Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.

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INTELLIGENTER ARBEITEN

Leben wir wirklich in einer Burn-out-Gesellschaft?

 

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Gewichtabnehmen, Bewegungsmangel, Scheidungsrisiko, Herzinfarkt. Verfolgt man die Titelgeschichten der großen Magazine, dann haben diese Top-Themen immer wieder Konjunktur. Seit ein paar Jahren gibt es was Neues: Burnout.

Allein dieses Jahr widmeten sich SPIEGEL, FOCUS und STERN diesem Problem. Miriam Meckel schrieb letztes Jahr sogar einen Bestseller über ihr Ausgebranntsein.

Sind wir tatsächlich die „Generation Burnout oder erschafft die vermeintliche Diagnose erst das Krankheitsbild?  So wie wir Deutschen ja auch im Schnitt 18 Mal pro Jahr zum Arzt gehen. Wohingegen Schweden nur dreimal, Amerikaner nur viermal pro Jahr.

Mein Blogger-Kollege Markus Väth unterscheidet zwischen zwei Arten von Burnout:

  1. Struktureller Burnout
    Hierbei wird Burnout nicht als Problem des einzelnen Menschen betrachtet. Seine Ursachen liegen tiefer: in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Strukturen. Dazu gehören der Glaube an Multitasking, Information-Overload und eine entsprechende Führung.
  2. Persönlicher Burnout
    Hier sind v.a. Einstellungen und Reaktionsmuster, die einen immer wieder in Überforderung enden lassen, verantwortlich. Jenseits der gegebenen Situation können solche inadäquaten persönlichen Muster zum Burnout führen.

Für viele Führungskräfte ab dem mittleren Management sind Vierzehnstunden-Tage keine Ausnahme, sondern die Regel. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten stehen oder setzen sich viele Angestellte noch mehr unter Druck. Aus Angst, bei der nächsten Kündigungswelle entbehrlich geworden zu sein.

Dass zu lange Arbeitszeiten oder zusätzliches Arbeiten auf die Dauer nicht gesund ist, wissen die meisten. Denn Menschen brauchen, um gute Leistungen vollbringen zu können, Zeiten der Regeneration. Kein Bundesligatrainer würde seine Mannschaft jeden Tag ein Spiel absolvieren lassen, weil dies der sicherste Weg zum Leistungsabfall und Klassenabstieg wäre.

Die Anzeichen für einen Burnout werden oft übersehen oder verharmlost:

  • chronische Müdigkeit
  • Energiemangel
  • zunehmende Fehlzeiten
  • Konzentrationsstörungen
  • Aggressionen und Unruhe
  • ständige Kopf- und Rückenschmerzen

Ihr Burnout ist die Lösung. Was soll das heißen?

In meinen Persönlichkeitsseminaren und Coachings betrachte ich Probleme, die die Menschen schildern, nicht als die Ursache, sondern als die Lösung – für einen inneren Konflikt.

Diese Betrachtung verharmlost nicht, dass bestimmte Strukturen des modernen Arbeitslebens nicht gesund sein mögen. Aber nicht alle Mitarbeiter erkranken an einem Burnout. Auf deutsch: ein Burnout kommt nicht über Nacht. Er kommt auch nicht von außen.

Einen Burnout muss man sich hart erarbeiten.

Viele andere Menschen leisten ja auch viel und achten dabei jedoch auf eine gute Work-Life-Balance: sie sorgen rechtzeitig für Zeiten der Erholung und Regeneration. Menschen, die burnout-gefährdet sind, können das schlecht. Auch wenn ihnen der Partner, der Chef oder der Hausarzt das immer mal wieder nahelegt. Sie tun es nicht.

Denn die meisten burn-out-Gefährdeten sind beratungsresistent.
Ignorieren konsequent Warnsignale ihres Körpers oder sorgenvolle Mahnungen von Partner oder Freunden. Deshalb habe ich ein spezielles Seminar konzipiert: „Burn-out-Seminar für schwere Fälle.“

Deshalb passiert ja vielen Menschen ein Burnout auch nicht nur einmal. Manche nehmen diesen Schuss vor den Bug ernst und ändern ihre Einstellung und ihr Verhalten. Aber die meisten spüren nach einer erfolgten Reha-Maßnahme wieder neue Kräfte – und machen gerade so weiter.

Denn die Probleme, wenn Sie einen Burnout erleiden – oder sich erarbeiten – liegen woanders. Es ist nicht vor allem der Arbeitsdruck, der Chef, die Finanzkrise usw. Das mögen wichtige Faktoren sein. Aber die Ursache ist nicht außen.

Die Ursache ist in Ihnen.

Diese Diagnose hört mancher nicht gern. Weil es viel leichter ist, die Schuld für den eigenen Zusammenbruch anderen oder den Umständen zuzuschieben. Der Nachteil dieser Sichtweise: Sie können vermutlich nichts daran ändern. Den Arbeitsdruck, Ihren Chef, die wirtschaftliche Umstände werden Sie nicht ändern, auch wenn Sie diesen die Schuld geben.

Wenn Sie jedoch es für möglich halten, dass die Ursache vor allem etwas mit Ihnen zu tun hat, mit Ihren Werten, Ihrer Einstellung, Ihren Verhaltensweisen, hat das einen enormen Vorteil: dann können Sie allein auch etwas daran ändern. (Dass an dieser Sichtweise viel dran ist, sehen Sie ja auch daran, dass nicht alle Ihre Kollegen einen Burnout bekommen, obwohl diese in der ähnlichen Situation sind).

Wie erarbeitet man sich einen Burn-out?

Aus meiner Erfahrung mit vielen Seminarteilnehmern geht das am besten so:

Übertriebener Perfektionismus.
In manchen Bereichen sind hundertprozentige Ergebnisse notwendig. Bei einer Operation, wenn jemand ein Flugzeug steuert, wenn der Restaurantkritiker das Lokal betritt.

Doch für die meisten Bereiche des Lebens reichen achtzigprozentige Lösungen völlig aus. Das wird zwar nirgends laut gesagt aber es ist trotzdem so. Selbst die Bundesregierung erlässt Gesetze, die öfters nachgebessert werden müssen. Nach der Paretoregel brauchen sie aber für eine achtzigprozentige Lösung nur zwanzig Prozent der Zeit. Lesen Sie hier nach …

Übertriebener Perfektionismus hat meist mit dem Gefühl, noch etwas beweisen zu müssen, zu tun. Dass man klug ist, mithalten kann, Außerordentliches leisten kann, etwas wert ist etc. Letztlich hat es mit Unsicherheiten und unbewussten Ängsten zu tun.
Lesen Sie hier …

Die Verleugnung von Grenzen.
Wir leben in einer Zeit, wo Grenzen keinen guten Ruf haben. „Geht nicht, gibt’s nicht!“ oder „Nichts ist unmöglich!“sind Slogans, die wir oft hören und bei manchen Menschen zur inneren Richtschnur geworden sind.

Doch alles hat Grenzen. Selbst das Universum soll ja nicht unendlich sein. Aber alles was auf der Erde existiert, hat Grenzen und Menschen allemal. Grenzen der Kraft, der Energie, der Zeit, der Lust, der Motivation.

