Was steckt dahinter, wenn der Partner, der Kollege, der Chef uns nervt?

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Partnerschaft

Fünf Ursachen, die Probleme im Job oder der Beziehung machen können.


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Egal ob es der Start im Job, bei der neuen Firma oder der Beginn einer Liebesbeziehung ist. Wie wir den anderen zuerst wahrnehmen und erleben, ist oft ein Hinweis auf Probleme, die sich erst nach einer Weile zeigen. Warum das so ist. beschreibe ich in diesem Blogartikel.

Am Anfang ihrer Beziehung fand sie seine Art zu reden lebendig und erfrischend. Mittlerweile nervt es sie, dass er immer soviel quatscht und dabei noch mit den Händen gestikuliert.

Zu Beginn fand sie seine zurückhaltende Art interessant und interpretierte sein Schweigen als nachdenkliche Tiefe. Mit den Jahren erlebt sie es jedoch oft als emotionalen Rückzug und Lahmarschigkeit.

Warum können sich einstmals geschätzte Eigenschaften so verwandeln? Und wer oder was verändert sich da eigentlich?

Viele Menschen in Partnerschaften oder beruflichen Beziehungen schaffen es nicht, mit diesen Veränderungen angemessen umzugehen und geraten in einen zähen, oft jahrelangen Kampf damit:

  • Entweder werden dauernd Vorwürfe gemacht.
  • Oder man startet ein gigantisches Nacherziehungscamp für Schwererziehbare, mit dem man sich auch in der RTL-Serie „Die strengsten Eltern“ bewerben könnte.
  • Manche resignieren stumm und flüchten in die Arbeit, den Hobbykeller oder zum Geliebten, kündigen oder lassen sich versetzen.

Was Männer an Frauen vor allem aufgeregt sind Putzfimmel, Launenhaftigkeit und ewiges Nörgeln. Die meisten Frauen stört an ihren Partnern, dass sie unordentlich sind, Körperpflege für Luxus halten und sich Auseinandersetzungen entziehen.

Natürlich strengen sich Menschen in der Verliebtheitsphase oder der Probezeit mehr an, um einen guten Eindruck zu machen. Sind zuvorkommend, höflich, sind kreativ und überraschen den Anderen mit guten Ideen. Wir zeigen uns von unserer besten Seite, sind aufmerksam, originell und interessiert.

Doch wenn man nach einiger Zeit ehrlich draufschaut, hatte der Partner oder der neue Kollege etliche Eigenschaften, die uns heute den letzten Nerv rauben, auch damals schon.

Seine Wohnung sah aus wie nach einem Einbruch – aber die superordentliche Frau dachte, so leben eben Künstler. Dass sie jede klitzekleine Behauptung von ihm mit „Ja, aber …“ kommentierte, interpretierte er damals als emanzipiert und intellektuell herausfordernd.

Dass der Chef gern unkomische Witze erzählt und das mehrfach. Dass der aufstiegsorientierte Kollege dauernd mit seinen Golf-Erfolgen prahlt oder sein Business-Sprech für modern hält.

 

Was steckt dahinter, wenn uns der Partner nervt?

partner nervt, beziehungsprobleme klaeren, persoenlichkeitsseminar, kopp-wichmann,seminare4you,Natürlich gibt es Angewohnheiten von anderen, die das Zusammenleben oder -arbeiten massiv beeinträchtigen können. Hier ist es oft wichtig, darüber zu sprechen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Nicht zu spät, sondern so früh wie nötig. Also dann, wenn wir innerlich schon denken: „Gleich sagt er wieder …“

Doch bei der Mehrzahl der Sachen, die uns beim anderen ständig aufregen, sind – vernünftig betrachtet – unsere Gefühle ziemlich übertrieben. Was wir bei einer Freundin oder dem Kumpel gut vertragen, kann uns in der Partnerschaft oder in der Zusammenarbeit im Team zur Weißglut reizen. Offensichtlich messen wir mit zweierlei Maß. Aber warum?

Nach meiner Erfahrung sind es v.a. fünf Gründe:

 

1. Wir spüren unsere Abhängigkeit.

Wenn uns der Arbeitskollege nervt, können wir uns nicht gleich kündigen und die Firma wechseln. Stattdessen grenzt man sich ab durch einen deutlichen Spruch, versucht dem anderen aus dem Weg oder distanziert sich gefühlsmäßig.

In der Partnerschaft geht das nicht so gut. Wenn zu Hause schlechte Stimmung ist, kann man für eine Weile flüchten, weiß aber, dass beim Zurückkommen der Haussegen immer noch schief hängt.

partner nervt, beziehungsprobleme klaeren, persoenlichkeitsseminar, kopp-wichmann,seminare4you,Zum anderen sind wir in der Beziehung emotional vom anderen abhängig. Wer mitkriegt, wie abends im Bad der Partner die abgeschnittenen Fußnägel im Waschbecken liegen lässt, tut sich mitunter schwer, für denselben Menschen erotische Leidenschaft zu entwickeln.

Wir können jetzt nicht schnell den Partner wechseln oder ausziehen. Wir spüren, wie abhängig wir sind von unseren Erwartungen. Und davon, dass der Partner sie doch bitteschön erfüllen möge. Möglichst ohne Vorhaltungen, sondern von sich aus.

 

2. Uns stören verdrängte eigene Anteile im Anderen.

Den Abwehrmechanismus der Projektion definierte schon Sigmund Freud: „Wir verfolgen damit eigene Wünsche im Anderen.“ Das heißt: oft stört uns etwas am anderen, was wir uns selbst – vielleicht schon von Kindheit an – streng verboten haben.

  • Sie achten zwanghaft darauf, ob Kollege F. heute wieder zehn Minuten zu spät kommt (ohne Entschuldigung!), weil Sie sich das nie trauen würden – und heimlich neidisch sind auf so viel Nonchalance.
  • Sie müssen sich entscheiden, ob Sie Karriere machen wollen oder der liebe Papa“, ist der ironische Kommentar des Chefs auf den Antrag auf Elternzeit seines besten Mitarbeiters. Vermutlich weil er nie dazu bereit war, beruflich zurückzustecken und unter dem schlechten Kontakt zu seinen Kindern leidet.
  • Sie nervt der auf dem Sofa fläzende Partner, weil sie schlecht Dinge liegen lassen kann und erst alles in der Wohnung in Ordnung bringen muss, bis sie sich entspannen kann.
  • Er stört sich daran, wenn sie sich sündhaft teure Schuhe leistet, weil er sich seine Sachen immer günstig im Ausverkauf besorgt – und auch sonst geizig ist.

Solange man diese verdrängten Anteile in sich nicht kennen lernt und mit ihnen versöhnt, fallen einem diese bei anderen dauernd ins Auge: „Nichts als nackte Weiber!“ stöhnt der Bischof beim abendlichen Fernsehprogramm.

