volksschule an der Ihchostr.
    Der Lehrer in der 6. Klasse hat uns, wenn wir uns nicht absolut konform verhielten,auf den Boden geschleudert und ist mit den Füssen auf uns eingetreten ähnlich Bildern vo U-Bahn Schlägern heutzutage, wir waren 12.
    Ich will nicht sagen dass das gut war, aber traumatisiert waren wir deshalb auch nicht.

  40. Hallo Kerstin,
    mit den Eltern darüber sprechen zu wollen, bringt meistens nichts. Sie leugnen oder bagatellisieren es fast immer oder geben einem selbst die Schuld.
    besser wäre es, wenn Sie sich professionelle Hilfe suchen in Form einer Psychotherapie. Zahlt die Krankenkasse.
    Adressen gibt es hier: http://www.psychotherapiesuche.de

  41. Kerstin sagt

    Ich bin jetzt 43 und erlebte als Kind und jugendliche Gewalt, Demütigung, Gängelei etc. durch meine Mutter. Mein Vater war eh schon dem Suff verfallen und klinkte sich komplett aus. Die Schläge waren meist mit Teppichklopfer, flacher Hand und den großen Holzlöffel vom Kochwäsche waschen auf dem Herd im großen Wäschekochtopf, falls das noch jemand aus der zeit kennt.
    Ich weiß nicht was schlimmer war , die Schläge oder die Demütigungen. ich wollte alles richtig machen um Liebe, Lob und Anerkennung zu bekommen, und macht in ihren Augen doch alles falsch. “Zu dumm ein Eimer Wasser um zu kippen” hieß es. Ich könne nix und bin ein nix.. Hilfe von außen bekam ich nicht, zu DDR Zeiten hätte man eh keine Hilfe bekommen, da wäre man allerhöchstens als schwer erziehbar in Jugendwerkhof reingekommen. Und was da abging, das weiß man ja heute, war auch nicht besser als zu Hause.
    Wenn ich sie selbst drauf anspreche, hat sie je nach Tagesform, zwei Reaktionen. Entweder heult sie los und bemitleidet sich selbst oder sie ist überzeugt das es richtig war weil ich angeblich ja so frech war und nicht hören wollte. Dabei war ich Ihre Marionette und hab alles gemacht was und wie sie es wollte, nur um ein braves Kind zu sein.
    Professionelle Hilfe würde sie nie annehmen, geschweige denn irgendetwas als Fehler ansehen. Die Folge meiner Verpfuschten Kindheit und Jugend ist das ich bis heute unter Ängsten, Phobien und Depressionen leide. Und ich habe bisher keine Hilfe gefunden.

  42. Issam Lagrine sagt

    Hallo meine Lieben,

    falls jemand von euch, jemandem zum reden braucht, hier ist meine Email.

    delnasko@gmail.com.

    Ich bin 20 und hatte früher auch diese Probleme unter anderem schwere Demütigungen und Gewalt erlebt.

    Meldet euch!

  43. pandaaugen sagt

    Ich wurde auch häufig geschlagen. Auch durch Drohungen oder Beleidigungen meiner Erzeuger. Ich sprach eine Lehrerin von mir an was man dagegen machen könnte, sie hilf mir aus der Situation sie informierte erst das Jugendamt und danach stand ein Frau vor der Tür,aber sie wollten sich nicht helfen lassen.Sie waren immer ganz nett als die Frau kam und als sie aus der Haustür ging schlugen sich mich wieder.Jetzt ist mein Wunsch eines kindes vorbei :/ Ich habangst, dass ich so wie meine erErzeuger werde

  44. Albatros sagt

    Ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrung teilen, daß die Folgen von Prügeln nicht unbedingt proportional zu Heftigkeit oder Häufigkeit von Prügelstrafen sind. Ich(45/m)habe lange Zeit nicht verstanden, daß meine Ohnmacht und ständige latente Angst, mein Gefühl ungenügend und falsch zu sein und meine Betäubungs- und Fluchtversuche die Folgen eines Traumas wegen einer Prügelstrafe durch meinen Vater sind. Meines Wissens haben meine Elter uns sonst so gut wie gar nicht geschlagen und ich habe jenes traumatische Erlebnis über 15 Jahr komplett verdrängt und vergessen. Mein Vater ist damals, ich muß zwischen 10 und 12 gewesen sein, wegen einer absoluten Nichtigkeit unvermittelt komplett ausgerastet, und hat mich mit einem Ast aus dem Garten windelweich gehauen. Ich kannte so etwas vorher nicht! Und hinterher wurde kein Wort darüber verloren. Niemals, die ganzen Jahre!! Wie kann man so etwas als Kind verarbeiten. Heute muß ich feststellen wie dieses Erlebnis jeden Tag meines Lebens beeiträchtigt. Ich arbeite daran, die tief eingebrannte Angst und Unsicherheit zu überwinden. Aber das ist ein Prozess, der sehr langsam vonstatten geht.
    Ich möchte allen, die meinen, sie hätten im Vergleich zu den schlimmen Geschichten, die man hier liest etwas Wichtiges mitteilen. JEDE Prügelstrafe kann SEHR schlimme Folgen haben! Es kommt nicht nur auf die Heftigkeit und Häufigkeit an, sondern vor allem kann es auch sehr schlimm sein, wenn die Prügel absolut überraschend, plötzlich und heftig kommen und wenn das Kind damit hinterher komplett allein ist. NIEMAND hat mir mir gesprochen. Meine Geschwister nicht und meine Mutter auch nicht! Ich habe mich jahrelang geschämt, auszusprechen, daß dieses einmalige Ereignis mir so geschadet haben soll. Ich wollte mich nicht zum Opfer machen, aber ich habe nicht erkannt, daß ich das Opfer bin! Ich möchte allen Mut machen, die glauben, Ihre weniger harten oder weniger häufigen Mißhandlungen könnten doch nicht so schlimme Folgen haben: Sie können! Nehmt euer inneres Kind an die Hand und steht ihm bei. Rückt Eure Erlebnisse ins rechte Licht und schämt euch nicht, dazu zu stehen, daß Ihr Opfer wart/seid!
    Herzliche Grüße und vielen Dank für Ihre hervorragende Seite!
    Flocke

  45. kakadu3012 sagt

    Ich bin als Kind/Teenager auch sehr oft von meiner wütenden Mutter geschlagen worden.
    Meistens mit den Worten: Jetzt versohle ich dir so den nackten Arsch, dass du nicht mehr sitzen kannst! Das hat sie dann auch getan.
    Striemen von Teppichklopfer oder Gürtel auf dem Nackten waren an der Tagesordnung.
    Ich leide bis heute darunter….
    Würde mich sehr gerne mit anderen Betroffenen austauschen.
    Gruss mal,
    Rüdiger

  46. unsichtbar sagt

    hallo ihr lieben, ich möchte etwas sagen bitte besorgt euch hilfe wenn ihr von euren eltern geschlagen werdet, ich selber habe es zu spät erkannt ich dachte es wäre normal mit striemen herumzulaufen mit dem kö und der leiter verprügelt zu werden ich bin die älteste schwester und habe noch 2 brüder ich hab das bis ich 25 war mitgemacht, wenn ich die zeit zurück drehen könnte würde ich alles ungeschehen machen und abhauen meine geschwister mitnehmen wir wurden für alles verprügelt mit der faust gürtel kö leiter paddel was gerade rumlag, meine mutter schlug er auch wir sind immer dazwichen gegangen aber sie ist abhängig von ihm er könnte ihr alle knochen brechen und sie würde ihn trotzdem lieben, abschliessend möchte ich etwas sagen bitte denkt nicht das ihr auch so werdet wie eurer vater oder mutter ich bin mein lebenlang geschlagen und gedemütigt worden ich bin auch der meinung das ich als kind hoch intelligent war aber meine eltern vor lauter streit und bestrafung nicht auf die idee kamen mich/ meine geschwister zu fördern, ich wurde unter anderem auch fürs nachts lesen bestraft einfach so, bitte bitte wir menschen sind sehr stark und ihr seit es auch ich habe trotz der ganzen misshandlungen nur liebe für meine mitmenschen übrig NUR Liebe. Ich küsse und umarme hier alle kinder jugendlichen und erwachsenen die so etwas erleben mussten ps; ich erinnere mich überhaupt nicht an meine kindheit nur bruchteilweise verstörende bilder. Es ist schwer das wir mit diesem Geschwür in der Brust leben müssen es ist schwer das wir uns oft ausgegrenzt und nicht dazugehörig fühlen das wir unseren platz nicht finden ich hoffe das wir irgendwann darüber hinweg kommen …..

  47. Elvira sagt

    Bei mir war es auch nicht so hart und ausufernd, bin echt erschrocken zu lesen, wie es anderen schlechter ergangen ist. Von Mutter nur Ohrfeigen, vom Stiefvater kamen hingegen unregelmäßige Ausraster. Er war schnell beleidigt, in der Regel arrogant, stand so über unseren angeblichen Provokationen, aber hin und wieder fühlte er sich zu stark provoziert, und dann prügelte er meinen Bruder – einmal war er morgens noch halb nackt, er lag am Boden, und er prügelte mit Fäusten auf ihn ein. Mutter stand daneben und sagte: nicht so doll in die Seite, Schatz. Ich fand es fürchterlich, ich versuchte dann immer die Nachbarn zu alarmieren, aber sagte nichts direkt, sondern nur: können Sie bitte mal kommen, meine Eltern haben ein Problem. Wenn sie dann kamen, war schon wieder „alles gut“. Ich erinnere mich noch an so ein Zittern, das mich angesichts dessen überkam. mich zog er auch an den Haaren. Die Fäuste konnte ich noch abwehren, durch wegducken oder die Kleidung schützte noch ein bißchen. Einmal hatte ich ein blaues Auge und durfte so in die Ferien reisen. Einem Arzt sagten sie, dass ich gestolpert sei. Am schlimmsten fand ich bei solchen Ausrastern seine dämliche Fresse über mir, wenn er laut schrie: „Langsam wirste wieder normal, ja?“ Diese Ausraster kamen bestimmt in der ganzen Zeit weniger als 10 mal vor, also auf meinen Bruder und mich verteilt 3-5 mal, so genau weis ich das nicht. Das geht immer noch. Aber wenn man das nicht so gewohnt ist… Er kam in die Familie, als ich 9 und mein Bruder 12 war. Meiner Mutter gönnte ich die neue Bekanntschaft und Beziehung, ich wollte ihn nicht weghaben. Mein Bruder war vielleicht wirklich ein bisschen eifersüchtig und provozierte manchmal, aber ich unbewusst. Er war schon beleidigt, wenn wir am Esstisch lachten. Er unterband jede spontane Äußerung. Ich überlegte manchmal, ob er nicht wieder ausrasten würde. Hatte also Angst vor ihm. Dazu kam langsam Ekel. Ich regte mich auf innerlich, wenn er in seine Faust nieste oder Knorpel schnurpsen hörte und meine Mutter auch noch liebevoll sagte: Das schnurpst aber, he? Das muss er irgendwie gespürt haben, meine Abneigung (aufgrund der erlebten Handgreiflichkeiten), und ich fühlte mich auch gehasst. Er sagte auch Dinge wie: Du hast ja den Kopf nur zum Haare tragen. Oder wenn ich mich für irgendwas rechtfertigen wollte, einleitend: ich dachte…sagte er: Du sollst nicht denken, sondern nachdenken. Und ich sei dummfrech. Damit schreibe ich was zu der Frage weiter unten, ob Worte genauso schlimm sind. Für das Selbstbewusstsein sind sie bestimmt ähnlich verheerend. Meine Mutter hat meist auf seiner Seite gestanden, wenn sie auch manchmal selbst erschrocken war: Schatz, was ist denn jetzt? Und dann stand sie hilflos daneben, stoppte ihn aber nicht. Ich verachte sie noch heute dafür. Sie sagt, sie wurde früher auch verdroschen. Bei mir war es in den Achtziger Jahren, also nicht offiziell verboten. Ich zog mit 18 aus, mein Bruder mit 17. Ich wünschte, ich könnte verzeihen und vergessen. Will heutige Missgeschicke im Leben, wie z. B. Beziehungsprobleme oder Probleme im Job nicht auf sie schieben, aber es würde mir helfen, eine Art Entschuldigung, ein Einsehen von seiner Seite, dass es keine gute Art war. Aber als ich das mal ansprach, auch dass ich bei Familienfeiern immer noch Probleme habe, neben ihm zu sitzen, oder mich nicht wohlfühle in einem Raum mal kurz ohne weitere Personen mich mit ihm zu befinden, weil fast jeder Gesprächsansatz mit einem Beleidigtsein und im Desaster endet, sprach er immer noch davon, dass ich von einem Tag an, angeblich aus Eifersucht, dass ich Sonntagmorgen mit meiner Mutter nicht mehr kuscheln konnte, weil er ja jetzt im Bett lag, bewusst provoziert hätte. Mir verschlug es fast die Sprache, darüber war ich bestimmt nicht ewig sauer, ich wollte einfach nur da sein. Ich sagte ihm das auch, aber es kam trotzdem kein Wort der Entschuldigung oder Wunsch nach Versöhnung. Meine Mutter weint, wenn ich meine Probleme mit ihm erwähne. Es wirkt sich auf das Familienleben aus; ich fühle mich nicht willkommen wenn ich zu Besuch fahre, meine Mutter reist nicht mehr gern ohne ihn und wirft mir vor, dass ich ihren Enkel (mein Kind) nicht hinlasse, was nicht stimmt. Und sonst:
    Ich habe jegliche „Lockerheit“ im Umgang mit anderen Menschen verloren, wirke verkrampft etc. Weiß aber nicht ob nur durch jene Erfahrungen, aber bestimmt zu einem großen Teil. Auch habe ich früher als Kind dort immer die Fäuste geballt, bin also zu Hause immer mit geschlossenen Fäusten herumgelaufen, was vom Stiefvater auch stets entsprechend kommentiert wurde.

  48. Lisa sagt

    Meine Mutter hat mich früher auch geschlagen. Ich wurde 2000 geboren. Ganz ehrlich ich verstehe es nicht. Anstatt das ich Hausarrest oder so bekomme. Einmal habe ich nachts noch gelesen und sie hat es mitbekommen und mich geschlagen, zum Glück nicht hart, aber das Vertrauen hat sie schon gebrochen. Trotzdem liebe ich sie, heutzutage schlägt sie mich nicht mehr, aber wenn könnte ich mich eh wehren. Neulich kam das alles wieder hoch … Ok im Vergleich zu den anderen ist das wahrscheinlich so ein Pups. ICh frage mich, ob jede Mutter das macht, also ich meine öffentlich würde ich dies auch nie zugeben…Außerdem habe ich durch meine Mutter gesehen, dass wenn ich Kinder habe sowas nicht tun werde!

  49. jessi sagt

    Hallo lieber darksoult (unter mir)
    Wenn ich mir hier die kommentare alle so durchlese ,kommen mir die traenen. Ganz besonders der junge unter mir. Schreib mich bitte an denn ich moechte mal mit dir reden und dir helfen.. ich selber wurde auch oft als kind geschlagen und bei mir ist es so das ich erst jetzt richtig realisiere was mir da eigentlich oft angetan wurde. Ich werde eltern die ihre kinder schlagen nie verstehen und das sie noch nicht mal ein schlechtes gewissen haben.. mein herz tut weh wenn ich das hier lese. Jedes mal kriege ich richrige wut wenn ich sowas sehe oder hoere. Ich wunsche allen hier alles gute und ich bin mir sicher der gott wird all die menschen am ende bestrafen. Zumindest hab ich so eine erfahrung gemacht. Lg jessi 20jahre.

  50. DarkSouls sagt

    Hallo ich bin 14 Jahre alt und ein Junge meinen Namen möchte ich nicht erwähnen. Ich wurde als ich noch jünger war von meiner Mutter geschlagen egal was ich falsch gemacht hab das schlimmste war für mich, daran kann ich mich noch gut erinnern als sie mich rufte und mich ausfragte weil ich was falsches getan hab. Sie nahm mein Kopf schlug ihn 3 mal mit Wucht gegen die Wand als ich auf dem Boden lag tritt sie auf mich ein in die Rippen ins Gesicht und auf die Beine dann hob sie mich auf und würgte und Schlagte mich. Seitdem ich 13/14 bin würde ich eigentlich fast nie geschlagen doch nur weil ich meine Kopfhörer nicht weg packte wurde sie mir wieder angedroht eigentlich immer mit wurde immer Schläge angedroht und vor Angst tat ich dann Auch alles und ich habe große Angst davor das nächste Mal geschlagen zu werden weil ich älter bin und sie wahrscheinlich noch härter und länger auf mich einschlägt jedes Mal wenn sie zu mir sagt du bist dumm du bist nutzlos du gehörst nicht zur Familie ich bin nicht deine Mama wir wollen dich nicht du machst nur Probleme verschwinde und pack deine Sachen du gehst ins Internat und ich will dich nicht Wiedersehen wenn du raus kommst will ich kein Kontakt mit dir du bist mir egal du machst nur Probleme du bist nicht mehr ein Teil dieser Familie ich will dich nicht mehr niemand will sowas wie dich und bestimmt hast du auch keine Freunde und vieles mehr diese Worte trafen mich ich weiß nicht was ich tun soll ich denke oft einfach zu gehen damit sie ein besseres Leben haben und dann wäre das Problem Kind auch weg dann wäre alles besser für sie oder mir das Leben zu nehmen manchmal frag ich mich wieso ich überhaupt lebe ich mache alles falsch egal was es ist falsch ich … Ich bin einfach nur Dreck wie meine Mutter es sagt

  51. Linda sagt

    Ich bin Linda und 16 Jahre alt. Ich wurde von meinem Vater früher auch geschlagen und das Ganze hat sich in meinem Kopf sehr fest gesetzt. Ich bin sehr froh, eure Kommentare lesen zu dürfen, denn sie haben mir gezeigt, dass es noch andere da draußen gibt, denen es so gegangen ist wie mir.
    Ich habe noch zwei kleine Brüder, bin also die Älteste. Ich gebe zu, dass ich kein einfaches Kind war. In der Schule sehr schüchtern und habe alle zurückgehaltene Energie zu Hause abgelassen. Mein Vater hat einen sehr schwierigen Charakter. Oft fragte er mich am Ende meiner Prügel immer: „Krieg oder Frieden?“
    Einmal habe ich „Krieg“ gesagt. Das Darauffolgende hat sich dermaßen in meinem Kopf festgesetzt, dass ich immer noch genau weiß, wie es war. Er trat, beschimpfte, Ohrfeigte mich und zog mir an den Haaren, mit einer Kraft, bei der ich nie gedacht hätte, dass er sie überhaupt besitzt. Am nächsten Tag hatte ich lauter Striemen im Gesicht und meine Mitschüler fragten mich, woher ich sie hatte. Ich habe sie angelogen, weil ich meinen Vater schützen wollte.
    In den darauffolgenden Jahren habe ich mit niemanden darüber geredet, habe alles nur in mein Tagebuch geschrieben und in mich reingefressen. Bis heute habe ich keine Person kennengelernt, der ich von diesen Erlebnissen erzählen möchte. Ich habe zwar viele Freunde, treffe mich aber kaum mit ihnen, bin gern allein und meide Klassenfahrten.
    Meine größte Angst ist, meine Kinder später einmal genauso zu erziehen, wie mein Vater es mit mir getan hat. Bei jeder Prügel habe ich mir gesagt, dass ich es schaffe, meine Kinder niemals zu schlagen, doch ich habe schreckliche Angst, dass es mir nicht gelingt. Anjola hat in ihrem Kommentar gemeint, dass sie sich ins Schreiben stürzt, sich eigene Geschichten ausdenkt und genauso geht es mir auch. Ich bin beim Schreiben in meiner Welt und habe sogar einmal unbewusst angefangen, von einem Mädchen zu schreiben, der es so geht, wie mir früher. Ihre Geschichte ist gut ausgegangen und ich hoffe, dass meine auch gut ausgehen wird…

  52. Yvonne sagt

    Was ich mit meinem Leben vor habe? Könnten sie konkreter werden was sie meinen?

  53. Yvonne sagt

    Was kann ich tun?
    Als ich meinen Freund kennen gelernt habe war er schwerst Trinker, in sich gekehrt zurückhaltend und so verletzlich viele seiner Freunde meinten er sei Schwul… doch ich hab dahinter mehr gesehen und hab mich in diesen Mann der eigentlich aussah wie ein zarter Junge, veliebt.Ich lernte seine Familie kennen Vater ruhig und freundlich Mutter überfreundlich, nach und nach lernte ich sie aber genauer kennen als ich mit meinen beiden Söhnen bei ihnen einzog weil wir bauen wollten, der Vater piesakte meine beiden Söhne immer wieder mit kleinen schlägen oder boxte sie das ließ sich mein kleinster nicht lange gefallen und schlug einmal heftig in meinem beisein zurück und das war auch der entscheidende Tag an dem der Vater aufhörte meine Kinder zu piesaken…

    Die ganze Zeit hatte ich dieses beklemmende Bauchgefühl das hier etwas nicht stimmt die Familie sprach auch nicht viel miteinander immer nur im Befehlston mach dies und das. Gegenüber von seinem Vater hatte mein Freund immer dieses auftreten von einem kleinen unterdrückten Jungen er saß auch so am Esstisch ich sprach ihn darauf an und das ich denke das hier Früher und auch Heute rohe Gewalt den Alltag beherscht. Er bestritt es aber wehement und meinte nur das sein Vater nie geschlagen hat sondern nur extrem Herschsüchtig ist (Vater ist Selbstständig mit eigener Firma,alle arbeiten zusammen in dieser)und dann ein paar Monate später, mein kleinster hat zum wiederholtesten mal die Türen geplautzt… er rief ihn zurück und sagte ihm er soll seine Finger zwischen Tür und Zarge machen ,ich war in dem Moment mehr als geschockt…. dann sagte er weist Du was sie mit mir früher gemacht haben ich mußte meine Finger zwischen die Tür machen und dann wurde sie zugeplautzt ich habe nie wieder eine Tür geschlagen dann war er fertig ich und mein kleiner standen immer noch geschockt von dieser Aussage da und mir schossen die Tränen in die Augen.

    Hat mich mein Gefühl doch nicht betrogen ist das was ich dachte doch war und diese Aussage geht mir nicht mehr aus dem Kopf das ist schlimmer als ich es mir vorstellen kann ich selbst hab auch prügel bekommen aber längst nicht so und niemals so bewußt sondern aus der Situation ma ne Backpfeife was keine Entschuldigung ist…aber ich weiß das hier mehr ist, ich hab mich nicht mehr getraut ihn darauf anzusprechen und weiß auch nicht wie was soll ich jetzt machen….???

  54. Hallo,

    ich (36 Jahre alt) wurde von meiner Mutter seit dem 5 Lebensjahr immer wieder wegen mir damals unerklärlichen Gründen oft Windelweich gebrügelt, selbst als sie krank im Bett gelegen hat. Nach aussen waren wir immer schick angezogen und es wurde oft der Kinderarzt umgangen oder eine Geschichte erzählt „Das sind doch Jungs die bekommen halt blaue Flecke“ (später wurden die beinahe grüngelben Flecke mit Pflastern retuschiert) Heute weiss ich nach ihrer Trennung von meinem Vater (er hatte das Sorgerecht für mich bekommen), das sie mit der Situation Mutter zu sein nicht klar kam und das Ventil für ihre Wut waren wir. Habe eine Halbschwester weil meine Mutter mit 18 schon Mutter geworden war.

    Danach war ich bei meinem Vater und wurde von meiner Oma gross gezogen, bei der es natürlich, wenn etwas nicht so lief (z. B. schlechtes Schulzeugnis) es mit dem Kochlöffel gab, aber trotzdem hatte ich meine Oma lieber als meine Mutter, da sie nicht warlos drauf schlug. Mein Vater hat mir dann das letzte fünkchen Würde oder auch Selbstbewusstsein heraus geschriehen, ich hatte halt schlechte Noten (bedingt durch meine verbte Krankheit(Tuberöse Sklerose)) und jedes mal wenn es Zeugnisse gab wurde ich zusammen gestaucht wie doof ich doch sei und das hat mich seelisch kaputt gemacht.

    Mit 9 Jahren hatte ich eine Hirntumor-Operatio und ich hoffte eigentlich das ich aus der Narkose nicht mehr aufwachen möchte.

    Als ich meine Ausbildung begann, fühlte ich mich eigentlich wie zu Hause, ich bekam für alles die Schuld (gut Auszubildender ja immer) und wurde immer von meiner Chefin zusammen gestaucht. In der Schule und auch Bekanntenkreis entwickelte ich kaum soziale Kontakte da mein Vater lieber alleine und in Ruhe gelassen werden wollte. Ich war also immer der sogenannte „Underdog“. Heute habe ich in der Ausbildungsfirma einen festen Arbeitsplatz und eine kleine Familie bei der ich eigentlich immer meinen halt finde. Ich habe sehr viele Probleme (Parasomnie, Angstzustände, Angst vor Leuten und auch etwas zu organisieren (denke immer ich bekomme wieder einen Rüffel). Kann mir jemand einen Rat geben wie ich Hilfe bekomme diese Ängste zu bekämpfen. Würde gerne ein wenig Angstfreier leben. Selbst einkaufen machen mir grosse Menschenmengen angst.

    Danke das ich meine Geschichte hier nieder schreiben durfte !!!

    LG
    Norbert

  55. sunny sagt

    Hallo,

    ich bin mitte 30 und wurde bis zu meinem 12. Lebensjahr regelmäßig verprügelt. Immer und immer wieder..wegen einer mittelmäßigen Note, einer schlechten Schrift oder weil ich einfach da war. Gründe gab es genug.

    Ich wurde depressiv und habe eine soziale Phobie. Habe mich lange selbst verletzt.Ich habe nie die Schule oder eine Ausbildung geschafft. Ich habe keine Freunde, einfach niemanden.
    Das Schulwissen habe ich mir zu Hause angeeignet, dumm bin ich nicht. Zeitweise lese ich medizinische Bücher.Es interessiert mich. Wer weiß was ich mal hätte werden können.Ich hätte vieles schaffen können, habe unendlich viele Versuche gehabt etwas zu erreichen.Ich würde so gerne, aber ich kann nicht.
    Heute mache ich mich selbst so fertig, wie es die Person damals tat, die mich verprügelt hat.

    so eine Kindheit kann das ganze Leben formen.. es verletzt mich so sehr, das Menschen überhaupt auf die Idee kommen die Hand gegen jemanden zu heben,insbesondere gegen Kinder.

    Es macht mich wütend und traurig.

  56. Eusebius sagt

    “Das Böse zerstört sich am Ende immer selbst…”

    Da muss ich widersprechen. Das Böse ist eine Saat, die niemals ausstirbt und immer wieder neue Früchte trägt. Es gehört untrennbar zu unserem biologisch-evolutionären Erbe und hat seinen eigentümlichen Reiz, ist weder therapierbar noch wegdefinierbar.

  57. Olaf Biele sagt

    Meine „Alten“ waren auch so.
    Es gab Schläge mit dem Teppichklopfer, dem Gürtel, der Faust usw. Dazu wurden Drohungen „gereicht“: „Ich hau dir aufs Fressbrett bis das Blut spritzt!“ etc…

    Einmal hat mir meine Mutter den Daumen ausgekugelt, da war ich gerade sieben oder acht. Ich war wohl mit einer schmutzigen Hose vom Spielen heimgekommen. Als sie irgendwo realisierte, was sie da angestellt hatte, schlug sie solange panisch auf das unnatürlich abstehende Körperteil ein, bis es schließlich in die ursprüngliche Stellung zurückschnalzte. Wir waren beide allein im Haus.
    Natürlich ist das alles heute niemals geschehen. Mein Vater sagt, ich hatte stets „anständige“ Eltern. Und das glaubt er tatsächlich. Er meint, daß ich meine Eltern jetzt zu „lieben“ hätte. Seine Mißhandlungen endeten, als er mich und meine Mutter verließ. Da war ich neun. Meine Mutter machte kräftig weiter bis ich mit zwanzig irgendwo anders hinzog. Er meldete sich alle drei bis vier Jahre mal kurz, vermutlich um sein Gewissen durch seine lächerlich geringen Geldgeschenke zu erleichtern. Einmal bekam ich auch einen „Walkman“ von ihm. Toll. Zu der Zeit war ich dick, traurig und wurde in der Schule permanent fertiggemacht, weil er ja ein klassenfeindlicher „Republickflüchtling“ war.
    Diese winzigen Zugeständnisse hörten aber ziemlich schnell wieder auf. Als ich mit Mitte Zwanzig obdachlos wurde, „half“ er mir durch schöngeistiges Geschwätz und altkluge Ratschläge. (Bspw.als ich ihn eines Nachts aus einer verschneiten Telefonzelle anrief und meine letzten acht Mark dafür ausgab.)
    Heute weiß ich, daß er mir für lange Zeit regelmäßig hätte „Unterhalt“ zahlen müssen, da ich meine Lehre damals nicht abgeschlossen hatte. Doch dafür macht sich heute keiner stark.

    Mein Vater war ein recht erfolgreicher Arzt (lach), meine Mutter Lehrerin. Beide hatten einen riesigen Dachschaden.
    Und das bis heute.

    Mein Vater hat es heute „mit dem Herzen“, meine Mutter Krebs und ich MS.

    „Das Böse zerstört sich am Ende immer selbst…“

    Schade nur, daß die Kinder solcher „Eltern“ später oftmals gleichfalls keinerlei Chance auf ein wenigstens halbwegs zufriedenes Leben haben. Diese Erfahrungen zerstören das gesamte Lebensszenario nachhaltig. Man erholt sich nie wirklich davon. Es gibt immer nur kurze Pausen zum Aufatmen zwischen all den emotionalen Kämpfen.

    Für mich sind die meisten Menschen heute gierige, dumme und eitle Monster. Nur die Masken sind unterschiedlich. Mehr nicht. Wenn ich Tiere beobachte, weiß ich, daß sie dereinst auch gut „ohne“ den „Homo sapiens“ zurechtkommen werden.
    Ich gehe davon aus, daß er sich durch seinen beständigen Irrsinn kontinuierlich selbst zerstört. Beispiele, die das belegen, gibt es zuhauf.

    Leider Gottes.

    Danke

  58. Eusebius sagt

    Hallo,

    ich habe bereits vor zwei Jahren hier einen Kommentar hinterlassen. Mittlerweile bin ich selbst Vater eines Mädchens geworden. Ich liebe die Kleine über alles und kann nicht begreifen, wie man Kindern im allgemeinen und dem eigenen Kind im besonderen Gewalt antun kann. Eher hake ich mir selbst die Hand ab, bevor ich sie gegen meine Tochter erhebe. Die böse Saat aus Schlägen und Demütigungen in meiner Kindheit und Jugend haben dennoch ihre Spuren hinterlassen und tragen gelegentlich Früchte. Mein Selbstwertgefühl ist immer noch schwach, obwohl ich es durch eine Maske aus Coolness und Lockerheit zu kaschieren versuche. Trotz mit Supernoten abgeschlossenen Studiums habe ich bis heute Probleme, einen gescheiten Job zu finden, da ständig der Selbstzweifel an mir nagt und ich unterbewusst immer wieder die Stimme meines Vaters höre: „Du bist ein hoffnungsloser Fall! Aus dir wird nie was!“ Hinzu kommt, dass ich innerlich ständig unter Hochspannung stehe, nicht abschalten kann und unter Ticstörungen leide. Nach so vielen Jahren habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass es je besser wird…

    Eltern, die ihre Kinder schlagen oder psychisch misshbandeln und es auch noch rechtfertigen, sind in meinen Augen Bestien! Es ist ihnen scheißegal, was sie damit ihren Kindern antun. Selbst nach Jahrzehnten tun die seelischen Narben noch weh und behindern das Weiterleben.

  59. rafael sagt

    hallo ,

    bin 45 jahre alt , durch mein beinbruch seid januar 2015 habe ich etwas zeit gefunden , im internet zu surfen und bin hier gelandet . würde gerne hier durch eine neutrale meinung einholen . geboren 1969 , meine eltern sind 1970 mit mir aus polen (oberschlesien) na deutschland geflohen , 1976 sind sie wieder nach polen zurrück . ich konnte nur deutsch sprechen , bis ich polnisch lernte wurde ich in der schule als „hitlerjunge“ betitelt . 1980 ist mein vater mit einer jüngeren frau wieder nach deutschland verschwunden . ich kann mir leider nur an die schlechten zeiten errinern . dazu gehört : im keller eingesperrt , hiebe bekommen ( habe den eindruck , weil ich der sohn meines vaters bin ) .zwischenzeitlich ein stiefvater aufgetaucht . 1981 wiederkehr nach deutschland . leider konnte ich nur deutsch verstehen , polnisch sprechen . wir haben in einer notwohnung ( eher ghetto mit asocialen deutschen ) gewohnt . der weg zu schule war mit ängsten verbunden , da die deutschen jungs auf der bushaltestelle uns ins immer verprügelt haben , die polnischen mädchen nur angespuckt . meistens bin ich zu fuss , mit dem fahrrad zu schule gefahren. oder hab einen bus früher genommen. in der schule gab es eine neue betitelung „scheiss polacke “ . meine eltern sind erbeiten gegangen plus zweitjob . somit kann ich eher sagen dass ich „alleine “ aufgewachsen bin . wegen dem hausbau war wohl eher ein balast für meine eltern . nun zu meinem „leben“ : ich konnte mich nie überwinden jemanden zum geburtstag gratulieren . wienachtsfeier , sylwester hab ich mich immer im zimmer eingesperrt . meine mutter hat dann immer mit feusten gegen die tür gehauem , mit prügel gedroht , wenn ich sofort nicht aufmache . selbstmord versuche waren auch an der tagesordnung , ich ging schlafen , mit dem beruhigendem gedanken , dass es bald ein ende nimmt .ich hatte jede nacht den gleichen albtraum , den ich nicht beschreiben kann ( alles um mich war erschreckt grösser als ich , hat mich horrorhaft eingeengt ) das so im groben . mit meinem vater hatte ich kaum kontakt , seid 2010 hatte ich 5 jahre kontakt mit meinem vater (68 jahre alt) , und musste feststellenn dass er stolz fotos von seiner damaligen freundin herumzeigt ( oben ohne) ,somit für mich ein beweis dass er einer familie nicht würdig ist . ich persönlich bin 2007 nach polen ausgewandert . da ich meine mutter als Narzisstisch einstufe , hab ich das weite gesucht . januar 2015 hab ich den kontakt mit meiner mutter komplet abbrechen müssen ( ich meine damit den telefonschen kontakt) . sie ist enteuscht von mir , ich mache ihr nur sorgen und äerger . 13.1.2015 kam mein sohn zu welt . weinachten 2014 hab ich ihr gesat dass sie oma wird , da kamm nur “ na ja musst du wissen “ . so dass wars im groben .

  60. Sarah sagt

    Hallo,
    ich bin 44 Jahre alt und habe ein super Jungen .
    Auch ich bin Arbeitslos ohne Freunde und Familie.
    Leider bin ich auch ein Opfer von Gewalt.
    Ich weine immer noch und die Albträume rauben mir den Schlaf.
    Das Jugendamt will mir mein Sohn wegnehmen, weil sie denken ich bin psychisch nicht stabil.
    Die Schule und der Hort wo mein Sohn ist halten zu mir.
    Auch die neuen Familie Helfer sind sehr nett.
    Trotzdem kann ich manchmal nicht mehr.
    Ich habe Angst, finde kein Mann, weil sexuell missbraucht wurde.
    Das ist mir einfach zu viel.
    Ich kann nicht mehr.
    Montag kommt jetzt jemand vom Weißen Ring und will mir helfen, ein Antrag auf Opferentschädigung zu stellen.
    Ich weiß nicht ob ich das kann.
    Fange schon wieder an zu weinen.

  61. Anjola sagt

    Ich bin 72 Jahre alt. Auf dem letzten Klassentreffen sagte mir eine ehem. Mitschülerin, ich hätte damals gesagt, ich habe vor wut Zwiebeln an die Kellertür geschmissen, nachdem mein Vater mich ohne Grund angeschrien und geschlagen hat. (Vielleicht kam ich 10 Minuten zu spät oder hatte schmutzige Schuhe, schlimmere Gründe gab es nicht für seine Ausraster). Erst war ich erschrocken, weil ich mich nicht daran erinnere, dann froh, dass ich es getan habe, dass ich mich körperlich abreagiert habe. Hauptsächlich habe ich nämlich nur Tagebuch geschrieben und meinem Vater auch oft den Tod gewünscht. Mein Leben nahm einen schweren Verlauf (ich möchte nicht alles aufzählen), mit 44 wurde ich erwerbsunfähig, leide heute noch unter ständigen Schmerzen an Muskeln und Sehnen, die z. großen Teil von der ständigen Anspannung in der Kindheit herrühren. Mit Schreiben habe ich überwiegend mein Leben bewältigt, sogar Geld damit verdient. Liebe kann ich (nach einer schlechten Ehe) nur im Schreiben leben, d.h. in der Phantasie. Auch nach einer langen Therapie (der Th. war der einzige Mann, zu dem ich eine gute menschliche Beziehung hatte) konnte ich mich nur in unerreichbare Männer verlieben, die mir irgendetwas gegeben haben, was ich als Kind vermisst habe, und die ich auch nicht als Partner haben wollte, sondern mit denen ich seelisch „verschmolzen“ bin im Schreiben. Passende und nette Männer zogen mich erotisch nicht an. Mein Sohn hat eine glückliche Familie gegründet. Ich habe Halt im Glauben gefunden und werde schreiben, solange ich kann, und Lesungen machen. Wenn die Schmerzen erträglich sind, bin ich ziemlich glücklich, weil ich meinen Humor nie verloren habe, dadurch auch gut ankomme bei Menschen. Aber mein Vater hat ein normales und gesundes Leben für mich verhindert, hat mich kaputtgemacht in der Kindheit. Auch wenn er sich später entschuldigt hat und ich ihm auch vergeben konnte, ist das nicht gutzumachen. Mit 13 hätte ich mich fast zu Tode gehungert, ein Kind ist durch Sauerstoffmangel bei der Geburt gestorben, weil ich so verkrampft war, ich hätte nie einen Mann geheiratet, der mich so missachtet hat. Ich müsste vielleicht nicht seit über 40 Jahren Antidepressiva schlucken.
    Mein Leben war zum großen Teil Schmerzen und Einsamkeit. In meiner Magersucht habe ich immer nur einen Raum gesucht, wo ich in Ruhe hätte weinen können. Ein eigenes Zimmer hatte ich ja nicht. Es gab damals niemanden, an den ich mich hätte wenden können.

    Aber ich habe auch eine große Liebe für mich selbst. Ich bin hübsch, begabt, dankbar für vieles, auch dafür, dass ich das jetzt noch einmal aufschreiben und die anderen Kommentare lesen konnte, dankbar, dass ich nicht mehr so an mir zweifeln muss, weil ich eine Erklärung dafür habe, dass ich so bin wie ich bin, dass an dem Thema „Gewalt an Kindern“ geforscht und aufgeklärt wird und es hoffentlich in Zukunft immer seltener geschieht. Oder besser geholfen werden kann, sowohl den Eltern als auch den Kindern.

  62. Honf H.-J. sagt

    Hallo ;
    auch ich trage schlimme Kinheitserinnerungen in mir,was mir sehr viel Kopfzerbrechen bereitet, ist das ich mittlerweile 61 Jahre immer mehr Probleme damit habe.Ich wurde in der Kindheit geprügelt,vorgeführt,es gab für mich nur noch die Flucht nach vorn,ich habe die Tage bis zum 18.Lebensjahr heruntergebetet.Meine erste liebe gab mir die Hoffnung an ein Leben das Lebenswert ist wieder.Nach vielen Beziehungen ist auch die Hoffnung nur noch übrig gebleiben.Ich habe kein Hoffnung mehr in eine Vertrauensvolle Beziehung .Ich bin alleine und gehe sofort in Deckung wenn es zu eng wird .Auf der anderen Seite schätzt man mich und meinen guten Rat wohin ich auch komme.Ich würde mir schon wünschen Glücklich zu sein einem Menschen trauen zu können ohne wieder verletzt zu werden .

  63. Ariane sagt

    Guten Tag,
    was ich hier lese, macht mich sehr sehr traurig und es erinnert mich, ohne das ich es will, an all die schlimmen Erfahrungen, die ich in meinem Leben machen musste. Ich habe im Laufe der vielen Jahre sehr viel aus der Kindheit verdrängt. Das fällt mir immer auf, wenn meine Freundin Dinge aus der Vergangenheit erzählt, die wir gemeinsam erlebt haben. Ich bin 54 Jahre alt und habe 2 erwachsene Kinder (Mädchen und Junge) und eine Enkelin und Gott sei Dank viele Freunde. Ich habe 3 gescheiterte Ehen hinter mir, eine davon war von Misshandlungen geprägt. Ich habe seit 10 Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, die mich von Klein auf bis ins Erwachsenenalter misshandelt hat, psychisch und physisch. Mein Leben wäre definitiv anders verlaufen, wenn ich eine normale Kindheit gehabt hätte. Heute weiß ich, dass meine Mutter selbst psychisch schwer geschädigt ist. Sie hat ihm Krieg ihre Eltern verloren und ist in mehreren Kinderheimen, getrennt von ihren 3 Schwestern, selbst misshandelt und von einer Pflegefamilie zur anderen geschubst, aufgewachsen. Ich male mir nicht aus, was ihre Kinderseele alles erleiden musste. Versteht mich nicht falsch, ich entschuldige keinesfalls, was sie mit mir angestellt hat, mein Leben ist versaut, ich versuche nur zu verstehen, warum sie so gehandelt hat und versuche ihr zu verzeihen. Denn mit der Wut und dem Hass kann man kein gutes Leben führen. Immer richtet sich sowas gegen einen selbst. Wie hier zu lesen und selbst erlebt, tut man sich nur immer wieder selbst weh. Entweder durch Selbstverletzen oder in dem man sich auf solche Menschen einlässt, die dem gewalttätigen Elternteil bzw. den Eltern ähneln. Mein Vater hat mich vor meiner Mutter nie beschütz, im Gegenteil, hat er immer ihr geglaubt und sich verbal beteiligt. Auf der Suche nach genau so einem Mann war ich und hatte sie dann auch in den verschiedensten Variationen gefunden. Heute lebe ich allein, mehr oder weniger zufrieden darüber. Es ist einfach pure Angst, wieder und wieder solche Menschen so dicht an mich heranzulassen, ihnen zu vertrauen und letztendlich wieder enttäuscht zu werden. Da ich nicht weiß, ob die Therapien mir soweit geholfen haben, dass ich sofort erkenne, was für ein Mensch mein Gegenüber ist. Ich habe ADS, eine Bipolare Störung, wobei die depressiven Phasen mit zunehmendem Alter die Oberhand haben,

  64. Kurti sagt

    Hallo Loewenmama,

    weinen ist gut, ich kann das nicht mehr so gut und muss mich erst mit spezieller Musik runterziehen, um noch weinen zu können.

    Ich werde bald 45 Jahre alt und habe einen fast 17jährigen Sohn. Bisher ist er genauso geworden, wie ich ihn mir gewünscht habe und wie ich ihn zum Großteil erzogen habe.

    Fast wäre unsere Beziehung aber nicht so geworden, wie sie ist, denn aus Überforderung habe ich meinen Sohn hier und da gehauen, als er klein war. Ich habe damals immer mit ihm hinterher geredet und die Verantwortung übernommen, aber an was erinnert er sich? – Dass ich ihn gehauen habe, aber auch darüber kann er jetzt noch mit mir reden und tut das auch.

    Ich will mich nicht entschuldigen, aber es war eine unglaublich schwere Zeit damals. Ich bin Asperger Autist und wusste es nicht, ich bin transsexuell (Frau zu Mann) und wusste es damals nicht und ich bin ein seelisch und physisch missbrauchter Mensch, der in seiner Ehe wieder seelisch missbraucht wurde und noch wird.

    Ich habe viele Therapien gemacht, teilweise ambulant, teilweise stationär und teilweise allein, in dem ich Bücher gelesen habe. – Seit 20 Jahren arbeite ich an mir.

    Inzwischen bin ich diagnostizierter transsexueller Asperger Autist, extrem hochsensibel und auch wenn ich noch in dieser höchst schädigenden Beziehung lebe, so finde ich Stückchen für Stückchen meinen Weg.

    Vom Typ her habe ich meine „Mutter“ geheiratet, hinterhältig, fies und gemein. – Aber auch völlig unfähig, sich selbst zu hinterfragen und sich zu verändern.

    Geschlagen haben mich meine Eltern beide ab und zu, aber viel schlimmer habe ich den psychischen, den seelischen Terror erlebt.

    Ich kann mich erinnern, dass mein Vater, als ich einen Fahrradunfall hatte und er mich abholen musste, sage und schreibe, 3 Stunden auf mich ein gebrüllt hat, wie dumm, wie unfähig, wie dämlich ich sei und dass ich das ja nur gemacht habe, um ihm das Leben zu versauen… usw. – er hörte erst auf, als wir im Krankenhaus im Wartezimmer saßen und dort eben noch andere Leute saßen und es meiner Mutter zu peinlich wurde.

    Ich kann mich aber auch erinnern, dass mein Vater mal so lange auf mich eingeredet hat, dass ich ihn fast von hinten erstochen hätte, aber als er sich umdrehte, habe ich weiter das Brot geschnitten.

    Die Wut war damals schon da, ich habe ihn gehasst und gleichzeitig hatte ich panische Angst vor ihm, so, wie ich jetzt auch noch Angst vor meinem Partner habe. – Die lässt sich nicht so einfach abstellen, auch wenn es schon deutlich besser geworden ist.

    Meinen Eltern habe ich nach vielen Höhen und Tiefen in unserer Beziehung und auch nach einigen Jahren Kontaktabbruch, verziehen, weil ich verstanden habe, dass sie aufgrund ihrer Lebensgeschichte, ihren Erfahrungen und ihren Einstellungen und Wünschen, nicht anders handeln konnten, als sie gehandelt haben und all dies Ausdruck ihrer Liebe für mich war, auch wenn ich es nicht so erlebt habe. Sie haben wirklich gedacht, dass sie für mich das Beste tun und glauben es heute noch mehr oder weniger genauso.

    Ich finde Heute am Schlimmsten daran, dass meine Eltern niemals begreifen werden, was sie mir angetan haben, weil sie es nicht begreifen können, weil ihnen dafür wirklich die Fähigkeit fehlt, sich selbst zu hinterfragen und das ist ein „nicht-können“, wie ein Blinder nicht sehen kann.

    Gerade befasse ich mich mit meinen „Leichen“ im Keller, mit den letzten Menschen, die mich einst sehr verletzt haben und zu denen ich vor langer Zeit den Kontakt gänzlich abgebrochen habe. – Ich möchte mit mir selbst endlich Frieden schließen und die unerledigten Dinge abschließen, aber das geht nicht von heute auf Morgen.

    Also lese ich weiter, inzwischen bin ich auf „Doris Wolf“ gekommen, die mir mit ihren Büchern schon sehr gut weiter geholfen hat.

    In meinem Leben fehlen mir Freunde und ein sicheres Umfeld.

    Neulich habe ich zum ersten Mal einen anderen Autisten getroffen, mit dem ich mich unterhalten habe. Das war sehr befriedigend und befreiend. Einfach mal zu hören, dass andere sich so, wie ich, verhalten, tut gut.

    Für meine Zukunft wünsche ich mir endlich einen neuen Freund, einen Mann, der mich ehrlich liebt (und natürlich noch einige andere Eigenschaften hat, die hier nichts zur Sache tun).

    Kurti

  65. loewenmama sagt

    ich sitze hier vorm pc und weine.
    ich habe jetzt jeden einzelnen kommentar gelesen und kann mich in fast allen wiederfinden.
    ich bin mittlerweile 27 jahre alt und habe selbst einen sohn.
    ich bin alleine bei meiner mutter aufgewachsen und habe keinen kontakt mehr, seit ich 18 bin. was grundsätzlich auch gut so ist, aber ganz los lässt einen das passierte eben leider nie. über mehr als drei jahre hinweg habe ich jetzt eine therapie gemacht um verarbeiten zu können, was mir in meiner kindheit/jugend „passiert“ ist. fertig bin ich damit noch lange nicht.

    eine frage beschäftigt mich allerdings brennend und geht an alle diejenigen, die hier einen kommentar hinterlassen haben:
    war für euch nicht die psychische gewalt viel schlimmer als die physische?
    Lieber einen Schlag abbekommen oder sich anhören, dass man nichts taugt, dass man zeit- und geldverschwendung ist, dass mutter damals doch besser abgetrieben hätte, etc…?
    mir persönlich haben worte schon immer größeren schaden zugefügt (vor allem länger anhaltenden…) als körperliche gewalt.

    Ich liebe mein kind und gerade jetzt, als mutter, wird mir schlecht wenn ich darüber nachdenke, was meine „mama“ mit mir alles angestellt hat. wie geht sowas? wie schaffen es solche menschen einfach weiter zu leben und sich einzubilden nie etwas verkehrt gemacht zu haben??

    Ich bin mir sicher, ich werde noch eine ganze weile benötigen bis ich verarbeitet habe was alles passiert ist. ob ichs irgendwann aber wirklich VERSTEHEN kann bezweifele ich.

    ich wünsche allen die ähnliches durchmachen mussten einfach nur viel kraft, liebe und wärme. und vor allem ein stabiles umfeld mit wunderbaren menschen. die helfen nämlich schon indem sie einfach DA sind.

    viele grüße!

  66. Blondgirl sagt

    Hallo,
    ich freue mich, endlich Leute zu finden, die ähnliches wie ich erlebt haben. Ich habe eure Kommentare gelesen und finde mich teilweise zu 100% darin wieder. Ich bin nun 31 Jahre alt und würde von meinem Vater geschlagen und getreten. Wie lange? Jahrelang – das letzte Mal war vor ca. 2 Jahren. Ich kann mich nicht mehr dran erinnern, wie es damals angefangen hat und überhaupt dazu kam. In meiner Kindheit / Jugend ist er wegen jedem Bißchen ausgerastet. Ich saß in der Badewanne, hatte die Tür abgeschlossen, er kam und wollte auch ins Bad zum Pinkeln. Ich habe gerufen: „Ich bin gleich fertig; bin gerade in der Wanne!“ Er hat mit der Faust vor die Türe geschlagen und gesagt: „Wenn du nicht sofort die Tür aufmachst, fängst du eine!“ Für was? Weil ich gerade im Bad war zu einem Zeitpunkt, wo er auch hinein wollte? Es waren permanent solche Banalitäten oder in meinen Augen auch einfach nichts. Nichts, was einem den Grund gibt, so auszurasten. Manchmal war monatelang alles ok und ich begann tatsächlich ihn nett zu finden (selbst heute falle ich noch oft darauf rein), um dann bald wieder festzustellen: Er hat sich nicht geändert! Er hat mich geschlagen,
    getreten und verbal aufs Übelste beschimpft und beleidigt und mir gedroht („Fräulein, du fliegst bald zuhause raus! Warte es nur ab, bis ich dich rauswerfe!“) – eigentlich mein ganzes Leben lang (ich glaube es fing in der Grundschulzeit an, als ich 5-6 Jahre alt war). Meine Mutter rief immer nur: „Lauf weg!!“, und versuchte dazwischen zu gehen. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum sie sich nicht getrennt hat. Ich habe es nie meinen Freunden erzählt, weil es mir -wie vielen hier- peinlich ist. Auch mein Freund, wir sind seit acht Jahren zusammen, ahnt nichts. Ich schäme mich so! Wenn z.B. Weihnachten ist, und mich meine Mutter fragt, was ich ihm schenke, sage ich: „Nichts.“ Sie fragt mich dann völlig ahnungslos: „Ich frage mich immer, was du gegen ihn hast…?!“ Da denke ich echt, ich bin im falschen Film. Sie weiß doch ganz genau, was ich gegen dieses Arschloch habe!! Sie war doch -wenn auch nicht immer, aber oft genug- dabei.

    An alle: Hat nur ein Elternteil geschlagen? Wenn nicht, was sagte der andere Part dazu? Und werdet ihr heute schnell zornig? Ist bei mir so, ich rege mich irre schnell über Dinge / andere Menschen auf und werde innerlich aggressiv. Frage mich, ob das vielleicht damit zusammen hängt. Habt ihr euren Vater angezeigt? Wenn nicht, was Hintertürchen euch daran?

    Ich freue mich über eure Antworten.

  67. Hallo Jenny,
    meine Empfehlung lesen Sie hier öfter als Antwort auf entsprechende Fragen: machen Sie eine gute Therapie (tiefenpsychologisch fundiert.)
    In diesem Rahmen haben Sie einen Raum für Ihren Schmerz und Ihre Verletzungen und müssen das nicht über Ihre Kinder abreagieren.

  68. Jenny sagt

    hallo!
    Mir hat ihr Beitrag gut gefallen und war sehr informativ.
    Ich selbst wurde als Kind oft geschlagen -meist nur weil meine Eltern einen schlechten Tag hatten- und selbst jetzt noch wird mir oft von meinem Vater gedroht mich mit einem Badeballschläger (der sind bei uns im wohnzimmer befinden) zusammenzuschlagen.

    Ich selber habe Angst, falls ich mal Kinder bekomme, sie auch zu schlagen und ihnen ihre ganze Kindheit versaue wie meine Eltern mir.

    Könnten sie mir irgendwas empfehlen zu tun? Irgendwas? Damit ich einen Anhaltspunkt habe..

    Lg,
    Jenny

  69. Heidi sagt

    ich bin auf Euch gestoßen, weil ich nach dem selben Problem gegoogelt habe. Ich suchte nach einem speziellen Hilfeangebot (etwas wie der weiße Ring) für solche Menschen, wie wir es sind. Meine Eltern haben mich misshandelt bis ich Geld verdiente. Ab da war ich dann die „beste Freundin“ meiner Mutter. Ich Idiot bin auch drauf reingefallen, endlich eine Mutter im klassischen Sinne zu haben. Nach tausenden von Euro, die meine Eltern mir regelrecht gestohlen oder von mir ergaunert haben und Warnungen vieler enger Freunde, bin ich aus der Situation ausgestiegen. Ich warf meiner Mutter ihr brutales Verhalten in meiner Kindheit (die Details erspare ich Euch, da es ähnlich wie bei Euch war) vor. Das Schlimmste ist für mich dabei, dass sie mich als Irre hinstellt und alles leugnet, bzw mir die Schuld dafür gibt. Ich war immer ein ganz ängstliches, stilles Kind, dass sich nie eine Frechheit gewagt hätte. Ich habe keine Sekunde daran geglaubt, dass ich tatsächlich selbst Schuld an ihrem hässlichen Umgang mit mir war. Eine Lehrerin hat mal eine Frage nach übermäßiger Strenge an meine Mutter gewagt, ein Onkel hat meiner Mutter mal die Leviten gelesen … alles hat nichts genutzt. Ich bin davon überzeugt, dass ihre Prügeleien und verbalen Erniedrigungen sie irgendwie sexuell erregt haben oder ihr ein Gefühl von Macht gegeben haben. Vor Außenstehenden stellt sie sich immer als Opfer dar. Sie sei so fleißig, obwohl sie nie arbeiten war und immer schmarotzt hat, sie -die Shoppingqueen- sei bescheiden, sie sei schwer krank weil sie vor 1 Jahr eine Gallen-OP hatte, sie habe ihre Schwiegereltern bis zuletzt gepflegt – auch eine freche Lüge- also rundum ist meine Mutter ein erbärmlicher, ein ekelhafter Mensch.
    Dieser Dorn von Mutter in meinem Fleisch hat mich zu einem Menschen ohne jedes Selbstbewusstsein gemacht. ABER ich habe dagegen angekämpft und so könnt Ihr Euch auch helfen, liebe Leidensgenossen!
    Macht etwas gegen diese verkorkste Kindheit. Nehmt Euer Leben in die Hand und versucht das Beste für Euch. Lasst es Euch gut gehen, eben weil Ihr es verdient habt.
    Ich begann als legasthenischer Grundschüler, wurde auf die Hauptschule verfrachtet und habe eben diesen Willen entwickelt für mich selbst etwas aus mir zu machen. Ich wechselte nach der 10. Klasse aufs Gymnasium. Nach 6 Jahren Hauptschule war das Abitur sehr schwer für mich und aufgrund meiner Unreife habe ich mich für die falsche Ausbildung als Speditionskauffrau entschieden aber mit 28 bin ich dann ausgezogen und konnte mir endlich mein Studium finanzieren. Heute bin ich im Management eines großen Unternehmens. Ich habe aus meinem Leben gerade aus Trotz etwas gemacht. Ich achte sehr auf mein Äußeres, auch eine Form mir selbst Wertschätzung zu geben.
    Sicher hilft diese Einstellung auch Euch. Liebt Euch, erreicht etwas durch ein Hobby oder ein Ehrenamt wie Tierschutz, schätzt Euch wert, Ihr habt es mehr als verdient – gerade Ihr!

    Für die, die sich fragen, warum ich erst mit 28 Jahren ausgezogen bin zur Erläuterung: meine Eltern haben mich belogen, ich würde eine Wohnung nie zahlen können, da sie mein Kostgeld weiter kassieren wollten.

    Vor ein paar Tagen gab es einen erneuten Streit mit meiner Mutter. Sie thematisierte meine Vorwürfe der Misshandlung selbst und leugnetet sie wieder. Sie halte meine Vorwürfe nicht mehr aus. Meine Therapeutin und ich seien irre und sie möchte unter diesen Umständen keinen Kontakt mehr.
    *** Halleluja! ***
    Ich hoffe, das bleibt auch so, ich möchte nie wieder etwas von ihr sehen oder hören. Sie hat mir immer nur geschadet.
    Und ich hoffe, von Stalking verschont zu bleiben. Wird vielleicht noch kommen……

    Meine größte Herausforderung im Erwachsenenalter war loszulassen: die Hoffnung loszulassen, dass meine Eltern doch noch ihre Schuld einsehen, dass meine Eltern doch etwas für mich empfinden.
    Vor einer Woche ist mir das, glaube ich, gelungen. Ich habe akzeptiert, dass fremde Menschen oder gar Tiere mich halt mehr lieben als meine leiblichen Eltern. Ja und? Was sagt schon DNA aus? Liebe ist Liebe, fragt mal Hunde, die sind mit ihren Herrchen auch nicht verwandt und können ihre Liebe besonders gut ausdrücken. 😉

    für die ersehnte Trennung von meiner Mutter, die auch noch ganz alleine von ihr aus kam möchte ich an der Stelle offiziell sagen

    *** Danke Lieber Gott! ***

    Habt Ihr vielleicht auch ein paar Anregungen/Vorschläge für mich? Die Therapie konnte meinen Schmerz nicht heilen. Es war nur hilfreich zu erkennen, was eigentlich damals genau abgelaufen ist, was für ein Dämon meine Mutter ist und dass ein Kontaktabbruch das einzig Richtige ist.
    Immerhin!…..

    Fühlt Euch virtuell ganz dolle und feste in den Arm genommen!

  70. Anja sagt

    Ganz klar kann ich sagen, dass die Schläge welche ich in der Kindheit erfahren habe mich bis heute gezeichnet haben. Und ich bin inzwischen 47 Jahre. Mein Vater und meine Mutter waren nach Aussen die netten Eltern. was sich hinter den Hausmauern abgespielt hat bekam Niemand mit. Im Gegenteil. Meine Eltern wurden von Andere als nett und warmherzig bezeichnet. Das sagten sie mri auch. „Schau, wir werden gemocht aber mit dir will doch Niemand was zu tun haben. Und du wunderst dich dass du keine Freunde hast. Sei mal fröhlicher und netter dann mag man dich auch.“ perfieder geht’s kaum. An mir wurde ständig herumgengängelt, gemassregelt, Verbote erteilt etc. Wagte ich es mich dem zu wiedersetzen schlug mein Vater zu. Selbst im Alter von 34 Jahren hat er mich noch massiv geschlagen. Das passierte weil ich bis Dato noch immer nicht auf eigenen Füssen stand. Ich hatte keine Arbeit, war voller Ängste und Selbstzweifel und lebte von und bei meinen Eltern. Alles eine Folge des massiven körperlichen und seelischen Missbrauchs. Als Kind und Jugendliche kränkelte ich ständig, gefunden werden konnte nie etwas. Allerdings brachten sie auch Dinge wie als ich im Urlaub schwer fieberte mich zu prügeln ihnen den Urlaub nicht zu verderben und zwangen mich mit ihnen zu wandern. Wie sich nach dem Urlaub herausstellte hatte ich eine schwere Lungenentzündung und mein Vater verbot mir zum Arzt zu gehen. Ich würde nur herumspinnen und ihnen den Urlaub verderben. Dann gabs prügel und ich musste mich anziehen und so geschwächt wie ich vom hohen Fieber war mit ihnen am Strand im März bei Eiseskälte spazieren gehen. Das ich nicht gestorben bin war quasi ein Wunder. Genau war es mit meinem Blinddarm. In der Schule traute ich mich über Stunden nicht zu sagen, dass ich wahnsinnige Schmerzen hatte. Nach 4 Stunden Unterricht schlich ich teilweise festgekrallt vor Schmerzen an den Hauswänden entlang nach Hause. Zu Hause sagte meine Mutter „lass das blos papa nicht mitbekommen. Du weist der will das du zur Schule gehst.“ Er bekam es aber mit, denn die Schmerzen ei einem akuten Blinddarm sind so unglaublich heftig. ich habe vor Schmerzen alles zusammengeschrien und er schlug gnadenlos zu. Ich habe versucht mich selbst zu erwürgen, damit ich sterbe… wohlbemerkt ich war 8 Jahre. Er sah das und prügelte derart heftig auf mich ein, dass ich ihn bat mich tot zu prügeln. er verbot meiner Mutter einen Arzt zu holen und bezeichnete mein Verhalten als reines Makieren damit ich nicht in die Schule müsse. Sowas aber wolle er mir austreiben. Nach ca. aber Stunden Schmerz und rügelqualen brach ich zusammen. Meine Mutter holte aus Angst und unter Androhung er werde sich von ihr trennen einen Arzt der mich mit wehenden Fahnen ins Krankenhaus schickte. Im Krankanhaus wurde ich notoperiert und entkam knapp dem Tod. Eine Entschuldigung hat es nie gegeben. Im Gegenteil. Früher kümmerten sich auch Aupßenstehende nicht um familiäre pßrobleme. Sie schauten tatenlos zu. Vielleicht hat es auch keiner bemerkt.
    Mein Vater ist seit vielen Jahren tot und meine Mutter leugnet alles. Sie lacht weiterhin hämisch ich sei krank und müsse endlich begreifen dass ich mich ändern muss. Sie äußert sie habe Freunde nur ich nicht und das beweise, dass so wie ich bin Niemand etwas mit mir zu tun haben möchte. Das ich stets allein war weil ich mich mit dem Leben herumplage und voller Selbstzweifel und Ängste bin lächelt sie nur weg und äußert erneut ich sei gestört und nicht ganz dicht im Kopf. Ich bin sehr einsam, habe keine Freunde, meine Beziehungen gingen alle in die Brüche, 4 lange Klinikaufenthalte und unzählige Therapeuten haben nichts gebracht.
    Ich wünsche mir weiterhin nicht zu leben, da ich keinerlei Sinn in meinem Leben sehe. Und in dieser Welt in der nur die Schönen und Erfolgreichen zählen schon erst recht nicht.
    Schläge und Missachtung, also seelische Gewalt zeichnen einen Menschen für das gesamte Leben. Ich wäre für harte Strafen derartiger Eltern. Weshalb kein Freiheitsentzug Diese Menschen haben mir meine Freiheiten für mein gesamtes Leben entzogen. Ich habe keinen Partner, kein Kind was ich mir so sehr gewünscht hätte, nach dem Tod meines Vaters erst mein Studium beenden können. Das ich es nach 17 Jahren beendete erzeugte nur Gespött bei Anderen. Die Leistung mit einem derartigen Trauma so etwas überhaupt zu schaffen davon weis Niemand. Anerkennung bekommen stets die deren Leben wie am Schnürchen läuft. Menschen wie ich ernten Hohn und Spott.
    Wir sind eine Tätergesellschaft. Für die Opfer ist kein platz. Vor Jahren wurde ich Stalingopßfer eines mir völlig Unbekannten. Da ich keine Täter benennen konnte machte mir die Kripßo das Leben zur Hölle. Man beschuldigte mich selbst die Taten vorzutäuschen weil ich nach deren Auffasung aufgrund meiner Einsamkeit Aufmerksamkeit erzeugen wollte. Ich musste zu psychologen weil die Kripo es mir befahl. Dort war man der selben Ansicht. Und selbst als der Täter durch einen dummen Zufall auf frischer Tat ertappt wurde hörte man nicht auf mich zu beschuldigen. Ich könnte ohne Ende so weitremachen. Wie soll man mit all den Erfahrungen Freude am Leben haben. Es gibt derart gestörte Menschen die Andere so schwer schädigen aber nie dafür belangt werden. Im Gegenteil

  71. Jasmin sagt

    Hallo, ich habe mir einige der kommentare durchgelesen und kann nur sagen das es mir immer wieder wehtut so etwas zu lesen oder zu hören.
    Ich bin fast 21 jahre alt und habe zwei Kinder die ich über alles liebe und denen ich nie ein haar krümmen könnte. Umso schlimmer zu wissen das es sehr vielen kindern und jugendlichen anders geht und sie psychische und physischen misshandlungen ausgesetzt sind.
    Ich bin selber seit ich zweieinhalb jahre alt war von meinem vater verprügelt worden mit Gürteln auf den nackten po, mit teppichklopfern kabeln usw. Und damit war ich leider nicht allein. Meine große schwester kam in eine pflegefamilie als ich selbst noch ein baby war aber ich bin sehr froh darüber denn sie hatte bei meinen eltern genau das gleiche durchzumachen. Wir durften nicht in den Kindergarten damit nichts rauskommt. Ich habe noch drei jüngere geschwister bei denen man deutlich merkt was sie in der kindheit durchlebt haben. Meine schwester(20) ist in therapie und hat eine emotionale belastungsstörung, war seit ihrem 12 lebensjahr immer mal wieder in der psychtrie und hat mehrere selbstmordversuche hinter sich. Mein einer bruder(17) ist noch *normal* und mein jüngster bruder(15) ist auf gut deutsch eiskalt. Er zeigt keinerlei emotionen, baut nur scheiße und ist aggressiv. Wir hatten dreimal das jugendamt in Form von familienhelfern je ein paar monate in der familie und es ist eine schande das wir noch so lange zuhause waren grade weil wir ständig blaue flecken hatten. Erst als ich fast 15 war kamen wir alle aus der familie in eine noteinrichtung und von da ins kinderheim. Meine Brüder sind beide noch in betreuung. Einer im heim und einer in einer pflegestelle. Ständig wurden wir für kleinigkeiten verprügelt und fast täglich wurden wir runtergemacht. Man hätte uns abtreiben sollen, hätte man uns mal auf ne heiße Herdplatte gespritzt u.ä. ich hasse meine Eltern dafür und würde ihnen gerne das gleiche antun was sie uns angetan haben. Ich hatte nie viele freunde und war viel isoliert als ich noch bei denen lebte. Erst aus der familie rauszukommen hat mir und meinen Geschwistern endlich ein besseres leben beschert. Ich wünschte nur es wäre früher so gekommen. Ich hoffe ich kann irgendwann damit abschließen und muss nicht mehr ständig daran denken denn es macht mich immer mehr kaputt.

  72. Ina sagt

    Ich bin 15 Jahre alt. Vor der Pubertät wurde ich immer geschlagen wenn meine Eltern schlechte Laune hatten oder ich etwas falsch gemacht habe (oder eher was für ihre Augen falsch war). Dazu benutzten sie oft Gürtel, Stühle oder einfach die Fäuste.Aber auch in der Ecke stehen oder ignorieren (psychische Gewalt). Ja, meine Wut hat sich auch aufgestaut. Und wenn ich sie mal angeschrien habe oder gar zurückgeschlagen habe, wurden sie noch wütender und verprügelten mich so heftig das ich nur dabei dachte:“Bitte töte mich, lass es endlich vorbei sein“. Denn ich hatte nie eine eigene Meinung, und musste Respekt zeigen. Sie sehen das als ‚Erziehungsmaßnahme‘, dass weiß ich weil sie das auch gesagt haben. Doch das einzige was ich gelernt habe war Hass. Und ich hasse meine Eltern immer noch dafür. Doch sobald sie einen auf nett machen schmelze ich dahin.Dabei will ich sie hassen.
    Ich habe mir als kleines Kind immer eine schöne Familie gewünscht…ich war immer so neidisch auf die anderen die mit ihren Eltern gemeinsam spaß hatten und alles…
    Man sieht es mir auch nicht an das ich ‚gebrochen‘ bin. Ich passe mich stets dem meist fröhlichen Umfeld an. Aber ist okay, dann müssen sie ja sich schließlich nicht um mich sorgen. Ich weiß es klingt blöd…aber es ist nun mal so…ich bin ein wenig ‚überglücklich‘ und gehöre zu den Leuten wo man sich so was NIEMALS vorstellen könnte. Leider verspürte ich auch einfach mal das Gefühl jemanden zusammen zu schlagen…ich hab als kleines Kind öfters meine kleine Schwester (die mir vorgezogen wurde) verprügelt. Einfach ohne Grund. Obwohl ich ein sehr netter Mensch bin… Und hab eigentlich öfters Lust etwas zu zerstören, einfach ohne Grund. Ja das ganze klingt wie aus einem typischen traurigen Hollywood Film. Aber leider muss man auch einsehen das so was real ist. Ich bin wütend das die eigentlich zwei wichtigsten Menschen aus meinem Leben, meine Persönlichkeit zerstört haben. Danke, Mama. Danke, Papa. Ich will keine Kinder, dann werd ich nicht so wie ihr. Irgendwie versuche ich trotzdem zu verstehen warum genau sie das getan haben. Übrigens, wenn ich heutzutage das Thema bei ihnen anspreche wird mir auch gesagt das ich mir nur alles einbilde. Ja klar! Ich erinnere mich an jedes schreckliche Detail (Gebrüll, geweine, bin auch von zuhause weggelaufen (einfach ohne Schuhe oder Jacke rausgestürmt,so nach dem Motto: Hauptsache weg von hier, obwohl es Winter war. (Das lustige ist, ich war so zerstört das ich die Kälte schon nicht mehr gespürt habe), erinnere mich noch an viele Szenen der Gewalt,…). Mir tun alle Leute leid die ohne Liebe aufgewachsen sind, sondern nur mit ner kalten Faust ins Gesicht.Und der Artikel ist so wahr.

  73. Holger Senft sagt

    Lieber Sven,
    ich habe Deinen Kommentar vom 13.1.2015 gelesen und war sehr berührt. Schön, dass Du aus der Gewaltspirale aussteigst. Ich bin Fernsehjournalist und möchte über die Worte des Papstes zur Gewalt gegen Kinder einen Film machen. Hättest Du Lust daran teilzunehmen?
    Gruß Holger

  74. Nico sagt

    Hallo Sven, ich bin 19Jahre jung und versuche meinen Charakter zu verstehen und bin währenddessen auf deine Nachricht gestoßen.

    Du hast meinen Respekt, dass du dich von deinem alten Leben abwickeln konntest und eine Partnerin mit einer Tochter hast … so kannst du alles, was an dir Falsch vollzogen wurde, richtig machen.
    Und es stimmt, es brauch keine Schläge, denn wortgewandtes Reden ist die hilfreichste Methode, denn schlagen ist nur für die Leute, die sich selbst nicht zu helfen wissen .. oder in meinen Augen auch einfach zu dumm, das eigene Kind zu verstehen.

  75. Sven sagt

    Hallo. ich bin jetzt 36 wurde von meinem Brutkasten(Mutter) und dann später von Ihr und Ihrem neuen Eheman geschlagen. Als Kleinkind nur mit der Hand. Später dann mit Kochlöffeln, einer 9 schwänzigen Katze(Peitsche), einem Holzhammer zum Bierfass Anschlagen, Handfeger und anderen diversen Gegenständen verprügelt. Und ich war noch ein Kind das es nicht besser wusste. Es wurden Gegenstände benutzt um mich zu schlagen weil meine Mutter sich nicht mehr die Hände kaputt schlagen wollte an mir und meinem jüngeren Bruder. Mein Stiefvater verprügelte meine Mutter auch sehr oft. Einmal wollte ich Ihr helfen, weil er Sie in meinen Augen umbringen wollte. Das ergebniss war ich hab dem eine geknallt, dafür musste ich hoch springen der man ist fast 2 Meter gross. Der hat mich dann geschnappt durch das Haus geschleift und mich auf die Arbeitsplatte in der Küche geschmissen und mir ein Fleischermesser an den Hals gehalten und wollte mich umbringen. Mein Brutkasten stand daneben und hat noch nicht mal was gesagt. Heute will sie davon nix mehr wissen ist ja alles nicht passiert und ich bin ein spinner. Weil ich durch die miesen Lebensumstände zum Alkoholiker und Drogensüchtigen geworden war. Ich hab kein Selbstwertgefühl. Meine Mutter sagte mir ich kann froh sein das ich lebe. Die paar vor mir hat sie ja auch weggemacht. Und eigentlich sollte ich ja ein Mädchen werden und Manuela heissen. Welcher Herzlose Mensch sagt sowas zu seinem Kind.Ein Kind das gerade in der prägendsten Phase seines Lebens ist. Jetzt bin ich Niemand, kann noch nicht mal in den Spiegel sehen. Das einzige was mich noch Leben lässt ist meine super tolle Partnerin und meine kleine Tochter.. Komisch ist nur das meine Mutter immer sagte ich bin so weil meine Mutter mich geschlagen hat, ich kann meine Tochter sehr gut lieben. Hab die kleine noch nie schlagen müssen.Das werd ich auch nie tun. Ich hab gemerkt wenn ich mit meinem Kind vernünftig rede dann klappt das auch ohne prügel. Das war alles nur die spitze des Eisbergs aber es tut gut darüber zu schreiben.

  76. Ramona Reutter sagt

    Hallo, ich wurde auch misshandelt. Und sogar zu Klüppel geschlagen. Ich möchte hier mit meinem Beitrag Erwachsende erreichen, die Verantwortung für Kinder haben, und sie damit wachrütteln. Wenn es überhabt geht.
    Nun denn, mein Beitrag ist sicher sehr lang,aber wichtig zu lesen.

    Schrei der Erinnerung
    Der Schrei ist so laut, nur die eine Person die ihn hören sollte und ihn ausgelöst hat, hört ihn nicht. Meine Mutter. Nein ich sage lieber die Frau, der Mensch, der mir das Leben gab und die Kindheit nahm. Ich bin jetzt 53 Jahre alt. Und die Erinnerungen an meine Kindheit sind so nah, als wäre dies alles gestern passiert. Dies alles, waren Misshandlungen jeglicher Art. Von körperlicher, psychischer Gewalt bis hin zum sexuellen Missbrauch. Ich habe drei Geschwister und zwei Halbgeschwister. Denen es ähnlich wie mir ergangen ist. Nur eine Schwester von mir, von uns hatte nie, ich betone nie Gewalt durch unsere “ Mutter “ erfahren. Keine Schellen keine Tritte, und, und, und….. Nun wird der Schrei immer lauter. So das ich nun der Meinung bin ich muss jetzt alles aufschreiben. Weil, es ist was passiert. Ich musste nun leider erfahren dass meine eigene Mutter mich zum Krüppel geschlagen hat. Da nutzte es auch nicht, dass mein Vater damals in meiner Kindheit immer zu ihr gesagt hat, „bitte schlage das Kind nicht immer am Kopf, das gibt Spätfolgen an Leib und Seele bei ihr.“ Ja mein Vater sollte rechtbehalten. Nun mit 52 Jahren im Frühjahr 2013 wurde bei mir ein Aneurysma (Durchmesser 3cm) im Kopf festgestellt. Nach einer MRT Untersuchung, weil ich mein linkes Bein nicht mehr bewegen konnte(Schlaganfall). Mir stellte man dann die Frage, ob ich als Kind in einem Box- oder Fußballverein war. Nein erwiderte ich. Meine Mutter hat täglich an meinem Kopf Gewalt ausgeübt. Mit ihrer Hand (Schellen) , mit ihrer Faust (Kopfnüsse), mit ihren Füßen (Tritte). Mit Gegenständen, wie Kellen und dicke breite Holzstöcke. Sie nahm manchmal auch ihr Schlüsselbund du schlug mit dem immer wieder und immer wieder auf meinen Kopf damit ein. Die Schiebetür von einem Kleiderschrank hat sie mit all ihrer Kraft immer wieder gegen meinen Kopf geschlagen. Für jede Silbe „ Du sollst dei nen Schrank auf räum en“ Also schlug sie mir acht Mal die Schranktür mit aller Gewalt gegen meinen Kopf. Sie nahm mich dabei im Schwitzkasten, ich konnte nicht weg. Da war ich zehn Jahre. Nun wurde mir mitgeteilt, dass ich seit meinem neunten Lebensjahr dieses Aneurysma habe. Also lebte ich bis zu meinem 52. Lebensjahr mit einer Zeitbombe im Kopf. Dann Not OP. Das Aneurysma wurde geklippt und somit wurde mein Leben gerettet. Ich hatte Glück im Unglück. Bei 3cm Durchmesser war das Risiko sehr hoch das es platzt und ich verblutet wäre. Nur wie immer es ist, alles Gute ist nie beieinander. Hatte im Jahr 2013 wegen dem Aneurysma auch noch zwei weitere Schlaganfälle. Kann nicht richtig sprechen, nicht richtig laufen, mein rechtes Auge bekomme ich nicht auf. Kann meine linke Hand nicht verwenden, wegen einer Hemiparese. (Lähmung) Das heißt ich kann mich nicht alleine anziehen. Mein Schädel ist auf der rechten Seite durch die OP so deformiert, das ich aussehe wie Qusymodo. Windeln brauche ich auch. Also ich bin jetzt 100% Schwerbeschädigt, ein Pflegefall und arbeitsunfähig geworden. Aber ich „lebe“ noch. Ein bisschen.
    Ich appelliere an alle Menschen die das Glück haben Kinder zu bekommen und zu haben, mit meinem Schrei. Bitte misshandelt Eure Kinder und Enkelkinder nicht. Denn es kann nicht sein, dass Kinder zu Krüppel geprügelt werden, nur weil ein Erwachsender sich wie ein Wahnsinniger verhält. Seinen ganzen Frust an ein unschuldiges Kind auszulassen ist abartig. Ja die Frau die sich meine Mutter nennt ist abartig. Und sie ist heute mit 74 Jahren immer noch abartig. Beleidigt die Menschen in Ihrem Umfeld und schwärz sie an. Das macht sie mit Fremden sowie mit ihrer eigenen Familie. Sie ist so ein von Hass zerfressender Mensch, das man nur Reißaus nehmen sollte. Sie schaffte sich Tiere an, um sie zu quälen und dann zu töten. Ob sie heute noch Tiere quält und tötet weiß ich nicht.
    Ich weiß nur dass sie mich zum Krüppel geschlagen hat.