Menschen mit der Tendenz zu Burnout empfinden Signale auf eigene Grenzen nicht als nützliche Information oder Erlaubnis, sondern als Kränkung. Und versuchen zu zeigen, dass das für sie nicht stimmt. Selbst wenn der Körper dann nach Jahren Erschöpfungssymptome oder Verschleisssymptome zeigt, wird dies oft nicht als Hinweis auf eine gefährliche Überlastung verstanden, sondern als persönliches Versagen, das tapfer verschwiegen oder repariert werden muss.

Ein mechanistisches Bild von sich selbst.
Die Stärke von Vielarbeitern ist, dass sie jahrelang klaglos funktionieren. Wie eine Maschine. Wenn Maschinen Ausfälle zeigen oder kaputt gehen, werden sie repariert. Und die moderne Medizin kann ja tatsächlich heute vieles „reparieren“.

Doch für wen sein Herz nur eine Pumpe, sein Knie nur ein Scharnier und seine Bandscheibe nur ein Knorpel ist, neigt dazu, diesen Teil des eigenen Körpers eben auch nur zu reparieren oder zu ersetzen, anstatt sich Gedanken zu machen, wie es dazu kam.
„Funktionieren müssen“ ist eine unbewusste Strategie, die man meist schon in der Kindheit entwickelt. In einem Elternhaus, in dem nur Leistung zählte, Beschwerden und Unlust als „Schwäche“ oder „Gejammer“ abgetan wurden. Da lernte man dann früh, hart zu sich selbst zu werden und alle „weichen“ Gefühle zu unterdrücken. Für diese Entfremdung von sich selbst zahlt man jedoch irgendwann einen  hohen Preis.

Probleme im Privatleben.
Beruf und Privatleben beeinflussen sich gegenseitig. Zu viel Arbeit und dadurch Zeitmangel wirken sich als fehlende Zeit für die Partnerschaft und die Familie aus. Umgekehrt kann ein glückliches Privatleben der Anlass sein, seine Werte bezüglich Leistungsbereitschaft und Überstunden zu überdenken.

Bei vielen Menschen mit Neigung zum Burnout gibt es Probleme im Privaten. Ungelöste Konflikte in der Partnerschaft bezüglich Aufgabenteilung, gegenseitigem Respekt oder Sexualität sind die wichtigsten.

Doch das Symptom ist die Lösung.
Wer viel arbeitet und Überstunden sich heranzieht anstatt sie zu verweigern, kommt spät nach Hause. Dann schläft der Partner schon oder man ist zu müde für Zärtlichkeit oder eine notwendige Auseinandersetzung.
Am Wochenende wäre theoretisch Zeit, doch wer beim Samstagmorgen-Frühstück mit einem Auge auf ein Smartphone schielt, zeigt, wie sehr er sich bereits aus der Familie verabschiedet hat. Aber den herangezogenen Gründen („Wichtige Präsentation am Montagmorgen!“) wird eine höhere Priorität eingeräumt als der eigenen Präsenz in der Beziehung.

Geringes Selbstwertgefühl.
Menschen, die aufgrund vieler Beziehungserfahrungen in ihrem Leben innerlich überzeugt sind, dass sie wertvoll und liebenswert sind, können sich gegen zu belastende Arbeitsbedingungen rechtzeitig wehren.
Sie können sich abgrenzen, indem sie öfters „nein“ sagen. Konflikte können sie angemessen ansprechen und klären. Wenn die Konflikte nicht lösbar sind, können sie dies akzeptieren oder sich auch einen anderen Arbeitsplatz suchen.

Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl haben diese inneren Freiraum oft nicht. Sie glauben unbewusst, sich Anerkennung, Sympathie und Zuneigung verdienen zu müssen. Als Folge können sie schlecht mit Bitten oder Forderungen von anderen umgehen.Sie neigen dazu, sich ausnutzen zu lassen. Vor Konflikten haben Sie Angst und versuchen eher, durch Wohlverhalten und Nettsein Konflikte gar nicht aufkommen zu lassen.

Der Glaube, dass man Leben nachholen könne.
Das Leben findet immer nur in der Gegenwart statt.

Wer glaubt, dass das Glück am Wochenende auf ihn wartet, wird vermutlich enttäuscht werden.Wer glaubt, dass ein ausgefüllter Terminkalender schon ein erfülltes Leben bedeutet, irrt. Wer glaubt, dass wenn er mit fünfzig finanziell unabhängig ist, dann zufrieden sein wird, geht eine riskante Wette ein. Wer zwanzig Jahre an seiner Gesundheit Raubbau betrieben hat, kann das selten wieder in Ordnung bringen.

Die Zeit, die Sie im Büro sitzen, können Sie nicht nachholen. Ihre Kinder wachsen in der Zeit heran und warten nicht auf Sie. Ihr Partner wird älter, Sie werden älter. Dass man im Leben etwas nachholen könne, ist eine der größten kollektiven Irrtümer westlicher Gesellschaften. „Jetzt kaufen, später bezahlen“ mag noch angehen. Das Motto „Jetzt arbeiten, später leben!“ geht nicht auf.

Um Missverständnissen vorzubeugen: ich habe nichts gegen eine verstärkte Anstrengung für eine begrenzte Zeit, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Wenn aber hinter der Ziellinie schon das nächste Ziel wartet, sollte man aufpassen. Ich unterschätze auch nicht die Bedeutung von hohem Leistungsdruck, einem vielleicht drohenden Arbeitsplatzabbau oder schwierigen Kollegen oder einem tyrannischen Chef.

Doch es kommt immer auch darauf an, wie man solche Schwierigkeiten wahrnimmt, interpretiert und welche Handlungsmöglichkeiten man für sich sieht und entwickelt.

Was können Sie tun?

Die schlechte Nachricht zuerst: es gibt keine schnellen Tipps gegen Burnout-Gefährdung. Zwar gibt es jede Menge Bücher, die genau das versprechen. Aber ich glaube nicht an die Wirksamkeit von schnellen Rezepten (außer beim Kochen). Die Tipps sind zwar gut und hilfreich. Aber an der Umsetzung hapert es meist.

Glauben Sie nicht? Also gut. Ich gebe Ihnen hier kostenlos meinen besten Tipp für Workaholics und Burnout-Aspiranten. Er lautet:

„Gehen Sie zwei Wochen lang jeden
Tag eine halbe Stunde allein spazieren.“

Die gute Nachricht: Wenn Sie sich  mit den Ursachen auseinandersetzen, können Sie Ihre Probleme auch lösen. Ganz sicher. Wenn Sie nur anderen oder den Umständen die Schuld geben oder an den Symptomen herumdoktern, werden Sie nichts ändern. Ganz sicher.


 

Sind Sie burnout-gefährdet? Machen Sie hier den Test.

Bitte beantworten Sie nach Ihrem ersten Impuls, bleiben Sie bei Ihrem Gefühl – seien Sie ehrlich mit sich selbst.