 

3. Wir nehmen etwas zu persönlich.

Verhaltensweisen oder Angewohnheiten bedeuten oft erst einmal nichts. Derjenige macht es eben auf diese Weise. Er will den Anderen damit nicht ärgern oder verletzen. Drei Beispiele:

  1. Viele Menschen ärgern sich über das Schnarchen des Partners und bekommen Mordphantasien, obwohl klar ist, dass der andere nichts dafür kann.
  2. Wer seine Klamotten statt aufzuräumen einfach nur fallen lässt, macht das eben so. Er will meist nicht den anderen ärgern.
  3. Wer chronisch unpünktlich ist, hat mit sich selbst einen Konflikt. Es ist nicht v.a. mangelnder Respekt gegenüber dem Wartenden.

Wer sich davon gestört fühlt, empfindet derlei Verhaltensweisen oft als persönlichen Angriff. Er oder sie denkt: ich bin ihm/ihr überhaupt nicht wichtig. Wenn er/sie mich wirklich respektieren, anerkennen oder lieben würde täte er/sie das nicht. Doch das ist ein Fehlschluss.

 

4. Uns stört etwas ganz anderes.

Wer über jeden Schritt des anderen informiert werden möchte, eifersüchtig die Anrufliste im Handy prüft oder andere Kontrollmarotten zeigt, hat oft ein Defizit an anderer Stelle. Meist fehlen ihm Aufmerksamkeit, Nähe, Zuwendung oder Verbindlichkeit in der Beziehung.

Wer darüber lästert, dass der Kollege jeden Tag in der Kantine mit anderen zusammen isst, wäre vielleicht gerne auch so beliebt, ist aber zu bequem, etwas dafür zu tun.

Tragischerweise bekommt der kontrollierende Partner gerade dadurch nicht das Erwünschte. Natürlich vor allem, weil beiden gar nicht klar ist, wo das wirkliche Defizit liegt. Das miteinander zu klären, erfordert Mut und Offenheit, führt jedoch wahrscheinlich eher zu einer Lösung der Konflikte.

 

5. Wir können Unterschiede schlecht akzeptieren.

Der Wunsch nach Bindung und Nähe lässt uns persönliche oder intime Beziehungen eingehen. Im Beruf wie auch privat. Wenn wir Unterschiede beim anderen wahrnehmen, die uns stören, scheint dies die Bindung zu erschweren.

Manche erleben Unterschiede in einer Beziehung oder der Zusammenarbeit nicht als Bereicherung, sondern als Bedrohung und Übergriff. Und glauben, dass der andere eigentlich die gleichen Wünsche, Bedürfnisse und Vorlieben haben müsste:

  • „Wenn du mich lieben würdest, dann hättest du nicht diese seltsamen Vorlieben.“
  • Man merkt, dass Sie immer nur in Familienbetrieben gearbeitet haben und dies Ihre erste Stelle in einem Konzern ist.“

Wer häufig in Kategorien von falsch und richtig denkt und urteilt, hat auch große Mühen, Unterschiede zu akzeptieren.

Das Andere ist dann nicht einfach verschieden, sondern wird schnell zu einer Bedrohung für die eigenen – für richtig gehaltenen – Werte und Ansichten. Zu akzeptieren, dass man nicht immer Recht hat, dass es mehrere gültige Ansichten über dieselbe Sache gibt, erfordert ein gehöriges Maß an Reife.

Je schlichter das eigene Weltbild ist, umso rigider die kategorischen Normen, die festlegen, was noch normal oder schon krankhaft ist. Was gut und was böse ist. Hinter Mobbing-Vorfällen stecken oft solche schlichten Weltbilder.

In der Partnerschaft führen solche moralischen Kämpfe immer in eine Sackgasse, weil jeder seine Position mit ihn für ihn plausiblen Argumenten verteidigt und sich beide so gegenseitig hochschaukeln.

 

Mein Fazit:

„Die Wahrheit beginnt zu zweit“, lautet treffend ein Buchtitel von Michael Lukas Moeller, in dem er seine Methode der „Zwiegespräche“ für Paare vorstellt. Eine Art der Kommunikation, die ich häufig Paaren aber auch zwei zerstrittenen Kollegen oder Eltern und Kindern empfehle.

In diesen einstündigen Dialogen können zwei Menschen abwechselnd ihre jeweiligen Gefühle, Gedanken und Meinungen äußern und der Andere darf nicht unterbrechen, nicht bewerten und nicht kommentieren.

Wenn es klappt, öffnet sich dann in der Beziehung ein innerer Raum, in dem beide erkennen können, dass eine Paarbeziehung oder ein Kollegenverhältnis keine Gerichtsverhandlung mit anschließendem Schuldspruch sein sollte. Sondern vielmehr die Synthese von Gemeinsamen, das verbindet und Unterschiedlichem, das bereichern kann oder wenn dies nicht möglich ist, akzeptiert werden kann.


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kommentar Was nervt Sie an Ihrem Partner? An Ihrem Kollegen, Ihrem Chef?
Und wie gehen Sie damit um?

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Bilder: © www.cartoon4you.de,  istock.com, web 12foto.de – Fotolia
Zu dem  Artikel wurde ich angeregt durch einen
Beitrag in psychologie heute, März 2012 

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

87 Kommentare

  1. Menschen ändern sich nicht in ihren Vorlieben und Abneigungen. Wenn Sie nach 2 Wochen (!) schon merken, dass Sie nicht zueinander passen, sollten Sie das ernst nehmen.

  2. Mari sagt

    bin erst seit 2 wochen mit meinem partner zusammen und hatten auch schon sex. obwohl er sehr liebevoll ist nervt es mich wenn er mir zu gefühlvoll wird. habe den eindruck das er auch zu anhänglich ist und ich viel freiheit brauche. ist die beziehung dann schon sinnlos?

  3. Nina sagt

    Hallo, also ich habe folgendes Problem. Mein freund rastet regel recht aus so bald ich sage:“wenn es doch nicht klappt kannst du doch was anderes machen. “ das heist fur ihn so viel wie ich forder ihn auf arbeiten zu gehn obwohl er seine schule fertig machen will. Die hat er einfach abgebrochen weil ich mit Geld genervt habe weil er einfach keine unterstützung bekommt und arbeiten müsste er ja ab dem 3. Semester nicht mehr. Aber ich brauche eben finanzielle unterstützung weil alleine geht das nicht. So jetzt will er ab August schule weitermachen hat aber immer noch kein job und kein Geld. Immer wenn ich was sage egal in welchem ton springt er mir an der hals und haut ab. Droht mir mit er kommt nie wieder und er bricht dann seine schule ab. Ist das alles noch normal? Ich brauche Hilfe. Ich glaube meine liebe macht mich blind.

