„Hab ich ein Hochstapler-Syndrom oder kann ich tatsächlich nichts?“

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  • „Du weißt doch gar nicht, was du da tust.“
  • „Jeden Moment kann rauskommen, dass du eine Fehlbesetzung bist.“
  • „Den Job hast du doch nur bekommen, weil man in Not war und niemand sonst bereit war.“
  • „Du bist eine Versagerin. Früher oder später werden das alle mitkriegen.“

Solche grausamen Gedanken finden sich in den Köpfen derjenigen, die unter einem schmerzhaften und lähmenden Phänomen leiden, dem sogenannten Hochstapler-Syndrom. Es ist eine Mischung aus Angst und der anhaltenden Unfähigkeit, den eigenen Erfolg zu erkennen und anzuerkennen. Diese Überzeugung kann den ganzen Menschen lähmen, kann die Karriere und das Leben der Betroffenen zerstören.

Das Syndrom wurde 1978 von den Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes identifiziert. Sie glaubten, dass es nur Frauen betrifft, aber nachfolgende Untersuchungen haben gezeigt, dass auch Männer darunter leiden. Allerdings sollen Frauen tendenziell anfälliger dafür sein.

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Das Problem ist ziemlich verbreitet. In einer Studie unter Führungskräften, die von Prof. Dr. Rohrmann geleitet wurde, berichteten fast 50 % der Führungskräfte, diese Gefühle zu kennen. 2013 habe ich schon einmal einen Beitrag dazu geschrieben.

Von außen betrachtet sind es vor allem Menschen, die wie sehr selbstsichere Erfolgsmenschen scheinen. So wie meine Klientin im 3-h-Coaching. Clara W., 33 Jahre, Personalchefin eines größeren Unternehmens.

Wir sprachen einige Minuten über ihren Lebensweg und ihr Anliegen, bis mir etwas auffiel: Sie saß die ganze Zeit kerzengerade im Sessel ohne sich anzulehnen. Als sie nach weiteren zehn Minuten immer noch so dasaß, dachte ich, dass es etwas zu bedeuten hatte und sprach es an:

„Sie sitzen die ganze Zeit so auf der Kante des Sessels. Sieht unbequem aus, wollen Sie sich nicht anlehnen?“
„Nein, das ist schon in Ordnung so“,
war die knappe Antwort.
„Hmm“, sagte ich und dachte: Sie nimmt nicht den Platz ein, der ihr zusteht. Sie ist auf dem Sprung.

Damit hatte ich intuitiv etwas an ihrer Körpersprache wahrgenommen, das sie Minuten später verbal bestätigte.

„Ich komme zu Ihnen, weil ich einen Fragebogen zum Hochstapler-Syndrom ausgefüllt habe. Darin habe ich fast die maximale Punktzahl erreicht. Das hat mich einerseits beruhigt, weil mir das Testergebnis zeigte, dass ich tatsächlich glaube, eine Hochstaplerin zu sein. Aber vielleicht bin ich ja wirklich eine!“

„Uiii“, dachte ich. Wie sehr man sich doch mit Gedanken eine Falle stellen kann und sagte:
„Ihre Frage erinnert mich an den Spruch „Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lang nicht, dass sie nicht trotzdem hinter dir her sind.“ 

Clara W. blickte daraufhin ganz ernst und ich folgerte, dass Humor erst mal kein guter Zugang zu ihr war. Also versuchte ich es sachlich:

„Was hat Ihnen denn der Fragebogen gezeigt, dass Sie vielleicht an einem Hochstapler-Syndrom leiden?“
„Ganz klare Übereinstimmungen mit diversen Fragen:
Es fällt mir zum Beispiel enorm schwer, Komplimente oder Lob für meine Intelligenz oder Leistungen von mir anzunehmen.
Oft habe ich Angst, dass andere entdecken werden, wie viel Wissen oder Können mir in Wahrheit fehlt.
Häufig denke ich auch, dass ich meine heutige Stellung nur erreicht habe, weil ich zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort war oder die richtigen Leute kannte.“

In dem Moment dachte ich daran, dass sie in ihrem Sessel immer noch nicht richtig Platz genommen hatte, sondern auf der Kante saß.