    Erster Schrei
    Das Erste Mal, da war ich 2,5 Jahre. Ich kann mich noch sehr genau an meine erste Misshandlung erinnern. Weil sie war sehr schmerzhaft. Mein Vater wollte seinen Freund mit seinem Roller besuchen fahren, ich wollte mit. Meine Mutter wollte es nicht, dass ich mit fahre. Mein Vater fuhr dann alleine. Meine Mutter ist mit mir dann in die Waschküche gegangen um bei der Kochwäsche die Seifenlauge in eine Zinkwanne abzulassen um dann bunte Wäsche einzuweichen. Ich hatte einen Bock und hatte immer lauter wie am Spieß geschrienen. Hatte auf einer Hutschbank gesessen. Da kam meine Mutter wie eine Bestie auf mich zu, nahm mich und setzte mich in die sehr heiße Zinkwanne zu der bunten Wäsche und sagte jetzt kannst du schreien, jetzt hast du einen Grund. Ich hatte eine dunkelblaue Stumpfhose aus Kunststoff an. Diese hatte sich durch die Hitze in meine Haut gefressen. Die Brandnarben habe ich noch heute. Im Haus hatte meine Mutter mir die Stumpfhose ausgesogen. Und somit auch meine verbrühte Haut mit abgerissen. Sie ist mit mir auch nicht ins Krankenhaus gegangen. Erst als mein Vater nach Hause kam ging er dann mit mir ins Krankenhaus. Da hieß es dann ich sei aus Versehen in die Wanne gefallen.

    Zweiter Schrei
    Ab meinem dritten Lebensjahr hatte meine Mutter mich ab und an auf unbestimmte Zeit mit dem Zug zu ihrer Mutter verbracht, wo ich dann auch ab da an von meiner Oma sexuell missbraucht wurde. Ich sollte mich auf den Bauch legen zum Fieber messen. Sie nahm zum messen ihre Finger und hatte mein Rücken abgeleckt und so komisch geatmet. Und hat laufend stöhnend gesagt ich hab dich lieb. Als ich wieder zu Hause bei meinen Eltern war, kann ich mich nur insoweit erinnern, irgendwann hatte meine Mutter mit mir Mittagschlaf gemacht. Und weil ich wollte, dass meine Mutter mich endlich lieb hat, habe ich dann bei ihr dasselbe gemach, was meine Oma bei mir gemacht hat. Ja was soll ich sagen. Ich wusste es nicht anders. Das, das falsch ist. Das ganze Gegenteil ist passiert. Meine Mutter hat mich aus dem Bett getreten, in den Flur geschliffen. Mich massiv so verprügelt, dass ich eingepullert hatte, und damit ich nicht mehr so laut schreien kann, hat sie einen vollgepullerten Socken als Knebel in meinen Mund gesteckt. Danach hat sie mich in den Keller eingesperrt, weil ich ihr zu verstehen gab, dass doch Oma das auch schön fand. Und ich das meiner Mutter auch schön machen wollte, damit sie mich endlich lieb hat und mir nicht mehr weh tut.

  77. Mit unbeugsamem Ernst rate ich Dir:
    Setze ganz oben auf Deinen Tagesplan:
    Die Suche und das Finden einer kompetenten
    begleitenden Fachkraft. Nicht das Thema zerreden, nicht immer nur schimpfen, sondern tatsächlich brauchbare Hilfe suchen und finden. Denn `gewollt zu sein oder nicht gewollt zu sein zieht sich durch ein ganzes Leben – jeder Tag zählt, nichts kann man ungeschehen machen, aber die Perspektive erweitern, sich zunutze machen, was Du auch bekommen hast: Resilienz (Überlebensstrategie) – wozu natürlich auch Schimfpen gehört, teils berechtigt. Aber dabei muss es ja nicht bleiben. Seit einiger Zeit sind die Hilfen für Kinder, die auf diese Weise traumatisiert wurden, in Deutschland besser. Und die Krankenkassen sind sensibiliert und bezahlen die Therapien. Und es lohnt sich. Vor allem lohnt es sich, mit 18 etwas in der richtigen Richtung zu tun und nicht mit 58.
    Alles Gute! Roland kann Dir bestimmt noch einen Tipp geben, wo und wie Du therapeutische Begleitung findest.

    Jetzt mit 60 glaube ich, dass diese Geschichten, die in den Kommentaren zu diesem Artikel gelistet sind, gar nichts Besonderes sind. Besonders ist das Gegenteil: Einfühlsam, achtsam und aufrichtig zu sein, vor allem zu den eigenen Kindern.

    Schönen Feierabend allerseits.
    Karl

  78. bloodz@live.de sagt

    Hallo,bin ich auch misshandelt worden von mutter und stiefvater 18 jahre lang die mutter war ein Dämon verkleidet als mensch eigentlisch will ich nur sterben ich weis nicht warum ich dass verdient habe denn ich hatte niemand was zu leide getan ich kann nicht und werde nie verstehen wie man zu eigene Kind so seien kann

  79. Guido sagt

    Mit 12 ist meine Mutter mir und meinem Bruder mit dem Hammer hinterhergelaufen und brüllte, sie wolle uns umbringen. Ein anderes Mal sagte sie, dass mein Vater sie vergewaltigt hat und ich deshalb geboren wurde. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie mich mal in den Arm genommen hat oder gelobt hat. Emotionale Arktis. Ich habe Drogen genommen, gleichzeitig Alkohol und Tabletten. Ich wollte nicht mehr leben, aber habe durch ein Wunder die Kurve gekriegt. Später habe ich geheiratet und bin Vater von 2 Kindern geworden. Irgenwann habe ich gemerkt, dass diese Frau viele Verhaltensweisen meiner Mutter hatte. Sie war eine Sadistin. Mein kleiner Sohn wurde von ihr schwer misshandelt, mein großer Sohn wurde „nur“ mit dem Gürtel verprügelt. Ich hoffe, dass die Therapie meinen kleinen Sohn wieder normal werden lässt und er nicht sein Leben lang die Psychatrie besucht. Ich habe erkannt, wie ich durch die Kindheit geprägt bin. Meine Ex-Frau hat quasi das weitervollzogen, wo meine Mutter aufgehört hat. Erst durch eine Psychotherapie habe ich emotional verstanden, dass ich ein vollwertiger Mensch bin und habe dadurch nun eine empathische Partnerin gefunden.

  80. Mattes sagt

    Liebe(r) noname15,

    Ich gehe gegen 50, mit einem sehr ähnlichen background. Und bis heute versteh´ich nicht, wie jemand sein eigenes Kind so behandeln kann.

    Inzwischen weis ich, das ich mir eine dicke Mauer um mich rum gebaut habe, in die ich niemanden mehr reinlasse, selbst wenn ich wollte, weil mich niemand jemals wieder verletzen und erniedrigen soll. Das ist der Preis dafür (wofür eigentlich?), und, ich habs schonmal hier geschrieben, daß man sich selbst und niemanden anderen vertrauen kann ist grausam. Denn was dich jetzt nicht umbringt, das wirkt erst später! Bin fassungslos.

    Ich bin mit 17 ausgezogen, über Nacht, und hab mich Jahrelang nichtmehr gemeldet. Liebe ich meine Mutter? Ehrlich, ich kanns nicht sagen.

  81. noname15 sagt

    Hallo, ich bin 15 und werde auch ebenfalls oft von meiner mutter geschlagen, aber am meisten werde ich von ihr runtergemacht, sie schreit mich an wegen dingen, bei denen ich keinerlei Schuld trage. Sie beschimpft mich mit Wörtern, die ich lieber nicht erwähne. Ich habe kaum Selbstwertgefühl. Aber was mich nicht umbringt macht mich nur noch stärker. Ich bin eine gute schülerin, ich rauche nicht, habe keine Beziehungen oder sonstiges. Ich sitze eig. Fast immer zuhause und muss irgendwas für meine Mutter machen
    Ich habe Angst dinge falsch zu machen, ich kann mich bei anderen nicht durchsetzen. Ich denke manchmal an Selbstmord. Ich stehe jeden tag auf und mache jeden tag dasselbe von morgen bis hinein in die Nacht.
    Ich fühle mich für alles schuldig. Ich bin sehr sensibel. und trotz der Schreie meiner Mutter liebe ich sie. Ich liebe sie so sehr, diese Liebe verdient sie nicht einmal von mir. Sie schreit mich an oder schlägt mich wenn ich nur etwas nicut finde das ich holen soll. Sie schreit wenn ich ihr nicht auf Kommando gehorche. Keiner sieht meinen Schmerz, wahrscheinlich interessiert sich auch keiner dafür. Ich widerspreche ihr kaum, in mir lodert ein Haufen von Aggressionen und Wut die ich ehrlich gesagt manchmal an Freunde rauslasse.
    Ich habe Herzschmerzen wenn sie schreit.
    ich lerne öfter für die schule, wofür meine mutter mich sogar lernbehindert nennt. Das tut mir weh, wenn sie sowas sagt nur weil ich für die schule lerne, nur weil ich mal etwas im Leben erreichen will. Ich will niemals so sein wie Sie.

  82. barbara sagt

    Hallo,es ist wahnsinn was man alles erlebt hat.Bin nun 50 und es wurde erst jetzt Ptbs festgestellt,habe 2 söhne,einer hat Borderline und ich gebe mir die Schuld allein.Ich wurde absolut gewalttätig von meinem Stiefvater erzogen und mit Militärgürtel,Schuhen,Kleiderbügel usw. traktiert und massivst misshandelt,das essen bekam ich 3tg.später noch,welches ich nicht essen wollte.oder er hats mir in den Mund gestopft,musste in der nacht im Schlafzimmer nackt in der ecke stehen und reihen aufsagen.
    oder wurde in den keller geschleift und dort auf einem stuhl sitzen lassen,meine mutter konnte seehr gut würgen am hals zur strafe…haute öfters ab als kind,aber keiner half mir,heute bin ich schwer krank und bin in therapie und renten abklärung und in therapie.alpträume,flashbacks,und alles mögliche hat mich eingeholt,ein kaputter mensch.

  83. Laura sagt

    Hallo ich habe vor kurzem meine Psychotherpie beendet, eigentlich schon letztes Jahr, aber dann kamen einige Ereignisse/ Rückfälle bezüglich meiner Schweren Muster zurück die sich auch hartnäckig halten, trotz “ Genie von Therapeut“. Dem ich zutiefst unendlich dankbar bin.Ich bin heute 30 Jahre alt, begonnen hat es, als ich laufen lernte, was recht früh geschah durch den „Ehrgeiz“ meiner Eltern. Versuche es, so kurz wie möglich jetzt hier zu halten. Von da an begann mein Vater sein Familientrauma Gewalt( armenische Ausrottung, Morde, Vergewaltigungen vor allem das trennen der Familien zwangsislamisierung, zwangkonvertietung, Ehemänner wurde die Frau „entliehen“andere Namen bekommen, gefälligst türkisch sprechen, denken, handeln, Bildung und andere diverse SONDERGEBOTE AUFERLEGT WURDEN wie z.B. Nicht noch weitere 3-4 Sprachen zu sprechen in der Öffentlichkeit und gezielt Hochschulbesuche und andere staatlich Höhere Ämter oder sonstiges ((Lehrer,Beamte,Pharrer)) , wurde selektiert die eine kaum zählbare Zahl von Tausenden die in der Türkei lebten auf 12 Personen sich zu beschränken hatte. Worauf ich hinaus möchte ist die kollektive geistesgestörte Gewalt die erlebt worden ist und die Folgen von 1915 mit in meiner Biographie mit hineinspielten, die andere Geistesgestörtheit, die individuelle. Weiter im Kontext,da kaum ganz einer Generation alles was geschah zu verarbeiten, sprich gelang „alles was zerstört worden ist grob- sowohl auch feinstofflich loszulassen und der rote Fäden sich ebend zog…breche an dieser Stelle ab da ich merke… Zu lang wird:)
    Nun weiter zu meinem schlagendem Vater, dem ich trotz christlichen Hintergrund Therapie( – Auseinandersetzung etc.) täglich mich im vergeben übe mit aller Kraft und Anstrengung heute noch
    , aber es ist und bleibt lebendig im jeden Moment. Ich bin introvertriert, Einzelgängerin und bei Menschenkontakt immer noch schwer mit Ohnmacht, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein Gegühlen zu kämpfen und eben doch dann ab Nabel abwärts trenne, gesundheitlich Golgen seines auf mein Rücken eintreten und in dies Bei erregen und sonst such andere Schlagarten, ich 4 Bandscheibenvorfälle hab, bei wiederkontaktieren aufnähme Nfsng diesen Jahres zu Familienangehörigen dermaßen getriggert war, 3 Unfälle hatte wegen meiner massiven Dissoziationen trotz bewusstem Steuern von achtsamkeits und Mitgefühl und jetzt zuhause liege keine Sfreunde, FMilie, BekNnte, NachbRn vBe die helfen bei einem vorderem Kreuzbandriss, Meniskusrisse,Außenbandriss und Even zwei neuen. Anscheibenvorfällen . Dann liege ich so wie jetzt da und denke mir alles hat doch einen Sinn, und mir fällt es unglaublich schwer zu akzeptieren, der Mensch der aus mir geworden ist und soviel von meinem gewalttätigem Vater lebendig ist, das es sich oft so anfühlt als sei ich er. Seit 2007 Klinikaufenthalte, jobabbrüche etc. Soviel liegt im unbewusste. DS daherschwätzt im er wieder nur Jf meine erlebten Ereignisse mit ihm und meiner narzitischen Mutter zurückzuführen so d. Vor allemim Kleinkindalter sogar letztes Jahr, unangenehm das auch jetzt hier und so erwähnen zu müssen, ( jemanden zu schlagen, weil man selbst mit seinen Komplexen nicht fertig wird und dich Hilfe sucht) er noch mal ein letztes mal zuschlug und ich mich nicht scheute zurück zu schlagen ( total asozial wie ich finde, schäm überkommt mich erneut und nimmt keiN Ende, vor allem als FRAU so zu sein mit dem Aussehen und der Bildung total kontrahär wahnwitzigerweise ist) nur das zurückschlagen sehr schwer belastet hat und heute noch mitnimmt, das ich nicht dann besser bin gewiss, aber was ist einmal zurückschlagen, gegen
    23 Jahre ritualisiertem Schlagen im Verborgenem, ohne das JEMAND es mitbekommt. am schmerzlichsten ist und bleibt für mich dabei, das ich Tochter, also weiblich bin, mich nie so fühlen durfte/ konnt e, Verhalten ebenfalls. Ich habe keine Frau bisher kennengelernt , die auf brutalste Weise von Ihrem Vater schon von Kleinkindalter und auch als Mädchen wie gesagt überhaupt so wirklich zusammen eingeschlagen wurde, ( Vergewaltigungen usw. schon, 3/4 mal kam auch das vor in meinem Grundschulalter)als sei ich „ein Junge“ ( hat sich auch im Laufe der Therapie geklärt, das meine Eltern aus Ihrer Vorgeschichte/ Schmerz herraus,was ich versuche mit „ist mir egal Einstellung“, ihr habt die Verantwortung für mich gehabt, und die rollenumkehr auch heute nich, weiterhin für mich persönlich ein emotionales Verbrechen an einem Menschen ist der nie wieder bzw. Nicht so auf die beine kommt wie ich mag
    Sie haben mich nie gesehen und geliebt wie ich bin, das ist kein Selbstmitleid, im Gegenteil bis heute eine schmerzliche Feststellung und eben tief verletze Weiblichkeit die meine relativ Sexualität zerstört hat und das tiefe Vertrauen das jemand bei mir bleibt, nach dem Motto: bis das der Tod scheidet massivst in Frage gestellt ist, aufgrund der mangelnden Standfestigkeit gegenüber meinen Grenzen.
    Wie ich das heute weiterhin verarbeite? Kostet mich den ganzen Tag und kostet mich Isolation, weil sehr empfindsam bin und auch bei kleinen Und feinen Energieentzug durch andere subtil geschehend, mein inneres Kind und der heutige Erwachsene nicht meine Grenzen durchsetzend und authentisch dabeizubleiben vertreten kann, ohne dabei hinterher nicht somatisch zu reagieren. Die Wahl zwischen Im Rollstuhl zu landen und Selbstmordgedanken Wechseln sich ab, trotz guter Therapien, die ich hinter mich gebracht habe.ich denke ich kann „LEIDER“ nur sagen KINDHEIT prägt eben doch, und das Gerede das Kindheit keine Entschuldigung für jetziges Verhalten ist, trotz Übenden “ Umgang finden“, sehr sehr mühselig ist etwas sich auf zubauen ohne das man es selbst wieder zerstört durch feine kleine jedoch ausschlaggebende( in dem Moment) Fehltritte. Ich habe versucht im Sommer schriftlich welche zu erreichen und auch letztes Jahr Sommer wie gesagt schriftlich und paar sehr sehr kurze Telefonate Familie“ zu erreichen“ der Klassiker werden jetzt einige denken;) aber stellte fest und mir kam nur zu Ohren ich sei zu empfindlich und wir möchten mit Dir nichts zu tuen haben, Erfindung lügst und die Familie auseinander zerreißen willst, was völliger Humbug ist. Ich begAnn. M.B Rosenberg usw. Kurzfassung es kam ein mich nicht ausreden lassen oder zuhören und meine selbstherrlichen Eltern „mit neuen/ weiteren Angriffen“ kamen inform von ich bin bedürftig hilf du mir bitte, einseitge kommunikation weiterzuspielen gedenken. FRUST sehr lange viel jahrelang zuvor, heute gerne Kontakt will, Ber eine SMS oder Telefonat nicht mal für / Minuten möglich ist in denen es nicht um ihre alleinigen Bedürfnisse nur geht und Eben ich auch endlich authentisch und so gesehen werden will wie ich bin und nicht wie die mich haben wollen. Dann kamen RatSCHLÄGE und eben eriterhi. Deren denke ich aus Gewohnheit,verbale Gewalt auf mich zu. Untermalt wird das ganze bis heute, deren Bedürftigkeit, das ich gestört sei und endlich mal meine empfindsame Phase überwinden möge. Nichts verstanden so muss ich leider Grenzen soweit ziehen und pflegen was mich eben so fertig macht, dAs ich zunächst nur Geburtstage und Feiertage fernblieb sondern nun mehr seit den letzten 3 Jhrdn weihnachten und Co. In Einsamkeit verbringe. Danke wofür auch immer es gut sein soll, komplett und für ewig diesen schman von bindungsunfähigkeit und misstraurigkeig dazugehörend wie Atemluft „da ist“. Ich sehe und achte euch in Liebe Laura, eine Zeitgenossin die hofft, vergibt jeden Tag sei es auch nur paar Minuten im Hier und jetzt und in vollkommener Liebe dableiben zu können:)

  84. Anni sagt

    Ich bin erschüttert und zutiefst bewegt von allem was ich hier lese, und ich bin nicht allein mit dem was ich erlebt habe.
    Heute bin ich 50 Jahre alt und habe mich einigermaßen ausgesöhnt mit meiner nicht liebenden und schlagenden Mutter. Heute weiß ich, dass sie es nicht besser konnte, sie wurde selbst geschlagen und selisch mißhandelt. In Aufstellungsarbeit habe ich dieses Thema bearbeitet und viel Verständnis für mein Mutter entwickelt und ihr so auch verzeihen können. Aber die selischen Narben sind da, wenn auch bewußt. Ich wurde nicht annähernd so viel geschlagen wie meine Schwester, aber viel schlimmer: ich musste immer den Holzbügel herholen, mit dem meine Schwester dann auf den Kopf geschlagen wurde. Machte ich das nicht, weil ich meine Schwester schützen wollte, bekam ich die Prügel ab. Der Glaubenssatz, der sich damals gebildet hat „Egal was ich mache, ich werde für meine Liebe bestraft“ hält sich bis heute. Ich habe versucht, meinen Bruder zu retten. Vielleicht durch mangelnde Mutterliebe hat sich bei ihm eine schwere Phsychose entwickelt und ich habe mich 8 Jahre lang intensivst um ihn gekümmert, bis ich nicht mehr konnte. Als Dank dafür hat er sich mit knapp 30 Jahren das Leben genommen. Er hat mir schriftlich die Schuld dafür gegeben! Und wieder war es da „Ich werde für meine Liebe bestraft“. Das Ende meiner Ehe war ähnlich behaftet, wir waren 15 Jahre sehr glücklich, wollten zusammen alt werden, dann bekam mein Mann Krebs und verstarb, das einzige was ich in meinem Schmerz denken konnte war: „Ich werde für meine Liebe bestraft“ Diesen furchtbaren Glaubenssatz bearbeite ich nun schon so lange, aber er taucht immer wieder auf.
    Gott sei Dank hat sich durch den Tod meines Bruders vieles in unserer Familie geändert und meine Mutter weiß, dass sie ganz viel falsch gemacht hat. Wir können darüber reden, nur ungeschehen machen, das können wir nicht. Ich habe übrigens aus Angst, eine ebensolche Mutter zu werden, keine Kinder bekommen. Meine Schwester hat sich getraut und ist eine wunderbare, sanftmütige Mutter, die ihre Liebe zeigen kann. Mein Bruder hatte keine Chance, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden, er hat seit seinem 20. Lebensjahr ein Leben zwischen geschlossenen Anstalten und Wiedereingliederungen verbracht.
    Mit Beziehungen ist es seit dem Tod meines Mannes bei mir schwierig, er hatte eine ganz behütete Kindheit mit wundervollen Eltern und auf seine Art ganz viel Wärme und Verständnis für mich. Die Zeit mit meinem Bruder hat er ja miterlebt und mich immer unterstützt und aufgefangen. Noch heute lebe ich mit seiner Mutter in einem Haus, allerdings in abgetrennten Wohnungen. Bei ihr finde ich oft die Wärme, die ich bei meiner Mutter immer vermisst habe.
    Trotz allem hält unsere Familie sehr zusammen, wir helfen uns immer, so wie wir können, der eine mit Herz und Mitgefühl, der andere mit Geld oder ganz praktischer Unterstützung. Und darauf sind wir auch stolz, denn wir versuchen das Erlebte aufzuarbeiten, es anzunehmen und damit offen umzugehen. Ist nicht immer leicht, aber wir kommen voran.
    Übrigens hat das Schlagen aufgehört, als meine Mutter ihren jetzigen Ehemann kennenlernte, der brachte Sicherheit und Entlastung in unsere Familie und noch einen Bruder. Seit 40 Jahren sind die beiden nun verheiratet und er ist der beste Vater, den man sich vorstellen kann. Und seit einigen Jahren kann meine Mutter sogar sagen: Ich liebe Euch!

  85. Mattes sagt

    @ Rolli:
    Hab ähnliche Erfahrungen, z.B. das „Essensdrama“ jeden Sonntag mit Strafe, Schläge etc. Bin jetzt fast 50.
    Früher dcht ich: ja, alles kein Problem, wird schon.

    Die wirklichen Folgen zeigen sich aber (m.Erfahrung nach)erst viel später! Wenn dir die X-te Frau wegläuft, weil du bestimmte „Macken“, z.B. beim Essen entwickelst, oder den X-ten Job velierst, weil du irgendwie niemanden wirklich vertrauen kannst aus Angst, verletzt zu werden, etc, gäbe noch viele Beispiele.

    Will sagen: Geh zu einer Beratungsstelle, such dir nen sympatischen Typ und erzähl deine Geschichte. Allein das hilft. Der Berater kann durch Erfahrung abschätzen und dir eine neue Sicht der Dinge geben.

    Denn ich behaupte: je stärker und länger man versucht, unbewusstes wie Angt oder Misstrauen oder ein geringes Selbswertgefühl und so, einfach „wegzudrücken“, desto übler wird wenn ds mal hochkommt.

    Ich ärgere mich, wirklich! „Ach, hätt ich doch schon früher gewusst, was das alles bewirkt hat, dann hätte ich villeicht was ändern können.“

    Viel Erfolg!

  86. Merle sagt

    @ Rolli. Hi, ich wurde auch von meinen Eltern geschlagen und zum Beispiel an den Stuhl gebunden, wenn ich nicht aufgegessen hatte. Oder ich hab eine Ohrfeige kassiert. Außerdem wurde mir oft mit erhobener Hand gedroht und ich hab immer sofort angefangen zu heulen. Das kam zwar nicht jeden Tag vor, doch das hat gereicht..Seit ich mich erinnern kann, heule ich wegen jeder Kleinigkeit. Auch wenn Papa in mein Zimmer kommt und mich irgendwas fragt, kommen mir die Tränen. Und das schlimmste an der Sache ist, dass ich nicht kontrollieren kann, wieder aufzuhören. Das führt dann wie immer zu einem Streit und am Ende bin ich diejenige, die an allem selbst Schuld ist.
    Bis jetzt habe ich das nicht in den Griff bekommen. Nach so langer Zeit schwinder die Hoffnung, dass das mal aufhört (seit ca. 12 Jahren; bin 16)
    Ich glaube je mehr du dich da reinsteigerst und drüber nachdenkst, was passieren wird wenn du geschlagen wirst, desto schwieriger wird es nicht zu weinen. Ich würde schon bei dem Gedanken anfangen zu heulen. Ich empfehle dir es einfach auszuprobieren und zu diesem Kampftraining zu gehen. Versuch dran zu denken, dass du da bist um Spaß zu haben und dich auszupowern und nicht zum weinen. Vielleicht hilft dir das Training sogar, deine Emotionen in den Griff zu kriegen. Nachdem ich mit Golfen, Badminton und Reiten angefangen habe, ist es ein bisschen besser geworden. Ich hoffe ich konnte dir wenigstens ein bisschen helfen 🙂
    Viel Erfolg, LG Merle

  87. Ihre Angst vor Schlägen oder schnelle Bewegungen ist natürlich ein schlimmes Erbe Ihrer Kindheitserfahrungen.
    Das geht fast nur mit einer Therapie weg. Entweder Verhaltens- oder Traumatherapie, evtl. auch Klopftherapie.
    Zahlt meistens die Krankenkasse, wenn der Behandler eine Kassenzulassung hat.

  88. Rolli sagt

    Hallo,
    ich habe eine Frage und ich hoffe jemand kann mir dazu etwas beantworten 🙂
    Ich wurde in der Kindheit auch öfters von meinem Vater geschlagen. Meistens wenn er betrunken war und ich nicht das gemacht habe, was er von mir verlangt hat. Auch wegen Banalitäten wie z.B. das ich mein Mittagessen nicht aufgegessen habe (was öfters vorkam). Hat dann auch mit zunehmenden Alter aufgehört. Eigentlich finde ich es gar nicht so schlimm. Also habe jetzt keine Albträume oder sonstiges. Aber was mir im Laufe meines Leben aufgefallen ist (bin inzwischen 22), dass ich immer wenn ich verletzt wurde, ich sofort angefangen habe zu heulen. Also mir sind so wie reflexartig die Tränen aus den Augen gelaufen, ohne das ich was dagegen tun konnte. Auch zuck ich sehr schnell zusammen und verkneif die Augen, wenn mir etwas ins Gesicht fliegt. Wenn jemand nur so aus Spaß andeutet er würde mir ins Gesicht klatschen, zucke ich sofort zusammen. Ich denke das es was mit meiner Kindheit zu tun hat. Hab halt oft mit der Handfläche eine aufs Gesicht bekommen ^^ Weiß jemand was man dagegen tun kann? Ich würde gerne eine Kampfsportart erlernen. Habe jedoch Angst, dass ich anfange zu heulen falls ich eine auf die Fresse bekomme. Wäre ja auch ziemlich peinlich. Ich habe mich auch noch nie geschlagen und habe auch Angst davor. Nicht wegen den Schmerzen, sondern das mir gleich die Tränen laufen werden sobald ich mir eine im Gesicht fange. Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Falls jemand ein Tipp oder Rat hat, immer her damit 😀

  89. Hallo Ida,
    ja, Warnsignale gibt es. Wenn Sie eine psychische Störung entwickeln (Depression, Zwang, Sucht etc.) oder starke aggressive in Gedanken oder Impulsen gegen sich oder andere wahrnehmen, wäre es Zeit, professionelle Hilfe aufzusuchen.
    Ansonsten ist es wichtig, dass Sie sich von Ihren Eltern lösen, äußerlich haben Sie das ja getan aber es kommt auf die innere ablösung an. Nichts mehr von ihnen erwarten oder erhoffen und sich auch nicht dauernd damit beschäftigen, indem Sie mit anderen darüber reden.
    Verarbeiten, akzeptieren und Loslassen, darum geht es. Es ist durchaus möglich, dass man das alleine schafft. Nur unterstützt das wieder die meist ohnehin vorhandene Überzeugung, dass man wie als Kind alles alleine machen muss.

  90. Ida sagt

    Seit einigen Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv mit den körperlichen und emotionalen Misshandlungen durch meinen Vater. Meine Erinnerungen an derartige Vorfälle beginnen etwa in meinem vierten Lebensjahr. Geschlagen wurde ich das letzte Mal mit 14, während die emotionalen Verletzungen solange stattfanden, bis ich bei meinen Eltern auszog. Danach hat mein Vater aber nach wie vor versucht Einfluss auf mein Leben, meine Gedanken zu nehmen.
    Ich habe aufgrund einer Entschuldigung (er ist inzwischen in Therapie) seinerseits etwa zwei Jahre versucht, ihm seine Wandlung zu glauben und eine Beziehung aufzubauen. Es hat nicht geklappt. Seine Art mir gegenüber hat sich in entscheidenden Situationen nicht verändert und die besagte Entschuldigung kann ich nicht ernst nehmen, da er sich an diese Geschehnisse nicht erinnern kann und somit sehe ich es inzwischen so, dass ich den Kontakt zwar höflich halte, aber definitiv auf Abstand. Zudem habe ich begonnen ihn beim Vornamen zu nennen, anstatt Papa (fand ich längst überfällig.

    Als Kind wurde es mir verwehrt und nun mit 30 ist er zwar immer noch vehement dagegen, kann mich aber nicht mehr dazu bringen) . Ganz umgehen lässt er sich nicht, da meine Eltern immer noch zusammen sind. Meine Mutter hat auch Fehler gemacht, aber sie bereut von Herzen und ist bereit diese Dinge mit mir zu klären. Sie ist kein gewalttätiger Mensch, nur leider recht schwach und geringem Selbstwertgefühl und so blieb meinem Bruder und mir der Schutz durch sie verwehrt. Unbegreiflich ist mir allerdings, dass sie diesen Mann nach all diesen schrecklichen Jahren für uns noch positive Gefühle entgegenbringen kann, ihn lieben kann, eine sexuelle Beziehung führen kann.

    Vor allem seitdem ich selbst Mutter geworden bin, begreife ich das überhaupt nicht mehr. Ich spüre generell noch viel Wut in mir und spreche oft über die Erlebnisse, die mich beschäftigen und das auch sehr offen. Ich habe das Gefühl, dass mir das hilft und ich auch ohne Therapie ein schönes Leben habe und haben werde. Eben weil ich nicht versuche zu verdrängen, zu verharmlosen oder gar zu vergessen. Dennoch bekomme ich öfter von Leuten, die sich meine Geschichte anhören, gesagt, dass wäre ohne Therapie nicht zu bewältigen. Ja, ich weiß, dass eine aufgeschwatzte Therapie von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Ich denke, eine Therapie würde mir wohl helfen das Ganze schneller zu verarbeiten und womöglich generell effektiver, aber ich möchte es gerne alleine bzw. durch Gespräche mit meinem Mann, meiner Mutter, Freunden schaffen.

    Da ich nicht den Eindruck habe, dass meine Kindheit so negative Auswirkungen auf mein jetziges Leben hat, dass es mich eher belastet als herausfordert, kann das funktionieren, meine ich. Meine Frage ist, bei welchen Anzeichen sollte ich diesen Standpunkt nochmals überdenken? Gibt es so etwas wie Warnsignale oder ist das sowieso wieder so individuell, dass man da so eben keine Aussage zu machen kann?

  91. Klar ist, dass Wut und Verzweiflung niemandem hilft, im Gegenteil.
    In der Situation helfen Fachleute, die es ja in unserem Land gibt.
    Erste Anlaufstelle kann der Hausarzt sein, der dann eine Therapie einleitet.
    – Nach meinen nun 60 Jahren Erfahrungen zu diesem Thema aus allen nur denkbaren Blickwinkeln, vor allem auch als Betroffener, kann ich feststellen: Schlagen tun die Eltern, die etwas zu verbergen haben. An erster Stelle schlagen sie sich selbst. (ist für niemanden Rechtfertigung oder gar Trost – es ist ein aberwitziger Wahnsinn) Mein Töchterchen leistete sich im Alter von 3 Jahren den folgenden Versprecher: „Der Vater von der Anna {Theologiestudent, Mutter = Pädagogikstudentin} hat sich ganz dolle auf seinen Schwanz geschlagen!“
    Als ich ruhig nachfragte, erzählte sie mir, dass ihre Kindergartenfreundin Anna wieder mal von dem Vater (von der Mutter sonst auch) irre geschlagen worden war. Alle hörten ständig davon, niemand unternahm etwas.
    Anna war ein sehr zartes, stilles Mädchen, ging hier in den Uni-Kindergarten, sie sprach nicht mehr. Wenn ich die Eltern sah, einige Male, wirkten sie sehr ruhig und nett.
    Meine jüngeren Erfahrungen zu diesem Gewalthema ist, dass die Folgeschäden etwas „abgefedert“ werden, wenn der/die Geschädigte die Wahrheit herausfinden:
    Warum waren die so? Warum haben die das gemacht.
    Alles denkbar Gute!

  92. Hallo,
    in der Rache feststecken zu bleiben, heißt, das Trauma immer zu wiederholen. Es geht aber darum, es hinter sich zu lassen. Das schafft man meist nur mit einer guten Psychotherapie.
    Gegenfrage: Was für ein Mensch können Sie noch werden mit den Prügeln?

  93. wolf juelicher sagt

    Mann der Artikel ist mir sehr unter die Haut gegangen.
    Ich konnte die Schläge gleich wieder spüren. Mich hat körperliche permanente Gewalt von Kleinkindbeinen an sowohl zum drogensüchtigen emotionsgestörten Krüppel als zu einem mit zunehmendem Alter immer bösartigem und gemeinem Menschen gemacht.Ich hasse die Bastarde de mir das angetan haben. Meine Drecksmutter meinen Naziopa mein Scheissdreckskanakenstiefvater.Letzteren am meisten.
    In meinen Phantasien töte ich sie alle auf die Ultrabrutale
    Abstechen aufhängen die Kehlen durchschneiden aufbrechen und ausweiden. Vor dem Umbringen endlose Folter. Es gibt nur die Angst vor Knast die mich hindert.Moralisch haben die ihr Leben verwirkt und jede Form der tätigen Bestrafung verdient durch mich.Die haben mein Leben zerschlagen bevor es losging.Jetzt bin ich dran. Ich will sie jammern und um ihr Leben bettel hören. Die Vorstellung erregt mich sogar sexuell.Tot allen schlagenden Elternnazischweinen.
    Und immer die Frage was wäre ich für einer geworden ohne die Prügel..

  94. Michael sagt

    Hallo Jessi, sollte dieses wirklich stimmen dann solltest du es melden und zwar so schnellst wie möglich denn deine Seele erhält irgend wann einen richtigen knacks so wie bei mir ich trage diesen Schmerz heute noch mit mir rum! wem solltest du es sagen suche dir den bestmöglichsten freund/in und gehe mit ihm/ihr dann den richtigen weg!!!

  95. jessi0000011177 sagt

    Meine eltern schlagen mich und mein bruder wen ich etwas nicht sofort mache aber was hat mein bruder damit zu tuhn der tut so als wer er mein vater und meine mutter hat ihn nie geschlagen immer mich und er darf mich schlagen aber ich will keinem etwas davon sagen ixh habs nur meiner aller besten freundin gesagt und ich werde echt sauer wen die mich schlagen will ich mir immer weh tun 🙁 und ich will das niemanden sagen ich habe angst weil ich krieg dan aerger wen meine eltern davon erfahren

  96. Hallo,
    der beste Weg ist tatsächlich, erst einmal zu einem Lehrer deines Vertrauens – oder zu einem Psychologen an der Schule – zu gehen und zu erzählen, was zu Hause los ist. Du bist sicher nicht die erste und einzige mit dem Problem an der Schule und dort hat man Erfahrung und weiß über die nächsten Schritte. Deine Mitschüler müssen nichts davon erfahren.
    Ein Psychiater ist nicht die richtige Adresse.
    Dein Vater wird darüber sicher nicht seinen Job verlieren aber Du brauchst dringend Hilfe.

  97. ich sagt

    Hallo. Mein Name ist Marie und ich bin 14 Jahre alt. Ich werde seit ich 4 bin oft von meinen Eltern geschlagen und mir fällen schon jetzt diese ganzen Folgen auf. Ich liebe meine Eltern und ich will sie nicht verletzen.
    Mir ist aufgefallen dass ich einfach jemanden zum reden brauche. Ich will meinen Freunden aber nichts davon erzählen weil sie mich dann nicht mehr wie einen normalen Menschen behandeln. Wie kann ich Hilfe holen ohne dass meinen Eltern etwas passiert? Gibt es Psychiater die ohne Einverständnis der Eltern mit mir reden können? Soll ich es meinen Lehrern sagen? Kann ich Hilfe holen ohne dass mein Vater seinen Job verliert?

  98. A.H. sagt

    Ich habe sowohl Ihren Post zum Thema Burn-Out als auch diesen hier gelesen und ich finde mich in beidem voll und ganz wieder. Beides hat in meinem Fall denke ich miteinander zu tun, wie Sie schon sagen, Kinder die geschlagen wurden, haben Probleme „nein“ zu sagen. Ich komme aus einer Familie in der man einfach funktionieren musste, da wurde nicht gejammert. Mein kleiner Bruder war das kranke Kind, das ständig zum Arzt musste, ich musste immer gesund sein und durfte nie Bauchschmerzen haben („die simuliert“). Mein Vater ist sehr autoritär erzogen worden und hat das 1:1 an uns weitergegeben. Ich liebe ihn trotzdem und deswegen könnte ich ihm heute niemals einen Vorwurf machen, obwohl es mir immer noch wehtut. Er würde nur sagen, dass doch aus mir deswegen etwas geworden ist (ich bin Ärztin). Ich liebe meinen Job, habe aber Probleme mich abzugrenzen, bin extrem perfektionistisch und erwarte das auch von anderen, eigentlich habe ich viele Eigenschaften meines Vaters, die ich an ihm so gehasst habe. Wenn ich ehrlich bin, dann steuere ich gerade auf ein Burn-out zu, weil ich das passende Persönlichkeitsprofil dafür habe, meine Kindheit hat es quasi geformt. Das zu erkennen hat mich sehr viel Kraft gekostet. Ihre Artikel waren für mich wie ein Spiegel. Danke.

  99. gertraud.lurz sagt

    Eigentlich würde ich erstmal gern wissen, ob Sie meine Geschichte interessiert, deswegen nur ein paar „Schlagwörter“: Mit 18 Monaten in Papas Traktor gelaufen und überfahren worden, mit „relativ“ geringem körperlichem Trauma ( Gesichtschädel mit Narben und Unterarmfraktur)in der Kinderklinik in München von einer jungen Nonne mehrmals geschlagen worden: da beginnt meine Erinnerung, die zwar, ob der Gewalt panisch ist, aber auch überraschend lebensbejahend ….Mit 4 Jahren während einer Folge-Op aufgewacht, auch daran hab ich genaue Erinnerungen………..
    Bin jetzt 54 Jahre alt, wenn ich endlich ausschlafen könnte, wäre „alles gut“.
    Bin genervt von konventionellen Psychotherapeuten, von denen ich am Ende immer mehr wusste, als sie von mir!
    Mir ist relativ klar, daß ich eigentich nur jemanden suche, der mir sagt, wie schlimm das alles gewesen sein muß. Bin ziemlich zurückhaltend im Erzählen meiner Geschichte, aus der Angst heraus, das die Menschen denken, das so etwas nicht ohne „Dachschaden“ zu überstehen ist

  100. Franziska sagt

    Schläge, an den Haaren durch die Wohnung geschleift und getreten werden, Gürtel, Teppichklopfer der auf einem kaputt geht, Mutter wie Vater, ja bekannt. Und dann die mitangesehene oder mitangehörte Gewalt, die ältere Schwester welche in einem geschlossenen Zimmer auf Mutter’s Geheiss vom Vater verdroschen wird, sie schreit und weint, man hört Schläge gegen die Wand ohne zu wissen was ihn ausgelöst hat, als ca 4-jähriges Kind stehe ich vor dieser Türe weinend und schreiend gegen die Türe hämmernd und tretend weil ich rein will um der Schwester zu helfen, bis ich schliesslich von der Mutter verdroschen werde… Eine Mutter die immer wieder aus unbekannten Gründen plötzlich ausrastet…
    Ja das hat Folgen, sich immer und für alles verantwortlich auch schuldig fühlen (auch wenn man weiss, dass man nichts schlimmes gemacht hat!!!), immer nach Lächeln in Gesichtern suchen, sich immer sehr unsicher, nicht angenommen, nicht genug geliebt fühlen… Gegen aussen die schützende Fassade: mir tut man nie mehr was, ich komme mit allem zurecht, die mögen mich nicht die können mich mal….
    Wo fange ich bei der Arbeit an mir an und wie?

  101. Bear sagt

    Ich möchte allen Betroffenen Mut machen, die Folgen von Prügelerfahrungen ernst zu nehmen. Aus eigener Erfahrung kenne ich die Scham und die Versuchung, das Erlittene klein zu reden („Andere haben doch viel Schlimmeres erlebt“).Ich selbst kann mich „nur“ an zwei Prügelerfahrungen erinnern. Einmal war mein Vater vollkommen ausser sich wegen einer nichtigen Angelegenheit und verprügelte mich mit einem Stock. Das Schlimmste daran waren nicht die Schläge, sondern, daß hinterher niemand darüber gesprochen hat. Keine Entschuldigung, kein Kommentar von der Mutter. Alle taten so, als sei es das Normalste von der Welt. In Zeiten der schwarzen Pädagogik galt der Grundsatz,daß man sich bei Kindern niemals entschuldigen dürfe (Keine Schwäche zeigen…). Allein dieses Verhalten reicht schon für eine ernsthafte Traumatisierung. In Verbindung mit Misshandlungen um so mehr. Damals habe ich das Erlebte ca. 15 Jahre lang komplett ausgeblendet und vergessen. Mit der Geburt meiner Tochter kam es wieder an die Oberfläche. Weitere 15 Jahre brauchte ich um das Erlebte verstehen zu können und habe heute erhebliche Probleme mit den Folgen: Meine Grenzen wurden damals auf das Schärfste verletzt. Dadurch, daß niemand darauf reagierte und es auch nicht die Andeutung einer Entschuldigung gab, entstand bei mir der Eindruck, daß nur ich selbst derjenige sein kann, der falsch ist. Fortan weckte jede Situation, in der ich die Erwartungen anderer nicht erfüllte sofort tiefe Schuld- und Schamgefühle in mir und es gelang mir nicht, mich abzugrenzen, für meine Interessen einzutreten und Nein zu sagen. Ich lerne das erst heute mühsam wieder. Aber das ist leider noch nicht alles. Auch ich selbst habe das Gefühl für meine Grenzen verloren. Ich habe sie regelmässig überschritten um für andere In Ordnung zu sein. Ich habe meine eigene Identität dabei verloren und kein Gefühl mehr gehabt, was ich wirklich will und was mir gut tut. Das macht das Leben äußerst anstrengend.
    Ich weiß, daß es vielen Menschen ähnlich geht. Viele teilen ja auch die traumatisierenden Erfahrungen der schwarzen Pädagogik. Ich möchte alle Betroffenen ermutigen, ihre Verletzungen ernst zu nehmen. Es gibt einen Weg aus dem Trauma und es gibt eine Möglichkeit, seine Indentität wiederzufinden. Der erste und m.E. unumgängliche Schritt ist dabei, anzuerkennen, daß man selbst das Opfer war. Und das hat nichts damit zu tun, sich selbst zum Opfer zu machen.
    Mir persönlich hat geholfen, Kontakt aufzunehmen mit dem Teil in mir, der damals verletzt zurückgeblieben ist. Das hat mein Mitgefühl mit mir selbst (das ist etwas anderes wie Selbstmitleid) enorm gefördert. Es ist unbedingt ratsam, so etwas nur in therapeutischer Begleitung zu machen. Ich finde körperbetonte Therapien wie z.B. Somatic-Experiencing hilfreich, weil das Trauma im Körper gespeichert ist (Durch Reflexe, Verspannungen etc.)Empfehlen möchte ich für Interessierte hier auch noch zwei Bücher, die mir sehr geholfen haben:
    1. John Bradshaw: Wenn Scham krank macht
    2. Peter Lewine: Sprache ohne Worte

    Allen Betroffenen gilt mein tiefstes Mitgefühl. Ich würde mich freuen, wenn ich dem ein oder anderen hier einen hilfreichen Impuls geben konnte.

  102. Michael sagt

    auch ich bin in meiner Kindheit geschlagen worden, von beiden und ich leide heute noch darunter, bin 50 Jahre jung

    Abgrenzungsprobleme.
    Wer als Kind geschlagen wird, erlebt eine massive Grenzverletzung. Und hat in der Folge oft Probleme, sich als Erwachsener angemessen abzugrenzen. Also Nein zu sagen, es anderen nicht immer recht zu machen, auch mal andere zu enttäuschen etc. Auch eigene Grenzen zu spüren, zu respektieren und flexibel damit umzugehen, kann schwierig sein.

    dem kann ich nur zustimmen, konnte bis heute kein NEIN sagen und daher von vielen Menschen ausgenutzt worden und auch sehr viele falsche Entscheidungen getroffen die dieses betreffen

    Und diese Schläge habe ich noch mit 12 Jahren bekommen von meine Mutter, die auch eine dominante Frau ist.

    Auch Freundes Entzug habe ich dadurch auch erhalten also hatte dadurch keine Freude in der Kindheit, heute sehr ähnlich …

    Leide wie schon gesagt heute noch darunter …

  103. Zentrum Menschenwürde u. Kinderrechte sagt

    Durch das Umgangs Zwangs Recht Schlagender
    Vaeter gibt es fuer Muetter keine Chance mehr
    Kinder vor Gewalt zu schuetzen. Vereiteln Muetter Gewalt des Vaters und bitten um Hilfe
    bei Garanten werden Kinder in Heime gesteckt
    Die Mutter macht den Gewaltvater nur schlecht.
    Umgang mit dem Gewaltvater ist Kindeswohl
    stellen psychologische Sachverständige fest.
    Diese verbieten ueberbehuetende Mutterliebe
    weil Umgang mit beiden Eltern Kindeswohl ist und deswegen die petzenden Muetter ueber Jahre keinerlei Umgangskontakt zur Mutter haben darf. Das Kind wird im Heim durch
    Erziehungsfaehige Garanten an Gewalt und Missbrauch gewoehnt. Damit der Gewaltvater sein alleiniges originaeres Umgangsrecht unangefochten ausleben kann.
    Anders herum. ZEIGT EINE MUTTER DEN VATER AUS ANGST VOR KINDESRAUB NICHT
    AN BEKOMMT SIE 4 JAHRE HAFT FUER GEWALTVERSCHWEIGUNG. SELBST KINDERMORDENDE VAETER KOMMEN NICHT IN HAFT SONDERN IN DIE PSYCHIATRIE.SIE HATTEN JA NUR EINMALIGE AUSRUTSCHER.
    DIE GEWALTVERZICHTFORDERUNG MUTIGER MUETTER WIRD VON GEWALTVATERN ALS
    FRAUENGEWALT GEGEN MAENNER BEURTEILT. DIE DIAKONIE BIELEFELD PRAKTIZIERT HEUTE GELUNGENEN STRAFTAETER KIND UMGANG WAEHREND MUETTER OHNE KIND KONTAKT IN HAFT SITZEN SOLLEN DAMIT SIE KAPIEREN DAS VATERGEWALT GEGEN KINDER SEIN RECHT WAR, IST UND BLEIBT. SIEHE KINDSCHAFTSRECHT DER JEWEILS ANDERE PART HAT ALLES ZU UNTERLASSEN WAS DEN UMGANG MIT DEM VATER ERSCHWERT. EGALWAS WAR, EGAL WAS KOMMT, STEHT DIE ALLEINIGE ERZIEHUNGSKOMPETENTE SORGE DEN GEWALTVAETERN ZU. MAMAS DIE WAGEN GEWALT DER VAETER AN KINDERN ZU VERHINDERN SEHEN DAS KIND NICHT WIEDER. WAS AUS DIESEN UNSCHULDIG DER BESCHUETZENDEN MUTTERLIEBE BERAUBTEN ZUM GEWALTUMGANG MIT SCHLAGENDEN VAETERN GEDEMUETIGTEN KINDER SPAETER WIRD MAG FUER Forscher spannend sein. FUER MICH BLEIBT ES SYSTEMISCHE KINDESMISSHANDLUNG DURCH NETZWERKE FAMFG DIE OFFENSICHTLICH GESCHLAGENE OPFER SCHAFFEN UM IN BROT UND LOHN
    MIT LEGITIMIERTER GEWALT DER VAETER GEGEN MUTTER UND KIND ZU KOMMEN.
    ICH HALTE ES FUER DRINGEND UEBERFAELLIG SOGENANNTE PSYCHOLOGISCH SACHVERSTAENDIGE ZUVTHERAPIEREN EHE MAN DIESE LEUTE AUF KINDER UND MUETTER LOSLAESST.
    AUS MEINER LEBENSBERATENDEN TAETIGKEIT SIND MIR ETLICHE PSYCHOLOGINNEN BEKANNT DIE SELBST ALS KIND MISSBRAUCHT UND VOM VATER GESCHLAGEN WURDEN. DIESE LEUTE BEKOMMEN OFTMALS EIGENE BEZIEHUNGEN SCHLICHT NICHT HIN, THERAPIEREN ABER KINDER OFTMALS HIN ZUR TOLERANZ
    WEIL DER GEWALTTAETIGE VATER JA SELBST GEWALTOPFER WAR. ICH FORDERE ERWACHSENEN VERANTWORTUNGSUEBERNAHME FUER GEWALTLOSIGKEIT AB
    WEIL ERLEBTE GEWALT DES KINDES DURCH VAETER NIE WIEDER ENTSCHULDIGT WERDEN DARF UM DIE GEWALTSPIRALE ZU DURCHBRECHEN. KINDER MIT MUTTERVERBOT ZU STRAFEN WEIL DIESE WAGTEN VATERGEWALT ZU VEREITELN
    IST UND BLEIBT BIPOLAR GESTOERTE WAHNERKRANKUNG DER THERAPEUTEN.

  104. Emilina sagt

    Es fällt mir sehr schwer über meine Kindheit zu schreiben, aber ich denke das es richtig ist „Es“ mal auszusprechen. Die meisten meiner Freunde, Bekannten, Verwandten oder Mitarbeiter von uns wissen nichts von meiner Kindheit. Ich empfinde Sie als Schmach, Schwäche, Makel und habe Angst davor das es gegen mich verwendet wird! Ich denke es geht vielen anderen Menschen auch so!

    Zu meiner Person: Ich bin heute 30 Jahre alt, habe 2 Töchter, ein kleines eigenes Unternehmen, bin selbst Einzelkind (zum Glück?!), habe eine psychisch kranke Mutter und einen sog. „Vater“.

    Meine Kindheit: Ich bin von meinen „Vater“ geschlagen, eingesperrt, bedroht, nie geliebt (ich hab dich lieb, mal in den Arm nehmen, einen Kuss gab es NIE), verachtet, gedemütigt, ignoriert worden. Den einzigen Kontakt den es gab war angebrüllt, gedemütig („Aus dir wird später mal ne Putzfrau oder nen „Assi“)und geschlagen zu werden. Mein Vater hatte mir verboten mit anderen Kindern zu spielen („Du darfst nicht raus, es darf keiner zu uns kommen!“), ich war verschüchtert da er mich wegen Kleinigkeiten schlug (bsp. Ich mache meine Hausaufgaben und er fragte, ob ich schon mit den Hund draußen war, aber dass war ich noch nicht da ich zu viele Aufgaben zu machen hatte. Dafür wurde ich, am Esstisch (Schreibtisch was ist das?) sitzend, mit den Zudrehstock von einer Jalousi so massiv auf den Rücken geschlagen das ich blutete. Den Hund hat er geliebt, geknuddelt, verwöhnt, 1000de DM/EUR (für Friseur, neue Halsbänder, OPs im Tieralter von 16 Jahren) ausgegeben und ich musste die abgetragenen Sachen meiner Cousine auftragen, musste mir meine Schulabschlussfahrt komplett allein verdienen (Ferienjobs) usw. Dies ist nur ein kurzer Einblick, ich könnte noch viel mehr schreiben. Meine Mutter hat dagegen nichts unternommen. Heute weis ich, das sie vor meinen Vater Angst hatte und dachte das ich bei einer Scheidung beim Vater hätte bleiben müssen wg. ihrer Krankheit.
    Ich bin mit 12 Jahren vom Jugendamt in Obhut (Kinderheim) genommen worden und durfte nach knapp 13 Monaten zu meiner Oma mütterlicherseits ziehen. Dort gab es zwar keine Schläge aber ich und meine Leistungen waren ihr nie gut genug („Mädchen da hast du aber nicht aufgepasst, 2 Fehler beim nächsten Mal erwarte ich das es 0 sind, du bleibst in den Ferien zu hause und wir üben!“ Nichts war mit mal faulenzen oder bis abends im Schwimmbad bleiben, ich musste mit 15 Jahren um 17 Uhr zu hause sein! Wenn ich dagegen verstoßen hatte, drohte sie mir immer wieder das sie mich zurück ins Heim schickt. Ich habe zwar einen sehr guten Realschulabschluss und hätte auf das Gymnasium gehen können, tat ich aber nicht da ich unbedingt eigenes Geld verdienen und selbstständig sein wollte. Das tat ich dann auch und bin mit 16 zu den Eltern meines Ex-Partners gezogen, habe meine Ausbildung mit einem Fachabitur beendet. Hatte mit 21 meine 1. und mit 23 meine 2. Tochter zur Welt gebracht und neben der Erziehungszeit via Fernstudium meinen Betriebswirt gemacht. Meine Beziehung zu meinen Ex war, seit der Geburt meiner 2. Tochter, eher ein freundschaftliches, einander abhängiges Zusammenleben, aber von Liebe und Vertrautheit keine Spur.
    Ich hatte mit 20 Jahren wieder Kontakt zu meinen Vater aufgebaut, da ich gehofft hatte, das er seine Einstellung zu mir geändert hätte („Siehst du Papa aus mir wird was, keine Klofrau). Das Ende von Lied war das er mich nur ausgenutzt und mich wie sein Eigentum behandelt hat! Als ich mich von meinen Ex getrennt habe, hat er sich auf die Seite von ihm gestellt nicht auf meine. Ich habe heute weder Kontakt zu ihm noch zu meiner Oma. Beide haben meine Kindheit nicht positiv geprägt.
    Als Mutter werde ich in Konfliktsituationen sehr schnell laut aber schlagen würde ich meine Kinder nie. Manchesmal habe ich Angst zu streng mit Ihnen zu sein, das sie auf die schiefe Bahn abgleiten, das ich als Mutter versage, das ich sie zu sehr verwöhne oder schlimmer noch das sie mich verlassen. Gegenüber anderen strahle ich Stärke aus aber innerlich plagen mich immer wieder Ängste. Ich habe Angst vor einer neuen Beziehung, Nähe zu einen anderen Menschen zuzulassen, mich zu öffnen. Sprich ich brodele im eigenen Saft und schaffe es nicht andere Personen näher an mich ran zu lassen. Habe wenig Freunde & Familie, einige Bekannte und habe schon 15 mal probiert mich ggü. eines Pyschotherapeuten zu öffnen um es aufzuarbeiten aber ich kann es nicht! Jetzt (wo ich das hier schreibe) merke ich das es mir gut tut darüber zu schreiben, eventuell finde ich ja so einen Weg meine Vergangenheit aufzuarbeiten.

  105. Sabine sagt

    Liebe Julia,
    Dir und Deinen Geschwistern kann ich nur die Bücher von Alice Miller empfehlen, insbesondere „Dein gerettetes Leben“.
    Viele Grüße
    Sabine

  106. Indem man auf Gewalt als Mittel der Kommunikation verzichtet. Das ist nicht leicht, aber machbar.
    Sie richten derzeit noch die Gewalt gegen sich, indem Sie sich zu oft unberechtigt die Schuld geben.

  107. Julia sagt

    Es macht mich traurig und wütend das alles zu lesen. Meine eigene Erfahrung scheint mir aber im ersten Moment nicht so drastisch wie das, was ich hier lese, ich beschreibe sie trotzdem. Ich bin 31, habe eine 6 Jahre ältere Schwester und einen 3 Jahre jüngeren Bruder. Unsere Mutter war nicht durchgehend gewalttätig und die meiste Zeit liebevoll und lustig und normal. Aber wenn sie überfordert war, hat es Ohrfeigen gegeben („Komm her und hol dir deine Schelle ab“) oder es wurden die Ohren lang gezogen. Meine Schwester wurde, wenn ich mich recht erinnere, als Kind auch einmal heftiger mit einem Gegenstand geschlagen. Ich habe sie bislang nicht gefragt und war damals irgendwas zwischen 4 und 6, habe nur schemenhafte Erinnerungen daran und nie darüber nachgedacht, erst jetzt. Für mich und meinen Bruder gab es diese kleinen Strafen, Ohrfeigen usw. Und sie strahlte immer eine Dominanz aus, war unberechenbar, rastete auch mal so aus ohne zu schlagen. Was es mit meiner Schwester machte, ist, dass sie ihren Kindern gegenüber auch ungeduldig und gewaltbereit war. Der Ältere der beiden wurde von Anfang an (sie war erst 21, als sie ihn bekam), sehr oft gehauen, wenn er nicht spurte.

    Was es mit meinem kleineren Bruder machte, ist, dass er sich eigentlich nie gegen irgendwen durchsetzen konnte und es ihm schwer fällt Freundinnen zu finden, meist sind sie dann selbst psychisch nicht ganz ok, und er hat immer eine gewisse Aggression gegen die Welt.

    Was es mit mir machte… Ich habe allgemein viele Schuldgefühle und schimpfe mich oft. Auch jetzt, weil ich denke, ich tue ihr Unrecht. Habe immer Angst etwas falsch zu machen, mache daher vieles lieber gar nicht. Was meine Mutter angeht, ich glaube, ihr sind die Fehler nicht bewusst oder dass sie der Grund dafür sein könnte, dass meine Schwester jähzornig ist. Denn sie betont häufig, dass der Vater meiner Schwester (genau genommen Halbschwester), der schon kurz nach der Geburt weg war, gewalttätig war. So als wenn das in den Genen läge. Oder dass der Sohn meiner Schwester so aufmüpfig wie meine Schwester als Kind sei. Als wäre das die Rechtfertigung für Schläge. Sie hat mir aber manchmal erzählt, dass ihre eigene Mutter sehr streng war. Mutter schlägt Tochter schlägt Tochter schlägt Sohn. Der Zusammenhang ist so simpel. Gewalt erzeugt Gewalt, gegen andere oder gegen sich selbst.
    Wie kann man das durchbrechen?

  108. ludmilla sagt

    Ich komme gebürtlich aus Kasachstan. Bin mit 12 Jahren nach Deutschland gekommen. Mein Bruder der war 1 Jahr und 2 Monate älter wie ich. Wir sind in der Kindheit misshandelt worden. Mein Bruder mehr wie ich weil ich kleiner war wie er und mich unter dem Bett verstecken konnte. Es sind für mich heute sehr schmerzhafte Erinnerungen es tut in der Seele so dermassen weh. Mein Bruder hat sich mit 9 Jahren versucht das Leben zu nehmen. Er ist zur Schule gegangen und ist zu spät zum Unterricht gekommen. Wurde deshalb von der Lehrerin nach Hause geschickt. Daraufhin wollte er sich noch auf dem Grundstück von der Schule das Leben nehmen. Jemand hat es gesehen und es ist nicht dazu gekommen. Ich war damals erst 8 Jahre alt hab das noch garnicht so richtig verstanden. Daraufhin war er, ich weiß nicht mehr wie lange in einer geschlossennen wurde mit Kortison behandelt. Es hat sich aber nichts geändert wir wurden trotzdem weiter von meinem Vater verprügelt. Ab 9 Jahren hatte ich den ganzen Haushalt auf meinen Schultern weil meine Mutter voll berufstätig war. Putzen, Kochen Wäsche waschen (wir hatten keine Waschmaschine alles wurde mit der Hand gewaschen)und ich habe auch auf meine Schwester aufgepasst die 6 jahre Jünger war wie ich. Wenn ich auf den Gedanken kam mit den Nachbarskindern zu spielen. Bin ich nach Hause gerufen worden und es gab dresche weil ich nicht die Arbeit gemacht habe wofür ich zuständig war. Die Schulzeit war so tralala meine Eltern haben sich dafür nie interessiert. War halt so durchschnittlich. Ja wie schon geschrieben mit 12 Jahren gings dann nach Deutschland. Das misshandeln wurde weniger. Aber es gab noch Situation wo der Gürtel dran glauben sollte. Mit 15 Jahren sollte ich zum Gesundheitsamt mich untersuchen lassen weil ich vorhatte in einem Krankenhaus Schülerpraktikum zu machen.
    Habe mich obenrum ausgezogen und mein Rücken war voller Striemen. Die liebe Frau hat es gesehen aber nichts dazu gesagt. Es war mir so peinlich damals. Habe es meiner Mutter erzählt. Meine Eltern haben es dann mit der Angst bekommen das es dem Jugendamt gemeldet wird. Also der Gürtel war weg! Stattdessen kann dann die Faust von meinem Vater. Er hat mich immer ins Gesicht geschlagen. Ich war mitten in der Pupertät. Wenn ich mit meiner Mutter habe versucht zu diskutieren wurde es natürlich laut da kamm dann immer mein Vater und hat mich verprügelt. So dermassen das ich jedesmal Sternchen gesehen habe! das Letze mal als er wieder zuschlagen wollte da war ich 16, mein Bruder hat sich zwischen uns gestellt, der war mitlerweile 30 cm grösser wie mein Vater und hat ihm gedroht ;wenn du noch einmal zuschlägst dann werde ich es auch machen! So ab da an kamen keine Prügel aber ich hatte immer Angst vor meinem Vater. Mein Bruder hat sich 3 Tage vor seinem 20 Geburtstag das Leben genommen. Seine Freundin hat ihn mit seinem besten Kumpel betrogen. Ich habe mit 19 Jahren eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau nach 2 Jahren abgebrochen. Und habe mit 21 Jahren eine Tochter bekommen. Mit ihrem Vater das ging nur 2 Jahre gut. Wir haben uns getrennt. Mit 26 Jahren habe ich es noch mal versucht im beruflichen Leben was aus mir zu machen und zwar als Sozialassistentin es lief alles gut. Noten waren auch nicht schlecht. Bis eine Erzieherin (ich habe Praktikum im Kindergarten gemacht)im beisein der Kinder angefangen hat mich anzuschreien das ich nichts könnte und so weiter und so fort. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch deshalb und habe die Ausbildung abgebrochen.
    So seitdem hatte ich eine Ausbildung zur Fittnesstrainerin gemacht die ich nicht zu Ende gemacht habe. War schon längst Harz V empfängerin und habe bei meinen Eltern gelebt.

    2009 habe ich meinen Mann kennengelernt. Wir haben 2011 eine Tochter bekommen. 2013 geheiratet. 2013 sind wir zusammengezogen. Ich habe so eine Maßnahme vom Jobcenter bekommen zur Alltagsbegleitung in der Altenpflege habe es erfolgreich absolviert. Jetzt hat sich mein Leben einiger massen normalesiert. Ich habe meine Töchter nie geschlagen. Weil ich sehr schmerzhaft weiß welche Folgen es hat wenn Kinder von ihren Eltern misshandelt werden.

    Meine Schwester kennt es gottseidank nicht sie wurde verschonnt geblieben. Er ist Ihr gegenüber nie gewalttätig geworden.

    Es ist für mich manchmal so schwer wenn diese Bilder wieder hochkommen. Am liebsten würde ich es einfach vergessen, aber es geht nicht. Mein Vater er hat sich sehr verändert nach dem Tod von meinem Bruder. Ich kann ihm nicht ins Gesicht gucken wenn ich mich mit Ihm unterhalte.

    ludmilla

  109. alfred sagt

    wurde schon vor der volksschule geschlagen,an den ohren gerissen,auf dem weiten schulweg,jeden tag von den aelteren nachbars bauernsöhnen stundenlang gehaenselt,geschlagen,zu boden gerungen,und den ganzen schulweg 6km,(bin auf 1000m sehöhe am land im gurktalaufgewachsen) mit schnee eingerieben im gesicht.schneebaelle ins gesicht geworfen,von einem um 6 jahre aelteren lehrlig.auch von den lehrern und dem direktor in der volks und hauptschule,geschlagen.dann in derlehre als tischler gings weiter.der erste lehrmeister,schlug mich mit kinnhaken blutig,bis meine mutter einenen neuen lehrplatz fand.schickaniert wurde ich inden drei lehrjahren trotzdem oft.es war auch nicht besser.depessionen hatte ich schon in meinem aufwachsen.als ich dann nach siebzehn jahren ehe aus meinem von mir gebauten haus auszog und die haushaelfte meinem rivalen verkaufte,kamen die depressionen bis ins unertraegliche.wurde dann vom psychiater behandelt.nach kurzer zeit wieder in den naechsten betrieb geschickt.ich konnte bei keiner firma laenger als drei jahre überdauern.obwohl ich ein guter handwerker war.die unternehmer hatten sich immer abgesprochen,warum ist der bei dir weggegangen?bin nun 61 und in invaliditaetspension.es kamen dann noch einige körperliche schaeden dazu.aber vergessen werde ich mein aufwachsen nie.immer begleitet einem das innere weinen.

  110. TheStrange sagt

    Hallo Scientist.

    Ich habe eine ähnliche Situation. Sogar HB+ADHS, nur inzwischen seit zwei Jahren auch auf dem Papier. Bei mir uferte das „sich beweisen“ so sehr aus, dass mein Körper das beendet hat und nicht einmal 5 Monate stationärer Klinikaufenthalt geholfen haben.

    Ich bin ebenfalls im Kampf mit meiner dunklen Seite. Ich übe verbale Gewalt gegen meine Partnerin aus, wenn ich verzweifelt bin. Habe allerlei Probleme und suche ebenfalls einen Weg der Mensch zu sein, der ich mal war. Ruhig, lieb, verständnisvoll und gewaltfrei(auch rumschreien ist Gewalt).

    Ich weiß auch keinen Ausweg. Eventuell kann man sich ja mal kurzschließen.

  111. Scientist sagt

    Hallo Leute,

    ich denke ich habe auch so meine eigene Geschichte in Sachen Gewalt in der Kindheit. Allerdings eher auf psychischer Ebene, denn körperlicher und relativ stark mit dem Thema Schule, Leistung und Hochbegabung assoziert. Aber deswegen schreibe ich nicht. Aber deswegen schreibe ich nicht.

    Eines vorne Weg, ich habe keine Kinder und habe bis jetzt auch noch keinem Leid zugefügt.

    Ich habe aber dennoch ein Problem in dieser Angelegenheit. Aus irgendeinem Grund sympatisiere ich von Zeit zu Zeit mit autoritären Erziehungssystemen (körperliche Züchtigung inbegriffen), also genau dem, was mir selbst wiederfahren ist und was zu recht von so vielen abgelehnt wird.
    Was ist mit mir los? Und vor allem, wie werde ich das wieder los?

    Ich wollte schließlich auch mal Kinder haben aber ihnen nicht das Leben zur Hölle machen.

    Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass ich möglicherweise unter ADHS leide und ein ziemlich hohes Aggressionspotential mit mir herum schleppe, was ich aber mittlerweile ganz gut im Griff hab.

    MfG

    Scientist

  112. Kurti sagt

    Hallo Herr Kellner,

    Danke für Ihre Infos.

    Ich habe mich mal wieder selbst aus dem Schlamm befreit, der mich von Zeit zu Zeit umgibt.

    Was mir persönlich helfen würde, wäre ein Therapeut, dem ich ab und zu mal eine Email schreiben könnte, wenn ich mal wieder in einer Sackgasse feststecke und nicht weiter komme und mich der Schlamm zu ersticken droht und der mir dann hier und da einen Tipp gibt.

    Das würde mir völlig reichen, aber dafür muss ich keine ganze Trauma Therapie machen.

    Kurti

  113. David Engmann sagt

    Ich bin als Kind auch sehr oft geschlagen worden und fühlte mich nutzlos,leider bekommt das mein Kind heute auch sehr oft zu spüren, man kann das nur mit professioneller Hilfe unter Kontrolle bekommen,macht diesen Schritt.
    David aus Hellersdorf

  114. In den meisten Rückmeldungen, die man erhält, ist ja meist ein Körnchen Wahrheit dran.
    Und wenn Sie hören, dass Sie kein richtiger Mann seien, meinen die Frauen vermutlich, dass Sie zu rücksichtsvoll, zu verständig sind und zu viel für die Frauen tun, um es ihnen recht zu machen.
    Ihre Suche nach Anerkennung spielt dabei sicher eine entscheidende Rolle.
    Vielleicht sollten Sie mal in einer guten Therapie dieses Muster anschauen.

  115. Schurke sagt

    Ich bin fast 40 Akademiker, war erfolgreich im job, bis ich die Arbeitswelt nicht mehr aushielt und mich selbständig machte. Hatte eine lange Beziehung wo meine Ex dann das Weite suchte und mir sagte du bist kein Mann obwohl ich alles für sie tat und mehr als es nötig wäre. Nun bin ich seit 12 Jahren verheiratet alles war gut, bis meine Frau anfing sich quer zu stellen und auf stur schaltete. Auch für sie habe ich alles getan, gekauft und nie Probleme nach Hause gebracht, weder zuviel gesoffen oder Drogen missbraucht. Wir sind Männer und merken wenn eine Frau sich anderen öffnet für mich war das Hölle, sie schreibt ständig und versteckt Handy und Passwort noch drauf…nun sagt schon die 2. Frau ich wäre kein richtiger Mann. Eigentlich muss ich mich auf die Firma konzentrieren der kurz vor scheitern steht aber seit 2 Jahren Schleppe ich das Problem mit mir, Depression an Tagesordnung und habe nach der Ursache gesucht und mich „liebevoller mensch der nicht nein sagen kann“ in diesem Artikel wiedergefunden. Geschlagen wurde ich von Mutter Bruder Lehrer (Ausland) und Demütigung als Ausländer in Deutschland (auch wenn es paar Zwischenfälle waren) und weiß nicht was noch… Lange nach Anerkennung gekämpft. Leider kam die ersehnte Anerkennung weder im Job noch von der Familie, Freunde oder Frau. Jetzt holt mich das Schnee von gestern ein und ich heule grundlos wenn ich allein bin.

    Ich frage mich ob ich überhaupt eine Beziehung führen kann, wenn ich mit viel Geduld, Ausdauer und unendliche Hingabe, absolute Korrektheit und Fairness kein geeigneter Partner oder Mann bin dann weiß ich auch nicht weiter, jedenfalls will ich nicht nochmal hören ich wäre kein Mann nur weil ich zu meinen Mitmenschen nett bin und nicht nein sagen kann, ich habe das Gefühl damit jemanden zu verletzten und es erfüllt mich einfach zu helfen im Gegenzug will ich nichts. Natürlich sind auch Ausnutzer dabei aber die zeigen ihr gesich sehr schnell. Das scheint eben das Problem zu sein. Geliebt dafür nett zu sein und gehasst ebenfalls.

  116. Lieber Kurti,

    einen geeigneten Therapeuten zu finden, der vor allem auch noch eine entsprechende Spezialausbildung hat und bei dem auch die Chemie stimmt, ist in der Tat manchmal sehr schwer. Mir ist klar, dass wir hier in vielen Gebieten einen enormen Notstand haben. Manche Klienten müssen richtig weit fahren und manche finden tatsächlich niemanden. Das ist schlimm und ich wünschte ich hätte hier eine Lösung. Oft braucht man auch viele Anläufe und mehrere Klinikaufenthalte, um kleines bisschen besser zurecht zu kommen. Falls Sie in einem Gebiet mit schlechter therapeutischer Versorgungslage leben, können Sie allerdings auch im Rahmen des Kostenerstattungsverfahrens nach §13 SGB geltend machen. Es gibt nämlich sehr erfahrene Traumtherapeutinnen, die z.B. über das Heilpraktikergesetz arbeiten. Seit Einführung des Psychotherapeutengesetzes können gesetzliche Krankenkassen eine Therapie bei Heilpraktikern für Psychotherapie unter bestimmten Voraussetzungen als außervertragliche Behandlung übernehmen. Grundlage hierfür ist das Sozialgesetzbuch (SGB V § 13 Abs. 3).

    Im SGB V § 13 Abs. 3 heißt es:
    „Konnte die Krankenkasse eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen oder hat sie eine Leistung zu Unrecht abgelehnt und sind dadurch Versicherten für die selbst beschaffte Leistung Kosten entstanden, sind diese von der Krankenkasse in der entstandenen Höhe zu erstatten, soweit die Leistung notwendig war.“

    Diese spezifischen Therapeuten lassen sich zum einen über http://initiativetraumanetzwerk.com/ finden. Zum anderen kann man direkt mal bei Michaela Huber anfragen, die eine Vernetzungsliste im Traumabereich hat.

    Von Herzen alles Gute, viel Mut und viel Kraft.

    André Kellner

  117. Kurti sagt

    Sehr geehrter Herr Kellner,

    und was ist, wenn es in der Umgebung keine geeigneten Therapeuten gibt?

    Das ist nämlich bei mir der Fall und ich habe schon etliche, verschiedene Therapien gemacht, inklusive Stationär, aber nichts hilft auf Dauer, gar nichts.

    Dann habe ich jahrelang selbst an mir gearbeitet, war ja eben keiner da, an den ich mich hätte wenden können, aber auch das ist mehr oder weniger vertane Zeit.

    Ich bin hochbegabter, hochsensibler, transsexueller Asperger Autist, von den eigenen Eltern nicht geliebt (konnten die nicht, sind Narzissten mit autistischen Zügen und zwar beide!!)und seelisch, wie körperlich missbraucht, in der Schule nur gemobbt (und das schon, bevor es das Wort Mobbing gab), von Nachbarskindern bedroht und verfolgt und schlussendlich von den Partnern ausgenutzt und missbraucht.

    Vor einiger Zeit habe ich festgestellt, dass ich vor 17 Jahren einen perversen Narzissten geheiratet habe, der mich ebenso missbraucht, wie es meine Eltern getan haben (die haben damit aufgehört, nachdem ich für 3 Jahre den Kontakt abgebrochen hatte).

    Ach ja, eine Schwester habe ich auch noch, die will aber von mir nichts wissen.

    Ich kann nicht mehr, schon lange nicht mehr, aber ich habe ein Kind und deswegen mache ich immer weiter.

    Kurti

  118. Liebe Ursula und an alle anderen, die in ähnlichen Situationen leben,

    Du kannst nicht wirklich viel machen, denn die Hilfe benötigt Dein Partner. Wenn er dies nicht will oder vielleicht noch nicht kann, dann bist Du machtlos und ich vermute, dass Du dies bereits weißt und erlebst. Aus meiner Arbeit mit früh traumatisierten und Bindungstraumatisierten Menschen weiß ich, dass es schon äußerst schwer ist etwas zu ändern, wenn die Betroffenen selbst etwas ändern wollen und sich bei mir oder Kollegen Hilfe holen. Wenn jemand aber noch nicht so weit ist, dann sind selbst wir Profis machtlos. Als Partnerin kannst Du leider keine Hilfe sein! Das klingt hart, ist aber die Wahrheit – so lange Dein Partner es selbst nicht will. Hier ist es wichtig, dass Du gut auf Dich aufpasst und für Dich sorgst und dies Deinem Partner auch so sagst. Mehr kannst Du leider nicht tun. Ich wünschte es wäre anders.

    Allen anderen kann ich immer nur wieder Mut machen, sich einen Traumatherapeuten oder eine Traumatherapeutin zu suchen, die sich mit Frühtraumatisierungen und Bindungstraumatisierungen auskennt. Wir können zwar die Verletzungen nicht löschen, aber gemeinsam dafür sorgen, dass es besser heilt. Das ist oft schwierig und anstrengend und dauert meist auch eine Zeit, aber es lohnt sich.

    Viel Kraft und Mut.

    Herzliche Grüße.
    André Kellner

  119. Ursula sagt

    Wer kann mir helfen, was kann ich tun?
    Ich bin seit vielen Monaten mit einem Mann zusammen, der wohl in der Kindheit von seinen Eltern misshandelt wurde. Er selbst kann sich an wenig erinnern, es kommen nur einzelne Erinnerungen zutage. Ich liebe diesen Mann sehr, jedoch geht langsam aber sicher alles kaputt – er kontrolliert mich, er ist eifersüchtig, er glaubt mir nicht. Es kann für mich so nicht mehr weitergehen. Ich habe ihm empfohlen, sich professionelle Hilfe zu holen, jedoch sieht er das wenig ein.

  120. Ich liebte als Kind
    & liebe heute als Erwachsene meine Mutter, ist für mich als Ihr Kind ganz natürlich.

    Dennoch würde Sie mich lieber töten,
    deshalb meide ich meine Mutter & Familie,
    als sich bei mir zu entschuldigen.

    An meiner Geburt wollte sich mich schon nicht.

    Dafür kann ich nichts.

    Ich meide bis heute die Menschen,
    da ich überzeugte Pazifistin bin.