  4. In einer Beziehung geht es immer darum, die unterschiedlichen Erwartungen und Wünsche mit dem Erlebten zu äußern und zu verhandeln.
    Das geht nur über gemeinsame Gespräche. Macht man das nicht oder verweigert ein Partner da, kommt es zu den Missverständnissen und Irritationen, die Sie in der Beziehung erleben.
    Ihre Freundin müsste halt mal mit Ihnen darüber reden, warum sie nicht gerne mit Ihnen redet. Mit ihren Freundinnen wird sie ja wahrscheinlich drüber reden.

  5. James sagt

    Guten Tag!
    Ich las gerade „Fünf Ursachen, die Probleme im Job oder der Beziehung machen können.“ und muss gestehen, dass bei meiner Freundin und mir gewissermaßen gerade so ein klein wenig die Luft raus ist.
    Wir sind schon länger zusammen und in den ersten Monaten gefiel uns eigentlich nahezu alles aneinander (wie es ja meist auch üblich ist) – nur jetzt beginnt so langsam, dass sie z.B. etwaige Dinge von mir stören, die sie vorher noch zum Lächeln gebracht haben. Z.B. das ich manchmal einfach viel rede oder blöde Argumente (also meist ironische) bringe, die (wie erwähnt) damals meist zu nem Lacher ihrerseits geführt haben.
    Ebenso andersherum zeigt sich mir, dass ich z.B. mit ihrem Verhalten, dass man sich auch mal nen Tag nicht sehen/schreiben muss (wir wohnen nicht zusammen) nicht ganz klar komme, weil ich ihr gern zeigen möchte, dass ich sie vermisse, sie dies aber „nervt“, da sie auch ihren Freiraum möchte (verständlich). Aber auch, dass sie mich nicht mehr so häufig einfach so küsst irritiert mich gewissermaßen, mir jedoch versichert hat, dass für sie alles perfekt ist und sie mich stets über alles liebt.

    Jedoch finde ich die aktuelle Situation etwas „schief“, da wir beide irgendwie aufm Schlauch stehen, wenn es darum geht, darüber ein klärendes Gespräch zu führen, da sie einfach nicht der Typ Frau ist, die darüber gerne viel redet..

    Können Sie uns da ein wenig mit Tipps unter die Arme greifen?

  6. Mary sagt

    Vielen Dank für Ihre Antwort. Ja, im Gründe meines Herzens weiß ich, was ich tun muss. Warum fällt es trotzdem so schwer? Ich komme mir vor, als ob ich auf einem Fünf-Meter-Brett wippe und mich nicht traue zu springen ?

  7. Nein, man muss den Partner nicht so nehmen wie er ist. In einer Partnerschaft geht es um ein gemeinsames Zusammenleben und da muss eben jeder Kompromisse machen, was zuweilen unbequem ist.
    Sie haben einen schwierigen Partner (egozentrisch, Messie, unzuverlässig), was Ihnen laufend die Knöpfe drückt. Wozu sollten Sie das noch länger ertragen?
    So wie Sie es schildern, zahlen Sie den größten Preis und Ihr Partner macht es sich allzu bequem.
    An Ihren Töchtern merken Sie ja, dass Sie nicht überwiegend „kritiksüchtig“ sind, sondern Ihr Partner einfach sehr, sehr nervig.
    Menschen ändern sich selten, es ist auch nicht leicht.
    Haben Sie sich nicht eigentlich schon entschieden?

  8. Mary sagt

    PS: Ergänzung
    Wir sind 53 und 59 Jahre alt und bei den heftigen Streits, bei denen ich äußere, was mich so verletzt und wie es mir geht, sagt er, dass ich kritiksüchtig sei, er sich mit 59 nicht ändern könne und das auch nicht wolle. Das müsse ich eben akzeptieren….
    Ich schaffe das einfach nicht

  9. Mary sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    Sie haben mir eine schlaflose Nacht beschert;-) Ich habe gestern Ihre Homepage entdeckt und war so begeistert, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen.
    Meine Frage, die mich schon länger beschäftigt und auf die ich keine Antwort finde:
    Wo ist die Grenze zwischen
    – ich schaue bei mir und meiner Persönlichkeit, um herauszufinden, was ich durch diese Beziehung lernen soll bzw. etwas im Argen liegt, siehe Ihre oben genannten Punkte
    und
    – wir passen einfach nicht zusammen und wir trennen uns besser.
    Meine Situation: ich bin seit 3,5 Jahren in einer Beziehung, wir leben nicht zusammen (50 km entfernt) Wir haben immer wieder die gleichen Probleme, die wohl unlösbar sind. Durch den Online-Test bei Sylvia Löhken kann ich endlich genauer erkennen, warum mein Freund für mich so anstrengend ist. Ich bin eindeutig introvertiert, er eindeutig extrovertiert. In der Vergangenheit habe ich mich immer gefragt, warum ich nach dem Wochenende mit ihm so müde und k.o. bin anstatt entspannt. Ich hielt ihn für einen Menschen mit ADHS-Merkmalen. Wir streiten immer wieder wegen der gleichen Dinge. Er lässt mich nicht ausreden, fällt mir dauernd ins Wort und hört mir nicht zu (weit über das übliche Maß, was ich von anderen Männern durchaus kenne und akzeptieren kann) Durch Ihre Artikel habe ich erkannt, dass das wohl kein Kommunikationsproblem ist. Außerdem ist er chaotisch, neigt zum Messie-Tum, ist egozentrisch (hält sich nicht an Absprachen, kommt ständig zu spät, ist oft zynisch und sarkastisch). Ich bin ein ruhiger Typ, brauche Verlässlichkeit und ein geregeltes Leben. Vor kurzem habe ich mit einer Therapie angefangen, die mich bisher nicht weiterbringt (meine 24-jährige Tochter ist der gleiche Typ wie mein Freund und hat mich auch sehr oft an meine Grenzen gebracht). Meine erwachsenen Töchter (die alle nicht mehr bei mir wohnen), sind aus den o.g. Gründen bei jedem Zusammensein total genervt von ihm, was mittlerweile deutlich zu spüren ist.
    An meinem Freund schätze ich, dass er mich oft bewundert, meine Stärken anerkennt und dass wir gemeinsame Hobbies haben. Der Sex ist auch sehr gut (wird aber immer seltener). Ich bin so oft genervt, versuche immer wieder meine Einstellung zu ihm zu verbessern und in den letzten beiden Jahren immer wieder an der Grenze zum Schluss machen. Haben wir noch eine Chance? Bitte geben Sie mir eine Antwort.