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Bild: FHgitarre flickr.com

Woran Sie erkennen können, dass Sie am Hochstapler-Syndrom leiden:

  • Sie vermeiden es oft, eine Meinung zu haben oder zu äußern, weil Sie das Gefühl haben, dass Sie kein Recht oder zu wenig Erfahrung haben, um eine Meinung zu haben, oder aus Angst, dass herauskommt, dass Sie falsch liegen.
  • Sie reden nicht viel über Dinge, die Ihnen wichtig sind, aus Angst, dass Sie darüber nicht so viel wissen, wie Sie sollten.
  • Sie vermeiden es, bestimmte Fragen zu stellen, weil Sie das Gefühl haben, dass die Leute daraufhin  Annahmen über Ihre Intelligenz und Fähigkeiten treffen werden.
  • Sie glauben, dass Sie Schwierigkeiten haben, das gut verbal auszudrücken, was Sie wirklich meinen. Deswegen hören Sie oft lieber zu oder stellen Fragen.
  • Sie gehen Menschen in Ihrem Beruf eher aus dem Weg, weil Sie im Kontakt eine seltsame Mischung aus Eifersucht und Überlegenheit empfinden und gleichzeitig sich unsicher in Ihrer Einschätzung sind.
  • Sie vergleichen sich dauernd mit anderen und ärgern sich, wenn Sie mitkriegen, dass andere Erfolg haben, mit etwas, was Sie auch könnten und gleichzeitig fühlen, dass Sie es nicht können.

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Wie entwickelt sich ein Hochstapler-Syndrom?

Alle Persönlichkeitsmerkmale sind eine Mischung aus Vererbung und Umwelteinflüssen. Eine möglicherweise vererbte Tendenz zu Ängstlichkeit kann hier eine Rolle spielen. Viel wichtiger ist jedoch das familiäre und schulische Umfeld, dem ein Kind in den ersten Lebensjahren ausgesetzt ist.

Denn hier „lernt“ das Kind durch zahllose Interaktionen mit anderen, worauf es im Leben ankommt, wie man mit Anforderungen umgeht und wie man dabei abschneidet.

Libby Calaby nennt auf ihrem Blog fünf typische Ausprägungen des Hochstapler-Syndroms:

  1. Die Perfektionistin
    setzt sich oft (fast) unmögliche Ziele setzt und kämpft anschließend mit Selbstzweifeln, wenn sie sie nicht erreicht. Sie kann schlecht delegieren, weil sie denkt, dass sie selbst das besser mache könnte.
  2. Die Superfrau
    versucht immer, härter als alle anderen zu arbeiten, um das Gefühl zu vertuschen, dass sie sich wie eine Betrügerin unter ihren „echten“ Teamkollegen fühlt.
  3. Das natürliche Genie
    glaubt, dass, wenn etwas sie viel Mühe kostet, es bedeuten muss, dass sie schlecht darin ist.
  4. Die tapfere Individualistin
    vermeidet meist, um Hilfe zu bitten, weil sie es als Zeichen der Schwäche sieht und glaubt, dass es sie als Hochstaplerin entlarven würde.
  5. Die Ängstliche
    hat häufig das Gefühl, dass sie eigentlich kein Recht auf den Job hat, den sie gerade macht. Sie wartet nur darauf, dass diejenigen, mit denen sie zusammenarbeitet, herausfinden, wie inkompetent sie in Wirklichkeit ist.

Wie bei all unseren Einstellungen, Glaubenssstemen und Verhaltensweisen spielt bei der Entstehung die Herkunftsfamilie eine entscheidende Rolle. Bei der Entwicklung eines Hochstapler-Syndroms geht es vor allem um das ungünstige Vergleichen, das das Kind erlebt.

„Wie war so das Klima und der Umgang in Ihrer Herkunftsfamilie?“, wollte ich von Clara W. wissen.