Ich habe allgemein zu viel Stress in meinem Leben.
Durch meine Arbeit muss ich auf private Kontakte und Freizeitaktivitaten fast völlig verzichten.
Auf meinen Schultern lastet zu viel.
Ich leide an chronischer Müdigkeit.
Ich habe das Interesse an meiner Arbeit verloren.
Ich handle manchmal, so als wäre ich eine Maschine. Ich bin mir selbst fremd.
Früher habe ich mich um meine Mitarbeiter und Kunden gekümmert, heute interessieren sie mich kaum noch.
Ich mache zynische Bemerkungen über Kunden/Mitarbeiter/das Unternehmen.
Wenn ich morgens aufstehe und an meine Arbeit denke, bin ich gleich wieder müde und antriebslos.
Ich fühle mich machtlos, meine Arbeitssituation zu verändern.
Ich bekomme zu wenig Anerkennung, für das was ich leiste.
Auf meine Kollegen und Mitarbeiter kann ich mich nicht verlassen, ich arbeite über weite Bereiche für mich allein.
Durch meine Arbeit bin ich emotional ausgehöhlt.
Ich bin oft krank, anfällig für körperliche Krankheiten, bzw. Schmerzen.
Ich schlafe schlecht, besonders vor Beginn einer neuen Arbeitsperiode.
Ich fühle mich frustriert in meiner Arbeit.
Eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften trifft auf mich zu: nervös, ängstlich, reizbar, ruhelos.
Meine eigenen körperlichen Bedürfnisse (Essen, Trinken, WC) muss ich hinter die Arbeit stellen.
Ich habe das Gefühl, ich werde im Regen stehen gelassen.
Meine Kollegen sagen mir nicht die Wahrheit.
Der Wert meiner Arbeit wird nicht wahrgenommen.

Auswertung:

  • Null bis drei Fragen mit ja beantwortet: geringes Burn-Out Risiko.
  • Vier bis fünf Fragen mit ja beantwortet: beginnende Burn-Out Situation.
  • Mehr als fünf Fragen mit ja beantwortet: es wird dringend Zeit, etwas zu tun!

PS: Wie wäre es jetzt mit einer halben Stunde Spazierengehen?

Oburn-out-seminar für schwere fälle, kopp-wichmann,der Sie buchen gleich mein Seminar „Burn-out-Seminar für schwere Fälle“.

2 1 /2 Tage. Nur 6 Teilnehmer. 1 Coach. Dort finden wir die Ursache hinter Ihrem Burn-out-Verhalten.

 

kommentar Hatten Sie schon einen Burn-out?
Was tun Sie, um nicht auszubrennen?

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Bild: © pixabay.com

Was haben Sie daraus gelernt?
Wie verhindern Sie das Ausbrennen?

 

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Foto: © mattlog – photocase.com, M&S Fotodesign – Fotolia.com
Dieser Artikel erschien zuerst im Juli 2008. Ich habe ihn hier aktualisiert.

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach.
Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse.
Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

77 Kommentare

  1. Betty sagt

    Auf meinem eigenen Blog, mit dem ich versuche, mein Burnout aufzuarbeiten, habe ich mein eigenes Erleben geschildert.
    Dazu sende ich Ihnen den Link: http://feuerfangen.de/wie-geht-burnout-meine-story/ Vielleicht passt der Artikel auch zu dem, was Sie vermitteln möchten.
    Freundliche Grüße,
    Betty

  2. Kyra S sagt

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich bin Studentin für Wirtschaftspsychologie und führe momentan für meine Masterarbeit eine Umfrage zum Thema „Stigmatisierung von Burnout- und Depressionserkrankten“ durch. Ich erhoffe mir durch meine Arbeit mehr Akzeptanz für Betroffene zu schaffen und würde Sie daher bitten mich bei meiner anonymen Befragung unter folgendem Link zu unterstützen:
    https://www.umfrageonline.com/s/49c4d7e
    Herzlichen Dank im Voraus!
    Alles Liebe,
    Kyra

  3. Ich möchte C.H. Mut machen, diese Zeit durchzustehen. Ich weiss genau wie sich das anfühlt. 12 schwere Monate liegen nun hinter mir und mir geht es nun viel besser. Körper und Seele brauchen ihre Zeit.
    Das wattige Gefühl im Kopf und die unstrukturierten Gedanken kenne ich auch. Die Antidepressiva tragen auch dazu bei. Ich habe sie schrittweise abgesetzt und nehme jetzt stattdessen das Nahrungsergänzungsmittel 5-HTP.
    https://www.vitaminexpress.org/de/5-htp. Seit dem geht es mir viel besser. Ich fühle mich wieder viel lebendiger. Ganz ohne Nebenwirkungen.
    Kann ich nur empfehlen.

  4. C.H. sagt

    Leider hab ich die Zeichen nicht wirklich gesehen und bin seit 8 Monaten in einem Burnout drin. Ich bin selbständig und wollte meine Existenz mit noch mehr Arbeit retten, weil die Kunden fast nichts bezahlen wollten, aber meine Leistungen gern nahmen. Es wurde mit den Jahren alles unbemerkt zuviel bis zum Tag X. Da ging plötzlich gar nichts mehr. Schon erschreckend, in welchen schlimmen Zustand man sich selbst bringen kann. Nie hätte ich gedacht, dass sowas passieren könnte, wo ich doch meinen Traum gelebt und das Hobby zum Beruf gemacht hatte. Wenn ich hoffentlich wieder gesund werde, dann Danke ich dem Universum für jeden Moment Leben ohne diesen auch körperlich schwachem Zustand wie in Watte hinter Glas mit diesen Dauerkopfdruck.
    Ja, die Lösung warum man im Burnout gelandet ist, muss man in sich finden, sein Denken hinterfragen, sein Handeln ändern.
    Und man braucht viele Monate Geduld mit sich selbst und auch die Angehörigen brauchen das.

  5. Ja, das ist eine wichtige Frage. Anerkennung tut zweifellos gut. Aber wenn man nur dafür arbeitet, wird es gefährlich.

  6. Dieser Beitrag ist sehr zutreffend.
    Wenn man alle Warnschüsse überhört, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man am Ende „ausgebrannt“ ist. Aus dieser Sicht ist ein Burn-out in gewisser Weise selbst gemacht. Aber das weiss man erst hinterher. Mittendrin kriegst du dich kaum mit. Und natürlich betrifft es nur die Emsigen, Gewissenhaften, Überkorrekten.
    Aber die Frage bleibt: Warum fällt ehrliche Anerkennung für Leistung so schwer? Gäbe es mehr Anerkennung, dann auch weniger Burnout – Betroffene. Trotzdem muss sich jeder fragen: Bin ich süchtig nach Anerkennung? Worüber definiere ich mich?