    PS: Ergänzung
    Wir sind 53 und 59 Jahre alt und bei den heftigen Streits, bei denen ich äußere, was mich so verletzt und wie es mir geht, sagt er, dass ich kritiksüchtig sei, er sich mit 59 nicht ändern könne und das auch nicht wolle. Das müsse ich eben akzeptieren….
    Ich schaffe das einfach nicht

  10. Anonymous sagt

    Nette Ansätze in diesem Artikel! 🙂
    Leider zuviel sexismus. Sie, die zu teure Schuhe kauft. Er, der alles rumliegen lässt. Ich Bitte sie, Geschlechterklischees sind so 1980. 😉

  11. Johanna sagt

    ich kann aber nicht so viel geben, wie erwartet wird und wenn ich es nicht tue, gibt es streit, damit kann ich auch nicht jeden tag leben. ich möchte gerne dinge tun, die mir wichtig sind. noch etwas arbeiten, sport treiben und mich mit freundinen treffen. mein partner wünscht sich aber , dass ich mehr mit ihm zusammen bin, ich aarbeit nur 10 stunden in der woche, aber er ist jetzt in den vorruhestand. ich soll immer dinge tun, die ich mit ihm zusamamen tutn kann und in dem maße wie er sich dass wünscht, wird es mir einfach zu viel, er wünscht sich, dass ich mehr auf ihn eingegen, weil ich das gerne tue, weil ich ihn liebe und aus liebe ihm es recht machen will, weil ich aus liebe am liebsten mit ihm zusammen bin, wenn ich meine wünsche nachgehe und gerne zur arbeit gehe oder zum sport, fühlt er sich nicht geliebt, so wie etwas, aha, sie geht lieber zum sport, als mit mir zusammen zu sein, die anderen sind ihr also wichtiger, und ja es ist so, ich brauche auch die anderen, ich erwarte viel weniger von ihm als er von mir, dass ist ja das problem und wenn ich seine erwartungen nicht erfülle, wird er steitsüchtig und nögelich und wüten und das geht zu weit, dass ein zusammenleben nicht mehr möglich ist. ich bin verzweifelt und mit meiner kraft am ende, es ihm immer richtig zu machen.

  12. Sammy sagt

    Wir bekommen uns oft im Urlsub in die Wolle, weil er komische Anspielungen macht. Daraus wird dann eine handfeste Grundsatzdisscussion die dann hervorbringt das alles zu unentspannt und zu normal abläuft. Zu wenig spontaner Sex, zu wenig Freunde im Urlaub und an schönen Dingen.. Immer muss er alles entscheiden etc. Das macht mich sehr traurig. Dabei wollener beide Spass und glücklich sein. Doch nach 5 Tagen Urlaub ist alles hin. Eine Bemerkung wie ZB “ Schatz cremst du mir bitte den Rücken ein “ entnervt ihn schon arg und er sagt ich tippe gerade ne berufliche Mail.. Da soll man als Frau Lust bekommen/ haben ? Ich frage immer ob ich ihm eincremen soll.. Von ihm kommt das nie!

  13. Ena sagt

    Hallo,

    ich bin mit meinem Freund jetzt dann 3 Jahre zusammen. Wir sind im Februar zusammen gezogen. Seit zwei Wochen bin ich ständig nur noch genervt von ihm, er kann machen was er will, es nervt mich. Ich weiß nicht was mit mir los ist. Ich will das gar nicht und vor allem kann ich mich selbst so überhaupt nicht ausstehen. Er macht ja nicht mal was. Es sind dann nur die Kleinigkeiten, wie wenn ich sehe das er wieder seine Klamotten rum liegen lässt usw… Aber ich liebe ihn und will ihn nicht verlieren. Aber er merkt natürlich auch das was nicht stimmt. Ich hab ihm gesagt das ich einfach genervt bin aber nicht weiß warum… genauer nachfragen tut er dann aber auch nicht… ich denke ich brauche einfach wieder das Gefühl mehr geschätzt zu werden. sex haben wir nur noch selten… was kann ich tun???

  14. Hilde sagt

    Hallo,
    ich find das klasse – diesen Beitrag – so geht es mir schon besser.
    Mein Mann ist grad für drei Tage auf Trainerfortbildung – nun ist gestern mein Onkel gestorben – für die Beerdigung bräuchte ich, dass mein Mann in der Arbeit evtl. den Schichtdienst tauscht, dass er bei den Kindern sein kann.
    Ich habe ihm eine SMS geschickt, dass er mich bitte anrufen soll, wenn es ihm von den Pausen her möglich ist. Hat er auch gleich gemacht – nur – er hat nicht so reagiert, wie ich es mir erhofft oder erwartet habe. Hat gesagt, dass das nicht so einfach ist und ob es reicht, wenn er es morgen versucht zu organisieren, wenn er wieder daheim ist. Eigentlich ja ok. NUR – da ich bereits von meiner Mutter genervt war – von wegen – es gehört sich doch, dass ich zur Beerdigung gehe – das wird von mir erwartet usw. Also – auf der einen Seite nervt es mich, wenn ich hingehen MUSS – auf der anderen Seite nervt es mich, wenn mein Mann nicht sofort entsprechend reagiert, wie ich es gerne hätte. Einerseits erwarte ich, dass es für ihn wichtig genug sei, da es ja schliesslich mein Onkel war – auf der anderen Seite nervt es mich, wenn mich meine Mutter in diese Schiene drängt – denn was sollen ja dann die Leute sagen, wenn ich nicht auf die Beerdigung gehe.
    Also liegt es wohl an mir und ich verwechsle hier was – und schiebe meinem Mann den „schwarzen Peter“ zu – obwohl das ja gar nicht fair ist. Nur, ich weiß oft nicht, wo’s hängt.
    LG Hilde

  15. Hört sich so an, dass Ihr Partner nach Aufmerksamkeit sucht und dies über Jammern und Arztbesuche versucht, sich zu beschaffen.
    Vielleicht können Sie mit ihm mal darüber reden, ob ihm das fehlt ihm Leben.

  16. Nale sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    Ihren Beitrag finde ich treffend. Was aber, wenn es mich langsam aber sicher fragen lässt, ob es mit meinem Partner noch klappt, da er Rheuma hat. Er hat oft Schübe, ok klar das ist logisch, da stehe ich hinter. Aber das schlimmere ist, das er meist noch weiter geht, es sei nich sein Rheuma, sondern mal Herzinfarkt, mal Thrombose, dann eine Embolie. Er geht auch ständig zum Arzt und natürlich ist alles gut. Das ertrage ich nicht mehr, reagiere genervt, bzw versuche mich zusammen zu reissen u sage, das es nix davon ist, dass es sein Rheumaschub ist. Er hört damit nicht auf. Und was kann ich da anders machen?