    Unsere Menschheit hat Gefallen
    an der Gewalt gegen andere Menschen gefunden.

    Krank – echt kranke Irre –

  121. Morpheus sagt

    Ich empfinde seit meiner Kindheit nur sehr extreme Gefühle, mit bereits Sieben Jahren war für mich einen entscheidenden Frage im Leben sehr wichtig, entweder ER stirbt oder ich!
    Ich trage diesen Konflikt seither in mir und hoffe, dass ich mit meinen „vermeidungsstrategien“ ausreichend Zeit gewinne, um nicht so zu werden, bzw so werden wie ich bin… Ich habe Angst vor dieser Wut in mir. Angst davor Menschen die ich liebe,durch zuviel Nähe zuverletzen…oder treffender verletzt zu werden. Was die Aggressionen angeht bin ich durch Sport-augenscheinlich-,ausgeglichener, entspannter etc….Dennoch bringen mich „kleine“Sachen wieder rechtschnell in ein emotionales Ungleichgewicht. Von meinem Umfeld werde ich trotzdem meist als freundlich und angenehm empfunden. Es ist schwer für mich Bindungen aufzubauen und ich habe mir in der Vergangenheit immer wieder Situationen gesucht, um das von mir erlebte zu verarbeiten. Was natürlich immer wieder dazu geführt hat, dass ich verletzt oder enttäuscht worden bin… Nicht nur privat sondern auch beruflich.
    Es fällt mir auch schwer meine eigene Leistung anzu erkennen. Aber man “ schlägt“ sich halt so durch….

  122. Alina sagt

    Hallo,

    also.. ich kann mich an meine ersten 8 Jahre nur ganz schlecht erinnern. Ich bin mit 5 Jahren nach Deutschland gekommen. Meine jungen Eltern waren mit 2 Kindern scheinbar überfordert. In Russland bzw. Osteuropa ist verbale und körperliche Gewalt an Kinder leider fast Alltag. Auch mein Bruder und ich durften es hören und vor allem spüren. Mit einem Ledergürtel oder dem Stiel einer Plastikfliegenklatsche wurden wir täglich (!) mehrmals geschlagen. Wenn es schnell gehen musste, wurde die Hand mit voller Wucht auf unseren Hinterkopf geschlagen.
    Warum das alles? Aus der heutigen Sicht würde ich sagen: Wir durften einfach nicht Kinder sein. 🙁
    Unseren Eltern hat einfach alles an uns gestört. Für jeden kleinen Pups haben wir Schläge bekommen. Manchmal haben sie auch einfach nur ihre schlechte Laune an uns ausgelassen.
    Wir durften nie unsere Meinung sagen und wurden schon gar nicht danach gefragt. Durch die Schläge haben wir beide aus Frust viel gegessen und ordentlich in der Pubertät zugenommen. Das führte zu mehr verbalen Erniedrigungen. „Hör auf so viel zu fressen, fettes Schwein, du bist so hässlich..etc“
    Das Wort Liebe ist für uns beide fremd gewesen. Wir wurden nie getröstet, nie umarmt, nie gelobt oder nie ein „Ich hab dich lieb“ bekommen. Wir waren schon sehr früh für unser Alter selbstständig geworden. Waren nach der Schule lange alleine bis gegen 20 Uhr irgendwann beide Elternteile von der Arbeit kamen. Natürlich wieder k.o. von der Arbeit und wir wollten von ihnen etwas liebe da sie ja den ganzen tag nicht da waren.. war natürlich auch nicht drin…

    Irgendwann mit 15/16 Jahren hat die körperliche Gewalt aufgehört und dann war nur noch die verbale Gewalt präsent wie z.b „du bist so dumm. Selber Schuld, dass du auf der Hauptschule bist.“ bla bla…
    Egal was war.. immer dieses „Tja geschieht dir recht. Selber schuld!“ ich konnte es irgendwann nicht mehr hören..

    Habe meine Eltern mit 18 mal gefragt, warum sie das getan haben und die meinten nur „weil ihr so schlimme Kinder wart. Euch hat’s ja nicht geschadet. Ihr hattet es verdient“. Danach wurde das Thema nie wieder aufgegriffen und meine Eltern tuen so, als ob das NIE passiert ist. Sie sind generell sehr Gefühlskalt.
    Ich werde das alles niemals vergessen. Auch heute mit 27 denke ich noch oft daran. Vor allem begegnet mir das Thema im Studium sehr oft und um so schmerzhafter ist es für mich zu erfahren wie schlimm meine Eltern zu mir waren. Als ich ausgezogen bin habe ich mich erst so richtig anderen öffnen können und meine ganzen Abschlüsse erfolgreich gemacht.

    Ps. zu meinem Bruder habe ich seit dem 14 Lebensjahr auch ein sehr „gestörtes/kaltes“ Verhältnis :'( er interessiert sich nicht für mich und redet nicht mit mir… nur ein Hallo wenn überhaupt…
    trotz vieler Bemühungen meinerseits… ich weiß auch nicht wie er die Kindheit empfunden hat und ob er heute darunter leidet…

  123. Ebru sagt

    Ja, ich wurde auch geschlagen:( so arg sogar, dass mich das mit 24 immer noch verfolgt… Keinerlei Liebe zu spüren bekommen.. Ich hasse ihn ich hasse ihn überalles. Warum darf ein mensch einem so was antun?! Wieso darf er mein Leben so beeinflussen, dass mir das Leben keinen Spaß mehr macht…!?

  124. Kurti sagt

    Hallo Sandra,

    als Autist ist das nicht so einfach mit Freunde finden, aber ich arbeite daran.

    Mit Wünschen habe ich aber gute Erfahrungen, man muss nur wissen, wie man sich was wünschen muss, dann klappts auch. 😉

    Aber ich kann hier nicht weg und nur lernen, damit umzugehen, damit es beim „nächsten“ wirklich mal anders wird.

    Ich habe auch viel gelernt, muss ich gestehen und wenn ich mal nicht alles so schwarz sehe, kann ich auch glauben, dass nur die Besten die schwersten Aufgaben bekommen. 😉

    Und Merle,

    such dir ganz schnell Hilfe, Jugendamt oder Hausarzt oder so was. Es gibt Wohngruppen für unter 18jährige!

    Kurti

  125. Merle sagt

    Hallo Sandra,
    ich wurde und werde von meiner Mutter verbal fertiggemacht. Dauernd krieg ich fiese Sprüche von ihr über mich zu hören oder sie macht mich fertig, weil ich so nah am Wasser gebaut bin. Sie sagt so oft, dass ich nicht so viel Süßes essen soll und meint ich bin fett. Ich merke richtig, wie mein Selbstvertrauen dadurch geschrumpft ist. Manche denken vielleicht, dass die verbale Gewalt nicht annähernd so schlimm ist, wie körperliche Gewalt. Ich persönlich hab festgestellt, dass die Unterschiede nicht sehr groß sind. Manchmal wurde ich geschlagen und total fertiggemacht. Hauptsache meine Eltern konnten ihre Wut ablassen. Jeden Tag ist dieser gewisse Druck da, auf ein Neues erniedrigt oder geschlagen zu werden und deswegen hab ich angefangen mich zu ritzen. Ich weis, dass das keine Lösung ist, doch der Druck ist nicht mehr auszuhalten. Jetzt mit 16 weis ich nicht anders damit umzugehen.

  126. Sandra Eitelmann sagt

    Hi Kurti,

    eines kann ich dir versichern: Diese Menschen, die einen so mögen, wie man ist und für die man einen Wert hat, die gibt es durchaus. Das habe ich selbst lange nicht für möglich gehalten. Nur kannst du nicht warten, bis dich diese Personen finden. Du erkennst ja scheinbar die negativen Bindungsmuster, die du hast. Und solche Leute, die auf dir rum treten müssen, verschwinden ganz schnell, wenn du sie nicht auf dir herum treten lässt. Dann bleiben auch andere Menschen mal bei dir stehen. Aber so lange du dir ungesunde Beziehungen suchst, wirst du auch nichts anderes finden. Und glaub mir, dass es sich lohnt. Ich habe einen wundervollen Mann und seine ganze Familie.
    Die Sachen, die du aus deiner Kindheit schreibst, kann ich irgendwo unter vielen anderen Dingen auch bei mir finden. Ich habe auch mit einer guten Anzahl von „Folgeerkrankungen“- ich mag das Wort Erkrankung nicht- meinen täglichen Spaß. Was du schreibst bzgl. Thera bestätigt das, was ich mir irgendwie schon dachte….dass es nie aufhört…war klar…Obwohl ich doch denke, dass es aufhört. Dann, wenn ich keine Lust mehr habe…Also warum man dir dein Kind wegnehmen wollte, wegen so einer Lächerlichkeit, überzeugt mal wieder von tiefsten Respekt und Toleranz.

    Jedenfalls, wenn ich dir einen Rat geben darf, versuch den ganzen „Müll“ los zu werden und dir Leute zu suchen, die so viel Aufwand wert sind, wie du in sie investierst.

    Alles Liebe
    Sandra

  127. Kurti sagt

    Hallo Sandra,

    ja, ich.

    Ich wurde in meiner Kindheit hier und da mal geschlagen, aber das war nicht das Schlimmste.

    Das Schlimmste, was lebenslange Folgeerscheinungen und psychische Erkrankungen hinterlassen hat, war der seelische Missbrauch (so nennt man das, wenn man verbal misshandelt wird), der in etwa so aussah, dass mein Vater jeden Tag (bis zu einem Kontaktabbruch für knapp 3 Jahre meinerseits mit 37 Jahren) mir gesagt hat, wie blöd, wie dumm, wie dämlich ich war und dass ich ja nur sein Leben versauen wollte. Meine Mutter hat mir dagegen jeden madig gemacht oder schlecht über mich geredet, den ich mochte.

    Mit dieser Vorbelastung bin ich dann an einen Narzissten geraten, mit dem ich seit gut 17 Jahren verheiratet bin.

    Da ich aber Asperger Autist bin, bin ich leider auf diverse Hilfen angewiesen und nicht in der Lage, gut allein zu leben.

    Ich arbeite seit über 20 Jahren an mir, teils mit, teils ohne Therapeut und alles hilft nur vorübergehend, nichts hilft auf Dauer.

    Ich bin außerdem noch transsexuell (Frau zu Mann), leben seit fast 10 Jahren aber als Mann und habe einen 16jährigen Sohn.
    Ich gebe zu, dass ich, als mein Sohn kleiner war, ihn aus Verzweiflung gehauen habe, den Fehler aber eingesehen und es irgendwann gelassen, als ich merkte, dass ich wie mein Vater werde.

    Mein Partner (Kindsvater) hat zur Erziehung nichts beigetragen, mich alles allein machen lassen und mir noch reichlich Steine in den Weg gelegt.

    Weil ich transsexuell bin, hat man versucht, uns unser Kind wegzunehmen, was ich aber verhindert habe.

    Mit meinen Eltern ist es nach der 3jährigen Trennung wieder gut. Ich habe verstanden, dass sie tatsächlich niemals begreifen werden, was sie mir angetan haben… und sie haben aufgehört, mich zu quälen.

    Lange wird das hier nicht mehr gut gehen, aber ich kenne nichts anderes, als das Menschen mit mir umgehen, als wäre ich Müll.

    Die einzigen Verwandten, die mich so akzeptieren, wie ich bin, wohnen über 1000 Kilometer weit weg… da brauche ich dann wieder meinen Partner, um da mal hinzukommen.

    Alles, was ich an Selbstwertgefühlen besitze, habe ich mir selbst beigebracht.

    Viel ist es nicht, aber es reicht, um zu überleben, bis vielleicht doch mal ein Mensch in mein Leben tritt, der mich einfach nur liebt, ohne etwas dafür zu verlangen.

    Kurti

  128. Sandra Eitelmann sagt

    Hallo zusammen,

    wie auch hier deutlich hervor geht, drehen sich die „schlimmen Fälle“ von Kindesmissbrauch, immer nur um`s Geschlagen werden. Der verbale Missbrauch kommt ziemlich dürftig weg…und bei körperlichen Missbrauch findet man nur alle möglichen Varianten, wie jemand geschlagen wurde. Schlimm, keine Frage. Mehr als schlimm. Nur Menschen, die nicht geschlagen wurden, denen trotzdem Schmerzen zugefügt wurden (körperlich) und mal wieder die „nur verbal“ Misshandelten kommen echt immer mies weg. Ich habe persönlich keine Ahnung, weil ich nur selten geschlagen wurde, ob körperliche Schmerzen, die anders herbei geführt wurden, jetzt überhaupt von Bedeutung sind und die „verbale Gewalt“- ja, die existiert zwar als Begriff, aber ansonsten findet man damit auch keine wirkliche Zugehörigkeit. Und trotzdem liegen gleiche od. ähnliche Folge“schäden“vor. Bitte, das soll hier keiner falsch verstehen. Ich verurteile Gewalt an Kindern so oder so. Und schlagen ist das aller erbärmlichste. Es gibt keine Rechtfertigung dafür….Sonst noch jemand da, der körperliche Gewalt nicht nur durch Schläge erlebt hat oder Gewalt auch „verbal“ erlebt hat?, was ja gerne weit runter gespielt wird…

    Lieben Gruß
    Sandra

  129. Selc-- sagt

    Ich und mein jüngerer Bruder wurden früher von unserem Vater geschlagen, der zu dem Zeitpunkt so ziemlich so etwas wie ein Alkoholiker war.
    Inzwischen sind unsere Eltern getrennt und eigentlich erinnert mich nicht mehr viel daran, bis auf ein paar kleinere Narben vielleicht.
    Das liegt nicht daran, dass ich es verdrängt hätte, im Gegenteil.
    Ich habe regelmäßig Kontakt zu meinem Vater, der sich wirklich geändert hat (zwischendurch war er auch im Gefängnis)und fast wieder so ist wie er war, bevor alles angefangen hat.
    Das hat mir größtenteils geholfen, darüber hinwegzukommen, zu wissen dass diese ‚Person‘ nicht mehr existiert.
    Nur ist mein Bruder derjenige, der versucht, alles zu vergessen und kein Wort mehr mit unserem Vater gesprochen hat, seit ungefähr 4 Jahren.
    Und ich wünschte ich könnte irgendetwas tun..
    Danke für diesen Artikel!

  130. zuzuzuuzu sagt

    Hi ich bin 23 und wir wurden alle zu Hause geschlagen. Jedesmal wenn wir uns als Kinder gestritten/gespielt haben kam der große holzBalken… Ich ( jüngste) war so 5/6. Mein Vater war eher harmlos er war nur arbeiten und hat sich eigentlich immer gefreut nach Hause zu kommen nur meine Mutter hat ihm uns schlecht gesprochen. Seitdem Tod meines Vater beschäftigt es mich aber komme klar muss ja irgendwie…

  131. Rüdiger sagt

    Auch ich bin als Kind sehr oft, fast täglich geschlagen worden und ich leide sehr darunter.
    Meine Eltern leben nicht mehr, ich versuche derzeit mit einem Therapeuten das Gewesene zu verarbeiten, mehr schlecht als recht.
    Ich habe selbst 2 erwachsene Söhne, die das nicht erleiden mussten. Sind beide studiert.
    Es geht auch ohne. Glücklicherweise.
    Möchte mich sehr gerne mit Leuten, denen es auch so ergangen ist austauschen.

  132. Jutta sagt

    Ich bin jetzt 47 Jahre und es ist lange her,doch die Erinnerung ist dann da,wenn ich rechnen muss,was ich absolut nicht kann-Zahlen werden immer mit mir mit Gewalt in Verbindung gebracht werden; sitzend in der Ecke ,meine Mutter links davon am Küchentisch ,die Matheaufgaben gingen in ihren Augen anscheinend nur mit Kochlöffel oder Handbesen und wenn die Benotung in der Schule schlecht war,kam der Stock meines Vaters ! Und wenn mich heute jemand fragt,warum ich das jetzt rechnen muss mit Taschenrechner,weils so einfach ist,könnt ich um mich schlagen,so wütend macht mich das !

  133. Maria sagt

    Wenn ich all dieses Elend lese. Habe selbst erlebt,wie vernichtend so ein Elternhaus ist.Zerschlagen,ohne Bildung,ohne Chancen zieht sich das als roter Faden durchs Leben.
    Mich schlugen sie zum Krüppel.
    Ich bin so froh,das meine Eltern auf dem Friedhof liegen und ich mich ausser Grabpflege nicht mehr mit ihnen beschäftigen muss.
    Verzeihen könnte ich ihnen nie.
    Das Gute an der heutigen Zeit ist,das man solche Machenschaften nicht mehr duldet und offen darüber sprechen kann. Es braucht aber noch lange,bis der letzte Dummkopf versteht,das man durch Prügel und Quälerei kleine Menschen nicht besser macht.Danke dem Autor,für diesen guten Text.

  134. Peter Johann Galsberg sagt

    Wir sind hier demokratisch, oder? Auch wenn ich Gewalt in der Erziehung nicht für gut heiße, erst recht wenn sie unkontrolliert oder aufgrund mangelnder Fähigkeiten der erziehenden stattfindet, kann ich bei der Auflistung der Folgen auf den Menschen irgendwie nur schmunzeln. Es wird hier dargestellt als würde die erfahrene Gewalt sich energetisch im Körper des betroffenen sammeln und dort später für sehr viel negatives Sorgen. Solche eindimensionalen Erklärungsversuche kenne ich sonst nur von unfähigen Pädagogen und Menschen, die in der Erziehung arbeiten, aber selber nur scheinheilich leben.

    – Aus eigenerfahrener Gewalt folgt Gewalt gegen Kinder? Kenne ich anders herum.

    – Identittäsfindung, Selbstwertgefühle? Beide Begriffe empfinde ich als Hypothetische Konstrukte aus der Geisteswissenschaft, die für komplett andere Fragestellungen einmal „entworfen“ wurden. Heute benutzt man sie wie in der MIttagstalkshow oder im Netz.

    – Abgrenzungsprobleme habe ich bisher immer nur festgestellt, wenn gerade keine körperliche Gewalt im Spiel war, aber strukturelle oder psychische – kann es also auch mit dem Schlagen nicht in Verbindung bringen.

    Jeder hat so seine Ansichten, die einen sind begründet, die anderen weniger, aber interessiert heute eh niemanden mehr, solange man mit positiven Signalwörtern oder mit Bauernweisheiten über Marktplatzerfahrungen herzieht.

  135. Lilly sagt

    Es ist entsetzlich, aber auch tröstlich, über bzw. von Menschen zu lesen, denen ähnliches widerfahren ist wie mir! Warum macht unsere Generation (zw. 40-50 J.) das nicht öffentlich? Unsere Eltern leben teilweise noch und u.U. müssen wir für ihre Pflege ideell und/oder auch finanziell aufkommen. Warum schützt der Gesetzgeber nicht die Opfer von damals? Warum werden die Kinder von prügelnden Eltern zur Kasse gebeten? Der Gesetzgeber würde mich sicherlich verurteilen, wenn ich meinen Partner z.B. halb tot schlagen würde oder auch andere Menschen! Oder etwa nicht?!
    Die prügelnden Eltern haben uns eine schwere Bürde aufgelastet. Ich lebe mit meinem Trauma und auch mit dem Kindheitstrauma (auch er wurde brutal von seinem Vater verprügelt) meines Mannes und wir können beide behaupten: Die Schläge haben uns schwer geschadet! Wir geben es nicht an unsere Kinder weiter und haben hier zum Glück eine Kette unterbrochen!

  136. ganz genau, dran bleiben, sich mit sich, sich mit Themen beschäftigen, sich finden und zu sich stehen. Und wer zuletzt lacht, lacht am besten. Und sich was gönnen, sich entspannen, sich selbst einen Wert verleihen, lernen, sich disziplinieren und verstehen lernen, dass wir eigentlich frei sind.
    Deine Empfehlung für eine Therapie kann ich nur bestätigen. Selbst empfand ich das wie magisch, als ich im Folgejahr immer wieder merkte: es hat funktioniert.

  137. Christina sagt

    Ich, weiblich, 32 Jahre alt, wurde in meiner Kindheit und Jugend immer wieder mal von meinen Eltern geschlagen. Das Problem hierbei war, dass sie es beide sehr subtil machten, es kam im schlimmsten Fall zu aufgeplatzten Lippen, oder Handabdrücken im Gesicht. Gebrochene Knochen oder Striemen am Körper hatte ich zum Glück nicht, doch auch ohne „Hilfsmitteln“ geprügelt zu werden prägt enorm. Leider bekam es in unserer Umgebung nie wer mit, nicht mal die Verwandten, und gelaubt hätte mir wohl nie jemand, denn meine Eltern verstanden es sich in der Öffentlichkeit so falsch zu verstellen, dass jeder annahm, das wir eine Musterfamilie wären.

    Mindestens gleich schlimm wie die körperlichen Demütigungen, war die psychische Gewalt die mir angetan wurde. Mir wurde von klein auf das Gefühl vermittelt nicht willkommen zu sein, ich wurde nicht einmal in den Arm genommen und mir wurde nie vermittelt, dass ich es wert bin zu leben. Als einzige Tochter meiner Eltern, neben zwei Brüdern, hatte ich bis ins Erwachsenenalter stets das Gefühl, selbst den Fehler gemacht zu haben, als Mädchen geboren zu sein.
    Die Abneigung gegen Mädchen/Frauen zeigt mein Vater allgemein im Leben, er behandelt Frauen als Menschen zweiter Klasse, doch meine Mutter ist eine charakterlich sehr schwache Person, welche lieber das Unheil wählt, anstatt fraugenug zu sein um alleine durchs Leben zu gehen.
    Das ist auch der Grund, dass sie ihn immer verteidigt hat, und bei den Schlägen meistens zusah, wenn sie nicht gerade selbst schlug. Meine Mutter gehört zu der Sorte Mütter, welche sich ohne mit der Wimper zu zucken für den Partner und gegen das eigene Kind entscheiden würde.
    Meine Brüder wurden die gesamte Kindheit über verschont, und im Gegensatz zu mir wurden sie immer respektvoll und liebevoll behandelt.
    Die Folgen meines Daseins zeigten sich in der frühen Jugend, als ich in die Magersucht rutschte. Mit 16 Jahren hatte ich meinen ersten Selbstmordversuch, und seitdem nehme ich durchgehend Antidepressiva um halbwegs leben zu können, da ich den Schmerz in mir ohne nicht aushalten würde.
    In meiner Jugend begann ich auch mich zu verletzen, ich hatte immer starke Suizidgedanken und ich fühlte mich chronisch einsam und ungeliebt.
    Irgendwann kamen enorme Ängste und Angstzustände dazu, welche mich an einem normalen Leben weitgehend hinderten.

    Es hat lange gedauert bis ich so halbwegs leben konnte. Ich trauere bis heute einer schönen nie gehabten Kindheit hinterher und ich lerne erst heute im Erwachsenenalter nach vielen Therapien, dass ich meine Vergangenheit akzeptieren muss um stabil durchs Leben zu kommen.
    Obwohl es mir heute besser geht als noch vor einigen Jahren, ist es noch immer ein Kampf und die Gefühle wie Einsamkeit, sich ungeliebt fühlen, alleine, etc. werden mich wohl für immer begleiten.

    Niemals kann man von den psychischen Folgen des Geschlagen-werdens geheilt werden. Man kann im besten Falle nur lernen es zu akzeptieren und so anzunehmen wie es leider war, damit man die Chance hat einen eigenen Weg einzuschlagen.

    Nach einigen Selbstmordversuchen, bin ich heute an einem Punkt angelangt wo ich doch froh bin zu leben, als Frau, mit allen meinen guten und schlechten Eigenschaften, und ich verletze mich nicht mehr selbst, denn ich möchte mich NICHT mehr dafür bestrafen, für das was meine Eltern mir angetan haben.
    Meine Selbstmordgedanken sind auch viel besser geworden. Nicht weil ich das Leben nun so rosig und schön finde, sondern vielmehr weil ich mir sage, dass ich mich wegen meinen Eltern sicher nicht umbringen werde.

    Ich kann allen Betroffenen nur dringend ans Herz legen, eine Therapie zu machen und niemals aufzugeben. Auch wenn es jahrelange Knochenarbeit und mitunter mehrere Therapien benötigt, kämpft so gut ihr könnt, denn im Grunde ist die größte Strafe für die Täter, dass sie sehen, dass man als geschlagenes Kind stärker ist als die Eltern es waren, und das man selbst die Stärke hat an sich zu arbeiten, damit es einem gut geht.

  138. Rüdiger sagt

    Ich bin heute 51 Jahre alt und habe in meiner Kindheit sehr viel Schläge bekommen, i.d.R. von meiner Mutter, die der Meinung war, eine ordentliche Tracht Prügel hat noch niemandem geschadet.
    In der Schule konnte ich oft nur mit Mühe sitzen, weil ich am Morgen oder am Abend danach tüchtig den nackten Hintern versohlt bekommen hatte.
    Oft waren es Kleinigkeiten.
    Damals war in der Schule noch Schwimmunterricht angesagt und, dass niemand die Striemen sehen konnte, hat mich meine Mutter dort entschuldigt; ich hätte eine Magenverstimmung oder ähnliches.

    Bin Borderliner, in ambulanter Verhaltenstherapie.
    Meine Mutter ist im vergangenen Jahr verstorben und ich habe darunter gelitten, nicht um sie trauern zu können…..

  139. ute sagt

    Hallo mein Name ist Ute bin 55 Jahre alt,meine Mutter war medikamentenabhänig, sie schlug ohne Vorwarnung auf mich ein, mit einem Jahr hatte ich eine schlimme Gehirnhautentzündung, ab dem 10 Lebensjahr, kann ich mich erinnern, fing es an, mit Kochlöffel, Handfeger,u.s.w mit 14 Jahren wurde ich ins Gesicht geschlagen und als Hure beschimpft, weil ich mir eine Hose gekauft hatte die ihr nicht gefiel.
    Als ich 10 Jahre alt war mußte ich die Treppen von der Wohnung bis zum Keller mit nackten Füßchen laufen ich hatte ein Nachhemd an, 10 mal hoch und runter. Die Schläge und das Ausrasten meiner Mutter hielten an bis zu meinem 18. Lebensjahr, in der Zwischenzeit bekam ich meinen Sohn mit 17 Jahren, wurde vom Vater des Kindes in der Schwangerschaft 2 mal massiv geschlagen, mein Bruder (6 Jahre älter) meinte nur, das hätte ich wohl verdient. Meine Eltern eröffneten dann ein Haus für entlassene Strafgefangene, da war ich 14 Jahre alt, ich wuchs mit diesen Leuten auf, aber mir ist nie etwas passiert, ca. 20 Jahre später wurde ich mal zusammen geschlagen, weil ich meine Mutter und meinen Vater schützen wollte.
    Mien Sohn, mittlerweile 37, ist drogenabhänig, er hat das alles mitbekommen, weil ich selbst nicht wußte wohin, hatte wechselnde Beziehungen zu Männern, alle aus diesem Umfeld, zwei Selbstmordversuche, eine Therapie nach der anderen. Ich empfand diese Gleichgültigkeit mir gegenüber immer als sehr schlimm,ich war immer die Schlimme, machte alles falsch, war das schwarze Schaf, als ich meine Eltern mal darauf ansprach, wurde ich als Lügnerin hingestellt. Meine Mutter erzählte hinter meinem Rücken schlecht über mich, sie schickte mir das Jugendamt ins Haus, sobald ich jemand kennengelernt hatte und ich mich von ihr entfernte, fing sie an mir zu drohen, dass sie sich umbringt u.s.w.

    Wo ich im 8 Monat schwanger war mit meiner Tochter (heute 19 Jahre) schickte sie mich in das Haus (aus dem sie fluchtartig geflohen waren wegen eines Mannes der sehr gewalttätig war) um dort nach dem Rechten zu sehen,ich hatte keine Probleme mit diesem Mann. Jetzt wo ich selbst eine Tochter habe, sehe ich, was alles falsch gelaufen ist, ich schlage mein Kind nicht, ich hatte ihr, wo sie 2 Jahre alt war, den Popo gehauen, da habe ich ihren Blick gesehen voller Angst,d a hat es bei mir klick gemacht, ich habe sie nicht mehr angefasst.
    Die nächste Traumatherapie steht bei mir an, wenn ich jetzt als Erwachsener da drüber nachdenke, packt mich das Grauen, meine Mutter hat soviel in mir kaputtgeschlagen, mit ihren Demütigungen und ihrer Linkheit mir gegenüber, dass mein Leben ein Alptraum war. Ich kam nie richtig auf die Beine, immer falsche Männer von Gewalt geprägt, ich bin froh, dass ich meine Tochter anders erzogen habe, ich lobe sie, wenn sie etwas gut macht usw.
    Ich sehe, dass mein Kind glücklich ist, doch eine Traurigkeit bleibt, die ich schon mein ganzes Leben habe, jetzt weiß ich auch, woher sie kommt.
    Vielen Dank

  140. Kirsten sagt

    Es macht mich traurig, von so vielen Leidensgenossen lesen, zu müssen.
    Ich war mir nie bewusst, was für schlimme Schäden meine Eltern mit ihren Schlägen (Teppichklopfer, Gürtel, Kochlöffel…) angerichtet haben. Bin Mitte 30 und ein totales Wrack. Eltern die nur Liebe zeigten, wenn man etwas außergewöhnliches verbracht hatte. Alkohol und Schläge fast täglich. Mißbrauch durch Dritte. Heim und dann eine Firma, die mein nicht vorhandenes Ego gnadenlos ausnutzt(e). Seit vielen Jahren, weil ich es allen immer Recht machen wollte und Anerkennung wollte, habe ich immer gespurt… Nun bin ich krankgeschrieben, seit 2 Monaten aber meine Therapeutin sagt ich müsse bald zurück in die Arbeitshölle, weil sie sich keine Sorgen um mich machen würde… Ich habe stellenweise Panikattaken,Atemprobleme, unregelmäßiges Herzrasen, Kälte immerzu, schlage (in Stresssituationen) mir den Kopf an die Wand, raste aus und heule, bis alles schmerzt… Ich habe Panik, wieder zurück in die Firma zu müssen, jetzt wo ich merke, dass es mir ohne diesen verhassten Job (ich musste irgendwas machen, sonst wäre ich auf der Strasse gelandet) ein wenig besser geht. Ohne diese Maschinen vor denen ich Panik schiebe, ohne diese fiesen Kollegen, die sich einen Spaß daraus machen, mir mein Leben noch weiter zur Hölle, zu machen…

  141. @mat danke für deine offene Art und Worte. Es ist der schwierig den Menschen einfach gehen zu lassen und man fühlt sich machtlos. Man will helfen kann und darf es nicht weil der Mensch es auch nicht merkt das er diese braucht. Ich hätte nie gedacht das mich sowas so umhauen könnte.

  142. Mat sagt

    @N

    Es geht zwar nun etwas weit, und ich bin kein Psychologe/Psychater, aber:

    „Ich habe mich selbst gezwungen es zu akzeptieren aber bin daran zerbrochen.“

    Lass seine Störung bei ihm! Lade dir das nicht auf! Das ist sein Ding!

  143. @mat
    Es ist immer schwer sowas nachzuvollziehen ich kann mich nur probieren reinzuversetzen aber ich denke das wird man nie begreifen. Ich habe soviele Gefühle in mir das ich nicht verdrängen kann und eher schreie und Weine und es mir immer so unverständlich war wie er das konnte. Ich habe mich selbst gezwungen es zu akzeptieren aber bin daran zerbrochen. Es ist komisch wenn man sich nicht streiten kann, nie tränen oder irgendeine Reaktion sieht wenn man selbst auch weint. Man zweifelt an sich selbst.

    Bei der Trennung hat er als erstes mal Tränen gezeigt und sich entschuldigt bei mir das er die kraft nicht mehr hat. Er hat sich lieber für das Leben entschieden alles zu verdrängen. Auch geplagt von sportsucht, essensstörung und auch ein abnormales kaufverhalten. Es zeigen sich schon körperliche Reaktionen wie ständig starke Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen von seiner Seite aber kein Arzt konnte was feststellen. Ich denke da sind genug Zeichen aber die werden natürlich auch verdrängt wie er es gelernt oder angenommen hat.

  144. Mat sagt

    @N:

    Es gibt Menschen die sich selbst verletzen um sich zu Spüren.

    Ich hab mir selbst als kleines Kind eine Mauer um meine Gefühle gebaut, weil ich traurig, verletzt und wütend bin, und das nicht dauernd fühlen will.

    Ich denke, er wird irgendwann Menthal zusammenbrechen, das lässt sich nicht auf die Dauer unterdrücken. Nichtbewusstes kann ziemlich Mächtig werden.

  145. @mat
    Danke für deinen Kommentar. Es ist sehr seltsam das sich mein Freund einfach von Sachen anziehen lässt die negativ sind wie in seiner Kindheit, schlechte Freunde etc und er wollte das ich ihm auch einfach mal so eine Backpfeife gebe. Ich habe das nie verstanden. Er hat förmlich drum gebeten und immer gelacht dabei.

  146. Mat sagt

    @N:

    Keine Gefühle: das gibts wohl nicht. Aber ich weis aus eigener Erfahrung, daß man sie u.U. nicht wahrnimmt. Daß man wirklich nicht weiß: bin ich heute gut gelaunt oder schlecht, oder habe gar keine Laune? Und dann bekommt man bei irgendeiner Kleinigkeit einen Wutanfall. Aha, heute bin ich anscheinend nicht gut drauf …

  147. Mat sagt

    @cassie:

    Bin über 40, ähnliche Kindheit. Ähnlicher Zustand.

    Ein dringender Rat: Such Hilfe! Quäle dich nicht länger!

    Ich bin neulich in einer Krise in die Notaufnahme einer Klinik gegangen. Die Psychologin, die gekommen ist, hat sich erstmal meine Geschichte angehört. Allein das Hilft schon! Und – sie hat erkannt, daß ich übel dran war und hätte mich sofort Stationär aufgenommen.

    Sie hat mit mir verschiedene Möglichkeiten besprochen. Auch das gibt Perspektive.

    Weg von deiner Mutter! Es ist hart zu erkennen, daß man alleine nicht mehr klar kommt, sehr hart. Daß man niemand hat.

    Ich ärgere mich darüber, daß ich nicht schon viel früher Hilfe angenommen habe, bin seit längerem in Therapie.

    Wirklich: scheiß auf Job und Wohnung, such dir eine Psychologische Klinik und geh hin! Und wenns für ein paar Wochen stationär ist. Inzwischen bin ich soweit, daß ich sogar eine Medikation akzeptieren könnte, wenn ich alles als völlig auswegslos empfinde.

    Es gibt tatsächlich Leute da draußen die Helfen können und wollen.

    Und es gibt schöne Momente im Leben, wofür es sich lohnt weiterzumachen, auch wenn sich das etwas Platt anhört, es stimmt. Z.B. auf einer Wiese Sonne tanken und die Ruhe genießen.

    Bitte gib nicht auf!

  148. Hallo Cassie,
    für Sie gilt dasselbe wie für viele, die hier ihre Leidensgeschichte schildern: Sie brauchen Hilfe. Schnell. Unbedingt. Ihre Suizidgedanken sind sehr ernst zu nehmen.
    Vertrauen Sie sich jemand an und holen Sie sich therapeutische Unterstützung. Das zahlt Ihre Krankenkasse und muss niemand erfahren. Adressen in Ihrer Nähe finden Sie hier …
    Alles Gute für sie.

  149. cassie sagt

    Ich bin 26 und wurde seitdem ich klein war von meiner mutter geschlagen, in der Pubertät hörte es dann langsam auf. Zu dieser zeit habe ich mich nehmlich gewehrt. Mit 10 Jahren hatte ich meinen ersten Selbstmord versuch, weil ich die Schläge und Demütigungen seitens meiner Mutter nicht ertragen konnte. Meine Mutter ist seit meinem 4 Lebensjahr alleinerziehend. ich bin in Amerika geboren und aufgewachsen. Beim ersten Selbstmord versuch als ich 4 Jahre alt war hat meine Mutter die amerikanische Polizei gerufen. Die kamen ins Haus und drohten mir mit dem Kinderheim wenn ich das nochmal mache, kein Wort darüber warum ich mich umbringen wollte. Generell habe ich bei meinem Vater Hilfe gesucht, jedoch glaubte er mir nicht. Eigentlich erinnere ich mich ungerne an meine kindheit zurück, ich weiß nur von 2 speziellen fällen: 1. Meine Mutter wollte mich ertrinken in der Wanne oder 2. Wie sie mich von einer Seite des Raums zur anderen gewurfen hat -gegen die wand. Ich war nie gerne in der schule wurde immer gehänselt hatte immer schlechte Noten seitdem ich denken kann. Deshalb wurde ich auch immer geschlagen, schulisch habe ich schon immer versagt. Mit 15 kam dann raus das ich Ads habe. Seitdem wir in Deutschland leben musste ich die Hauptschule, die realschule und mein fachabi wiederholen. Leider habe ich trotz wiederholung nicht mein fachabi geschafft. Momentan mache ich eine ausbildung die mir sehr schwer fällt. Ich wohne immer noch zuhause mit meiner mutter. Ich merke das ich in letzter zeit keine Kraft mehr habe, habe alleine in meinem zimmer immer mehr Wutanfälle und denke immer mehr über den Tod nach. Ich hab lehne Bezugsperson über mit dem ich darüber reden kann. Keiner kennt meine echte Geschichte. In letzter zeit treibt mich meine Mutter in den Wahnsinn, sie droht mir wegen jeder Kleinigkeit mit dem rauswurf aus dem Haus. Ich weine sehr oft in letzter zeit. Keine Ahnung was ich noch sagen soll….keine Ahnung ob das jemand ließt, wäre nett wenn mir jemand helfen könnte. Danke

  150. Hallo anonymous,

    es kommt oft vor, dass Menschen, die selbst schlimme Dinge erlebt haben unter Stress auch solche Verhaltensweisen zeigen. Dagegen helfen auch gute Vorsätze nur sehr wenig, da dann das Gehirn in den Notfallmodus kommt. Und dort sind alte Muster abgespeichert. Die Fachleute nennen das zum einen Psychodynamik, zum anderen kommt hier auch der Traumabegriff „Trigger“ ins Spiel. das das Ganze ein Reflex ist, kannst Du Dich auch nicht dagegen wehren. Hier hilft nur Therapie. dann wird das auch deutlich besser oder geht ganz weg. Menschen mit Traumatisierungen sind sehr stressanfällig, dazu gehört auch emotionaler Stress. Wenn Deine Tochter so wütend ist, dann kommst Du natürlich auch ordentlich unter Stress. Kinder übernehmen das was wir Ihnen vorleben. Wenn einem einmal die Hand ausrutscht, dann ist das sicher nicht schön. Wenn man seinem Kind aber sonst Liebe und Zuwendung schenkt, dann wird das Kind von dem einem Mal keinen Schaden davon tragen. Falls das öfter passiert, sollte man sich selbst schnellst möglich Hilfe holen, um die eigenen Traumata aufzuarbeiten und sein Kind zu schützen.

    Liebe Grüße
    André Kellner
    Dipl.-Psych. & Traumatherapeut

  151. Hallo,
    Ich habe den Beitrag von Nicci gelesen und sie spricht mir aus der Seele. Es ist bzw war bei mir genauso. Ständig Lügen und das konnte er ohne das man was bemerkte, schwierige Sachverhalte als sehr einfach darstellen, Häme und Spott von anderen waren okay und mich haben sie zutiefst gekränkt. Immer als ich ihn darauf angesprochen habe hieß es da muss man drüber stehen. Die Leute die besonders schlecht zu ihm waren hat er auf Händen getragen. Ich war am Anfang der Beziehung ein so glücklicher selbstbewusster Mensch und nun am Ende der Beziehung absolut kaputt und fühle mich minderwertig weil ich das alles nicht ausgehalten habe, was er als leicht dargestellt hat. Mein Freund wurde in der Kindheit sehr stark misshandelt von den Eltern und findet das jetzt okay und nimmt es hin. Ich kann das nicht begreifen, dass er lieber einen Menschen wie mich abstellt um seine Freunde oder sein Leben so weiterzuführen was ihm nur schadet. Wir waren so glücklich und hatten so viel vor und nun an einem Tag war es vorbei weil er keine Kraft mehr hatte. Er hat mir immer gesagt er hat keine Gefühle er kann das nicht empfinden. Ich kann mir das nicht vorstellen das ein Mensch keine Gefühle hat.

  152. Liebe Merle und liebe andere Betroffene,

    Ich bin Traumatherapeut und kann nur jedem raten: „Habt den Mut Euch Unterstützung zu holen“. Sich zu ritzen ist zwar schlimm, aber es ist erst mal nur ein Symptom und manchmal eine sehr gute Möglichkeit Druck abzubauen. Es ist auch eine gute Möglichkeit sich zu spüren, wenn man sonst nichts fühlt. Wenn man noch nicht die Kraft hat jemanden aufzusuchen kann ein online Forum der erste Schritt sein. Zudem empfehle ich folgende Seiten, welche alle zum Thema Trauma/Traumatherapie und ähnlichen Themen zugeordnet sind:

    http://www.emdria.de
    http://www.degpt.de
    http://www.thzm.de (Traumahilfezentrum München)
    http://www.traumatherapie-institut.de (Münchner Traumainstitut und Traumaambulanz)
    http://www.mri.tum.de/node/815 (Traumaambulanz rechts der Isar)
    http://www.trauma-informations-zentrum.de
    http://www.trauma-hotline.de
    http://www.traumatherapie.de
    http://www.traumanetzwerk.de
    http://www.fifap.de

    Je nach Thema finden Sie unter folgenden Links noch weitere interessante Informationen:

    http://www.weisser-ring.de
    http://www.blumenwiesen.org
    http://www.schotterblume.de
    http://www.vielfalt-info.de

    Ihr seid nicht allein. Hohlt Euch Hilfe, denn das habt ihr wirklich verdient.

    Herzliche Grüße aus München

  153. Hallo Merle,
    Du brauchst dringend Hilfe. Das Ritzen und vor allem Deine Suizidgedanken sind sehr ernste Anzeichen, dass Du in Not bist und auch in Gefahr.
    Selbstverständlich hat Dein vieles Weinen etwas mit den Drohungen Deiner Mutter zu tun, dass sie Dich wegschicken will. Du schreibst nicht, wie Dein Vater reagiert. Schaut er weg? Prügelt er auch? Kannst Du mit ihm reden.

    Auf jeden Fall brauchst Du Hilfe und eine Person, mit der Du mal vertraulich reden kannst. Und jemand, der dann auch mit Deiner Mutter redet, damit das Schlagen aufhört. Das Problem dabei ist, dass eventuell Deine Mutter es wieder an Dir oder Euch auslassen wird, wenn Du nach außen trägst, wie verzweifelt Du bist. Aber so wie es jetzt ist, ist es ja auch schon schlimm genug.
    Mögliche Ansprechpersonen wären der Hausarzt, vielleicht ein Vertrauenslehrer in der Schule und natürlich auch das Jugendamt. Letztere könntest Du ja auch telefonisch mal um Rat fragen, was Du tun kannst. Die haben am meisten Erfahrung mit solchen Fällen.
    Wenn Du noch eine Frage hast, schreib noch mal.

  154. Merle sagt

    Hi, ich bin 16. Ich und meine Zwillingsschwester wurden von meiner Mutter in unserer Kindheit geohrfeigt. dann, wenn wir etwas nicht erledigt hatten oder wenn wir etwas falsches gesagt haben. Ich glaube ich wurde 5 mal geschlagen. Wahrscheinlich ist das nichts im Vergleich zu anderen Personen hier, doch ich denke diese Schläge haben mich zu einer sehr emotionalen Person werden lassen. Also ich fange wegen jeder Kleinigkeit an zu heulen. Natürlich versuch ich es zu unterdrücken, doch dann kommt kein Wort aus meinem Mund.

    Z.B. weine ich, wenn ich an meine ganze Kindheit denke, wenn jemand (meistens meine Mutter) in einem strengen Ton mit mir spricht. Auch jetzt, während ich das schreibe laufen mir die Tränen. Hat das was mit den Schlägen zu tun und dass uns oft gedroht wurde (z.B. wenn ihr euch nicht mehr im Haushalt arrangiert, dann kommt ihr aufs Internat; Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, dann setzt es was (damit meinte sie schlagen), damit ihr endlich lernt, wer hier das Sagen hat).

    Seit einem Jahr ritze ich mich da, wo es keiner sehen kann, weil ich dadurch irgendwie den Druck ablassen kann. Oft sitze ich in meinem Zimmer und heule einfach leise für mich, wie schrecklich mein Leben doch ist. Ich habe bei jedem körperlichen Anzeichen, das Gefühl da steckt was ernstes hinter (meine Mutter denkt, wenn ich sowas erzähle will ich bloß Aufmerksamkeit, was aber überhaupt nicht stimmt). Ich hab das Bedürfnis, mich einmal vom Arzt abchecken zu lassen um zu gucken, ob alles in Ordnung ist, doch ich trau mich nicht allein. Ich wohne auf dem Land, da kann ich nicht mal so zum Arzt, bzw. Psychologen. Ich möchte jemandem erzählen, was alles passiert ist. Doch niemand ist geeignet. Ich denke auch an Suizid oder wie es wäre, wenn ich einfach vor ein Auto laufe. Ich weiß nicht ob ich Depressionen hab. Aber ich weiß, dass meine Eltern einen großen Teil dazu beigetragen haben, wie ich jetzt bin… Entschuldigung, wenn ich vom Thema abgewichen bin, aber über eine Antwort würde ich mich freuen. LG

  155. Petra sagt

    Hallo,

    auch ich wurde geschlagen, aber ich habe meinen inzwischen verstorbenen Eltern so gut wie ganz verziehen. Sie wussten es nicht besser, gerade mein Vater ist in schweren Zeiten aufgewachsen, wurde als Kind arbeiten geschickt aus finanz. Gründen, war im Krieg- er hatte eigentlich keine Kindheit und Jugend, keine Liebe bekommen.
    Das entschuldigt nichts, aber für die Generation damals (jetzt 80/90)war Erziehung mit Schlägen normal.
    Mein Mann wurde angeblich ohne Schläge erzogen, was so sicher nicht ganz stimmt, hat aber „aufs Wort“ gefolgt, nie widersprochen oder die Eltern kritisiert, selbst in der Pubertät nicht, als Erwachsener nicht. Aber sein Vater war (ist) hart, da gibt es keine Widerrede, er macht alle klein mit Worten und Stimme.
    Mein Mann hat kein Selbstwertgefühl, meiner Meinung nach, neigt dazu mich klein zu machen, wenn er in Wut gerät und vor allem keine Argumente hat.
    Weil Sie hier jemandem geraten haben, diese Seiten lesen zu lassen… das würde mein Mann nie tun. Er würde mich und alels was geschrieben steht, verhöhnen und als Blödsinn abtun.
    Auch mein Mann neigt zum lügen. Ich schreibe ebwusst lügen, denn flunkern und schwindeln ist etwas anderes. Er tut es selbst dann, wenn andere und vor allem ich es merke und dreht den Spieß um, dreht sich wie ein Rad im Wind.
    Dass er sehr streng erzogen wurde, gibt er zu, dass es ihm mal schlecht ging unetr dem Vater und viele Verhaltensweisen der Kindheit sich heute noch bei ihm zeigen, nicht. Er redet nie darüber, er wird regelrecht sauer oder leugnet meist, wenn ich ihm aufzeige, was ich in seinem Elternhaus erlebt habe, wie sein Vater mit anderen Menschen umspringt. Aber er stellt es sofort bei anderen in Frage.

    Ich denke, das ist eine Art Selbstschutz und den wollen sich diese Menschen aufrecht erhalten.
    Aber es ist enorm schwierig für mich, zumal ich über meine Kindheit reden kann und eher viel zu ehrlich bin. Deshalb ist seine Unehrlichkeit auch etwas, was mich auf die Palme bringt.

  156. Sie können es probieren. Zeigen Sie ihm diesen Blogbeitrag und die vielen Kommentare. Die soll er lesen.
    Ansonsten können Sie nur sich selbst retten, bevor Sie untergehen. Menschen verändern sich nur sehr ungern, viele leiden „lieber“.

  157. Nicki sagt

    Hallo, seit einem Jahr habe ich einen Freund, den ich über alles liebe!
    Das erste halbe Jahr hatten wir eine Fernbeziehung, da lief soweit alles gut, als ich jedoch wieder zurück in meine Heimat gezogen bin, wo er auch wohnt, gingen die Probleme los… ganz schlimm ist bei ihm das Lügen! Er hat mich eiskalt angelogen und ich habe von seinen Freunden erfahren, daß er das schon immer macht, auch bei ihnen… ich habe mir gedacht, daß so eine Lügerei einen tieferen Grund haben muss.

    Inzwischen habe ich rausgefunden, daß er als Kind regelmäßig und teilweise völlig grundlos von seiner Mutter geschlagen worden ist, manchmal bis er blutete. Er hat es mir eines Abends erzählt und es fiel ihm unendlich schwer, aber es tat ihm wahnsinnig gut. Mir hat es das Herz zerissen! Und nun sehe ich viele Dinge in einem ganz anderen Licht bei ihm, warum er so ist und sich so verhält. Er verträgt keine Kritik, er baut sich sein Leben mit Lügen so auf, wie er es gerne hätte, muss sich ständig beweisen und hält von sich selber gar nichts, er ist sich nichts wert, um nur mal ein paar Eigenschaften von ihm aufzuzählen.

    Unsere Beziehung ist sehr schwierig, wir streiten fast nur. Er kramt bei mir auch negative Eigenschaften wieder hervor, wo ich dachte, daß ich damit durch bin. Ich bin selbst jemand, der kein großes Selbstwertgefühl hat und er macht mein Selbstbewußtsein wieder sehr klein. Allein durch sein Handeln. Ich bin so eifersüchtig, wie ich es noch nie war, aber er hat einen komischen, viel zu lockeren Umgang mit anderen Freundinnen, daß ich der Meinung bin, daß er überhaupt nicht weiß, was Liebe ist und er gar nicht wirklich zwischen Freundschaft und Liebe unterscheiden kann. Ich bin mir nicht mal sicher, ob er mich deshalb wirklich liebt, obwohl er es sagt, aber unsere Beziehung ist inzwischen so verkorkst, daß ich gar nichts mehr von ihm bekomme, keine Zärtlichkeiten, keine Komplimente, nichts. Er blockiert nur noch, wenn ich mit ihm reden will und vertraut anderen inzwischen mehr an.

    Ich glaube, ich nerve ihn nur noch, weil ich nachhake und er sich seinen Gefühlen und seiner Vergangenheit nicht stellen will! Ich bin absolut verzweifelt, denn unsere Beziehung ist kurz vor dem Aus. Jedes Wort, was ich sage, sieht er als Angriff gegen sich! Ich habe versucht, daß er sich Hilfe holt, aber er ist total dagegen und es zerbricht mir das Herz, ihn gehen lassen zu müssen, bevor ich mit ihm untergehe! Ich habe ja auch noch Verantwortung meinen beiden Kindern gegenüber! Gibt es einen Weg, daß er erkennt, daß er Hilfe braucht, daß es so in seinem Leben nicht weiter gehen kann?

    LG Nicki

  158. Solche seelischen Qualen kann niemand wegstecken. Sie sollten Ihren Stolz und Ihre Scham überwinden und sich Hilfe holen.

  159. Anonym sagt

    Ich wurde vom Kindergarten an gequält und erniedrigt und dachte bis vor ein paar Jahren das ich stark genug bin es wegzustecken ..aber heute bin ich ein Wrack ein psychisches Wrack, ohne Selbstwertgefühl und ohne Freude in meinem leben! Das alles kann ich nicht verarbeiten auch nicht das ich vom Onkel sexuell angefasst wurde als ich 10 war.hilfe kann ich mir nicht holen,dazu bin ich zu feige …

  160. anonym sagt

    Hallo!
    Ich bin 26 jahre alt, Mutter von zwei Kindern.
    Auch ich wurde oft von meinem Vater geschlagen.
    Gürtel, Stock, einmal sogar mit einer Schneekette. Wochenlang blieb der Abdruck auf meiner Warde.
    Immer hatte ich so eine Wut in mir, die ich jedoch nicht rauslassen konnte.
    Das alles hat sich angestaut und hat nur negative Folgen auf meine Beziehung. Es MUSS alles nach meiner Nase tanzen, ich verstehe keinen Spaß, vertraue keinem, brülle meine Meinung und kann mit Konflikten einfach nicht umgehen.
    Ich weiß, dass ich dringend Hilfe brauche.

  161. Petra sagt

    Ich wurde auch als Kind geschlagen, u. a. mit einem Stock. Ich war sicher ein sehr aufmüpfiges Kind, aber „draußen“ sehr zurückhaltend und schüchtern. Ich habe mich daheim verbal gewehrt, wenn man mir etwas aufstülpen wollte, was ich nicht wollte, ich war sehr überbehütet.
    Meine Eltern kannten es nicht anders, wie es in der Generation vor 30, 40 oder 50 Jahren üblich war.

    Ich habe lange Wut in mir gehabt, kannmich an sehr viele Situationen genau erinnern. An die, die richtig schlimm für mich waren.
    Meine Eltern leben nicht mehr. Ich habe es ihnen im Alter erzuählt, sie wollten es nicht wissen, sahen sich immer noch im Recht und.. es schadet niemandem, ich wäre undankbar, ich war doch frech.
    Ich habe zu nahezu 100% damit abgeschlossen. Ich habe es für mich aufgearbeitet, es ihnen gesagt- mehr kann ich nicht tun.
    Ich entschuldige es nicht, ich verzeihe ihnen vielleicht auch nicht ganz, aber ich kann es ein Stück weit „aus ihrer Sicht“ verstehen und habe Frieden geschlossen.

    Mein Mann hat einen sehr autoritäten Vater, der hat nur it der Stimme und mit Worten Härte gezeigt. Ich habe gemerkt, dass das Spuren hinterlassen hat, die sich auch in der Beziehung niederschlagen. Mein Mann verleugnet aber größtenteils alles, was mit seinen Eltern an Negativem zu tun hat. Vor allem mir gegenüber.

  162. Hi Richard, pass gut auf Dich auf, sonst tut das nachher niemand. Du hast absolut Recht: verdrängen bringt nichts, denn verdrängen ist verleugnen. (das sollte man sich niemals zur Gewohnheit machen)
    Aber eines kann man sich sehr gut zur Gewohnheit machen: jeden Tag etwas Gutes für sich selber tun.
    Alles Gute für 2014

  163. richard sagt

    Hallo alle zusammen also ich bin 18 jahre alt und wurde auch von meinen vater öfters geschlagen meistens wenn er besoffen wahr und seitdem er eine neue frau an seiner seite hatte wahr die auch noch gewaltätig mir gegenüber sie hatte mir immer so kleine sachen angetahn wie an den ohren ziehen ohrfeigen geben morgens kaltes wasser über mich schütteln stundenlang die wand anstarren lassen usw. bei meinem vater
    wahr das alles einbischen schlimmer der hat mich immer mit seinem gürtel geschlagen manchmal hatte er auch solche zacken dran einmal hatte er mich so
    dolle geschlagen das ich mir dabei ihn die hosen gemacht habe und wahr aber auch mit seiner ganzen kraft mit tritten ohrfeigen und das mehrmals hintereinander mit 12 jahren bin ich dann abgehauen und wohne jetzt bei meiner oma
    ich hab das bis heute nicht verdrängt kann man glaube ich auch nicht es wird immer ihn dein bewusstsen weiterleben heute denke ich mich das ich das mein vater wieder zurückgeben sollte mit meinen 1, 85 und breite figur sollte das kein problem sein aber ich hallte mich zurück schließlich sollst du la deine eltern ehren obwohl das eigendlich auf gegenseitigkeit beruhen sollte.

    viel glück euch allen noch
    lg Richard

  164. Vielen Dank Herr Kellner,
    jetzt mit fast 60 kann ich Ihnen nur bestätigen: man hat da ein Leben lang mit zu tun – auch nach Tiefen- und Verhaltenstherapie, immensen durchgängigen Selbsthilfebemühungen, Lernen und Achtsamkeit.
    Heute glaube ich, das Verdrängen/Verleugnen ist sehr schlecht. Alles denkbar Gute für Ihre wichtige Arbeit. Während meiner Therapien habe ich jeweils ein Buch geschrieben. Auch das hat gut getan. Schaue ich mir heute diese 500 Seiten an, dann wird mir immer wieder klar, welche Dimension das alles hatte und hat. K.H.

  165. Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann.
    Ich freue mich über diesen Artikel, da bei diesem Thema noch sehr viel Aufklärung notwendig ist. Wir wissen aus der modernen Traumaforschung, dass Gewalt, egal ob körperlich, verbal oder gar sexuell, immer Spuren in unseren Gehirnen hinterlässt. Vor allem in jungen Gehirnen ist diese Prägung um so intensiver und gravierender – auch wenn sie nicht erinnert wird!!! Je jünger, desto gravierender! Selbst verbale Gewalt ist hierbei nicht zu vernachlässigen. In der modernen Traumadiagnostik, wird der Begriff „Psychische Gewalt“ verwendet. Nichts kann gelöscht werden! Immer dann wenn die Gewalt von wichtigen Beziehungspersonen (Eltern, Geschwister, Verwandte, Lehrer usw.) ausgegangen ist, dann ist diese Prägung nochmals tiefer, denn bei einem traumatischen Ereignis wird immer unser Bindungssystem aktiviert. Dies ist ein archaischer Mechanismus, der Schutz und Hilfe aktivieren soll! Deshalb ist Gewalt von wichtigen Bindungspersonen doppelt so traumatisierend wie von fremden Menschen! Denn hier wird zugleich auch das Bindungssystem beschädigt!
    Um die Symptome zu beseitigen (Ängste, Panik, Bindungsängste, Körperschmerzen, Anspannung oft auch Burnout, Selbstwertprobleme, Aggressionen usw.) ist sehr wichtig und sinnvoll eigene Gewaltereignisse aus der Kindheit mit Hilfe professioneller Therapie zu verarbeiten. Das ist Gott sei Dank möglich. Es ist aber vor allem wichtig dies zu bearbeiten, da die eigene Angst- und Psychodynamik und vor allem die Bindungstraumatisierung an eigene Kinder weitergegeben wird. Das ist ein völlig normaler Mechanismus, dem wir alle unterworfen sind und der vor allem in stressigen Situationen reaktiviert wird. Wer hat nicht schon einmal in einer sehr stressigen Situation gedacht „Ohh Gott ich bin schon wie mein Vater (oder meine Mutter)“. Dann wird das eigenen Kind zum Trigger. Oder das Schreien des eigenen Kindes erinnert (natürlich unbewusst) an eigene leidvolle Erfahrungen. Hier kann man sich Hilfe und Unterstützung holen und diese Themen bearbeiten und auflösen. Zum eigenen Wohl und zum Wohle der eigenen Kinder.
    Mehr zu diesem wichtigen Thema lesen Sie ab Januar in meinem Blog unter:
    http://www.andre-kellner.de/blog/

    Herzlichst Ihr André Kellner
    (Dipl.-Psych. & Traumatherapeut)

  166. Jalms sagt

    Ich bin 18 Jahre alt und bis heute war ich überzeugt davon, dass meine Vergangenheit eben vergangen ist und ich alles ganz gut weggesteckt habe. Aber eigentlich trifft so vieles zu, dass ich nicht weiterhin meine Augen verschließen darf, jedoch auch nicht darüber reden kann. Das konnte ich mit noch niemandem darüber, da die Reaktion der anderen mir Angst macht.

  167. Silent sagt

    Ich hab mich bei dem Artikel sehr ertappt gefühlt.
    Bisher war ich in meiner Umgebung die Einzige, die sich nicht an Ihre Kindheit vor dem zehnten Lebensjahr erinnern kann. Mich hat das Thema Kindheit in meinem Leben bereits zum zweiten Mal mit aller Wucht eingeholt. Ich hatte gehofft, dass das nicht so sein würde. Auch ich habe viel Schlimmes erlebt und unter Anderem auch Schläge von beiden Elternteilen. Ich hab seit zehn Jahren kein Kontakt mehr zu meinem Vater und würde am liebsten auch den Kontakt zu meiner Mutter beenden, was ich aber nicht übers Herz bringe, da sie als Oma eine andere Person ist und ich meinen Kindern die Oma nehmen würde. Die Trennung von Mutter und Oma in meinem Kopf ist aber nicht immer leicht.

    Ich selbst hab immer Angst gehabt, eine schlechte Mutter zu sein, ebenfalls zu schlagen und es ist mir gerade in den ersten Jahren, nicht immer gelungen, ruhig und gelassen zu bleiben. Wie auch, ich hatte es ja nie gelernt. Ich hab kaum soziale Kompetenzen, zwischenmenschliches Verständnis oder Ähnliches in meiner Kindheit gelernt. Das musste ich alles als Erwachsene nachholen. Aber ich habe mich bei meinen Kindern entschuldigt, wenn ich Fehler gemacht habe und ich hab den Punkt überwunden, Angst zu haben, genauso zu sein. Ich bin nicht perfekt, aber ich hab es tausend Mal besser gemacht als meine Eltern.

    Ich arbeite an mir, immer noch, seit über zehn Jahren und lerne immer noch dazu (denn als Erwachsener dauert alles viel länger – aber es lohnt sich). Meine Kinder sind glückliche Kinder. Ja, das geht, trotz meiner Voraussetzungen. Da helfen viele Gespräche, was sie wollen und was sie sich wünschen. Mit Sicherheit habe ich auch viel Glück mit meinem Mann gehabt, dafür bin ich sehr dankbar, denn vieles hat er mir beigebracht. Man braucht Menschen um sich rum, die einem gut tun. Wenn es nicht der Mann ist, dann können das auch Freunde sein.

    Ich wünschte manchmal, ich hätte vieles schon früher gewusst, dass hätte mir manches erspart. Es ist z.B. immer noch nicht leicht zu vertrauen, aber ich hab gelernt, dass ich keinen Dauerschutz mehr brauche und deswegen wirke ich viel offener und freundlicher als früher. Ich glaube, das ein guter Mix aus Aufarbeitung und Verhaltenstherapie in Form von Regeltransformationen der Weg ist. Zumindest ist es meiner.

  168. Fischi007 sagt

    Meine Mutter wurde als sie klein war mit ihrem Bruder jeden Tag grundlos nur weil ihr vater betrunken war mit dem Gürtel geschlagen. Sie mussten mit 16 arbeiten gehen um das versoffene Geld zu verdienen, aber das Geld musste gleich wieder an dem Vater abgegeben werden (für Alkohol und Zigaretten). Und jetzt ist sie 39 und seit sie 35 ist, habe ich bemerkt das sie noch ein Trauma hat, denn: jede Nacht jammert sie unbewusst in der Nacht und sagt sogar manchmal in einem jammerndem Ton „Mama“. Ich weis echt nicht was ich tun soll.

  169. Ohne professionelle Hilfe werden Sie es vermutlich nicht schaffen. Und ja, Therapie kann anstrengend sein, weil man sich mit all dem auseinandersetzen muss, was man verdrängen und vergessen will. Aber das geht ja nicht. Sie Erlebnisse und Erfahrungen bahnen sich auf andere Weise ihren Weg ins Leben. Gerade auch wegen Ihrem Sohn aber vor allem, dass Sie diese schrecklichen Dingen verarbeiten können, sollten Sie sich entschliessen, einen Psychotherapeuten aufzusuchen.
    Adressen finden Sie hier: http://www.psychotherapiesuche.de

  170. Paula sagt

    Ich bin 29 und Mutter eines dreijährigen Sohnes und im zweiten Monat schwanger.
    Ich kann mich heute immer noch nicht an sehr große Teile meiner Kindheit erinnern. Ich weiß nicht wann es anfing und ich weiß nicht wann es aufhörte. Aus Erzählungen meiner inzwischen verstorbenen Großmutter, weis ich, dass meine Mutter wohl eine sehr liebevolle Mutter war, bis sie meinen Stiefvater heiratete. Aber auch daran kann ich mich nicht erinnern. Ich war wohl damals fünf Jahre alt. An wesentliche Dinge erinnere ich mich allerfings sehr wohl: ich war immer dumm, eine Schlampe, eine Drecksau und ich wurde mit blanken Händen, einer Art Bürste und eine Art Stil geschlagen. Oft waren es harmlose Gründe: Zahnpasta am Becher, ein Haar im Waschbecken, eine gegessene Birne, die meiner Mutter gehörte, Eselsohren im Schulhefter,…. Meine sogenannten Eltern waren auch kreativ mit anderen Strafen: Dauerhausarrest, Zuschliesen der Stuben- und Küchentur, kein TV, kein Radio, kaum Spielzeug, alle Hausarbeiten machen, auf dem Hof spielen nur in Sichtweite, nie mit anderen Kindern an den See gehen,….. Der Gipfel war ein öffentlich aushangender Aufgabenzettel, was ich um welche Uhrzeit zu tun und zu lassen habe.
    Ich habe viele Jahre gedacht es sei normal, doch die Unterschiede zu anderen Familie wurden immer klarer. Irgendwann verstand ich, dass Prügelstrafen nicht normal sind. Als ich 15 war, drohte mein Stiefvater:“du hrauchst wohl mal wieder eine Tracht Prügel? ??“ Ich antwortete: „mach doch…ich zeige dich an“ daraufhin hat er mich zu Boden geworfen, sich auf mich gesetzt und mit der blanken Faust auf Brust, Flanken und Arme geschlagen. Meine Mutter saß mit verschränkten Armen und Beinen vor mir und svhaute aus dem Fenster heraus, ohne eine Miene zu verziehen. Ich war die Prügel schon so gewohnt, dass ich mein Gesicht schützte und mir dachte: „die Genugtuung zu heulen, gibst du ihm nicht!!!“. Und ich weinte nicht, obwohl ich mir in die Hosen pullerte vor Angst.
    Mit 17 zog ich zu meiner Oma. Es folgten seltsame Beziehungen zu seltsamen Männern und mein ganzes Leben richtet sich danach, blos nicht so wie die eigene Mutter zu werden. Also machte ich meinen Führerschein, den sie nie schaffte, machte Fachabi, was sie nie schaffte, baute mir meine eigene kleine Wohnung auf, was sie nie schaffte,….
    Als ich 2006 meine Mutter auf die Prügelstrafen ansprach und eine Erklärung, eine Gestandnis, eine Entschuldigung erwartete, behauptete sie ich hätte die Prügel verdient und es hatte mir nicht gesvhadet. Sie verstand es nicht. Und da war dad lezzte Ereignis svhon Jahre her und unser Kontakt sporadisch.
    Mir ging es oft schlecht, weil ich nach Erklärungen suchte und nie eelche bekam. Aber aks sie mir den Spruch drückte, habe ich sie seit jeher nie wieder gesehen. Sie kennt ihr Enkel nicht, sie hat meine Hochzeit verpasst uvm…
    Insgeheim hoffe ich immer noch, dass sie es irgendwann einsieht und angekrochen kommt, obwohl ich im Grunde weiß, dass die Chancen dafür sehr schlecht stehen.
    Seit einiger Zeit kann ich auch fremden Mendvhen ganz nüchtern erzählen, wss passiert ist.
    Doch immer ofter spüre ich, dass ich meinem Sohn gern auch einmal eine Klatsvhen würde, weil er mich an meine Grenzen bringt und ich keine Argumente mehr habe. Genau wie mein Stiefvatet, der auch nie Argu, ente hatte…
    Ich habe Angst….
    Angst meinem Sohn das Selbe anzutun….
    Angst, dass er mich einmal so hasst wie ich meine Mutter hasse ubd zugleivh foch vermisse.
    Den Schritt zum Psyhologen habe ich noch nicht gewagtm da ich Angst habe, mich an alles genau zu etinnern.
    Als Kind loste ich das Problem durch Ritzen, hatte Untergewicht….
    Heute bin ich Choleriker, Pessimist und fühle mich trotz aller Erfolge als Versager.

  171. Giulia sagt

    Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,

    Ihr Artikel hat mich sehr bewegt. Ich las ihn wieder und wieder und jedesmal wurde meine Wut größer, meine Trauer, meine Scham. Ich selbst bin unter starker psychischer physischer Gewalt groß geworden. Manchmal frage ich mich wie ich es überhaupt schaffte Erwachsen zu werden. Meine Mutter die ein erfolgreiches Unternehmen führt gilt damals wie heute als herzensgute, liebevolle Frau und Mutter. Tja, so sehen sie ihre Kunden, so sahen sie meine Schulfreunde und alle Menschen in meinem Umfeld.

    Aber niemand hat sie so kennengelernt wie ich es tat und glauben Sie mir auch ich musste erst schlimmes im Leben erfahren um das zu erkennen aber dazu später mehr. Nach außen hin schienen wir immer die tolle Familie. Meine Eltern meine jüngere Schwester und ich. Vater erfolgreich im Job, Mutter erfolgreiche Unternehmerin und ihre zwei Kinder. Ich kann mich bestimmt nicht mehr an alles erinnern was vielleicht auch gut so ist aber viele viele Erinnerungen brodeln in mir als seien sie erst gestern geschehen. Alles fing eigentlich damit an als meine Schwester geboren wurde da war ich 4. Ich war rebellisch meine Schwester dagegen unauffällig und introvertiert. Mein Vater prügelte mich oft. Sei es das ich meine Schwester ärgerte oder ich einfach laut war. Ich erinnere mich wie er mit dem Gürtel so lange auf mich einschlug bis meine Mutter ihn von mir weg holte und warum? Weil meine Schwester anfing zu weinen und zu meinen Eltern ins Bett kroch, Sonntags morgen.

    Das schlimme waren nicht die Schläge sondern die Ignoranz meiner Mutter die nicht mal nach mir sah. Ich hatte überall Striemen. Im Gesicht an den Beinen. Ich hatte Todesangst vor meinem Vater. Irgendwann hatte ich eine Phase da machte ich ins Bett. Meine Mutter schleifte mich von Arzt zu Arzt natürlich ohne Ergebnis denn ich hatte nichts körperliches!! Eines Abends stand ich in der Schlafzimmer Tür da war ich 7 weil ich wieder ins Bett gemacht hatte und meine Mutter schleifte mich am Arm ins Bad und schloss mich ein, im Dunkeln. Ich durfte erst wieder raus als mein Vater kam. Ich kann es nicht vergessen…als ich in die Pubertät kam wurde ich rebellischer und als mein Vater mich beim rauchen erwischte schlug er solange auf mich ein bis ich ein blaues Auge hatte. Das schlimme waren nicht die Schläge sondern das ich schrie und meine Schwester weinte und meine Mutter die in der Tür stand sich meine Schwester schnappte und das Haus verließ. Sie ließ mich allein.

    Schließlich wurde ich in der Schule von Lehrern angesprochen bis ich schließlich dachte man wolle mir ernsthaft helfen so brach ich unter Tränen bei meinen Lehrern zusammen. Meine Eltern wurden zum Gespräch eingeladen. Am Ende waren sie die Opfer eines rebellischen Teenagers die quasi die Prügel provoziert hatte! Noch heute bin ich fassungslos über diese Pädagogen! Meine Mutter strafte mich mit wochenlanger Ignoranz. Schließlich hätte ich ihren guten Ruf in Gefahr gebracht. Mein Vater jedoch rührte mich seitdem nicht mehr an, ich sehe noch heute das es ihm leid tut. Er hat sich zwar nie offiziell entschuldigt aber versucht es mir mit vielen Gesten zu zeigen. Meine Mutter dagegen und davon bin ich überzeugt liebt nur meine Schwester. Sie wurde nie angerührt. Wenn sie schlechte Noten schrieb wars ok. Wenn ich dagegen schlechte Noten hatte zb eine 3 wurde ich bestraft. Bewusst wurde es mir jedoch als ich 2010 heiratete, anschließend hatte ich eine Fehlgeburt welche mir den Boden unter den Füssen wegriss. Ich wurde depressiv und am aller schlimmsten: ich bekam heftige panik attacken. Es wurde so schlimm das ich mich nicht mal mehr vor die Tür traute. Auto fahren ging nicht mehr. An der Kasse im Kaufhaus stehen ein Alptraum. 6 Monate ging das so bis mein Mann mich mit Gewalt zum Psychologen brachte.

    Es war das beste das mir je hätte passieren können! 18Monate war ich dort. Regelmäßig ging ich zu den Terminen. Meine Mutter belächelte mich interessierte sich weder für meine Attacken noch für den Grund. Mein Psychologe drang soweit in meine psyche ein bis er den Kern den Auslöser meiner Angstzustände zu greifen bekam. Dafür danke ich ihm bis heute so unendlich. Meine Mutter ist der Grund. Die Fehlgeburt löste eine Art Versagenswelle in mir aus das ich vor meiner Mutter versagte. Ich kam mir so wertlos vor so klein so ohnmächtig. Heute bin ich zwar wieder „gesund“ bzw ich gehe mit meiner Angst anders um. Aber der Grund warum ich mir hier alles von der Seele schreibe ist das meine Eltern bzw. Meine Mutter vor 10 jahren ein Haus kauften. Meine Schwester wohnt unter dem Dach auf 100qm zahlt natürlich keine Miete und übernimmt keinerlei Kosten.

    Dann kamen sie mit der Ratenzahlung des Hauses ins schleudern dies ging dann soweit das die Bank die Kredite kündigte! Zu dieser Zeit war meine Mutter verzweifelt sie rief mich täglich an weinte und jammerte sie würde alles verlieren und was sollen die anderen denken… Meine Schwester wurde damit natürlich nicht belastet. Aber mich, mich konnte man belasten? Auf der Arbeit anrufen, Abends zuhause, bei Familientreffen ging es nur um das eine Thema. Es hat mich so unendlich belastet es hat mich fertig gemacht! Und sie hat es einfach nicht interessiert. Irgendwann hatte ich die schnauze voll und habe mich mit Banken und Anwälten ins Zeug gelegt. Am Ende war die Bank bereit einen Deal einzugehen. Sie wollte das ich den Kredit mit unterschreibe als Bürge! Sonst würde das Haus in die Zwangsversteigerung gehen. Die Bank bot mir an bzw. schlug mir und meinen Mann vor das Haus auszubauen und dort einzuziehen. Antwort meiner Mutter: ja, wenn ihr mir 1000 Euro im Monat zahlt. Der komplette Kredit belief sich auf 1200 Euro im Monat! Mein Mann und ich waren fassungslos. Meine Schwester wohnt dort und zahlt nicht 1cent. Ich unterschrieb den Vertrag nur unter der Prämisse das ich einen Eintrag ins Grundbuch möchte. Aber auch da gab es Streit mit meiner Mutter denn schließlich würde sie meine Schwester damit benachteiligen.

    Nicht einmal einen Hausschlüssel habe ich erhalten oder einfach mal ein Danke für Deine Hilfe! In solchen momenten kommt alles hoch einfach alles!!!!! Wenn ich sie auf meine Kindheit anspreche stellt sie mich tatsächlich als Lugnerin hin, ich würde mir alles einbilden ich hätte NUR eine Ohrfeige bekommen! Das macht mich so wütend so traurig das ich sie einfach nicht greifen kann. Niemand würde mir glauben wie sie wirklich ist ! Nicht einmal mein Mann wenn er es nicht selbst sehen würde. Ich denke oft darüber nach ob ich als Mutter irgendwann genauso grausam sein werde, das macht mir Angst es blockiert mich. Diese irreparabeln Schäden können nie wieder gut gemacht werden! Nie wieder!! Und hätte ich damals nicht professionelle Hilfe gehabt würde ich heute noch denken dass sei ok was sie getan haben!! Am liebsten würde ich den Kontakt zu ihnen abbrechen. Aber zu meinem Vater möchte ich den Kontakt gerne haben. Es ist sehr schwer sich von jemandem zu lösen den man liebt und als Kind liebst Du Deine Eltern bedingungslos.
    Danke fürs lesen.
    Giulia

  172. Hallo Sonja,
    bei der Verdrängung verleugnen wir so gründlich, dass wir das Verleugnete kaum noch bewusst wahrnehmen. Bei der Verleugnung wird alles, was nicht ins Weltbild passt, kurzerhand ignoriert.
    Das kann man einerseits als einen Schutzmechanismus Ihrer Psyche sehen, bis hin zu der Phantasie, dass Sie sich das alles nur einbilden (was ich auch nicht glaube). Aber inneren Konflikte verschwinden nicht einfach. Bei Ihnen zeigen sie sich durch nächtliches Grübeln. Sie könnten eine tiefenpsycholgisch funiderte Psychotherapie erwägen. Nur durch das Aufarbeiten werden solche Dinge gelöst.

  173. sonja sagt

    Ich bin 1982 geboren und wurde als Kind geschlagen, aber auch mit psychischer Gewalt verletzt.

    An einige der Worte kann ich mich noch gut erinnern, aber die konkreten Schläge habe ich verdrängt. Ich habe nie vergessen, _dass_ ich geschlagen wurde, aber ich kann mich an kein einziges Mal erinnern. Ich erinnere mich aber daran, wie ich als Kind über die Schläge gegrübelt habe. Ansonsten habe ich sehr klare Erinnerungen an meine Kindheit.

    Mich würden Informationen über diese Form der Verdrängung interessieren. Manchmal zweifle ich nämlich selbst daran, ob die Gewalt wirklich stattgefunden hat (wovon ich an sich ausgehe – das Thema belastet mich stark, ich liege oft, wie jetzt, wach deswegen). Ich habe jetzt mehrfach gelesen, dass entweder ein ganzer Abschnitt der Kindheit verdrängt wurde, oder die Gewalt (vorübergehend) komplett vergessen wurde. Beides ist bei mir nicht passiert. Ich kann mich bloß an keine konkreten Handlungen mehr erinnern. Ich kann nicht sagen, wohin ich genau geschlagen wurde und wie sehr es wehgetan hat.

  174. Andreas Voss sagt

    Ich glaube, dass Sie mit dem trotzigen Machtspiel Recht haben könnten. So habe ich das bisher noch nicht gesehen. Eine Weile hab ich dann diese Spiel wohl stets verloren, am Ende, mit 15 erst, gab es dann wohl eher ein einvernehmliches Ende. Beide Seiten haben das Machtspiel aufgegeben und sind aufeinander zu gegangen.

  175. Meine Vermutung bezog sich auf Ihren Satz “ Trotzdem habe ich mich mit 13/14 immer wieder in Situationen manövriert, die dann, wenn sie offenbar wurden, unausweichlich zu einer kräftigen Tracht Prügel führten.“ Das kann man einerseits als trotziges Machtspiel („Ich habe keine Angst vor Euch“) oder eben anders verstehen.