  7. Ich glaube ich stand kurz davor in diesen Kreislauf zu geraten. Gerade noch rechtzeitig habe ich die Reissleine ziehen können, und eine Auszeit für mich genommen. Seitdem lebe ich viel bewusster

  8. In Ihrem Artikel erkenne ich mich leider an viel zu vielen Punkten wieder. Danke für diesen Artikel.

  9. Das ist leider typisch für Burnout-Klienten. Sie reißen sich so zusammen, wollen immer funktionieren, bis der Körper und die Seele eine Notabschaltung machen.
    Holen Sie sich Hilfe, damit das nicht wieder passiert. Das ist nämlich auch typisch …

  10. Bianca sagt

    Danke für den Artikel! Ich stecke noch mittendrin im Burnout und eines möchte ich wirklich loswerden: Wenn es irgendwie geht, bei den ersten Anzeichen sofort die Notbremse ziehen! Ich habe erst erkannt, dass ich in einer Sackgasse steckte, als wirklich NICHTS mehr ging. Der totale Zusammenbruch! Der Weg zurück zu mir selbst ist entsprechend lang…

  11. Hallo Roland,
    Danke für diesen wichtigen Artikel. Wir leben leider, wie Du es richtig sagst, in einer sehr, sehr stressigen Zeit. Und der Burnout ist leider der Ergebnis daraus.
    Was noch ein wenig mehr beleuchtet werden könnte ist der Punkt der Smart-Phone-Abhängigkeit. Kaum aufgewacht checkt man seine Mails, alle paar Minuten wird das Gerät überprüft, ob irgendwelche SMS, Nachrichten, Faceboook-Meldungen oder Tweets unser Leben verändern könnten. Selbst auf der Toilette bleibt das Gerät oft nicht draußen.
    Das alles sorgt natürlich für zusätzlichen Stress … und erhöht das Risiko!
    Super Artikel

    Markus

  12. Maropoulos Teresa sagt

    Hallo, leider bin ich nicht mehr berufstätig (vor kurzem war ich Personalmagerin in einer mittelständigen Firma) tätig. Jetzt bin ich Rentnerin. In der Firma habe ich nie ähnliche Symptome erlebt. Jetzt habe ich DIE. Ich habe festgestellt enormen Gewichtverlust, Unzufriedenheit, keine Motivation, fehlende Anerkennung, obwohl ich in einem Paradies jetzt wohne (Griechenland am Meer). Diese Krankheit erschreckt sich nicht nur auf Berufsleben, sondern auch danach….wo man keine Möglichkeit hat sich selbst zu verwirklichen. Das ist das Problem vermute ich, die zu dieser Krankheit führt.

  13. Marina sagt

    Vielen Dank! ein sehr guter Artikel. Zu den Risikopunkten zählen noch digitale Welten vor allem im Job: Wo es dem einzelnen Arbeitnehmer aber nicht gelingt, sich abzugrenzen, wo Vorgesetzte die ständige Erreichbarkeit einfordern, scheint es ohne Regulierung nicht zu gehen. In diesem Sinne haben der TÜV Rheinland und das Slow Media Institut das Prüfzeichen „Ausgezeichneter Arbeitgeber“ um eine wesentliche Komponente ergänzt. Geprüft und zertifiziert wird nun auch der digitale Arbeitsschutz. Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/strategie-personal/digitaler-arbeitsschutz/

  14. Hallo,

    herzlichen Dank für diesen ausführlichen Artikel. Ja, mein Leben fing im Grunde erst richtig an, als ich gesundheitlich komplett durch meine Erschöpfung zusammenbrach. Zuvor hatte ich einfach nicht kapieren wollen, dass ich so nicht weitermachen konnte. Nachdem ich meinen Job gekündigt hatte und mich erst einmal nur darum kümmerte, wieder gesund zu werden, fing ich an, mehr auf meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu achten und verarbeitete meine bisherigen Lebenserfahrungen in einem Buch. Ein Jahr später machte ich mich selbstständig und fühle mich seitdem auch wieder richtig gesund und fit.

    Herzliche Grüße – Ralf

  15. Hallo Maria,
    schönes Beispiel – mit einem guten Ausgang.
    Entscheidend ist immer, dass der Betroffene erkennt, dass er ein Problem hat. Wird das geleugnet oder bagatellisiert, nützen die besten Tipps und Angebote nichts.

  16. Maria sagt

    Ich bin absolut dafür, auf Jetzt zu leben. Manchmal ist das Leben selbst, die Gesellschaft, die uns so zu leben verpflichtet. Pünktlichkeit, Ziele, Druck, Arbeit, Geld… Die Sorgen des Alltags.

    Mein Mann hatte ungefähr vor einem Jahr mehrere Merkmale, die uns zu einem Depression-Verdacht geführt hat. Ich war aber mir sicher, dass es mit seiner Arbeit zu tun hatte. Er ist ewige Stunden im Büro geblieben und am Ende des Tages kam er demotiviert nach Hause an und hatte nur Lust auf Fernseh schauen.

    Ich habe mehrere Tests im Internet gefunden, hab mich für einen guten entschieden und er hat ihn ausgeführt https://www.psycheplus.de/selbsttest/burnout und ich hatte Recht… Seine Merkmale gehörten zu Burnout. Dann hat er einen Termin mit einem Psychotherapeut ausgemacht und eine intensive Therapie mit Coaching durchgeführt. Dabei keine Medikamente (auf was ich mich sehr gefreut habe).

    Wir beide haben viel davon gelernt (ich habe ihm auch mitgeholfen) und ich empfehle weiter, sich behandeln zu lassen. Es lohnt sich und man kann sein Leben verbessern, bevor es zu spät ist!

  17. Wenn ich es mal ganz einfach ausdrücke, dann fehlt der Sinn und die Bedeutung im Leben.
    Eine Folge unserer Glaubenssätze über uns und unsere Lebensführung, die feststeht und gelernt wird bis zum Alter von ca. 7 Jahren. Lernen heißt in dem Fall aber nicht über die Ration sondern zu 99,999999999% über unser Gefühl und unsere Emotionen.

    Eine Löschung dieser Glaubenssätze die durch unsere damals erlebten, wahrgenommenen und filterfrei abgespeicherten Emotionen und Gefühle in Verbindung mit der Situation oder dem Ereignis kann nur auf dieser oder einer höheren Ebene unseres Seins langfristig funktionieren. Die Folge davon ist, dass mehr Licht in uns einzieht. Und Licht begrenzt den Schatten. Je mehr Licht desto schärfer und begrenzter ist der Schatten.

    Wem das jetzt zu kompliziert ist, kann mich kontakten. Licht sind Photonen also Quantenteilchen einer bestimmten Energiestärke, Frequenz etc. Unsere DNA ist z.B. eine Antenne ein sogenanntes Antennenmolekül. Diese Antenne ist eine Schnittstelle und ein Empfänger in den Quantenraum. Im entspannten Zustand ist unsere DNA in der Lage, soviel Licht in der Zelle zu generieren, dass Dunkelheit keine Chance hat. Wenn das passiert werden wir mit unseren ganzen Stressoren (Angst, Wut, Zorn, Minderwertigkeitsgefühl etc.) konfrontiert, alles Energien die ein Bournoutler in seiner Vergangenheit durch Ablenkung ignoriert hat da unser System erstmals ein Schmerzvermeidungssystem ist.