  17. lia sagt

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,
    Mein Partner hat schon seit wir uns kennen immer das Gefühl für die Arbeit mehr leisten zu müssen, sich mehr anstrengen zu müssen. Am Anfang dachte ich, es geht um ein bestimmtes Projekt, um eine Phase, mittlerweile ( nach 2 1/2 Jahren) ist mir klar, dass es immer so sein wird. Seit er sich nun selbstständig gemacht hat, nimmt es für mich bedenkliche Ausmasse an. Er sitzt nonstop vor dem PC, auch wenn wir etwas unternehmen,merke ich wie wenig er den Kopf frei hat. Statt ein Gefühl von Stolz oder Zufriedenheit zu bekommen durchs viele arbeiten, wird er immer unzufriedener.
    Mir fehlt Zeit zu zweit. Mir fehlt es, dass er sich von sich aus mir zuwendet, mir fehlt es, dass er auch mal wieder entspannt ist.
    Sogar sein Schlaf und gesundes Essen kommen zu kurz, Sport macht er gar nicht mehr.
    Wir streiten deswegen öfters. Ich fühle mich wie eine besorgte Mutter, eine Geliebte voller Sehnsucht und eine Partnerin, deren Beziehung auf Eis gelegt wurde.
    Was kann ich machen? Ich fühle mich hilflos und leider auch wütend, denn er macht sich meiner Meinung nach kaputt.. ( hat viel Migräne, die seinen Stress zu wenig zu schaffen noch mehr steigert.)
    Für mich bedeutet es in einer Beziehung auch gemeinsam Spass zu haben, sich zu unterstützen und sich eine Entspannungsoase zu bauen. Sich gut zu tun.
    Momentan kommt jede Aktion von mir, von ihm nur Rückzug. Rückzug vom Spüren, Geniessen, Leben.. Rückzug von allem.

  18. Enzo sagt

    Naja, ich habe noch nie in einer längeren ernsthaften Partnerschaft gelebt und das wird auch wohl weiterhin so bleiben. ich könnte mir aber sehr gut vorstellen, daß ich immer dann genervt wäre wenn der andere etwas von mir erwartet, ganz besonders dann wenn es auch noch sofort, oder möglichst bald geschehen soll und ich möglicherweise nicht mal den Grund nachvollziehen kann !Am Anfang einer Beziehung wenn man noch die sogenannte rosarote Brille auf hat, ist sowas sicher noch eher zu ertragen aber mit der Zeit würde es sicher immer schwieriger. Ein ganz wichtiger Grund für mich, keine Beziehung einzugehen.

  19. Hallo,
    Sie sind zu nett und wollen es Ihrer Partnerin immer recht machen. Dadurch verliert sie den Respekt vor Ihnen, wird immer verwöhnter und zickiger und nörgelt immer mehr.
    Was tun?
    Grenzen setzen. Nein sagen. Auch mal wütend werden und sagen, dass es Ihnen reicht.

  20. TR sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    Ich habe folgendes Anliegen und ich hoffe Sie können mir dabei helfen.
    Meine Freundin ist ca 11 Jahre älter als ich und wir sind seit 2,5 Jahren ein Paar. Nun werde ich kommenden Monat Vater und sie bekommt ihr zweites Kind. Das erste ist nicht von mir, aber ich glaube einen ganz guten Stiefvater zu miemen.

    Wie dem auch sei, folgende Problematik:
    Wie ganz oben von Ihnen beschrieben, nörgelt meine Partnerin an jeder Kleinigkeit herum. Sei es der nicht zugezogene Vorhang am Abend oder, dass ich mir die Decke ihrer Tochter geliehen habe, weil mir kalt und sie eh nicht da war. (Zitat: „Das ist ihre Decke und nicht deine“)
    Jeder Tag wird mit Meckern begonnen, wird unterm Tag besser und abends vor dem Bettgehen wieder zur Hölle, sodass ich oft aus Wut und Frust das Schlafzimmer verlasse und auf der Couch oder dem nahegelegenen Atelier schlafe. Mit Vorwürfen im Kopf lässt es sich nunmal nicht gut träumen.

    Das hat bereits kurz nach dem Start unserer Beziehubg angefangen und ich dachte, dass es sich vielleicht bessern würde, was nicht der Fall ist.
    sie zählt mir jeden einzelnen Fehler meinerseits auf, der ihre gerade im Kopf herum geht und sobalb ich mich versuche zu verteidigen oder eine Lösung finden möchte, blockt sie ab. Als würde ich sie angreifen.
    ich weiss, dass ich nicht perfekt bin und sicher Fehler habe, aber ihre tägliche Willkür bringt mein Leben völlig aus dem Konzept. Ich arbeite kreativ und kann mich kaum mehr darauf konzentrieren. Durch das kommende Baby kommen noch Probleme wie Geldsorgen usw hinzu.
    Immer wieder bekomme ich auch zu hören, dass sie mehr Freiraum möchte und im gleichen Atemzug wirft sie mir vor, dass ich nie da wäre, um mich zu kümmern und nur nach mir selbst sähe. Dabei kümmere ich mich um ihre Tochter, als wäre sie mein eigenes Kind. Zu 85 % mache ich den Haushalt und bin (da sie schwanger ist) der Einzige, der neben Kunststudium noch arbeiten geht. Jede Woche pendel ich über 120km, wobei ich mehr Zeit bei ihr, als an meinem Studiumsplatz verbringe. Jetzt kurz vor der Geburt so oder so, wobei mir das auch schon unter Stichwort Einengen zum Vorwurf gemacht wurde. Dazu kommt, dass sie (auch an schönen Tagen) nie die drei besonderen Worte ausspricht. Ich kümmere mich um alles, mache und tue und fühle mich irgendwie benutzt und wertlos.

    Ich schreibe diese Nachricht aus meinem Ateliersbett, um die missliche Lage mal zu verdeutlichen und weiß nicht mehr weiter. Ich bitte um Ihre Meinung !

  21. xxcc sagt

    Hallo,

    mein Expartner und ich wohnen leider noch zusammen bzw er bei mir, da seine wohnung noch nicht möbiliert ist.
    ich muss ihn also tagtäglich ertragen, auf mein seelenfrieden und bedürfnis nach harmonie verzichten, plus mir einfach eine selbststrafe zu geben, da ich trotzdem menschlich sein will(für die guten tage)
    der grund weshalb ich schon aggressiv bin ihm gegenüber erst recht ist, dass er die gesamte beziehung nur gelogen hat aber ich blöde es mit meinem „mutter theresa“ denken verstehen konnte.
    denn es waren ja „nur“ lügen aus mangelndem selbstwertgefühl und angst vor abweisung(was unverständlich ist nach 6 monaten beziehung und einem zusammenleben, er zog bei mir ein zum glück ich wusste was ich tue und sicherte mich ab war ja leichtsinnig genug)
    gelogen verlogen dass sobald ich sein atem im schlaf höre schon aggressiv aufwache. er hält sich nicht an meine regeln wie zb rauchen in der gesamten wohnung einfach an nix. ist ein tollpatsch, macht nur dreck und unruhe in mein leben, was vorher perfekt war nur der mann fehlte. ich hatte 2 jobs, war mit dem führerschein dabei und zukunftspläne. aber die letzten 6 monate waren so energieraubend dass ich nur noch zuhause war schlafend, oder mich um „seine erziehung“ gekümmert habe.
    einfach total undisziplinierter, unselbsständiger, nur im jetzt lebender unreifer psychopath.
    ich 25, er 24…
    meine freundin fragte mich letztens was ich an ihm liebe oder mag…ich musste echt nachdenken und antwortete mit sein humor mehr nicht. während ich die dinge die mich stören wie ein maschinengewehr rausschoss…
    nun ja .. damit wollt ich sagen einige partner bringen es soweit dass liebe zerstört wird. wenn es überhaupt liebe war und nicht eher ein mutter kind verhältnis..nicht einma hat er mir das gefühl gegeben männlich zu sein sogar sexuell einfach alles sich ergehen lassen was ja gut ist aber doch nicht immer?!
    ach leute..habt nie verständnis mit lügnern!!! eure zeit ist zu kostbar und wird euch nix bringen