  176. Andreas Voss sagt

    Danke für die schnelle Antwort, die mich aber etwas irritiert. Das klingt fast so, wie die Aussage meiner Eltern (damals, wie heute), ich hätte die Schläge eben „gebraucht“. Ich glaube nicht, dass ich ein Aufmerksamkeitsdefizit hatte, ich habe schon gern dafür gesorgt, im Mittelpunkt zu stehen.
    Trotzdem danke, ich denke mal weiter darüber nach…

  177. Hallo Herr Voss,
    meine Antwort auf Ihre Frage: Kinder – wie auch Erwachsene – brauchen Aufmerksamkeit. Und Schläge sind negative Aufmerksamkeit, aber manchmal noch besser als gar nichts.

  178. Andreas Voss sagt

    Alle paar Jahre kommt man in irgendeinem Gesprächskreis auf dieses Thema und insbesondere die jüngeren Teilnehmer wundern sich dann sehr darüber, was früher durchaus üblich war. Diesmal habe ich das auch zum Anlass genommen, etwas zum Thema im Internet zu finden und bin auf diesen Persönlichkeitsblog gestoßen.

    Auch ich wurde zuhause früher geschlagen, das erste Mal kurz nach meinem 10. Geburtstag, das letzte Mal drei Monate nach dem 15. Geburtstag. Dazwischen immer dann, wenn meine Eltern es für ’nötig‘ hielten und ihrer Ansicht nach eine ordentliche Tracht Prügel ‚fällig‘ war.
    Das war am Anfang nicht ganz so oft, aber so mit 13 und 14 leider sehr häufig und leider auch sehr intensiv, „nachhaltig“, nannte das mein Vater schon damals. Meine Mutter fragte mich dann so zwei, drei Tage nach einer Bestrafung immer, wenn sie sah, dass ich mich vorsichtiger als sonst hinsetzte, „na tut’s noch weh?“, was ich wahrheitsgemäß bestätigte. „Dann ist’s ja gut“, antwortete sie dann stets lächelnd, „das soll es auch!“.
    Das war auch die einzige ‚Diskussion‘, die meine Eltern damals zu diesem Thema zuließen.

    Ich empfand die harten Strafen damals einerseits als extrem schrecklich, andererseits die Prügelstrafe als Konsequenz von Fehlverhalten aber irgendwie auch als normal, denn meine Freunde bekamen zuhause auch gelegentlich Schläge, wenn auch nicht so oft und nicht so heftig.
    Dabei waren meine Eltern ansonsten durchaus sehr liebevoll und taten alles für mich. Nur in Konfliktfällen waren und blieben sie absolut kompromisslos auf ihrer harten Linie.
    Erst, als ich schon 18 war, habe ich meine Eltern kritisch auf ihre Prügelpraxis angesprochen. Vorher habe ich mich das irgendwie nicht getraut, da ich ihnen durchaus zugetraut habe, dass sie solch eine Strafe nochmals ausführen würden. Besonders ergiebig war die Diskussion allerdings nicht. Das sei eben eine ganz normale Strafe, die mancher eben weniger und ich eben öfter ‚gebraucht‘ hätte. Und ich müsse ja auch zugeben, dass ich nie ‚unverdient‘ den Hintern voll bekommen hätte. „Wer nicht hören will, muss fühlen“, von diesem Grundsatz waren sie nicht abzubringen.

    Die letzte Bestrafung dieser Art ist ja nun schon 35 Jahre her. Die Erinnerung an diese Maßnahmen ist zwar unangenehm, sie belastet mich schon lange nicht mehr.
    Eines kann ich aber rückblickend an meinem eigenen Verhalten nicht nachvollziehen – und das beschäftigt mich jetzt schon und ist sicher der Grund, warum ich hier über meine Erfahrungen berichte.

    Natürlich hatte ich vor den Bestrafungen Respekt und Angst. Und ich wusste auch, was meine Eltern erwarteten, nämlich ein zu jener Zeit übliches Mindestmaß an Wohlverhalten, Gehorsam und manchmal auch ein diskussionsloses ‚parieren‘. Trotzdem habe ich mich mit 13/14 immer wieder in Situationen manövriert, die dann, wenn sie offenbar wurden, unausweichlich zu einer kräftigen Tracht Prügel führten. Das war dann einerseits schon so wirksam, dass ich nicht nur meinen Eltern Besserung gelobte, sondern auch mir selbst, damit ich nicht so bald noch einmal in eine solche Situation kommen konnte. Ich hatte dabei auch immer genügend Schuldgefühle, da es ja mein Verhalten war, dass meine Eltern zu solchen Maßnahmen zwang.

    Aber trotzdem und trotz aller Angst vor diesen Strafen war manchmal schon nach vier Wochen die nächste ‚fällig‘. Ich hätte mir doch viele Schmerzen und die Demütigungen, die man mit 14/15 bei solchen Bestrafungen natürlich auch empfindet, durch angepasstes, braves Verhalten ersparen können.

    Wieso konnte ich das offenbar zu der Zeit nicht?

  179. Kurti sagt

    Hallo Alex,
    nachts arbeitet unser Unterbewusstsein. Dieses will Dir etwas mitteilen (Du ahnst ja schon, worum es geht), was Du Dir im bewussten Leben nicht bewusst machen willst. Ich würde Dir aus meiner Erfahrung heraus raten, Dich jeden Tag für ein paar Minuten nur Dich selbst zu widmen, um Deinen Erinnerungen auf die Sprünge zu helfen. Es wird sicher eine Zeit lang dauern, bis Du Dich wieder ganz wirst erinnern können, aber es wird wieder kommen. Und hab keine Angst davor, auch wenn es weh tun wird, Heute bist Du nicht mehr in der Situation von damals. Und rede mit Deinem Freund darüber, damit er versteht, warum Du Dich verhälst, wie Du Dich verhälst. Viel Glück!

    ___________________________________

    Hallo Karl,
    am 10.05.2013 hast Du mir geschrieben:“Das bin ich. Das will ich sein. (weiß doch Kurti besser als viele andere)“
    Das habe ich nicht verstanden, was meintest Du damit?

    Kurti

  180. Jacob sagt

    Hallo Alex,

    Dir kann nur der Hypnosedoktor helfen.Google mal danach …Norbert Preetz.
    Solche Traumatas können nur durch Hypnose gelöst werden…
    Viel Erfolg

  181. Alex sagt

    Hallo! Der grund warum ich um diese zeit noch schreibe ist das ich mich nicht trAue schlafen zu gehen! Heute als ich nachmittags kurz einschlief hat mein freund sich im bett aufgesetzt und ich habe mich zum wiederholten mal im letzten jahr derart erschreckt dass ich wie eine furie aus dem bett sprang und ihn angeschroeen habe ob er noch ganz dicht ist! Ich hatte angst jand will mich verhauen!
    Ich weis das ich als kind einmal geschlagen wurde als ich schon geschlfen habe, ich wusste damals und auch heute nicht wofür…
    Mein freund versteht diese auszucker verständlicherweise nicht! Und er würde mich niemals schlagen!
    Was kann ich tun damit das nicht mehr passiert?

  182. hallo ich bin 13 jahre alt ich wurde ab meinem 6. lebensjahr (ab da kann ich mich erinnern das ich geschlagen wurde also kann auch sein das ich schon früher geschlagen wurde) bis zum 12. geschlagen usw… von beiden elterteilen. Es war häufig nur wegen kleinigkeiten wie irgendeine hausaufgabenicht ,,angeblich“ schlecht benommen… und es hat letztes jahr aufgehört naja eher anfang dieses jahr weil meine eltern sich getrennt haben. Weil meine mutter meinen Vater betrog… entschuldigumg das ich hier durcheinander schreibe. Ich habe mir alles kaputtgemacht durch meine lügen wobei es igentlich die wahrheit war nur extrem erzählt. Wie in der straße zu erzählen meine mutter hat mich geschlagen.. das glaubt niemand einem 8 jährigen kind und an eine sache konnte ich mich erinmern. Ich war nicht sehr beliebt dadurch in der straße aber es gab auch gute zeiten … an einer guten zeitwurde ich mal wieder im viereck rumgeschlagen und dann hatte ich ein blaues auge (meine einzigste verletzung in der zeit ich denke men körper war es gewöhnt deshalb blute ich nicht) da hatten sie geklingelt und wollten mit mir spielen sind allepaar jahre äter als ich. und ich konnte nicht raus wegen dem blauen auge mein vater lag weinend im bett und hatte sich tausendmal entschuldigt. Ich stand also am Fenster und beobschtete die kinder wie sie soielten und ich dachte ich ich bin ja eh nichts wert pah die wollen mich doch eh nur ärgern was sie auch öfters taten wegen den lügen. ich saß weinend da ich dachte nur toll einmal wollen sie mit mir spielen und dann muss ich drinne bleiben… Ja das ist mein.Leben heute bin ich ja 13 und wohne bei meinem fater meine mutter ist ausgezogen und wohnt bei ihrem freund bei dem mitdem sie papa betrogen hat. Mein Vater mag ich irgendwie mehr und die oma und opa von mir also die eltern voon meinerutter melden sich nicht bei mir angeblich wegen Meinem vater ph nstmt zwar nicht aber sollen sie halt sich nicht melden. Ich bin ihr einziges Enkelkind habe veressen zu sagen das ich einzelkind bin) ja und was noch a ja zumeiner oma die auch bei uns im ort wohnt ghe ich mittwoch und freitags nach der schule also haben wir viel kontakt zu meiner mutter gehe ich montags und dienstags schlafe aber zuhause und manchmal an wochenensen zurzeit muss ich zu mama weil mein papa ich krankenhaus ist und operiert wurde ihm geht es aber schon besser. ja jetzt bin ich 8 tage bei mama und dann noch 3 bei oma dann kommt papa wieder. Eure Elena

  183. Marion sagt

    Guten Abend bzw wünsche ich eine ruhige Nacht für alle die die auch nicht schlafen können.

    Mir geht es wie Nora, auf einmal sind die Bilder und Gedanken da und ich bin am weinen und am grübeln ob es mitten in der Nacht ist oder beim Frühstück. ..ich weiß nicht an was das liegt oder was der Auslöser dafür ist. Ich schreibe hier, weil ich all Eure Erlebnisse gelesen habe und ich endlich das Gefühl habe nicht alleine zu sein.

    Ich bin heute 39 und habe auch so extreme Erfahrungen in der Kindheit durchleiden müssen. Ich habe einen Bruder der drei Jahre jünger ist als ich. Bei uns hat es damit angefangen, dass unsere Eltern uns abends alleine gelassen haben. Da war ich 5 oder 6 ..Natürlich hatte ich auch riesige Angst, da man mir eingetrichtert hatte wenn es brennt, Fenster einschlagen und mit dem Bruder raus. Es ist nichts passiert gott sei dank..aber es hängt immer noch fest.

    Mein Vater war und ist immer noch ein Alkoholiker. Abends war er immer breit und bei Zeiten im Bett verschwunden. Meine Mutter war immer stinksauer und wütend auf ihn was sie dann an uns ausließ. Mein Bruder und ich hatten ein gemeinsames Zimmer. Und jeden Abend stand unsere Mutter vor der Tür und wehe es gab einen Mucks von uns…stürmte sie hinein…schmiss uns auf den Bauch..hielt uns die Hände auf dem Rücken fest und kniete sich auf uns…und dann ging es zur „Sache“. Ob mit festem Gummilatschen, Holzkochlöffel, Hundeleine…es wurde drauf losgeprügelt..natürlich vorher Hosen runter, damit es richtig schön weh tat und wir schrieen. Natürlich auch nur auf die Stellen wo man dann die aufgeworfenen Stellen nicht sah. Auch traute sich keiner mehr von uns abends auf Toilette, weil es dann gleich wieder zur Sache ging. Also nahmen wir tagsüber Einweckgläser mit ins Zimmer….

    Das ging Jahre lang so bis ich 17 wurde und ich dann die Hand meiner Mutter festhalten konnte. Dann war Schluß. Kontakt habe ich heute noch aber ich spüre den Hass ihr gegenüber. Ich selber habe drei Kinder und die habe ich nie geschlagen und einen lieben Mann habe ich auch. Meine Mutter rühmt sich heute noch mit den Taten und mein Vater. ..ich weiß nicht einmal ob er weiß was damals abgegangen ist, da er ja stets betrunken war und immer noch ist. Ich weiß nur das ich an Fibromyalgie leide und es wird vermutet das dies zusammen hängt. Und ich werde es ihr nie verzeihen können. Und euch da draußen möchte ich sagen, ihr könnt euer Leben so leben wie ihr wollt. Es wird nicht vererbt! Macht was aus eurem Leben auch wenn es nicht einfach ist.

  184. Hallo Nora,
    danke für Ihre Antwort und Ihre Offenheit.
    Tiefenpsychologisch gedeutet könnte man jetzt vermuten, dass Sie unbewusst vielleicht mit Ihrer Anorexie Ihren Vater „zwingen“ wollen, sich endlich mal um Sie zu kümmern.

  185. Nora sagt

    Lieber herr kopp-wichmann,

    vielen dank fuer ihre antwort.
    Meine mutter war nicht allein erziehend, aber mein vater hat immer gearbeitet. Aufgrund der ganzen abnehm-geschichte habe ich schon eine therapie gemacht.
    Eine moegliche erklaerung fuer das gestoerte verhaeltnis zu meinem vater koennte sein, dass ich frueher natuerlich aufgrund der hysterie und dem verhalten meiner mutter ein papakind war. Wenn er zu hause war, hatte sich meine mutter meist (leider) im griff und hat nur geschrien. Irgendwann hatte ich dann wohl das gefuehl, von meinem vater im stich gelasaen zu werden: es war winter, dementsprechend kalt und es lag viel schnee. meine mutter hat mich drinnen mal wieder windelweich geschlagen (ihr lieblingsausdruck). Meine einzige „rettung“, da sie mir auch hundert prozentig nicht hinterherkommen wuerde, schien mir die „flucht“ nach draussen. Irgendwie habe ich es dann auch geschafft zur terrassentuer zu gelangen und bin ohne schuhe und ohne jacke in den schnee gelaufen. Ich erinnere mich als waere es gestern. Meine socken waren natuerlich sofort nass und kalt war mir auch. Ich habe mich dann in den fahrradschuppen gesetzt und putztuecher um meine fuesse gewickelt und dort dann ausgeharrt bis mein vater von der arbeit kam, um mit ihm wieder reinzugehen.
    Er hat nie ueber das ganze gesprochen, es tot geschwiegen und mich damit im stich gelassen.

  186. Hallo Nora,
    ja, Sie sind wirklich sehr zäh und haben sich ganz gut damals ain den Situationen gschlagen. Gut auch, dass Sie so früh ausgezogen sind. Dass Ihre Mutter Sie heute gut findet und ihre Geschichte erzählt hat, zeigt, dass sie auch Opfer war und dass Erlebte einfach in der Täterrolle unbewusst weitergegeben hat.

    Dass Sie mit der ganzen Sache noch nicht psychisch fertig sind, zeigen Ihre Tränen und Ihre vermutlich Ihre Annorexie. Sie waren ja damals sehr einsam (ich nehme an, Ihre Mutter war alleinerziehend), deswegen tut es Ihnen gut, sich das mal hier von der Seele zu schreiben. Suchen Sei sich einen Plazt, wo Sie über die Erlebnisse von damals frei sprechen können. Das kann eine Selbsthilfegruppe sein (Emotions Anonymous) oder eine gute Psychotherapie (zahlt die Krankenkasse).

    Alles Gute für Sie.

  187. Nora sagt

    Hin und wieder weine ich mich in den schlaf. Heute ist wieder eine nacht davon… Ich muss ganz ploetzlich an frueher denken. Als ich im alter von ca 5-15 war, hat meine mutter mich geschlagen. Sie war hysterisch und unberechenbar – konnte von einer auf die andere minute ihren kompletten gemuetszustand aendern und vollkommen ausrasten. So bin ich dann nicht selten an den haaren durch das haus geschliffen, beleidigt, geschlagen, geschubst (einmal ist unsere glashaustier davon kaputtgegangen) und getreten worden. Dabei herrschte eine unendliche lautstaerke. Ich habe nur geweint und die welt nicht mehr verstanden.

    Meine mutter hatte zwei gesichter und ich konnte ihr nicht vertrauen. Immer dachte ich, ich sei schuld und habe mich abends fuer „alles“ (obwohl ich oftmals einfach nur da war) entschuldigt. Von ihr kam nie auch nur ein wort der reue. Ich habe mich mehr und mehr zurueckgezogen, wurde aber gleichzeitig innerlich inmer staerker, bis ich irgendwann in der lage war, ihr zu widersprechen, sie abzuwehren und von oben herab zu behandeln. Wenn sie gebruellt hat, stand ich seelenruhig da und habe gefragt, ob sie das nicht auch ruhig und sachlich ausdruecken koenne. Wann genau und wie es zu dieser wandlung kam, weiss ich nicht mehr.

    Das verhaeltnis zu meiner mutter besserte sich erst, als ich zum studieren auszog. Ich bin jetzt 22 und litt im vergangenen jahr unter anorexie. (Ob das zusammenhaengt weiss ich nicht). Waehrend ich das hier schreibe, fange ich schon wieder an zu heulen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass wirklich ich dieses kleine, scheue und verletzlichr maedchen war. Ich kann kaum glauben, so zaeh all das bis hier „gemeistert“ oder ueberstanden zu haben. Egal was ich jetzt sage oder mache – meine mutter findet alles toll. Sie hat mir letztes jahr auch offenbart, dass es frueher bei ihr zu hause genauso zuging und sie deshalb mit 17 ausgezogen ist (was ihre handlungen natuerlich nicht entschuldigt). Ehrlich gesagt weiss ich nicht, weshalb ich diese zeilen tippe, aber es tut irgendwie gut.

  188. Ramona sagt

    Hallo nochmal,

    doch ich habe bereits mehrere Therapien gemacht, aber die haben nicht wirklich geholfen. ich musste scheinbar erst mit der Erfahrung mit eigenen Kinder konfrontiert werden um zu lernen, zu verstehen und vor allem um es selber besser zu machen.

    Und ich bin so dankbar, dass ich mir das jetzt mal ganz öffendlich von der Seele schreiben konnte. Ich hoffe, das Ihr Bericht und die Erfahrungen, die so nieder geschrieben werden, noch vielen Eltern die Augen öffnen, für eine bessere Welt für unsere Kinder.

    Liebe Grüße,
    Ramona

  189. Hallo Ramona,
    ja, jetzt kennen Sie die Spirale der Gewalt, die sich unbewusst fortsetzen kann in Familien, wenn eine/r nicht aufwacht und es kapiert – so wie das gerade tun.

    Sie schreiben nicht, ob Sie schon mal eine Psychotherapie gemacht haben. Falls nein, empfehle ich Ihnen das. Das ist der beste Ort in der Gegenwart, mit den Wunden der Vergangenheit fertig zu werden.

    Alles Gute für Sie.

  190. Ramona sagt

    Hallo,

    ich habe kürzlich einen Bericht im TV gesehen, über Haue bei Kindern und deren Folgen als Erwachsener…
    Ich war einfach nur entsetzt!!! Ich habe mich selber gesehen!
    Geboren bin ich 1980, mein Vater ein EX-Alki und meine Mama zarte 16 Jahre. Je älter ich wurde kamen auch die Flausen dazu…1982 bekam ich eine Schwester. Bis dahin und auch noch ein Stück weiter, so scheint es mir, war alles in Ordnung…Später, so mit 6,7,8 Jahren war die „Haue“ schon Satz! Je älter ich wurde, desto mehr ging die „Haue“ in regelrechte „Prügel“ über. Aber irgendwie alles noch so, dass es für mich nicht so schlimm war, bis zu dem Zeitpunkt, als ich 15 3/4 war. Ich wurde Konfirmiert, ein Teil des Geldes ging auf mein Sparbuch. Nun hatte ich das Problem, das ich in der Schule sowieso Aussenseiter war und wollte endlich dazu gehören. Ich dachte naiv, dass mit sowas wie „Marken-Kleidung“ dabei hilft. Ich nahm also ohne Erlaubnis mein Sparbuch, holte das ganze Geld (300 DM) und ging shoppen…Markenschuhe, Markenkleidung und für die Schule einen Markenrucksack.

    Meine Mutter fand es natürlich schon heraus, als ich noch unterwegs war. Als ich nach Hause kam, konfrontierte sie mich damit, ich hatte so viel Angst, dass ich alles abstritt, was ja völlig bescheuert war, jedenfalls nahm meine Mutter mir die Sachen alle weg, gab mir Zimmerarrest (3 Kinder auf 10q²)und sagte, das mein Vater die Sachen alle zurück bringen würde. Ich war traurig und enttäuscht, aber auch froh, das mein Vater nicht da war und nichts mitbekam; ich fühlte mich also relativ sicher!
    Nichts da, mein Vater kam, meine Mama erzählte ihm alles und dann ging es erst richtig los:

    Er pöbelte rum, ich pöbelte zurück…er sagte, das ich gefälligst mitkomme, sie Sachen zurück geben, ich wollte nicht…Es war mir peinlich! Im diesem Wortgefecht platzte ihm der Kragen und er verprügelte mich…er schlug mich zu Boden, ich hatte schon lage eine Schutzhaltung eingenommen aber er ließ nicht nach, traf mich mehrmals am Kopf, Rippen, Bauch, Beine. Genau, wie man sich eine Schlägerei bei erwachsenen, besoffenen Männern vorstellt. Ich war aber erst 15 und ein Mädchen. Die Folgen waren div. Prellungen, blaue Flecken, Knochenabsplitterungen an Rippen und Augenhöhle…meine Mutter sah, das er es übertrieb, sah aber nur hilflos und nichts tuend zu. Zum Glück kam zufällig irgendwann meine Tante, als ich schon laaange zusammengekauert & regungslos am Boden lag und nicht mal mehr weinte. Ihr verdanke ich, das ich überhaupt noch lebe. Sie konnte ihn vom mir abbringen. Das war dann also schon mal überstanden, aber das Drama ging noch weiter, denn ich musste wie vorher schon gesagt, mit ihm mit, die Sachen zurück bringen. Er hat allen Verkäufern erzählt, was ich getan habe, es war soo peinlich, das ich bis heute die Geschäfte teilweise nicht wieder betreten habe. Dann wieder zu Hause angekommen, musste ich auch gleich wieder in mein Zimmer. Ich war so unglaublich traurig, sauer, enttäuscht und was nicht noch alles, dass ich letzen endes entschieden habe, weg zu laufen. Ich konnte meine 2 Jahre jüngere Schwester überreden, mir zu helfen…sie stellte mein Fahrrad unter unser Zimmerfenster im 1.OG und ich hangelte mich raus, über’s Rad auf den Boden und radelte davon, zu meinem ersten Freund…Kaum dort angekommen, kam mein Vater auch schon dort an. Er ahnte, wo ich hin gehen werde und so war es auch mit viel gepöbel nahm er mich also wieder mit und stckte mich wieder ins Zimmer. Diesmal wurden die Fenstergriffe sogar abgebaut. Unglaublich, aber wahr!

    Ich hatte keine andere Wahl, als es also hin zu nehmen, aber der nächste Tag sollte kommen. Morgens sollte ich in die Schule, meine Mutter mahnte noch, das ich ja gleich nach der Schule nach Hause kommen soll. Da ich Angst hatte, das ich nochmal so ein Donnerwetter erlebe, tat ich das auch, aber früher als geahnt, denn ich war nicht in der Schule, sondern im Krankenhaus, dort wurde alles untersucht, Röntgenaufnahmen wurden gemacht und da war das Ergebnis (die Beweise) auf Bildern.

    Ich konfrontierte meine Mutter damit. Sie versuchte die Fassung zu wahren, sich nichts anmerken zu lassen, aber ich sah, wie entsetzt sie war. Ich hatte keinen Zimmerarrest mehr, aber mehr passierte auch nicht. Mein Vater wurde bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen, weder von ihr, noch von sonst wem.

    Bis ich 28 war passierte nie wieder was, ausser das er sich immer damit vor mir und allen Anderen rühmte und sagt, dass er mich sicher umgebracht hätte, wäre meine Tante nicht gekommen. Mit 28 schlug er mich nochmal, weil ich meine streitenden Schwestern verteidigt habe. Der Grund: Er war ja sooo müde und ich hätte ihn angeblich aus dem Schlaf gerissen! Toller Grund!!!

    Heute bin ich fast 33 Jahre alt, ich leide unter sämtliche oben beschriebenen Folgen und kann nichts dagegen tun. Mit 30 bin ich Mutter einer Tochter geworden. Ich habe ihr leider auch schon hier und da mal etwas auf die Finger gegeben, bis ich den Bericht im TV sah, das öffnete mir die Augen, ich habe verstanden, warum ich bin, wie ich bin…

    UND WENN ICH EINE NICHT WILL, DANN, DASS MEINE TOCHTER NICHT DUCH MICH DAS SELBE ERLEBT UND DIE GLEICHEN FOLGEN DAVON TRÄGT!!!
    MEINE TOCHTER WIRD NIEEE WIEDER HAUE BEKOMMEN. SIE SOLL GLÜCKLICH UND GEWALTFREI AUFWACHSEN, DENN ICH LIEBE SIE; MEHR ALS ALLES ANDERE AUF DIESER WELT!!!

    Aber so traurig wie bei mir kann die Realität aussehen!

  191. Ich sagt

    Liebe Marie und alle Anderen,

    ich bewunder euch für den ersten Schritt zu erkennen, dass man Hilfe braucht. Das hätte ich von mir früher nie gedacht.
    Ich hatte das Glück mit meiner Psychotherapeutin wie ich zu ihr kam und dass es beim ersten Anlauf geklappt hat. Wahrscheinlich hätte ich frustiert wie der aufgegeben. Sie anzusprechen, warum ich von ihr Wechseln möchte und ihre Reaktion/Antwort zu bekommen, dies zu überdenken, hatte mich bewogen zu bleiben, denn !!Sie ist nicht meine Mutter!!. Ich muss ihr nicht beweisen, dass ich das kann, „Rückschritte“ sind nicht schlimm, und das ich auch mit meinen Macken liebenswert bin.

    Züchtigungen müssen nicht immer spürbare Gewalt sein. Geschlagen wurde ich nicht, aber wenn Eltern hilflos sind kann auch das Ausleben der Machtposition einen selber ‚verkorksen‘. Und ich kann mich nur zu gut mit den Folgen identifizieren!

    @Marie: bitte suche weiter und lass dich von der „blöden Truller“ nicht ins Bockshorn jagen!
    Die Suche des richtigen Therapeuten ist für viele viele viele ein langer Prozess. Lasst euch alle von Fehlversuchen nicht abschrecken. Es kann lange (mehr als 12 Versuche dauern), bis man jemanden findet dem man sich öffnen kann und der einen versteht und wo man sich wohlfühlt. (Eine Freundin sagte nur – bei der bist du? aahh mit der kam ich garnicht zurecht und bin rückwärts wieder raus-)

    Jedes Anders hilft einem sich weiter zu entwickeln, auch wenn es nie einfach ist. Es ist aber besser als in der aktuellen Situation zu verharren (raus aus der Komfortzone).

    @ Sergej: Ich für mich gehe davon aus, dass Babies und Kleinkinder nie absichtlich etwas „böses“ machen. Unter Angst eine Leben zu führen mag ich meinen Kindern ersparen. Und wenn ich sehe dass mich meine Kinder verängstigt ansehen mag es sein, dass sie das nie wieder machen, sie verstehen es aber nicht warum sie es nicht machen sollen. Und ich bin erstaunt wie weit die Logik bei Kindergartenkindern ist wenn sie einmal verstehen warum einen das „Verhalten“ dass sie an den Tag legen stört. Aber definitiv werden sie es erstmal nicht abstellen *lach*. Wenn dir dein Kind dann aber sagt: „Mama ich habe mich nicht getraut es dir zu sagen weil ich Angst hatte dass du schreist und mich schimpfst, mich grob festhältst…“ dann ist das Bestätigung genug dafür dass ich mich auch weiter ändern will, dass ich es nicht so mache wie meine Eltern!
    Strenge und Konsequenzen sind ganz unterschiedliche Dinge!

    Ich für mich möchte weg von der negativen Aufmerksamtkeit für meine Kinder, ich möchte Vorbild sein und ihnen eine gewaltfreie Kommunikation ermöglichen, die ich so schwer erlernen muss. Ich habe gerade Bergfest und werde wohl noch mal 1,5 Jahre in Behandlung sein

    @all: es lohnt sich!

  192. Anonymus sagt

    Ich wurde als Kind auch oft geschlagen, meist wenn mein Vater betrunken war. Hatte oft Angst gehabt er bringt mich um. Konnte nie bei Freunden schlafen, weil ich dachte er bringt meine Mutter um. Immer wieder schlug er meine Mutter, ging mit einem Messer auf sie zu usw… Ich hatte große Angst und in der Angst, zitternd warf ich mich immer vor meine Mutter und schrie zu meinem Vater, dass ich ihn umbringe, da war ich 3-12 Jahre alt.

    Hatte unzählige Suizidversuche Hunger mir, nie richtige Freunde. Schaffe es keine Beziehung zu führen und kenne mich selber nicht. Ich hasse meinen Vater und meine Mutter weil die sich nicht getrennt hatte obwohl sie mich hat Leiden sehen. Höre immer noch ihre Worte :,, siehst du nicht was du dem Kind antust ?!“. Aber eher wollte sie sagen was er ihr antat.

    Heute habe ich eine traumatische Belastungsstörung, habe Angstzustände und kann nicht alleine in einer Wohnung schlafen . Ich schlafe bei meinen Eltern aus Angst und fresse alles in mich hinein, da ich jeden Tag ihr Scheiß Gesicht sehen muss. Heute mit 20 Jahre wird immer wieder betont ich sei ein verwöhntest Kind, deswegen geh ich so schlecht mit ihnen um. Vor anderen betonen sie immer wieder wie glücklich sie sein und das eine gewaltfreie Erziehung so wichtig sei. Ich hasse sie so sehr. Mir sagen sie immer wieder, das alles gar nicht so war wie ich es in Erinnerung habe und das ich mir das einbilde.

    Lügen sie sich selber an oder sind sie so dumm das sie alles vergessen haben. Ich wünsche meinem Vater ein leben voller scheisse

  193. Althea sagt

    ich wurde von meinem stiefvater geschlagen. wegen nichtigkeiten. ich war ein pubertierendes, freches kind – teenager halt.
    meine mutter war hilflos und unfähig sich vor mich zu stellen. ich glaube, sie hat selbst oft was abbekommen. ich hab mich elend ohmächtig gefühlt. hab mich vor angst oft am wc eingesperrt. als ich ca 13 jahre alt war, hab ich ernsthaft darüber nachgedacht von zu hause auszureissen. mir wurde aber klar, dass ich mit damals ca 300,– schilling aus meinem sparschwein nicht weit kommen würde…..
    ich hatte auch eine phase, wo ich mir die haare ausgerissen hab. niemanden ist das aufgefallen. meine mutter hat geglaubt, ich hab ein hautproblem.
    irgendwann hab ich dann von selbst wieder damit aufgehört. zum glück hab ich einen sehr starken willen bzw. überlebenswillen, sonst hätte ich diese zeit nicht durchgestanden. ich konnte es gar nicht erwarten erwachsen zu werden um von zu hause wegzukommen. bin mit 17 schon ausgezogen. hab die schule fertig gemacht und mir arbeit gesucht. meine beziehungen zu männern waren eine totale katastrophe. ich war total beziehungsunfähig.
    lange jahre hab ich das alles verdrängt. erst als ich mich mit ca 30 mit dem thema auseinander gesetzt habe, wurde es besser. ich hab lange gebraucht um mich aus diesem „sumpf“ herauszuziehen.
    zwischenzeitlich hab ich sogar noch medizin studiert, arbeite als ärztin und bin seit ein paar jahren glücklich verheiratet.
    Die wunden werden immer bleiben, aber wenn man sich der vergangenheit tapfer stellt, kann man viel davon aufarbeiten.
    ich habe mich oft gefragt, ob die tatsache, dass ich nie kinder wollte, mit meiner geschichte zusammenhängt?

  194. lorenzo gadaleta sagt

    Ich wurde als kind sehr oft und hart geschlagen.Jetzt bin ich mitte 30 und merke das ich sehr agressiv geworden bin.Was kann ich tun damit das gefühl wieder weg geht,habe angst das meine beziehung daran kaputt geht.

  195. mister m sagt

    Hallo,
    ich habe vielleicht ein problem ich weiss es allerdings nicht bzw kann schlecht darüber urteilen und weiss auch sonst nicht mit wem oder wo ich das erzählen soll.
    Ich bin 25 Jahre alt m. Ich habe schon lang ein problem ich denke sogar das es mehrere sind wo soll ich anfangen .. ich war ein echt nerviger kleiner junge ich war hyperaktive und total süß ein naturtalent ich konnte alles schon in ganz jungen jahren habe gesprochen bevor ich laufen konnte mit drei konnte ich 14 gebete aufwendig usw weshalb ich von vielen bekannten gezwickt wurde wenn meine eltern und meine älteren geschwister nicht hin sahen das behauptet meine familie weil nacdem der besuch weg war ich an meinem ganzen korper blaue flecken hatte und manche sollen mich immer wieder erschreckt haben im schlaf… daran kann ich mich nicht erinnern ich weiss abrr wie mein nachbar der damals schon uber 40war und sein sohn in meinem alter mir den ball auf den Körper geschossen hat aus 2 vieleicht 3 metern entfernung und das hat so weh getan ich habe nicgt geweint hab mich zusammengerissen aber wenn ich daran denke kommen mir die Tränen ich habe ihm doch nichts getan…

    ausserdem schickte er seinen sohn immer zu uns damit er seine neuen spielsachen mir zeigt und er sagte auch immer dein vater liebt dich nicht schau ich kaufe meinem sohn immer spielzeuge dein vater nicht weil er dich nicht liebt .. mein vater sahe ich nur sonntags weil er gearbeitet hat mehr als jeder andere vater den ich kenne das ging so bis ich 17 war dann hab ich mit der lehre angefangen in unserem eigenen betrieb den mei vater dann gründete. .. aber gehen wir mal wieder zurück der eigentliche grund warum ich überhaupt die seite fand meine schwester erzählte mir das sie in die schule gegangen sind um meinen neffen einzuschulen bzw um die lehrer und die schule zu sehen und dad ihr die Lehrerin nicht gefallen hat usw ich sagte nur pass auf ihn auf hör ihm zu und frage ihn immer wieder ob alles in ordnung ist wenn er von der schule kommt.. icb fragte wie die lehrerin heisst.. es ist meine alte lehrerin ich kann mich erinnern sie schlug mich zwei mal ins gesicht einmal hat sie mir den ganzen hals verkratzt weil ich auf den boden sah weil ich lachen musste später hat sie mich noch gewirgt usw bei meinen klassenkameraden hat sie nie was gemacht ihre waren ja immer in der schule aber aucb so wenn sie die andern kinder anschrie waren die eltern da meine nie…

    ich hab das meiner schwester erzählt und hab mitten drin aufgehört weil ich weinen musste das war von der ersten bis zur zweiten klasse dann kam gottseidank eine andere lehrerin… auf unserem klassenfoto aus der 2 klasse grinse ich zwar aber ich habe tränende augen weil sie vor dem bild mich hin und her gezert hatte weil ich unbedingt neben isabella sitzen wollte… kinder halt… ich wollte schon immer kampfen karate taekwondo kickboxen alles wollte ich machen als ich so jung war irgendwann haben mich meine eltern beim taekwondo angemeldet 3. Klasse dort hat man mich dann ja nicht vergewaltigt aber ähnlich er ist auf mich gekommen und ich war keine 10 jahre alt er hatte den blau roten gurtel und war erwachsen… ich wollte nicht mehr hi gehen bin ein paar mal nichg hin gegangen dann schlug mich mama weil wir geld zahlen dafür und ich nicht hingehe… mein leben war am arsch icb kann mich ganz schlecht erinnern

    aufjedenfall wurde ich nach alldem von allen gehanselt gemobbt geschlafen angespuckt von ganzen gruppen meine fahrrader haben sie kaputt gemacht usw ich habe nie geweint nie etwas irgend jemanden erzählt nie nie nie bis ich Lösemittel fand und irgendwie daran geschnüffelt habe ich glaub ich war 13 bin umgekippt und war bewusstlos als icb zu mir kam war mei bruder auf dem weg mich ins Krankenhaus zu fahre ich hab alles getan um nicht dahin zu gehen er fuhr mich nachhause ich war allein und noch so stark benommmen bzw ähnlich wie der suff mit alkohol…. ich bin augerastet ich habe geschrieben bis icb keine stimme mehr hatte ich wollte erst sterben..

    kurz danach habe icb mir geschworen bestimmt 50 mal das micb nie wieder jemand scblagen wird mir nie wieder jemand weh tuen wird usw. War dann auch so habe mitgezählt ich habe mich seitdem 114 mal geprügelt es war sogar mehr aber ich hab dann einfach nicht mehr gezählt. … das habe ich hinter mir ich glau dieses schlagen habe ich nun verarbeitet aber das mit dem typ bei. Taekwondo nicht das mit der alten lehrerin auch nicht ich will nicht das meinem neffen sowas passiert ich will nicht das er dort auf die schule geht ich muss was tun!

    Leute nehmt euch einfach die zeit für eure kinder und wenn nicht dann macbt auch keine ! Ich freue mich uber eine antwort ich war bisher noch bei keinem arzt oder sonstwas ich bin immernoch voll geladen ich heule grad rotz und wasser aber auch nur weil ich alleine bin ihr mich nicht seht usw..

  196. Johanna sagt

    Ich wurde als Kind bis zum 15 Lebensjahr vom Vater geschlagen, meist unvorbereitet aus dem Nichts heraus, mit Gegenständen oder der bloßen Hand. Musste auch ansehen wie er meinen Bruder und Mutter schlug. Er schrie und wütete, und verteilte ordentliche Strafen völlig unangemesse zu den „Vergehen“.

    Das Schlimmste war die Hilflosigkeit gegen diese rohe Gewalt, als kleines Mädchen erscheint einem das wie ein unüberwindbares Hindernis, vorallem wenn keiner (weder der wesentlich ältere Bruder noch die Mutter) in der Lage ist zu beschützen. Ich weiß noch sehr genau wie ich mich dabei fühlte, ich weiß auch noch wie ich alleine auf meinem Zimmer war, und die Jahre zählte bis ich endlich erwachsen sei.

    Mit 15j. hatten wir einen Streit, er wollte wieder zuschlagen, aber diesmal hielt ich seine Hände fest, er war natürlich körperlich stärker, holte aus und boxte mir so stark ins Gesicht, dass ich einen blauen Fleck und blutige Lippe hatte (so auch in die Schule musste). Meine Mutter sagte nichts dazu, sie war im Nebenzimmer.

    Heute, mit Mitte 30j. leide ich unter den Folgen, habe eine Posttraumatische Belastungsstörung, und immer wieder depressive Phasen. Besonders in Beziehung wirkt es sich am schlimmsten aus, eine Angst vor Männer ist dadurch zurück geblieben. Es fällt mir grundsätzlich schwer Menschen zu vertrauen, und regele die Dinge lieber im Alleingang, was auch einsam macht.

    Zu meinem Vater habe ich heute keinen Kontakt mehr, an seiner Art hat sich bis heute nicht geändert, aber jetzt bin ich wenigstens erwachsen und kann mich selber schützen.

  197. Christoph sagt

    Ich bin Jahrgang 1961 und hatte einen sehr dominanten und cholerischen Vater. Er konnte sehr hilfsbereit sein, aber auch extrem bevormundend und autoritär.
    Erziehung lief bei ihm nach dem Prinzip, nur viele Schläge helfen viel.
    Ich bin aus Ihm nie schlau geworden, da er selbst trotz aller negativen Kriegserfahrungen und Entbeerungen in der Gefangenschaft, an den Erziehungsprinzipien der NS Idiologie festgehalten hat und sich damit immer weiter isolierte.
    Auch bei Kleinigkeiten setzte es Schläge, was dazu führte, daß ich vor meinem Vater schlicht und einfach Angst hatte.
    Er war das ausführende Element, da meine Mutter ihm die Aufgabe der körperlichen Züchtigung des Sohnes überließ. Oft genug hieß es „warte nur bis der Vater nach Hause kommt, dann kannst du was erleben!“
    Absoluter Gehorsam war oberstes Gebot, was zu einer oft bedrückenden und freudlosen Atmosphäre führte, wo man sich nicht frei entfalten konnte, da alles reglementiert war.
    Auch mit sechzehn Jahren wurde mir noch der Hintern versohlt, was ich als sehr demütigend und beschämend empfand.
    Dies hatte starke Auswirkungen auf mein Selbstvertrauen, da ich ständig klein gehalten und als „dreckiger Rotzlöffel“ unmündig befunde wurde.
    Das Urvertrauen was Kinder gegenüber ihren Eltern haben sollten, wurde damit nachhaltig zerstört.
    Das deutlichste äußere Zeichen der Fremdbestimmung – auch um mich als Junge hart zu machen war, daß ich kurze Lederhosen mit Kniestrümpfen bis in den Winter tragen musste und auch so in die Schule zu gehen hatte. In der Pubertät schämte ich mich, ständig nackte Oberschenkel und Knie zeigen zu müssen, da ich deswegen auch oft gehänselt wurde.
    Einerseits war Sexualität tabuisiert, da ich als asexuelles Wesen behandelt wurde, andererseits wurde ich bewußt oder unbewußt durch die Kleidungsvorschriften meiner Eltern ständig sexualisiert, was durch das Versohlen des Hinterns noch unterstrichen wurde.
    Des weiteren musste ein Kurzhaarschnitt getragen werden, was mich ebenfalls blamierte.
    Um ein richtiger Junge zu sein, musste ich schon als Knirps regelmäßig zum Fußball, obwohl es mir keinen wirklichen Spaß machte.
    Ich wurde auch sehr früh zu den Pfadfindern gesteckt, was mir einerseits Freude machte, wo andererseits damals aber auch alles noch sehr reglementiert war, wie z.B. kurze Hosen im Winter etc.
    Da Kinder nach Anerkennung suchen, machen sie Dinge, die ihnen nicht entsprechen – nur um den Eltern zu gefallen, verleugnen sich damit aber selbst.
    Ich wusste das ich von meinem Vater belobigt würde, wenn ich bei Kälte kurze Hosen trug und blau gefrorene Knie hatte. Also machte ich es, um den harten Jungen zu miemen.

    Ich kann nur davon abraten, Gewalt gegen Kinder anzuwenden. Die körperlichen Schmerzen vergehen, der Vertrauenverlust bleibt bestehen, was nicht mehr wieder gut zu machen ist.
    (Etwas anderes wenn ich ein Kind mit einem Klaps vor einer Gefahr schützen möchte).
    Daneben kann es zu mangelndem Selbstvertrauen, zu Demütigung und Beschämung, bis hin zu einer verkorksten Sexualität führen.

  198. Marie sagt

    Mein Name ist Marie, ich bin 17 Jahre und gehe noch zur Schule. Meine Mutter ist alleinerziehend, meinen Vater kenne ich gar nicht.
    Ich habe von Anfang an eine starke Bindung zu meiner Mutter gehabt und sie ist immer noch der wichtigste Mensch in meinem Leben.
    Warum ich „immer noch“ schreibe, möchte ich erläutern.
    Ich war eig immer ein fröhliches, aufgewecktes Kind, kam mit allem und jedem zurecht, war ohne Druck sehr gut in der Schule und hatte viele Freunde. Trotzdem habe ich mit 6 Jahren angefangen mich mit Absicht selber zu verletzen.Die Auslöser weiß ich bis heute nicht und zu dem damaligen Zeitpunkt hatte ich noch keinerlei häusliche Gewalt erfahren.(Auser ein paar feste Klapse auf den Allerwertesten, was ich aber im Vergleich zu dem was später folgte, nich mehr als Gewalt sehe) Ich biss mir die Fingergelenke auf und kaute die Haut ab bis es blutete. Das mache ich immer noch. Mit 9 Jahren habe ich mir die kompletten Beine eitrig gekratzt. Mit 11 Jahren riss ich mir Haare aus und kratzte solang bis ich jeden Morgen mit wundwasserverklebten Haaren aufwachte, die Kopfhaut brannte beim Waschen.
    Erst mit 13 Jahren gerieten ich und meine Mutter aneinander. Sie schrie und packte mich an den Haaren und zog daran.Sie schlug meinen Kopf gegen die Wand, wurf mich danach auf die Treppen und trat auf mich ein. Sie schlug mir sehr oft ins Gesicht , auch vor der Schule sodass ich mit blutender Lippe in die Schule ging, wo sich jedoch niemand dafür interessierte. Ich sagte selber auch nichts weil meine Mutter es mir verboten hatte und mir einredete dass mir eh niemand Glauben schenken würde.Später öffnete ich mich nach großer Überwindung meinen engsten Freunden die mir rieten an die Öffentlichkeit zu gehen ich blockte aber ab weil mir meine Mutter alle Schuld zu geschrieben hatte und ich der festen Überzeugung war das meine Geburt ein großer Fehler war. Weil ich nicht weiter wusste begann ich mich zu ritzen. Mit Rasierklingen aber auch mit Schlüsseln , etc. Meine Mutter registrierte es unternahm jedoch nichts dagegen. Ich versuchte mir das Leben zu nehmen, es gelang mir zum Glück nicht, denn mein Wille weiter zu machen ist vermutlich stärker als je zuvor.
    Vor knapp 2 1/2 Jahren sind wir dann umgezogen (zu meiner Mutter ihrem Freund , den ich nicht ausstehen kann, was allerdings auf gegenseitigkeit beruht). Ich musste Schule wechseln und alle meine Freunde zurücklassen. Meine Mutter hat hier aufgehört mich zu schlagen aber ich fühle mich hier überhaupt nicht wohl . Ich habe mich selbst verloren, ich weiß nicht mehr wer ich bin. Ich empfinde nur noch dumpfe Emotionen. Aber ich bin ein kalter und abweisender Mensch geworden mit einer großen Klappe und einer gewaltigen Ladung Aggressionen. Ich habe zwar wieder viele Freunde weil die meisten mein Verhalten als cool verstehen, bin im Endeffekt aber trotzdem allein. Die von Ihnen beschriebenen Verhaltensweisen und Denkstrukturen stimmen zu 100% mit meinen täglichen Verhaltens- und Denkweisen über ein. Ich habe mich einer Lehrerin geöffnet die mich dann an die Direktorin überwiesen hat welche mir einen Psychologen empfohlen hat. Ich dachte endlich hört mir jemand zu und ich bekomm Hilfe. Der Psychologe hat mich nach einer Stunde entlassen , mir würde nichts fehlen. Die Direktorin glaubt jetzt ich hätte gelogen und hat mich extrem im Visir.
    Ich habe so viele Probleme und ich möchte immer erst das es allen anderen gut geht. Meine Mutter hat viel Stress mit ihrem Freund, meine Oma leidet an Bullimie. Ich erkenne mich selber nicht mehr. Ich bin nur noch müde und ausgelaugt. Mein Körper fühlt sich fremd an. Ich habe Angst vor mir selber und vor meinen Gedanken. Ich wünsche mir von ganzem Herzen das ich wieder glücklich sein kann. Ich bin bereit zu kämpfen und alles aufzuarbeiten aber ich weiß nicht in welche Richtung ich den ersten Schritt setzen muss.

    Ich hoffe manche Menschen nehmen sich die Zeit und lesen mein Kommentar , über Rückmeldungen würde ich mich freuen.

    Liebe Grüße, Marie.

  199. Hallo Sergej,
    ja, was ist eine funktionierende Strafe?
    In manchen Ländern gilt ja das öffentliche Auspeitschen, das Handabhacken oder Steinigen oder die Todesstrafe als funktionierend. Mit denselben Argumenten, mit denen Sie hier das Schlagen von Kindern gutheißen. Das Problem bei Strafen ist ja immer, dass man damit in eine Eskalationsspirale gerät. Was mache ich, wenn jemand trotz ein paar Schlägen (ohne blaue Flecken) mit dem negativen Verhalten nicht aufhört. Strenger bestrafen ist dann die einzige Logik.

    Ich weiß nicht, wie Sie es hingekriegt haben, bei den Schlägen, die Sie abbekommen haben, so „sanft, ruhig, lebensfroh, etc.“ zu werden. Denn erlittene Gewalt, und von nichts anderem reden wir hier, hinterlässt immer Spuren in der Seele, wie Neurobiologen mittlerweile nachweisen können.

  200. Sergej sagt

    So ein Schwachsinn… . Ich wurde auch von meinen Eltern geschlagen, meine Eltern wurden von ihren Eltern geschlagen und so weiter und so weiter. Wenn ein Kind etwas schlechtes tut soll er dafür auch bestraft werden und nicht durch einen billigen Fernseher verbot, das bringt NICHTS. Natürlich sollte man es nicht übertreiben, seine Kraft und das Schmerzempfinden des Kindes nicht unterschätzen und nicht bei jeder Kleinigkeit seine Kinder schlagen. Manches kann man auch anders klären. Aber bei manchen Sachen muss es sein (Meiner Meinung nach). Besonders schlimme finde ich wenn ich belogen werde, obwohl ich es weiß, mein Kind mich belügt und ich nochmal nachfrage und es mir wieder eiskalt ins Gesicht lügt und es bestreitet, dann wird es zeit für härtere Erziehungsmaßnahmen. Ich rede nicht von verprügeln das das Kind blaue flecken hat! Aber einige Schläge, mit einer angepassten Kraft an das Schmerzempfinden des Kindes ist die perfekte Erziehungsmethode.

    Mein Vater hat mich geschlagen, meine Mutter.. Hasse ich sie deswegen jetzt? NEIN! Natürlich habe ich dann als Kind schlecht über sie gedacht, heute danke ich ihnen dafür, dann an ihrer Erziehung ist nichts falsch gelaufen. Ich bin weder gewalttätig, noch frech oder sonst etwas. Ich bin (Wir mir auch oft von freunden/inen gesagt wurde) sanft, ruhig, lebensfroh, freue mich über jede Kleinigkeit im Leben bin immer gut drauf, ich bin immer hilfsbereit und bin nachdem ich jemandem geholfen habe sehr glücklich.

    Man muss seinem Kind die Richtung zeigen und manchmal geht es nicht ohne einer Strafe (Ich rede von einer funktionierenden Strafe, kein Hausarrest oder sonst was).

  201. ducki sagt

    Ich (23 Jahre )wurde ebenfalls als Kind geschlagen…wenn ich von den Schlägen und vor Angst abends gezittert hatte, hatte mich meine Mutter angeschrien, dass ich meine Suppe nicht verschütten soll, was unmöglich war vor lauter zittern…wenn ich Ca. 15 Jahre nach diesen Schlägen meinem Vater versuche zu erklären, dass meine Mutter bei mir einfach unten durch ist, will er Das nicht hören oder verstehen, er sagt immer “ nein Das geht nicht , du darfst nicht so zu ihr sein denn Sie ist schließlich deine Mutter“ Sowas ist sehr enttäuschend da Sie mich damals sehr brutal geschlagen und gedemütigt hatte. Ich streite seit Jahren mit meiner Mutter, hab kein gutes Verhältnis zu ihr. Das schlimme ist, dass mein Vater sowas sagt….ich fühle mich so allein….ich hab mich mit 13 Jahren schon geritzt, wollte mich in dem Alter und auch noch öfters umbringen…..hab heute noch essstörungen….ich weiß nicht ob das alles mit damals zu tun hat….aber solange mein Bruder, mein Vater einfach wegsehen und meinen “ Sie ist deine Mutter du darfst nicht so zu ihr“ kann ich nicht damit abschließen…

  202. monika kleine sagt

    Ich jahrgang 1962, bin jahrelang von meiner mutter geschlagen u. gedemütigt worden.Bin als erwachsene leider auch an schlagende männer geraten.2011 habe ich nach einer haarfärbung meine gesamten kopfhaare verloren. Zur erinnerung an meine erstmalige und ich hoffe auch letztmalige glatze, habe ich von meinem kopf fotos gemacht.Beim ansehen am pc habe ich schlimme narben von alten kopfverletzungen(die meine mutter mir zufügte)gesehen.Ich habe verdrängtes wiedererlebt.Eine therapie blieb leider ohne erfolg.Das ist auch der grund, warum ich im internet ihre seite aufgerufen habe.So etwas darf kein tabuthema mehr sein.Ich bin alleinstehend, ohne freunde, ohne familie. Das kommt dann bei“ ich bin der letzte dreck “ heraus. So will ich nicht leben. Ich will endlich aus dieser opferrolle raus. Doch ich weis nicht wie. Danke, daß ich ihnen diese zeilen schreiben durfte. Monika Kleine

  203. lulu sagt

    Hallo
    als Kind wurde ich geschlagen ich bin dann immer den ganzen Tag in meinem Zimmer gewesen und habe geeint.wenn ich besonders wütend war habe ich mich Vor meinen Eltern selbst geschlagen.lange Zeit habe ich dies verdrängt.seit kurzem ritze ich mich und brauche sehr viel Aufmerksamkeit.auch habe ich angefangen mich zu schlagen.ich bin sehr verwirrt da ich nicht weis Warum ich dies tue.kann es daran liegen dass ich als Kind geschlagen wurde?

  204. Isa sagt

    Hallo Tina,

    ich (20) kann das Gefühl, dass du beschreibst sehr gut nachempfinden. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und da es bei mir zu Hause eher kalt zuging und hohe Erwartungen gestellt wurden, fühle ich mich von der Seite aus allein gelassen. deshalb sehne auch ich mich nach Menschen denen ich mich anvertrauen kann.
    ich habe das glück seit 3 Jahren mit einem Wunderbaren Menschen zusammen zu sein, dem ich alles anvertrauen kann und auch anvertraut habe. Auch seiner Familie, besonders seine Mutter hat mich wie ein Familienmitglied aufgenommen und ohne diese Menschen fühle ich mich sehr einsam, sodass ich manchmal (wenn sie nicht da sind) nichts mit mir anzufangen weiß.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du auch Menschen triffst, denen du dich öffnen kannst!
    Alles Gute
    Isa

  205. Hallo Tina,
    eine gute Psychotherapie wäre natürlich das Beste. Denn ich denke, Sie sollten sich langsam von Ihrer Mutter ablösen und das ist nicht leicht, v.a. dann, wenn man wie Sie noch etwas sucht und braucht von der Mutter. Ihre Lösung mit den Ersatzmüttern funktioniert ja auch nur eine Weile.
    Vermutlich müssen Sie irgendwann jene Erlebnisse mit Ihren Eltern bearbeiten, akzeptieren, was geschehen ist und weiter im Leben voranschreiten.

  206. Tina sagt

    Hallo!

    Ich habe mal eine Frage: Ich (18) bin eigentlich seit ich denken kann immer auf der Suche nach einer potentiellen Mama. Das ist dann einfach so ein Gefühl, dass ich bei manchen Frauen habe, die vom Alter ungefähr meine Mama sein könnten. Ich wünsche mir dann, dass sie mich beschützen, umarmen, trösten, lachen, was unternehmen, wir zusammen über alles reden und dass sie mich einfach gern hat, wie eine Tochter eben. Früher konnte ich dieses Gefühl nie richtig einordnen, aber seit mehreren Jahren schon. Erst dachte ich, ich wäre vielleicht lesbisch, aber ich will auf keinen Fall etwas sexuelles von ihnen, so wie man es auch bei der eigenen Mutter nicht richtig und eher ekelig finden würde. So ist es zumindest bei mir. Verknallt war ich auch schon öfter in Jungen in meinem Alter. Das Problem ist, dass sobald da wieder eine potentielle Mama ist, alles andere komplett unwichtig wird und ich nur noch um ihre Zuneigung kämpfe. Meistens wird daraus natürlich nichts, weil ich das bis jetzt keiner von ihnen gesagt habe und ich mich immer sehr zurückhalte, aus Angst, irgendwas falsch zu machen. Da fast alle Personen in meinem Leben kommen und gehen, wechseln die Mutterfiguren auch meistens nach ein paar Jahren. Aber solange kann ich immer nur an sie denken. Ich befürchte, dass ich nie eine richtige Beziehung eingehen kann, weil es ja immer etwas wichtigeres gibt. Eigentlich war ich mir sicher, dass es irgendwann aufhört, aber wie es aussieht bleibt diese Suche nach einer Mutter.

    Ich habe eine richtige Mutter, aber nicht so ein gutes Verhältnis zu ihr. Es ist eher unpersönlich und wegen einiger Erlebnisse in meiner Kindheit kann ich weder ihr noch meinem Vater vertrauen, weil damals das Ur-Vertrauen zerstört wurde. Einerseits habe ich auch ein schlechtes Gewissen meiner richtigen Mutter gegenüber, aber ich kann gegen meine Gefühle nichts machen. Ich hab schon oft versucht mich dagegen zu wehren und die Ersatzmama zu vergessen, aber das funktioniert nie. Außerdem kann ich die Sachen von damals nicht vergessen und nicht verzeihen. Vor kurzem sind sie irgendwie alle wieder hochgekommen und seitdem habe ich immer wieder Depressionen, habe Ansätze zur Essstörung und ritze mich hin und wieder.

    In einem älteren Kommentar hatte ich beschrieben, warum ich nicht zum Psychologen sondern nur zu einer Beratungsstelle gehen kann. Das Problem ist, dass meine Beraterin in vielen Punkten bei mir auch nicht weiter weiß.

    Nun frage ich mich, ob das jemals aufhören wird und wenn ja, wie? Vielleicht würde es gehen, wenn ich es mal einer der Frauen sagen würde und dann eine gute eher freundschaftliche Beziehung zu ihr hätte, sodass ich einen gewissen Rückhalt und Schutz bei mir wissen würde? Das Problem ist nur, die Sache ist mir extrem peinlich und ich hätte Angst, dass sie dann negativ reagiert. Und dann wär ich wieder ganz allein. Was soll ich nur tun?

    Liebe Grüße

  207. Aber in meinem Leben geht es doch erst einmal wirklich um mich.
    Weiß ich wirklich, wo ich tatsächlich hin will? Und wenn, dann kann ich mir doch stets – oder ausreichend häufig – die Frage stellen:
    Dient das, womit ich mich gerade beschäftige, meinem Ziel? Hilft es mir, mein Leben zu entwickeln und zu genießen?
    Welchen Samen möchte ich gerade durch das Nadelöhr des Jetzt säen, um zu wachsen ?
    Was will ich sehen, was hören, was erleben ?
    Und welche Störungen will ich zulassen ?
    Überhaupt welche, oder gar keine mehr ?
    Dunkelheit kann man nicht verstehen. aber
    Gegen die Dunkelheit siegt immer das Licht.
    Schaltvorgänge gehen unglaublich schnell vor sich. Ich wähle den Schalter. Knips. Bingo.
    Das bin ich. Das will ich sein. (weiß doch Kurti besser als viele andere)
    Blauer Himmel über Köln, das wird ein toller Tag. Ein langer Spaziergang am Rheinufer, ohne Handy, nur ich. Tolle Aufgaben, die ich will und kann. Freue mich drauf.

    Ach, noch ein Tipp, soll aber wirklich nicht schulmeisterlich sein. Ich erwähne das hier, weil es tatsächlich Wunder bewirkt:

    Jeden Tag nehme ich ein Blatt Papier. Am Vorabend schreibe ich fünf Dinge auf, die für den nächsten Tag geplant sind. (immer Pausen und Bewegung dabei…) Und am Abend schreibe ich eine Frage auf. (z.B. `worauf muss ich mich jetzt konzentrieren ?´) So ist mein Unterbewusst stets mit meinen Zielen, Fragen und Aufgaben beschäftigt. Absolut faszinierend, was geschieht, wenn ich das tagtäglich mache – auch am Wochenende, immer – .
    Auf dem gleichen Blatt (man kann sich ja ein Formular erstellen) beginne ich morgens mit fünf Punkten, wofür ich dankbar bin: guter Schlaf, Kaffee, die Sonne, mein Atem, mein Leben…
    Abends gibt es einen positiven Rückblick, der in fünf Punkten / Stichworten festgehalten wird: was hat heute gut geklappt, welche neuen Erlebnisse, was ist Schönes passiert, was habe ich Gutes gesehen, gehört, wofür bin ich dankbar…

    Mein Formular hat vier Felder:
    1. morgens fünf Punkte „Morgendank“ – unendlich viele Möglichkeiten; denn absolut nichts ist selbstverständlich.
    2. tagsüber fünf Punkte „Erledige“ (Erledige! deshalb, weil das Unterbewusstsein einbezogen wird. Diese Punkte schreibe ich immer am Vorabend auf.)
    3. abends „Positiver Rückblick“ – (positiver deshalb, weil ja die ganze Welt schon genug am schimpfen ist)
    4. das Feld „Antworte!“ Hier schreibe ich abends immer eine Frage auf, so lange, bis sie beantwortet ist, oder bis keine neuen Antworten mehr kommen.

    Es erfordert nach kurzer Zeit nur morgens und abends 5 bis 10 Minuten, wird mit niemandem diskutiert. Auch die ganzen positiven Wendungen werden `draußen´ nicht erörtert.
    Viel mehr muss ich täglich meine Sinne darin üben, die täglichen Wunder auch zu sehen, die Antworten auch zu hören, Ausrichtung und Aufmerksamkeit zu halten, das Leben zu genießen. Allen eine gute Woche. Karl

  208. Kurti sagt

    Hallo Karl,

    ich muss Dir widersprechen. Es geht mir in der Tat um die Folgen, denn das „warum“ habe ich in meinem Fall entschlüsselt. Es hat mich 15 Jahre harte Arbeit, teils mit, teils ohne Therapeuten, gekostet, aber ich habe das „warum“ entschlüsselt.

    Meine Eltern sind Narzissten und zwar beide, die lieben sich selbst und allerhöchstens den Partner, alle anderen Menschen sind ihnen emotional völlig egal, sind austauschbar.
    Sie hatten sich zwei Mädchen gewünscht und hatten augenscheinlich zwei Mädchen bekommen. Meine Schwester war und ist auch noch heute genauso, wie sie sich ihr Kind vorgestellt haben, also perfekt (weil sie sich total den Wünschen und Vorstellungen unserer Eltern unterworfen hat und unterwirft und mit fast 50 Jahren keine eigenen Entscheidungen treffen kann, die unsere Eltern nicht abgesegnet haben) und ich war und bin genauso, wie sie sich ihr Kind nicht vorgestellt hatten. Ich war eine totale Enttäuschung für sie, weder konnten und können sie mich verstehen, noch wussten sie, was das Richtige für mich war und weil sie nicht wirklich lieben können, war das Drama perfekt.
    Am Anfang waren es nur Kleinigkeiten, an die sie sich gestört haben, aber so nach und nach wurde ich für sie ein großes Problem. Aus ihrer Sicht war ich das Kind, welches ihnen bewusst das Leben versauen wollte und das musste mit allen Mitteln so erzogen werden, damit daraus das Kind werden sollte, welches so war, wie meine Schwester war und noch ist.
    Ich habe lange gebraucht, aber ich kann mich in meine Eltern hineinversetzen und ihre damaligen Gedankengänge verstehen. Ich heiße nicht gut, was sie getan haben, auf keinen Fall, aber so, wie sie waren und heute sind, konnten sie nicht anders handeln. Und dieses nicht-können ist genauso zu werten, wie z.B. ein Blinder nicht sehen kann.

    Das eigentliche Drama ist für mich heute, dass sie nie begreifen werden, was sie mir angetan haben. Denn das können sie leider auch nicht.

    Und auch wenn ich dies alles vom Verstand her weiß, so ist die Seele doch zu tiefst verletzt und die Folgen, der vor allem seelischen Misshandlungen, sind stets allgegenwärtig.

    Man kann das „warum“ entschlüsseln, aber es ist ein wirklich harter Weg. Und leider hilft das Ergebnis nicht, die Schmerzen zu verringern, denn das hatte ich gehofft.

    Bei mir ist es auch nicht so, dass alle anderen Bescheid wussten, nur ich nicht. Es ist genau anders herum. Ich wusste irgendwann Bescheid, aber bis heute glauben es andere nicht, weil man emotionalen Missbrauch nicht direkt von außen erkennen kann. Er bleibt für andere unsichtbar.

    Und was meinen Partner betrifft, so habe ich durch beobachten, analysieren und verstehen, wieder neue Erkenntnisse erhalten. Er hat zwar soziopathische Anteile in seinem Verhalten, aber er ist kein Soziopath. Er hat Gefühle, jedoch spielt sich sein Gefühlsleben auf dem Level ab, wie bei einem ca. 4 Jahre alten Kind. Außerdem ist er wohl eher ADSler und hochbegabt.
    Zum einen ist das für mich erleichternd, zum anderen fühle ich mich auch etwas bedeppert, denn ich hatte jahrelang Angst vor ihm. Die brauche ich nun nicht mehr zu haben.
    Das mag für manche Leute hier verwirrend sein, dass ich die Menschen um mich herum gern laiendiagnostiziere, aber ich brauche das. Ich muss wissen, mit wem ich es zu tun habe, damit ich mich darauf einstellen kann. Nur das gibt mir Sicherheit im Umgang mit diesen Menschen, da ich als Autist weder Mimik noch Gestik anderer Menschen richtig deuten kann und das Gesagte immer für bare Münze halte.

    Kurti

  209. genau, Kurti, Deine Dauerfrage ist berechtigt, aber sicher geht es Dir nicht hauptsächlich darum „welche Folgen es hat…“, sondern „Warum?“
    Denn es muss ja einen Grund geben. Der offensichtliche Grund für diese ganze Prügel (von der ja in den Kommentaren zu diesem Artikel nur die Spitze vom Eisberg gezeigt ist; denn Millionen lesen diesen Artikel ja nicht, und Millionnen Menschen haben gar keine Sprache dafür) also Grund für diese Gräuel ist doch Ablehnung. Und diese muss einen konkreten Grund haben.

    Da gibt es ja viele Möglichkeiten:
    – Wiederholung der Mißhandlung, welche die Eltern erfahren haben, Kuckuckskinder (gibt es jedes Jahr hunderttausend neue), der projizierter Hass auf den den Ehepartner (den wollte man ja eh nicht, aber es kam ja ein Kind), Köpfe, die unablässig Wünsche generieren (die man sich nicht leisten kann, oder die irrsinnig sind),
    – eine völlig ungeliebte Arbeitsstelle, oder sie versuchen etwas zu machen, was sie nicht können – herhalten muss das Kind dafür, — Menschen, die wirklich ernsthaft lernen, die aufrichtig und anständig sein wollen, die schlagen ihre Kinder nicht, im Gegenteil, sie bemühen sich um Klarheit.
    Und genau das ist es, was wir wollen, Kurti, Klarheit: „Warum?“
    Aber da wird es keine Antwort geben. Psychologen wissen das: Menschen tragen ständig die Leugnung mit sich rum. Lange bevor Du auch nur fragen kannst, haben die Täter für sich entschieden: „Wenn mir jemand was will, dann streite ich einfach alles ab.“

    Es ist wohl so, wenn man die biographischen Krümel der vielen Kommentare hier aufsammelt, dann ist die Antwort auf den Titel: „Welche Folgen hat es…“ auf jeden Fall: Allen Betroffenen ist mindestens einmal am Tage kotzübel und mindestens einmal stellt sich das Gefühl ein, als wenn das Herz bricht.

    Klarheit. Oft helfen Recherchen bei der Großmutter oder einer Tante. Oft ist es gar nicht schwer; denn meistens wissen ja alle anderen Bescheid, nur das Kind nicht.

    Später wurde mir dann klar, dass alles, wirklich alles durch das winzige Nadelöhr des Jetzt gehen muss, durch diesen winzigen Moment. Dort wird alles quasi geimpft. Es ist jetzt, dieser Moment, wo ich Entscheidungen treffe, vor allem darüber, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte. Oh, die Zukunft wird so aussehen, wie ich sie selbst in den Momenten des Jetzt impfe.

    Psychologen wissen auch seit langem, nicht nur Psychologen, wie wichtig das ist, was während der Schwangerschaft und in den Jahren danach geschieht. Nimmt die Mutter ihr Kind an in bedingungsloser Liebe und Achtsamkeit? Geben Eltern ihrem Kind eine Bedeutung oder sehen sie es als Belastung? Wer hat das denn nicht auch irgendwie erlebt: Alles andere ist wichtiger, das Motorrad, Daimler und BMW, Krombacher und Zigaretten, Partys, Sportschau und Kumpels, die Freundin wichtiger als die Frau, die Arbeit (angeblich sehr häufig), die Nachtruhe, die Nachbarn, die Haustiere und endlos viel mehr.
    Will sich da einer wundern, wenn die Kinder später wie aufgedreht nach Beachtung suchen, abhaun, dort hin, wo auch wieder alles andere wichtiger ist: Apple, Gaming, Simsen, Kiffen, Saufen, Chillen (meist eine Mischung aus allem), ständig auf der Suche nach Abenteuern und Ablenkung, Burnout mit 23, und unendlich viel mehr. Eigentlich das Vakuum in der Leere.
    – suchen wir den Frieden in uns selbst, wenn er doch so offensichtlich nicht von außen kommen kann
    – bleiben wir in Ruhe, bis uns Gesichter anschauen, die uns Liebe geben wollen, die sind ruhig und schön, weil in den Herzen Friede ist
    – gehen wir doch nur dorthin, wo wir uns wirklich zu Hause fühlen. Das spürt man, weil das Herz nicht dauernd bricht.
    – „Erkenne dich selbst“, sagte Sokrates, und darin liegt wohl der Schlüssel, nicht im Kampf mit der Umwelt (einschließlich Herkunftsfamilie)
    – erst wenn wir verstehen, welch ein tolles Wunder das Leben ist, welches uns gegeben wurde, was für ein Wunder in jedem Atemzug liegt und
    – wenn wir diesen, ich meine jeden Atemzug mit Dank begrüßen und bewusst erleben, dann beginnt Frieden ganz tief in uns, egal, was mal passiert ist und egal, was sonst noch alles passieren wir.

    Ach, Feierabend, alles Gute zum Wochenende.

  210. Kurti sagt

    Hallo zusammen,

    ja, ich habe mit den Tools gearbeitet. Leider passen nicht alle Tools auf und in mein Leben und die Daueranwendung verdrängt einen Teil meiner Seele. So wende ich die Tools nur situationsbedingt an. Ebenfalls schade finde ich, dass die beiden Autoren auf den letzten 80-100 Seiten alles in die Grütze hauen, was sie vorher so schön gepriesen hatten, also auf diesen ganzen Quatsch mit Glauben und so stehe ich nicht. Das dazu.

    Immer wieder geht mir Ihre Frage: Welche Folgen hat es…? durch den Kopf. Die Schläge habe ich wegstecken können, so viele waren es auch nicht, aber die seelischen/emotionalen Misshandlungen haben schwerwiegende Folgen hinterlassen.
    Das Wort „ich“ z.B. hat für mich keinerlei Bedeutung. Es ist ungefüllt, leer. Mir wurde permanent abgesprochen, jemand zu werden. Ich weiß somit nicht, wer ich bin. Das ist wohl die gravierendste Folge aller Folgen.
    Die anderen Folgen, wie mangelndes Selbstwertgefühl, Depressionen und Angst, ergeben sich aus dieser Folge und machen das Leben nicht gerade lebenswert.

    Meine Eltern sind Narzissten, meine Schwester auch, mein jetziger Partner ist Soziopath und was sie verbindet ist, dass sie nicht lieben können, weder mich, noch jemand anderen, meine Eltern lieben vielleicht gerade mal sich selbst, mein Partner nicht einmal das.

    Ich kann lieben. Ich weiß das, weil ich von einem Menschen in meinem über 40jährigem Dasein ehrlich geliebt worden bin und den ich ebenso liebte. Doch dieser Mensch ist seit 23 Jahren tot. Danach hat mich niemand mehr so ehrlich geliebt. Stattdessen traf ich auf Menschen, die mich benutzt und missbraucht haben, um ihrer selbst willen oder weil es Spaß gemacht hat.

    Mein Sohn liebt mich natürlich und ich liebe ihn, aber das ist nicht die Liebe wie zwischen zwei gleichberechtigten Erwachsenen, wenn ihr versteht, was ich meine.

    Noch eine Folge meiner desolaten Kindheit ist, dass ich heute in derselben Mühle gefangen bin, wie damals. Ich werde wieder nicht geliebt, weil mein Partner das nicht kann, solches aber am Anfang unserer Beziehung vorgespielt hat. Er quält mich auf seelischer/emotionaler Ebene bewusst oder unbewusst, ich weiß es nicht, es ist von außen jedenfalls nicht sichtbar. Somit kann ich mich nirgendwo beschweren, weil es mir niemand glaubt…

    Es sind nur noch ein paar Jahre. Dann ist unser Sohn erwachsen. So lange muss ich durchhalten, auch wenn es mir jeden Tag schwerer fällt. Falls jetzt jemand auf die Idee kommt, dass ich mich trennen sollte, ja, das müsste ich, aber ich kann nicht, emotional kann ich nicht.

    Kurti

  211. Hallo Laura,
    Sie als Klientin wissen am besten, was Ihnen hilft und was nicht. Wenn Sie nach der Therapie aggressiv nach Hause gehen, hat das einen Grund, den Sie in der Psychoanalyse ansprechen sollten. Meine Vermutung ist, dass Sie sich dort genauso fühlen wie zu Hause (Schweigen, Einsperren) und Sie das so wütend macht. Insofern hat die Therapeutin mit den Projektionen vielleicht Recht. Aber all das sollte besprechbar sein.

    Wenn Sie Weihnachten mit Ihrer Familie gebrochen haben, hat das vermutlich auch noch emotionale Nachwirkungen, die Sie verdauen müssen. Vor allem wohl eine enorme Trauer und das Gefühl, jetzt ganz allein in der Welt zu stehen.

    Wenn Ihnen meine Überlegungen Sinn machen, versuchen Sie, sich Ihrer Therapeutin gegenüber zu öffnen und von Ihren Gefühlen zu sprechen. Wenn das nicht geht, dann ist ein Therapeutenwechsel eine Möglichkeit.

    Danke für Ihren Kommentar.

  212. Laura sagt

    Ich leide schon mein ganzes Leben unter den Folgen meiner lieblosen Kindheit. Besonders schlimm war fuer mich das Schweigen und einsperren, neben den Schlaegen. Herabsetzende Bemerkungen, sich lustig machen, Demuetigungen gehoerten zu meinem Alltag.
    Ich habe bereits mehrere Gespraechstherapien gemacht, die erste mit 30 Jahren, danach folgten 3 weitere und ein 5 woechiger Aufenthalt in einer psychosomatischen Kurklinik. Jetzt mache ich eine Psychoanalyse seit November, habe aber irgendwie nicht das Gefuehl, das es mir hilft. Ich gehe seit einigen Wochen immer sehr aggressiv nach Hause.
    Woran kann ich erkennen, das das der richtige Therpeut ist? Sie meint, das meine Aggressionen auf Projektionen beruhen. Ich kann das nicht nachvollziehen.
    Ich bin inzwischen voellig vereinsamt und isoliert, habe Angst vor Ablehnung durch Andere, gehe sehr ungern zur Arbeit ( ich arbeite als Erzieherin ) und sehe zunehmend immer weniger Sinn in meinem Leben.
    Vor Weihnachten habe ich den Kontakt zu meiner ganzen Familie abgebrochen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe nachdem ich nach einem mehr als 4 jaehrigen Aufenthalt im Ausland wieder nach Deutschland zurueck kam.
    Meine Montivation mein Leben anzupacken ist am Nullpunkt.
    Ich dachte mit der Therapie wird es besser, aber ich fuehle mich zunehmend schlechter wenn ich dort war. Ist das normal oder sollte ich den Therapeuten wechseln.

  213. matthias sagt

    @ matthias:

    meine mom hat mich auch geprügelt, da war ich schon stärker als sie … ist eigenartig, aber ich versuch den hass zu überwinden, sie war schlicht überfordert. hab auch schon dinge getan, die mir danach leid taten. reflektion der eigenen motivation ist wichtig! opfer werden zu tätern, und wenn verstanden ist, warum, dann besteht die chance, daß es aufhört!

  214. Hallo Matthias,
    als ersten Schritt zur Ablösung sind Ihre Rachegefühle ganz gut. Vor allem, wenn Sie damit etwas Positives für sich erreichen können (Zukunft). Später mal werden Sie vermutlich noch einen anderen Weg finden müssen. Im Hass löst man sich nicht, ganz im Gegenteil, es bindet einen sehr an den anderen.

  215. Matthias sagt

    Ich wurde als Kind auch oft geschlagen.
    ein 6 8 10 Jahre altes Kind kann gar keine Tat vollbringen die es rechtfertigt, Gewalt auszuüben. Als ich meinem Vater körperlich überlegen war liess er die Finger von mir.
    Nun kann ich von Zuhause ausziehen und werde es tun. Meine Eltern lasse ich ausbluten, idem sie mir den Unterhalt zu zahlen haben (5 Jahre Uni). Sie haben es nicht anders verdient. Weder eine Entschuldigung, noch Reue. Für mich verlieren sie dadurch ihren Status als „Mensch“. Das Geld nehme ich mit. Baue mir durch mein Studium meine Zukunft auf. Erfolg ist die beste Rache. Man darf sich nicht unterkriegen lassen. Am Ende steht die Freiheit!

  216. Ja, unbedingt. Sie leiden offensichtlich unter den Folgen der Schläge. Das kommt sehr häufig vor.
    Gute Therapeuten finden Sie hier … Stichwort „Trauma“ bei der Suche mitangeben.

  217. Cari sagt

    Hallo zusammen,
    ich bin jetz 23 Jahre alt und wurde in meiner Kindheit sehr oft geschlagen sei es mit Hundeleine oder Kleiderbügel. Bei kleinigkeiten wie Glass umgefallen , falsches Wort etc.
    Ich merke seid Jahren , dass ich nich ganz dicht bin , bin sehr sensibel und lasse alles mit mir machen und aggressiv gegenüber Kinder , was ich garnicht will …
    Sollte ich einen Therapeuten aufsuchen ??

  218. Nach dem Rockzipfel oder den Schlägen?
    Schläge sind auch Aufmerksamkeit, negative eben. Wenn Sie sich heute noch danach sehnen, fehlt Ihnen vermutlich positive Aufmerksamkeit. In beiden Fällen gilt jedoch: erwachsen werden. Wenn Sie nicht wissen, wie das geht, hilft vermutlich eine gute Psychotherapie.