    Durch unseren Geist und unseren freien Willen können wir und das müssen wir uns selbst geben, SINN und BEDEUTUNG. Zielsetzung ist da ein Faktor davon. Ernährung, Familie, Ausgleich, Sport, Freizeitgestaltung, u.v.m. sind da nur jeweils Teile davon.
    Soweit mein Beisteuern zu dem Thema.
    Mein Herz grüßt eure Herzen
    Raimund

  18. Ich kann ihrem Bericht nur beipflichten, was irgendwann zu einem Burnout führen kann. Problematisch sehe ich die heutige Informationsflut die täglich auf uns zuströmt. Ständig weiterbilden und Leistung wie eine Maschine bringen, ob es einem Spass macht oder nicht ist da nicht die Lösung

  19. Es ist immer das Einfachste, die Ursachen für einen Burnout in der Arbeit zu suchen. Schon allein, dass auch viele Menschen „mit Tagesfreizeit“ starke Stresssymptome haben, widerspricht dem doch.
    Ein anderer Gedanke zu den Ursachen der zunehmenden Burnouterei: unsere Gesellschaft bemüht sich krampfhast und sehr laut, das Umfeld schön kindgerecht, barrierefrei, behindertengerecht, frauenfreundlich, energiesparend, umweltfreundlich usw zu machen, dass wir dann zwangsläufig erschrecken und überfordert sind, wenn uns ein Hinderniss begegnet. Wenn dann nicht sofort ein xyz Beauftragter herbeieilt und auf die Beine hilft, dann ….dann bekommen wir einen Burnout – als Lösung oder Ent-täuschung.
    Schönes stressfreies Wochenende wünscht RR

  20. Da stimme ich Petra zu. Der Auslöser von Burnout ist sicherlich nicht allein die Arbeit. Auch das Umfeld, was zuhause geschieht,usw. spielen eine wichtige Rolle.

  21. Wow!

    Sehr schöner und ausführlicher Artikel. Insbesondere der Test am Ende hilft sicherlich dem Einen oder Anderem weiter 😉

    Ich habe mich auch lange Zeit mit dem Thema Burnout beschäftigt, weshalb ich auf meinem Blog einige Tipps & Tricks zur Erholung eines Burnouts verrate.

    Besten Gruß,
    Dirk

  22. Oliver sagt

    Mir hat das mit den Zielen sehr gut gefallen, denn bei mir war hinter jedem Ziel das nächste und so weiter. Die Spannung wird immer aufrechterhalten um nicht zu sagen Druck.Es können aber nicht immer 100% geleistet werden. Wenn das getan wird, wobei egal ist in welchem Bereich, und zu wenig auf sich gehört wird dann ist ein Ausbrennen die Folge

  23. Petra sagt

    wichtig vor allen Dingen ist, dass man sich nicht darauf einschießt, dass die „Arbeit“ der alleinige Auslöser von Burnout sein kann. Denn dann hat man wieder einen neuen Sündenbock „den Arbeitgeber“ und muss sich nicht selbst an die eigene Nase fassen…
    Im Ernst, Arbeit kann sicher ein Faktor sein, der Burnout auslöst, aber sicher nicht der einzige.

  24. Hallo Herr Neuner,
    natürlich muss man unterscheiden zwischen der persönlichen Ebene und der strukturellen Ebene. Interessante Ansätze dazu liefert Markus Väth aus seinem Blog.
    Es geht ja auch nicht darum, den Betroffenen etwas in die Schuhe zu schieben, sondern den jeweiligen persönlichen Anteil am Burnout zu erkennen. Denn es kann dauern, bis ein Unternehmen oder „die Gesellschaft“ an den äußeren Bedingungen etwas ändert. Aber Sie haben Recht: wir stehen bei diesem Thema noch ganz am Anfang.

    Danke für Ihren Kommentar.

  25. Friedrich Neuner sagt

    Vielen Dank für diesen Beitrag mit, wie ich finde, sehr vielen wertvollen Tipps!

    Ich selbst war vor zwölf Jahren als Führungskraft von einem “Burnout” betroffen, der mir eine Arbeit im Sinne von “Business as usual” unmöglich machte. Damals war “Burnout” praktisch noch ein Fremdwort, und nur durch großes Glück und einen sehr guten Arzt, fand ich relativ schnell auf einen gesunden Weg ins Arbeitsleben zurück.

    Dass das Thema “Burnout” zur Zeit in aller Munde ist, finde ich gut und wichtig. Auch wenn dieser Begriff dabei oftmals exemplarisch für eine Vielzahl psychosomatischer Beschwerden steht, führt es dazu, dass sich der Betroffene nicht mehr als “Einzelschicksal” wahrnimmt.

    Wenn man sich mit der Forschung auf diesem Gebiet näher beschäftigt, wage ich zu behaupten, dass diese noch in den Kinderschuhen steckt bzw. das Problem bisher noch zu eindimensional betrachtet.

    Erlauben Sie mir aus einer sehr interessanten, aktuellen wissenschaftlichen Arbeit zu diesem Thema zu zitieren:
    “In Bezug auf Burnout … sollte ein zentrales Anliegen der Forschung sein, die psychischen Belastungen nicht nur den Betroffenen in die Schuhe zu schieben (negative Einstellungen, falsches Selbstmanagement oder zu hohe Erwartungen). Effektive Prävention oder Therapie ist nur dann möglich, wenn auch potenziell pathogene Arbeitsplatzstrukturen verändert werden, Zeitdruck genommen und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Langfristig gesehen ist es nicht sinnvoll, nur die von Burnout betroffenenen Individuen zu therapieren. … Für die Burnout-Forschung heißt das, dass sie sich verstärkt der Frage zuwenden muss, was gesunde Betriebe und Organisationen ausmacht, anstatt sich nur auf die Bewältigungskapazitäten des Einzelnen zu stützen und somit Veränderungsprozesse der Arbeitsstrukturen, die mit erhöhter Belastung einhergehen, auf seinem Rücken auszutragen.” (http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/168662.html#inside)

    Darin sehe ich gerade für Unternehmen, deren Führungskräfte auf Strukturen im Unternehmen einwirken können und für dieses Thema sensibilisiert sind eine große Chance, sich diesem Problem nachhaltig zu stellen.

  26. Interessante Metapher mit den „tiefwurzelnden“ Bäumen. Denn Menschen mit einem Burnout, könnte man deuten, haben oft ihre Wurzeln verloren.

    Danke für den Hinweis.

  27. Martina Kempfer sagt

    Hallo ihr Lieben, bei meinem massiven Burnout half letztendlich nur Vitalstoffe tiefwurzelnder Bäume nährstoffreicher und naturbelassener Wälder. Die pflanzliche Mineralstoffbalance der Bäume, die auf evolutionär erprobten Prinzipien basiert. Sie enthalten organische Mineralstoffe, diese gewährleisteten eine hohe Bioverfügbarkeit.