„Darüber habe ich mir noch nie groß Gedanken gemacht“
, antwortete die Klientin. Da ich daraufhin eine Weile schwieg, fuhr sie nach einer Weile fort:
„Mein Bruder war der Star der Familie. Ungemein intelligent, so daß er sich nie in der Schule anstrengen musste. Immer nur Jahrgangsbester. Er fing schon früh mit Klavierspielen an, war dann bei „Jugend musiziert“, gewann natürlich einen Preis. Allerdings hatte er immer auch Probleme mit Autoritäten.“

„Wie war das für Sie mit einem Bruder als Superstar?“,
fragte ich.
„Nervig. Denn dauernd wurde ich mit ihm verglichen. Das hat mich so verunsichert, dass ich Zweifel hatte, ob ich auf’s Gymnasium wollte. Meine Mutter war Physiotherapeutin und sah mich eher in dieser Laufbahn. Nur dank der energischen Intervention meines Vaters und der Lehrerin kam ich dann doch auf’s Gymnasium. Dort gefiel es mir ganz gut, auch meine Leistungen waren gut aber ich fühlte mich nie so richtig dort zugehörig.“

„Die Mutter hat es Ihnen nicht zugetraut aber auf Druck des Vaters gingen Sie auf’s Gymnasium – ein ziemlicher Loyalitätskonflikt, dem Sie da ausgesetzt waren“, vermutete ich.
„Hab ich auch noch nie darüber nachgedacht, aber es stimmt. Immer, wenn ich mal eine Klassenarbeit verhauen hatte, zweifelte meine Mutter die Entscheidung für die Schule an. Da gab es regelmäßig Streit zwischen meinen Eltern.“


 

Das Symptom ist die Lösung.

Dieser kryptische Satz ist der Kern meines Ansatzes im 3-h-Coaching. Er besagt, dass hartnäckige Probleme oft nicht Ausdruck von zu wenig Wissen oder mangelnden Fähigkeiten zu tun haben.

Sondern das „symptomatische“ Verhalten – hier also das Hochstapler-Syndrom – der unbewusste Versuch ist, einen inneren Konflikt zu lösen.

Auf der äußeren Ebene ist das ständige Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten und die Angst, irgendwann als Betrügerin entlarvt zu werden, natürlich unsinnig. Ihre Leistungen und das Feedback ihrer Vorgesetzten sprechen eindeutig dagegen. Warum kommt das bei der Klientin nicht an?

Betrachtet man die Hochstapler-Angst als Versuch, einen inneren Konflikt zu lösen, hilft das weiter. Denn der angesprochene Loyalitätskonflikt beschreibt ein inneres Dilemma.

Doch diese Analyse hilft dem Klienten selten. Veränderung passiert nicht durch Einsicht. Es braucht dazu eine starke emotionale Beteiligung zu dem Thema. Deshalb kreiere ich für den Klienten kleine Experimente in Achtsamkeit, bei denen er/sie den inneren Konflikt erleben kann.

Ich wandte mich wieder ClaraW. zu. Nachdem Sie es sich im Sessel bequem gemacht hatte und achtsam geworden war,  sagte zu ihr:

„Ich bitte Sie mal den Satz zu sagen: »Ich muss nichts mehr beweisen.«


 

Wie man innere Konflikte aufspürt.

Die Kinesiologie arbeitet mit dem Muskeltest, um Dysfunktionen im körperlichen und emotionalen Bereich ausfindig zu machen. Das Prinzip dahinter: Ein Muskel reagiert auf Stress in Form von Substanzen, Informationen oder Emotionen mit „Nachgeben“ oder „Abschalten“. Der Patient wird durch den Muskeltest mit der zu testenden „Substanz“ konfrontiert. Da der Muskel durch das autonome Nervensystem gesteuert wird, kann er nicht willentlich vom Verstand her kontrolliert oder manipuliert werden und ergibt somit durch seine Reaktion eine Antwort auf die Fragestellung.

Bei meiner Arbeit ist das Äquivalent zum Muskeltest die achtsame Beobachtung der inneren Reaktionen auf einen vorgegebenen positiven Satz.

Das kann eine Körperreaktion sein, (An- oder Entspannung), ein Gefühl oder ein Gedanke (zustimmend, ablehnend, skeptisch). Erlebt die Klientin als Reaktion nur neutrale Zustimmung, ist kein Konflikt mit dem Satz verbunden.

Durch das laute Aussprechen bei gleichzeitiger genauer Beobachtung der inneren Reaktionen kann man dem Konflikt auf die Spur kommen. Der innere Konflikt kann zwei Ausprägungen haben.