  219. Rüdiger sagt

    Ich bin Jahrgang 1962 und habe von meiner Mutter sehr viel Schläge bekommen.
    Ich muss sagen, ich war ein „Mutterkind“ und immer am Rockzipfel meiner Mutter.
    Mein Problem heute ist, ich sehne mich wieder danach.
    Warum?

    Bitte um Rückantwort!

    Lieben Dank!

    P.S.: Suche Menschen, die das auch erlebt haben.

  220. Hallo Mathhias,
    vielen Dank für Ihren Bericht, der anderen Betroffenen Mut machen kann. Die Reihenfolge und die jeweiligen Wirkungen kann ich aus fachlicher Sicht bestätigen.
    Bleiben Sie dran – und alles Gute für Sie!

  221. matthias sagt

    Ich hab ja schon weiter unten meine Geschichte erzählt.
    Nach vielen, immer ähnlichen „Unfällen“ im Leben, also Beziehungsdesaster, Jobverlust, Freundschaftsverlust, exzessiver Drogenmißbrauch etc. hab ich irgendwann verstanden, daß ich Hilfe brauch, weil ich nicht mit den Menschen und mir klar kam und nicht verstanden hab, warum mein Leben im Chaos versinkt.
    Nachdem ich gemerkt hatte, daß diverse „Selbsthilfebücher“ nutzlos sind, gings los:
    Erst Meditation, dann Homöopathie, dann Gesprächstherapie, danach tifenpsychologisch fundierte Psychotherapie, 135 Stunden, mach ich derzeit.
    Die Meditation hat mich wieder „geerdet“, sehr hilfreich. Die Homöophatie hat mir gezeigt, daß es auch andere Wahrnemungen gibt, als die, in der ich gefangen war. Die Gesprächstherapie hat mir einen ersten Eindruck vermittelt, wo der Hase im Pfeffer liegt. Und die Tiefenpsychologische geht dann ans eingemachte. Schon einige Aha-Effekte erlebt, wenn nach und nach die Scheuklappen, mit denen man durchs Leben geht, entfernt werden, von deren Existenz man nichteinmal wusste!
    Ich sehe mein bisheriges Leben in einem völlig neuen Licht.
    Die größte Schwierigkeit dabei ist es, einen Therapeuten zu finden, dem man vertrauen kann, und den man als angenehmen Mensch empfindet.
    Das dauert, aber es lohnt sich …

  222. Hallo Linda,
    traumatisierende Erfahrungen verschwinden nicht mit der Zeit. Sie bleiben stabil und können einen immer wieder einholen.
    Was meistens hilft ist eine entsprechende Psychotherapie mit jemandem, der sich damit auskennt und einem nicht erzählt, das wäre doch lange vorbei und man solle vergessen oder verzeihen.
    Therapeuten findet man hier http://www.psychotherapiesuche.de oder hier http://www.therapie.de. Es dauert manchmal eine Weile, bis man einen Therapieplatz bekommt, aber es lohnt sich.

    PS: Meine Antwort ist auch für einige andere, die hier geschrieben haben, wichtig.

  223. Linda27 sagt

    Heute bin ich 27……
    Seitdem ich denken kann, verbinde ich mein Leben bzw. meine Kindheit mit Gewalt. Schon im Kindergarten hatte ich teilweise Angst nach hause zugehen, nicht zu wissen, ob mein wahnsinniger Vater wieder ausrastet und auf mich einprügelt. Heute bin ich der festen Überzeugung das er ein Psychopat ist. Er ist in ein Wahn verfallen als er austickte, völliger Kontrollverlust. Mein traurigster Moment war, als ich ca mit 7 Jahren mit einem „Messer“ ins bett gegangen bin, um mich umzubringen, vor Angst. Jeden Tag begleitete mich die Angst. Meine Mutter konnte uns nie helfen, da sie dementsprechend verprügelt wurde. Sie wollte uns schützen, ist aber vergeblich gescheitert, da sie selber sehr labil war und bis heute ist. Und heute bin ich Erwachsen, führe ein „normales“Leben. Nur die Errinnerungen sind so Hass erfüllt. Ich sehe meine Eltern regelmäßig, dieses Thema ist Tabu. Sobald ich mit meinem Vater in einem Raum bin, könnte ich vor Hass, Wut…. fliehen…. Ich komme zur keine Lösung meines Problems

  224. Joanna sagt

    Ich wurde auch immer geschlagen. Meine Eltern haben sich getrennt und am Wochenende musste ich immer zu meinem Vater der mich regelmäßig wegen schlechten Noten (bei ihm war eine 3 schlecht), weil ich sein Geschenk zuhause vergessen hab, weil ich bei ihm nicht alles sauber gemacht hab oder weil ich ihn „angelogen“ hab weil ich ihm was nicht erzählt hab weil ich vor ihm angst hatte. Ich musste auch immer mit ansehen wie mein Vater meinen kleinen Bruder schlägen. Das war für mich am aller schlimmsten ich mach mir immer noch Vorwürfe weil ich ihm nicht geholfen hab. Außerdem hat mich mein Vater das ganze Wochenende eingesperrt wen ich mal eine schlechte Note hatte oder weil er meinte ich tu sein vertrauen missbrauchen. Ich musste das ganze Wochenende Seiten abschreiben weil ich in der Hausaufgabe ein Rechtschreibfehler hatte (ich hab Legasthenie) natürlich bis es fehlerlos war.
    Er hat mir auch gedroht das er mir mehr antun wird wen ich es irgendjemand sage und als kleines kind hat man natürlich Angst.
    Was er auch einpaar mal gemacht er hat mich gefragt wo ich lieber wohnen will bei ihm oder meiner Mama wen ich sagte ich will lieber bei meiner Mama wohnen hat er mich mal wieder Verprügelt.
    Als ich dan irgendwann mal auf die Realschule kam und in der 5 Klasse war hat er mir schon angedroht wen ich kein richtig gutes Zeugnis hab Verprügelt er mich mal wieder. Ich hab dan das Zeugnis nicht mitgenommen weil ich in Mathe eine drei hatte und ich hatte große Angst. Er wollte natürlich wissen was ich für Noten hab. Und es lief darauf hinaus das er mich schlug.
    Als ich das nächste mal zu ihm sollte hab ich ihm gesagt das ich nicht mehr zu ihm möchte er ist natürlich ausgerastet und er mein er wird mich schon holen.
    Doch damit war es noch nicht zu ende den er bekam am ende alle informationen von meinem Klassenlehrer. Und mein Klassenlehrer hat mich dan auch öfters abgefangen und gesagt ich soll zu meinem Vater ziehen den dort geht es mir besser. Ich hab ihm dan einmal gesagt das er mich Verprügeld doch er hat es entweder ignoriert oder mir erst garnnicht zugehört.
    Ab da hab ich soziemlich niemand mehr vertraut und ich hatte ca 2 Jahre lang Verfolgung angst.

    Mein Vater hat sehr früh angefangen mich zu verprügeln und ich war 11 als ich nicht mehr zu mein Vater ging. Mittlerweile bin ich 16 und mir geht es schon viel besser ich habe jetzt auch viele Freunde und einen Freund trotzdem belastet es mich immer noch sehr. Vorallem das ich mein Bruder nicht mehr sehen kann und meine kleine Schwester die ich noch nie gesehen hab da die Frau von meinem Vater das Kind erst bekommen hat nachdem ich nicht mehr zu mein Vater ging. Ich weis nicht einmal wie sie heißt.

    mfg

  225. Jacqueline L. sagt

    Ich (w, 18 Jahre) wurde als 4-7 Jährige regelmäßig verprügelt, vom Vater. Meine Oma nahm mich dann bei ihr auf. Ich hatte immer sichtbar blaue flecken und durfte nie jemanden was erzählen, sonst gibt’s wieder eine mitm Gürtel aufn hintern.
    Noch heute zucke ich wenn mein Freund vor mir steht und etwas greifen möchte was hinter mir steht o.ä.. ich hab auch enorme Vertrauenschwierigkeiten und schäme mich wenn ich drauf angesprochenwerde. Ich sage auch oft “ aber ich Hans gelernt

  226. Sandra sagt

    Hallo,
    ich bin heute 27 Jahre alt und ebenfalls ein geschlagenes Kind. Ich leide auch heute noch unter massiven Folgen in Form von Depressionen, Bindungsunfähigkeit und zwischenmenschlichen Problemen.
    Ich wurde von beiden Elternteilen geschlagen, in der frühen Kindheut eher von meiner Mutter, meistens in Form von Popo Versohlen oder Schläge ins Gesicht. In meiner Jugendzeit wurde ich dann ständig von meinem Vater massiv verprügelt. Meine Mutter hat zu diesem Zeitpunkt mit der Gewalteinwirkung aufgehört, da ich begann mich zu wehren und zurückzuschlagen.
    Mit jeder Prügelattacke wuchs mein Hass auf meine Eltern, die mich als schwieriges Kind und Jugendliche bezeichnen. Auch wenn es jetzt komisch klingt, aber durch diese Prügel verlor ich den inneren Respekt vor diesen Menschen komplett, mit jedem Mal ein Stück mehr.
    Ich habe nun seit 3 Jahren selber eine Tochter. Da ich bindungsunfähig bin, bin ich leider alleinerziehned und somit auf die Hilfe meiner Eltern angewiesen. Am liebsten würde ich einfach den Kontakt zu Ihnen abbrechen, aber das geht nicht, weil ich ansonsten keine Unterstützung habe und es alleine mit meienr Kleinen nicht schaffe.
    Beim Jugendamt war ich deswegen auchs chon. Meine Eltern haben es natürlich runtergespielt, ein paar Schläge haben noch niemand geschadet oder es abgestritten, dass es nicht stimmt und nur ein einziges Mal vorgekommen wäre… Dann haben sie noch erzählt dass ich eben ein schweres Kind war und psychisch krank bin und sie ja dafür alles gar nix konnten. Auch wenn ich meine Mutter darauf anspreche reagiert sie aggressiv und fängt an zu schreien, Schläge haben noch keinem geschadet…
    Ich habe auch eine kriminelle Laufbahn eingeschlagen, bin bindungsgestört, habe Suizidgedanken und seit Jahren Schlafstörungen und Alpträume diesbezüglich.

    Hat jemand eine Idee wie es weitergehen könnte? Ich möchte mich von diesen Menschne komplett lösen, nun besteht auch das Problem, dass selbst wenn das ginge, meine Eltern ein Recht auf Kontakt mit meiner Tochter einklagen könnten.

    ach ja was ich noch dazu sagen muss: mein Vater erhebt auch heute noch die Hand und droht mir mit Schlägen oder schmeißt mich aus dem Haus, sobald ich nur etwas von mir gebe was ihm nicht passt

    Danke für´s lesen, ihr könnt euch auch gerne per Email melden: slk3333@web.de

  227. Thomas sagt

    Hallo
    ich habe schon vor tagen viele der kommentare gelesen. dies soll nun mein erster versuch werden meine vergangenheit aufzuschreiben.
    Bin heute 37 jahre und meine kindheit war die reine hölle. mein stiefvater hat mich gehasst weil ich nicht von Ihm war
    was er mich soweit ich zurück denken kann seit den kindergarten erst mit schlägen mit der hand und als er merkte das Ihm das mehr weh tut als mir mit allen was er fand.Wobei er einen tepichkloppfer und ein 30 cm langer stock mit sieben leder streifen bevorzugte.

    Meine Mutter hatte Ihre eigene art mich spüren zu lassen das sie meinen leiblichen vater haßte. für sie war ich nur ein lästiges Übel was sie lieber abgetrieben hätte(ihre worte). es machte ihr auch nichts aus dies vor meinen brüdern zu mir zusagen und wenn Ihr das nicht reichte. dann wie erklär ich das: wir waren drei kinder in einem zimmer wobei zwei abens ins bett gebracht wurden, ihren gute nachtkuss bekamen, ihnen gesagt wurde wie lieb man sie doch hat und mich hat sie über jahre einfach lings liegen lassen.

    Sowas wie Mutterliebe gab es nicht für mich. Mit 11 jahren bin ich dahinter gekommen das er nicht mein richtiger vater ist. Als ich meine mutter darauf ansprach ist sie völlig durchgedreht was mich zwei schneidezähne gekostet hat. Ab dem tag haben sie alle hemmungen verloren was auch dazu führte, dass ich mich von meinen jüngeren brüdern verprügeln lassen mußte weil Sie gerade keine lust haben aufzustehen. dagegen gewehrt hab ich mich nicht es war immer noch besser Sie als Er.

    ich mach meinen Brüdern auch keinen vorwurf. Sie hatten keine wahl. Mit 17 bin ich von zu hause abgehauen nach einen streit mit ihm. Es hat eine woche gedauert bis meine mutter eine vermisstenanzeige gemacht hat. Bin dann erstmal freiwillig ins heim gegangen was aber leider schon zu spät für mich war.

    Da ich ja nie gelernt hatte mit anderen umzugehen oder es zu diesen zeitpunkt schon nicht mehr konnte ist es weiter bergab gegangen.Ich habe angefangen auf alles was mir in irgendeinerweise angst machte, mit schlägen zu reagieren was mir 3 einhalb jahre jugendknast einbrachte. Heute 20 jahre später lebe ich immernoch alleine weil ein teil von mir der welt da draußen nicht traut Es gibt eine hand voll freunde aber eine beziehung oder gar eigene Familie wird es wohl nie geben.

    mein größtes Problem zurzeit ist, dass ich aus dem schutzpanzer den ich in all den jahren aufgebaut habe, selber nicht raus komme oder nicht will, da bin ich mir nicht sicher. Auf jeden fall tut es gut dies mal los zu werden auch wenn es weh tut.

  228. Nadine sagt

    Hallo,

    Ich habe heute Ihrem Artikel und viele der Kommentare gelesen und bin ein bisschen geschockt, weil plötzlich so vieles in meinem Leben Sinn macht.

    Ich, w27, bin auch lange als Kind geschlagen worden, von beiden Elternteilen. Meine Etern waren relativ Jung als sie mich und meine jüngere Schwester bekommen haben und ich gehe davon aus dass sie beide total überfordert waren. Sie hatten beide nicht die einfachste Kindheit, aber das entschuldigt ja nichts.
    Bis gestern habe ich diesen Teil meiner Kindheit fast komplett verdrängt, aber dann sah ich einen Bericht in Stern.tv über geschlagene Kinder und es kam alles wieder hoch.

    Seit ich denken kann war ich schon immer ein überängstliches Kind. Aus Angst vor den Srafen habe ich selten rebelliert, obwohl meine Mutter sagte dass ich als ganz kleines Kind oft geschrien habe wenn ich etwas haben wollte, sie im Supermarkt blamiert habe und sie oft zur Weißglut gebracht habe.
    Meine Erinnerung setzt ein als ich etwa 5 Jahre alt war und wir in ein neues, großes Haus gezogen sind. Materiell hat es mir nie an etwas gefehlt. Meine Eltern waren an sich auch sehr hilfsbereit und haben sich um viel gekümmert, aber nur dann wenn ich mich so verhalten habe wie sie es wollten und das gemacht habe was sie sagten.
    Sie hatten eigentlich nie Probleme mit mir (außer dass ich Essprobleme hatte als Kind und nie essen wollte und mir oft schnell übel wurde). Umso schwerer fällt es mir Sinn daraus zu machen warum ich so oft geschlagen wurde, für die kleinsten Sachen.
    Meine Mutter ist manchmal richtig ausgerastet, warf mich aufs Bett, setzte sich auf mich und schlug immer wieder zu. Mein Vater ist generell sehr ruhig, gefühlskalt und schlug oft bei nur einem Wiederwort oder einer anderen Meinung zu.
    Entschuldigt wurde sich damals nie bei mir. Ich hatte ständig Angst etwas falsch zu machen. Oft wenn ich Streit mit meiner Schwester hatte wurde ich von meinem Vater gerufen und ging zitternd die Treppe runter ins Wohnzimmer, duckte mich schon im Vorraus.
    Ich musste auch oft mit ansehen wie meine Schwester geschlagen wurde und schrie und weinte, ich stand daneben und weinte mit! Andersrum genauso. Solche Erinnerungen lösen Hass in mir aus.

    Heute muss ich mich mit den scheinbaren Nachwirkungen rumschlagen. Ich habe eine Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und „Ritualen“ die ich ausführen muss um eine Schein-Kontrolle über Situationen bekommen die ich nicht kontrollieren kann.
    Ich habe eine Angststörung, hatte viele Jahre Panikattacken (die ich aber besiegt habe). Ich habe sehr große Verlustängsten, worauf meine Zwangsstörung aufbaut. Ich kann oft meine Meinung nicht vertreten und kann absolut nicht streiten mit Menschen die ich liebe. Ich war oft in längeren Beziehungen die auseinander gingen weil es oft fast zu harmonisch war und ich nie meine Meinung sagen konnte oder streiten kann, ich habe zu große Angst dann abgelehnt zu werden.

    Ich habe große Panik in Situationen wo etwas von mir erwartet wird, schon fast bis hin zu Black Outs. Trotzdem war ich immer sehr gut in der Schule, habe einen Medienberuf erlernt und bin mittlerweile nach London gezogen um hier hoffentlich bald als Regisseurin zu arbeiten. Seit ich hier wohne bin ich glücklicher, aber ich habe immernoch Riesen Probleme kleine Aufgaben zu bewältigen die sich in meiner Vorstellung zu einer riesigen unmöglichen Sache aufblasen. Durch die Zwangsstörung fällt mir das arbeiten auch sehr schwer, aber ich Kämpfe weiter. Ich möchte mein Leben zurück und erfolgreich sein!

    Mir wurde oft als Kind klar gemacht das ich nichts kann, bzw. wurde versucht mich beruflich usw. in eine ganz bestimmte Richtung zu drängen. Ich sollte das Leben meiner Eltern leben. Zum Glück bin ich da ausgebrochen.

    Zu meinen Eltern habe ich ein teilweise gutes Verhältnis heute. Sie verstehen meine Berufswahl immer noch nicht, nehmen es mir teilweise übel dass ich s weit weg gezogen bin. Meine Mutter hat sogar mal gesagt dass sie heute bereut was sie uns damals angetan hat, aber richtig kann ich mit ihr nicht darüber reden weil sie psychisch sehr instabil ist.
    Momentan geht die Ehe meiner Eltern den Bach runter, ein Prozess in den wir auch sehr mit einbezogen werden. Beide machen gerade eine Therapie um Ihre eigenen Probleme zu erkennen, und ich hoffe dass die Vergangenheit dann auch mal zur Sprache kommt.

    Was kann ich selbst tun damit es mir psychisch besser geht? Damit ich ein normalerer Mensch werde der nicht immer mit einem Dauerlächeln durchs Leben geht selbst wenn alles schief geht? Jemand der seine Meinung vertreten und auch mal Nein sagen und streiten kann und nicht immer versucht alles negative weg zu schieben und so gut es geht zu verdrängen?

    Ich nehme euch alle mal gedanklich in den Arm. Es tut mir weh zu hören wie viele das Gleiche erlebt haben und heute noch darunter leiden.

  229. Lena sagt

    Hallo,
    Es ist sehr interessant hier über die Auswirkungen von Gewalt in der Kindheit zu lesen.
    Ich bin heute 28 und Ärztin und war der Meinung ich hätte meine Kindheitstrauma gut bewältigt. Mein Vater ist Alkoholiker und hat mich und meine Geschwister häufig geschlagen. Anlässe waren meist Nichtigkeiten (angekaute Buntstifte, verschüttete Gläser, meine Sturheit etc).

    Meine Mutter hat ihn dabei tatkräftig unterstützt und bevorzugt mit Kochlöffeln und Bügeln auf mich eingeschlagen. Natürlich schlug mein Vater auch meine Mutter. Hinzu kam massiver psychischer Terror der dazu führte, dass ich das Gefühl hatte nie gut genug zu sein. Von einigen sexuellen Übergriffen meines Vaters ganz zu schweigen. Ich habe schon eine Therapie (posttraumatisches Belastungssyndrom nach sexuellem Übergriff 2006) hinter mir und habe mittlerweile selbst eine Familie und 2 Söhne (5 und 1 Jahr alt).

    Der Kontakt zu meinem Vater ist längst eingestellt. Da meine Eltern jedoch noch zusammen leben ist auch ein normaler Umgang mit meiner Mutter äußerst schwierig. Die ist der Meinung, uns Kindern hätte es nie an etwas gefehlt (rein materiell gesehen ist das auch sicher richtig) und kann meine Vorbehalte nicht nachvollziehen. Ständig gibt es deswegen Ärger. Besonders auch weil ich sehr darauf bedacht bin, meine Kinder von ihrem Großvater fern zu halten (aus Angst ihnen könnte etwas zustoßen).

    Nun besteht meine Mutter darauf, dass wir nur zu Besuch kommen dürfen wenn wir auch mit meinem Vater kommunizieren. Ich bin nun versucht auch den Kontakt mit meiner Mutter abzubrechen. Ist ein Kontakt so überhaupt möglich bzw. gesund für uns? Wie erkläre ich die Sache unserem Großen (sehr aufgeweckt und sensibel)? Und wieso ist es selbst heute wo ich erwachsen und selbstständig bin, so schwer sich loszulösen und so wichtig von meinen Eltern akzeptiert zu werden. Und wie kann meine Mutter ernsthaft denken unsere Kindheit wäre ganz normal gewesen?

    Ich bin manchmal so wütend dass ich schreien könnte. An anderen Tagen würde ich am liebsten nur weinen. Die Hoffnung, dass irgendwann alles verarbeitet ist und ich ein halbwegs normales Verhältnisse zu meinen Eltern haben kann habe ich längst begraben.
    Liebe Grüße

  230. Isa sagt

    hi Ich (w, 20) lese gerade die Kommentare und kann nicht anders als zu heulen, weil ich an meine eigene Kindheit denken muss.
    ich bin hin und her gerissen zwischen positiven und negativen Gedanken. ich erinnere mich daran, wie mein Vater mir und meinen 2 Jüngeren Geschwistern Geschichten vorliest, oder wir zusammen Ausritte gemacht haben (wir besaßen Pferde und einen Hund). Aber andererseits auch an Einsamkeit und Schläge.
    der Erste Punkt kommt daher, dass meine Eltern Miteigentümer einer Backstube waren. Mein Vater war daher früh raus und hat jeden nachmittag geschlafen. Meine Mutter hat den ganzen Tag nichts anderes als Büroarbeit und Haushalt gemacht. In der Grundschule war noch alles in Ordnung (obwohl ich auch da schon geschlagen worden bin, nur erinnere ich mich nicht. Laut meinen Eltern habe ich es „Immer darauf angelegt“), denn meine Oma, die im selben Haus wohnt hat sich um uns gekümmert, uns von der Schule angeholt und gekocht. sie hat mit uns Hausaufgaben gemacht und gespielt. Aber dann ich sie durch einen Unfall ins Koma gefallen und nicht mehr aufgewacht
    Also musste sich meine Mutter um uns kümmern.
    für mich bedeutete das in meinem Zimmer zu hocken und bloß nicht zu stören. Wir mussten viel im Haushalt helfen und ich musste mich um meine Schwestern kümmern, was an sich nicht schlimm ist.aber meine mutter konnte man es nicht recht machen, und wenn etwas zu Bruch ging, oder ich „frech war“ wurde geschlagen. Mit der Hand, mit den Pantoffeln, Kochlöffel, was gerade zur Hand war.
    Ich erinnere mich, das ich liebend gerne zur schule gegangen bin und war dort gut, denn bei guten Noten bekam ich Lob. schlecht noten wurden auch toleriert, aber ich brauchte Anerkennung (was ich allerdings erst jetzt realisiere.)wenn mein Vater schlecht gelaunt war, und wir gestört haben, oder wenn er wegen uns aufgewacht ist wurde er richig laut und hat auch geschlagen. Eine Situation hat sich in meinen Kopf eingebrannt, ich war glaub ich so in der 6. Klasse kann leider keine genauen Jahre einordnen.
    Samstags war ich immer allein zu hause und war dafür zuständig, die Wohnung sauber zu machen, mich um die Pferde zu kümmern und mit dem Hund zu gehen. Und mittags hab ich mich von Dosenravioli ernährt… AN einem Samstag, eine Bekannt kam zum reiten und mein Vater fragte mich ob ich mit will. Ich sagte ihm, dass ich mit will, aber ich würde dann jetzt noch schnell den Stall sauber machen. daraufhin ist er ausgerastet, warum das noch nicht gemacht sei, wie ich die Pferde im dreck stehen lassen könnte und so weiter und er nahm dem gürtel von der Kommode und baute sich vor mir auf. ich hab mich auf dem boden zusammen gekauert und hab versucht an ihm vorbei zu kommen (das war in einem engen Flur Richtung Haustür). irgendwann bin ich an ihm vorbei und ich glaub ich hab mir dann doch eine gefangen…
    Ein anderes mal hat er versucht mir bei Mathe zu helfen. ich habe aber nicht verstanden was er versucht hat zu erklären. darauf bin brüllt er mich an, ich wolle das doch nur nicht begreifen und hat mich so auf den Hinterkopf geschlagen, dass ich auf die Tischkante geschlagen bin und Nasenbluten hatte.
    Ich habe mit meinen Eltern inzwischen über darüber gesprochen, und mein Vater sagt es tut ihm leid. aber keine zwei Sätze später kommt dann: „aber du ziehst dich ja auch immer mehr zurück, ….und du hast es ja auch drauf angelegt…deine Schwestern sind nicht so!“
    in solchen Momenten kann ich dann nur weinen.

    als es um meine Berufswahl ging: ich mache eine Ausbildung zur Mechatronikerin, hieß es: also ich weiß nicht, du bist do ungeschickt, hast doch 2 linke Hände, als frau bist du benachteiligt, das ist doch nichts für dich, werd lieber finanzirgendwas, da verdienst du Geld, dann kannst du dich im alter für uns sorgen…“ bla bla bla.
    oder: „du willst doch eh nicht arbeiten, du willst uns nur auf der Tasche liegen!“
    Es ist schwer immer wieder gesagt zu bekommen, dass man nichts kann!

    Kurz vor meinem Abitur, als ich den Arbeitsvertrag in der Tasche hatte (in einer Stadt 200 km weg von zu hause :)) war es am schlimmsten. Ich wurde zwar schon lange nicht mehr geschlagen, aber diese herablassenden Äußerungen tun genauso weh. und immer dann wenn ich höre wie mein Vater mit dem Hund schimpfte, oder mit der Welt an sich ratterte es in meinem Kopf: der Arme Hund!, du darfst jetzt nicht störe, hab ich was falsch gemacht, sollte ich was unternehmen…nein, hat nicht mit dir zu tun, tu so als hättest du nichts gehört…aber mein Herz hat weiter gerast.
    wie gesagt kurz vor dem Abi: ich habe die Tage und wochen gezählt: bald kann ich weg, ich bekomme eine eigene Wohnung, bin nicht mehr finaziell von meinen Versorgern (habe sie eher weniger als Eltern betrachtet) abhängig.
    Inzwischen komme ich alleine klar, wohne näher bei meinem Freund und seiner Familie, mit dem ich 3 Jahre eine Fernbeziehung hatte, weshalb es auch oft Zoff gab(belegen des Telefons).
    Mit meinen Eltern habe ich nur Kontakt wenn es sein muss: Geburtstag meiner Schwester, wichtige Dokumente. Man könnte sagen wir verstehen uns und mein Vater hat endlich verstanden (nachdem er jetzt wegen Krankheit auch nicht mehr in seinem Job ist), dass ich meinen eigenen Weg gehen muss. Aber wenn ich nach hause telefoniere bin ich immer angespannt, fürchte zurückgewiesen zu werden, öffne mich ihnen nicht, sondern führe eher eine diplomatische Beziehung.
    Auf mein Leben mit anderen hat sich das auch ausgewirkt. wenn man freund zum beispiel mal schlecht gelaunt ist merke ich das sofort und wenn er dann seinen PC anmotzt fühle ich mich gleich schuldig. auch wenn ich weiß, dass er mir NIEMALS etwas tun würde und mich über alles liebt.
    ich bin in allen Situationen in denen etwas von mir erwartet wird nervös und mache mi Gedanken wie ich auf die Menschen wirke, denn ich will doch das man mich lieb hat!

    Oh je, jetzt ist der Text länger geworden als ich wollte. Aber es tut immer gut über diese Dinge zu reden.
    Ich weiß das vor mir noch ein langer Weg liegt auf dem ich meine Kindheit verarbeiten muss, denn diese Bilder kommen immer wieder hoch.

    Allen anderen in diesem Blog wünsche ich viel Erfolg in Ihrem Leben. Gebt niemals auf, denn egal was andere Sagen: Du bist das wertvollste auf der Welt!
    Das sag ich mir zumindest 🙂

  231. matthias sagt

    Aha, mit einem Kabel … unglaublich, was sich die Menschen alles einfallen lassen um zu quälen. Ich dachte daß die Matchbox Autobahn Plastikschiene schon zimlich übel war, aber ein Kabel … hammer! Willkommen im Klub! Ja, die banalsten Dinge werden zum Problem, und man versteht über lange Zeit nicht, warum alle anderen tun was sie tun. Erklären kann man es auch niemandem, und schon Arbeiten gehen wird zur Anstrengung bis zum Kollaps … Nicht zu Reden von Beziehung und Familie. Unfassbar … Alles Gute Sebius, und hoffentlich haben sie einen guten Therapeut!

  232. Eusebius sagt

    Schöner Blog, interessantes Thema!
    Bin selbst als Kind geschlagen und geprügelt worden – so wie fast jedes Kind in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin. Dabei hatte ich noch Glück, dass es nicht allzu oft war – andere Kinder hat es heftiger erwischt. Dennoch hat es gereicht, jedes Vertrauen, jede Bindung zu meinen Eltern – insbesondere meinen Vater – nachhaltig zu zerstören. Meine Eltern waren wahre Meister darin, die Prügelstrafe mit einem Maximum an Schmerzen zu zelebrieren – als Hilfsmittel diente nicht etwa ein Gürtel oder ein Stock, sondern ein Kabel. Glaubt mir, es tut höllisch weh, wenn der mit Kunststoff umwickelte Kupferdraht mit Wucht auf die Haut niedergeht – vor allem auf nackte Haut. Es genügt das Wissen, jederzeit damit verdroschen zu werden, um Angstschweiß auszulösen. Als ich älter wurde, kamen Ohrfeigen und psychische Verletzungen – Beleidigungen, Demütigungen und so weiter – hinzu. Kein Wunder, dass ich irgendwann Soziophobiker wurde – und wegen meiner Unfähigkeit neue Demütigungen kassieren musste, da eine so einfach klingende Aufgabe, mir einen Ferienjob oder Praktikumsplatz zu besorgen, für mich zu einer unvorstellbaren Tortur wurde. Ich hatte nie echte Freunde in meinem Leben. Meine erste Freundin hatte ich mit 25 Jahren, und als es nach zweieinhalb Jahren in die Brüche ging, war es für mich die Bestätigung dafür, dass ich kein sonderlichh liebenswerter Mensch bin und nur das fünfte Rad am Wagen, der Ersatzspieler bin, wenn grad niemand Besseres zur Stelle ist. Es fällt mir schwer, Menschen zu vertrauen und mich auf enge Beziehungen und tiefe Gefühle einzulassen. Für meinen Vater empfinde ich nur noch Hass und Verachtung. Mit meiner Mutter kann ich halbwegs normal reden, aber ich empfinde nichts für sie. Den Kontakt beschränke ich auf das absolute Minimum. Meine Kinder – sollte ich welche irgendwann haben – werde ich niemals schlagen oder verwahrlosen. Sie werden von mir all das bekommen, was mir verwehrt wurde.

  233. Heidi sagt

    Hallo Jacob,
    „…Oder sind Sie hier alle der Meinung irgendeinen geistig beschränkter (für sind Menschen die Kinder verprügeln schon ein bisschen beschränkt) reagiert positiv auf gut zu reden?“
    Nein, ich habe meine Kinder nicht geschlagen, aber ich war oft ganz verdammt nah dran. Wenn Du mal über Jahre keine Nacht durch geschlafen hast,als Mutter noch arbeiten gehst, weil sonst das Geld nicht reicht, keine Unterstützung hast und ein Kind das ständig seine Grenzen austestet, dann bist Du vielleicht beschränkt- aber du kannst es nicht ändern. Dabei heißt Hilfe für mich nicht gute Ratschläge bekommen( die sind vielleicht etwas besser als Schläge)sondern handfeste Unterstützung in Form von: Ich nehm dir mal die Kinder für ein paar Stunden, damit du in Ruhe einkaufen kannst…. So was wäre meiner Meinung nach eine gute Hilfe gegen „Elternbeschränktheit“…. Nur mal so als Anregung.
    Gruß
    Heidi

  234. Natürlich auch nochmal alles Liebe für Matthias hier drüber und so wie sie es beschreiben sehe ich es auch mit vielen Eltern in Kaufhäusern oder wo auch immer,ich habe mich auch viel auch als meine Tochter klein war eingesetzt,ja so ganz ungefährlich war es nie,ob für meine Tochter eingesetzt oder andere ,zumindest dann hilfe kommen lassen,ich würde es immer wieder tun,ja ich reagiere da auch super tief sensibel,wollen wir wirklich hoffen ,das alles vielleicht doch noch einmal anders und besser wird,liebe grüße Birgit

  235. ich meinte im eben beschriebenen artikel,das die Eltern sich selber nicht zu helfen wissen,sollte es richtig heißen,ich hoffe und wünsche mir ,das eines Tages kein Kind mehr durch Gewalt oder Mißbrauch oder sonstigem weinen muß und auch keine Tiere,Frauen,und Männer

  236. Ich lese hier immer wieder gerne drüber ,weil es mir etwas hilft,Tina wünsche ich erstmal alles ,alles Liebe und das Sie es schaffen,lassen Sie sich hier drüber einfach mal gedanklich in die Arme nehmen,ich hoffe das es auch mehr für Sie danach geschehen wird,Jacob wünsche ich auch alles liebe auch alles so zu verarbeiten zu können eines tages ,wie ich es auch muß,und mit Kindern die auf der straße verprügelt werden,das die Eltern vielleicht selber sich zu helfen wissen,hm,weiß nicht ich sehe es anders ,da ich ja auch den Hass des Heimleiters jeden Tag zu spüren bekommen habe,wenn er mich dann mitten auf der straße ,meine Hose runter und schlü….,dann vor allen autofahrern oder beim Zahnarzt mich so verprügelt hat ,das ich nicht mehr stehen oder sitzen oder liegen konnte,und bei allen anderen Kindern von uns da im Heim,ähnliches oder gleiches,ich denke er wußte genau was er tat,ich wünsche allen das sie es irgendwann schaffen,wieder etwas glücklich zu Leben,ich versuche es auch gerade,es ist sehr, sehr schwer,doch es soll für mich und alle anderen nur besser werden,das wünsche ich jedem der so intensiv gelitten hat wie ich,

  237. Dann gehen Sie als ersten Schritt zu einer Beratungsstelle der Stadt oder von der Caritas o.ä.
    Dort bekommen Sie auch Hilfe.

  238. Tina sagt

    Hallo,
    leider bin ich privat versichert über meinen Vater. Das heißt, er bekommt wirklich jede einzelne Rechnung.
    Also geht das nicht, zumindest im Moment nicht.

    Trotzdem vielen Dank für Ihren Rat.

  239. Hallo Tina,
    Sie brauchen dringend professionelle Hilfe wegen Ihren Depressionen, den Suizidgedanken und der Esstörung.
    Sie können mit Ihrer Chipkarte von der Krankenkasse direkt zu einem psychologischen Psychotherapeuten gehen. Die Kosten werden direkt von der Kasse übernommen, das erfahren Ihre Eltern nicht, weil keine Rechnung kommt.

    Alles Gute für Sie!

  240. Tina sagt

    Hallo!
    Ich (18) wurde früher öfter mal geschlagen und teilweise auch richtig verprügelt. Dazu gehörte meist Hintern versohlen, Ohrfeigen, Schläge in den Nacken, auf Hände, Rücken usw. Treten und Hinterherschleifen am Arm.
    Sowohl meine Mutter, als auch mein Vater haben mich geschlagen, wobei mein Vater öfter und fester schlug und ich große Angst vor ihm hab bis heute.
    Meine Mutter sperrte mich eher in meinem Zimmer ein und verließ dann das Haus mit meiner Schwester für 1-2 Stunden, während mein Vater arbeiten war.
    Das war auch ziemlich schrecklich für mich und ich hab bis heute große Verlassensängste und Angst davor, allein zu sein oder allein gelassen zu werden.
    Es ist mir sehr peinlich, dass ich geschlagen und getreten wurde, weil ich die Gründe nicht weiß. Wahrscheinlich war ich frech, aufmüpfig, hab widersprochen oder wollte irgendetwas haben. Vielleicht nur Aufmerksamkeit, naja die hab ich dann ja auch bekommen. Nur nicht so, wie ich es vermutlich gedacht habe.
    Meine Schwester wurde nur sehr selten mal leicht geschlagen, aber eingesperrt wurde sie nie und Sätze wie „Ich will dich nie wieder sehen“ hat sie auch nciht hören müssen. Das hat mich immer sehr verletzt, weil ich es persönlich genommen hab und mir sicher war, dass ich Schuld daran bin.
    Bis heute denke ich, dass irgendwas an mir falsch ist. Ich hasse mich ziemlich, mein Aussehen, mein Verhalten, alles.
    Durch meine große Angst vor Ablehnung, habe ich mich immer mehr zurückgezogen und mich selbst perfektioniert, bloß keine Gefühle zu zeigen, schon gar nicht vor meinen Eltern.
    So habe ich nur meine Schwester (16), mit der ich reden kann, die mich versteht. Aber sie hat auch nicht immer Zeit für mich und hat keine Lust, die große Schwester sein zu müssen.
    Ich habe auch Angst, krank zu sein, mich zu verletzen, oder Schwäche zu zeigen vor meinen Eltern. Früher wurde ich auch oft geschlagen, wenn ich mich verletzt habe, weil ich so dumm und tollpatschig bin.
    Wenn ich krank war, störe ich den Alltag, bin ich lästig, aufwendig und eklig, weil ich ja ansteckend bin.
    Da ich Emetophobie hab, fühl ich mich immer sehr hilflos, wenn ich krank bin und deshalb habe ich vermutlich auch so große Angst davor.
    Ich suche schon seit dem Kindergarten jemanden, der mich so annimmt, wie ich bin, bei dem ich mich sicher fühlen und einfach mal fallen lassen kann, aber ich finde keinen.
    Meine Eltern kann ich darauf nciht ansprechen, zumindest nicht jetzt. Ich wohne noch bei ihnen und bin auf sie angewiesen. Unsere Beziehung ist eher unpersönlich, ich rede wenig und gehe Konflikten aus dem Weg, weil ich manchmal auch noch heute geschlagen werde, wenn ich was gegen sie sage.
    Vor der Zukunft habe ich große Angst. Ich bin so orientierungslos, will nicht von der Schule weg und alles selbst verantworten müssen, weil ich mich immer noch wie ein kleines Kind fühle, das Hilfe braucht.
    Ich habe schon über professionelle Hilfe nachgedacht, aber meine Eltern würden das ja sofort merken durch Rechnungen usw. also geht das zumindest im Moment auch nicht.
    Manchmal denke ich darüber nach, mich umzubringen, aber selbst dazu bin ich zu feige. Depressionen hab ich auch hin und wieder und Essstörungen. Entweder ich esse den ganzen Tag oder fast gar nichts.
    Schlafen fällt mir schwer, weil ich immer so stark träume und zu bestimmten Uhrzeiten aufwache. Meistens träume ich von meinen Ängsten und bin dann, wenn ich aufwache nass geschwitzt.
    Einerseits möchte ich nur noch weg von meinen Eltern, andererseits kann ich nciht von meiner Schwester weg.
    Ich habe ein schlechtes Gewissen wegen meinen Eltern, ich bin materiell gut versorgt und so machen sie auch was für mcih udn sind ganz nett, aber ich kann das alles nicht mehr annehmen und vertraue ihnen nicht mehr.
    Ich habe mich vor kurzem einem Erwachsenen anvertraut, der mir helfen will, auch mit professioneller Hilfe. Dadurch geht es mir etwas besser, da derjenige mir das Gefühl gibt, nicht komplett unwichtig zu sein. Ich hoffe nur, dass ich nicht wieder alles kaputt mache, wie immer, weil ich so extrem anhänglich bin und nerve. Ich will keinem zur Last fallen und nicht immer jedem auf den Geist gehen, trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich jedem nur Schwierigkeiten mache und mich keiner wirklich braucht. Ich brauche nur andere. Das ist schwer so.
    Außerdem nimmt mich keiner Ernst, weil ich so perfektioniert bin, dass ich immer lächeln muss. So denken alle, ich käme schon klar und bräuchte keinen Trost, was mir aber sehr wichtig wäre. Mein größter Wunsch ist es, mal wieder richtig umarmt zu werden, aber das ist zu peinlich, das jemandem zu sagen.

    So das reicht jetzt von meiner Geschichte 🙂
    lg

  241. matthias sagt

    @jacob:
    Vermutlich weil du die Persönlichkeit der Kiddies wegen deiner Erlebnisse mehr respektierst.
    Meiner Meinung nach „halten“ sich viele Eltern ihre Kinder wie bessere Hunde, und erkennen nicht, dass sie eine eigene Persönlichkeit sind.
    Es ist erschreckend zu beobachten (z.B. in einem Einkaufszentrum o.Ä.) wie wenig viele Eltern ihre Kinder achten. Bin da auch etwas übersensibel, und oft geradezu geschockt wie beiläufig und ignorant mit jungen Erwachsenen umgegangen wird. Sie haben im Sinne der Erwachsenen zu „funktionieren“, und wenn sie diese Erwartungen nicht erfüllen werden sie mit Liebesentzug bestraft. Dass viele Eltern überfordert sind ist offensichtlich. Die Kinder allerdings sind unschuldig.

  242. Jacob sagt

    Hallo Heidi,
    Sie haben Recht, diese Menschen wissen nicht besser und brauchen womöglich Hilfe, fraglich ist es aber ob diese Menschen auch bereit sind Hilfe anzunehmen. Menschen die ihre Kinder auf der Straße verprügeln sind nicht gerade sozialfähige, wen Sie verstehen was ich meine. Die Reaktionen meines erst Kommentares, lassen mich doch grübeln ob wir nicht alle ein bisschen beengt unsere Welt betrachten. Bin jetzt schon als Prügelmonster gebrandmarkt nur weil ich eine gewisse Bereitschaft für Extremsituationen verkündet habe. Denn es handelt sich definitiv um eine Extremsituation wenn
    jemanden sich im Not befindet, egal ob Kind oder Erwachsener (Kinder insbesondere weil sie sich nicht wehren können). Oder sind Sie hier alle der Meinung irgendeinen geistig beschränkter (für sind Menschen die Kinder verprügeln schon ein bisschen beschränkt) reagiert positiv auf gut zu reden? Nachhaltig meine ich?
    Gruß

  243. Heidi sagt

    Hallo Jakob,
    vielleicht bräucten die Eltern, die Sie auf der Straße schlagen eher jemand,der Verständnis für sie hat und nicht jemand, der sie schlägt um zu zeigen, dass man nicht schlägt? Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass Eltern deshalb schlagen, weil sie es tatsächlich nicht besser können.
    Nur mal zum nachdenken….

  244. Jacob sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    Sie haben mit Sicherheit Recht, man sollte aufpassen welche Beweggründen einem antreiben, wie erklären Sie sich aber die Tatsache das ich von allen ( wirklich allen ) Kindern sehr beliebt bin. Mein Neffe bspw. verbringt jedes Wochenende bei uns, ohne Ausnahme. Ist das auch eine Art Kompensation Verhaltensmuster. Wenn ja, wie erklärt sich das Verhalten und Empathie der Kinder mir gegenüber?

  245. Hallo Jacob,
    es dauert lange, bis man das Trauma von wiederholten schweren Prügeln in der Kindheit überwunden hat. Bis man auch mit diesen Erlebnissen in angemessener Form einen Frieden mit den Eltern gemacht hat.
    Es gibt zwei Arten, dies zu vermeiden. Die eine ist die Angststrategie. Man duckt sich auch im Erwachsenenleben, versucht es , allen recht zu machen, um bloß keinen Konflikt zu riskieren. Die andere Strategie ist die Rebellion. Da kämpft man dann wie Sie gegen die heutigen „Feinde“ und verprügelt sie sogar. Mit Verlaub, darin sind Sie Ihren Eltern ja nun sehr ähnlich. Jetzt kämpft man aber für eine gerechte Sache und fühlt sich im Recht.

    Verstehen Sie mich nicht falsch. Es ist gut, einzuschreiten, wenn man heute mitkriegt, wenn Erwachsene etwas Schlimmes tun. Aber man muss aufpassen, dass man es nicht hauptsächlich für sich selbst tut – aus Rache an den Eltern damals in dem guten Gefühl, jetzt der Starke zu sein.

    Danke für Ihren Kommentar.

  246. Jacob sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    da ich einer Ihrer Abonnenten bin, bekam ich heute ihren Newsletter dieses Thema betreffend. Sie schrieben darin, zum Punkt: Probleme in der Identitätsentwicklung, “ nicht Mann sein“ eine häufige Folge solcher Kindheitserlebnisse wäre.

    Ich kann was diesen Punkt betrifft nur aus meiner Sicht sprechen/schreiben: es gibt auch andersartige Entwicklungen: Bsp. Ich wurde in meiner Kindheit als Arbeitstier benutzt, fast täglich blutig geschlagen (hauptsächlich von der Mutter) und als Zugabe abends auch von Vater. Geschlagen mit harten Gegenständen, gestochen mit Messer und auch mit der Axt geschlagen. Nicht selten dauerte es Monate, bis meine Wunden heilten (Knochenbrüche, Schnittwunden, usw.) Durfte nicht spielen als Kind, meine Pflichten waren die Arbeit von teilweise zwei Erwachsenen zu erledigen.

    Hingegen Ihrer Beobachtungen, befinde ich mich nicht in eine Abwehrhaltung sonder eher Angriff (auch nicht positiv). Ich kämpfe an allen Fronten gegen Kindermissbrauch, scheue nicht, wenn ich auf der Straße gewalttätige Eltern sehe, sie ordentlich zu verprügeln, wenn notwendig. Ich bin ein großer und lauter Gegner von Machtmissbrauch, sei es am Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft. Vielleicht ist das der Grund, wieso ich seit vielen Jahren in der Truther Szene so aktiv bin und eifriger Gesellschaftskritiker geworden bin. Die Basis jeder Gesellschaft entsteht im familiären Bereich, denn dort wachsen, entwickeln sich und lernen die Machthungrigen und Macht-Psychopaten anfänglich.
    Hoffe, meine kurze Schilderung ergänzt ihre Beobachtungen.
    Besten Gruß

  247. Dir Kurti wünsche ich alles Liebe auch für Deine kleine Familie und das alles besser für Dich wird,ja das mit dem Selbsbewußtsein kenne ich zu gut,mein letztes war mit 3Jahren,doch wir werden es alle schon schaffen,auch wenn es ein noch so langer Weg ist,also Dir und allen Deinen Lieben alles erdenklich Liebe und ganz viel Gesundheit,und ganz viel Glück und das Du alles schaffst ,das Du dir vornimmst und wünscht,viele liebe grüße Birgit

  248. Lieber Herr Wichmann,
    haben Sie ganz lieben Dank,das Sie die Zeit gefunden haben mir zu schreiben,ich kann Sie sehr gut verstehen,Sie versuchen überall zu helfen und Trost zu spenden und das haben Sie ganz lieb gemacht,danke schön das Sie mir so ernsthaft zu gehört haben,vielen,vielen ,vielen lieben Dank,das macht nicht jeder.

    das mit der Reha wird bei mir wirklich zum problem werden,denn ich verstehe es sehr gut dass Sie es als wichtig und helfend für mich sehen,doch es ist nicht nur die angst bei mir davor,sondern woanders bin ich nie gern,so wie damals aus Berlin raus gerissen zu werden nach Husum und von Husum mit 16j. dann nach Celle,wieder eine Stadt die ich nicht mochte aber rein gedrängt wurde,ich hatte da zwar Menschen gefunden die mit mir auch mal unterwegs waren,denn da war ich ja noch sehr jung,und hatte alles klar verdrängt,da hat er ja auch noch kontroll anrufe gemacht,bis ich dann eine eigene whg. hatte.

    aber so richtig glücklich habe ich mich nie in C. gefühlt,dann bin ich wieder nach berlin gezogen mit 19j,habe dann meine Tochter mit 21j. bekommen,habe mich eigentlich in meiner Heimat wohl gefühlt,da hat meine Mutter ja noch gelebt und wir konnten uns an nähern,doch trotzdem bin ich dann wieder weil es zu viel streß hinterher mit nachbarn gab ,mit denen wir uns eigentlich gut verstanden hatten und ich eh kein streit Mensch bin ,man uns aber dann provoziert hatte und rausgeekelt hatte,wieder als meine Tochter dann 13j.war nach C.gezogen und da bin ich dann wieder mit dem Mann zusammen gekommen ,den ich mal kennen gelernt hatte als ich zum 1mal nach C. gezogen bin und war dann damals auch mit dem Verlobt und das erste mal Schwanger,doch ich mußte da zu dem zeitpunkt,weil ich noch keine18j.war abtreiben und ich wollte mein Kind so gerne haben.

    man hatte einfach über meinen Kopf entschieden,ich wollte abhauen ,doch dann kam wieder der gedanke von früher hoch,die finden dich eh,da waren wir danach getrennt,dann wieder zusammen und dann erstmal lange getrennt,weil ich ja dann auch den Vater meiner Tochter er war Berliner kennen gelernt hatte,er ist ja vor ihrer geburt verstorben,war auch schlimm für meine Tochter,weil fast jeder einen Vater hatte,aber ich habe versucht beides zu sein,aber niemals streng,dann wie gesagt bin ich wieder als meine Tochter 13j.war mit dem ich Verlobt war irgendwie doch wieder zusammen gekommen,hm,da war ich sehr blöd,ich war 5 jahre dann mit ihm zusammen,anfangs gab es schwierigkeiten mit ihm und meiner Tochter ,denke ist ja normal,dann gings und trotzdem war ich auch nie glücklich,weil da schon etwas die vergew…hochkam und er sich aber nur für sein Hobby interssierte und mich auch denke ich heute nicht verstehen konnte.

    also ich kam mir in der Beziehung wie luft vor,obwohl ich alles an Liebe die ich geben konnte,versucht hatte zu geben und er hatte 2 Kinder von einer anderen,um die ich mich zusätzlich noch aufgeopfert hatte und war an erster stelle für meine tochter da,obwohl sie sich immer vernachlässigt gefühlt hat ,aber ich aber sie immer vor den Kindern bevorzugt,ist ja meine Tochter und da gibt es niemanden vor,habe beide haushalte gemacht,denn er hat so gut wie kaum was gemacht,also ich war für alles da habe mich quasi geteilt und bin immer für die sorgen und für die sauberkeit und allem da gewesen,das ich für alle gekocht habe und alles in ordnung war,und immer mit zur Schule um für ihre Sorgen und alles da zu sein,hinterher hat sie mir gesagt,sie wußte ja das ich eine sehr gute Mutter war,doch sie war eifersüchtig,ja das konnte ich auch verstehen ,doch ich hatte sie ja in keiner hinsicht vernachlässig.

    naja heute reden wir drüber,denn ich habe bestimmt auch kleine Fehler gemacht,gott sei dank dann nicht mit Gewalt oder Strenge,hatte ich ja erwähnt mit der leichten ohrfeige und klaps,das wollte ich ja auch nie, war schon dumm genug von mir,und habe es ja nie wieder gemacht,so bin ich nicht,das ich es nochmal zugelassen hätte,so Lieber Herr Wichmann ich habe jetzt erstmal eine gesprächstunde nächste Woche bei einer Neurologin,ich werde sehen was sich ergibt,dann habe ich jetzt im Februar noch eine einladung als Zeugin für jemanden aus dem Heim aus zusagen,bei der Polizei,wo ich meins auch gleich nochmal schildern werde und auf mein recht pochen werde,denn ich war vor Weihnachten,mit jemandem auch aus dem Heim hier bei der Polizei um das alles an zugeben,doch es hieß ja nur ist verjährt.

    doch ein anderer vom heim hat es geschafft bei sich wo er wohnt gegen ihn eine anzeige zu starten ,trotz das es verjährt ist,also soll ich aussagen für den der es geschafft hat,denn er hat mit seiner Polizeistelle gesprochen das mir das gleiche passiert ist und es doch bei ihm auch auf genommen wurde,warum dann nicht bei mir,also deswegen gehe ich hin und kläre alles,ob letztendlich was bei raus kommt,das wir es schaffen ihn nochmal an zu zeigen ,wird sich ja dann zeigen,ich hoffe die hören mir diesmal richtig zu und handeln für mich und die anderen aus dem Heim denen es auch so oder ähnlich passiert ist.

    Ihnen und Ihrer Frau und Ihren Kindern wünsche ich ein paar wunderschöne momente der stille,der Freude und glücklichem beisammen sein,das Sie noch ein paar freie Minuten durchatmen können,bevor Sie Ihren Kurs starten oder wieder so lieb jemandem antworten,also richtig lieben ,lieben ,lieben Dank an Sie,Sie sind ein sehr herzlicher,mitfühlender ,lieber verständnisvoller Mensch mit großem Herz und nicht nur auf’s Geld aus,ich werde sehr gerne von Ihnen erzählen und Sie weiter empfehlen,Passen Sie immer gut auf sich und Ihre Familie auf und lassen Sie es sich gut gehen,
    viele liebe grüße Birgit

  249. Hallo Kurti,
    schön, mal wieder von Ihnen zu lesen.
    Es stimmt, dies hier ist eher ein Forum als eine Ratgeberecke. Einfach weil ich zu einigen der schweren Schicksalen nichts Vernünftiges sagen kann. Das Ausmaß an Verletzungen ist so groß – wie auch bei Ihnen.
    Was jedoch möglich ist und das passiert ja hier, ist der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Die Chance ist, gelesen zu werden und vor allem zu erfahren, dass man mit seinem Paket nicht allein ist.

    Interessant, dass Sie mit den „Tools“ arbeiten. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

    Alles Gute für Sie.

  250. Kurti sagt

    Hallo,

    ich mal wieder. Mein Problem war ja eher der emotionale Missbrauch, auch wenn mein Vater mindestens einen Kochlöffel auf mir zerdroschen hat.

    Ich bin transsexueller (Frau zu Mann) Asperger Autist. Ich bin Überlebender eines emotionalen und physischen Missbrauchs. Der sexuelle Missbrauch blieb mir erspart, wenngleich mich mein erster Freund vergewaltigte, in meinem eigenen Zimmer, keine 5 Meter von meinen Eltern entfernt. Ich konnte mich nicht wehren. Ich konnte mich nie wehren.

    Ich gehöre einer Minderheitengruppe in einer Minderheitengruppe an, wobei ich durch meine Missbrauchserfahrungen selbst in dieser Minderheitengruppe ein Außenseiter bin. Ich bin einsam. Ich habe viele verschiedene Therapien hinter mir. Ich habe mit den Tools gearbeitet und tu das in gewisser Weise immer noch.

    Ich bin mit einem Soziopathen verheiratet und bin transsexuelle Mutter eines Sohnes. Ich bin ein Transmann. Ich habe meine Geschichte bereits in viele Foren geschrieben. Es war für alle zu hart. Ich wollte mich mitteilen, nicht allein mit mir und meinem Schmerz bleiben.

    Und dafür ist auch dieser Blog und es erfordert auch für einen Therapeuten, Psychologen, Mut, einen Raum für Überlebende zu schaffen. – Danke dafür. –

    Wer glaubt, er bekäme hier die Absolution, der ist hier falsch. Aber, wer glaubt, er bekäme hier einen Raum für seine Geschichte, der ist hier richtig. Ich habe 15 Jahre mich, meine Beziehung zu meinen Eltern und zu meinem Partner analysiert und stehe heute vor einer Lösung all meiner Probleme… den Aufbau eines Selbstbewusstseins.

    Ich bin fast 43 Jahre alt. Das letzte Mal, wo ich ein intaktes Selbstbewusstsein besaß, war, als ich 4 Jahre alt war. Ihr könnt selbst ausrechnen, wie lange das her ist. Ich stehe nun hier und muss mir ein Selbstbewusstsein aufbauen, aus dem Nichts. Aber ich habe so viel anderes schon geschafft, warum sollte ich das nicht auch schaffen?

    Kurti

  251. Hallo Birgit,
    tut mir leid, dass es länger gedauert hat mit einer Antwort.
    Ich glaube, Sie brauchen dringend professionelle Hilfe und zwar erst einmal in einer guten psychosomatischen Klinik, z. B. Grönenbach. Eine Einzeltherapie ist nur eine Stunde die Woche und auf 80 Stunden etwa begrenzt, ich könnte mir vorstellen, dass das nicht reicht.
    Der Vorteil eines Klinikaufenthalts, eine Therapie kann sich ja anschließen, ist die viel stärkere Dosis.

    Sie schreiben „Manchmal wünsche ich mir das mich jemand fragt was ich habe,aber so ist es nicht,im moment,habe ich eine Reha abgesagt,weil ich die fremden Leute nicht um mich haben wollte,und mit denen über meine Vergangenheit reden wollte,versuche einen Therapieplatz zu bekommen,doch das ist sehr schwer,warte schon ewig,und immer wieder ist er neu belegt.

    Ihre Angst vor den fremden Leuten kann ich gut verstehen und das ist genau die Angst, die Sie u.a. überwinden müssen, damit Sie sich helfen. Depressive regulieren viele ihrer Probleme durch 1. Rückzug von anderen Menschen und neuen Erfahrungen und 2. durch exzessives Grübeln (warum fragt mich keiner, bestimmt weil mich keiner mag etc.) Danach fühlt man sich meist noch schlechter.

    Genau diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Den anfangs „fremden Menschen“ könnten Sie sich mit der Zeit öffnen und mitunter neue, gute und wärmende Erfahrungen machen. Aber dazu müssten Sie raus aus Ihrem Schneckenhaus (das ist die Komfortzone) und das scheint einem unendlich gefährlich.

    Danke für Ihren Bericht und Ihre Antworten an andere hier.

  252. Schade ich dachte ich bekomme hier drüber eine nachricht,mag ja sein das man nach aussen stark wirkt,so ist es aber leider nicht,naja nicht so wichtig,vielleicht haben Sie viel zu tun Herr Wichmann,ich verlange es ja auch nicht,hätte mich nur gefreut auch seelisch aufgebaut zu werden,viel erfolg noch mit ihrem Kurs,

  253. erst einmal möchte ich ganz ,ganz liebe Worte an Azrael schreiben ,ich hoffe Du liest hier nochmal drüber,ich kann Deinen Schmerz so gut verstehen,da es mir auch so er ging und ich es gar nicht so wie Du ausdrücken konnte,Du mir aber aus meinem Herzen gesprochen hast,ich wünsche mir so sehr,das Du dich auch von allem grausamen ganz doll erholst und spürst,das es hier Menschen gibt,die Dich verstehen und sehr mögen und froh sind ,das Du auf der Welt bist,auch wenn Du es wie ich manchmal nicht so siehst oder wahr haben kannst,das ist sehr gut nach zu empfinden ,weil es mir genauso geht,ich wünsche Dir und Deiner Frau und Euren süßen Kindern,alles ,alles ,alles Erdenklich liebe und das Du es schaffst,irgendwann mit Deiner Frau über alles zu reden,was Dir dann denke ich nur gut tun würde,denn ich bin mir ziemlich sicher,das sie Dich trotzdem immer noch lieben wird,sogar noch mehr,denn dann kann sie mit Dir Deinen Schmerz teilen und Du bist dann bestimmt befreit und ihr arbeitet dann alles gemeinsam auf,Pass immer schön auf Dich auf und lass Dich fallen in den Armen Deiner Frau und Kindern,denn sie brauchen Dich sehr und Lieben Dich,was Du so sehr brauchst und auch schaffen wirst,Passt alle 5 schön auf Euch auf,das wünsche ich Euch von meinem ganzen herzen,auch wenn wir uns gar nicht kennen und den anderen hier wünsche ich auch alles,alles Erdenklich liebe und das ihr es auch alle schafft!!!!!!!!!

  254. Kinder werden oft geschlagen welche Nebenwirkungen es hat werde och ihnen erzählen also:Angst,Stellen,tot,und es führt dazu das man Probleme wie Ärgern und Nebenwirkungen haben zumbeispiel Krankheiten und das man später oft agresiv wird also ich würde noch nie geschlagen und werde es auch nie.wenn ich ein Kind habe dan werde ich es nicht schlagen.aber es dauert ja noch ich bim erst 11 Jahre ald.

  255. ja das kann ich sehr gut verstehen ,wie Sie sich fühlen,katalin,bei mir ist es auch so Männern gegenüber und so wie mit der Therapie denke ich auch,trotzdem wünsche ich Ihnen das Sie auch mal Ihren innerlichen Frieden finden,was lange dauern wird, so wie es bei mir auch lange dauern wird,alles Liebe für Sie,liebe Grüße und das Sie jetzt in ein neues Leben schauen können und etwas für sich selbst machen können,was spaß macht,was Ihnen keiner nehmen kann ,das wünsche ich Ihnen von ganzen Herzen,den anderen hier auch,die es genauso schwer haben ,wie Sie und ich,ich hoffe ,das alles besser wird und wir auch noch glücklich sein dürfen,

  256. lehning katalin sagt

    Hallo,
    auch ich (w 50) wurde als Kind von meiner Mutter und Vater heftig verprügelt und erniedrigt.
    Mein Vater war sehr streng und ich fand er war auch immer ungerecht.
    Meine Mutter hat mich geschlagen wenn der Vater nicht zuhause war.
    Ich kann mich nicht an alles erinnern, was ich so schlimmes angestellt haben sollte um dann mit einem Hosengürtel (ist wie Leder Peizsche) oder einen dünnes Ast der schön biegsam ist und pfeift in der Luft Schläge zu bekommen.
    Einmal kann ich mich erinnern das ich in der Ecke auf Maiskörnen Knien musste.
    Ich hatte kein Respekt vor den Eltern sondern Angst. Ich kann mich daran erinnern als wir noch auf dem Land wohnten musste ich immer zur Oma Milch holen in eine Milchkanne. Es gab noch keine Strassen und war nach einem Regen oder in der Schlechtwetterzeit ziemlich matschig. Wenn ich steckenblieb konnte ich mich oft kaum aus dem Matsch befreien . Ich hasste es Milch zu holen weil für mich das Schläge bedeutete. Wenn ich unterwegs hinviel und etwas Milch auslief hatt sie mich geschlagen. Sie mochte es gern mich auf meinen nackten Po mit den schlappen zu hauen damit es schön wehtut. Einmal hörte ich bei meine bei den anderen Erwachsenen wie sie über eine Nachbarin sprachen das sie schwanger ist. Das erzählte ich meine Oma und die meine Mutter. Als ich nachhause kam ,,Was hast du die Oma
    erzählt?„ ich wuste erstmal garnicht was sie meinet. Du hast gesat die Nachbarin ist Schwanger? und dann Schlu sie mich wie immer auf Nacktem PO mit dem Schlappen. Ich wuste garnicht was das wort Schwanger bedeutete und habe die hiebe dafür bekommen weil sie so Verklämmt war? Das war genauso ungerecht wie mit der Milch.
    Schläge habe ich mehr als genug bekommen. Liebe umarmungen,Küschen , Lob und alles was mann einen geliebten Kind gibt kannte ich nicht.Heute als Erwachsene weis ich das ich nicht geliebt war und sie ihren frust oder sonstiges an mir auslies. Beide konnten ihre seite der Brutalität zeigen aber nicht die Seite der Liebe.
    Die Liebe habe ich bei meine Tante kennengelernt als ich für 3/4 Jahr bei ihr sein durfte weil meine Eltern nach Deutschland Auswanderten.
    Aber noch mal kurz noch auf meine Kindheit zwichen 3-4-bis 5 Jahren das kann ich nicht mehr einordnen wurde ich auch Sexuell von einem Familienmitglied misbraucht. Komisch das das auch keiner bemerkt hat. War aber nicht der Vater aber nennen möchte ich auch niemanden, er ist ja uch schon Tod.
    Als ich mit meinem Bruder in Deutschland war nahmen die Schläge ab und als er mich mit 15 nochmals mit dem Gürtel zugerichtet hat dann habe ich es die Polizei gesagt was er macht und da ab wenn er die Hand hob sagte dann rufe ich die Polizei und er zog sich zurück.Er suchte sich ein anderen Weg aus um mich zu ärgern. Er hat mich wegen eine streits von heute auf morgen auf die Strasse geschmissen.
    Schon damals haben sie alles zurück behalten meine Klamotten und alles was mir gehörte. Damals hat mir auch eine Freundin mir geholfen und bin in eine kleine Wohnung gezogen und Der Stefan hat mir meine Sachen rausgegeben.
    Ich hasse deswegen Dominante Männer ganz besonders die Ungerecht sind . Ich lass mich auch nicht unterdrücken ich wäre mich. Ich mag auch kein scheffs die Ungerecht sind und mich unterdrücken wollen. Da geh ich lieber nicht Arbeiten.
    Ich hatte nie eine Therapie aber wenn ich einen bekäme dann hätte ich genug zu erzählen. Ich versuche es immer wieder selber alles zu verarbeiten und im Leben zurecht zu kommen.

  257. Lieber Matthias,
    ich finde es toll,das Sie hier auch als Mann über das schlimme schreiben,was Ihnen passiert ist,ja Ihren bericht und den der anderen hier,gibt mir gerade etwas willen,die vergangenheit endlich in angriff zu nehmen,auch durch Herrn Wichmanns Seite hier,ist es beruhigend zu spüren,so wie ich es bis jetzt gelesen habe,ihm alles anvertrauen zu können und dass er sehr aufmerksam für jeden hier da ist,das tut sehr gut und gibt mir ehrlich ein stück hoffnung.

    ich habe meine erste Therapie erst noch vor mir,hoffe bald,doch wie Sie oder die meisten, denen es wie uns ergangen ist,berichten,kann es ja nur gut werden,das wünsche ich Ihnen auch besonders,auch das Sie auch mal richtig glücklich werden,wie jeder hier von den Seiten,und ein großes liebes Lob an Herrn Wichmann,ihm auch alles Glück der Erde und wir können nur hoffen,das es irgendwann kein Kind mehr auf der Welt geben wird,das eine Träne wegen psychischer oder pysischer Gewalt oder wegen vergew….weinen muß oder schmerzen in welcher form auch immer erleben muß,das wünsche ich mir,das jedes Kind und jeder Erwachsene und Tier irgendwann in frieden und würde leben darf!!!!!!!!!!

  258. Sehr geehrter Herr Roland Kopp Wichmann;
    erst einmal danke schön, dass ich Ihnen von mir erzählen darf,ich versuche von anfang an zu erzählen,ich heute 44Jahre bin mit 3Jahren ins SoS Kinderdorf damals in Berlin geboren,gekommen,meine Mutter war krank,was wir meine 2Schwestern und ich damals nicht wissen konnten,meine große Schwester und ich sind ins SoS gekommen und meine kleinere Schwester blieb bei meiner Mutter wohnen,vom SoS Kinderdorf,habe ich nur die erinnerung,das ich da nicht so gemocht wurde,da ich da schon meine ersten schläge auf meinen Hintern bekam,meine 1Jahre ältere Schwester hatte es leichter,sie wurde gemocht,

    Ich habe immer versucht durch anhänglichkeit liebe und aufmerksamkeit zu bekommen,damals habe ich auch da beim spielen mit anderen Kindern im Garten einen eisenpfeil vom Pfeil und Bogen,von einem Kind in den Kopf bekommen,das war meine erste schmerzhafte erfahrung am Kopf,kommt ja noch schlimmer (später im Heim) ,meine Mutter durfte und mal besuchen im SoS,eher selten,da hat sie, weil sie uns da raus haben wollte ,doch nicht durfte die Scheibe im SoS Kinderdorf eingeschlagen,wir wußten ja nicht das es ihre krankheit war,sie war Schizophren ist das richtig geschrieben?ich weiß es im moment nicht,wir kamen dann,ich war da 6Jahre und meine ältere und jüngere Schwester 500km weit weg von Berlin,nach Husum ins Kinderheim,da ging für mich die Hölle erst richtig los,ich habe erstmal auf der fahrt dahin mich mit Händen und Füßen gewehrt und geschrien und geweint,ich habe auch sehr meine Mutter vermißt,

    Wir sind dann in H.angekommen,da wurde ich gleich gefragt,wer will nach Hause?ich habe mich sofort gemeldet und gerufen ich,ich,da hat der Heimleiter der mir ja auch alles grausame in meinen 10Jahren dort erlebte angetan,du darfst nie wieder nach Hause,gleich am ersten Tag hat er einen blauen Müllsack genommen uns alle meine schönen Spielsachen die ich mitgebracht hatte ,erinnerungen an meine Mutter und Oma und Opa,von Schäfchenbuch was ich geliebt hatte ,das ich wohl mit 3jahren oder 4 von meiner Mutter bekam,meine grünen neuen Kleeblatt Hausshuhe,und so viel andere schöne erinnerungen,alles in den Sack geworfen und in den Müll,der den nächsten Tag abgeholt wurde geschmissen,

    Um alles zu erzählen bräuchte es 10Jahre die kraft habe ich im moment nicht,es ist jetzt erst alles hoch gekommen ,weil ich alles die Jahre über verdrängt habe,er hat mir immer grausamkeiten zugefügt,mit begrabbeln am ganzen Körper ,bis zur Vergew. mit 11Jahren,die sehr schmerzhaft war,heute kann ich mich dran erinnern,das ich danach meine R. bekam,es ist mir gerade sehr peinlich es hier zu schreiben,ich kämpfe grad auch wieder mit meinen Tränen,dann hat er so viel gewalt an mir verübt,in den 10 jahren,kann man sich ja aus denken wie oft das ganze wiederholt wurde was ich auf gezählt habe und was dazu kommt,danach bin ich wie gesagt auf die Autobahn damals gerannt und wollte nach berlin trampen,die Polizei hat mich wieder zurück gefahren,er hat denen dann ins gesicht gelogen,er hätte mich nie angefaßt und vergew…oder geschlagen,

    Er hat mir ja damals auch gedroht mich umzubringen ,wenn ich jemals was sage,doch der Polizei hatte ich mich getraut es zu sagen,trotz das ich angst hatte,danach hatte ich mich nie wieder getraut irgend etwas zu erzählen,was noch weiteres grausames in den 10jahren geschah,meine gr. Schwester hat er wohl mal versucht zu begrabbeln,hat sie mir im nach hinnein heut zu tage gesagt,doch sie konnte sich wehren,ich mich leider nicht dann hatte sie wohl mal eine Ohrfeige in der ganzen zeit bekommen was ja auch schlimm ist und mehr wohl gott sei dank nicht,meine jüngere Schwester wohl auch nur eine ohrfeige und auch schlimm und gott sei dank wohl auch nicht mehr,noch nicht mal angegrabbelt oder das was ich erlebt habe,mir hat er mit der nudelrolle weil ich links Händerin war auf die Hand bis 30mal geschlagen,er hat dann immer mit gezählt,jedenfalls habe ich versucht alles mit der linken Hand zu machen,

    Ich habe am meisten gelitten,durfte im gegensatz zu meinen Schwestern,nur 2mal in den ganzen Jahren bei Freundinnen spielen und sie dann 2 mal bei mir,meine Schwestern,hatte Freunde und mehr freiheiten,ich mußte sein Haus jeden Tag ,es war riesig putzen,von staubwischen,bis möbel polieren,alle zimmer saugen,abwaschen,schränke putzen,stühle abwischen,leder couch mit lederlappen und lederpflege gründlich sauber machen,seine Frau ging hinter her und sagte immer ,hier ist noch staub und da,wenn es also nicht richtig war,kam er gleich angerannt und ich flog,durch seine gewalt in die nächste ecke,seine fäuste habe ich auch mal in die linke Wange und die rechte bekommen und auf meine nase,ob alles gebrochen war,ich weiß es nicht mehr,stand zu sehr unter jedem schock,sei es vergew…schläge und harter arbeit,dann hat er mir mitten auf der straße auf dem weg zur schule,Bürgerschule,also von 1-4Klasse,die Hose runter gezogen,schlüpfer auch und vor den ganzen Autofahrern,mir den Po so sehr vertrimmt,das ich nicht mehr sitzen,stehen und liegen konnte,ich mußte aber zur Schule,hat ja dann keiner mehr gemerkt und ich verdrängt,der Autofahrer hat die scheibe runter gekurbelt und gefragt ob er das darf,er hat gesagt,das geht sie einen sheißdreck an,,

    Das hat er so oft in den jahren gemacht auch beim Zahnarzt,wo ich angst hatte,obwohl der zahnarzt sehr lieb war,er hat mich auch viel mit meinem Kopf vorde und Hinter Kopf mit voller wucht gegen die wand geschmissen,und eine eisenschüssel gegen den Kopf,das meine Schulkameradin mich damals fragte,als ich weg von da war,weil wir kurz telefoniert hatten,ob ich das mit der schüssel nicht mehr wüßte,ich habe nur gesagt,bei allem was er so viel bei mir gemacht hat,hatte ich das glatt vergessen,dann hat er mich mit dem kopf ins Klo gesteckt ,oder Waschbecken,mir seinen rechten großen Fuß unters Herz getreten,teil auch herz berührt,wo ich heute noch probleme habe,aauch besonders mit meinen Zähnen,nicht das sie schlecht wären,aber schön ist was anders,was normale Menschen haben,ich wollte immer schöne Zähne haben,pflege sie ja heute,und habe ich auch damals ,doch es machte die gewalt ja nicht ungeschehen,bin froh das ich noch ein paar eigene Zähne habe,aber ich habe totale Angst vor später mal ein gebiss zu bekommen,

    Dann mußte ich für alle Kinder mal 14mal 16 Kindern nach der Schule kochen,mit der Köchin,die sehr lieb,war und von wußte was er mir alles angetan hatte,aber angst hatte etwas zu sagen,kann ich einerseits verstehen,und war auch gut das sie da war,sonst wäre ich wohl schon tot gewesen,auch das hatte ich mal versucht,mit Parfüm,hm ,hatte dann ja nicht geklappt,mir war nur schlecht,Finger in den hals habe ich mir auch viel gesteckt und erbrochen,wir mußten eine Sauna bauen,in der der Sack heute wohnt,der lebt ja noch,früher hatte ich bis vor kurzem keine kraft wütend auf den zu sein,das kam erst jetzt die zeit,wir sind viel nach Norwegen gefahren,klar da hat er uns erst recht gequält,von ski loipen laufen Abfahrt ski,langlauf,viel rennen ,rennen,rennen,schläge ,arbeiten,so holz hacken ,bäume fällen,haus putzen,fenster schmirgeln,streichen,ja freiheit gab es ganz selten,auch meist wenn er mal für ein paar tage verreist war ,

    Vom geld meiner Mutter,das sie für und überwiesen hat,ist er dann nach Spanien ,geflogen,sein Cousin durfte mir am Nikolaus die rute auf den nackten hintern schlagen,ja das tat höllisch weh,nachts mußte ich dann wieder in H. angekommen um 3.00uhr ums Haus rennen,weil ihm irgendwas zu ohren kam ,was ich wohl schlimmes gemacht haben sollte,an meinenOhren ,hat er auch so oft gezogen,ja die ganzen 10 jahre waren pure Hölle,es ist noch so viel mehr passiert,würde 10 Jahre dauern,heute habe ich eine süße Erwachsene Tochter,und einen süßen Enkel die ich beide über alles liebe,ihren vater hat sie nicht kennen gelernt,er starb vor ihrer geburt,unser verhältnis war auch nicht so gut,ich wollte immer kinder und mal einen lieben Mann,doch der Wunsch ist bis heute nicht erfüllt ,immer die falschen,meine Tochter habe ich mit liebe versucht,so weit ich es konnte zu erziehen,einmal hatte ich ihr ,als sie klein war,auf den po gehauen,aber nicht geschlagen und einmal,auß versehen,ist mir da war sie 4Jahre,eine leichte Ohrfeige gegeben,es tat mir so unendlich leid ,ich ahtte mich so erschrocken,habe danach auch nie wieder etwas in der richtung gemacht,denn ich hatte beides ja nicht doll ,wie ich es erlebt hatte,gottes willen,das hätte ich niemals gewagt,ich liebe ja meine tochter über alles,wenn ich ihr von erzähle sagt sie immer,Mama das weiß ich gar nicht mehr,doch ich schäme mich,auch wenn es nur leicht war,so etwas dürfte gar nicht sein,

    Ich habe dann rechtzeitig,ohne hilfe damals in bezug auf kindererziehung,von außen,in mich rein gehört und mich gefragt,was das sollte und ob das in ordnung war,nein,also ich habe es dann nie wieder getan,im gegenteil,ich war ja Mutter und Vater,was ich selber nie hatte,und trotzdem,auch wenn ich funktioniert habe dann immer eine gute Mutter,für ihre sorgen da,nachts und tagsüber,wenn sie nicht in der Schule war,für sie da,und sie hatte ein normales Leben,mit Freunden,die dann auch viel und gerne zu uns kamen und ich viel mit allen draußen war,doch jetzt holt mich meine Vergangenheit ein und ich habe viele Flashbacks,weine viel,auch mitten auf der Straße einfach so oder direkt an der Ampel,ich will das gar nicht vor den anderen Menschen ,doch dann passiert es halt,

    Manchmal wünsche ich mir das mich jemand fragt was ich habe,aber so ist es nicht,im moment,habe ich eine Reha abgesagt,weil ich die fremden Leute nicht um mich haben wollte,und mit denen über meine Vergangenheit reden wollte,versuche einen Therapieplatz zu bekommen,doch das ist sehr schwer,warte schon ewig,und immer wieder ist er neu belegt,ich verstecke meine wut,den ich bin kein agressiver Mensch,da ziehe ich mich lieber zuhause zurück und höre Musik mit Kopfhörer,das lenkt ab und singe dazu,es hilft ein bißchen,doch nur die zeit bis sich dann alles wiederhölt,und ich möchte auch mal so gerne ,nach vielen gescheiterten Beziehungen,jemanden für immer lieben können,doch ich weiß nicht mehr wie,und ob mich der Mann so lieben könnte mit meinem erlebten,ob er behutsam mit mir umgehen würde und und und ,arbeiten habe ich durch das ganze ,das ja vor 1Jahr plöztlich wieder hoch kam,alle die ich angefangen hatte immer abgebrochen,gehe nur wenn es nötig ist,so einkaufen und post und so raus,meine Tochter wohnt im moment nicht mit dem kleinen in meiner nähe und mit Freun aber bald,

    Ja ich freue mich sehr auf meine Tochter und den kleinen und werde auch immer für sie da sein,doch sie gehen auch ihre wege, ich weiß nicht im moment fühle ich mich so leer,häßlich und alt,und denke ich bin für immer bestraft und darf nicht mehr glücklich werden,dabei möchte ich doch so gerne einen liebevollen Partner haben,ich danke Ihnen für’s zuhören und hoffe Sie können mir antworten,
    viele grüße,Birgit

  259. Antonia sagt

    Ich habe eigentlich ein schlechtes Gewissen (meinen Eltern gegenüber), hier zu kommentieren. Ich wurde in meiner Kindheit auch geschlagen – allerdings nicht misshandelt o.Ä., und auch nicht häufig, aber dennoch verfolgt mich das bis heute. Ich hatte keine traurige oder unglückliche Kindheit und eine ganz normale Beziehung zu meinen Eltern, die viel für mich getan haben und auch heute noch tun. Vom typischen Klischee des schlagenden Elternteils war – außer den Schlägen an sich – nichts vorhanden.