  22. Sebastian sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    meine Freundin und ich befinden uns gerade in einer sehr schwierigen Phase. Sie ist dauerhaft von mir genervt und sagt jetzt, dass Sie mehr Freiraum benötigt. Dabei hat sich allen Freiraum, den Sie verlangt. Nach langem Reden und grübeln sind wir darauf gekommen, dass sie ständig von mir genervt ist und ich glaube, dass das auch der Grund für Ihr Verlangen nach mehr Freiraum ist. Ich habe Ihren Artikel gelesen und anfangs dachte ich, es sei ein Scherz. Wirklich jeder Absatz, jeder Satz passt 1:1 auf unsere Beziehung. Der Artikel hat mir insofern sehr weitergeholfen, jedoch stehen wir nach wie vor dem entscheidenden Problem: „was nun“? Wir reden und reden, kommen aber zu keiner Lösung. Wir sind beide unglücklich aber finden keine Lösung. Ich versuche nur noch Ihren Erwartungen gerecht zu werden, weiß aber, dass das ein aussichtloser Kampf ist, weil sie mit unterschiedlichem Maß misst. Meine Freundin fragte mich, nachdem ich ihr den Artikel zeigte, dass sie all diese Dinge bei sich wiederfindet, aber auch nicht weiß, wie sie das jetzt abstellen soll. Wir lieben uns, aber unsere Beziehung geht an Ihrer Genervtheit von mir kaputt. Dabei sind es eigentlich immer nur wirklich Kleinigkeiten, die sie nerven, sich aber scheinbar nicht abstellen lassen.

    Ich bitte um Ihre Hilfe , vielen Dank

  23. Sarah sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    Ich heiße Sarah und bin 20 Jahre alt. Ich führte 3 Jahre lang eine Beziehung mit einem, wie ihn meine Freunde beschreiben würden, „perfekten Mann“ (21j.). Obwohl alles sehr gut funktionierte und die Beziehung sehr harmonisch verlief, trennte ich mich vor 5 Wochen von ihm. Vor einem Jahr entschied er sich die selbe Ausbildung, somit auch den selben Beruf, lernen zu wollen, was ja nicht weiterhin schlimm ist, jedoch ist er in diesem einen Jahr schneller und weiter ans Ziel gekommen als ich und hatte schnell die Ausbildung in der Tasche.

    Ich bin seit 3 Jahren in der Branche tätig und mein Herz hängt an dieser Arbeit, leider war ich bisher nicht ansatzweise so erfolgreich darin als er. Das brachte mich dazu, dass ich irgendwann genervt von ihm war, egal was er sagte oder Tat, es war einfach störend. Wir redeten oft und viel darüber, doch er schien es nie wirklich als Problem zu sehen bzw es ernst zu nehmen.

    Der Fakt, dass ich wirklich immer 100% auf der Arbeit gab und aber auch viel einstecken musste, macht es nicht leichter damit umzugehen wenn der eigene Partner, der sich nicht anstrengen musste und nichts einstecken musste, mehr Erfolg hat. Nicht einmal Bewerben musste er sich, da ihn sein Chef da reingebracht hat.

    Dieser Neid zog mich in ein Loch namens „Selbsthass“, welches mich dazu brachte, mich wie eine Nichtskönnerin und Versagerin zu fühlen und somit trennte ich mich von ihm.

    Ich weiß seit je her nicht, ob es die richtig Entscheidung war, denn mit egal wem ich darüber rede, fast alle finden ich reagiere über und denken nicht das es ein Grund zum Trennen sei.
    Da frag ich mich nunmal ob es doch noch eine andere Lösung gegeben hätte oder ob das eine Sackgasse war wo wir uns befanden ?! Ich will das wirklich nicht aufgeben aber ich will ihn auch nicht wegen des Neids irgendwann regelrecht Hassen.

    Die Ungewissheit ob mein „überreagieren“ wirklich überreagiert war, frisst mich voll und ganz auf.

    Bräuchte dringend einen Rat, danke im Voraus.

    Liebe Grüße,
    Sarah

  24. Es kann sein, dass Sie eine große Angst vor Nähe und Verbindlichkeit haben, weil Sie damit mal schlechte Erfahrungen machten.
    So etwas ist meist unbewusst, d.h. man löst das nicht durch Nachdenken. Der beste Rahmen, um so etwas herauszufinden, ist eine gute Psychotherapie, denn das Muster beeinflusst ja sehr Ihr bisheriges Beziehungsleben in einer Weise, die Ihnen nicht gut tut.
    Therapeuten in Ihrer Nähe finden Sie hier. http://www.therapie.de

  25. Sandra sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann

    Brauche Hilfe, und weiss leider nicht mal ansatzweise wo ich diese suchen soll.. bin auf Ihre Seite gestossen und hoffe, dass Sie mir vielleicht einen Wink in die richtige Richtung geben können..

    Bin 30, hatte zwei ‚richtige‘ Beziehungen.. (2 und 5 Jahre) und war zweimal ordentlich unglücklich verliebt.. (1+2 Jahre)

    Schon als Jugendliche, sowie auch als Erwachsene passierts mir immerwieder, dass ich jemanden kennenlerne, wir uns total verlieben.. und nach ca. zwei Monaten drehen sich meine Gefühle um 180°.. mein Kopf wird von negativen Gedanken regelrecht beherrscht, der Partner kann gar nichts mehr richtig machen in meinen Augen.. ich begegne ihm mit giftigem Sarkasmus, und sobald sich die Gelegenheit ergibt, wenn er zum beispiel etwas unlogisches sagt, dann hinterfrage ich seine Aussage so lange, bis er selbst merkt, wie dämlich seine Bemerkung war..