    Schon nach einer Woche habe ich mich wie neugeboren gefühlt – ich führe jetzt wieder ein erfülltes Leben mit mehr Freude als jemals zuvor. Schaut doch mal nach unter http://vude.de/s/sofortbioverfuegbar.
    LG
    Martina

  28. K.Martin sagt

    Beim Thema Burnout geht es ja immer um zwei Aspekte: Arbeit und Gesundheit. Ein Burnout entsteht dann, wenn sich beide Aspekte nicht mehr miteinander verbinden. Daher ist es wichtig, dass jeder Mensch sich fragt, was ihm seine Arbeit bedeutet und wie gesund diese für ihn ist. Zweifelsfrei kann man eine reale Erschöpfungsdepression nicht mit Hausmittelchen oder lapidaren „Arbeite weniger!“-Tipps heilen.

    Dennoch kann jeder viel dafür tun, Arbeit und Gesundheit besser zu verbinden und täglich etwas verändern um nicht dann erst hellhörig zu werden, wenn ein Erschöpfungssyndrom festgestellt wird. Das soll heißen: Es gibt viele Möglichkeiten seinen Arbeitsalltag gesünder zu gestalten, man muss nur wissen wie. Daher empfehle ich unsere „33 Tipps für mehr Energie im Berufs- und Privatleben“ zum kostenlosen Download – mit vielen Linktipps und praktischen Übungen, die man auch direkt am Arbeitsplatz umsetzen kann. Ich freue mich auf jegliches Feedback!

  29. Kelatenata sagt

    Danke für den Tipp, Pascal. Ich kenne Fantasiereisen schon, werde aber den Link gerne ausprobieren. Mein Partner vermutlich nicht, weil er „von so was“ nichts hält. Ich kann auch die Trance-Reisen von Eberwein sehr empfehlen!

  30. Ich selbst war auf dem direktem Wege zum Burnout, habe viel zu viel gearbeitet und meine Ziele unerreichbar hoch gesetzt. Allerdings bin ich dann zu Fantasiereisen gekommen. Seither höre ich mir mehrmals die Woche verschiedene Reisen an. Auf Seiten wie http://www.fantasiereisen.de kann man solche herunterladen. Es ist einfach sehr entspannend sich für eine halbe Stunde hinzulegen oder zu setzen und in eine stressfreie Welt abzutauchen. Super!

  31. Dann braucht er eine andere Erklärung, denn von nix kommt nix. Bleiben Vererbung, ein Virus, die Globalisierung, schlimmer Chef, zuviel Arbeit … 😉
    Oder wie erklärt Ihr Partner sich seine ständige Überforderung?

  32. Kelatenata sagt

    Ich stimme Ihnen bzw. Ihren Zeilen zu!
    Bin mit einem Burn-Outler liiert. Etwas zu kurz gekommen ist mir der Aspekt zu klären,
    welche Muster dahinter stehen, wenn ein Mensch sich selbst ständig überfordert. Nur wenn diese erkannt sind, ist Veränderung möglich. Was aber, wenn wie in meinem Fall, der Betroffene das Vorhandensein von Mustern grundsätzlich nicht für gegeben hält?
    Liebe Grüß

  33. Bianka Günther sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    nach einem Burnout/Erschöpfungssyndrom sowie Depressionen machte ich die Erfahrungen, mich selbst erkennen zu müssen und es wieder zulasse, ich selbst zu sein. Ein angstvoller und schwerer Schritt, aber er tut am Ende gut. Dabei half mir auch Ihr Buch „Ich kann auch anders“. Nun bin ich auf dem Weg der Besserung, dank der Hilfe meiner Familie, Freunde und Therapeuthen… Auch Veränderungen in meiner Arbeit waren nötig, aber befreiten mich von einer großen Last. So empfinde ich auch die 80/20% – Lösung als gutes Hilfsmittel.
    Vielen Dank für den tollen Artikel.
    B. Günther

  34. 7chris sagt

    Solche „Brigitte Psychotest“ sind von Ärzten und seriösen Psychologen nicht gerne gesehen. ABER: Sollten Sie 5 Fragen mit JA beantworten – überlegen Sie nicht lange auf Spaziergängen – gehen Sie sofort zum Arzt! Menschen die glauben ein Burnout zu haben, haben dies in 80% der Fälle auch. Meist ist es das Burnout dann schon sehr weit fortgeschritten.

    @ Herr Kopp-Wichmann: Burnout ist eine ernst zu nehmende Krankheit. Es ist mir unverständlich wie Sie als Psychologe so verharmlosend mit „gehen sie spazieren“ umgehen.

  35. Gerhard sagt

    Die Feststellungen „Aber die Ursache ist nicht außen.“ und „Die Ursache ist in Ihnen.“ sind nicht ganz schlüssig. Die Ursache für meine Burnout-Gefährdung ist jetzt sicherlich in mir. Aber wo kam sie denn ursprünglich her, wenn nicht von außen?

    Ich bin in den frühen 50er Jahren in einer Familie mit schwer kriegstraumatisierten Eltern aufgewachsen. Eine Erziehung im Sinne einer Vorbereitung auf das Leben war da kaum möglich. Wo sollte da beispielsweise die Fähigkeit zum konstruktiven Umgang mit den eigenen Grenzen herkommen? Wie sollte ich die Gestaltung eines sinnvollen Privatlebens erlernt haben? Außerdem gab es ständige existentielle Angst bei meinen Eltern, teilweise noch resultierend aus den Kriegserlebnissen, teilweise auch bedingt durch die reale Armut nach dem Krieg. Diese Angst habe ich „mit der Muttermilch“ tief aufgesogen. Das macht es ziemlich schwer, zu entspannen. Selbst während des empfohlenen 1/2stündigen Spaziergangs läuft das Kopfkino mit den existentiellen Ängsten.

    Ich habe mehrfach gelesen, dass gerade meine Generation überdurchschnittlich schwer von Burnout-Symptomen betroffen ist. Im Gespräch mit Gleichaltrigen stelle ich auch immer wieder fest, dass so etwas wie „Urvertrauen“ selten ist.

    „Aber die Ursache ist nicht außen“ greift also deutlich zu kurz, wenn auch heute (!) die Ursache in mir liegt. Heute kann ich an den Ursachen arbeiten. Das kann aber durchaus misslingen und es ist sehr wichtig, das zu akzeptieren. sonst kommen auch noch Gefühle der Schuld und Unzulänglichkeit dazu. Das kann ein Ausgebrannter am wenigsten gebrauchen.

  36. Ist wirklich der Druck immer größer geworden? Oder fehlen einfach Vorbilder, klare Regeln und gibt es zu viele Informationen?

  37. Guter Hinweis, danke.
    Wenngleich Burnout nur die besser klingende Bezeichnung für eine Erschöpfungsdepression ist, darf man das Problem nicht verharmlosen.

  38. Joachim sagt

    Eine unterschätzte psychische Erkrankung, die zu einen nationalen Problem ausgeartet ist. Insbesondere durch betroffene Prominente erregte das Syndrom immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien in der Vergangenheit. Neue Studien weisen sogar darauf hin, dass immer mehr Jugendliche von den Symptomen betroffen sind. Dies zeigt, dass unser heutiges Bildungssystem zuviel Druck auf unsere Schüler ausübt, sodass kein Freiraum mehr für private Erfahrungen bleibt. Das Resultat lässt sich, aber erst in einigen Jahren feststellen.