    Dennoch… ich werde diese Gefühle der Demütigung, Scham, Hilflosigkeit einfach nicht los, was das Ganze dann irgendwie noch peinlicher macht, auch nach all den Jahren. Ich kann darüber auch nicht recht mit meiner Therapeutin reden (peinlich und demütigend). Misshandlung ist eine Sache, diese „Nur-Schläge“ (oder immer diese nett-verharmlosende Umschreibung mit Klaps usw) eine andere. Bei ersterem ist die Sachlage eindeutig, der Böse/Schuldige ganz klar identifizierbar. Bei zweiterem ist es schwieriger, so unsinnig sich das anhören mag. Ich würde alles dafür geben, diese Episoden aus meiner Kindheit einfach vergessen zu können – aber das geht nunmal nicht. Ich habe einmal – nach langer langer Zeit, die ich das Thema schon mit mir rumgeschleppt hatte – sogar mit meinen Eltern darüber gesprochen, die durchaus einsichtig waren (ja, das war ein Fehler usw) und nichts geleugnet haben. Hab‘ auch Bedauern über das Ganze gemerkt… aber geholfen hat dieses Ansprechen dieses belastenden Themas letztendlich überhaupt nicht. Die „Last“ trage ich immer noch mit mir herum.

    Jedenfalls stelle ich etliche der oben beschriebenen Folgen bei mir fest, insbesondere den ersten und vierten Punkt in der Liste – und schäme mich dann fast dafür. Andere haben auch mal eine Ohrfeige oder eine Tracht Prügel kassiert, und machen kein Drama daraus oder haben eine Therapie nötig…
    Bei mir hingegen scheinen sich die Folgen im Lauf der Jahre eher noch verstärkt zu haben. Und ich hadere viel zu oft mit den Erinnerungen, so blass sie mittlerweile auch sind.

    Ich kann nur sagen, dass ich aus meiner Erfahrung definitiv eines gelernt habe: Erziehung muss, kann und darf nur ohne Gewalt funktionieren. Ich weiß, dass viele Eltern aus Überforderung, Stress und ähnlich menschlich vertretbaren Gefühlen schlagen. Aber wenn ich auch Verständnis für diese Gefühle habe – für Schläge habe ich keines. Dass selbst heutzutage noch so viele Eltern auf diese Mittel zurückgreifen, finde ich zutiefst erschreckend.

    Viele Grüße

  260. matthias sagt

    Hallo,
    auch ich (m, 46) wurde als Kind von meiner Mutter heftig verprügelt und erniedrigt, ich war die Projektionsfläche für die Wut auf den Vater (Ex-Mann). Bis fast 18-jährig ich drohte zurückzuschlagen. Dann zog ich aus.
    Und mein Leben passt voll ins „Schema“:
    Unstet privat und beruflich, Misstrauen, Arbeitslosigkeit, Depression, dramatische Beziehungskatastrophen, soziale Phobie, Alkohol, Einsamkeit …
    Schön und hilfreich hier zu lesen, das dies „klassische“ Reaktionen/Konsequenzen sind, und ich mir das nicht einbilde, und auch nicht verrückt bin.
    Ich mache nun die 3. Therapie, diesmal tifenpsych. fundiert. Das hilft schon, trotzdem habe ich das Gefühl, mein Leben wird sich nie in „normalen“ Bahnen bewegen, für Familie ists wohl schon zu spät, und ob ich jemals regelmässig Arbeiten gehen kann ist fraglich, den ich komm schwer mit manchen Menschen klar, besonders mit übergriffigen und manipulativen Kollegen/Vorgesetzten, die es ja öfter mal gibt. Denn ich lasse mir einfach nichts vorschreiben und fühle mich sofort manipuliert und genötigt…

    gruss Matthias

  261. Hallo Svenja,
    danke für Ihren Kommentar, der, glaube ich, vielen helfen kann. Zeigt er doch, wie man es schaffen kann, den Gespenstern der Vergangenheit zu entfliehen. Entscheiden scheint mir zu sein, dass Sie damals Ihre Koffer packten und sich auf ihre Stärke und Unabhängigkeit besannen.

    Dass Sie anfangs keine Kinder wollten aus Angst, selbst so zu werden wie Ihre Mutter ist eine häufige Folge. Auch die Wahl Ihrer Partner zu Anfang.
    Toll, dass Sie das alles geschafft haben. Es war bestimmt nicht leicht.

    Alles Gute für Sie.

  262. Svenja sagt

    Bei meiner Recherche durch das www bin ich auf diese Seite hier gestoßen. Auch ich möchte, wenn auch in verkürzter Form, meine Erfahrungen und Gedanken dazu hier einfließen lassen.

    Ich war laut meiner Mutter ein absolutes Wunschkind, wenn auch nicht geplant. Meine ersten 2-3 Lebensjahre waren überwiegend von ihrer bedingungslosen Liebe zu mir geprägt. Auch als meine Schwester folgte, änderte sich daran zunächst nichts, meine Mutter war immer sehr bedacht darauf, mich nicht zurückzustellen. Wann genau sich das alles änderte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Als ich etwa 4 war kauften sich meine Eltern ein Haus. Das Geld war wohl knapp und plötzlich wurde meine Mutter das erste Mal ungeplant mit meinem Bruder schwanger. Da war meine Schwester gerade 5 Monate alt.

    Ob es nun die finanzielle Belastung, der unerwartete Mehraufwand mit 3 kleinen Kindern oder schlichtweg Überforderung bzw. eine Kombination aus alledem plus der Tatsache, als Kind selbst verprügelt worden zu sein waren – die Gründe, weshalb meine Mutter mich anfing zu schlagen, sind mir ganz ehrlich aus heutiger Sicht scheißegal (muss an dieser Stelle mal deutlich werden). Denn es gibt KEINE Gründe für einen erwachsenen, lebenserfahrenen sowie physisch sowie psychisch überlegenden Menschen einen deutlich Schwächeren – und schon gar nicht das eigene Kind – zu misshandeln.

    Nein, meine Kindheit war insgesamt weder grausam noch traumatisierend. Aber ich habe bereits vor Jahren aufgehört, das Erlebte zu bagatellisieren. Denn aus meiner Sicht ist es unverzeihlich von der Hand geschlagen zu werden, die einen lieben, halten, schützen und trösten sollte. Denn auch diese Dinge durfte ich durch die Hände meiner Mutter erfahren. Jedoch ebenso schallende Ohrfeigen, Schläge auf den nackten Kinderpo (manchmal auch mit dem Kochlöffel) bis hin zu hysterischen Prügelattacken, wenn ich schon weinend mit beiden Armen schützend über dem Kopf auf dem Boden kauerte und sie anwimmerte, bitte aufzuhören.

    Natürlich gab es auch jedes Mal ein „Hinterher“. Meistens gestaltete es sich folgendermaßen: Man bekam noch gesagt, dass ihre Liebe nicht unendlich oder grenzenlos sei und sie mich nicht immer lieben müsse, nur weil sie meine Mutter sei. Nach einiger Zeit des Ignorierens folgte dann das, was ich am meisten hasste: Ihre heulenden Entschuldigungen, in denen sie unter Tränen jedesmal beteuerte, wie leid ihr das täte und sie doch nie so werden wollte, wie ihre Mutter. Als kleines Mädchen habe ich in diesen Momenten immer nur gedacht: „Toll, jetzt warst du nicht nur so böse, dass deine Mami dich hauen musste und nicht mehr lieb hat, jetzt hast du sie auch noch zum Weinen gebracht.“

    Besonders prägend war auch ein Erlebnis, ich war so 7 Jahre alt, als meine Mutter wutentbrannt meine ganzen Sachen in einen Koffer stopfte und mir sagte, sie sei nicht mehr meine Mama, ich solle sie nicht mehr so nennen. Sie wolle mich nicht mehr, ich könne ja zu meiner Oma ziehen (väterlicherseits, selbst ein Kind der „Generation Prügel – und hat NIE Hand an ihre 3 Kinder gelegt!), dort sei ich ja schließlich so gerne (wie wahr…).

    Hinzufügen ist sicher noch die Rolle meines Vaters: Der liebevollste und gütigste Mensch, der meine Mutter jedes Mal harsch für ihre harte Hand kritisierte – soweit er bei seiner vielen Schichtarbeit denn davon mitbekam. So genoss ich also eine vollkommen gewaltfreie und geliebte Zeit, wenn ich die Wochenenden bei meiner wundervollen Omi oder, wenn er nicht arbeiten musste, mit Papa im Haus. Auch meine Mutter war sonst sehr liebenswert und zärtlich, was die ganzen anderen Momente für mich umso unverständlicher macht. Neben den harten Bestrafungen gehörten so später auch ihre „Lernmethoden“ dazu, als ich auf’s Gymnasium kam. Stundenlang fragte sie mich aus meinen Heften ab und wenn 2, 3 Antworten falsch waren, hatte ich ZACK eine sitzen, manchmal flog mir auch besagter Hefter um die Ohren. Dann wurde ich zum Lernen nach oben geschickt mit Zeitvorgabe und das Spiel begann von vorne. Dass meine Noten sich nicht wirklich besserten, ist wohl überflüssig zu erwähnen.

    Gerne drohte sie auch neben dem Liebesentzug mit Rausschmiss. Bis zu meiner letzten Ohrfeige, ich war gerade 18 und hatte ein kleines Auto. Ich bekam sie für eine harmlose, wenn auch freche Bemerkung am Abenbrottisch. Hinterher der Nachklapp in mir bekannter Weise gepaart mit der Aufforderung zu gehen und ja nicht wieder zu kommen. Und plötzlich war es da: Das Gefühl von Kontrolle, ja von Macht, die ein Kind zwischen 4 und 12 noch nicht hat. Und das Gefühl von Freiheit. Ich fing an zu packen. Meine Mutter kam völlig geschockt in mein Zimmer und fragte, was ich da tue. „Du hast gesagt, ich soll gehen, also gehe ich. Hab Anna angerufen, da kann ich erstmal bleiben.“ Und wenige Minuten später passierte genau das, womit ich nicht gerechnet hatte: „Bitte geh‘ nicht.“ Aber ich ging. Und das war gut so. Bei meiner Freundin blieb ich nur einige Tage, ein paar Monate später begann ich eine Ausbildung zur Krankenschwester und zog in ein Schwesternwohnheim. Bis heute sagt meine Mutter, es war gut und richtig, wie ich damals reagiert hatte. Ob sie es tatsächlich so meint, weiß ich nicht, mein Vertrauen zu ihr ist unwiderruflich gebrochen.

    Nun ist mein Beitrag doch länger geworden als ursprünglich geplant. Und ich hätte noch viel mehr Erinnerungen aufschreiben können, nur irgendwann haben ich für mich beschlossen, mich nicht nur aus dieser Art Erfahrungen zusammenzusetzen. Ich bin eine Summe aus so viel mehr! Inzwischen bin ich 31 Jahre und Mutter eines 3-jährigen wunderschönen Jungen, sein Brüderchen kommt im Juli. Mein Mann ist nach vielen Beziehungen mit teils sehr labilen und schwachen bis hin zu gewaltbereiten Typen ein absoluter Glücksgriff und ähnelt in vielem meinem Papi. Er ist ein großartiger Partner und fantastischer Vater. Und was ist das Mantra unserer Erziehung: Geschlagen wird nicht. PUNKT. Unser Sohn hat dies bereits verinnerlicht: Hauen ist NEIN. Und was erzähle ich unserem Schatz wohl jeden Abend vorm Schlafengehen? „Meine Liebe zu dir ist unendlich und grenzenlos, denn ich bin deine Mama und werde dich immer lieben, ganz egal was du ausgefressen hast. Bei mir bist du sicher.“

    Lange dachte ich, niemals Kinder zu bekommen. Und was war wohl der Grund? Weil ich dachte, wenn mein Kind so schrecklich wird, wie ich es war, dann lieber nicht. SCHLIMM! So zerstören solche Erlebnisse das Selbstwertgefühl. Aber ich setze mich bewusst und stark mit dem Erlebten auseinander, verharmlose nichts und lasse auch kein Herabreden durch meine Mutter oder meine Geschwister zu. Das Unverzeihliche verzeihe ich nicht und werde meinen Kindern eine andere Welt zeigen – OHNE SCHLÄGE UND ANGST ABER MIT UNENDLICHER ZUVERSICHT UND LIEBE! Sie sollen von einer starken und selbstbestimmten Mutter profitieren, die ihnen zeigt, dass es 1000 und 1 Wege gibt für Konfliktlösungen, die weder mit physischer noch psychischer Gewalt zu tun haben. Jeder kann das schaffen und wenn dann mit professioneller Hilfe.

    Ich hoffe, irgendwem mit meinem Beitrag geholfen zu haben.

  263. Hallo Pit,
    Sie schreiben: „Wie Sie sehen habe ich das alles “ziemlich” gut verkraftet, aber es lässt einen auch “leider” nicht mehr los.“
    Es ist eben nicht nur hilfreich, wenn die Mutter sich entschuldigt, man muss das Ganze auch selbst emotionale verarbeiten. Es kommt jetzt darauf an, inwiefern die Geschehnisse von damals Sie heute noch verfolgen.
    Ich nehme an, der Erwachsene in Ihnen hat ein gutes Verhältnis zu Ihrer Mutter. Wichtig ist auch, wie es Ihrem „inneren Kind“ dabei geht.

    Danke für Ihren Kommentar.

  264. dass Ihre Mutter sich entschuldigte, mehrmals, dass Sie heute ein gutes Verhältnis haben, das ist recht selten.
    In der Regel folgt ja auf jede emotionale Verletzung eine Rechtfertigung, auf jede körperliche Verletzung eine Erklärung: Unfall, Versehen, Notwendigkeit-weil, sonstige Rechthaberei. Auf Lügen folgen meist neue Lügen. Wer gibt denn schon etwas zu? Aber genau darum geht es ja; denn dann ist die Chance größer, dass Wiederholungen beendet werden. Und jede echte Klärung bereitet für alle Betroffenen mehr Gesundheit und Lebensqualität.
    schönen Sonntag. Karl

  265. Pit sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    in den Weihnachtsfeiertagen hatte ich viel Zeit über meine Kindheit nachzudenken.
    Zu meiner Person: 41 Jahre, verheiratet seit
    18 Jahren und ich habe einen Sohn (13 Jahre) und eine Tochter (11 Jahre).
    Nun als Kind habe ich bis zum 11. Lebensjahr leider keine schöne Erinnerungen, hier ein paar Beispiele:
    – wurde sehr oft von meine Mutter mit den Kochlöffel(aus Holz) geschlagen. Schmerzhaft war es wenn sie mich auf den Armen oder Oberschenkel damit schlug. Habe, soweit ich mich erinnern kann 4 Kochlöffel durch schlagen auf meinen Kopf zerbrochen, erinnere mich jedoch dass dies (zum Glück) nicht schmerzhaft war, im Gegenteil ich freute mich darüber da ich ja dann nicht mehr mit den Kochlöffel geschlagen werden konnte.
    – einmal erhielt ich eine Spielzeuggitarre und vor lauter Freude habe ich wohl nicht aufhören können damit zu spielen und die Aufforderungen meiner Mutter -das ich aufhören soll- überhört und als „Belohnung“ zerschlug meine Mutter die Gitarre auf meinen Kopf. Daraufhin bin ich vor Schreck nach hinten gefallen und mit den Hinterkopf eine Türscheibe zerbrochen. Das hört sich jetzt übertrieben an, aber es ist die Wahrheit. Mein Glück war, dass ich nicht verletzt wurde. Wenn ich mir das so heute vorstelle, dann bekomme ich heute noch Gänsehaut.
    – Aus Erzählungen habe ich ebenso erfahren, dass ich eine Narbe auf meinem Kopf ebenso meiner Mutter zu verdanken habe, da ich angeblich in der Wohnung mit den Dreirad fuhr und letztendlich landeter dieser „zufällig“ auf meinen Kopf.
    – Eine letzte Erinnerung ist, das wenn mich meine Mutter mit den Händen (Ohrfeigen) schlug ich mich mit meinen Händen nicht schützen durfte, da ich sonst mit meinen schützenden Ellbogen meine Mutter sich weh tat. Später tröstete ich mich mit der Bibel in dem es ja heißt man soll ja auch die andere Backe hinhalten.
    So und nun ein paar Infos wie es mir heute geht:
    – Seit meinem 12 Lebensjahr wurde alles anders, ich fing mit dem Fußballspielen an,
    meine Noten waren super und meine Mutter war wie verwandelt.
    – Ich wollte unbedingt Kinder damit ich mit meinen Kindern genau das Gegenteil machen kann. Gewalt ist für mich keine Lösung wenn ich mal „genervt“ bin dann werde ich zwar laut und sage was mich nervt, aber mehr lasse ich auch nicht zu.
    – Bin seit 10 Jahren Jugendtrainer und Jugendleiter und es macht mir viel Spass den Kindern etwas beibringen zu können und der schönste Lohn ist das Lächeln und Vertrauen der Kinder.
    Wie Sie sehen habe ich das alles „ziemlich“ gut verkraftet, aber es lässt einen auch „leider“ nicht mehr los.
    Mit meiner Mutter habe ich heute ein gutes Verhältnis, sie hat sich auch für ihr Fehlverhalten mehrmals bei mir entschuldigt.
    Wünsche ein gutes neues Jahr 2013.
    Bin sehr auf ihre Antwort gespannt.
    Gruß
    Pit

  266. Elke sagt

    Hallo Natalie,

    ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung empfehlen, dass es besser ist sich so früh wie möglich Hilfe zu holen.

    Ich selbst habe viel zu lange geglaubt, dass ich damit allein fertig werden muss und kann, weil ich mich auch viel zu sehr geschämt habe.

    Doch heute würde ich jedem, der das gleiche Schicksal erleiden musste empfehlen nicht so lange zu warten. Wir müssen nicht alles allein schaffen, damit machen wir uns unser Leben unnötig selbst schwer.

    Wir müssen uns auch nicht vor einem Therapeuten schämen. Meine Therapeutin sagte mir einmal, dass es ihr Job sei, sich um solche Dinge zu kümmern, als sie merkte, dass mir das alles peinlich war.

    Was mich betrifft, kann ich nur bestätigen, dass die Therapie mir zu viel mehr Lebensqualität geholfen hat.
    ´
    Liebe Grüße
    Elke

  267. Hallo Natalie,
    ja, Sie brauchen Hilfe, denn Sie haben die Prügel noch nicht verarbeitet, sondern kämpfen noch mit den Folgen. Das zeigt Ihre Wut und die vielen Gedanken, dass Sie Ihr Kind auch schlagen könnten. Das ist nicht krank, sondern eine normale Folge bei Traumatisierungen.

    An dem GEspräch mit Ihrem Bruder haben Sie ja gemerkt, was für ein Bedürfnis Sie haben, das alles mal auszusprechen, darüber zu weinen und zu wüten. Der richtige Platz dafür ist eine Therapie, damit ist jede Freundin oder Familienangehöriger überfordert, zumal es seine Zeit braucht.

    Ihre Nein gegen eigene Kinder ist der Versuch, das Trauma von sich zu halten. Aber durch Vermeidung geht die Angst nicht weg. Das ist so, wie wenn sie mal von einem Hund gebissen wurden und fortan jedem Hund auf 500 Meter ausweichen. Sie werden nicht mehr gebissen aber die Angst vor Hunden bleibt, auch wenn Sie verstandesmäßig wissen, dass nicht alle Hunde beißen.

    Ihre Eltern schämen sich sicher auch, aber sie können es nicht zeigen. Deshalb hat Ihre Mutter gelacht. Sie hätte Ihnen helfen sollen damals aber sie hatte zu viel Angst vor Ihrem Vater. Das hat vermutlich mit ihrer Kindheit zu tun.

    Durchbrechen Sie das Prügelmuster in Ihrer Familie und holen Sie sich Hilfe.
    Alles Gute für Sie.

  268. Natalie sagt

    Ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen und mir ist ein kleiner Stein vom Herzen gefallen, als ich gelesen habe, dass ich nicht alleine bin.

    Ich dachte ich hätte das alles schon verarbeitet, aber in letzter Zeit muss ich öfters daran denken und prompt fließen die Tränen.

    Als ich klein war haben mich meine Eltern geschlagen. An die Schmerzen erinnere ich mich nicht, aber an die Demütigung, dass ich mich nicht wehren konnte. An eine Sache erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen. Ich war zwischen 7 oder 8 Jahre alt, kam vom Spielen nach Hause und da wartete mein Vater schon auf mich. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, was er für einen Grund hatte, mich zu schlagen, aber er packte mich am Arm, schüttelte und schlug mich. Dann schleuderte er mich Richtung Bettpfosten, sodass ich mit dem Rücken dagegen knallte. Vor lauter Schreck / Angst habe ich mir sogar in die Hosen gemacht. Gott, es war mir so peinlich. „Du bleibst jetzt so lange auf dem Boden sitzen, bis ich dir erlaube wieder aufzustehen.“, sagte er zu mir und dann ist er ins Wohnzimmer gegangen. Ich fühlte mich so erbärmlich. Meine Mutter stand daneben und hatte nichts unternommen.

    Als ich in die Pubertät kam, haben meine Eltern aufgehört, mich und meinen kleinen Bruder zu schlagen und mein Vater hatte weinend um Verzeihung gebeten. Ich dachte, ich hätte ihm vergeben, aber an manchen Tagen werde ich plötzlich so wütend, dass ich ihm am liebsten eine reinhauen möchte.

    Ich bin nun 24 Jahre alt und bin seit 7 Jahren mit meinem Freund zusammen. So langsam mache ich mir Gedanken über das Thema „Kinder kriegen“. Vor zwei Monaten habe ich zu meiner Mutter gesagt, dass ich auf gar keinen Fall Kinder kriegen werde. Daraufhin fragte sie mich nach dem Grund und dann sprudelte es nur so aus mir heraus. Als ich ihr sagte, dass ich Angst hätte meine Kinder auch zu schlagen, fing sie an mich auszulachen. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Die ganze Wut, die ich über die Jahre angesammelt hatte, kam so plötzlich raus, dass ich sie nur noch anschrie und beleidigte.

    Welche Mutter lässt es zu, dass man dem eigenen Kind weh tut?! Schon beim ersten Schlag hätte sie sich schützend vor uns stellen sollen, aber sie stand nur daneben und hat zugeguckt. Ich liebe meine Eltern und ich begreife auch, dass sie verzweifelt/ratlos waren, aber ich bin so verdammt wütend auf die beiden! Wütend darauf, dass ich mir ernsthaft überlege, niemals Kinder zu kriegen und wütend darauf, dass ich überhaupt solche Gedanken habe. Ich weiß, dass ich meine Zukunft selber gestalten kann und ich meine Kinder nicht schlagen muss, aber es ist was in meinem Kopf, dass mich ständig fragt „Und was wenn doch?“

    Kinder sind nervig, sie quengeln und sind laut. Willst du wirklich riskieren Kinder zu kriegen? Was wenn du sie so grün und blau schlägst, dass sie dich nur noch verachten werden? Was ist, wenn du sie umarmen möchtest und sie immer zusammen zucken werden, weil sie Angst haben, dass du sie schlägst?“ Ist das krank? Es hat sich so eingenistet, dass ich wirklich Angst vor mir selber habe. Ich kann so logisch wie möglich an die Sache rangehen, aber ich kriege die Gedanken nicht aus meinem Kopf. Kinder sind niedlich aber ich werde so schnell aggressiv, wenn sie laut sind, dass ich sie am liebsten schlagen möchte. Woran kann das liegen? Habe ich mir das vielleicht von meinem Vater abgeguckt? Ich traue mich nicht, es meinem Freund zu sagen, da ich Angst habe, dass er mich verlassen wird, sobald er erfährt, dass ich mit dem Gedanken spiele, keine Kinder zu kriegen.

    Am Wochenende bin ich auf einer Party zusammen gebrochen, nur weil ein Pärchen sich gestritten hatte und er sie kräftig am Arm packte. Diese Szene hat mich so erschreckt und an meinen Vater erinnert, dass ich anfing zu weinen. Erst mein Bruder konnte mich beruhigen. Es war das erste Mal, dass wir beide darüber gesprochen haben und es tat so gut, all den Frust rauszulassen.

    Seit dem Vorfall habe ich gemerkt, dass ich Hilfe brauche, aber es ist mir so fürchterlich peinlich, darüber zu sprechen. Was eigentlich total falsch ist, da sich meine Eltern schämen sollten.

    Ich wünsche allen anderen viel Kraft es zu verarbeiten und alles Gute.

  269. Hallo Lena,
    Eltern fühlen sich meistens schuldig, deshalb reagieren sie auf Fehler angesprochen oft mit Verdrängen oder Leugnen. Ich kann verstehen, dass Sie das letzte Gespräch mit Ihren Eltern sehr getroffen hat. Vielleicht ist es mit der Zeit möglich, es nicht so persönlich zu nehmen, sondern es als Schwäche Ihrer Eltern, Fehler zuzugeben.

    Toll, dass es Ihnen gelungen ist aus dieser Erfahrung sich vorzunehmen, es mit Ihrem Kind anders zu machen. Viele tun dasselbe ihren eigenen Kindern an, was logisch schwer verständlich ist. Aber es gibt da oft einen Wiederholungszwang der Psyche, wenn man das eigene Geschlagen-Sein nicht verarbeitet hat.

    Gut, dass Sie eine Therapie machen. Das wird Ihnen hoffentlich zusätzlich helfen, das Ganze zu verarbeiten und mehr und mehr in der Vergangenheit zu belassen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  270. Lena sagt

    Bin durch Zufall über diesen Artikel gestolpert. Ich bin weiblich, 28 Jahre alt und wurde in der Kindheit oft geschlagen, sowohl von meiner Mutter als auch von meinem Vater. Ich wurde „nur“ mit den Händen geschlagen, d.h. es wurde einfach auf mich eingeprügelt, ins Gesicht, auf den Rücken, etc.

    Das aber hat durchaus gereicht um mein Leben zu versauen. Ich leide seit meiner Jugend an Angstzuständen, Depressionen, Essstörungen und Selbstverletzungen. Ich habe die Gabe mein Leben gut reflektieren zu können, und heiße die Schläge, die ich bekam absolut nicht für gut, sondern sage direkt, dass meine Eltern einen Fehler begangen haben. Dieser Umstand half mir, als ich vor 6 Jahren selbst Mutter wurde sehr, denn ich schwor mir schon in der Schwangerschaft, dass ich mein Kind nie, nie, nie schlagen werde, was ich bis heute erfolgreich einhalte. Man kann ein Kind auch gut ohne Schläge erziehen, ich möchte meinem Kind diese Demütigung und diese Erniedrigung ersparen und werde mich nie auf das tiefe Niveau meiner Eltern herablassen.

    Seit ich nun selbst Mutter bin, setze ich mich aktiv und bewusst mit meiner eigenen Kindheit auseinander, um nicht genauso zu agieren wie meine Eltern. Das bewusste Auseinandersetzen damit, bewirkte, dass ich meine Eltern bzgl. der Schläge eines Tages mal zur Rede stellte. Ich fragte gerade hinaus, warum sie mich so erzogen haben. Als Antwort bekam ich den Satz „Du bildest dir das ein, du spinnst ja, wir haben dich nie geschlagen, aber wir hätten dich schlagen sollen, das hätte dir nicht geschadet.“

    Dieser eine Satz sorgte dafür, dass mein Leben wieder total aus den Fugen geriet, und dieser eine Satz meiner Eltern ist eigentlich der Gipfel allen Schmerzes, den ich je in meinem Leben gefühlt habe. So etwas zu hören, tut so verdammt weh, dass ich es nicht mal ansatzweise beschreiben kann. Ich mache nun eine Therapie und versuche den Teil meiner Kindheit zu „akzeptieren“, was ein großer Lernprozess ist, da ich meinen Eltern gegenüber noch voller Hass bin.

    mfg

  271. Hallo Marie Claire,
    danke für Ihren mutmachenden Bericht.
    Ich verstehe, dass es Sie fassungslos macht, wie Ihre Eltern zum Thema „Prügeln“ sich verhalten. Da sieht man eben, wie perfekt bei manchen Menschen die Verdrängung funktioniert. Ihre Eltern schämen sich vermutlich sehr, deshalb können sie nicht darüber sprechen.

    Aber Sie haben trotz der schlimmen Erfahrungen Ihr Schicksal in die Hand genommen und es geschafft, die unheilvolle Kette des Prügelns nicht an Ihren Sohn weiterzugeben. Darauf können Sie sehr stolze sein. Dass Sie es mit Hilfe einer Therapie auch erreicht haben, Ihre Vergangenheit einigermaßen zu bearbeiten und so den Leidensweg zu beenden, ist auch ein Grund zur Freude.

    Alles Gute für Sie!

  272. MarieClaire sagt

    Danke für diesen Artikel und die vielen Kommentare.
    Obwohl es sehr traurig ist, dass es so viele von „uns“ gibt, zeigt es mir doch: Ich bin und war nicht die Einzige.
    Ich bin 42 Jahre alt und wurde als ältestes von vier Kindern als einzige von Vater und Mutter geschlagen. Mit Stöcken, Peitschen, Gürteln, Fäusten oder mit der Hand auf den nackten Po auch als ich schon ein Teenager war. Mit 15 Jahren fing ich an, von zu Hause wegzulaufen, wurde aber immer wieder nach Hause zurückgebracht. Später ging ich zum Jugendamt, um auf meine Situation aufmerksam zu machen und vielleicht in ein Heim oder eine betreute WG zu kommen.

    Meine Eltern sind beide Lehrer und haben alles bestritten und mir hat niemand geglaubt. Ich musste zu meinen Eltern zurück. Mein Verhalten war zu diesem Zeitpunkt schon sehr selbstzerstörerisch geworden. Ich lief weiter weg und lebte auf der Straße, bis ich 18 war und nicht mehr in mein Elternhaus zurück musste. Mit 20 bekam meinen Sohn, der heute 22 Jahre alt ist. Zum Glück habe ich ihn „nur“ ca. 3 mal geschlagen, aus absoluter Hilflosigkeit und mich hinterher sofort entschuldigt. Aus ihm ist ein toller Mensch geworden. Vor allem ist er als Jugendlicher nie weggelaufen, sondern er hat bis zu seinem 21. Lebensjahr bei mir gelebt. Nun lebt sein Leben und scheint glücklich zu sein. Darüber bin ich auch sehr glücklich. Ich habe mit Ende zwanzig eine Psychotherapie begonnen, die mir sehr geholfen hat, mich von meinem selbstzerstörerischen Verhalten zu befreien.

    Heute mit über 40 bin ich jedoch trotzdem noch öfter fassungslos über das Verhalten meiner Eltern. Sie regen sich darüber auf, dass andere ihre Kinder schlagen. Zu mir sagen sie, ich bilde mir das ein. Meine Geschwister sagen das leider auch. Das ist immer noch sehr schmerzlich. Ich habe es aber aufgegeben, meine Familie davon überzeugen zu wollen, wie die Realität für mich war. Es hat absolut keinen Zweck und belastet mich nur.

    Auch ich habe mich als Kind sehr oft gefragt, warum ausgerechnet ich diejenige bin, die als einzige von vier Kindern geschlagen wird. Heimlich habe ich die Schubladen durchsucht, weil ich mir als Erklärung für meine Situation zurechtgelegt hatte, dass ich ein Adoptivkind sein muss und nur herausfinden bräuchte, wer meine wirklichen Eltern waren.

    Das Verhältnis zu meinen Eltern und Familie ist distanziert, aber ich habe Kontakt und trete Ihnen nun als der Mensch gegenüber der ich bin. Das verunsichert meine Eltern und Geschwister sehr und es gefällt ihnen auch nicht; zumal ich mich nicht in dieses Geflecht von Ignoranz und Manipulation ziehen lasse. Das ist meine Art der Selbstliebe. Ich bin die, die ich bin.

    Ich habe mit 40 meine große Liebe kennengelernt und einen guten Job. Mein Leidensweg, der irgendwann einfach durch mich weiterging, indem ich mir selbst Schmerzen zufügte, ist zu Ende. Ich habe damit aufgehört. Ich glaube aber, der Schmerz, über das, was mir widerfahren ist, wird nie ganz aufhören. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Ich bin so dankbar dafür, dass es inzwischen ein Straftatbestand ist, Kinder zu schlagen. Ich hoffe aber auch, dass man Kindern, die misshandelt werden und die Hilfe suchen, heutzutage mehr glaubt und sie besser unterstützt als damals.

    Bitte sucht Euch Hilfe, bis Ihr jemanden findet, der Euch glaubt.

    Alles Liebe MarieClaire

  273. Elke sagt

    Als Betroffene wünschte ich mir, dass es mehr Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema gäbe.

    Ebenso schlimm wie körperliche Gewalt ist emotionaler Missbrauch. Ich wurde dahin dressiert, dass ich zu funktionieren hatte. Da ich gewisse äußerliche Ähnlichkeiten mit meiner Oma hatte, war ich natürlich nie richtig. Meine Mutter war bestrebt aus mir eine 1:1 Kopie zu ihr zu machen, was misslungen ist. Ich hatte leider andere Interessen, habe lieber gelesen als gestrickt und lieber gelernt als gekocht.
    Mir wurde permanent vermittelt, dass ich falsch und nicht richtig bin, dass ich das „Grab meiner Mutter“ schaufle.
    Einmal, als sie mich wieder als faul, schwererziehbar und böse beschimpfte uns sie wieder einmal schrie, dass ich verantwortlich für ihren Tod sei, weil ich nicht so sei wie sie, sagte ich zu ihr:“Aber Mama, ich will doch ICH sein!“. Ich dachte in meiner kindlichen Phantasie, wenn das ihr Problem sei, würde es sie besänftigen, wenn ich ihr sage, dass ich ICH sein will.
    Leider hatte ich die Rechnung ohne meiner Mutter gemacht.
    Sobald mein Vater mich für etwas lobte, heulte meine Mutter oder schimpfte, dass sie wohl gar nichts könne.

    Irgendwann freute ich mich nicht mehr wenn mich jemand lobte, sondern schämte mich sogar dafür.
    Irgendwann habe ich mich soweit verloren, dass ich schließlich meine eigenen Bedürfnisse gar nicht kannte.

    Sätze wie: Lache nicht so viel; sei nicht so euphorisch; wenn ich dich anschaue, musst du wissen was ich will; wenn ich rufe, musst sofort kommen; ich dulde keinen Widerspruch; füher gab es eine mit dem Ochsenziemer hinter die Ohren; du musst mich immer respektieren; wenn du 40 bist darf ich dir auch noch eine klatschen, weil ich deine Mutter bin….Halte dich an die Regeln (an welche Regeln, wenn sie jeden Tag anders waren?)

    Das alles bedeutet seelisches Leid für ein Kind, wenn es niemand hat, der ihm sagt: „Du, ich habe dich lieb, so wie du bist!“

    Wie ich später erfahren musste, gab es viele Zeugen, die mir ihr Mitleid bekundeten, denen aber „die Hände gebunden“ waren, weil sie sich nicht einmischen wollten.

    Einerseits war ich froh, dass zu hören, da es mir bestätigte, dass meine Wahrnehmung doch nicht so falsch war. Andererseits wundert es mich immer wieder, was in den Köpfen dieser Menschen vorgeht. Was sind das für Menschen, die zusehen wie ein Kind misshandelt wird, weil ihnen die Hände gebunden sind.

    Jede Entscheidung in meinem Leben, war eine Entscheidung zwischen zwei Übeln. Habe ich mich für mich entschieden, hatte ich massive Schuldgefühle, habe ich mich für etwas anderes entschieden, war es nicht weniger schlimm.
    Soziale Ängste gehörten selbstverständlich zu meinem Leben. Die kleinsten Dinge, die für jedermann selbstverständlich sind, kostetem mir Kraft und viel Überwindung. Dazu gehörte auch, mir meine permanente Unsicherheit mir nicht anmerken zu lassen, obwohl ich unter meinen Füßen bereits den Abgrund spürte.

    Mir war seit vielen Jahren klar, dass ich eine Therapie machen müsste. Doch wie kommt man dahin, wenn man auch davor Angst hat und es eigentlich noch geht…. irgendwie?

    Und wie meistert man so ein Leben? Dank meines Mannes, meinen Schwiegereltern und einigen Menschen, die an mich glaubten, habe ich ein nach außen normales Leben geführt, leider unter enormen Kräfteverschleiß. Was schließlich dazu führte, dass ich vor 2 Jahren zusammenbrach und eine schwere Depression mich doch noch zum Therapeuten führte. Die Zeit war reif für eine Therapie

    Ich gehöre vielleicht jetzt zu den wenigen, die rückblickend froh sind, dass es zu dieser Depression kam, denn das war die Chance für ein neues leichteres Leben. Mir ist es schließlich dank meiner Therapeutin gelungen diesen emotionalen Kokon zu verlassen und endlich ICH selbst zu sein und auch in vollen Zügen zu mir, meinen Entscheidungen ohne WENN und ABER stehen zu können.

    Viele Grüße
    Elke

  274. Frances sagt

    Hallo ich bin Frances,
    ich bin 33 und bin schon seit 1 1/2 Jahren in psychischer Behandlung, allerdings hat es mir bisher nicht viel gebracht. ich habe leider so gut wie keine Erinnerung an meine Kindheit und weiß somit nicht so recht, ob ich nun zu 100% geschlagen wurde. aber eins weiß ich zu 100% und zwar psychische Gewalt wurde mir definitiv angetan, in dem ich ausgelacht wurde oder wenn ich geweint habe, wurde ich nachgeäfft und ich denke das ich auch geschlagen wurde von meiner Mutter ihrer Lebensgefährtin.

    Meine Mutter ist in drei Schichten arbeiten gegangen. Somit habe ich sie kaum gesehen und war viel mit ihrer Freundin allein zu Hause. Angeblich habe ich mir das alles nur eingebildet, das wird mir auch heute noch gesagt. ich habe mittlerweile selbst eine Tochter, sie ist 5 aber ich würde ihr nie was antun, wenn ich merke das mir gleich die Sicherung durchbrennt, verlasse ich den Raum oder ganz und gar die Wohnung, weil ich Angst habe, dass es doch mal passiert, ich will nicht so werden.

    Als Kind hab ich mir selber weh getan, erst habe ich mich geritzt, das hat mir nicht viel gebracht, bis ich irgendwann angefangen habe, mit meinen Fäusten gegen Wände zu hauen, das hat mir Erleichterung gebracht und auch heute habe ich manchmal das Verlangen, dies zu tun, wenn ich in einen Konflikt gerade hab es aber bisher nicht wieder getan…

    ich weiß nicht, wann das endlich aufhört, ich habe schuldgefühle und weiß nicht mal wieso… meine Mutter sagt ich hätte sie früher nie an mich ran gelassen (mal umarmen oder ähnliches) was ich mir nicht vorstellen kann, jedenfalls wäre es heute eben schön, wenn es mal so wäre, es ist selten kommt aber vor. Ich hab einen guten Draht zu meiner Mutter, aber wenn ich das Thema anspreche, wird mir immer gesagt, ich war sehr bösartig…
    Vielleicht war ich es ja auch und ich bin alle dem Schuld…Keine Ahnung…

  275. Guten Tag Herr Kopp-Wichmann,
    gern geschehen, diese klaren Erläuterungen wichtiger Zusammenhänge sind für mich deshalb so unvergesslich, weil mich selbst das jahrzehntelange Schwimmen von Serpentinen mindestens eine Million DM, ebenso viele Euros und Nerven gekostet hat. Herrn Dr. Spitzer wünsche ich für sein neues Buch „Digitale Demenz“ sehr viel Erfolg.
    Im Gehirn werden ja durch Kindheitserfahrungen, Traumata, wiederholte Mediennutzung und andere Süchte ganze Straßenkarten eingebrannt, die dann immer wieder gefahren werden müssen: Umwege, Serpentinen, Steilabhänge, Brüche, Einbahnstraßen, Kreisverkehr in Teufelskreisen. Und so erfolgt in großem Maße neben der materiellen Enteignung, die stetig läuft, eine Korruption der Seelen.
    (besonders spannend finde ich auf Youtube neben den 22 Filmen von Dr. Spitzer die dreiteilige Doku „Das Geheimnis jenseits der Materie“ – basierend auf den Werken von Harun Yahya, einem moslemischen Autor.

  276. Hallo Leo,
    Sei können sehr stolz darauf sein, dass Sie bei Ihren Kindern etwas geschafft haben, was Ihnen leider nicht vergönnt war.

  277. Leo sagt

    Hallo,

    ich bin jetzt 48 und wurde von meiner Mutter oft verprügelt – von Kleinkind bis ich praktisch schon körperlich groß genug war, um mich zu wehren. Sie baute offenbar auf diese Weise ihren eigenen Frust ab: ich kann mich noch erinnern, wie sie – nachdem sie mich heftig mir Ohrfeigen und Stock verprügelt hatte! – dann zum Telefon ging, um mit jemandem zu telefonieren und ihre Stimme auf supersüß und nett umstellte – während ich im anderen Zimmer gedemütigt und weinend saß… ich kann mich erinnern, dass ich als Kleinkind eine Art Abwehrfantasien hatte: während sie auf mich losging und mich verprügelte, stellte ich mir vor, dass fremde Leute reinkommen und ihr Handschellen anlegen – natürlich blieb das nur eine Fantasie und niemand kam rein, um sie aufzuhalten.

    Es machte ihr nichts aus, mich auch vor Verwandten oder Unbekannten verbal fertig zu machen – mit Sätzen wie „Warte nur ab bis wir zu Hause sind, dann werde ich es dir zeigen!“ Manchmal versuchte mein Großvater (väterlicherseits) oder meine Tante nach so einer Äußerung ihr gleich zu sagen, dass sie mich doch nicht so behandeln soll, worauf sie ihnen sagte, dass das sie gar nichts angeht (sinngemäß).

    Ich habe selber nun 2 Kinder und habe sie nie verprügelt. Ein einziges mal habe ich meinem Sohn eine oder zwei Ohrfeigen gegeben, weil er mir ins Gesicht gespuckt hatte und zwar nachdem ich den Fernseher ausgemacht hatte.

    Meine Kinder wohnen seit ca. 1,5 Jahren bei mir. Momentan läuft noch ein kompliziertes Sorgerechtsverfahren, wo ich im Rahmen eines Gutachtens u.a. Fragen wie „Wurden sie als Kind geschlagen?“ beantworten muss. Dabei erzähle ich nicht alles, weil ich Angst habe, dass ich auf diese Weise schon stigmatisiert werde und meine Erziehungsfähigkeit unter Frage gestellt werden könnte. Es gibt aber keine Alternative – das Gericht hat mir die Verantwortung für die Kinder vorübergehend übertragen und ich möchte dass es so bleibt. Den Kindern selbst geht es auch gut. Ich bin froh, dass ich ihnen eine Kindheit geben kann, die ich selbst nicht haben durfte…

  278. Hallo Viktoria,
    danke für Ihren ehrlichen und berührenden Bericht über Ihren Kampf, die schwere Hypothek aus Ihrer Kindheit abzulegen.
    Es ist wahr, dass das oft eine ganze Weile dauert – auch mit therapeutischer Unterstützung – um in Stress- und Überforderungssituationen nicht automatisch ins alte Fahrwasser des Zuschlagens zu geraten.

    Ich finde, Sie sind keine scheussliche Mutter, sondern eine tapfere Mutter mit einer „scheusslichen“ Last, die Sie Stück für Stück kleiner machen.
    Alles Gute für Sie!

  279. Viktoria sagt

    Ich bin traurig und erleichtert – traurig, weil so vielen Menschen Gewalt angetan wurde und erleichtert, weil ich nicht die Einzige bin. Ich wurde bis zu meinem 18. Lebensjahr von meiner Mutter geschlagen, mit Gürtel, Fäussten, blosser Hand. Ins Gesicht, auf den Hintern, auf den Rücken.

    Lange Zeit hasste ich mich selber für das was ich bin – wollte sterben, war stark depressiv, war nicht fähig, soziale Kontakte aufzubauen, Beziehungen aufrecht zu erhalten, daran zu glauben dass ich etwas kann und gut bin, so wie ich bin. Vor viereinhalb Jahren wurde ich das erste Mal Mutter. Ich wollte nie meine Kinder schlagen, weil es für mich so schlimm war. Und was tat ich? Ich schlug sie. Meine KInder sind 16 Monate auseinander. Überforderung, Müdigkeit, Wut – all das liess ich in Schlägen auf meinen KIndern nieder.

    Ich hasste mich selbst dafür. Ich schlug mir auch selbst ins Gesicht, um zu spüren, was ich da mit meinen Kindern tue. Ein Alptraum. Seit einem dreiviertel Jahr befinde ich mich in einer Therapie – nach einem Wutausbruch, indem ich meinem Grossen mal wieder ordentlich den Po versohlte, griff ich zum Telephon und rief alle Psychotherapeuten in der Umgebung, bis ich endlich eine Frau fand, die sich sofort bereit erklärte, mich zu behandeln. Diese Zeit war die schwierigste für mich bis jetzt.

    Ich bin 32 und muss immer noch mit Tränen ringen wenn ich daran denke, wie anders alles gelaufen wäre wenn … wenn … wenn… Ich würde so gern die Zeit zurückdrehen und alles rückgängig machen. Leider geht das nicht. Ich liebe meine Kinder über alles und hoffe dass sie mir eines Tages verzeihen werden. Denn ich habe meiner Mutter auch verziehen, auch wenns ein schwieriger Prozess war – eine Zeitlang hab ich sie dafür gehasst was sie mir angetan hat. Ich kämpfe jeden Tag mit mir selbst – denn jeden Tag muss ich mich neu sortieren, meine Kräfte sammeln – leider klappt es nicht immer.

    Seit ein Paar Wochen rutscht mir mal wieder die Hand aus – oft denke ich dass es vielleicht besser wäre einfach zu gehen, meine Kinder sind bei meinem Mann und seiner Familie gut aufgehoben – brauchen sie denn eine solch scheussliche Mutter? Gott sei Dank sind das die wenigen Tage, somit hoffe ich und kämpfe dafür dass diese bald der Vergangenheit angehören und ich meinen Kindern das sein kann was meine Mutter nicht für mich war – eine liebevolle, geduldige, anerkennende, akzeptierende und verständnisvolle Mutter.

  280. chica sagt

    Herr Kopp-Wichmann, so schlimm ist mein Leben nicht mehr.
    Ich habe mich mit den Dingen arrangiert und mache es wie die Menschen aus Sodom und Gomorrha. Nur wenn die Depressionen kommen wird es schwierig. Aber die habe ich schon seit der Pubertät, und sie gehen auch wieder vorbei.

    Ich fühle mich nicht stark genug für eine Therapie. Es gibt vieles, über das ich noch nie mit einem Menschen gesprochen habe und allein der Gedanke daran versetzt mich in Panik.
    Zu meinem Glück wirke ich auf andere Menschen sehr sympathisch und selbstsicher. Man könnte auch sagen: ich verkaufe mich gut. So überlebe ich. Und auch wenn ich ständig mit mir selbst zu kämpfen habe, gibt es, außer im depressiven Zustand, keinen Tag, an dem ich nicht von Herzen lache.

    Diese Seite hat mir sehr geholfen und ich werde mich sicher noch oft damit befassen.
    Ich wünsche allen hier viel Kraft und Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist 🙂

  281. Hallo Chica,
    ja, schade, dass Sie relativ spät erkennen, was eine wesentliche Ursache Ihrer bisherigen Lebensgestaltung ist.
    Aber es ist fast nie zu spät. Sie sollten überlegen, ob Sie nicht eine Psychotherapie (tiefenpsychologisch fundiert© machen, um all die verdrängten Erinnerungen zu bearbeiten und sich auf diese Weise davon zu lösen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  282. chica sagt

    Vielen vielen Dank für diesen Blog!
    Ich bin 55 Jahre alt und finde hier endlich eine Erklärung für mein verkorkstes Leben.
    Meine Kindheit und Jugend ist gezeichnet von Schlägen, Lieblosigkeit, Ignoranz und psychischer Abwertung im Elternhaus. Ich bin immer wieder ausgerissen, Hilfe vom Jugendamt bekam ich nicht. Selbst ein Attest von einem Arzt über ein blaues Auge und viele Striemen auf dem Rücken half nichts. Dann kam der Alkohol und dann sexuelle Gewalt durch Männer.
    Ich wollte alles besser machen, aber auch ich war meinen Kindern keine gute Mutter. Bis heute behalte ich keinen Job lange, kann mich nicht unterordnen und seit über 20 Jahren bin ich Single.
    Hier finde ich nun einige Erklärungen – thanks god and this website

  283. Kurti sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    was meine Eltern betrifft, da kannte ich die Tools noch gar nicht, das habe ich über das „Verstehen“ geklärt. Eigentlich soll ich das ja als Autist nicht können, aber ich habe mich in meine Eltern hineinversetzt, damals, wie heute. Dadurch konnte ich verstehen, warum sie gehandelt haben, wie sie gehandelt haben und dadurch konnte ich ihnen dann auch nicht mehr böse sein.
    Meine Eltern sind, aus psychologischer Sicht, sehr einfache Menschen. Das Unterbewusstsein z.B. ist ihnen völlig unbekannt, deswegen konnte ich nie mit meinen Eltern über die Vergangenheit sprechen. Ihnen ist weder unbewusst, noch bewusst, bewusst, was sie getan haben. Meine Mutter lernt gerade, was es mit mir als Autisten auf sich hat, sie steht also noch sehr am Anfang und ob sie je begreifen wird, was sie getan hat, ist wohl eher fraglich. – Aber all das tut mir nicht mehr weh, denn ich habe es verstanden und das musste ich tun, sonst hätte es kein Ende meiner Trauer und kein Ende meiner Wut gegeben.

    An meiner einzigen Schwester (NT = neurotypischer Mensch = nicht Autist) übe ich das 2. Tool, die aktive Liebe, welches ich als das bisher schwerste Tool empfinde. Sie hat den Kontakt zu mir vor 5 Jahren abgebrochen, aus Unverständnis, denn damals wusste auch ich noch nichts von meinem Autismus. Sie hatte mich und meine Art einfach satt. Wir sind extrem verschieden und unsere Eltern haben nicht zwischen uns vermittelt, sondern meine Schwester dazu benutzt, sie als unerreichbares Vorbild vor mir aufzubauen, in der Hoffnung, ich würde dann irgendwann so wie sie werden. Das hat natürlich nicht funktioniert und uns Geschwister nur noch mehr voneinander entfernt, als es ohnehin schon der natürliche Fall war.
    Sie fehlt mir dennoch, jeden Tag. In meinem Herzen ist ein Loch, wo eigentlich sie hinein gehört und nur an dieses Loch zu denken, versetzt mich in einen panikartigen Zustand unerträglicher seelischer Schmerzen…

    Ich habe noch nicht alle Tools durchgelesen, bin bisher bis zum 3. Tool gekommen. Das hat es in sich, war sehr schwer daran zu kommen, weil es sich bei meinem Schatten etwas anders verhält, als bei den Schatten anderer Menschen. So wie ich das verstanden habe, ist der Schatten die Summe aller negativen Eigenschaften, die man an sich selbst lieber nicht sehen möchte und deswegen versteckt.
    Und da kommen wir dann wieder zu Ihrem Blog hier, wo es um die Folgen von Missbrauch geht, denn mein Schatten ist aufgrund meiner Vergangenheit nicht einfach nur die Summe aller negativen Eigenschaften, sondern mein Schatten ist die Summe aller Eigenschaften, die Negativen, wie auch die Positiven, mein Schatten ist mein Ich, mein Sein und trägt meinen früheren weiblichen Vornamen.

    Können Sie sich vorstellen, wie mich das erschreckt hat?

    Und ich habe noch zwei weitere eigenständige innere Anteile, die allerdings nur positive Eigenschaften aufweisen und aus meiner Kindheit stammen, bzw. aus einer Serie, die in meiner Kindheit lief und deren männlicher und weiblicher Held mich damals gerettet haben. Das klingt vermutlich etwas schräg, aber mir helfen diese inneren Anteile und ihre Geschichten, an denen ich meine jeweilige seelische Verfassung ablesen kann.

    Nun, inzwischen ist es mir gelungen, den Schatten und die übrigen Anteile zu visualisieren, was ich als leicht empfunden habe. Dabei hilft mir vermutlich mein Autismus, da ich dadurch ausschließlich in Bildern denke. Außerdem bin ich sehr fantasievoll, ich sage gar, meine Fantasie ist meine Realität, was für einen Autisten durchaus normal ist und ich bin hochsensibel.

    Ich finde die Tools zum einen sehr gut, weil sie innerhalb einen Monats meine negative Grundstimmung auf ein Normalmaß gehoben haben, sie sind aber auch zum Teil sehr schwer anzuwenden. Zurzeit brauche ich ca. 30-60 Sekunden für ein Tool, wie ich das auf ca. 3 Sekunden reduzieren soll, wie es im Buch angedacht ist, ist mir noch schleierhaft, aber ich denke, das liegt dann wohl an der Übung.

    Und durch die Tools habe ich bereits über mehrere Stunden Fröhlichkeit erfahren können, die ich in den letzten 10 Jahren nicht mehr hatte. Das ist für mich ein enormer Fortschritt.

    Und dennoch gibt es noch so viel zu tun, denn ich habe herausgefunden, dass ich mit einem Soziopathen verheiratet bin. Sie wollen mir jetzt bestimmt sagen, dass ich so was, ohne eine entsprechende Ausbildung, nicht behaupten kann. Aber zum einen bin ich durch meinen Autismus schon sehr früh an Psychologie gekommen und habe bestimmt mehr psychologisch angehauchte und reine psychologische Bücher gelesen, als so mancher Psychiater und Psychologe, des Weiteren arbeite ich seit über 15 Jahren an meiner eigenen Psyche, teils mit psychotherapeutischer Hilfe, teils ohne Hilfen von außen und habe die wichtigsten Schritte in dieser Richtung meist ohne Therapeuten bewerkstelligt und außerdem kenne ich meinen Partner seit über 15 Jahren und glauben Sie mir, da kennt man einen Menschen.

    Mein Ehepartner ist durch und durch ein Soziopath. Zwar keiner von der physisch, aber dafür mehr von der psychisch gewalttätigen Sorte. Ich hasse und fürchte ihn genauso, wie ich damals meinen Vater gehasst und gefürchtet habe. Er macht mich mit denselben Dingen fix und fertig, wie es mein Vater tat. Ja, ich müsste ihn verlassen, aber ich bin noch nicht stark genug dafür. Und was nützt mir ein Trennungsversuch, wenn ich ihn nicht durchziehen kann?

    Ich habe keine Freunde, niemanden, der mir bei einer Trennung den Rücken stärken würde. Meine Eltern sind zu alt, um sie damit zu belasten, meine Schwester nicht erreichbar… tja und das war’s. Also bleibe nur ich und dafür muss ich stärker sein, als ich es heute bin. Die Tools helfen mir dabei sehr und auch meinem Partner fällt das auf, denn der Gegenwind von ihm wird wieder stärker.

    Manchmal habe ich nach einem ganzen Tag mit meinem Partner keine Kraft mehr, noch irgendein Tool zu machen. Wenn er einige Tage auswärts arbeiten war und nach Hause kommt, habe ich bereits einen Tag vorher psychosomatische Probleme. Ich musste die letzten Tage schmerzhaft erkennen, dass ich mich vor allen Menschen verstecke, vor meinem Partner aber besonders. Ich habe mein Inneres sogar vor meinem eigenen Sohn versteckt, weil ich Angst hatte, er wird so wie ich. – Damit ist nun Schluss. Ich will keine Angst mehr haben, weder vor ihm, noch vor anderen Menschen. Die Tools funktionieren und das ist mir das Wichtigste.

    Im Übrigen habe ich mir das nicht eingebildet oder besser gesagt, ich hatte keine zwanghaften Gedanken, dass mich meine Mitmenschen anstarren, als käme ich vom Mars, es ist tatsächlich so, doch durch die Tools macht es mir nichts mehr aus und ich trete selbstbewusster auf, so dass einige dann wohl doch nicht mehr hingucken.

    So oder so, alles ist noch nicht so, wie ich es mir wünsche, aber ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin.

    Kurti

  284. Hallo Kurti,
    Sie haben ja früher viel auf diesem Blog kommentiert und Ihr Schicksal mitgeteilt.
    Umso mehr freue ich mich, dass Sie einen Weg gefunden haben, sich selbst zu helfen. Interessanterweise mit genau denselben “Tools”, die ich hier seit einigen Wochen propagiere.

    Ich nehme mal an, dass Sie u.a. auch mit dem Tool “Innere Autorität” gearbeitet haben. Denn eine Konsequenz davon ist, dass man nicht dauernd die Blicke anderer Menschen im Rücken oder auf sich gerichtet sieht. Man schämt sich nicht mehr und dann verschwinden auch die zwanghaften Gedanken, dass andere einen dauernd beobachten würden.

    Auch die Aussöhnung mit den Eltern ist wichtig, um im Leben voranzukommen. Dabei hilft das Tool „Aktive Liebe“. Denn manchmal ist es nicht möglich, sich mit den realen Eltern auszusöhnen, die einem Schlimmes angetan haben. Entweder weil sie nicht mehr leben oder man einfach den Kontakt abgebrochen hat. Aber es ist die innere Aussöhnung, die zählt. Und die ist immer möglich.

    Alles Gute für Sie!

  285. Kurti sagt

    Hallo Azrael,

    ich habe Deinen Hilferuf gehört. Du bist nicht allein! (Auch wenn Du Dich so fühlst.)

    Ich habe hier lange nicht geschrieben, weil ich mich mit jenen ausgesöhnt habe, die mich emotional missbraucht und auch ab und zu geschlagen haben.

    Das ist auch immer noch so. Mein Verhältnis zu meinen Eltern bessert sich stetig. Sie lernen dazu und ich auch, jeden Tag.

    Ich habe auch immer alles mit mir selbst ausgemacht. Zum Teil, weil niemand sonst da war, zum Teil, weil ich Asperger Autist bin, transsexueller (Frau zu Mann) Asperger Autist, um genau zu sein.

    Als Kind habe ich das alles nicht gewusst, bzw. dass ich mich als Junge gefühlt habe, war für mich selbstverständlich.

    Warum ich eigentlich schreibe, ist, dass ich nach 34 Jahren meine Depressionen los bin und nicht durch eine klassische Therapie. Die habe ich vorher reichlich gemacht. Von den Therapeuten und Psychiatern hat übrigens niemand erkannt, dass ich transsexuell und autistisch bin, das habe ich mir selbst erarbeitet und inzwischen medizinisch bestätigen lassen.

    Ich galt als therapieresistent und dachte wirklich, ok, muss ich halt mit meinen Depressionen und den Ängsten mein Leben lang auskommen. Ich bin jeden Tag aufgestanden und habe zu mir selbst gesagt: „Noch einen Tag leben? Oh nein, nicht noch einen.“ – Ich hatte keine Lust mehr.

    Ich bin dabei das Buch „The Tools“ zu lesen und es verändert mein Leben. Die Depressionen sind weg, die Ängste vermindern sich kontinuierlich und neulich war ich zum ersten Mal einkaufen, ohne mir darüber Gedanken zu machen, was andere von mir denken könnten.

    Und ich kann mich endlich freuen, fröhlich sein, Witze reißen und lachen. Mein Sohn ist 14 und hat neulich zu mir gesagt: „Was, du kannst lachen?“

    Ich will Dir Mut machen, denn es gibt auch einen Weg für Dich. Den ersten Schritt, den Du gegangen bist, ist hier Dein Leid aufgeschrieben zu haben. Das war wirklich super, denn stark ist nicht der, der sich versteckt, sondern der, der raus kommt und sich seinen Ängsten stellt.

    Ich bin mir sicher, dass Du auch noch weitere Schritte gehen kannst, denn wer einen Schritt schafft, der kann noch mehr. Ich wünsche Dir alles Gute dafür, damit Du eines Tages wieder lachen kannst.

    Kurti

  286. Azrael sagt

    Hallo,
    mich berühren die Geschichten der Menschen hier sehr, nachdem auch ich als Kind viel Gewalt und psychische Erniedrigung erfahren habe.

    Ich wurde seitdem ich denken kann von meinen Eltern geschlagen, vor allem von meinem Alkoholiker-Vater. Jeden Tag gab es Prügel, oft ohne Grund. Er kam zur Tür herein und schlug mir einfach, meist mit den Hand ins Gesicht, auf das Genick und trat mich mit seinen Füßen. Und wenn ich geweint habe, gab es wieder Prügel. Außerdem wurde ich ständig als dumm, blöd, behindert, mißraten, usw. von meinem Vater bezeichnet. Mein kleiner Bruder hingegen wurde verwöhnt und liebkost. Mein Vater spielte regelmäßig mit ihm, Prügel oder Beschimpfungen bekam er keine. Mit mir hat mein Vater nie gespielt. Wenn sich mein Bruder verletzte und heulte und mein Vater hörte das, rannte er sofort zu mir und verprügelte mich – obwohl ich überhaupt nichts damit zu tun hatte und oft gar nicht wußte, was los war oder was ich falsch gemacht hatte. Das führte auch dazu, dass ich meinen Bruder nie leiden konnte und auch heute nicht sehen will.

    Meine Mutter hat mich nie verteidigt oder etwas gegen meinen Vater gesagt. Sie war psychisch labil und sprach oft davon, dass sie sich umbringen wolle und gerne sterben würde. Ich hatte als Kind große Angst. Auch mir redete sie immer ein, dass ich bald sterben würde – wenn ich Husten hatte oder krank wurde. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich 5 war und im Winter eine Grippe hatte. Meine Mutter sprach ständig diesen Satz zu mir „Du stirbst mir vom Bett davon…“. Vor lauter Angst trank ich literweise warmes Wasser, weil ich als Kind damals dachte, dass mir das gut tut. Das hat dazu geführt, dass ich Krankheiten (Ohrenschmerzen, Bauchschmerzen…) oft tagelang verschwieg, weil mich meine Mutter damit fertig machte und schimpfte. Zudem wurde jede schlechte Schulnote mit stundenlanger verbaler Erniedrigung bestraft, wodurch ich eine riesen Angst hatte, schlechte Leistungen zu bringen und zu versagen.

    In der Schule (und bis heute) war ich immer ein Außenseiter, war klein und schwach und konnte mich nie integrieren. Folglich wurde ich auch in der Schule verprügelt und beschimpft. Ich war lange Zeit der Sündenbock für alle und überall gabs Prügel: zu Hause und in der Schule. Es gab eigentlich nie jemanden in meinem Leben, der sich für mich stark gemacht oder mir geholfen hat. Ich schätze, darum bin ich auch heute ein Einzelkämpfertyp.

    Mit 12 Jahren bekam ich schlimme Depressionen, die 2 Jahre lang anhielten. Ich wollte einfach nur tot sein, dachte immer wieder an Selbstmord oder Selbstverstümmelung. Aber auch darüber habe ich nie gesprochen. Also begann ich, meinen Schmerz heimlich aufzuschreiben. Ich schrieb mehrere Blöcke voll und zerstörte sie anschließend. Das hat mir geholfen, selbst wieder aus dieser Depression heraus zu finden.

    Heute bin ich ein 32jähriger Mann und Vater von 3 süßen Kindern, die ich noch nie (!) geschlagen habe. Eigentlich wäre mein Leben heute in Ordnung, aber meine Vergangenheit holt mich permanent ein.

    Ich bin sehr oft grundlos traurig oder habe Angst. Ich habe Angst vor Konflikten, Angst zu versagen, Angst als „dumm“ zu gelten und große Probleme, etwas positives an mir zu finden. Ich habe keine Freunde und eine soziale Phobie. Ich meide Gesellschaft wo ich nur kann. Nur in meinen sexuellen Phantasien bin ich dominant (beim Masturbieren). Das ist die einzige Möglichkeit, mich stark zu fühlen – auch wenn ich danach immer Schuldgefühle habe. Ich schätze, mein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl ist total im Keller. Und es vergeht kaum ein Tag, wo ich nicht über Selbstmord nachdenke und Abends auf der Couch sitze und in Tränen ausbreche, ohne dass es jemand sieht. Ich suche ständig nach etwas, das mir ein Gefühl von Glück, Geborgenheit und Vertrauen gibt, aber das fühle ich sehr sehr selten und finde es auch nicht. Vielleicht bin ich emotional auch abgestumpft. Ich weiß es nicht.

    Meine Frau weiß davon nichts. Ich rede nicht mit ihr darüber, weil sie es nicht verstehen würde und ich sie nicht belasten will. Sie wuchs in einer liebevollen und glücklichen Familie auf, wurde nie geschlagen und hat wundervolle Eltern. Sie weiß lediglich, dass ich eine soziale Phobie habe und akzeptiert diese Tatsache. Genauso wie ich akzeptiere, dass Sex für sie nicht wichtig ist und wir sehr sehr selten miteinander schlafen.

    Ich überlege schon lange, ein Buch über mein Leben zu schreiben oder einen Song. Aber ich hatte bisher nicht den Ehrgeiz oder die Kraft, damit anzufangen. Wahrscheinlich habe ich auch gar kein Talent dafür. Außerdem – wer würde das lesen oder hören wollen? Das wäre lediglich ein Mittel zum Selbstzweck (wenn überhaupt).

    Meine eigenen Gefühle, Gedanken und Verhaltensmuster zeigen mir, wie man einen Menschen durch Gewalt kaputt machen kann. Wie wäre ich wohl geworden, wenn ich Liebe und Vertrauen als Kind bekommen hätte? Wäre ich heute fröhlich? Hätte ich Freunde? Wäre schön, diesen Teil von mir einmal kennen zu lernen. Aber der ist wohl nie geboren worden.

    Ich wünsche allen anderen Leidensgenossen alles Gute und viel Kraft!

    Liebe Grüße,
    Azrael

  287. Hallo Lilly,
    ja, ohne Therapie schafft man es selten. Und eine Traumatherapie, wenn sie hält, was sie verspricht und gut gemacht wird, ist die beste Wahl.
    Entscheidend ist die Beziehung zum Therapeuten/zur Therapeutin. Denn bei der Bewältigung geht es vor allem darum, wieder Vertrauen zu einem Menschen bezw. zu Menschen überhaupt zu gewinnen.

    Danke für Ihren Kommentar – und alles Gute für Sie.

  288. Hallo,
    ich habe gerede ihren Artikel gelesen und was sie geschrieben haben ist leider nichts neues für mich.
    Auch ich habe gewalt erfahren… leider in doppelter Form.
    Jahrelang wurde ich von meiner Mutter psychisch und physisch misshandelt. Aber auch in der Schule und in meiner späteren Ehe habe ich Gewalt erfahren.
    Zu meinem Glück hatte ich sehr liebevolle Großeltern, bei denen ich lernte, dass es auch anders geht… ohne Gewalt.
    Ich habe zwei KInder. Beide habe ich ohne Gewalt erzogen. Niemals habe ich sie geschlagen oder anderweitig misshandelt.
    Drei Selbstmordversuche habe ich, wegen der vielen Gewalt, hinter mir.
    Nachdem ich nun schon etliche Therapien hinter mir habe, mache ich nun eine Traumatherapie.
    Warum?
    Weil ich, in Folge der vielen Gewalt, seit Jahren unter schlimmen Angstzuständen und Panikattacken leide.
    Zu den Personen, die mir das alles angetan haben, habe ich keinen Kontakt mehr.

    Ihren Artikel finde ich sehr interessant und er ist sehr gut geschrieben.

    Liebe Grüße,

    Lilly

  289. Veilchen sagt

    Hallo Karl,

    danke für deine hilfreiche Antwort. Meine Bemühung mich zu befreien wird durch den Gedanken gestützt, dass meine Kindheit und Jugend durch den Terror meiner Mutter bzw. meines Elternhauses zerstört wurden und ich einfach nicht will, dass nun der Rest meines Lebens genauso verläuft. Meine Mutter hat bei ihrer letzten Prügelattacke vor zwei Jahren wohl vergessen, dass ich nicht mehr das kleine hilflose Mädchen bin, welches sich nicht wehren kann und auf sie und ihre Güte angewiesen ist. Auch wenn ich in dem Moment logischerweise nicht auf sie eingeprügelt habe um mich zu wehren, so habe ich mich emotional gegen sie gewehrt und mich immer mehr abgewendet. Ich will mir einfach nicht noch meine Zukunft verderben lassen, nicht noch mehr. Es ist mir völlig unverständlich, dass sie Liebe und Anerkennung von mir erwartet, aber nicht schlussfolgern kann, dass sie und ihre Taten die Gründe dafür sind, dass ich ihr diese emotionale Nähe nicht geben kann.

  290. 1. kein Kind hat das verdient.
    2. diese aberwitzigen Rechtfertigungsversuche wie von Deiner Mutter sind nichts Besonderes.
    3. Etwas Besonderes sind Deine konkreten Bemühungen, Dich zu befreien von dieser Bedrohung und der schweren emotionalen Beschädigung.
    Du lernst ganz einfach, zu Deinen Entscheidungen zu stehen. Und Du lehnst schon längst diese ganzen Verniedlichungen und Rechtfertigungen vollkommen ab. Das ist gut so.
    Mutter ist zunächst mal ein Begriff für eine Rollenbezeichnung. Diese Rolle ist mit Verpflichtungen und objektiv wahrnehmbaren Merkmalen versehen. Dazu gehören u.a. die bedingungslose Liebe dem Kind gegenüber, Annahme und Schutz, Anleitung und angemessenene Versorgung, Geborgenheit und Respekt sowie das Gewähren der Entwicklung einer individuellen Persönlichkeit des Kindes.
    Bei fast allen Schwierigkeiten in (jungen) Partnerschaften spielen schwere emotionale und physische Verletzungen aus der Kindheit eine Rolle. Hat ein Kind nie erfahren, was Liebe ist, kann es diese später beim Partner schwer erkennen. Alles gerät durcheinander. Denn man sieht nur, was man kennt. Man kann ja nur geben, was in einem steckt. Und wo sollen geschlagene, erniedrigte und schwer gedemütigte junge Menschen das später hernehmen. Konflikte sind quasi vorprogrammiert.
    Distanz zu denenen, die so schwer verletzten, obwohl sie beschützen sollten, ist deshalb eine wichtige Sache, weil sonst immer wieder die schlimmen Geschehnisse wieder aufleben, Wunden aufreißen.
    Verdrängen hilft nicht, im Gegenteil. Eine Psychotherapie, welche diese schwere emotionale Schädigung berücksichtigt, ist m.E. das Wichtigste.
    Dein schlechtes Gewissen wegen Deiner Entscheidungen ist verständlich. Woher sollte denn auch Selbstsicherheit und Selbstwirkung in dem Maße herkommen, dass eine innere Stimme wie aus einem Megaphon schallt: Jetzt ist Schluss. Ich stehe zu meinen Entscheidungen. Punktum. Mein Leben! Es reicht. Schlimm genug, dass man diesen Irrsinn nicht rückgängig machen kann. „Verdient“ habe ich tatsächlich ein sicheres und glückliches Leben.

    – Physiologisch ist es allerdings so, dass durch diese wiederkehrenden früheren Verletzungen quasi ein endokriner Fingerabdruck aus 20 Hormonen entsteht, der sich immer wieder zeigt. Das führt dazu, dass viele Betroffene lange Zeit ein Leben im Dauerstress verbringen. Selbst posttraumatische Phasen im Alter treten häufig auf. (da stellt sich ein unangenehmer Hormoncocktail restimulierende Eindrücke ein durch Bilder, Geräusche usw. usf.
    Eine Pille für das Vergessen und den hormonellen Ausgleich gibt es nicht. Es bedarf eine gehörige Anstrengung, sich von dem aberwitzigen Irrsinn in manchen Herkunftshäusern zu befreien. Aber loszuziehen und einmal einen richtigen, wichtigen Schritt in die richtige Richtung zu tun, ist tausendmal besser, als hundert Male darüber zu reden. (z.B. therapeutische Prozesse)
    Persönlich freue ich mich mit jedem, der es schafft und wünsche allen ein friedvolles, erholsames Wochenende. Karl

  291. Veilchen sagt

    Hallo,

    ich bin 34 Jahre und ebenso ein Kind welches Jahrelang von der Mutter geschlagen wurde.

    Nicht nur Gürtel, Schirme, Fäuste, Tritte, nein, sogar Schlangengurken wurden auf mir zerschlagen. Gerade hat mich die Verzweiflung ins Internet getrieben und so bin ich auf diese hilfreiche Seite gestoßen. Seit Jahren denke ich, ich sei verrückt, alle Probleme die ich nun als erwachsene Frau mit mir trage, auf meine Kindheit zu schieben. Gerade kam mir der Gedanke, dass ich unter Übergewicht leide, weil ich als Kind den Teller immer leer essen musste. Wenn ich das nicht tat, gab es Schläge. Dabei waren die Portionen keine Kinderportionen, sondern Portionen die einen dicken Erwachsenen gesättigt haben.
    Wie oben geschrieben, habe ich gerade bei dem Gedanken „ich sei dick, weil ich in der Kindheit dazu gezwungen wurde zu essen“ gedacht, ich sei verrückt, alles auf meine Kindheit zu schieben. Ehrlicherweise weiß ich nicht mehr weiter. Von meiner Mutter fühle ich mich immer noch respektlos behandelt (sie hörte mit 16 Jahren auf mich zu schlagen). Weiterhin ist es so, dass meine Wünsche -in welcher Form auch immer- nicht respektiert werden. Vor ca. 2 Jahren passierte – nach 16 Jahren- etwas was mich völlig von ihr distanzierte. Ich wollte nicht von ihr fotografiert werden, da sie alle Fotos immer ins Internet stellt. Es ist mein gutes Recht, dass nicht zu wollen. Daraufhin fing sie an mir auf dem Kopf herumzuschlagen und zog mir am Haar. Aus Respekt währte ich mich nicht, jedoch ergriff mein Ex-Mann (der bis dahin von meinen Schlägen in der Kindheit nichts wusste) die Hände meiner Mutter und so hörte sie auf weiter einzuschlagen. Ich sagte dann zu ihr, dass sie schon früher wie blöd auf mich eingeschlagen hat und sie sich überhaupt nicht verändert hätte. Daraufhin antwortete sie folgendes: „Wenn ich auf dich eingeschlagen habe, dann hast du es verdient“. Ich spare mir jeden weiteren Kommentar zu ihrer Aussage.

    Mein Problem ist nun folgendes: vor ca. 2 Monaten brach ich den Kontakt vollkommen zu ihr ab, weil ich einfach nicht mehr kann. Ich kann mit ihr nicht allein sein (aus Angst), ich kann nicht mit ihr reden, ich weiß nicht worüber ich mit ihr reden soll. Sie fordert von mir Liebe und Anerkennung, wenn ich aber frage, wann ich als Kind Anerkennung und Liebe bekommen habe, erhalte ich Ignoranz als Antwort (also keine Antwort, es wird einfach lustig über andere Dinge gesprochen). Mein Problem ist bei dem Kontaktabbruch ein schlechtes Gewissen, weil es ja schließlich meine Mutter ist. Ich kann doch nicht einfach zu meiner Mutter den Kontakt abbrechen. Andersherum tut mir der Kontakt zu ihr nicht gut. Ich bin völlig verwirrt und weiß nicht mehr was richtig und was falsch ist? Werde ich es irgendwann bereuen den Kontakt abgebrochen zu haben? Was denken bloß andere Menschen von mir, wenn ich erzähle, dass ich zu meiner Mutter keinen Kontakt habe? Sicherlich bin wieder ich die Bös. Warum kann ich nicht einfach vergessen? Warum hat meine Mutter mich überhaupt bekommen? Das sind alles Dinge, die mir durch den Kopf gehen… und oft denke ich „ sie wurde von meinem Vater geschlagen, also nimm es ihr nicht für Übel, denn sie hatte es auch nicht einfach“. Völlige Verwirrung in meinem Kopf

    Ich hoffe mein Text ist einigermaßen zu verstehen, da ich ein wenig aufgewühlt bin.
    Danke fürs Lesen
    Viele Grüße
    Veilchen

  292. Michaela sagt

    Ich, Michaela 37 Jahre, die den Kommentar von gerade schrieb, möchte allen hier, besonders natürlich den Kindern etwas sagen:

    Es ist hart. Und es gibt ein anderes Leben. Es gibt später eine Wahl, welche Erwachsenen ihr selbst sein wollt und ich will euch ermutigen. Meine Schläge von meinem Vater endeten mit der Pubertät, als ich mich gegen meine Eltern dem Jugendamt anvertraute, die mich aus der Familie heraus holten. Damals war ich verpöhnt, der Verräter, wurde ausgeschlossen. Damals war es hart auch ohne meine Eltern zu gehen. Und andere Wege zu entscheiden.

    Heute arbeite ich therapeutisch mit auch geschlagenen Kindern und mache das Beste, was ich kann mit meinem Einfühlungsvermögen. Diesen Beruf zu finden, der aus meinen Fähigkeiten oder meiner Person das Beste rausholt, dass fand meine Therapeutin mit mir heraus.