  1. Der Satz stimmt nicht mit meinen eigenen Werten überein.
    Wenn ich achtsam meinen Vornamen sage („Ich bin Roland“), werde ich nichts Besonderes an Reaktionen erleben außer einer neutralen Zustimmung. Satz und innerer Wert sind identisch.
    Sage ich dagegen den Satz „Ich bin Heidi“ werde ich keine neutrale Zustimmung wahrnehmen, sondern ein ungutes Gefühl, Zweifel etc.
    Probieren Sie es mal selbst aus!
  2. Der Satz berührt ein inneres Verbot.
    Fühle ich mich im Leben überwiegend fremdbestimmt, will ich es allen Leuten rechtmachen will, habe ich schnell Schuldgefühle, wenn ich mal etwas nur für mich tue und ich sage achtsam den Satz: „Mein Leben gehört mir“.werde ich innerlich keine neutrale Zustimmung erleben.
    Obwohl ich rational weiß, dass der Satz richtig ist, werde ich vermutlich ein inneres „Nein, stimmt nicht“ oder ein zynisches „Schön wär’s!“ wahrnehmen.
    Probieren Sie es mal selbst aus!
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Menschen mit Hochstaplersyndrom tendieren dazu, sich zu verstecken.

Das innere Dilemma beim Hochstapler-Syndrom.

Wenn meine These „Das Symptom ist die Lösung“ stimmt, dann lösen die selbstabwertenden Gedanken eines Menschen mit Hochstapler-Syndrom einen wesentlichen inneren Konflikt.

In Fragebögen zum Hochstapler-Syndrom finden sich Aussagen wie diese:

  • Wenn ich gelobt werde für etwas, was ich gut gemacht habe, fürchte ich, dass ich nicht in der Lage sein werde, die Erwartungen an mich auch in der Zukunft zu erfüllen.
  • Ich denke manchmal, dass ich meine derzeitige Position nur erreicht habe, weil ich zufällig am richtigen Ort zur richtigen Zeit war oder die richtigen Leute kannte, die mich mochten.
  • Ich kann mich besser an Vorfälle erinnern, wo ich etwas verbockt habe als an Situationen, in denen meine Ergebnisse in Ordnung waren.
  • Manchmal fürchte ich, dass andere bald herausfinden werden, wie viel Wissen oder Fähigkeiten mir wirklich  noch fehlen.
  • Ich vergleiche meine Fähigkeiten oft mit denen der Kolleginnen um mich herum und denke. sie sind bestimmt intelligenter als ich.

Der Begriff des double-bind wurde von dem Kommunikationstheoretiker Gregory Bateson geprägt.

Es beschreibt die aus dem Alltagsleben bekannte „Zwickmühle“, in der jede Entscheidung fatale Folgen hat, man aber eine Entscheidung treffen muss. Beispiele dafür sind:

  • Leb Dein Leben, aber enttäusche mich nicht!
  • Du kannst solange wegbleiben, wie Du willst, aber komm nicht zu spät.
  • Das muss viel besser werden hier, aber stellen Sie nicht gleich alles auf den Kopf.
  • Der Fehler muss sofort abgestellt werden, aber kosten darf uns das nichts.
  • Du könntest mir mal wieder Blumen mitbringen. Ganz spontan!

Zurück zu meiner Klientin.

Nachdem sie den Satz gesagt hatte »Ich muss nichts mehr beweisen« war ihre Reaktion heftig. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und mit leiser Stimme sagte sie: „Ich musste mein Leben lang etwas beweisen.“

„Was müssen Sie denn heute beweisen?“, fragte ich neugierig.
„Dass ich was kann. Dass ich die Position ausfülle, dass ich gute Arbeit mache. Den ganzen Tag spüre ich den Druck, etwas beweisen zu müssen.“
„War das schon immer so? Gab’s mal eine Zeit in Ihrem Leben, in der Sie nichts beweisen mussten?“

Clara W. dachte nach.
„Nicht, dass ich wüsste. Als ich auf dem Gymnasium war, musste ich beweisen, dass sich die Lehrerin, die das vorgeschlagen hatte und mein Vater, sich nicht geirrt hatten. Wenn ich mal keine so gute Note hatte, musste ich meiner Mutter beweisen, dass sie doch nicht recht hatte, dass ich als Physiotherapeutin besser dran gewesen wäre.