    Burnout bei Teenagern

  39. Vieles von dem Inhalt des Artikels kann ich aus meiner eigenen Praxis Erfahrung als Entspannungstherapeutin bestätigen und fast unterschreiben.
    Was ich allerdings ein wenig anders erlebe, sind die „schnellen“ Tipps.
    In meiner täglichen Praxis erlebe ich, dass sich durch Tiefenentspannung, verbunden mit Stimulation der Sinne, häufig sehr schnell eine erste Besserung der Symptome und Belastungen für die Betroffenen fühlen lässt. Natürlich ist es damit noch nicht getan. Ein Blick nach innen, hilft vielen Betroffenen die „hausgemachten“ Stressoren zu entdecken und das kostet natürlich weiter Zeit und vor allem die Bereitschaft an diesen „inneren Umständen“ etwas verändern zu wollen.

    und dennoch: Ich finde es ist schon viel gewonnen und erreicht, wenn ein Betroffener sich besser fühlt und die Belastungen schrumpfen. Dass die Erstbesserung so schnell eintritt, ist ein wertvoller Effekt, der den Blick nach innen oft sehr attraktiv und reizvoll für die Betroffenen werden lässt.

    Ich wünsche allen Betroffenen und auch den Therapeuten viele gute Gefühle, die eine Zusammenarbeit zu einem schönen Erlebnis werden lassen.

    Viele liebe Grüße aus dem Isartal,
    besser und besser,
    Gaba

  40. Hallo, ich bin auch selbständig…und merke manchmal das mir alles zu viel wird. Aber um der Gesundheit nicht zu schaden, mache ich auch verschiedene Entspannungstechniken! VG

  41. Hallo Peter,
    danke für den Filmtipp, den kannte ich noch nicht.
    Natürlich ist ein Burnout eine Depression. Es hat mit den noch immer weit verbreiteten Vorurteilen gegenüber allem, was mit „Psycho“ anfängt, zu tun, dass dieser Begriff so in Mode ist.
    Burnout klingt halt schicker als depressiv, was einen negativeren Beiklang für viele hat. Aber beides ist eine psychische Störung, übrigens die häufigste in Deutschland. Es ist eine psychische Erkrankung, das sieht man ja an den schlimmen Symptomen, dass das keine einfache Sache ist, die mit ein bißchen Kürzertreten zu regeln ist.

    Den einzigen Unterschied, den ich manchmal in der Praxis erlebe: die Depression kommt oft schleichend über Stimmungseintrübung, Antriebslosigkeit und Schlafprobleme. Der Burnout dagegen trifft die Menschen jedoch häufig völlig überraschend. Aber nur in ihrer eigenen Wahrnehmung, weil sich Burnout-Patienten über lange Zeit wahnsinnig zusammenreißen können und die Warnzeichen, die natürlich auch da sind, tapfer ignorieren und bagatellisieren. Für Außenstehende ist der Burnout oft wenig überraschend.

  42. @Tanja Handl – so unterschiedlich können Blickwinkel sein: für mich beschreibt der Artikel eindeutig, wie man der Burnout Gefahr entgehen kann.
    Vielleicht ist das schon ein Schritt raus aus der Gefährdungs-Falle?
    Schöne WE
    RR

  43. Der Artikel beschreibt sehr gut, wie man sich kaputt machen kann – und wie diese Selbstzerstörung teilweise sogar sang- und klanglos in der Arbeitswelt akzeptiert, wenn nicht sogar vorausgesetzt wird.

    Arbeitsorganisation kann natürlich vieles verbessern, aber das Wichtigste ist aus meiner Sicht, die eigenen Bedürfnisse gut zu kennen und sich selbst Achtung und Wertschätzung entgegen zu bringen – nur dann schafft man es meiner Erfahrung nach, im richtigen Moment „Stop“ zu sagen.

  44. Hallo Frank,
    wie Sie richtig schreiben, es ist nicht das Ausmaß der Arbeit, das den Burnout verursacht, sondern die Einstellung dazu. Burnout-Kandidaten können vor allem sich nicht selbst begrenzen, weil sie glauben, über unerschöpfliche Energien und Kraftreserven zu verfügen. Sie wissen zwar, dass andere Menschen Pausen zur Regeneration brauchen, empfinden denselben Umstand bei sich jedoch als Kränkung und versuchen, über Grenzen der Kraft, der Motivation drüberzugehen. Eine Weile kann das gut gehen. Aber über längere Zeit ist es ein Raubbau an Körper und Psyche, der sich irgendwann rächt.

    Leider lernen nicht alle, die einen Burnout erlitten haben, welche Lektion darin steckt und was sie in ihrem Leben ändern müssten, um dasselbe nicht wieder zu erleben.
    Danke für Ihren Kommentar.

  45. Ich würde sagen, der Artikel geht weit über das Thema Burn-Out hinaus. Mittlerweile kann sich doch fast jeder, der einen Bürojob ausübt, in den beschriebenen Prozessen wiederfinden. Daher würde ich soweit gehen und behaupten, dass es sich hierbei fast um einen Rundumblick zur modernen Arbeitswelt handelt. Dazu muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich echt beeindruckt bin, von den Inhalten.

    Als ich den Titel las, war meine erste Meinung: „Ja, Ja, heute sagt doch jeder das er einen Burn Out hat und es mittlerweile als Synonym für Müdigkeit im Allgemeinen verwendet wird.“ Auch war ich der Meinung, dass die westliche Welt einfach zu sehr verweichlicht ist und in vergangenen Epochen oder anderen Ländern viele Menschen deutlich mehr leisten müssen.

    Aber gerade das Thema Perfektionismus ist ein gutes Beispiel, wie Menschen sich selbst bis zur Selbstaufgabe für ihre Arbeit ausbeuten können. Da fällt mir gerade der Spruch ein: „Die Arbeit vermehrt sich in dem gleichem Maße wie man ihr Zeit zur Verfügung stellt“. Ich glaube so oder so ähnlich lautete der Spruch. Das hatte ich bei Kollegen bereits beobachtet, dass sie nicht nur ihre Pause sondern auch das komplette Wochenende für ihre Arbeit opferten. Dass die meisten Tätigkeiten im Büro einfach kein Ende haben, macht dieses Problem so einfach.

    Hoffnungsvoll und gut finde ich die Aussage: „Ich habe nichts gegen eine verstärkte Anstrengung für eine begrenzte Zeit“. Denn ab und zu kann man für die Erreichung ambitionierter Ziele auch mal ein Opfer bringen. Das Opfer heißt dann wohl Freizeit oder um sich selbst zu kümmern. Man sollte sich jedoch auch dessen bewusst sein, dass man ein Opfer bringt. Das macht es einfacher diesen Zustand nicht als Dauerzustand zu akzeptieren.