    Kurz gesagt: Ich bin so richtig ekelhaft und bösartig

    Mein ganzes Verhalten in dieser Zeit finde ich sehr bedenklich.. bisher habe ich die Beziehung jeweils kurz darauf beendet.. ausser beim Letzten.. ich hab ihm erklärt, wies mir geht und dann gesagt ich wolle dem endgültigen Ende noch etwas Zeit geben, in der Hoffnung, dass einige Gefühle wiederkehren.. Nun ja, dem war nicht so…

    Bei meinem jetzigen Partner hingegen, habe ich mir viel Zeit zum kennenlernen gelassen, denn ich wollte nicht schon wieder jemanden verletzen.. 🙁
    ..und zackbum, nach +/- 2 Monaten wieder das selbe Spiel! Woher kommt das nur???? War mir so sicher mit ihm..
    Möcht nicht wieder davon laufen.. (wenn ich nur wüsste wovor) Möchte aber weder ihm noch mir Zeit rauben..

    Sehe langsam kein entrinnen aus diesem Teufelskreis!

    Liebe Grüsse
    Sandra

  26. Hört sich so an, dass Ihre Freundin Verlassensängste hat und sich deshalb so merkwürdig benimmt.
    Das kann für den Partner ziemlich unerträglich sein, weil er sich wie Sie dauernd kontrolliert fühlt. Ihre Partnerin könnte eine Psychotherapie machen, um diese Ängste in den Griff zu bekommen. Da sie aber ziemlich dominant zu sein scheint, wird sie vermutlich diese Idee weit von sich weisen.

  27. SashaKracht sagt

    Hallo,

    ich habe folgendes Problem! Meine Freundin ist knapp 18 Jahre älter als ich, bisher war der Altersunterschied absolut kein Problem… Jedoch wird sie immer anhänglicher und hat auch im Laufe unserer inzwischen 2 Jahre andauernden Beziehung alle ihre Freunde vernachlässigt und sieht sie kaum noch (eigentlich gar nicht). Ich hingegen arbeite mit Menschen und haben zudem auch noch 2 Jobs. Des Weiteren bin ich hobbymäßig Hundetrainerin und stehe 2 Mal die Woche mit meinem Hund auf dem Platz, diese Trainingseinheiten dauern zwischen 2-4 Stunden (selbstverständlich nicht am Stück).

    Bisher hat sie sich immer davor verschlossen mitzukommen. Ich habe sie mehrmals gefragt, ob sie ihre Vorurteile gegen meine Freunde nicht ablegen möchte und sich eben mal ein eigenes Bild von den Leuten machen will. Sie ist leider auch eine, die meint immer alles besser zu wissen, z. B. beschreibt sie meine Freunde, die sie noch nie gesehen hat!! Als arrogant und Nichtskönner, deshalb gab es schon mehrmals Krach. Jetzt plötzlich nach 2 Jahren will sie mit auf den Hundeplatz, anfangs hat mich das auch sehr gefreut nur jetzt will sie ihren eigenen Hund sozusagen vortrainieren, bevor wir auf den Platz gehen können?! Ich hab versucht ihr klar zumachen, dass sie keine Vorkenntnisse braucht um mitzukommen und das auch ich im Herbst eine Wichtige Prüfung ablegen möchte, und deshalb mit meinem Hund weiter arbeiten will.

    Dafür hatte sie absolut kein Verständnis und meinte nur „dir ist der Hundeverein wichtiger als alles andere“ oder „Ich will das, dass unser Ding ist, dass wir das zusammen machen als Familie“. Naja eigentlich habe ich kein Problem damit nur jetzt einige Wochen vergangen und sie will immer noch nicht mit und verbietet mir auch das ich hingehe!!!! Mittlerweile nervt mich jedes Wort aus ihrem Mund, ich kann ihre Stimme einfach nicht mehr hören egal um was es geht!! Die Beziehung ist mir eigentlich schon sehr wichtig, weil ich sie eigentlich sehr liebe, aber sie macht mir alles unerträglich wir gehen nirgendwo hin weder zu meiner Familie noch zu meinen Freunden oder Ausgehen geht gar nicht!!

    Aber wenn es um ihre Familie geht, dann soll ich immer schön dabei sein. Ich habe ihr sogar vorgeschlagen sich ein Hobby zu suchen. Das hat sie am Anfang auch ganz ehrgeizig verfolgt, doch jetzt heftet sie sich voll und ganz an mein Hobby und droht auch immer wieder „wenn die Leute da nicht nett zu mir sind oder mich auslachen, dann will ich nicht mehr das WIR dahin gehen“!!! Ich verstehe nicht was das soll? Sie dreht jedes Wort so, dass sie recht bekommt und langsam habe ich wirklich absolut keine Lust mehr über irgendwas mit ihr zu reden. Vielleicht können Sie mir einen Rat geben? Danke im Voraus.

  28. Tja, ich glaube, in der Beziehung sieht er Ihnen öfter eine Mutter, die ihn einerseits versorgen soll und von der er sich aber auch kontrolliert fühlt.
    Ist er ein Muttersohn?
    Wenn ja, Vorsicht! Das gibt viel Verdruss für die Partnerin. Kennen Sie mein Buch: „Frauen wollen erwachsene Männer“ ?
    Da steht viel drin über diese Dynamik.

  29. Birgit sagt

    Mich nervte (Vergangenheit, da jetzt sind wir getrennt nach 13 Jahren) seine generelle Art, mich emotional am langen Arm verhungern zu lassen und auf Abstand zu halten und dass ich eigentlich als Partnerin überflüssig bin und eigentlich auch verschwinden könnte, denn jetzt hat er ja die zwei Kinder, die er liebt und mit denen er sich mehr verbunden fühlt. Ich habe da in seinen Augen nur noch gestört. Ein schönes Familienleben haben wir auf jeden Fall nicht hinbekommen. Wir zu viert ist keine schöne Stimmung, es geht nur ein Elternteil und die Kinder aber nicht alle zusammen, Familienurlaub war immer die Hölle. Zudem hat mich immer genervt, dass es wichtige Dinge im Garten, Haushalt etc. zu erledigen gab aber für ihn war das alles „überflüssig“ (wie z.B. den Rasen im Garten mähen oder die Hecke schneiden oder sonstige andere organisatorische Dinge, die nerven aber eben gemacht werden müssen) Da hat er sich dann immer davor gedrückt und gemeint, das wäre ihm nicht wichtig aber mir wohl superwichtig, also darf ich sie dann auch selbst machen und nicht nerven. Irgendwann hatte ich Burn-out und konnte dieses Pensum einfach nicht mehr stemmen neben Arbeiten gehen und Haushalt und Kinder und Garten und Hausrenovierung etc. etc. und die Trennung war eine einzige grosse Erleichterung. Jetzt habe ich mein eigenes und keiner kann mir da reinreden und ich kann mir die nervigen Diskussionen mit einem Partner ersparen. Wenn ich etwas mache, dann nur für mich allein. Die Kindererziehung teilen wir uns 50/50 und so wird auch alles erträglicher.