Clara W. war in einem typischen Zwickmühle. War sie gut im Gymnasium und auf der Uni lebte sie damit auch den Traum von einer akademischen Laufbahn, die ihrem Vater versagt geblieben war. Gleichzeitig ließ sie damit ihre Mutter im Stich, die immer dagegen war und für ihre Tochter lieber etwas Handfestes als Beruf gesehen hatte.

„Also wenn Sie gut in Schule und Uni waren, freute sich Ihr Vater und Ihre Mutter ärgerte sich. Wenn Sie das Gymnasium nicht geschafft hätten, hätte ihre Mutter recht gehabt und Ihr Vater wäre enttäuscht gewesen.
Egal, was sie machten, ein Elternteil hätte gelitten„, fasste ich das Dilemma von Clara W. deutlich.

Plötzlich wurde sie sehr nachdenklich.

„Mir wird gerade klar, dass die Angst, eine Hochstaplerin zu sein, damals angefangen hat. Bei einer guten Note sagte ich nämlich zu meiner Mutter, dass die Klassenarbeit ziemlich leicht war. Und wenn ich eine schlechte Note hatte, weinte ich mich bei meinem Vater aus und wollte von ihm wissen, ob das mit dem Abitur wirklich sein müsste.“

„Klingt überzeugend“, sagte ich. „Egal, was Sie machten, einer Ihrer Eltern war enttäuscht. Und dieses Drama führen Sie heute ganz eigenständig in sich auf.
Ihre Vorgesetzten sind total zufrieden mit Ihren Leistungen, wollen Sie befördern, aber Sie dürfen sich nicht darüber freuen, sondern gleichen Ihren Erfolg innerlich aus, indem sie phantasieren, dass Sie alles dem Zufall, dem Glück oder der Sympathie der anderen verdanken.“

Wir hatten den inneren Konflikt gefunden. Das Symptom, warum die Klientin ihre Leistungen immer abwertet, war die Lösung für den inneren Konflikt aus Ihrer Biographie, bei dem sie immer einem Elternteil verraten musste.

Getreu dem Bonmot von Herbert Achternbusch: „Du hast keine Chance, also nutze sie!“.


 

Wie heilt man sich vom Hochstapler-Syndrom?

So in etwa lautete auch die Frage von Clara W. gegen Ende unserer Coaching-Sitzung.

„Indem Sie Ihren Vorgesetzten und Kollegen mehr glauben als der inneren Hochstaplerin. Dieser Teil erkannte schon früh, in welches Dilemma Ihre Eltern sie gebracht hatte, indem sie widersprüchliche Wünsche an Sie stellten: „Sei erfolgreich, aber nur auf meinem Weg!“

Ziemlich nachdenklich verließ die Klientin meine Praxis. Ich war nicht sicher, ob diese Coachingsitzung ausreichen würde, um den inneren Konflikt zu verändern. Ich schickte ihr nachträglich einen Blogartikel über das Modell des Inneren Teams. Vielleicht war das hilfreich.


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Vier Wochen später bekam ich eine Fotopostkarte von Clara W. mit diesem Bild. Darunter hatte sie geschrieben:

„Diese große Handpuppe habe ich in einem Spielzeugladen entdeckt, als ich etwas für mein Patenkind suchte. Ich wusste sofort, dass so meine innere Hochstaplerin aussieht. Immer am Nörgeln, nie zufrieden und immer Recht haben wollen. Ich habe sie mir auf den Schreibtisch im Büro gelegt und immer wenn ich mich mitkriege, dass ich wieder überflüssigerweise mich runterputze, schaue ich die Puppe an und sage zu ihr: „Du hast mir treue Dienste all die Jahre geleistet aber jetzt hast du Feierabend.“
So verrückt es klingt, das wirkt. Es beruhigt mich sofort und erlaubt mir einen realistischen Blick auf meine Leistungen.“

Ich schrieb zurück: „Gar nicht verrückt. Sie haben nur einen bisher mächtigen inneren Teil in die erste Reihe gesetzt, damit Sie ihn besser im Blick haben. Das machen alle Lehrer so mit Störenfrieden.“


 

Weitere Fallgeschichten finden Sie hier:

Business-Coachings

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PS: Alle Fallgeschichten sind real, aber so verfremdet, dass ein Rückschluss auf meine Klienten nicht möglich ist und die Vertraulichkeit gewahrt bleibt.

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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

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