    Denn es gibt einen anderen Horizont, an den wir glauben können. Und es macht Sinn, anders zu leben und Frieden zu erarbeiten.

    Heute sehe ich nach Jahren von Kontaktabbruch meine Eltern ab und zu. Heute sind sie „nur noch Eltern“, die auch scheiterten und auch manchmal brilliant sind.

    Eltern, denen eine Therapie geholfen hätte, ihre eigenen Wunden zu versorgen. Ich liebe sie heute anders und habe eigene Meinungen.

    Und akzeptiere das Gesetz und die Ethik.

    Jeder von uns kann anders handeln als gewalttätig. Heute. Denn dann macht unsere persönliche Stärke Sinn in einem gemeinsamen Ziel.

  293. Michaela sagt

    Mir gefällt Ihre Zusammenfassung zu dem Thema sehr gut, da ich selbst Gewalterfahrungen in der Kindheit erlebte, die zu einem unsteten Lebensstil führten in Partnerschaften und Beruf.

    Die Zusammenhänge zu erkennen war schwierig, da ich aufgrund von Alpträumen eine Therapie begann und überhaupt nicht dachte, dass das Gewalterleben solch massive Einflüsse auf mein Leben nach sich zog.

    Nach 3 Jahrentiefenpsychologisch fundierter Therapie, die auch gestaltterapeutisch beeinflusst war, gelang mir sowohl zwischenmenschlich zu heiraten, als auch einen langfristigen Job einzugehen. Die Alpträume sind weg, kommen meist nur noch einzeln mal in sehr schwierigen Lebenssituationen auf.

    Es war sehr hart, die Therapie. Doch heute weiß ich auch, was Glücklichsein und Vertrauen ist und wie ich selbst die Dinge mit in die Hand nehme und beide gleichstark sein können. Ich weiß auch, dass ein wertschätzender Partner sehr stärkt in der Zeit der Therapie, wo diese Ängste, Ohnmachtsgefühle, Schuldgefühle aufkommen. Aggression lebe ich kontrolliert aus, dass kann sogar Spaß machen, oder im Joggen Ventile finden.

    Auch Konfliktlösungsseminare halfen mir, alternative Wege zu erlernen und meine Fähigkeiten zu erweitern.

    Ich glaube, dass Wunden heilen und wir manchmal andere brauchen auf diesem Weg.

  294. ja, unbedingt professionelle Hilfe, z.B., Psychologischer Dienst der Stadt, Hilfsorganisatonen, Fachberatung der Krankenkasse, aufstehen, losgehen, einen Ansprechpartner suchen, der die Angelegenheit einen Schritt weiter bringt; denn

    einen Schritt zu tun ist eintausendmal mehr wert, als hundertmal über eine Sache zu reden, sich aufzuregen und zu verzweifeln. Ich meine: etwas tun, umgehend einen therapeutischen Kontakt herstellen, Hilfe aufsuchen, – von alleine geht nichts –

    irgendwie hatte ich da einen Link verwechselt deshalg hier meine gleiche Antwort noch mal –

    Niemals hätte gedacht, dass es heute, 2012 noch solche Geschichten gibt. Ich dachte, das gab es nur bis in die 1960er.

    Sicher muss das Thema Gewalt gegen Kinder noch viel mehr in die Öffentlichkeit. Gestern lief in Einsfestival eine Doku, wo ein junger Mann seine Geschichte erzählte, der als Kind drei Monate lang entführt, mißbraucht wurde, total traumatisiert zurück in der Familie… Seine ältere Schwester sagte dazu heute: „ganz schlimm war sicherlich, dass wir alle nachher so weitergelebt haben, als sei nichts geschehen.“ Und wenn die ganze Gesellschaft so reagiert, wer soll sich dann schuldig fühlen, wie soll dann Verantwortungsbewusstsein wachsen… Es ist eher so: wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Auch die Mutter des traumatisierten Jungen aus der Doku machte einfach ihren Sohn selbst dafür verantwortlich, dass er ständig Konflikte mit Vorgesetzten und Beziehungen hatte, die Stelle drei mal im Jahr wechselte usw. (ich habe mich gewundert, dass der Mann nicht längst Frührentner war)
    Auch die Medien waren nur da, solange sie Schlagzeilen machen konnten mit dem Skandal. Dann waren alle schnell wieder weg.

  295. MissKitty sagt

    Es geht hier um meinen Freund, der mittlerweile 34 Jahre alt ist. Er wurde als Kind im Alter von 4 bis 14 Jahre sexuell missbraucht von einem Bekannten seiner Familie. In der Pubertät wurde er dann bis er 17 war regelmässig von seinem Vater geschlagen. Aus seinen Erzählungen entnehme ich, dass es da sehr brutal zur Sache ging. Rohrstöcke und Gürtel waren da wohl die liebsten Hilfsmittel des Vaters.

    Mein Freund ist wie gesagt 34 Jahre alt und leider Gottes Alkoholiker. Was ihn immer wieder in Situationen geraten lässt, bei denen er teilweise schwerst verletzt wird. Mit 27 wurde ihm in einem Park ein Auge ausgeschossen. Da war er auch stark alkoholisiert. Ich habe schon des öfteren festgestellt, dass er regelrecht auf der Suche nach Schlägen ist wenn er betrunken ist. Ich sprach ihn auch schon offen darauf an und er bejahte meine Frage ob er auf der Suche nach Schlägen sei.

    Ich selbst habe eine harmonische Kindheit erlebt, liess mich mit 25 auf den falschen Mann ein und erlebte selber 4 Jahre schwerste Gewalt und brutale sexuelle Übergriffe. Ich kann einfach nicht verstehen, warum mein Freund sich so sehr nach Schlägen sehnt. Es zerbricht mir mein Herz und ich fühle mich so sehr hilflos. Erst vor einem Monat wurde er im Park mit sogenannten Freunden mit einer Bierflasche attackiert. Eine 7 cm grosse sehr tiefe Platzwunde musste im Krankenhaus mit 10 Klammern getackert werden.

    Als ich ihn drauf ansprach, sagte er nur, das sei nicht so schlimm und er sei es ja selber schuld. Immer wieder erfahre ich von seinen Bekannten, dass er auf der Strasse zusammen geschlagen und getreten wird. Das man ihn sogar schon mit dem Kopf auf den Bordstein geschlagen hat. Ich kann einfach nicht verstehen warum er das alles so hinnimmt. Oft sagt er zu mir, dass er sterben will und das er nur darauf wartet, tot geschlagen zu werden.

    Es zerreisst mich, denn mein Freund ist so ein verdammt liebevoller Mensch. Sehr scheu aber auch lustig, wenn er sicher fühlt .. was soll ich nur tun?? Ich habe ihn schon oft angefleht, dass er sich Hilfe suchen soll. Das er sich in eine Langzeittherapie begeben soll, nicht nur wegen seinem übermässigen Alkoholkonsum sondern auch wegen der ganzen grauenhaften Erlebnissen die er in seinem jungen Leben schon erleben musste…

  296. Miriam sagt

    Als Kind wurde ich massiv geschlagen, einmal wöchentlich landete mein Bruder oder ich im Krankenhaus – ich kann es einfach nicht vergessen!!!!

    Deshalb habe ich mich mit 14 bereits entschieden, keine Kinder – heute, 30 Jahre später, kann ich sagen, gute Entscheidung.

    Doch auch meine Beziehungen halten nicht, ich bin zu selbstbewußt, zu agressiv, von allem etwas zu viel…… doch glücklicherweise nicht gewalttätig.

    Ich kann nicht mit Kindern umgehen und da ich schon wieder, mittlerweile seit 3 Jahren, Single bin, fühle ich mich ständig wie das 5te Rad am Wagen.

    Kein schönes Leben…….

    Ich habe vor über einem Jahr mit einer Therapie begonnen, denn ein Burnout und Depressionen kamen dazu.

    Der Schläger in meiner Familie ist vor über einem Jahr gestorben, doch ich kann es nicht vergessen.

  297. Hallo Mona,
    ich halte das beschriebene Verhalten bei einer Dreijährigen überhaupt nicht für normal. So eine frühe Sexualisierung muss das Kind irgendwo lernen. Da der Kindergarten wohl ausscheidet, bleibt nur jemand in der Familie. Für einen sexuellen Mißbrauch reichen die Hinweise meines Erachtens nicht. Ich tippe eher auf zufälliges oder absichtlich herbeigeführtes Mitschauen von Pornos.

    Für das Kind ist es mit Sicherheit nicht gut. Da die Mutter uneinsichtig ist, hilft vielleicht ein Gespräch mit dem Vater. Es ist leider ein Trend, siehe dieser STERN-Artikel.

    Danke für Ihre Frage.

  298. Mona sagt

    Hallo,
    es geht um die Tochter einer Freundin, sie ist 3 Jahre alt. Sie geht nicht in den Kindergarten, ihre Mutter kümmert sich, Vater geht arbeiten.
    Ich komme öfter zu Besuch oder auf einen Kaffe vorbei und mir bereitet das Verhalten der Kleinen jedes Mal Kopfschmerzen. Sie zeigt ihre Geschlechtsteile, auch draussen, benutzt Wörter wie Fotze, Schwanz usw. teilweise bekam ich manchmal mit, wie sie sich heimlich einen Kulli in die Vagina einführte.

    Meine Freundin habe ich darauf auch schon angesprochen, sie sagte wenn ich mal Kinder habe, werde ich sehen, dass das ein ganz normales Verhalten ist. Kann gut sein, aber für meinen Geschmack sind es Sachen, die für solche kleinen Kinder nicht üblich sind. Die Kleine macht nicht unbedingt so einen Eindruck, aber kann das alles auf sexuellen Missbrauch hin deuten?

  299. Patrick sagt

    Vielen Dank erstmal für diese Seite. Sie hat mir gestern ein Stück weit die Augen geöffnet und mir bewusst gemacht, dass eigentlich alle meine gegenwärtigen Probleme auf meine Kindheit zurück gehen.
    Auch ich wurde als Kind mit Stöcken, Kochkellen und Teppichklopfer – meist auf den nackten Hintern – verprügelt. Meistens von meiner Mutter, manchmal auch vom Vater, wenn sie dies von ihm verlangte.

    Als ich mich mit 16 zum ersten mal wehrte, und sie bei einer erneuten Attacke wegschubste, so dass sie zu Boden fiel und sich den Kopf stiess, hetzte sie die ganze Familie gegen mich auf, und behaptete ich sei nun schon so verkommen, dass ich auf die eigene Mutter losginge. Selbst ich hatte ihr das geglaubt.

    Heute bin ich 32 Jahre alt, habe selbst 2 Kinder und eine sehr liebevolle Frau.
    Leider streiten wir uns sehr häufig, wenn es um die Erziehung der Kinder geht. Ich finde oft, dass sie unsere Kinder zu sehr verwöhnt und dass sie „strenger“ sein sollte (auch wenn ich eigentlich auch selbst nicht dahinter stehe).
    Bis jetzt konnte ich mich Gott sei Dank soweit beherrschen, dass ich meine Kinder noch nie geschlagen habe, auch wenn ich immer mal wieder unter Wutausbrüchen leide.

    Nun habe ich mich fest entschlossen diesen ganzen Schmerz, welchen ich Jahrelang mit Kiffen zu unterdrücken versuchte, aus meiner Seele zu entfernen. Da weder ein Psychiater, noch eine Rückführung, noch Meditation mir helfen konnte, sehe ich als letzte Möglichkeit die Konfrontation mit meiner Mutter.

    Da sie heute als soziale Beraterin arbeitet, denke ich, dass sie dafür offen sein sollte. Trotzdem fürchte ich mich vor ihrer Reaktion und dass es „ausarten“ könnte, da sie mich bis heute für die meisten unserer familiären Probleme verantwortlich macht.

    Wie soll ich vorgehen, damit es „sachlich“ bleibt?

  300. Hallo Valerie,
    Dein Kommentar hat mich – wie etliche andere – hier sehr berührt. Ich glaube, Du bist die jüngste Leserin, die hier sich mitgeteilt hat.

    Ich will Dir vor allem eins schreiben. Kinder brauchen immer eine Erklärung, wenn etwas Schlimmes geschieht. Wenn jemand schwerkrank wird oder stirbt, wenn Eltern sich trennen oder wie in Deinem Fall, wenn ein Kind geschlagen wird.

    Wenn Eltern sich nicht entschuldigen und die Verantwortung für ihr Tun übernehmen, suchen Kinder immer nach einer schlüssigen Erklärung . und die finden sie immer bei sich selbst. Sie kommen darauf, dass sie nur nicht brav gesnug sind, oder nicht genug in der Schule, oder weil sie ein Mädchen sind. Manchmal denkt ein Kind auch, dass es geschlagen wird, weil es überhaupt auf der Welt ist.

    All das stimmt nicht. Das Kind ist niemals schuld, niemals. Es ist auch nicht Deine Schuld. Vielleicht sind Deine Eltern überfordert oder sie laden einfach ihren Frust über alles Mögliche bei Dir ab.

    All das ist nicht in Ordnung. Aber es ist wichtig für Dich zu verstehen, dass es nichts mit Dir zu tun hat – auch wenn Du es aushalten musst.

    Ich finde, Du hast sehr viel Kraft und Klarheit, wie Du die Situation siehst.
    Alles Gute für Dich.

  301. Puh, wenn ich lese, was ihr alles durchmachen müsst bzw. musstet, dann wird mir das Herz ganz, ganz schwer, und mir kommen die Tränen. Kein Witz.

    Ich würde euch am liebsten alle nacheinander mal in den Arm nehmen.

    Mir fällt auch nichts ein, das euch trösten könnte, denn Trostworte sind ja nur zum Drüberschmieren über den Schmerz. Sie dienen viel mehr dem, der tröstet, als dem, der getröstet wird. Man hält es einfach nicht aus, zu lesen, dass ein anderer Mensch so leiden muss.

    Und wenn man so viel Scheiß erlebt wie ihr, dann klingt es einfach nur zynisch, wenn jemand einem sagt, was man machen sollte oder könnte.

    Aber zwei Sachen möchte ich euch trotzdem sagen:
    1) Versucht irgendwie, euch selbst lieb zu haben. Ich weiß nicht, ob man das einfach so einschalten kann, aber versucht es. Oder sucht euch Hilfe – seid nicht zu stolz oder zu cool dazu.
    2) Meist wird Gewalt von Generation zu Generation weitergegeben. Auch eure Eltern sind sicher schon verprügelt worden. Gewalt erzeugt Gewalt. Sie lieben sich selbst nicht, und deswegen sind sie einfach nicht in der Lage, euch Liebe zu geben. Das soll ihr Verhalten nicht entschuldigen, sondern euch nur mehr Überblick geben. Und es soll euch klar machen, dass ihr die nächsten in der Kette sein könntet, die gewalttätig werden, wenn ihr das nicht bearbeitet.

    Oh Mann, ich muss immer wieder tief durchatmen, wenn ich lese, wie viel Schmerz ihr aushalten müsst, und ich würde so gern irgendwas schreiben, das euch hilft. Aber ich glaube, dass euer Schmerz zu groß ist für dürre Worte in einem Blog.

  302. Simone sagt

    Ich bin betroffen hier zu lesen von Kindern / Jugendlichen, die zuhause Gewalt erfahren. Bitte holt euch Hilfe! HIER ist ein Link für Deutschland:

    http://www.kinderschutz-zentren.org/hilfe-fuer-kinder

    Die Hilfe und auch die Anrufe auf die Beratungsstelle sind kostenlos und werden vertraulich behandelt.

  303. Ich hatte eine Freundin, die ist (in meinem Beisein) von ihren Eltern geschlagen worden.

    Wenn sie etwas nicht aufessen wollte (z. B. Fleisch mit Knorpel) oder bei anderen Nichtigkeiten. Sie hatte einen riesigen Hass auf ihre Eltern. Irgendwann, Jahre später, sagte sie: „Ich würde meine Kinder auch schlagen. Mir hat es doch nicht geschadet.“ Das hat mich sehr schockiert.

    Allen, die diese grausamen Erfahrungen machen oder machen mussten, wünsche ich die Kraft, sich Hilfe zu holen. Ihr seid nicht alleine.

  304. Liebe Valérie,

    Dein Kommentar hat mich sehr berührt. Leider habe ich keine Antworten auf Deine Fragen. Ich möchte Dir einfach nur sagen, dass Deine Stimme hier gehört wird.

    Ich weiss, das ändert nichts an Deiner Situation, aber es ist wichtig, dass Du weisst, dass Du nicht alleine bist. Es gibt Hilfe, es gibt Möglichkeiten.

    Wir kennen uns nicht, aber ich wünsche Dir von Herzen nur das Beste.

    Ivan

  305. @Azra:

    Das ist fürchterlich, was Du erlebst und was Du erlabet hast.

    Ich meine, das sollte sofort aufhören und ich meine Du solltest Dir sofort Hilfe nehmen. Auch wenn Du nicht zur Polizei gehen willst, sprich mit jemanden, wie Herr Hinke schreibt.

    Eine sehr gute Freundin ist in einem ähnlichen Umfeld aufgewachsen. Wenn Du möchtest, kann ich sie fragen, ob sie einmal mit Dir telefonieren mag. Sie kennt das sehr genau, was Du da erlebst. Und sie weiss, dass jeder Tag in diesem Umfeld Dir schadet. Auch bei mir kannst Du auf meinen Namen, Bild klicken und dort findest Du eine Telefonnummer oder email Adresse.

    Lieb Azra, das was Du schreibst ist wirklich schlimm. Und niemand sollte auch nur einen Tag erleben, was Du nun schon jahrelang erlebst!

  306. @Valerie
    Du hast wirklich mein Mitgefühl. Es ist vollkommen falsch und in kleinster Weise in Ordnung rechtfertigbar, was Deine Eltern tun.

    Mir gefällt es gut, dass Du bemerkst, dass es falsch ist. Es wäre viel, viel schlimmer, wenn Du auf irgendeine Art und Weise denken oder fühlen würdest, dass es richtig ist, oder ein bisschen in Ordnung.

    Es ist falsch!

    Es ist sogar so falsch, dass Deine Eltern vom Staat dafür bestraft werden würden, wenn der es herausfinden würde.

    Und ich meine, ich weiß wie schwierig das ist darüber nachzudenken, also, vielleicht nimmst Du Dir Hilfe. Also, ich weiss, wie schwierig das ist, denn mir ginge ähnlich. Ich hab mir keine Hilfe genommen. Heute denke ich, dass das ein Fehler war.

    Und vielleicht hilft es Dir ja: Du bist schon 12! Du wirst größer und mit jedem Tag wirst Du Dir weniger davon gefallen lassen.

    Lass Dich nicht unterkriegen.

  307. “ist nicht sclimm und einfach ignorieren-Maske”

    Ist aber schlimm, sehr schlimm sogar. Denn durch solches Erleben geht man zwangsläufig später (wie andere auch, die Anderes erlebt haben) prädisponiert durchs Leben. Und das wirkt sich auf nahezu alle Situationen aus.
    Es ist dann wie eine Brille, die durch die erlebte Gewalt, Demütigung und Mißbrauch dann Mißtrauen, Angst und Unsicherheit filtert. Alles wird entsprechend interpretiert und die im Gedächtnis gespeicherte Verwirrung und Verletzung bestätigt und steigert sich auf diese Weise laufend. „Nested Loops“, also eingenistete Schleifen nennt das die Psychologie. Diese aufzulösen ist nicht so einfach. Viel Mut, über die Dinge zu reden, Freunde die echt sind, wahrhaftig und beschützend, gehören dazu und Orte, an denen man wirklich gewollt und sicher ist. Wie kann man begabte junge Menschen, die ihr Leben noch vor sich haben, so behandeln? Ganz viel Kraft wünsche ich Dir und dass Du Dich rasch von diesem aberwitzigen Irrsinn erholen mögest.

    Das eigentliche Problem haben die Schläger. Und die Position, von der man auf Kinder herabschaut, ist ganz unten. K.H.

  308. valerie sagt

    Hallo ich bin 12.
    Ich finde es toll das sie so einen Text geschrieben haben.
    Er hat mich sehr berührt! Denn ich werde immer noch von meinen Eltern etwas geschlagen aber nicht mehr so viel wie früher. Eigentlich wollte ich einen Vortrag über gewalt halten und habe infos gesucht dann bin ich über das hier gestolpert und ich bin froh darüber. Denn ich habe gemerkt das es vielen nicht anders erging oder ergeht.

    Ich fnde es grausam so etwas mitzuerleben. Da ich die älteste bin, kriege ich für alle die schläge ab, das ich nicht gerecht finde. Ich meine, selbst bei kleinen Fehlern solte man nicht eine gescheuert bekommen! Manchmal denke ich nach und überlege warum ausgerechnet ich leben muss und das durch machen muss! Ich hasse alles am leben und das habe ich nur meinen Personen im umkreis zu verdanken.

    Ich werde gemobbt, weil ich ausländerin bin: Wo sie sagen, das war nur spaß, ist auch ein Herz, das Leben will, das einmal ernst genomen werden will und nicht ausgelacht aber als ich alle Ihre beiträge las, ging es mir um 1 prozent besser, da ich nun weiss dass ich nicht alleine bin und das freut mich etwas.

    Denn ich komme mir vor wie eine Person, die jeden morgen ihre freundliche „ist nicht sclimm und einfach ignorieren-Maske“ anziehen muss und sie abends ablegt. Ich hasse das so sehr! Daher habe ich nie wertschätzung oder bemitleiden gelernt oder änliche gefühle. Ich weiß nicht, wie man jemand tröstet und das als Mädchen!
    Ich fühle mich total erbärmlich. Danke für ihren text!
    mit vielen grüßen
    valerie

  309. Steven, dann lerne, lerne was Du nur kannst.

    es ist Dir ganz sicher kein großer Trost,
    aber mir ging es ähnlich, der einzige Ort
    die Schule…
    – aber dort schlugen sie auch zu, Fräulein J. und Herr S. – oft ist das grauenvoll – leider
    war und ist das nichts Besonderes, besonders ist, wenn Du und ich auf uns aufpassen und uns selbst und andere achtsam und liebevoll behandeln.
    Steven, pass gut auf Dich auf und such Dir einen guten Freund. mfG. Karl

  310. Steven alter 12 sagt

    Ich wurde als Kind auch mit dem Gürtel oder stock geschlagen und musste zuschauen wie mein Vater meine Mutter würgt der winzigste Ort Anden ich mich wohlfühlen ist in der Schule

  311. Petra sagt

    Ich bin jetzt 50 und habe bis jetzt noch keine Möglichkeit gefunden damit fertig zu werden. Ich sehe jetzt nur daß sich dieses Fühlen – Schmerz – Hilflosigkeit durch das ganze Leben ziehen und du nie wieder in der Lage bist, eine Beziehung zu führen. Du bist immer allein. Und ich bin sehr dankbar daß ich es trotzdem ohne Schläge und Prügel geschafft habe meine Tochter zu einer sehr netten jungen Frau zu erziehen,

  312. Auch ich bin ein Opfer der Eltern Gewalt.Ich bin heute 52 habe vier Kinder und habe Gottseidank nie die Hand gehoben ,ich hasse meine Mutter heute noch über ihren Tod hinaus ..Gruß Veronika

  313. Frida sagt

    Ich bin mittlerweile w17. Bin mit 15 angehauen, nach meinem outing, weil ich es nicht mehr aushielt. In meiner Beziehung mit meiner freundin habe ich sie einmal geschlagen. Ich habe zum ersten mal gemerkt das ich überhaupt nicht besser bin als mein Vater! Mich begleitet es sehr, aber seit dem ist mir das nie mehr passiert, und ich konnte es mir bis heute nicht verzeihen. Mich trifft das auch oft im Leben wieder so das ich die einfachsten dinge nicht mehr schaffe unedlichen hass auf mich selber spüre. Weder meine Mutter noch mein Vater konnten mir je das gefühl von liebe oder geborgenheit geben. Ich habe bis heute schreckliche angst.
    Aber ich will weiterleben und mich niemehr davon beeinträchtigen lassen.

  314. Hallo Freya,
    auch Du brauchst – wie fast alle, die hier schreiben – dringend Hilfe. Deine Mutter scheint psychisch gestört zu sein, deswegen verhält sie sich wohl so.
    Am besten, Du sprichst mit einem Lehrer aus Deiner Schule. Die sollten am besten wissen, was man in Deiner Situation machen kannst. Eventuell ist auch der Hausarzt eine erste Anlaufstelle, wenn Du zu dem Vertrauen hast.

    Hab Mut und tu den ersten Schritt, Dich jemandem außerhalb der Familie anzuvertrauen.

    PS: Deine Mutter darf das nicht tun. Schläge gegenüber Kindern sind gesetzlich verboten. Aber da sie wohl krank ist, kann sie das nicht einsehen. Das ist keine Entschuldigung, nur eine Erklärung.

  315. freya sagt

    Hallo,ich bin freya und bin 14jahre alt.
    Ich werde immer von meiner mutter, meinem bruder und manchmal von meinem vater geschlagen. Meine mutter schlägt mich besonders oft und es tut so weh. Sie beleidigt mich als hure, schlampe alles was ihr in den sinn kommt. Sie macht mich psychisch total fertig und ich halte das alles nicht mehr aus. Gerade wurde ich von meinem bruder geschlagen und sie hat nichts gesagt.. Sie droht mir das sie in die schule kommt und allen erzählen will wie ich „wirklich drauf bin“.

    Letzte woche hab ich ihr mein größtes geheimnis offenbart.. Ich bin seit 7jahren zwangskrank.. Also nicht so stark das ist ab und zu da. Auf jeden fall hab ich ihr das gesagt und sie hat es meiner tante sofort erzählt und meiner schwester. ich kann ihr nicht vertrauen und ich will das sie aus meinem leben verschwindet. Gestern abend hat sie mir einen tisch ans bein geworfen.. Ich habe so angst und kann mit niemandem darüber reden denn wenn ich meine tante um rat frage sagt sie dass sie schwer krank ist und das sie meine mutter ist und sie dürfe das..

    Ich habe wirklich angst das ich abrutsche oder irgendwann selber gewalttätig werde. Ich will etwas aus meinem leben machen und gar nicht wie meine eltern werden.. Ich will das alles aufhört,dieser schmerz alles.

  316. Guten Tag alle zusammen,

    die Geschichte mit Azra habe ich nun zwei mal gelesen und leider ist mir das nicht unbekannt. Gerade steht Maria bei mir im Türrahmen und fragt:
    „Wie viele Leute haben das denn nun gelesen?“ (und wie hat sie das wohl gemeint?!)
    Viele, wie ich weiß. Wer steht hier denn nun auf? Man kann das doch nicht so lassen.
    Wie viele wissen, engagieren wir uns hier täglich für andere. Und auch für Azra sollte es nicht bei getippten Worten bleiben. Niemand kann mit solch einer Kindheit wirklich leben. Was bleibt davon? Was wird daraus? Für mich hat sich in ähnlicher Situation im gleichen Alter ein vom langen Leben erfahrener Sozialarbeiter in Münster in den Zug gesetzt und ist bis Siegen gefahren. Danke heute noch einmal nach vierzig Jahren.
    Azra, wenn Du im Raum Köln lebst, komm einfach her und drücke auf unsere Klingel.
    Oder ruf an. Wenn Du auf mein Bildchen klickst, kommt ein Link, wo unter Impressum sowohl Adresse als auch Telefonnr. stehen.
    Und es wird bestimmt weiter gehen. So kann es wirklich nicht bleiben.
    Oder sprich mit einer Lehrerin/Lehrer, denen Du vertraust. Es gibt Wege.
    Wenn schon so viele zusehen, dass es so etwas hier überhaupt gibt,
    sollten jetzt einige handeln, wo sich ein beherztes Mädchen so mutig hier meldet.
    Azra, Deine Zeilen brechen einem das Herz. Und Du solltes Hilfe bekommen. Karl

  317. Hallo Azra,
    eine fürchterliche Geschichte, die Sie da berichten. In den Kommentaren lesen Sie ja, dass Sie nicht alleine mit einem solchen Schicksal sind.

    Die wichtigste Botschaft: Sie sind an all dem nicht schuld. Ihre Mutter und Ihr Stiefvater haben große Probleme und lassen ihren ganzen Frust an Ihnen aus. Das hat nichts mit Ihnen zu tun aber Sie müssen es bis jetzt ausbaden. Noch zwei Jahre tatenlos zusehen und all die Schläge und Gemeinheiten scheint mir auch eine zu lange Zeit zu sein. Ich glaube auch, dass Sie mit Ihrer Mutter nicht reden können, vielleicht wenn es ein anderer Erwachsener täte, vor dem Ihre Mutter etwas Respekt hat. Gibt es so jemanden?

    Die andere Möglichkeit ist, dass Sie zum Jugendamt gehen (nicht zur Polizei) und Ihre Lage schildern. Die kennen dort viele solcher Geschichten, haben Erfahrung und sind auf der Seite der Kinder. Die kennen auch die rechtlichen Möglichkeiten.

    Was halten Sie von dieser Idee?

  318. Azra sagt

    Hallo ,
    mir geht es auch so schlecht…! Ich bin in der Türkei geboren, kurz vor meiner Geburt starb mein Vater. Ich und meine Mutter gingen dann nach Deutschland. Sie hat einen neuen Mann kennengelernt, mit dem sie 2 Kinder bekommen hat. Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll zu erzählen. Mein Stiefvater hat vor meinen Augen meine Mutter geschlagen als sie schwanger war er hat sie immer wieder mit den Füßen im Bauch getreten und ihre Harre gezogen, ich war damals 5 als ich das fast jeden Tag mit erleben musste.

    Als dann meine erste Schwester gesund auf die Welt kam, musste ich auf sie aufpassen. Das heißt: Als ich aus der Schule kam (damals war ich 6) ist meine Mutter und mein Stiefvater zur Arbeit gegangen und ich musste die kleine füttern, sie waschen und Aufpassen und die ganze Wohnung putzen. Dann fing sie an mich zu schlagen, sie hat geschlafen und ich hab mit meiner kleinen Schwester gespielt wir waren etwas laut, sie ist aufgestanden ist in die Küche gegangen und hat mit einem spitzen Gegenstand nach mir geworfen. Sie hat meinen Kopf getroffen ich habe heute noch diese Narbe an der Stirn.

    Bei jeder Kleinigkeit war ich ihr Sündenbock, wenn sie Schulden hatte oder mit meinem Stiefvater gestritten hat, dann hat sie mich immer geschlagen und mit geschlagen meine ich so richtig schlagen mit dem Kabel vom Fernseher oder Gürtel oder einen dicken Stock, den sie vorher aus einem Baum herausgezogen hat oder mit einem Schuh oder mit ihrer Hand, Aschenbecher, Staubsauger, Gabel alles was in Greifnähe war. Sie hat mich nicht nur Körperlich fertig gemacht. Seelisch hat sie mich auch fertig gemacht, sie hat immer gesagt: Wieso hab ich nicht auf deinen Vater gehört? Er wusste schon immer, dass du kein gutes Kind wirst oder er hat dich nie geliebt. Sie hat auch oft gesagt, hätte mir der Gott bei der Geburt ein Stein gegeben anstatt dich wär ich die glücklichste Frau auf Erden.

    Das hat mich schon sehr tief getroffen. Ich wollte nie vor ihr weinen, ich wollte ihr nie meine Schwäche zeigen. Ich hab nie vor ihr geweint, immer als ich im Bett war hab ich die ganze Nacht durch geweint und mich gefragt, wieso ich so eine Mutter gekriegt habe. Sie sagt immer, dass ich die Familie zerstöre, ich würde nicht dazugehören. Immer wenn alle fernsehn am Abend und ich dazu kommen will, schickt sie mich immer weg und sagt: Verschwinde, du gehörst nicht zur Familie.

    Dann ist meine 2 Schwester auf die Welt gekommen und dann ging es so weiter. Und immer wenn ich schwer verletzt bin z.B. hab ich schon x mal am Kopf wegen ihr geblutet. eEnmal hat sie mit einem dicken Holz Brett auf meinen Zeh geschlagen und der musste entfernt werden oder sie hat mit der Gabel mein Finger getroffen und meine Ader ist aufgeplatzt oder sie hat mit dem Staubsauger gegen mein Auge geschlagen und ich hatte eine Platzwunde an der Augenbraue und ein dickes blaue Auge usw. Dann wird sie für 20 Minuten ganz nett und sagt, das war aus Versehen und erzähl niemandem davon sonst kommst du ins Heim.

    Sie sagt, ich bin schuld an ihren ganzen Problemen und ich hätte ihr Leben zerstört. Sie will, dass ich keine Freunde habe. Ich hatte mal eine beste Freundin und zu der ist sie gegangen und meinte, ja meine Tochter meinte dass du auf den Strich gehst und dich für Geld ausziehst und dich alten Männern hingibst obwohl ich sowas NIE sagen würde. Natürlich hat mir meine Freundin nicht geglaubt aber mittlerweile haben wir das geklärt. Ich treffe mich mit ihr immer heimlich. Meine Mutter denkt ich hab keine Freunde. Und immer wenn mich meine Mutter schlägt, geht mein Stiefvater in ein anderes Zimmer und tut so als ob er nicht da wär.

    Naja ich weiß nicht was ich tun soll. Ich will nicht zur Polizei gehen aber reden mit meiner Mutter kann man NICHT! Ich bin 16 Jahre alt. will ich ja warten bis ich 18 bin und ENDLICH ausziehen kann aber ich weiß nicht ob ich es noch diese paar Jahre aushalte.

  319. Rüdiger sagt

    Auch ich bin als Kind/Teenager sehr oft vermöbelt worden, aus nichtigen oder ohne Anlass.
    Ich leide bis heute darunter, vor allem, weil auch meine Mutter heute noch der Meinung ist, ich bilde mir das alles ein!
    Habe es mittlerweile aber aufgegeben, auf dieses Thema zu kommen, leider!

    R.

  320. Hallo Michaela,
    es ist gut, dass Sie die ersten Anzeichen, in denen Sie Ihren Sohn schlagen, ernst nehmen. Das ist leider eine häufige Folge von Eltern, die selbst geschlagen werden. Eigentlich müsste man erwarten, dass so jemand, der selbst Schläge erlebt hat, das seinem Kind erspart. Verstandesmäßig will er das das auch meistens. Aber die Kräfte aus dem Unbewussten, genauer gesagt, eine Art Wiederholungszwang, führt leider oft zum selben Verhalten.

    Ich denke, es wäre gut, wenn Sie sich therapeutische Hilfe holen. Nicht nur wegen Ihres Sohnes, sondern vor allem wegen Ihnen selbst, damit Sie die Folgen Ihrer Schläge besser verarbeiten. Wenden Sie sich am besten an jemanden, der tiefenpsychologisch arbeitet. Adressen finden Sie hier: http://www.psychotherapiesuche.de und http://www.therapie.de.
    Angst, dass man Ihnen Ihren Sohn deswegen wegnimmt, wenn das zur Sprache kommt, brauchen Sie nicht zu haben. Therapeuten stehen, wie Ärzte, unter Schweigepflicht. Und es geht in einer Therapie vor allem darum, dass man Ihnen hiflt, mit Überforderungssituationen anders umzugehen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  321. Michaela sagt

    Hallo,

    ich bin 40 Jahre alt und habe einen 21 Monate alten Sohn. Ich wurde in meiner Kindheit extrem geschlagen (Nasenbeinbrüche, etc.). Meine Mutter zerschlug etliche Kochlöffel auf mir, schlug mich mit ähnlichen Gegenständen immer wieder. Meinen beiden Schwestern erging es ähnlich. Mein Stiefvater führte dieses Verhalten in ihrem Beisein weiter, alles was sie immer sagte: Das geschieht Dir Recht. Mit 16 habe ich zurück geschlagen und bin abgehauen.

    Ich habe nie eine Therapie gemacht, ich weiß auch gar nicht, an wen ich mich wenden soll. Meine Schwangerschaft war ungewollt und ich hätte mich am liebsten umgebracht. Abtreibung und Adoption waren ein Riesenthema. Die Abtreibung habe ich abgesagt und die Adoptionspapiere wollte ich wenn überhaupt, nach der Geburt unterschreiben.

    Ich bin froh, dass ich es nicht gemacht habe, denn mein Kind ist mein größtes Glück, auch wenn ich alleinerziehend bin. Allerdings ist mir nun schon 2x passiert, das mir die Nerven durchgegangen sind und ich meinen Sohn auf den Hintern gehauen habe. Ich will das nicht, denn ich vermute, dass das der Anfang von Ende ist. Und ich will meinem Kind nicht das gleiche Leben geben, dass ich mittlerweile Lebe. Total isoliert, nur Arbeiten und dann mein Kind.
    Wo kann ich mich hin wenden, ohne das mir mein Kind weg genommen wird und ich wirkliche Hilfe bekomme?

    Danke
    Freundliche Grüße
    Michaela

  322. leider kann ich das auch nur so bestätigen: und es würde so bleiben; denn diese langzeitige Ablehnung und Traumatisierung erzeugt ja ständig ein Gefühl. Das Gehirn bildet entsprechende Strukturen, die sind dann für den Rest des Lebens wie eine Einbahnstraße. Und dann wird versucht, immer wieder dieses Gefühl herzustellen.

    Alleine schaffen es nur ganz wenige, neue Wege zu bilden. Besser ist tatsächlich therapeutische Hilfe. Unbedingt.
    Gut finde ich, dass sich oft Erfolge in der Therapie ganz schnell einstellen.
    Schönen Feierabend allerseits. Karl

  323. Hallo Nuelle,
    Sie haben zwar keine Frage gestellt aber ich antworte Ihnen trotzdem.
    Sie brauchen Hilfe, dringend. Dadurch dass Ihre Mutter Sie als Mädchen abgelehnt hat, konnten Sie vermutlich keine weibliche Identität entwickeln. Deshalb vielleicht auch der Wunsch, nie Kinder zu haben. Die Schläge haben sicher auch Ihr Vertrauen in Menschen sehr beschädigt.
    All das können Sie ein großes Stück zum Positiven verändern, u.a. durch eine positive, auch therapeutische Beziehung. Im Moment kapseln Sie sich ab, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Das ist bis jetzt Ihre beste psychische Überlebensstrategie. Aber es wäre schade, wenn sie das ein Leben lang bliebe.

  324. Nuelle sagt

    Ich bin 22 Jahre und wurde als Baby/Kind von meiner Mutter auch immer geschlagen und gedemütigt. Abgesehen davon dass sie mir meinen Vater genommen hat.

    Was ich fast noch schlimmer fand als die alltäglichen schmerzhaften Schläge: ich weiss nicht warum aber sie nannte mich sehr oft „mein Junge“ und in diesem Momenten hatte sie sogar etwas liebevolles in den Augen, damit war ich nie einverstanden und sagte „ich bin ein Mädchen nenn mich nicht immer so“ und plötzlich war sie wieder total enttäuscht und ging.

    Sie schob mich hin und wieder Monate lang zu Oma ab, rief in der zeit nie an, das sie mich vermissen würde oder wissen wolle wie es mir geht. Im ganzen war ich immer an allem schuld, egal was passierte, auch wenn es nichts mit mir zu tun hatte war ich immer dafür verantwortlich. Ich erinnere mich an einige Sachen, meine Tante (Schwester meiner Mutter) sagte aber da sei viel mehr passiert, meine Kindheit wäre wahnsinnig grausam gewesen.

    Heute merke ich, wie sehr es meinen Charakter geprägt haben muss. Ich habe keinen Wunsch danach, einen Mann fest an meiner Seite zu haben. Wenn ich eine Beziehung habe hält es nie lange, weil mir das ganz schnell lästig wird. Ich hasse Kinder, möchte nie eigene haben. Und wenn ich Kinder sehe gönne ich ihnen nichts, nicht einmal das das es sie gibt. Mir geht es am besten wenn ich alleine bin, mir niemand irgendwo rein redet und schon gar nicht behauptet zu wissen, was ich brauche.

  325. theresa sagt

    Hallo, ich bin nun 19, ich wurde auch öfters geschlagen.Für mich war es immer sehr sehr schlimm. Als ich 12 Jahre alt war, bin ich einmal von meinem Rad gefallen ( Unfall) , daraufhin hat mein Vater mich vor meinen Freunden geschlagen (Ohrfeige). Diese haben sich dann immer mehr von mir distanziert. Auch wenn mein Vater einfach sauer war, ging er auf mich los, schlug mich und riss mir immer so viele Haare aus. Meine Mutter hat ihn oft zurückgehalten, weil er sich nie in Griff hatte. Aber mein Bruder erging es weit schlimmer… Man kann hierbei nicht mehr von ,,Ohrfeigen“ reden, sondern von richtigen Schlägereien.
    Meine Persönlichkeit wurde dadurch schon sehr intensiv gestört, ich bin sehr empfindlich, weine sehr schnell und kann absolut kein Vertrauen zu Menschen aufbauen.
    Aus diesem Grund habe ich einfach kein Verständnis, für Menschen die ihre Kinder schlagen, egal ob es nur eine Ohrfeige oder sonst was ist.

  326. Hallo,
    ich bin etwas skeptisch, ob die Ohrfeigen von damals für die Kinder, die jetzt Anfang 20 sind, noch eine Rolle spielen. Offensichtlich aber in den Schuldgefühlen Ihres Freundes.
    Was kann man tun? Ihr Freund kann mal beiläufig bei einem Gespräch die Kinder fragen, ob Sie sich an die Ohrfeigen noch erinnern und wie sie das im Nachhinein sehen. Dann wird er am ehesten erfahren, wie gravierend das noch ist. Dann kann er einfach erklären, dass es auch Hilflosigkeit und Überforderung passiert ist und nicht weil die Kinder böse waren und dass es ihm leid tut.
    Aber bitte auch nicht zu viel Scham und Demut. Das schiene mir übertrieben. Ein Vater muss nicht perfekt sein, darf auch mal Fehler machen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  327. C. sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ein guter Freund hat mir erzählt, wie sehr es ihn quält, dass er seine beiden Stiefkinder, als sie klein waren, mehrfach mit der Hand geschlagen hat (Ohrfeigen). Die Kinder leiden noch darunter (Gespräche mit der Mutter bestätigen dies), auch wenn sie heute ein sehr gutes Verhältnis zum Stiefvater haben und eine liebevolle Beziehung miteinander leben, ihn als Vater sehen, der sein Bestes gegeben hat. Das Thema ist nicht tabu. Der Mann war sehr jung und überfordert, was auch aus meiner Sich keine Rechtfertigung für Schläge sind. Niemals. Dennoch möchte er mit sich dafür aus tiefstem Herzen entschuldigen und fragt sich seit Monaten wie? Im Interesse der Kinder, denn nur darum geht es und die beiden sind heute Anfang 20. Haben Sie einen guten Tipp, wie? Meine Hypothese ist, sich ganz authentisch in seiner Scham, Demut, Sensibilität zu zeigen, sich eben nicht versuchen zu rechtfertigen, sondern wirklich ausdrücken wie leid es ihm heute tut, dass er sich damals nicht regulieren konnte. Über Ihre Einschätzung wäre ich dankbar.

  328. Hallo,
    manchmal ist es möglich, schlimme Kindheitserfahrungen zu verdrängen ohne sie aufzuarbeiten. Sie schreiben ja, wie Sie das versucht haben. Vor allem darüber, dass Sie nie wieder von jemand abhängig sein möchten und Sie versuchen „mir einzureden, dass ich stark bin“. Das hat schon einmal für Sie funktioniert und es kann gut sein, dass es wieder klappt.

    Ihr Partner hat nun versucht, diese Fassade einzureissen, was ihm nach einer Weile auch geglückt ist, aber das hat er gegen Ihren Willen getan und man kann niemandem helfen, ohne einen Auftrag dafür bekommen zu haben. Ich verstehe, dass das zwischen Ihnen steht und Sie sich deshalb trennen möchten.

    Sie haben eine sehr große seelische Widerstandsfähigkeit, die Sie so weit im Leben gebracht hat. Vertrauen Sie darauf.
    Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

  329. K. sagt

    Hallo,
    ich wurde ebenso von meinen geschiedenen Eltern geschlagen (Gürtel, Hände, Stöcke, Kabel, Bücher, Lineal, Staubsauger… alles was grade in der Nähe war). Am schlimmsten fand ich, wenn ich mein Bestrafungsmittel selber holen musste, um bestraft zu werden. Auf dem Weg zum Gürtel hatte ich Gedanken, mich „mal schnell selber umzubringen und schmerzlos“ oder abzuhauen.

    Ich habe immer viel geweint und gefleht aufzuhören. Es verschlimmerte alles. Ich wuchs in Russland auf. Meine Mutter war selbständig und erfolgreich, beliebt und wunderschön, streng und anspruchsvoll. Ich musste 1,0 Durchschnitt schaffen, um später dort überleben zu können. Jedoch war/bin ich kein Genie und schaffte es nicht. Ich weiß, dass meine Mutter große Probleme mit der Mafia hatte und ihr oft gedroht wurde, wenn sie gewisse Geldsummen nicht „abdrückt“, werde ihr Kind zufällig Unfall haben und dann sie. (Im Bekanntenkreis ist es tatsächlich passiert, ganze Familie wurde ausgelöscht durch rein zufällige Unfälle). Deshalb durfte ich mir als Kind keine Fehler leisten, da es um Überleben ging.

    Mein Vater hat uns mehrmals verlassen (was in Russland sehr üblich ist). Mit 12 Jahren sind wir nach Deutschland gekommen und das Schlagen hat aufgehört (fast). War so harmlos, das ich es nicht für erwähnenswert halte. Meine Mutter schwärmt heute von mir und ich liebe Sie über alles, denn sie hat mir das hier alles geschenkt und wenn ich mich in Sie versetze, weiß ich nicht wie ich reagieren würde!

    Ich habe keine therapeutische Hilfe dazu gezogen, da ich selber von meiner Mutter eingeprägt bekommen habe, das ich stark bin und jetzt für sie stark sein muss wie sie es damals für mich gemacht hat und den Weg alleine mit mir nach Deutschland geschafft hat. Ich werde sie nie auf das Thema ansprechen, da ich merke wie sehr ihr vieles Leid tut. Und sie versucht es mir zu zeigen indem sie anders zu mir ist! Liebevoll!

    Nun kommt mein Problem:
    Ich bin seit 2 1/2 Jahren mit einem 43 Jahre jungen Mann zusammen (ich bin 23), der für mich alles macht und mich vor allem schützen will. Ihm habe ich alles aus meiner Kindheit erzählt… es wurde danach zum Alptraum… er wiederholte mir jeden Tag (ohne das ich das Thema aufgreifen wollte, sondern glücklich war) wie schlimm es doch alles gewesen sein muss, wie scheiße meine Kindheit war und das er es nieeeeee gemacht hätte und ich soll dringend mit ihr darüber reden und ich muss ja so darunter leiden und bei jeglichem Streit schiebt er alles auf meine Kindheit… ich habe ihn gebeten, aufzuhören mit diesem „alles scheiße eingerede“, aber er behauptete, dass ich mehr darüber reden muss.

    Nun hat er mir meine Kindheit nochmals so intensiv und bilderreich geschildert, dass wieder mein Selbstwertgefühl, welches ich über Jahre aufgebaut habe, völlig zerstört ist! Ich stehe nun vor einer Trennung, da ich mit ihm und seinem Unverständnis für meine Art von Verarbeitung, Schlechtes verbinde und das Gefühl habe, dass es mich sehr runter zieht! Jeden Abend nach der Arbeit, wo ich mich ausruhe wollte, Zweisamkeit genießen wollte und von schönen Zukunftspläne träumen wollte, hat er immer das Thema von alleine angefangen.

    Therapie möchte ich nicht machen, da ich der Meinung bin, dass ich es selber schaffen kann, weil ich es schon mal geschafft habe! Indem ich mir was Gutes tue, mir eine Beschäftigung suche (Pferde), Freundeskreis dadurch habe, anderen Menschen helfe, ihre Probleme zu bewältigen und versuche, mir das Gefühl zu verschaffen, das ICH auf dieser Welt gebraucht werde!
    Ich hoffe, dass keiner von den Menschen, die selbe Kindheitserfahrung gemacht habe, sich einem anvertrauen, der all die Gefühle hochpusht und dann einen damit alleine stehen lässt! Diese Probleme müssen nicht NUR angesprochen werden, sondern verarbeitet werden. Nicht NUR schlecht gemacht werden und dann keinen Wort mehr darüber verlieren.

    Ich arbeite gerade wieder an mir seit einigen Tagen und versuche mir einzureden, dass ich stark bin und von niemanden abhängig sein möchte!

  330. Kommentarin sagt

    Hallo,
    auch ich wurde von meinen Eltern geschlagen, z.T. in den Keller eingesperrt, gedemütigt (ich sei nichts wert) und (eigentlich das schlimmste) von ihnen ignoriert.
    Meinen Geschwistern ging es da anders und auch das Verhältnis unter ihnen ist anders – einfach liebevoller. Ich stand und stehe immer noch am Rande der Familie. Ich wünschte, ich könnte mit den schlechten Erfahrungen umgehen, aber ich weiß nicht wie. Eine Therapie habe ich bereits hinter mir aber es hat mir nichts gebracht. Heute bin ich Ende 20 und kann mit meinem Leben nichts so richtig anfangen. Ich würde gerne meinen eigenen Weg gehen, aber die Erinnerungen halten mich irgendwie davon ab. Sie kommen immer wider. Was kann ich tun?

  331. Yusuf Ç. sagt

    Ich wurde ebenfalls mehrmals von meinem Vater geschlagen, bedroht und erpresst. Meine anderen Verwandten sind anders, aber helfen können sie mir auch nicht großartig, weil sie alle im Ausland leben. Als ich klein war, war ich sehr optimistisch, ich hab immer etwas gutes im Anderen gesehen. In der Grundschule wurde ich von einem kurden einmal verprügelt, wegen meiner Herkunft, aus der Türkei 🙁 Zuhause sagte ich das meinem Vater, aber das einzige was er sagte war : „Hau ihn selber, sonst hol ich ihn und er haut dich !“ Jetzt bin ich 18 und bin leider noch etwas agressiv wegen einigen Ereignissen, ich kann kaum anderen Menschen vertrauen und bin teils pesimistisch. Ich wurde immer gezwungen ihn zu dienen und war seinerseits unter sienem Niveau ! Einmal hatte er die Adresse von einem Verwandten vergessen und wollte mich deswegen draußen angreifen, aber ich konnte noch ausweichen und wegrennen. Ein anderesmal ist der Bereich meiner Kniescheibe leicht aufgeplatzt,weil ich getreten wurde, nur weil ich zulange gebraucht hätte, ihm das richtige Werkzeug ins Keller zu bringen 🙁 Neben Bekannten macht er sich immer über mich lustig, immer heißt es ich wär unanpassungsfähig und irrelevant. Er kauft immer Tickets auf meinem Namen. Er bezahlt die zwar, aber bei seinen Verwandten kommen die gleichen Aussagen, wie von ihn gegen mich… Ich hoffe hab mich beim Jugendamt gemeldet, ich hoffe die können mir weiterhelfen.

  332. Sascha Püschner sagt

    Hallo Ihr Lieben

    Ich bin mal zufällig auf diesen Bericht gestossen und bin froh das Ich nich alleine bin mit diesem Problemen
    Ich bin jetzt auch selber 30 Jahre alt ein gestandener Mann halt mit eigener Familie eine Scheidung hinter mir
    und wurde selber in der Kindheit immer geschlagen gedemütigt und auch seelisch Misshandelt.
    Meine Mutter war so krass drauf das egal wer dabei war sie hat mich bei der kleinsten Kleinigkeit geschlagen ( unter anderem mit Gürtel Schuhen Händen und auch einmal eine Glasflasche über den Kopf gezogen)
    Die Gründe dafür kann Ich bis heute nicht verstehen denn sie waren lapidar.
    Mein Vater hat sich schon sehr früh aus dem Staub gemacht und so war Ich halt mit Ihr immer alleine.
    Ich sehe Diese Frau auch heute nicht mehr als meine Mutter an sondern nur noch eine Person.
    Ich habe jetzt seit 4 Jahren absolut keinen Kontakt mehr zu dieser Person aber trotzdem klaffen die alten Wunden immer wieder auf.
    Sie hat mich auch immer Fett gefüttert (sie hat alles auf den Tisch gestellt Nutella Marmelade usw musste alles Mit nem Löffel essen und Sie stand hinter mir mit Kochlöffel und drohte mir mich wieder zu schlagen)
    Durch diese Pein hatte Ich das Spitzengewicht von 220 Kilo auf die Waage gebracht.
    Jetzt ist es mit den Erinnerungen in den letzten 2 Jahren so krass geworden das Ich nicht mehr normal essen kann sondern eher gesagt alles wieder ausbreche so das Ich mittlerweile auf einem Gewicht von 92 Kilo bin Tendenz weiter abnehmend.
    Nicht das es mir jetzt Körperlich schlechter geht nur meine Familie leidet auch unter den seelichen Schmerzen von mir und das Kann ich meiner Frau auch nicht weiter antun.
    War auch selber schon beim Psychologen wurde da aber auch nicht ernst genommen da Ich von aussen her nicht das Bild eines schwachen Mannes aussehe.
    Nun bin ich mit den Nerven auch runter wache mittlerweile jede Nacht auf und habe Alpträume von dieser Frau.
    Ich bin froh das diese Person im moment soweit weg wohnt von Mir und Ich zur zeit kein Auto habe denn wenn Sie mir über den Weg laufen würde dann würde Ich Ihr was antun.
    Wenn Ich sie damals darauf angesprochen habe hat Sie immer gesagt das Sie sich nichts vorwerfen braucgh das sehe Ich allerdings anders.
    Ich möchte aus diesem Teufelskreis raus und endlich wieder normal Leben ohne diese ständigen Gedanken und Wut.

    Wäre schön wenn jemand eine Rat für mich hat ausser Psychologen denn die nehmen mich wohl nicht ernst.

    schon mal Vielen Dank im Vorraus

  333. Hi Bibi,
    es ist genau richtig, eine Therapie zu machen; denn jahrzehnte lang mit einer chronischen posttraumatischen Belastungsstörung zu leben, ist nicht einfach. Allerdings zu Deinen laufenden Auseinandersetzungen mit den Eltern kann ich nur sagen:
    Bei Sucht verlieren die Worte ihre Bedeutung, weil alle Begriffe und das Begreifen selbst dem Diktat der Sucht unterworfen sind.
    {Alk, Gewaltsucht, Sexsucht, Drogen, am schlimmsten aber ist die Dummsucht – und wie dumm auch immer, sie werden ewig ihr Handeln rechtfertigen, – mein Töchterchen sagte mal: „Papa, der Vater von der Anika hat sich auf den Schwanz geschlagen, feste.“ Der Versprecher trifft; denn das ist es, was sie tatsächlich tun. Sie wollten den Spass, aber die Kinder nicht.}
    Also verschwende nicht Deine Energie und wende Dich dorthin, wo Du gewollt bist, angenommen wirst, wie Du bist. [es klingt vielleicht zynisch, aber mir war es oft letztmöglicher Trost: Diese Leute machen das mit sich selbst auch. Man wird sehen, wie´s weitergeht: Selbstzerschlagen am Boden allein. Also
    Pass gut auf Dich auf und sei gut zu Dir. Verwende Deine Aufmerksamkeit für Dich.
    mfG. Karl

  334. Bibi sagt

    hallo
    da ich mich gerade in einem emotionalen disaster befinde, habe ich im internet nach erfahrungsberichten von kindern gesucht, die von ihren eltern geschlagen wurden, und bin hierauf gestossen. ich bin mittlerweile 31 und wurde von meiner mutter geschlagen, bis ich mit 19 auszog. jahrelang hatte ich ein „gutes verhältnis“ zu ihnen. doch mittlerweile fällt mir immer wieder auf, wie unehrlich das doch war. ich leide sehr unter diesen missbräuchen und trage dieses leid nun auch in meine gegenwart, möchte es aber nicht noch in meine zukunft tragen und habe deshalb eine psychotherapie begonnen. zu den schlägen kam halt sehr oft auch emotionale gewalt, wie zum beispiel die oft ausgesprochen drohung meiner mutter, mich ins heim zu stecken. oft beschimpfte sie mich, wie dumm ich wäre: „dir haben sie doch ins gehirn geschissen“. meine mutter wie auch mein vater hatten während ihrer ehe eine affäre, in die ich immer mit einbezogen wurde…leider. ich musste mit dem typen meiner mutter und ihr essen gehen, wenn sie sich küssten und ich daraufhin weinend in die gästetoilette verschwand, hab ich eine geschwalbt bekommen und auch bei der tussi meines vaters musste ich mit, nämlich zum geburtstag ihres kindes, sie hatte nämlich ebenfalls einen partner und ein kind.
    wenn ich vom geschlagen werden schreibe, schreibe ich auch vom würgen, treten, zusammenschlagen (wobei letzteres nur ein einziges mal in diesem krassen ausmaß geschah) das alles hat mir meine mutter angetan…und mein vater hat größtenteils weggeschaut.
    wenn ich nun seit ca. einem jahr ab und zu ein klärendes gespräch mit meiner mutter suche (bisher dreimal vorgekommen) dann stelle ich immer wieder fest, dass sie mich nicht versteht, sie wirft mir die distanz vor, die ich zur zeit zu meinen eltern halte, sagt sachen wie „so schlimm war es doch gar nicht“, „du warst ja auch schwierig“ (ich war ein nicht mehr oder minder normals mädchen, in ihrer pupertät sicherlich ab und zu recht anstrengend aber sicherlich ertragbar), sagt mir, die affären gingen mich nichts an oder wird einfach unfair. sie versucht sicherlich, mich zu verstehen oder sich mit der gesamten probematik zu beschäftigen (sie wurde selbst von ihrer mutter geschlagen) aber wird dafür noch sehr lange brauchen. ich weiss zur zeit wirklich nicht, wie ich mich ihr und meinem vater gegenüber am besten verhalten soll…ich wollte nur aus diesem bis dahin unehrlichen verhältnis heraus und nun meint meine mutter, sie habe angst, dass ich mir nicht alles kaputt mache und alles zerstöre, was mich bis dato umgab…ich weiss nicht, was richtig und falsch ist…

  335. verletztes inneres Kind sagt

    Hallo Cas,
    du schaffst es aus deinem Teufelskreis auszusteigen, da bin ich mir sicher, auch wenn ich dich nicht kenne. Ich merke das an deinem Text. Du hast immer wieder versucht, etwas aus dir zu machen, dich selber lieben zu lernen und das war / ist ein sehr guter Weg. Du hast nur noch dich selber, aber du bist großartig und sehr stark. Wenn alle Menschen dich enttäuscht haben – dann enttäusch dich nicht auch noch selber, sondern lern dich anzunehmen wie du bist, mit allen guten Seiten, aber auch der schrecklichen Vergangenheit. Kämpf dich da raus, und zieh in Gottes Namen von deiner Mutter weg. Erstmal raus da und dich selber kennenlernen. Was mal war, ist jetzt vorbei, du bist erwachsen, dir steht die Welt offen. Alles Gute für dich!!!!

  336. Hallo Cas,
    Sie brauchen dringend Hilfe und Unterstützung- und zwar außerhalb Ihrer Familie. Gehen Sie zu einer Beratungsstelle in Ihrer Stadt (Caritas z.B.). Dort sind psychologisch geschulte Menschen, die Ihnen zuhören, Sie ernst nehmen und auch Hilfsangebote kennen.
    Ihre Suizidideen sind auch ernstzunehmen und vermutlich ein Zeichen dafür, dass Sie depressiv sind, was kein Wunder wäre bei dem Leben, das Sie bisher führten. Auch das müssen Sie nicht einfach aushalten, sondern das können Sie behandeln lassen. Gehen Sie zu Ihrem Hausarzt oder einem anderen Arzt, der wird Ihnen sicher weiterhelfen.

    Eine Möglichkeit wäre auch eine Selbsthilfegruppe in der Nähe, zum Beispiel hier …
    Sie können auch direkt zu einer Psychotherapeutin gehen und dort Hilfe suchen, z.B. über http://www.psychotherapiesuche.de

    Aber Sie brauchen Hilfe.

  337. cas sagt

    hallo!
    meine mutter hat mich geschlagen, angefangen hat es mit 2 jahren und aufgehört hat es mit 15 jahren. ich hatte schon immer probleme mit mir selber/noten/suizid versuche usw usw usw. in meinem ganzen leben (bin bald 24) habe ichs zu nichts gebracht. ich wohne schon immer mit meiner mutter zusammen, mein vater hat uns verlassen als ich sehr klein war. er hat nie angerufen und sowieso hatte ich nie eine richtige familie. (wir wohnten in amerika) ich fühle mich immer sehr alleine, finde nur schwer freunde, hab eigentlich kaum freunde. kann mich kaum auf sie verlassen.
    als ich 10 jahre alt war, habe ich versucht mich umzubringen weil mein leben scheiße war/ist. ich hasse alles daran, aber je älter ich werde je schlimmer wird es. ich habe keine kraft mehr.
    meine mutter versuchte mich in ein heim für schwer erziehbare zu stecken bzw. drohte mir damit weil ich mich ja versucht habe umzubringen. ich sah das erstmal als ausweg aus meinem schlimmen leben, aber dort waren nur gewaltätige junge frauen, das gegenteil von mir. keine ahnung was aus mir geworden wäre wenn ich ins heim gegangen wäre!
    ich habe mit 12 jahren meinen vater gebeichtet das meine mutter mich schlägt, vorher war es mir zu peinlich bzw. ich dachte es wäre „richtig“ das sie es mir antut. mein vater sagte :“ich glaube dir kein wort.“
    nunja ich wohne immer noch mit meiner mutter zusammen, nun seit ca 9 jahren in deutschland habe die hauptschule 2 mal wiederholt, die realschule auch 2 mal und das fachbabitur auch 2 mal> fachabi habe ich nicht geschafft weil ich sowieso dumm wie brot bin. ich versuchte seitdem mich für eine ausbildung zu bewerben oder ein fsj, hat auch nicht geklappt.
    dieser ganze leistungsdruck treibt mich in den wahnsinn. jeden tag kommt der soruch von meiner mutter : „jetzt tu doch mal was, und hör auf so faul zu sein- sonst fliegst du raus.“ dabei kommt dieser spruch : „sonst fliegst du raus.“ schon aus ihrem mund seitdem 10 jahre alt bin.
    es wird alles schlimmer und schlimmer. ich weiß keinen ausweg. ich habe keine familie, keinen vertrauen zu meinem vater und sowieso nicht zu meiner mutter. ich habe keine freunde mit dennen ich reden kann- die rufen nicht mal an meinem geburtstag an. ich hasse mein leben voll und ganz und weiß nicht wie ich aus der situation rauskomme. ich habe in den letzten 3 monaten schon mehrmal überlegt mich umzubringen. hilfe 🙁

  338. Hallo,
    es ist schlimm, was manche Eltern ihren Kindern antun. Oft geben Sie das weiter, was sie selbst erlebt haben. Das ist keine Entschuldigung nur der Versuch einer Erklärung.
    Haben Sie schon mal über eine Psychotherapie nachgedacht?

    Danke für Ihren Kommentar.

  339. leer sagt

    Ich bin nun 40 Jahre alt und frage mich immernoch heulend wieso? Ich brauchte als Kind nur falsch atmen, dann ging es schon los.
    Habe später meine Mutter mal gefragt, „wieso das alles?“ Sie sagte nur: „Du warst aber auch ein Miststück“ Ich kann mich nicht erinnern jemals frech oder unartig gewesen zu sein. Ich wollte als Kind immer ins Heim, durfte diesen Wunsch aber nicht laut äußern, sonst…
    Habe heute keinen Kontakt mehr zu ihr…
    Meine 2 Kinder bekommen keine Prügel, meine Meinung ist – WAS MAN LIEBT – SCHLÄGT MAN NICHT!!!

    Aber das alles sitzt so tief, dass es mir manchmal leid tut, überhaupt auf der Welt zu sein.
    Habe deshalb Schwierigkeiten, Kontakte zu anderen Menschen aufzubauen und bin extrem schüchtern.

  340. Jana sagt

    Nachtrag:
    Ich habe einmal gelesen, und fand es sehr treffend, das Schläge das Band zwischen Eltern und Kindern zerreißen … dem ist definitiv so!

  341. Jana sagt

    Hallo, ein sehr interessamter Artikel!
    Ich habe als Kind erlebt, wie mein größerer Bruder, der ein wirkliches „Lamm“ war, von meinem Vater regelmäßig meist aus dem Nichts gedemütigt und verprügelt wurde. Ich selbst war, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, davon verschont, jedoch verbal seinen erniedrigenden und verletzenden Attacken ausgesetzt. Viele Jahre später gaben mir meine Eltern die Schuld an den Attacken gegen meinem Bruder, welche traurige Ironie. Es fällt mir noch heute schwer „nach Hause“ zu fahren, regelmäßig vom einem derartig großen Unwohlsein begleitet …
    Ich zucke zusammen und empfinde regelrecht Schmerzen, wenn Kinder im der Öffentlichkeit angeschriehen, gedemütigt oder gar nicht beachtet werden oder schreien, ich muss den Ort sofort verlassen, was schon mal bedeutet, dass ich im Ladem alles stehen und liegenlasse! In mir sitzt diese Vergangenheit so fest und es macht mich noch heute traurig, dass viele Menschen in der sogenannten „kleinsten Zelle der Gesellschaft“ soviel Leid erfahren haben! Ich würde diese Erinnerung so gerne vergraben … es gelingt mir nicht! Ich bin trotzdem froh, dass ich meine Tochter anders „erzogen“ habe, ich habe nie die Hand ihr gegenüber erhoben und es nie zugelassen, dass es ein anderer tut …

  342. michelangela27 sagt

    Du bist sicher keine Lügnerin und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Du jetzt mit Agression Deiner Mutter gegenüber reagierst. Ist natürlich eine blöde Situation, dass Deine Tochter das mitbekommt und nachahmt aber vermutlich nicht so leicht zu ändern. Entschuldigen und Einsicht helfen leider nicht die Wunden der Kindheit zu heilen. Die Persönlichkeit wurde schon zerstört und das läßt sich im Erwachsenenleben nur schwer beheben. Obwohl meine Eltern meine Tochter über alles lieben, besuche ich sie höchstens 1 x pro Monat, da ich das was sie mir angetan haben auch nicht vergessen kann. Auch mein Ton ist manchmal unterschwellig aggressiv und vorwurfsvoll. Ich glaube hier im Blog habe ich mal den sehr schönen zutreffenden Satz gelesen: Es gibt keine zweite Zeit im Leben, so wie es keine zweite Kindheit gibt. Schau dass Du es bei Deiner Tochter besser machst und ihr ein intaktes Elternhaus bietest. Alles Gute wünsche ich Dir!

  343. verletztes inneres Kind sagt

    Hallo,
    ich wurde als Kind auch geschlagen, mit der Hand auf den nackten Hintern, ansonsten Schläge ins Gesicht, aber auch andere Sachen, wie „Krautblätter rumdrehen“ (Ohren), Kopf unters kalte Wasser halten, Kopf insdreckige Abwaschwasser tauchen, und viele verbale „Schläge“ wie „Rotzgöre“,“Rotzgake“ usw. – vornehmlich von meinem Stiefvater, aber auch von meiner Mutter, die sich von ihm hat schlagen lassen und erniedrigen lassen. Das Problem ist nur bei mir, dass ich die ersten fünf Jahre von ihr allein erzogen wurde- gewaltfrei, liebevoll, alle Talente gefördert – und dann nach Umzug zum Stiefvater fingen die Demütigungen an, und hörten bis in mittlere Erwachsenenalter nicht wieder auf. (zumindest verbal) Ich hatte plötzlich mit 30 einen seelischen und körperlichen Kollaps, habe eine chronische körperliche Erkrankung- musste vorübergehend wieder zu meinen Eltern ziehen und seitdem komme ich nicht mehr klar. Ich bin meiner Mutter gegenüber aggressiv, auch jetzt wo ich wieder weit weg von ihr wohne und auch egal, was sie sagt, ich gehe an die Decke. Ich kann das nicht steuern. Bevor ich hinfahren will, fange ich an zu brechen oder werde meinem Freund gegenüber unfair. Meine kleine Tochter macht es mir quasi schon nach ( 1 1/2). Finden Sie das normal? Ich weiss nicht mehr, was ichn och machen soll, meine Mutter fängt immer an zu heulen, wenn ich von den Dingen erzähle, sie wolle ihre Ruhe und es wäre doch nun mal passiert und mehr als entschuödigen ginge nicht. Ich weiss keinen Ausweg mehr. Meinen leiblichen Vater kenne ich nicht, mein gr. „richtiger“ Bruder ist schon lange tot und der kleine wurde von meinem Stiefvater nie geschlagen, da es sein Sohn ist. Ich habe keine Zeugen und üfühle mich wie eine Lügnerin. Es tut bis heute immens weh, ich wünsche allen „anderen“ verletzten Seelen viel Kraft.

  344. Von einem Herrn Furedi hatte ich bisher nichts gehört, was sicher gut war. Hier sind zu diesem Artikel alleine rund 500 Kommentare, die genau das Gegenteil bezeugen.

    Die Auswirkungen davon, während der prägenden Kleinkindheit und in der Abhängigkeit von Kindheit und Jugend den Erniedrigungen von Eltern und Familienangehörigen ausgesetzt zu sein, ihren Demütigungen und Verletzungen, der dauernden Einschüchterung und der Angst davor in den Zeiten dazwischen – das alles wirkt sich irrsinnig negativ auf das ganze Leben aus. Der allergrößte Irrsinn aber kann darin bestehen, dass sich die Betroffenen ständig Situationen und Lebensumstände, Lebensabschnitte und berufliche Gegebenheiten schaffen oder aussuchen, wo sie genau diese Umstände wieder vorfinden, die ablehnend und verletzend sind – weil man ja nichts anderes kennengelernt hat.

    Als hätte der Horror in der Kindheit ein Resonanzsystem geschaffen, das sich verselbständigt und immer weiter neuen Horror anzieht. Nichtbetroffene und Verdrängende reagieren oft so: „Du bildest Dir da was ein“, „steigere dich nicht so da rein“, „ich hab auch mal eine gescheuert bekommen, na und“ usw. Aber es ist auch nicht der Schlag, die Ohrfeige, dass einem Erwachsenen die Nerven durchgegangen sind, dass mal die Hand ausgerutscht ist – nein, es ist etwas anderes, was so sehr schmerzt: Die eigentliche Ungewolltheit, die grundsätzliche Ablehnung, die sich in konkretem Hass dem Kind gegenüber äußert, oft ist es ein Familiengeheimnis, ungeklärte Vaterschaft, usw. – es ist das fehlende Mindestmaß an echter Annahme, es ist die fehlende Seelennähe zwischen Mutter und Kind, – dass die Mutter in ihrem Bewusstsein das Kind nicht integriert, vielleicht aus irgendwelchen Gründen meint, nicht integrieren zu können, das ist die Hölle, in der die Kinderseele schmort.

    Oft kommen ganz vertrackte Familiengeheimnisse hinzu, so wie ich das erlebt habe. Und ich habe solch eine Hölle selbst erlebt. Und es ist dann nicht mal die Ohrfeige. Es ist ein ständiges Inferno, 24 Stunden am Tage, 365 Tage im Jahr und so viele Jahre. Zu viele. (Vor zwei Jahren bekam ich mit, wie ein begabter junger Mann mit 30 von der Mutter erzählt bekam, dass jener Mann am Küchentisch nicht der Vater sei. Zwar von allen anderen sechs Kindern, aber nicht seiner. Die Folge war ein Zusammenbruch, große Probleme in der Lebensführung… Dieser Mann hatte auch mal gehauen. Das war vergessen und sogar vergeben. Aber diese tiefe durchgängige Angst vor dem Stiefvater, der so fremd wirkte, diese Angst auch vor allen anderen, selbst vor der Mutter und die Sehnsucht nach ihr, die nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte. Das ist alles nicht „eben mal ein Vorwand“ (ich schau noch mal, wie der heißt), Herr Furedi.

    Also tun wir alle was wir können, uns zu befreien. Auch natürlich von solch ignoranten Quatschköpfen, von den Beschwichtigungen, den Rechtfertigungen, Verharmlosungen, Verirrungen und Verwirrungen. Immer daran denken: vielleicht sucht man sich oft die Einschüchterung, die Verwirrung, weil man ja nichts anderes kennt.

    So, und dazu gibt es gute Therapeuten. Natürlich nicht wie Sand am Meer. Oft braucht es mehrere Anläufe.
    Viel Erfolg. K.

  345. Hallo,
    da haben Sie leider Pech gehabt mit der Therapeutin. Am besten per Mail vorher oder am Telefon bei der Terminanfrage nachfragen, wie lange Sie auf einen Therapieplatz warten müssten.

    Einen guten Therapeuten erkennen Sie daran, dass Sie sich angenommen und verstanden fühlen und einen kompetenten Eindruck von demjenigen haben.
    Die Aussage von Herrn Furedi sind Quatsch.

  346. Die sagt

    Vielen Dank für Ihre Antwort, die Frage, die ich mir stelle ist, wie erkenne ich einen guten Therapeuten?

    Vor ein paar Jahren nach meiner Trennung habe ich körperlich sehr abgebaut und mein Hausarzt hat mich mit dem Wisch „Anpassungsstörung“ zum Therapeuten geschickt…ich bin auch hingegangen mit meinem damals 4 jährigem Kind, das im Wartezimmer wartete bis Mama fertig ist, weil ich niemanden habe, der die Betreuung übernehmen würde und ich arbeite ganztags bis ca 18-19 Uhr, (nachmittags nahm ich mein Kind mit zur Arbeit weil es möglich ist).

    Es kostete Überwindung, mit der Therapeutin über meine Probleme zu reden und nachdem ich ihr viel erzählt habe und mein Kind eine Stunde auf mich warten musste, hat sie gesagt, dass sie mich nicht aufnehmen kann weil sie „voll“ ist, drückte mir 5 Tel. Nummern in die Hand, ich soll bei ihren Kollegen versuchen. Ich hab nirgendwo angerufen..das hätte sie mir gleich sagen können, dann müsste ich nicht reden..

    Dann hab ich irgendwo gelesen, dass ein Professor für Soziologie Frank Furedi der Meinung ist, dass diese Traumata von Erwachsenen erfunden sind, um eigene Misserfolge im Leben zu entschuldigen weil ein Kind angeblich psychisch stark ist und es nicht viel zerbrechen kann. Das Gefühl des Unrechts und Leid mit den Schlägen verbunden erscheint sekundär unter Einfluss der übermässigen Autoanalyse. Ich halte es für Blödsinn, ich fühle und fühlte auch damals, aber trotzdem gibt’s genug Menschen, die gleicher Meinung sind und die das bis heute vertreten…

    Ich kann mir nicht vorstellen mein Kind zu schlagen, die geschenkte Liebe zertritt man nicht mit Füßen, Kinder haben die Gabe zu verzeihen, weil sie das Bild von liebenden Eltern nicht verlieren wollen…aber das darf man nicht ausnutzen!

  347. Hallo,
    ein guter Therapeut wird nicht versuchen, aus Ihnen einen Egoisten zu machen. Aber vermutlich würde er oder sie versuchen, es Ihnen zu ermöglichen, dass Sie mehr an sich denken und besser für sich sorgen dürfen. Denn da stehen Sie innerlich ja noch sehr unter dem Einfluss Ihrer Mutter, wie Ihr letzter Satz beweist.

    „Gehe Konflikten aus dem Weg, habe Minderwertigkeitskomplexe, kann mich schlecht durchsetzen, versuche immer trotzdem Stärke zu beweisen, allen recht zu machen.“ Das sind alles Versuche, mit dem erlittenen Leid irgendwie zurechtzukommen, doch führen Sie damit unbewusst Ihr Überlebensverhalten als Kind weiter.

    Um damit aufhören zu können, und das wünsche ich Ihnen, brauchen Sie eine Therapie. Von allein schafft das kaum jemand. Die Zeit dafür finden Sie schon, wenn Sie das wollen.
    Danke für Ihren Kommentar.

  348. Die sagt

    Wie bekannt mir das alles ist, was ich von Euch lese und gleichzeitig fühle ich mich schuldig, dass ich Freude empfinde, dass ich Erfahrungen von Menschen lese, die ähnliches wie ich erlebt haben, was ich niemandem wünschen würde…

    Schuld für alles plagt mich schon seit ich klein bin… mittlerweile bin ich 36, hab eine Tochter, die ich über alles liebe und bei der ich versuche alles anders zu machen als ich das mit meiner Mutter erfahren durfte, kaputte Ehe hinter mir…

    Meine Mutter war überfordert, jetzt weiss ich das, hat mich und meine Schwester als Last empfunden, Last, die ihr das Leben schwer machte, Last um die sich sorgen musste und alles alleine bewältigen musste, weil mein Papa mit seinem Leben nicht klar kam und seine Sorgen im Alkohol ertrunken hat. Meine Mama hat uns verbal wie auch durch Schläge gedemütigt, nicht beachtet, erniedrigt und schuldig gemacht dafür, dass sie es so schwer hat. Unsere Erfolge, Bedürfnis nach Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit wurden nie wahrgenommen, wenn man weinte, weil sie schrie und schlug wurde man noch mehr bestraft dafür, dass man das nicht schätzt, was man hat, was sie für uns alles macht und worauf sie für uns verzichten muss.

    Ich kann mich besonders an eine Situation erinnern, wo sie mir mit einem Küchenmesser gedroht hat, ich war ca 14, worum es ging weiss ich nicht mehr, wahrscheinlich hab ich versucht ihr zu widersprechen, sie stand neben mir, in ihrer Hand ein grosses Messer und die Worte, dass sie mich umbringt, den wahnsinnigen Blick hab ich bis heute vor den Augen…ich habe sie mit ganz lieben Worten gebeten das Messer abzulegen und habe ihren Arm gehalten…sie hats abgelegt…hat sich nie entschuldigt, ich durfte rausgehen…

    Ich habe heute nicht Mut genug, sie an diese Situation zu erinnern, vermutlich käme von ihr, dass sie sich nicht erinnern kann…ich liebe meine Mutter, habe aber grossen Respekt vor ihr und fühle mich verpflichtet ihr gegenüber. Meine Schwester ist Benzo-abhängig, leidet seit Jahren unter Schlaflosigkeit, meine Mutter denkt heute nach und fühlt sich schuldig für ihren Zustand, ich beschwere mich nicht um ihre Schuld nicht noch mehr zu verstärken, aber richtig klar im Leben komm ich auch nicht. Gehe Konflikten aus dem Weg, habe Minderwertigkeitskomplexe, kann mich schlecht durchsetzen, versuche immer trotzdem Stärke zu beweisen, allen recht zu machen bringt mich oft in eine Sackgasse, wo ich stagniere und weiss nicht wirklich, was ich bin, was ich will, was mir gut tut und wie ich sein will.