  30. Mona sagt

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,
    ich (50)bin vor fast 2 Jahren mit meinem Partner (58)in eine Wohnung gezogen.
    Leider tut er nur etwas nach Anweisung im Haushalt, obwohl wir jede Woche dieselben Arbeiten im Haushalt verrichten.
    Er hat keine eigenen Ideen, was man unternehmen könnte, immer werde ich gefragt. Er sorgt nicht für das Abendessen. Wenn ich etwas essen möchte, muss ich es selbst besorgen, ihm einen Auftrag erteilen oder es gibt eben nichts. Ich verstehe nicht, warum er so unselbständig in unserer Wohnung geworden ist, seinen Haushalt hat er auch alleine geschmissen. Wenn es dann zum Konflikt kommt, sagt er, dass er sich von mir gegängelt fühlt. Aber ohne Anweisung von mir, passiert ja nichts. Danke für Ihren vielleicht hilfreichen Kommentar.
    Viele Grüße

  31. Hallo ich hab ein Problem mit meinem Freund er geht mir momentan tierisch auf die nerven ich Kan nichts dagegen tun er denkt immer er weiß alles er macht alles gut dabei ist es nicht War er sagt ständig ich bin krank soll mich einweisen lassen obwohl ich einfach nur von ihm genervt bin deswegen hab ich diese blöden Aufreger Anfälle sag ich ma
    Er ist eifersüchtig ist nie bzw fast nie unter Menschen zu meinen Eltern zu Besuch geht er auch nicht wen ich weg bin bekomme ich meistens Sprüche ich hab das Gefühl er will mich drücken und mich unter such stellen sind seid 4 Jahren zusammen und er bringt mich momentan zur wesglut wir sind grundverschiedene Menschen ich bin gut gelaunt höre gerne Music und bin für alles offen und er ist der Gegenpol macht selten was nur In der Natur fahrad fahren spazieren Spielplatz mit unserer Tochter ab und zu mal zu seiner Schwester das wars aber zusammen ins Kino und so normale Sachen da hat er nie Lust nie er hat eine nazistische persönlichkeitsstörung und sieht einen terapeuten als nixht nötig ich weiß einfach nicht ob es Sinn macht wir beide zusammen für ihn bin ich immer schuld und macht nur vorwürfe vil Kan ja jemand helfen :-/

  32. Am besten ansprechen und mit ihm gemeinsam versuchen herauszufinden, warum er sich so viel beschweren muss.
    Ansprechen am besten mit der Einleitung: „Ich will dich nicht kritisieren oder ärgern, ich würde nur mal gerne wissen, warum du das tust, weil es mich immer mal wieder stört.“

  33. Marie sagt

    Guten tag
    Also ich hätte ein kleines Problem. Ich bin momentan mit meinem freund 2 jahre zusammen und mir ist aufgefallen, dass mich eine kleine Sache an seinem Charakter sehr aufregt. Er beschwert sich über jede Kleinigkeit unzählige mahle und sowas bringt mich zur Weißglut. Man kann sich gerne beschweren aber bitte in Maßen. Jetzt hätte ich gerne Hilfe weil ich nicht weiß wie Ich damit umgehen soll (ansprechen soll oder sowas in der art) und trennen würde ich mich sehr ungern, vorallem über sowas „belangloses“.
    Vielen Dank für Ihre Hilfe im voraus.

  34. Entweder er hat eine andere oder er steht einfach nicht mehr auf Sie.
    Sagen Sie ihm, dass Sie sich überlegen, sich zu trennen, wenn sich nicht etwas Grundlegendes ändert. Warten Sie zwei Wochen, ob sich was ändert. Wenn nicht, wissen Sie Bescheid.

  35. Sunny sagt

    Hallo ich habe folgendes Problem und weiß mir nicht zu helfen. Mein Freund (27) und ich (26) sind seit 9 Monaten zusammen. Am Anfang lief alles super. Haben ständig geschrieben und telefoniert. Wir führen eine Fernbeziehung deswegen waren Stunden lange Telefonate an der Tagesordnung und ihm war es genauso wichtig wie mir. Er ist ein sehr offener Mensch und hat einen großen Freundeskreis den ich inzwischen auch ganz gut kenne. Vor ein paar Wochen hat sich alles schlagartig geändert. Telefonieren und schreiben haben abgenommen. Es ist mir klar das die erste Verliebtheitsphase irgendwann zu Ende ist.

    Er hat sich im Verhalten mir gegenüber verändert. Ihn nervt einfach nur noch alles und oft sagt er dass er seine Ruhe braucht. Für seine Freunde ist er immer da,was ich ihm auch hoch anrechne. Aber ich bin ja auch noch da. Wir sehen uns nur am Wochenende und ich hab ihm schon paar gesagt dass ich mir wünschen würde mal etwas mit ihm allein zu unternehme . Essen gehen oder Kino. Will er alles nicht weil wir können ja auch daheim Essen und wenn dann noch ein Kumpel mit dabei ist wäre es ja auch nicht schlimm. Er versteht nicht dass ich mir wünsche das wir etwas für uns alleine machen und mal etwas für uns haben. Wo ich erzählen kann was wir tolles gemacht haben ohne einen Kumpel im schlepptau.

    Des weiteren hat er sich so wie er sagt um mich zu ärgern,angewöhnt mich als dickerchen zu bezeichnen. Was nicht zutrifft mich aber trotzdem verletzt. Das habe ich ihm in Ruhe erklärt das mich das trifft und meine Laune dann in den Keller geht. Sieht er auch nicht ein. Jetzt aktuell will er am liebsten gar nicht mit mir schreiben weil ich ihm damit auf den “sack“ gehe. Wenn wir uns sehn ist es noch ganz schön aber Beachtung und wertschätzung fehlen vollkommen. Er Sitz dann vorm pc und spielt oder schreibt mit seinen freunden. Wenn ich ihn dann anspreche und wissen möchte wie seine letzten Tage so waren und wie es ihm geht blockt er total und ist genervt dass ich es in betracht ziehe er würde mir antworten.

    Ich weiß nicht was mit ihm los ist weil er nichts sagt. Schluß machen will er offensichtlich auch nicht weil er mich dann zwischendurch fest in arm nimmt und ich spüre dass er mich liebt. Wie soll ich mich also in diesem Fall Verhalten? Ihm schreiben werd ich nicht mehr weil ich ihn ja nicht einengen möchte. Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

  36. Warum den Streit umgehen? Sie haben doch allen Grund, sich gegenüber Ihrem Freund zu wehren und ihm zu sagen, was Sie über sein sein Verhalten denken und empfinden.
    Er wird es zwar nicht hören wollen, weil er ziemlich unsicher ist und sich deshalb ziemlich aufblasen muss.
    Wenn Sie sich nicht wehren und damit Ihre Grenzen aufzeigen, wird er es immer wieder tun.

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