    Habe bis jetzt mit 2 Menschen darüber gesprochen, es wurde bagatellisiert und nicht verstanden..habe oft an eine Therapie gedacht, doch durch Beruf und mein Töchterchen fehlt dazu die Zeit und die Motivation. Habe auch Angst, dass Therapeuten versuchen werden, aus mir einen Egoisten zu machen, der an sich denken muss…das hat mir meine Mutter immer verboten…

  349. Hallo Ela,
    wenn Sie die die Kommentare hier lesen, sehen Sie erstens, dass Sie nicht alleine sind. Und zweitens, ja, Sie sollten das bearbeiten, am besten mit professioneller Hilfe.
    Dass sich Traumatisierungen wie Schläge in der Kindheit nicht von allein erledigen, merken Sie an Ihren Symptomen. Die gute Nachricht: wenn Sie das verarbeiten, was eine Weile dauern kann, wird sich auch Ihr Lebensgefühl ändern.

    Danke für Ihren Kommentar.

  350. Ela sagt

    Hallo,
    bin 47 Jahre alt und wurde auch als Kind geschlagen, habe es bisher immer verdrängt, erst jetzt wo ich in einer Lebenskrise stecke, d.h. ich habe mich von meinem Mann getrennt, bin ich durch einen sehr guten Freund, dem ich von meiner Kindheit erzählt habe, darauf gebracht worden, dass ich diesen Teil meines Lebens verarbeiten muß.

    Bisher habe ich die Mißhandlungen die ich erfahren habe, immer als nicht so schlimm und dem Ausspruch: „Hat mir doch nicht geschadet, aus mir ist doch was geworden“ abgetan. Zumal ich meinen Vater trotz alledem sehr liebe und ich mir auch sehr schlecht vorkomme, ihn vor anderen schlecht zu machen.

    Aber ich merke auch, dass mir Selbstbewusstsein fehlt, in einer Beziehung zweifele ich die Liebe des Partners ständig an, kann keinen Streit vertragen, gehe jeglichen Konflikten aus dem Weg und wenn es dazu kommt, renne ich weg, kann nicht NEIN sagen und versuche allen Menschen alles recht zu machen.

    Ich kenne meine Schwächen und kann einfach nicht dagegen angehen.Ich kann schon längere Zeit keine Nacht mehr richtig schlafen und habe das Gefühl, das ich nie wieder glücklich sein kann.

  351. Hallo Gitti,
    wie Sie schon schreiben und wissen: das sind alles Spätfolgen von dem, was Sie erlebt haben.
    Eine Therapie zu machen, ist der einzig sinnvolle Weg. Das dauert ziemlich aber es wird mit der Zeit wirklich besser, weil Sie die schlimmen Erlebnisse verdauen und verarbeiten.
    Alles Gute für Sie.

  352. Gittl sagt

    Hallo,
    durch Zufall bin ich auf diese Seite gekommen, und da ich momentan mittendrin stecke, ist es ziemlich passend.
    Schon als Baby wurde ich gschlagen, meine Mutter gibt noch heute „gute Ratschläge“ wo man Babys den Hintern so lange haut, bis sie vor lauter Müdigkeit einschlafen…
    Ich kann mich oft erinnern, daß sie mich mit der Hand, dem Kochlöffel oder anderen Dingen auf den nackten Po oder ins Gesicht geschlagen hat. Und wenn ich dann wie anfangs geweint habe, kam der Satz „Hör auf zu heulen, sonst kriegst du noch mehr Schläge, damit du weißt warum du weinst!“
    Irgendwann, im Laufe der Jahre, habe ich nicht mehr geweint, ich wollte ihr die Genugtuung nicht mehr geben (So dachte ich..).
    Ich habe mich immer nach Aufmerksamkeit und Liebe gesehnt, obwohl ich diese ja eigentlich nicht kenne. Und da ich nie NEIN sagen durfte, kam es wohl dazu, dass ich ein ideales Opfer war. Nachdem ich Jahre lang keinen Kontakt mehr mit meinen Eltern hatte, besteht er nun wieder. Aber sie sind einfach nur Menschen, denen ich mich verpflichtet fühle weil sie mich geboren haben, nicht mehr.
    Einige Male wurde ich von Freunden/Bekannten der Familie vergewaltigt, und all das hat tiefe Wunden zurückgelassen. An letzte Ereignisse konnte ich mich nicht mehr erinnern, doch schon einige Zeit Therapie gemacht. Es hat mich etwas vorwärts gebracht, aber da neue Probleme hinzu gekommen sind (Rheuma, MS…) wird es einfach zuviel.
    Trotz allem habe ich ein Helfersyndrom entwickelt was meiner Meinung nach wohl ziemlich ironisch ist…
    Jetzt mache ich seit ein paar Wochen Hypnose Therapie und es kommen Dinge, die ich nicht mehr wußte… Da ich aufgrund der ganzen Probleme meine Arbeit verloren habe, bin ich ziemlich deprimiert.
    Ich muss so oft weinen, kann es aber nicht vor andern Menschen zulassen um keine Schwäche zu zeigen. Seit langer Zeit schlafe ich sehr schlecht, wache oft auf und werde von Ängsten und Panik heimgesucht. Ich kann mich schlecht konzentrieren und ich ertappe mich oft dabei, dass ich sinnlos in die Gegend starre und weine. Der Schwermut hat mich momentan ziemlich im Griff… Ich kann kaum noch Freude in Dingen finden und habe mich ziemlich zurückgezogen.
    Die Probleme die ich in meiner Partnerschaft habe, nagen auch an mir. Ich gebe mir die Schuld daran, dass er Probleme damit hat, mir helfen will, aber es nicht kann. Ich denke mir, dass es besser ist, ihm nicht mehr zu zeigen, wie mies es mir geht und setze mein „Lachen“ auf wie ich es schon immer mache. Doch es scheint nichts zu helfen, wir tun uns sehr schwer zu reden.
    Ich mache meine Therapie und hoffe, dass ich das Leben wieder besser in den Griff bekomme, doch wenn dann eine Tür zufällt schrecke ich zusammen und kriege Herzrasen, weil ich fast schon erwarte, dass meine Mutter kommt und mich schlägt..
    Dann bekomme ich Zweifel, ob ich es jemals schaffen werde…
    Ich bin mir dessen im klaren, dass das alles typische „Nachwirkungen“ sind, aber das wissen allein bringt mich nicht weiter.
    Ich bin wohl nur eine unter so vielen, doch vielleicht findet sich ja der ein oder andere auch darin wieder…?

  353. josephine sagt

    Hallo Leute,

    ich bin jetzt 14 Jahre alt. Unsere „Familie“, wenn man das so nennen kann, ist ein reiner scherbenhaufen. Mir wird der Kontakt zu meinen Schwestern (30 und 31 Jahre) und Nichten verboten und seit kurzem auch der von meinem Bruder und der Schwägerin. Der Grund: Alle 3 haben mir Sachen von meiner Mutter von früher erzählt. Unter anderem dass sie geschlagen wurden, mit Wasser und Brot für ein Wochenende eingesperrt worden sind.. Alle wurden von meiner Mutter geholt vom Jugendamt.
    Ich selber hatte auch schon kurzen Kontakt mit dem Jugendamt, aber dem habe ich meine Geschichte erzählt und helfen konnte er auch nicht. Der Grund dafür war, dass ich zum Beispiel auch geschlagen wurde, wenn ich nicht sofort auf ihr Kommando hörte, oder wenn ich geweint habe. Das erste mal, dass sie mich geschlagen hat, da war ich glaube ich um die 8 Jahre alt. Das letzte Mal ist zwar schon länger her, aber ich habe trotzdem noch manchmal Albträume oder weine auf einmal.. Im januar kam es mal so weit, dass ich es hier zu Hause nicht aushielt und für 3 Tage bei einer Freundin unterkam; ich bin abgehaue n mit meiner älteren Schwester, ihren Töchtern, meinem Bruder und seiner Frau habe ich jetzt trotzdem noch heimlichen Kontakt. Momentan überlegen meiner Schwester und ich, ob sie mal zum Anwalt geht und nachfragt wie das aussieht ob es da nicht sone Art „Geschwisterrecht“ gibt.
    Erstmal tue ich hier zu Hause erstmal so, als ob alles gut wäre und tue alles das, was meine Mutter mir sagt, damit ich nicht wieder eine Erfahrung mit ihrer bloßen Hand machen muss. Ich weiß einfach nicht mehr weiter! :‘-(

  354. hallo sagt

    Ich wurde als Kind auch geschlagen,meistens
    mit der Hand,aber auch mit dem Gürtel oder dem Masstab kam vor.Aufgewachsen bin ich im Heim,Kinderkrippe,Hort.Meine Mutter war 100% arbeitstätig Vater war nur die ersten 2 jahre da.Kann mich aber an nichts erinnern.Wenn wir mal alle gemeinsam zu hause waren gab es nichts,wir waren auf uns alleine gestellt,mussten uns selber irgendwie beschäftigen.Meine Mutter wollte nach der Arbeit einfach nur Ruhe haben.
    Jeder noch so kleine Anlass zwischen mir und meiner Schwester, ob ein bisschen lautes reden,musik hören etc führte dazu,dass meine Mutter kam und anfing zu schreien und zu schlagen.Selbst den Anblick Ihren Sohn heulend in der Ecke stehend der sie anfloh ihn nicht zu schlagen hielt sie nicht davon ab.Das mich immer wieder Alpträume etc. plagten,die mich nachts unter das Bett meiner Schwester trieb,nahm sie nie als Anlass dieses erlebte zum Gespräch zu machen.
    Überhaupt mit meiner Mutter zu Reden war ein Ding der Unmöglichkeit,wenn dan hat nur sie gesprochen ich hatte zuzuhören und zu schweigen.Keine widerrede.Ich war ein ruhiges,scheues in mich gekehrtes Kind.
    Oft auch abwesend,verloren.Besonders schlimm der Gedanke,dass die eigene Mutter nicht weiss was mich als Kind,jugendlicher beschäftigt hat,meine schönen und schlechten Momente,mein erstes verliebt sein,sich einfach Zeit für ihr Kind zu nehmen.Selbst heute, viele Jahre später bei einem Besuch mit der Schwester sitze ich wie immer total verloren am Tisch,getraue mich nichts zu sagen,weil sie mir dan sofort über den Mund fährt,laut wird,schreit….etc.Auch habe ich mir oft eine männliche Bezugsperson gewünscht.Entschuldigen sie mich,aber ich weiss gar nicht so recht wie und wo ich anfangen soll zu schreiben….soviel habe ich nocht nicht verarbeitet,eben auch weil es unmöglich ist ein Gespräch mit meiner Mutter zu führen und mit einer Therapie habe ich es noch nie probiert.

  355. Hallo Gabi,
    Ihre geschilderte Symptome (Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit) lassen mich aufhorchen. Das könnten Anzeichen einer Depression sein, was eine häufige Folge von Traumata ist.
    Das sollten Sie von einem guten Hausarzt oder Psychiater abklären lassen und eventuell ein Antidepressivum erwägen. Auch Ihr Satz, „Tendenz habe mir selbst zu schaden“ klingt in meinen Ohren nach Handlungsbedarf.

    Danke für Ihren Kommentar.

  356. Hallo Gabi,
    ich sehe das auch so, habe ähnliche Therapieerfahrungen. Beim letzten Mal sagte der Therapeut nach 1 Jahr und 50 Th.-Stunden: „Hätte doch die Oma nur nichts gesagt“ – (es ging um Abbortversuche und andere Dinge aus der pränatalen Zeit…) Mein Gedanke war, dass ich aber dann ganz sicher andere Somatiken hätte und der Therapeut ein paar Tausender weniger verdient hätte.

    Heute weiß ich, dass es durch die frühen Traumata und die lang dauernde sowie die schwere Zurückweisung und Verletzung eine Programmierung auf physiologische Funktionen wie Hirnstoffwechsel, endokrines System u.a.m. gibt, womit man mit und ohne Therapie ein Leben lang zu tun hat.

    Entscheidend ist, wie wir dann selbst mit unseren Begabungen umgehen, wie viel Selbstschätzung wir selbst für uns aufbauen können und vor allem, dass wir es schaffen, die Kette der Infektion, der Weitergabe solch kranker Strukturen, tatsächlich zu unterbrechen, zu beenden. (Es ist tatsächlich so, dass dieser psychische Wahn, Kinder zu verletzen, abzulehnen und zu demütigen, ansteckend ist.) Da es keine Impfung gibt, muss man sehr viel selbst leisten, um sich davon zu befreien. Zeitweise durchschwimmt man ein Tränenmeer.

    Der Irrsinn scheint, liest man die vielen Beiträge zu diesem Artikel, nichts Besonderes. Besonders ist, wenn WIR uns jeden Tag immer wieder für Anständigkeit, Achtsamkeit, Aufrichtigkeit, Liebe und Zuverlässigkeit, Schutz und Leben, für das Schützen des Lebens entscheiden.
    Alles Gute und hab Dich lieb. Karl

  357. Gabi sagt

    Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann!

    Ihr Beitrag betreffend Traumata hat mir zu denken gegeben. Ich hab mich zwar mit meinen 48 Jahren schon viel mit meinen Erlebnissen auseinandergesetzt, auch in Form von Therapien usw. Mein Therapeut hielt mich für sehr reflektiert und war der Meinung ich könnte gut zurechtkommen. Trotzdem sind Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit nach wie vor vorhanden. Eigentlich hab ich mich damit abgefunden „anders“ zu sein und von vielen nicht verstanden zu werden und ein gewisser Rückzug und auch ein Ausweichen von Konflikten war die Folge. Familienzusammenhalt in Bezug auf Unterstützung bei „seelischen Nöten“ gibt es nicht. Und ich stelle fest dass ich eine gewisse Tendenz habe mir selbst zu schaden. Kann ich mir dabei selber helfen?

  358. Hallo Sabine,
    schlimm, was Sie beschreiben. Und wenn Sie die Kommentare zu diesem Beitrag gelesen haben, wissen Sie auch, dass Sei nicht allein damit sein.

    Wie können Sie das angehen? Eine Psychotherapie wäre sicher am besten. Am besten eine tiefenpsychologisch fundierte. Denn Schläge und Traumata bewirken eine Beziehungsstörung. Sie schreiben das ja auch. Sie können niemand mehr vertrauen, haben Angst vor Konflikten. Obwohl die Schläge lange her sind, wirken sie sich auf Ihre heutige Beziehungsfähigkeit aus.

    In einer Therapie kann man lernen, wieder zu vertrauen. Dort können Sie auch mit all Ihrer Scham und Angst hingehen und werden – wenn’s gut läuft – angenommen. Das ist das Heilsame an einer Therapie. Wenn es Ihnen heute unangenehm ist, dass das jemand mitbekommen würde, denken und handeln Sie wie das kleine Mädchen von damals (das ist kein Vorwurf, sondern eine Beschreibung). Es ist das Schweigegebot von damals.

    Wenn die Hürden für eine Therapie noch zu groß ist, können Sie es mal mit entsprechenden Büchern probieren. Hier ein Link.

    Alles Gute für Sie – und danke für Mut.

  359. Sabine sagt

    Auch ich wurde als Kind häufig mit der Rute geschlagen, sehr oft auf den nackten Hintern und die Beine, bis sich blutige Striemen bildeten. Einmal musste ich mich „danach“ mit Seifenlauge waschen, was höllisch brannte. Damals war ich ca. 4-5 Jahre. Später folgten dann auch Schläge mit der Hand, Fußtritte und an den Haaren reißen.

    Ich hatte immer panische Angst, man könnte meine Striemen in der Schule sehen und hab manchmal meine Turnhose schon unter der Jeans angezogen, damit niemand meine nackten Beine sehen konnte. Ich hätte mich zu Tode geschämt, schließlich war ich ja der Meinung ich hätte diese Schläge verdient.

    Jetzt bin ich 30 Jahre, habe mittlerweile keinen Kontakt mehr mit meinen Eltern, aber diese Erlebnisse verfolgen mich bis heute. Und ja, sie schränken mich auch ein. Ich lebe in einer Beziehung, aber ich kann kein Vertrauen schenken, gehe jeden Konflikt aus dem Weg, weil es für mich unerträglich ist, einen Streit auszuhalten. Ich bekomme meinen Mund nicht auf, wenn mich etwas stört und bin sehr oft bis ins Innerste unzufrieden. Ein Wunder, dass meine Partnerin immer noch zu mir hält und an meiner Seite ist.

    Ich würde gerne an meinem Verhalten etwas ändern, aber ich habe keine Ahnung, wie ich das angehen sollte. Haben Sie einen Rat für mich? Für eine Therapie bin ich nicht bereit, wahrscheinlich weil es mir unangenehm ist, wenn das jemand mitbekommen würde.
    Liebe Grüße

  360. Hallo uesguer,
    die meisten Eltern, die früher geschlagen haben, leugnen das, bagatellisieren es oder haben es verdrängt. Manche schämen sich auch und verleugnen es deshalb.

    Sie haben Recht, eigentlich müssten sie es innerlich wissen, dass Schläge immer falsch sind, aber die meisten, die schlagen, haben Ähnliches als Kind selbst erlebt. Nun müsste man meinen, dass man gerade deshalb davon Abstand nehmen müsste. Leider ist oft das Gegenteil der Fall. Unbewusst greifen Eltern doch manchmal zum Schlagen, weil sie dann wenigstens nicht mehr in der schwachen Position sind. Sie haben ja denselben Impuls mit Ihrem älteren Jungen erlebt. Gut, dass Sie so wach waren und es nicht getan haben.

    Wenn Ihre Vergangenheit Sie weiter nicht in Ruhe lässt, würde Ihnen vielleicht professionelle Hilfe gut tun, wo Sie all das, was Sie belastet, mal mit jemand Neutralem aussprechen könnten.

    Danke für Ihren Kommentar.

  361. uesguer sagt

    Hi@all

    ich bin jetzt knapp 40 Jahre und wurde als Kind geschlagen. Von Vater und Mutter manchmal mit dem Kochlöffel auch einmal mit einem Gürtel. Mit 11 Jahren bekam ich eine Brille und der Bügel der Brille hat sich manchmal verbogen, wenn ich eine gescheuert bekommen habe. Ich habe dann die Brille wieder gerade gebogen. Irgendwann nach vielen Ohrfeigen war das Metall des Bügels so weich das man es ganz einfach mit der Hand biegen konnte. Das ist mir in Erinnerung geblieben. Das Schlimmste war nicht der Schmerz der Ohrfeige sondern die verbogene Brille.

    Ich bin nun selber Vater zweier Kinder und der ältere Junge (5) ist recht aufmüpfig. Bei Problemen mit ihm, ist mein erster Gedanke, ihm eine zu scheuern, wie ich es selber „gelernt“ habe, aber nicht anwende. Ich weiß, dass das der falsche Weg ist und die Ohrfeige nicht zur Erziehung dient, sondern nur dem eigenen Aggressionsabbau.

    Vor kurzen gab es mit meinen Eltern und meinen 2 Geschwistern etwas zu regeln und wir haben uns getroffen. Es ging sehr emotional zu und ich habe meine Eltern zum ersten Mal mit Vorwürfen konfrontiert, mich geschlagen zu haben. Die Reaktion meines Vaters war zu sagen: „Du wirst es schon gebraucht haben“. Seitdem lässt mich die Vergangenheit nicht mehr ruhen. Es beschäftigt mich. Ich bin enttäuscht von der Reaktion meiner Eltern, die doch im tiefsten Innern wissen müssen, dass die Schläge falsch waren.

  362. Hallo,
    die Zeit heilt keine Traumata, und darum handelt es sich bei Schlägen und Demütigungen.
    Ihre Schlafprobleme könnten Anzeichen für eine Depression sein, eine häufige Folge von unverarbeiteten Erlebnissen. Vor allem, wenn Sie zudem auch Konzentrationsprobleme, Antriebsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen haben.

    Trifft diese Diagnose zu, dann kann Ihnen Ihr Hausarzt oder ein Psychiater ein Antidepressivum verschreiben. Das kann die depressiven Symptome lindern aber helfen kann Ihnen nur eine längere Psychotherapie, in der Sie sich auch emotional mit den Geschehnissen in Ihrer Kindheit auseinandersetzen und diese verarbeiten.

    Danke für Ihren Kommentar.

  363. Trauer sagt

    ich bin jetzt 41 Jahre alt, habe 2 Kinder und habe sie nie hart angefasst und auch nie geschlagen.
    Meine Kindheit ist geprägt von Prügel und Demütigungen eines Mannes, den meine Mutter geheiratet hatte. Nicht mein leiblicher Vater!
    Heute noch, nach über 30 Jahren, quälen mich Alpträume, weil ich immer und immer wieder dieses hasserfüllte Gesicht sehe, während ich mit Gürtel, Fäusten und mit flacher Hand verprügelt wurde. Die Einzelheiten zu erklären oder zu erzählen würde den Rahmen sprängen.
    Nur würde ich gerne etwas gegen diese schlaflosen Nächte unternehmen. Nur wie? Die Zeit heilt alle Wunden, heißt es so schön. Aber ich glaube, darunter fallen nur die sichtbaren. Hat jemand Erfahrung damit? Ich wurde zwar nicht sexuell missbraucht, aber seelisch bin ich irgendwie ein Wrack.
    Würde mich freuen wenn jemand Tipps hierüber schicken würde.
    Vielen Dank

  364. Hallo Gerald,
    Ihren Bericht möchte man jeder Mutter oder jedem Vater in die Hand drücken, dem „mal die Hand ausrutscht“ oder der seine Wut oder Überforderung nicht anders in den Griff kriegt, als diese am Kind abzureagieren.

    Welche Schäden das in der kindlichen Seele und Psyche anrichtet, haben Sie eindrücklich beschrieben – wie viele andere vor Ihnen hier auf diesem Blog. Sie schreiben auch, dass Sie es mit viel Geduld und professioneller Hilfe geschafft haben, die schlimmsten Folgen abzumildern und ein normales Leben zu führen. Das ist ermutigend für diejenigen, die Ähnliches erlebt haben und verzweifelt sind.

    Danke für Ihren Kommentar.

  365. gerald sagt

    ich kann mich erinnern, dass mich meine mutter mit vier jahren erstmals geschlagen hat. damals habe ich es überhaupt nicht verstanden weshalb, aber in den noch kommenden 14 jahren hatte ich noch genügend gelegenheit dazu. einen grund zum schlagen gab es alle mal, ob die note nicht gut genug war, weil ich auf einen freund am bus gewartet habe oder andere banalitäten oder einfach weil ich bloss geguckt hatte.

    doch irgend wann kommt der punkt, wo man es einfach nur mehr über sich ergehen läßt und resigniert. die angst vor einem fehler und sei er noch so klein, beginnt das leben zu bestimmen, ja regelrecht zu beherrschen und man beginnt aus der not heraus zu lügen, um nicht schon wieder bestraft zu werden. diese innere angst beginnt, einen regelrecht fern jeder logik handlungen zu setzen ohne darüber nach zu denken, ob es nun richtig oder falsch ist.

    auch das selbstwertgefühl sinkt beinahe auf den null punkt und man schämt sich für sein eigenes leben. nachdem meine eltern auch mit allen mitteln selbst meine große liebe zerstört hatten und auch die darauffolgende beziehung versuchten zu sabotieren, habe ich einen schlussstrich gezogen und mit hilfe meiner nun jetzigen frau es geschafft ein normales leben zu führen.

    ich möchte dazu ergänzen, dass ich auch ärztliche hilfe und medikamente zur unterstützung in anspruch genommen habe und auch noch nehme. rückblickend muss ich sagen, haben mir meine eltern 25 jahre meines lebens gestohlen und manche, für andere normale dinge, die für mich dadurch immer verschlossen blieben.

  366. viviane anders sagt

    Ich finde diesen Artikel sehr interessant und es ist wirklich wahr das wenn man geschlagen wird oft Schäden davon bekommt. Ich finde es gut das jemand mal über dieses thema schriebt denn es spielt eine wichtige Rolle in unserem Lebn. Danke für die spannenden Informationen liebe grüsse viviane

  367. Birgit sagt

    Hallo,
    ich bin froh diese Seite gefunden zu haben. Zwar wurde ich nie von meinen Eltern geschlagen oder ähnliches. Trotzdem interessiert mich dieses Thema, wie erwachsene Menschen damit umgehen, dass sie als Kleinkinder geschlagen wurden sehr und ich würde gerne mal mit Betroffenen sprechen. Leidet die Beziehung darunter, wie steht man jetzt in Kontakt zu den Eltern usw. Ich würde mich wirklich wahnsinig freuen, wenn sich jemand meldet. Ruft doch einfach bitte kurz an oder meldet euch per e-mail.
    089/520465813
    0176/61098181
    oder
    birgit.bulla@yahoo.de

    Vielen lieben Dank, ich freue mich auf eure Nachrichten.
    Ganz liebe Grüße,
    Birgit

  368. Simone sagt

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel.

    Auch ich habe mich darin wiedererkannt. Bei mir haben sowohl mein Vater als auch meine Mutter mich geschlagen, aus „erziehungstechnischen Gründen“ und weil sie es wohl selbst nicht anders kannten.
    Auf das gelegentliche Schlagen bin ich mittlerweile nicht mehr wütend, sondern viel mehr auf die Phasen, wo noch psychischer Druck hinzukam. Etwa, wenn mein Vater mich mittels Schlägen versucht hatte zu einem Wunderkind zu machen. Mit 4 musste ich ein Instrument spielen lernen. Er stand während ich übte immer hinter mir und schlug mich bei jedem falschen Ton. Es kommt mir heute noch vor, als wäre das ewig so gegangen.

    Wenn man mich allerdings fragen würde, wann das Schlagen aufgehört hat, würde ich nicht antworten mit: In der Pubertät (was eigentlich wahr wäre), sondern mit: Als ich gross und kräftig genug war, um selbst zurückzuschlagen. Denn dann, konnte aus dem Schlagen eine ernsthafte, gefährliche Prügelei werden, weil die ganze aufgestaute Wut der letzten Jahre in einem drin war.

    Heute kann ich furchtbar schlecht mit Wut umgehen und ich ertappe mich oft in Situationen, wo ich gerne zuschlagen würde (hab ich allerdings nie). Ich lerne jetzt, dieses „Zuschlagen“ auf andere Weise zu zeigen, ohne, dass ich jemanden dabei verletzen muss (dafür mussten alte T-Shirts und Schokohasen dran glauben 😉 ). Und vor allem lerne ich auch, diese Wut zu zeigen, anstatt sie in mich hineinzufressen.

  369. Hallo Emma,
    ich glaube, da können Sie nichts tun. Ihr Ex-Freund scheint wenig beziehungsfähig zu sein, was eine Konsequenz seiner Erfahrungen in der Kindheit ist.
    Wenn er das nicht vor sich zugibt und wirklich ändern will, kann es sein, dass er immer wieder an diesen Punkt in Beziehungen gerät.
    Sie können ihn nicht retten. Er müsste das selber tun.

    Danke für Ihren Kommentar.

  370. emma sagt

    hallo…
    hmm ich gehöre nicht zu denen die geschlagen wurden,aber mein freund…und ich weiß nicht wie ich mit ihm umgehen soll oder wie ich versuchen kann ihm zu helfen…das problem dabei ist auch, dass ich das nicht von ihm weiß, das er geschlagen wurde…also weiß er garnicht dass ich es weiß…
    was sehr schwer ist , ist das er über nichts redet was ihn stört…mit niemandem…kein freund steht ihm so nah obwohl sie sich seit der 5.klasse kennen…er geht allen konflikten aus dem weg…das ist natürlich dann sehr schwer wenn ihn was stört…er sagt einfach nichts und hofft das es von alleine besser wird…er geht auch nicht auf ein gespräch mit mir ein und sagt nur ja oder so…er ist der meinung das streit in einer beziehung alles kaputt macht..er kennt es ja nícht anders…er hat nie liebe erfahren…wurde in seiner kindheit auch stark misshandelt und hat sehr große narben am körper…er ist nun 23 und ich bin seine erste freundin er ist ein wahrer prinz,ein ganz toller mensch:) aber er gibt so schnell auf..

    .ich muss ihm doch irgendwie begreiflich machen können das das normal ist meinungsverschiedenheiten zu haben und sich trotzdem zu lieben…ich habe immer von ihm verlangt das er mir mehr/öfter zeigen soll wie gerne er mich hat…das kann er einfach nicht..hätte ich das mit seiner kindheit ehr gewusst hätte ich das nicht getan..er denkt glaube ich das er es mir nicht recht machen kann und hat sich jetzt von mir getrennt…vielleicht bevor ich es tue (was das letzte ist was ich will) aus angst verlassen zu werden..?er zweifelt ziemlich schnell an sich…er hat schluss gemacht weil mich diese Kleinigkeit gestört hat…er ist einfach gegangen, ganz ruhig, hat kein wort gesagt… wir hatten noch kein einziges persönliches gespräch…ich denke er läuft weg…es war von heute auf morgen so…

    wir haben vorher von einem gemeinsamen urlaub gesprochen und einen tag später hat er schluss gemacht..obwohl eigentlich alles gut war…und dann per sms , er schreibt nur das er keine gefühle mehr für mich hat aber das glaube ich ihm nicht…und er redet wirklich mit niemanden…ich würde ihm so gerne helfen…und für ihn da sein…ich weiß nicht wie ich das hinbekomme…ich will ihn natürlich auch zurück haben…weil ich denke das es nur probleme sind die ihn stören die man beheben kann wenn er doch nur reden würde…und das was mich gestört hat, hat sich ja jetzt erledigt ich würde es nicht mehr verlangen…hmm vllt können sie mir ja helfen, ich würde mich sehr freuen….liebe grüße emmma…

  371. Carsten sagt

    Hallo,

    habe mir grade den Artikel mal durchgelesen und hab mich tierisch erschrocken, wie sehr ich doch mein Verhalten dort wiederfinde.
    Auch ich wurde als Kind geschlagen. Mein Vater war damals meiner Meinung nach Kolleriker.
    Er war ständig arbeiten und wenn er dann mal zuhause war, gab es meistens nur Lack !
    Egal ob man mit einer 4 aus der Schule nach hause gekommen ist, ob man wiedersprochen hat, oder auch einfach nur gerade da war. Es wurde irgendwann so schlimm, dass ich, immer eine Stunde bevor mein Vater nach hause gekommen ist, mein Abendessen bekommen habe. Damit ich ihm bloß nicht über den Weg gelaufen bin. Danach verzog ich mich direkt in mein Zimmer und hab mich, so weit es ging, nicht mehr blicken lassen. Irgendwann war ich zuhause, und mein Vater kam in mein Zimmer. Als erstes wurde das Fenster geschlossen, damit die Nachbarn auch ja nix mitbekommen. Und dann wälzte sich mein Vater mit mir über dem Boden und ich erhielt eine ordentliche Tracht Prügel. Ich mußte aber auch schon mal in den Wald gehen und einen Stock besorgen, mit dem mich mein Vater dann verprügeln konnte. In der Pubertät war es dann so schlimm, dass ich an den Medikamentenschrank meiner Eltern ging und mir Schlaftabletten entwendet habe, die ich dann auch genommen habe. Beim erstenmal hab ich es mit 5 Schlaftabletten versucht. Außer einem guten und langem Schlaf zeigten die Tabletten jedoch keine Wirkung. Dann versuchte ich beim nächsten mal 10 oder 15 Tabletten (weiß ich jetzt nicht mehr genau). Am nächsten Morgen wurde ich dann geweckt und mußte zur Schule. Als ich im Bus war mit total schwindelig. Ich konnte nicht mehr erkennen, ob noch irgendwo ein Platz für mich frei war. An der Schule angekommen mußte ich mich direkt übergeben und wurde von der Schule nach Hause gebracht.
    Meine Eltern haben von all dem nichts mitbekommen. Sie sind davon ausgegangen, dass es ein Virus oder eine Magen-Darmverstimmung sei. Danach hab ich es aber nie wieder versucht.
    Damals habe ich mich auch fast total von der Außenwelt abgekapselt, wodurch ich natürlich in der Schule auch immer gehänselt wurde. Ich war so verschüchtert, dass ich aus Angst mit fast keinem gesprochen habe. Ich mochte noch nicht einmal im Unterricht sagen, wenn ich mal auf Toilette mußte. Lieber hätte ich in den Schulrucksack gemacht, als meinen Mund loszumachen.
    Heute bin ich mitte 30. Und ich finde, dass sich, seit dem ich alleine wohne, mein Leben um 180 Grad verändert hat. Ich bin ein lebensfroher Mensch geworden, der auch einen (für mich) recht großen Bekannten- und Freundeskreis hat. Jedoch plagen mich immer noch so einige Sachen. Und diese finde ich alle in dem Artikel wieder. Nur der letzte Punkt, die Unkontrollierbare Aggressivität, trifft nicht auf mich zu. Ansonsten hätte es auch ein Artikel über mich sein können.
    Ich hab mir für mein Leben folgendes vorgenommen: NIEMALS so werden, wie mein Vater.

    Mit freundlichen Grüßen
    Carsten

  372. John sagt

    Auch ich bin sehr froh diese Seite gefunden zu haben. Ich wurde in meiner Kindheit sowohl physisch als auch psychisch angegriffen. Ich bin mittlerweile 20 Jahre alt und habe immernoch Tage und Wochen in denen ich mich nicht konzentriern kann weil diese Ereignisse mich so stark verfolgen.

    Ich bin der älteste Nachkomme in unserer Familie wurde daher schon als kleiner Junge zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen. Wurde diese von mir nicht tadellos verrichtet, wurde ich oft geschlagen, angeschrieen und vor vielen Leuten blosgestellt. Weswegen ich auch heute noch nicht diesen Leuten in die Augen schauen kann. Damals war ich der Meinung das diese garnichts dafür konnten. Heute frage ich mich aber warum diese nie eingegriffen haben.

    Meinen Eltern habe ich als Kind deswegen auch große Vorwürfe gemacht und mache dies auch heute noch. Meine Mutter sagt auch heute noch das sie davon so gut wie nichts mitbekam. oder sie nichts dagegen machen hätte können da die Gewalt meist von dem Vater meines Vaters ausging.

    Ich könnte hier noch endlos weiter erzählen jedoch würde mir dies glaube ich nicht helfen.

    Ich würde nun gerne von Ihnen wissen wo ich mich hinwenden kann um diese Ereignisse zu verarbeiten?!

    Mit meinen Eltern kann ich dies nicht tun weil auch heute noch keine Vertrauensbasis da ist.

    Auf Antworten freue ich mich.

    Gruß John

  373. guten Morgen hel,

    mal habe ich mir diesen Artikel mit allen Kommentaren ausgedruckt, was dann ein ganzes Buch ergibt. Für einige gravierenden, immer wieder vorkommenden Bemerkungen – oft in Nebensätzen – habe ich eine Strichliste geführt. Mein Fazit ist:

    In aller Regel geht es bei dem Schlagen gar nicht um die Kinder. Die stören ja nur, sollen eher weggebrügelt werden. Allerdings beziehen die geschlagenen Kinder alles auf sich selbst, sehen sich im absoluten Mittelpunkt.
    Worum es wirklich geht, ist etwas, was die Schlagenden irgendwo, irgendwie selbst angestellt haben, was sie so sehr belastet. Das kann im einfachsten Falle die Ehe sein, die ungewollt ist, „wenn nur das Kind/die Kinder nicht wär/wären“.
    Oder es ist eine Fahrerflucht, Überforderung im Job, weil sie den nicht richtig gelernt haben, nicht können.
    Oder es ist eine schreckliche Leere in Herz und Hirn der Schlagenden, wofür aber die geschlagenen Kinder doch auch nichts können. Leere, mangelndes Interesse an Kunst und Kultur. (wer von der Schönheit ergriffen ist, welche gerade unser Land in seinen Kulturschätzen bereithält, könnte eigentlich niemals seine Kinder schlagen, meine ich.

    Ein Recht, das geschlagene Kinder haben ist, sich distanziert und kritisch anzuschauen, was die Schläger sonst so alles machen. Und sich dann distanzieren und immer kritischer werden, um

    zu lernen, sich selbst zu schützen.

    Dorthin zu gehen, wo Sicherheit gepflegt wird, wo man tief und frei atmen kann, angstfrei zu Bett gehen und morgens den blauen Himmel begrüßen kann, wo Menschen verantwortungsbewusst handeln, – das ist doch unser Recht. Und Du liegst genau richtig damit, Hilfe zu suchen, eine Hand.

    Denn der Schaden der da überall angerichtet wird ist tatsächlich noch weit größer, als es alle Kommentare hier zeigen (seit 50 Jahren erlebe ich nun solche irren Geschichten und dachte, das gäbe es heute nicht mehr…) „§13 Grundgesetz: Die Wohnung ist unverletzlich!“
    Ich meine: Das Kinderzimmer auch.
    Hel hat das hier ja gut hinbekommen, den Mut zusammen zu raffen und dann zu schreiben. Oft fehlen einem aber wirklich die Wort. Woher sollen die auch kommen, für das zertretene Herz eines eingesperrten Vögleins.
    An diamo, geh´ hin wo die Worte nicht reichen für Schönheit, Sicherheit und Respekt vor dem Leben. Von Herzen wünsche ich Dir Deinen angstfreien Platz, auf den ja jedes Kind ein Recht hat. Karl

  374. hel sagt

    Ich habe selbst diese Erfahrung gemacht, bei mir wurde es aber erst im Jugendalter sehr schlimm, vielleicht weil ich ein Mädchen bin. Von 9-16 1/2J. um genau zu sein, wurde ich geschlagen (meine große Schwester war zuvor dran). Beendet habe ich dieses Drama, in dem ich Lehrer eingeweiht habe. Mittlerweile bin ich 20J. und komme damit noch immer nicht klar, deswegen lande ich auf diese Seite.
    Ich möchte mir jetzt professionelle Hilfe suchen und auch von daheim ausziehen, da ich nur das 5. Rad am Wagen bin od. Aschenputtel. Zum Putzen gut, aber zuhören können sie nur wenn ich gegen ihrer Vorstellung bin, deshalb wurde ich früher auch geschlagen. Noch heute versuchen sie mich zu lenken, aber mittlerweile habe ich kapiert, dass ich nicht so funktionieren kann so wie die es wollen.

    Jedenfalls habe auch ich mich zumindest teilweise in den Artikel wieder gefunden.
    Ich war aber nie ein Kind, dass die Welt nie richtig erkannte. Vielleicht war ich aber auch schon alt genug um zu wissen, was gut und was böse war..nur wollte auch ich nie meine Eltern als schlecht darstellen. Ich weiß sie hatten es selbst nie einfach, aber trotzdem haben sie in mir tiefe Spuren hinterlassen.

    Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass die Gewalt in der Familie zurück geht und ich wäre froh wenn ich irgendwie die Chance hätte irgendetwas zu verändern…
    Das ist eigentlich auch mein einziger Wunsch und eigentlich auch mein Lebensziel.

  375. Sabagu sagt

    vielen dank an Ihnen beiden.
    Ich versuche damit zurecht zukommen. Aber das schlimmste ist eigtl die Zukunft. Mein Vater ist Albaner und ich muss jeden SOmmer mit in den Urlaub fahren für 4 Wochen. Dort kann ich die Sprache nicht. Wenn ich nicht mirfahre macht mein Vater Terror. Das heißt er macht einen psychisch fertig. ICh weiß nicht was ich tun kann um dem ganzen Theater zu umgehen da ich nicht mitfahren will.

  376. Sabine sagt

    Guten Abend,
    seit Jahren belastet mich meine Kindheit/Jugend.Ich wurde über zehn Jahre von meinen „Vater“ misshandelt. Aber nicht nur ich allein sondern auch meine sieben Geschwister. Und meine Mutter.
    Regelmäßig bricht deine kleine Welt zusammen. Du wirst beschimpft, gedemütigt und grundlos geschlagen. Egal ob mit dem Ledergürtel, dem Spaten, einem eingeweichtem Seil, einer Latte, dem Teppichklopfer oder was sonst noch so griffbereit war. Nach der Scheidung hat der Lebensgefährte mit leichterer Gewalt weiter gemacht.
    Wie soll man an das Gute glauben, wenn dein Leben immer nur mit Füßen getreten wird? Wie soll man lernen zu vertrauen, wenn dein Urvertrauen in die Menschheit dein ganzes Leben gebrochen wird? Wie soll man lieben können wenn man noch nie richtig geliebt wurde? Oder gar sich selbst lieben lernen, wenn man sich immer schmutzig und schlecht fühlt?

    Warum muss man als Kind erfahren, was Hass und Überlebensinstinkte sind? Warum muss man mit ansehen, wie Macht augeübt wird? Warum nimmt ein Mann eine Frau mit Gewalt wann es ihm passt? Warum muss man sich als Kind in den Schlaf weinen? Warum muss man lernen, andere mit seinem Leben zu verteidigen? Wie kann man jemandem eine zweite Chance geben wenn immer im Stich gelassen fühlt? Warum kann man sich nicht überwinden und das alles endlich hinter sich lassen?

    Wie finde ich endlich den richtigen Psychologen, der sich mein Vertrauen erarbeitet und es nicht einfach verlangt? Ich will das alles nicht mehr. Zu sehr belastet es mein Leben. Aber aus dieser Sache raus zu kommen ist nicht so einfach. Heute bin ich erwachsen und sechsundzwanzig Jahre alt, stehe im Berufsleben und leide an Depressionen ohne Antidepressiva zu nehmen. Ich will mein Leben nicht von einer Pille abhängig machen.

    Oft sagt man der Sinn des Lebens sei das Leben selbst. Tolles Leben! Oft war ich extrem wütend und zornig wenn es ungerecht zu ging. Traurig und hilflos wenn ich es nicht ändern konnte. Jetzt bin ich wie damals nach der Scheidung „auf Eis gelegt“ damit mich nichts mehr berührt oder verletzt. Diese Blockade werde ich nicht mehr los. Damals hat es mich sechs Jahre gekostet sie los zu werden. Gar nichts ist verarbeitet – nichts! Alles nur verdrängt!

    An keinem Ort, wo ich jemals gelebt habe, fühlte ich mich zu Hause , bis heute. Immer noch fühle ich mich beziehungsunfähig. Da wird man einmal in seinem Leben das erste mal so geliebt wie man ist, und kann nicht zurück lieben, weil mich dieser Mensch, einmal als ich ihn am dringendsten brauchte – auch im Stich gelassen hat. Jeder hat eine zweite Chance verdient aber ich kann sie nicht geben. Mein Herz fühlt sich verschlossen an auf ewig. Denn dieser Mensch sollte mein letzter Versuch sein jemanden in mein Herz zu lassen. Wie oft wird man noch enttäuscht?

    Alle Menschen, die Ihre Kinder schlagen, verachte ich mit jedem Atemzug! Sie sind das Unschuldigste, was es gibt auf der Welt, es gilt sie zu schützen – auch vor ihren Eltern! Ich selbst verzichte auf Kinder! In was für eine Welt werden sie hinein geboren? Kann ich meinem Kind alles geben wonach es sich sehnt? Klar bin ich eine klasse Tante aber die Angst, mit meinem Kind zu verarmen, ist zu groß. Kaum Perspektiven für eine gute Schule/Ausbildung und Beruf! Es bricht mir das Herz darauf zu verzichten. Aber ein gebrochenes Herz reicht mir.

    Wie soll ich meinem Kind erklären, das unser Sozialverhalten uns von einigen Tieren unterscheidet. Wo doch der Mensch das größte Raubtier ist! Verschließt nicht eure Augen, wenn ihr seht, ihr werdet gebraucht. Verschließt nicht Eure Türe, wenn jemand um Hilfe bittet. Verschließt nicht eure Herzen, denn ihr schützt euch nicht,sondern schadet euch.

    An alle, die Rache wollten, für das was euch angetan wurde, es ist der falsche Weg! Lange wollte ich Rache,aber will man sich auf dieses Niveau runter lassen? Dann ist man wie der, den man über alles hasst. Die Gerechtigkeit findet ihren Weg und straft solche Leute, auch wenn es ewig scheint. Zweimal war ich an dem Punkt, all dem ein Ende zu machen und mein Leben aufzugeben. Doch dann dachte ich mir: Ich habe nicht um meine Geburt gebeten, doch ich versuche das beste daraus zu machen. Wenn ich aufgebe hat das Böse in der Welt was es will.

    Noch hab ich einen kleinen Funken Hoffnung, dass es irgendwann besser wird. Ohne Hoffnung, der Glaube an dich selbst und Liebe – ist alles, nichts! Man verzweifelt an diesen Altlasten und Problemen im täglichen Leben, aber aufgeben ist keine Option! Es gibt immer einen Weg – irgendeinen. Also gebt nicht auf!

    Ein großes Lob an Herrn Roland Kopp-Wichmann, der ein Tabu Thema bricht und aufmerksam macht! Meinen höchsten Respekt! Schön, das ich so einen Menschen finden konnte. An alle anderen: Wehrt euch! Lasst es nicht zu, das jemand euch oder euer Leben kaputt macht.
    Viele liebe Grüße an alle und an Sie Herr Kopp-Wichmann!
    Danke! 😉

  377. Hallo sabagu6,
    das ist wirklich eine schlimme Situation, in der Du da steckst. Und Du brauchst dringend Hilfe. Das Beste wäre, wenn Du zu einer psychologischen Beratungsstelle in der nächsten größeren Stadt gehst. Im Telefonbuch findest Du die am besten. Eventuell auch mit Deiner Mutter dahin gehen und darauf dringen, dass die Besuchssituation bei Deinem Vater nochmal besprochen wird.
    Wer so viel Schläge und Leid erfahren hat, ist oft traumatisiert, deswegen kriegst Du die Gedanken und Erinnerungen nicht aus Deinem Kopf. Da hilft Dir vermutlich eine Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin. Das Wichtigste ist, dass Du nicht versuchst, das alles alleine hinzukriegen und tapfer zu sein. Das ist zu viel für einen Teenager. Es hilft enorm, sich jemand anzuvertrauen, alles mal zu erzählen und dann nach Lösungen suchen.

    Alles Gute für Dich.

  378. @sabagu … Glaub mir bitte, dass Du Dich hier meldest, ist das Allerbeste, was Du tun kannst. Und glaube mir bitte auch, dass mir dicke Tränen vor die Tastatur tropfen.
    Weil ich solchen Irrsinn kenne, leider.

    Heute Mittag habe ich nach langer Zeit meinen Therapeuten auf dem Kölner Hohenzollernring wieder getroffen. Er ist jetzt über 80 und er ist Jude. So kannte er den Wahnsinn, den Menschen Menschen antun können. Ich habe ihn umarmt. „Sie sehen gut aus!“, sagte er. „Ja, jetzt!“, antwortete ich. Aber alleine geht das nicht. (Die Verstrickung durch solch einen Horror, wie Du ihn beschreibst, ist so stark, dass man da hinausgeschickt werden muß, Schritt für Schritt, oder herausgezogen, kräftig und konsequent.

    Man kann etwas tun, möchte ich Dir damit sagen. Und es gibt viele Hilfsmöglichkeiten. Deine Zeilen machen den Eindruck, dass Du sehr mutig und entschlossen bist. Das ist gut. Alleine besteht die Gefahr, dass Du in Trauer und Verzweiflung stecken bleibst. (als ich so alt war wie Du, also vor 40 Jahren, hatte ich eine eigene Bude bei einer netten, schrulligen alten Dame, weil es für mich nie ein Zuhause gab, wie es ein Junge braucht. Ein Ausbilder hatte mich traurigen Kerl hinterm Zeichenbrett in der Lehre hervorgeholt im zweiten Lehrjahr und dann das Inferno für mich durch energische Schritte beendet. Dann wußte ich, man kann etwas tun. (auch mit 16 schrieb ich an den Schuldirektor der Gewerblichen Berufschule und bat um Versetzung, weil der Lehrer nur Witze erzählte und keinen Unterricht gab. Du hast ganz sicher auch so viel Mut.)

    Meine besten Wünsche sind bei Dir. Ganz sicher wirst Du eine Antwort vom Autor dieses Blogs erhalten. Und außerdem, hier sind viele feine Leute, die stehn alle auf Deiner Seite. {aber in Deinem Falle muß auch etwas geschehen, nur reden reicht ganz sicher nicht…}

  379. sabagu6 sagt

    Ich bin sehr froh, dass ich diese Seite gefunden habe. Nun ich hoffe ihr könnt mir helfen!
    Ich bin 16 Jahre alt. Ich weiß, diese Seite ist eigentlich für Erwachsene, aber ich hoffe dies ist nicht so schlimm.
    Als ich ein Kleinkind war, so ca. 4 Jahre hat das alles angefangen. Mein Vater hatte mich oft geschlagen, weil ich im Wohnzimmr mit dem Spielzeug gespielt hatte. Er schlug mich mit der Hand, Gürtel und bewarf mich mit Zigarettenschachteln. Er woltle mich sogar umbringen… Er hielt mir ein Messer an die Kehle und sagte zu meiner Mutter:“sie ist meine Tochter!!!“
    Mein Vater schlug auch meine Mutter brutal. Er würgte sie sogar mal solange dass meine Mutter blaue Flecken am Hals hatte… ICh will mir gar nicht ausmahlen was passiert wäre wenn ich damals nicht dazwischen wäre! Meine Eltern haben sich dann getrennt als ich 7 Jahre alt war. Seitdem muss ich jede Woche zu meinem Vater einmal hingehen, weil er unglücklicherweise im selben Dorf wohnt wie ich.
    Nun es ist so, dass ich noch oft die Bilder im Kopf habe und nur wenn ich daran denke schon weinen könnte. Ich schlafe schlecht. Und ich kann das einfach nicht verarbeiten. Ich will meinen Vater hassen doch es geht nicht. ICh will die Vergangenheit vergessen doch es geht nicht. Ich kann vielen Menschen einfach nicht vertrauen und bin sehr sensibel.
    Ich hoffe Sie haben einen Rat für mich. Ich will dass es aufhört…

    Mit freundlichen Grüßen

    SAB

  380. Hallo Wilfried,
    gerade arbeite ich Korrespondenz durch und finde diesen Link.
    Also nicht nur „ächten“ müssen wir solche Dinge, sondern im Akutfalle auch etwas tun, damit das sofort stoppt.
    Wenn es dann nur das Schlagen wäre, nur die Wut, nur das, was man sieht und erinnert…
    Jeder Schmerz wird gespeichert. Dabei macht das Nervensystem keinen Unterschied zwischen physichem und psychischem Schmerz, es entsteht ein Schmerzgedächtnis. Immer steht ganz sicher auch Ablehnung dem Kind gegenüber auch dahinter; denn wenn das nicht so wäre, könnten Eltern das auch niemals tun, was sie da tun oder taten!
    Und aus dieser tief gespeicherten Erfahrung der Ungewolltheit macht das geschlagene Kind dann später Erfahrungen, die es ohne diese Irrsinnserfahrungen, niemals machen würde, tut Dinge, die es niemals tun würde, tut Dinge nicht, die es gerne tun würde, trifft folgenschwere Fehlentscheidungen, fällt immer wieder auf die Nase, wird möglicherweise zum Spieball anderer, hält an der Angst fest, weil es sonst nichts anderes kennt, sucht nach Ablehnung, weil sie ihm so vertraut ist, tritt die zarten Pflanzen von Wohlergehen wieder ein, weil die prägenden Erfahrungen zu Zeiten totaler Abhängigkeit dazu zwingen, den schmerzlichen, aber so vertrauten Gefühlszustand wieder herzustellen und das geschlagene, erwachsene Kind sieht später nur schwer, wenn da neue Augen sind, die ihm Liebe geben wollen, einfach echte Liebe, nur so.
    Und das ist das eigentliche Verbrechen schlagender Väter.
    Pass gut auf Dich auf. K.

    Ach, solch eine Peitsche gab es auch in unserer Bauernküche. Fünfzig einmeterzwanzig lange Lederstreifen an einem Knüppel. Immer wieder schnitt ich einige davon ab. Als keine mehr dran waren, haben sie Fenster geschlagen, Türen getreten. Der Krieg zuvor hatte wohl alle zerfetzt.

  381. Wilfried sagt

    Ich wurde als Kind von meinem Vater mit einer Pferdepeitsche oft so schwer geschlagen, daß ich wegen der sichtbaren Folgen nicht zum Sportunterricht gehen durfte. Es hat mich jahrelang seelisch belastet und ich hatte einen Riesenhass auf ihn und auf solche Leute, die sagen „Schläge haben noch keinem geschadet“. Diese Menschen rechtfertigen nur ihre Gewalttätigkeit. Heute weiss ich, daß mein Vater nur seine eigene Wut und Minderwertigkeitskomplexe, damit kompensierte und der kleinste Anlass war ihm da Recht, um mich als Kind zu demütigen. Es hörte erst auf, als ich stark genug war, mich körperlich zu wehren. Es ist wichtig, daß solche Kindesmisshandlungen geächtet werden!

  382. Hallo Klara,
    ja, Sie können es schaffen, wobei es dabei vor allem um Ihren Mann geht. Wer geschlagen wird, hat fast immer ein hohes Aggressionspotenzial in sich, Sie bemerken das ja an Ihrem Mann. Es könnte sein, dass das Verweigern von körperlicher Berührung auf Seiten Ihres Mannes von ihm aus eine Schutzvorrichtung ist. Weil er eben Berührung nur im Zusammenhang mit Gewalt und Schmerz kennt. Konkret, dass Berührungen bei ihm die Aggressionen triggern könnten – jedenfalls in seiner Phantasie.

    Den besten Weg, das zu heilen, haben Sie ja schon eingeschlagen. Ihr Mann braucht Therapie und vielleicht tun Ihnen als Paar ein paar Beratungsstunden auch gut.

    Auf Ihren Sohn hat das sicher einen Einfluss, Sie schreiben ja, wie verwundert er war über die Umarmung Ihres Mannes. Kinder lernen, was Beziehung ist, vor allem von den Eltern. Sorgen über seine Zukunft machen hilft da jetzt nicht viel weiter. Es liegt v.a. an Ihrem Mann, diese ungute Kette der Gewalt über die Generationen zu unterbrechen.

    Alles Gute für Sie – und danken für Ihren Kommentar.

  383. Klara sagt

    Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,
    meine Problematik ist ein wenig wie der Kommentar von Tina. Auch ich bin nur eine Angehörige. Nur mit dem Unterschied, dass mein Mann und ich einen kleinen Sohn haben.
    Auch mein Mann ist als Kind vom Stiefvater geschlagen worden und somit vom Regen in die Traufe geraten.
    Auch das Verhältnis zu seinem leiblichen Vater ist nach wie vor sehr schwierig, es ist nicht die Schuld meines Mannes.
    Ich sehe, wie zerrissen mein Mann ist, wie wenig er in sich ruht, wie getreiben er ist. mittlerweile macht er eine Therapie bei dem gleichen Psychologen, bei dem auch ich Unterstützung suche für unsere situation.
    In kurzen Worten zusammengefasst: Mein mann scheint unfähig, speziell mit der Geburt unseres 3,5 jährigen Sohnes, mir irgendwelche Zärtlichkeiten geben zu können. parallel habe ich doch recht handfeste Beweise, dass er sich seine Bestätigung woanders holt, manchmal glaube ich, dass er neben diesen Frauentreffen auch eine Neigung für Männer hat.
    Wir streiten sehrviel, lange ging es um dieses Thema Zärtlichkeit. Das habe ich aufgegeben, ich erwarte nichts mehr von ihm. Ich glaube ganz einfach, er kann es nicht, Geduld habe ich wirklich sehr lange bewiesen. Diese Leben ohne körperliche Zärtlichkeit, von Sex ganz zu Schweigen ist für mich kein langfristiges Lebensmodell, aber es geht um etwas, es geht um eine Familie. ich merke, eigentlich will er diese Familie, aber er bekommt das nicht hin, wa ich mir wünsche. Ansonsten möchte er immer das es mir gut geht und spürt, wie alle menschen mit diesen Erlebnissen, ein hohes maß an Verantwortungsgefühl.
    Alarmierend ist für mich nur die Tatsache, dass unser kleiner Sohn dieses „Paket“ mit aufgeladen bekommt, deswegen habe ich ihm diese Therapie so ans herz gelegt. morgen haben wir erstmals einen gemeinsamen Termin bei unserem Psychologen. Ich bin sehr aufgeregt deswegen. ich möchte dort zur sprache bringen, was mir wichtig ist, Zärtlichkeit und ein liebevoller Umgang. Mein Mann trägt Agressionspotenzial in sich, er hat mich schon zweimal in unseren heftigen Streitereien gewürgt. Beim letzten Mal habe ich dann gesagt, ich gehe, so etwas geht einfach nicht. Er hat mich nochmal mit lieben worten zurückgeholt, mittlerweile habe ich einfach Sorge, dass der nächste wutausbruch kommen wird.
    In seiner Kindheit galt er als „schwererziehbar“. Heutzutage ist er ein sehr erfolgreicher Mann.
    Wahrscheinlich ist das alles zu kurz, um es nachhaltig zu beurteilen, aber eine Einschätzung ihrerseits wäre sehr interessant.
    Am Sonntag habe ich meinen Mann gebeten, mich dort bitte auch einmal in den Arm zu nehmen und nicht wegzulaufen. Er hat tatsächlich getan. Unser Sohn steht daneben und fragt: papa, warum umarmst Du Mama?….wie traurig, er kennt nicht, das seine Eltern zärtlich miteinander sind. Da habe ich gemerkt, das ich Verantwortung zeigen muß. Das es so nicht weitergeht. ich möchte nicht, das der Kleine das Päckchen trägt.
    Wird er Schaden nehmen, wenn seine Eltern ohne Zärtlichkeit miteinander sindß Wird er mal ein gestörtes zu Frauen bekommen? Mache ich mir zuviele Sorgen.
    Auch mir fehlt natürlich etwas im Leben. ich merke nur, und er sagt es auch zu mir, es würde ihn in eine tiefe krise stürzen, würde ich ihn verlassen und um die kleine Seele unseres Kindes habe ich auch Sorge.
    Was tun? Glauben sie, dass man es schaffen kann, das alles gut wird? Oder ist es hoffnungslos.
    liebe Grüße, Klara

  384. Hi Stephan,
    da befindet sich Dein alter herrischer Herr aber in reger Gesellschaft.
    In den 1950er Jahren waren die Männer alle total demoralisiert, – manche erschüttert, weil sie den Krieg verloren hatten, manche unbeschreiblich beschämt über das was sie selbst gemacht hatten und das was ihnen angetan wurde, was sie erlebt hatten -.

    Also, die „feine Gesellschaft“ Deines Vaters sieht so aus:
    Der Mann, Kriegs-Spätheimkehrer, den sie mir vorgesetzt hatten, der mich mal mit einem blutig verschmierten Geburtshelfer-Strick (womit man die Kälbchen aus der Mutterkuh zieht) eine Stunde lang so geschlagen hatte (objektiv und nachweislich grundlos), dass sich die Fasern dieses Strickes auflösten, (er hätte auch eine Kette nehmen können, womit man die Bullen anband), der befand sich jahrzehnte später im Sterbezimmer meiner Mutter, ich hatte mein kleines Töchterchen auf dem Schoß.
    Klar, alle waren traurig. Meine Tochter fragte: „Papi, würdest Du mich jemals schlagen, weil die Ute, – (Vater Theologiestudent damals, Mutter Pädagogikstudentin) – die Ute wird immer furchtbar von ihrem Vater geschlagen und ihre Mutter hat sie getreten, die ist richtig hingeknallt!“ meine aufrichtige Antwort: „Nein, niemals, auf gar keinen Fall, das mache ich nicht, Deine Mama nicht, hab´ keine Angst.“
    Im selben Moment kam der o.g. Mann, – (nicht mein richtiger Vater) -, aus dem Sterbezimmer, wo meine Mutter nach langem Krebsleiden den letzten Atemzug gerade hinter sich hatte, nickte bestätigend und kommentierte laut aber bestimmt:
    „Das hat noch niemandem geschadd!“

    „Hier will ich aber niemals wieder hin!“, sagte meine Kleine.
    `Du unbelehrbares Schwein! Der Teufel soll…´, dachte ich.

    Die unaussprechliche Unansprechbarkeit dieser Figuren (gibts auch Frauen / Mütter, wie aus den zahlreichen Kommentaren hier erschütternd bezeugt wird) hat mich Jahrzehnte beschäftigt.

    Aber, Sthephan, es geht wirklich nicht um diese Leute. Denn wir können deren defizitäre Lernbereitschaft nicht beheben.

    Es geht um Dich, dass das heilen kann, dass Du leben kannst – und Du hast da schon echt konstruktive Ansätze.

    `Vater´, `Mutter´, das sind Rollenbezeichnungen, Rollen, deren Merkmale & Aufgaben heißen: Beschütze dein Kind, sorge für seine Bedürfnisse, achte auf seine Wünsche, gib ihm echte Hinwendung, Achtsamkeit, entwickle deinen Respekt vor allem Leben und sei deinem Kind Freund, Gefährte mit ehrlicher Dankbarkeit für das Vertrauen, welches dir dein Kind entgegenbringt und die Liebe, die es mit euch ausleben will. Und dies ist nicht diskutierbar. Dann werdet auch ihr leben.

    Der Protagonist aus meinem Beispiel oben hat zahlreiche Kinder gezeugt, ist aber nie wirklich Vater gewesen. (dass Sexualität etwas ist, was wir Menschen alle gemeinsam haben, ein Leben lang, das wissen wir ja nicht erst seit Sigmund Freud – auch dafür hat jeder selbst die Verantwortung).

    Alles was ich sage, gilt nicht für die Ausnahmen, die Echten, die Aufrichtigen und die Achtsamen.
    Wenden wir uns doch denen zu, die Schutz geben, die zuverlässig sind, die lernen und von denen wir lernen können. Stephan, den mächtigsten Hebel, den Du hast, ist die ständige Entscheidung darüber, wohin Du Deine unschätzbar wertvolle Aufmerksamkeit richtest. (die Aufarbeitung ist wichtig, aufräumen, immer aufräumen,…“Das hat noch keinem geschadet“, doch, es blieben ein paar Gräber, die ich nie besuchen muß.

  385. Stephan Schwerter sagt

    Thanks.
    Ich stand heute Nacht um 1 Uhr auf weil ich den „Alten“, seine Schläge und Erniedrigungen mal wieder nicht aus dem Kopf kriege.
    Manchmal wache ich halt einfach auf und will zurückschlagen, weil er sich dem Thema nicht stellt.
    Ihn zum Krüppel schlagen so wie er es mit mir gemacht hat.(seelisch)
    Der Focus ist aber falsch, es geht darum, bei mir selbst den Schaden zu finden, verstehen, beheben, daraus zu lernen und daran zu wachsen.
    Auf dem Weg zur Therapie geht es schon langsam los, die Wände wackeln, ich erkenne meine Verletztheit, die Aggression, realisiere es wenn ich im Alltag überreagiere weil ich noch so verletzt bin und kann es auch schon steuern.
    Allein schon die bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema hilft, gibt mir Kraft und Hoffnung.
    Eines Tages werde ich frei sein, frei von seiner Gewalt, so das ich über ihn lachen kann.
    Lachen hilft echt, und es fühlt sich auch besser an als Rachegelüste.
    Damals habe ich Rache geschworen, heute ersehne ich Sie, am Ende wird Verachtung stehen, denke ich.

    Ohne gute Freunde und Beziehungen wäre ich nie soweit gekommen, mich so wie heute zu verstehen und ernsthaft eine Therapie zu beginnen.

    So, jetzt geht es mir schon etwas besser.
    Ich will nach vorne schauen, nicht zurück.
    Der Alte Schläger verdient meine Aufmerksamkeit nicht sondern meine Freunde, Ihr hier und positive Menschen, denen Gewalt genauso ein Greuel ist wie mir.
    Mfg, Stephan

  386. ja, ich würde unbedingt zu einer Fachperson gehen. Im Jugendamt sind oft Verwaltungsangestellte. Aber z.B. hier in Köln haben wir den Psychologischen Dienst der Stadt – in einer Lage, die jeder findet, neben der Rheinischen Fachhochschule im Mauritiusviertel. Das ist eine gute Anlaufstelle. Wirklich Fachpersonal. Ansonsten sind die Gesundheitsämter Anlaufstellen. Man fragt sich vorsichtig durch, bis man sich wirklich sicher und gut fühlt. Das weibliche Personal in Polizeidienststellen hilft auch diskret weiter, die kennen das gesamte Hilfsangebot in ihren Bezirken, …

    Nur etwas Mut, wenn Du nicht ein halbes Jahrhundert damit zu tun haben willst, geh und such Dir Hilfe. Man kann Traumata nicht ungeschehen machen. Aber ich meine:

    Du musst Dich unbedingt jetzt davor schützen, dass Dir später die ganze Familie, Verwandtschaft etc. Deine Realität nimmt, Deine Biographie verdreht, durch Beschwichtigungen und Rechtfertigungen wie:

    „Ach, das hat noch keinem geschadet.“, „fang nicht wieder damit an, das interessiert niemanden“, „da rutscht doch jedem mal die Hand aus, man muss auch verzeihen…“
    das reine Schlagen, also Backpfeife oder so ähnlich ist m.E. wirklich langweilig gegenüber dem eigentlich subtil daruter Liegenden: „ich Mutter/Vater, wollte(n) das eigentlich nicht, die Ehe nicht, die Kinder nicht, Dich nicht, ist halt so passiert, lasst mich in Ruhe, aber nur wegen Kind(ern) sind wir zusammen geblieben, – eigentlich wollte ich/wir etwas ganz anderes: aber fragt nicht, geht doch keinen was an, oder: „Du steigerst Dich da in was rein!“ „So war das nicht!“ „Du lügst!“ usw. usf.
    Dann kommen die ganzen verqueren Mitleidskisten dazu: „Wie kannst Du nur Deiner armen kranken Mutter/Vater.“ und „das ist schon so lange her, wozu wärmst Du das nur immer wieder auf?“ sowie „haben wir nicht a-l-l-e-s für dich getan?“

    Nur Mut. Geh los und tu was Du kannst für Deinen Frieden. Viel Erfolg und alles Gute!

  387. Giulia sagt

    Ich kann dass alles gut nach voll ziehen ,
    So wie herr karl hinkel gesagt hatte ich solle doch zum Jugendamt gehen ,habe ich es nicht getan ,es ist einfach die angst , die angst nicht zu wissen wenn man sozusagen seine eltern „verrät“ beim jugendamt . . . Ich bin kurz davor es endlich zu sagen ,denn ich sage mir nach jedem Tag an dem Meine Mutter mich schlägt – ach das wird wieder ,das passiert nicht mehr . . aber es ist nur eine frage der zeit ,und dann passiert es wieder .Nun sind es 9 Jahre und es hat nicht aufgehört. Dann fragt man sich , wie lange hällt man das noch aus …

  388. Hallo Lord David,
    in meinen Seminaren arbeite ich mit der These: „Das Symptom ist die Lösung.“ Mit Symptom sind hier Verhaltensweisen gemeint, die wir immer wieder zeigen, mit denen wir aber unzufrieden sind oder darunter leiden. Diese „symptomatischen Verhaltensweisen“ sind meist als Lösung für innere Konflikte zu verstehen. Und zwar als beste Lösung. Nicht als beste Lösung, die man sich vorstellen kann, aber als „beste Lösung“, die dem Betreffenden zur Verfügung steht.

    Die Mauer um Ihr Herz und Ihre Seele sowie die Persönlichkeitsspaltung sind solche symptomatische Verhaltensweisen. Sie tun es aber Sie leiden darunter, wissen aber keine Alternative. Dieser Ansatz hilft zu verstehen, warum wir manchmal etwas tun, mit dem wir unzufrieden sind, aber zu keiner anderen Verhaltensweise oder Einstellung fähig sind.
    Insofern sind solche Symptome immer auch psychische Überlebensstrategien.

    Was kann man dagegen tun? Es braucht dazu heilende, korrigierende Erfahrungen. Was Sie also mit zerstörtem Urvertrauen meinen, heißt, dass Sie lernen können, einem Menschen zu vertrauen. Das ist nicht leicht, weil die sysmptomatischen Verhaltensweisen – und die dazugehörigen Überzeugungen und Ängste – Ihnen dazwischen kommen werden. Mit anderen Worten: es braucht viel Zeit und Geduld. Und zwar auf beiden Seiten. Das heißt, es ist nur in einer stabilen Beziehung möglich. Das kann eine Partnerschaft sein oder eine therapeutische Beziehung.

    Das ist einer der Gründe, warum ich hier öfters eine Therapie empfehle. Denn allein aus sich heraus kann man das nicht schaffen. Es braucht dazu eine Beziehung. Und viel Liebe und Geduld auf beiden Seiten.

    Danke für Ihren Kommentar – und alles Gute.

  389. Lord David sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich selbst bin über Jahre von meinen Eltern Missbraucht und geschlagen worden. Bei mir hatte das zur Folge, dass ich meine Persönlichkeit gespalten habe. Das ganze ist nicht bewusst passiert, es hat sich über die Jahre entwickelt. Ich habe eine Mauer um mein Herz und meinen Seele gebaut, welche so dick ist, dass keiner mehr an mich heran kommt. Ich fühle mich oft sehr Einsam.
    Meine Frage ist, wie passiert das, dass sich eine Persönlichkeit spaltet? Was kann man dagegen tun? Mir wurde mal gesagt, dass meine Eltern mir mein Urvertrauen (wenn es so etwas gibt) zerstört haben, kann man das wieder erlernen?

    Vielen Dank für Ihren tollen Blog.

    Lord David

  390. Hi Fe… und noch schöne Feiertage und ein gut beginnendes neues Jahr!

    Alles, alles was Du berichtest, kommt mir sehr vertraut vor. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass man das nicht alleine schafft. Und es ist auch nicht mit einem Buch oder „guten Ratschlägen“ getan.

    Also such Dir Hilfe. Meine Erfahrungen waren positiv, es hat gedauert, aber es lohnt sich auch. Vielleicht muss man anfangs etwas suchen, um den richtigen Therapeuten zu treffen.

    Betroffenheit ändert alles. Gerade schaue ich mir die James Dean Filme noch mal an. In „Jenseits von Eden“ kann man ja schon studieren, wie das so läuft rundum mit den Verharmlosungen, Rechtfertigungen, Verwirrungen usw.

    Übrigens, bei einem Nebensatz, den Du zu Deiner Arbeit sagst, läuten bei mir Alarm- und keine Weihnachtsglocken. Das klingt so, als fändest Du, dass die Einschüchterung und das daraus resultierende „Funktionieren“ am Arbeitsplatz etwas Positives wäre.

    Anpassung ist keine Lösung. Und selbst dann, wenn Du Dir sehr viele Fähigkeiten zulegst und in der Arbeit brillierst, ist das wie Abhauen. Und Abhauen löst das Problem nicht.

    Auf jeden Fall kann ich nach allem, was ich nun seit über 50 Jahren sehr bewusst beobachte, sagen: Du hast die besten Chancen, für Dich eine Klärung zu erreichen, dann wirklich zu leben. Jedenfalls kannst schon mal ausdrücken, worum es Dir geht. Die allermeisten Menschen können oder wollen allein das schon nicht.

    Aber wenn man dann `befreit´ ist, sieht man das Theaterspiel in seiner Umwelt ja immer noch. Allerdings bezieht man das nicht mehr alles auf sich. M.E. ist dies
    einer der ganz schlimmen Punkte:

    Diese unterdrückenden und verwirrenden Familienverhältnisse erzeugen einen Mechanismus, dass man später jedes Grinsen anderer, jede Bemerkung und Dinge, die einfach geschehen, auf sich bezieht.

    In diesem Blog gibt es viele gute Artikel. Einige davon sagen z.B. „Veränderungen sind schwer, aber möglich.“ oder „Gefahr erkannt heißt nicht automatisch Gefahr bebannt.“ aber auch „Zuerst kommt die Erkenntnis: Ich habe ein Problem, und Ich möchte/will/muss und werde etwas ändern.

    Ach und zum Schluss möchte ich kurz Herrn Kopp-Wichmann für die viele gute Arbeit danken und den großen Nutzen, den ich persönlich davon haben durfte.

    Alles Gute! Karl Hinkel, Köln

  391. Hallo,
    Ihr Bericht klingt fürchterlich. Das sind die Folgen der Misshandlungen, die Sie erlitten haben. Damit brauchen Sie sich aber nicht abzufinden. Aber Sie brauchen dringend Hilfe. Suchen Sie sich einen Psychotherapeuten (weiblich oder männlich), der mit Ihnen diese frühen Traumatisierungen bearbeiten kann. Dann wird vielleicht nicht alles wieder gut aber sehr vieles deutlich besser.

    Therapeuten finden Sie hier: http://www.psychotherapiesuche.de oder http://www.therapie.de

  392. Fe... sagt

    Ich wurde als Kind von meinem Vater geschlagen bzw. in den Keller gesperrt und von meiner Mutter psychisch fertig gemacht.

    Seit dieser Zeit gibt es kein Ich im eigentlichen Sinne mehr.
    Ich reagiere nur auf äussere Reize.
    Ich adaptiere und setze eine Maske auf, welche in der entsprechenden Situation passend scheint. Es kommt mir vor als sei ich der Charakterspiegel meines gegenübers.

    Komischerweise kommt mir dies bei der Arbeit zugute…

    Ich hatte noch nie eine Beziehung und bin mitte 20.
    Jedesmal wenn ich es probiert habe, musste ich feststellen, dass ich zwar lieben kann, jedoch nur in meinem innern. Dies hat für den anderen den Anschein ich wäre gefühlsmässig tot.

    Ich probiere dann die Maske fallen zu lassen, nur um immer wieder zu sehen, dass dahinter nichts mehr existiert bzw. was existiert so abartig und relativiert ist, dass es diese Person unmöglich lieben kann.
    Auch bin ich dann vor Angst wie erstarrt.
    Jede Aktion meinerseits könnte ja den geliebten Menschen verscheuchen oder könnte zu viel von mir preisgeben.

    Ich habe es langsam satt. Das einzige was für mich in dieser Welt wirklich von Bedeutung bleibt mir verschlossen.

    Die Weihnachtszeit ist meist schlimmer als der Rest des Jahres. Mit den Eltern und der Schwester zusammen sitzen und so tun als ob alles super wäre. Ich fühle meinen Eltern gegenüber überhaupt nichts, nicht einmal für meine Schwester welche mir nie etwas schlechtes angetan hat, jedoch hat sie das andere geschehen lassen und es selber nie erleben müssen…

    mfg

  393. Rose sagt

    Hallo zusammen!

    Ich finde ihre Website sehr gut!

    Ich bin noch jung und wurde schon als
    kleines Kind geschlagen. Mein schlimmstes
    Erlebnis war als ich 6 Jahre alt war und unsere Heizung kaputt war. Mein Vater
    beschuldigute mich sie kaputt gemacht zu haben. Er sperrte mich für einen ganzen Tag lang in mein zimmer

  394. Thomas Heister sagt

    Nabend zusammen.
    Ich finde den Beitrag richtig gut formuliert und auch die Webseite gefällt mir.

    Momentan fängt es bei mir wieder an, dass Ich an meine Vergangenheit anfange zu denken weil meine Freundin mit dem Thema Kind anfängt.

    Ich habe, wie oben geschrieben, Angst den selben Fehler wie mein Vater zu machen.
    Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, fallen mir direkt die schlechten Sachen ein die mein Vater mit meiner Mutter, mit Mir und meinen 2 Geschwistern angestellt hat wenn Ihm mal irgendwas nicht gepasst hat.

    Ich bin mittlerweile 21 Jahre alt und die Gewalt ist im Alter von 10-14 Jahren passiert, bis meine Mutter sich geschieden hat, danach war mit Gewalt Ende.

    Meine Mutter und meine Geschwister haben nach einer Weile drüber geredet, doch Ich habe dies nicht getan, doch nicht weil es mir egal war, ich schaffte es einfach nicht.

    Fast jede Woche überrumbelt mich die Trauer das Ich mich frage warum macht meine Kindheit (Vergangenheit) mein Leben so traurig..

    Angst und Vertrauensverlust in Beziehungen, Beschränkte Konfliktlösungsmöglichkeiten, Abgrenzungsprobleme sind die Sachen die in mir sind.

    Ich glaube mittlerweile meine Kindheit kontrolliert mein Leben und meine Zukunft und es macht mich kaputt, auch wenn man es mir nicht anmerkt.

  395. Doch Guilia, gehe zum Jugendamt oder einer anderen Beratungsstelle. Hier in Köln haben wir den „Psychologischen Dienst der Stadt Köln“ z.B. in der Schaevenstraße neben der Fachhochschule. Einfach hingehen und sagen: „Ich brauche einen Ansprechpartner. Bitte helfen Sie mir weiter.“ Denn alleine kriegt man das nicht auf die Reihe. Mitleid, Scham und Hass sind absolut unproduktiv, helfen niemandem weiter. Du gewöhnst Dich nur an solche Gefühle und Reaktionen. Verschwendete Zeit, verschwendete Energie. Später wirst Du nur verzweifeln, weil Dir sonst niemand zuhört, Dir keiner glaubt. Also geh sofort und such Dir Hilfe. Jugendamt ist erst mal gut. Frag Dich durch, bis Du an der richtigen Stelle bist. Hier in Deutschland haben wir, bei allen Mängeln, die man aufführen könnte, eine sehr gute Versorgung. Aber Hilfe muss gewollt sein. Du musst gehen.

  396. giulia sagt

    Hallo mein name ist giulia mein altern möchte ich nicht verrat ,aber ich bin noch jung .
    Ich habe mir all die Kommetare durchgelesen .
    In dem Bericht von „bea“ erkenne ich mich selbst wieder .Alles was die dame schildert lief oder läuft bei mir genauso .
    Trotzdem hatte und habe ich immer angst vor dem Ereigniss das sich abspielen wird wenn ich etwas gegen die gewalt tue .Was wird passieren wenn ich es dem Jugendamt erzähle ,dies sind so dinge die ich mir nicht erklären kann und deswegen rede ich nicht darüber und verfalle langsam in gleichgültigkeit ,was meiner meinung das schlimmste ist .

  397. Katja sagt

    s. unter you tube
    joan baez
    „sind so kleine hände“

  398. Simon sagt