  46. Hallo Renate,
    Blogschreiben ist für mich tatsächlich keine Arbeit, weil mir die Sache selbst Spaß machen. Die Motivation kommt von innen und aus dem Tun. Das ist der beste Schutz vor dem Ausbrennen.
    Eine Arbeit zu haben, die einem Sinn und Befriedigung gibt, ist deshalb eine gute Sache. Aber das haben viele, die einen Burnout erleiden. Sie brennen für etwas und vergessen, dass sie manchmal auch Pausen brauchen zur Regeneration. Es sind gerade die Leidenschaftlichen, die von Burnout bedroht sind.

    Danke für Ihren Kommentar.

  47. Mir fehlt da doch ein Punkt: die Motivation zur Arbeit. Das hab ich doch auch hier bie Ihnen im Blog gelesen oder gehört: sie sprachen davon, dass sie gerade mit dem Laptop am Sonntag am Blog schreiben – was eigentlich Arbeit ist und Sie doch gerne machen…weil Sie es gerne machen.

    Wenn man so eine Arbeit hat, dann hat man kaum die Grenze mit den 8-12 h.
    Die einen müssen abends noch mal raus zum Kegelklub, andere „dürfen die Abwechslung und Sozialkontakte auf Arbeit geniessen“. Man kann aus Stress und Anstrengung auch so eine Menge Kraft schöpfen.

    Vielleicht machen wirklich heute viele Menschen einfach eine Arbeit, zu denen die Motivation, denen der Sinn, die Identifikation fehlt?

    Und im Übrigen ist mein Motto:
    PRObleme sind für mich da, sonst würden sie CONTRAbleme heissen.

    Frohes Schaffen
    RR

  48. ich selbst bin Programmierer für ein mittelständiges Unternehmen und habe nebenbei noch eine eigene kleine Firma am laufen. Und kenne somit den Stressfaktor ganz gut. Ich selbst fühlte mich auch oft ausgebrannt wenn ich wochenlang zusätzlich am Wochenende noch gearbeitet habe und in der Woche bis 21-22 Uhr. Und wusste so kann es nicht weitergehen. Nun arbeite ich nur noch Mo. – Do. und Freitags privat für mein eigenes Unternehmen und ab und an Sa. und seitdem geht es mir wieder persönlich besser. Sprich ich hatte den Stressfaktor einfach unterschätzt und nicht für ernst genommen. Und kann daher jeden nur raten sich Zeit für sich zu nehmen. Und Sport ist für mich zudem ein guter Burnout-killer.

  49. Hallo Maria,
    stimmt. Fast überall gilt „höher, schneller, weiter“. Egal ob es Sinn macht oder nicht.
    Da ist der Klassiker „Momo“ eine gute Erinnerung und möglicher Anstoß zur Rückbesinnung.
    Danke für Ihren Kommentar.

  50. Maria Johanus sagt

    Mich erinnert der Artikel stark an den Roman „Momo“ von Michael Ende, der schon 1973 erschienen ist. Die Thematik des Romans ist heute noch hoch aktuell. Schwierig ist es finde ich, sich gegen diesen gesellschaftlichen Geist, „Geld und Besitz anzuhäufen“, „Leben um zu Arbeiten“ bewußt entgegenzustellen.
    Der Satz: „Kinder, denkt an Eure Rente“, tönt aus allen Ecken. Das ist bei mir aber noch 27 Jahre hin, was dann in dieser Zeit passiert, weiß ich doch jetzt noch nicht. Man darf zwar seine Zukunft nicht aus den Augen verlieren, aber das Hier und Jetzt ist Teil der Realität, denn:
    „Alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist ebenso verloren wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden“ (Momo, Michael Ende, 1973)

    Maria Johanus

  51. Hallo lieber Herr Kopp-Wichmann

    ich kann Ihrem Artikel in jeder Abschnitt nur zustimmen. Er trifft in jeder Hinsicht. Burnout ist der Ausweg, aus diesem Schlamassel heraus zukommen. Eine Lösung des Konfliktes ist es nur bedingt. Der Körper und auch die Psyche „holt“ sich dann das, was ich nicht bereit bin zu geben. AUSZEIT. (unter anderem)

    Es sind meiner Meinung nach oft die inneren Konflikte, die ich habe. Die lassen es nicht zu, dass ich mich abgrenze, meine Einstellung ändere, meinen Perfektionismus und meine Art ablege, zwischen den Extremen hin und her zu pendeln. Wenn ich das einmal wirklich begriffen habe, kann ich eine Verhaltensänderung einleiten. Dazu muss ich mich aber mit mir selbst auseinandersetzen. Doch – wer tut das gerne? Die „Schuld“ (wenn man da überhaupt von reden kann) bei sich suchen? Wahrheit ist immer unbequem. Leider wird sie aber nicht besser, in dem ich sie verdränge.

    In der Arbeitswelt kann ich bestimmte äußere Umständen nicht ändern. Meine Kollegen, mein Chef – die bleiben das, was sie sind. ICH aber kann meine EINSTELLUNG zu ihnen ändern. Und das macht das Leben leichter.

    Ich kann hier nur für mich und anhand meiner Erfahrung sprechen, aber ich habe für mich einen anderen Weg gefunden, den einige Forumsmitglieder als „dyshemisch“ bezeichnen. Ich pendele mich gefühlsmässig in der Mitte ein. Ich habe gelernt, nicht immer nur auf den beiden „Beziehungsohren“ zu hören, sondern mehr auf der Sachebene. Ich „überhöre“ auch mal die „Appelle“ die mir jemand subtil unterschieben will.

    Und über Dinge, die es mir nicht wert sind, habe ich beschlossen, dass ich mich nicht mehr darüber aufrege und ärgere. Das betrifft auch die Dinge, die ich eh nicht ändern kann. Und die kratzen – im Gegensatz zu früher – mein Selbstwertgefühl nicht mehr an. Ich kann sie jetzt „links“ liegen lassen. Gelassen, aber immer noch achtsam mit mir selbst. Ich muss nichts, aber die anderen auch nicht. Ich kann heute sagen, der andere „darf“ das auch, aber ich vergesse mich selbst nicht dabei. Denn ich darf auch meinen Bedürfnissen und Wünschen folgen, ohne dass ich dabei ein Egozentriker bin. Und es ist lange kein Muss mehr, die Bedürfnisse der anderen als erstes zu berücksichtigen.

    Wir Menschen neigen – je nach erlerntem Verhaltsmuster – dazu, Gefühle oftmals in eine falsche Relation zur Situation zu stecken und ziehen entsprechen unsere (falschen) Schlüsse. Ich bin ein ALBERT ELLIS Fan und habe durch die ELLIS Methode viel über mich, mein Verhalten und meine Reaktionen auf bestimmte, innere Verhaltensmuster gelernt. Auch – wie ich manchen Gefühlen aus Situationen nicht mehr den Stellenwert einräume, den sie – oder auch meine Umwelt – fordern.

    Natürlich weiß ein jeder von uns, dass es manches Mal wirklich die äußeren Umstände sind, die nerven. Aber – ich nutze meine Ressourcen in den Zeiten, wo ich „frei“ habe. Ich arbeite auch ziemlich viel, aber ich bemühe mich um einen Balance zwischen der vielen Arbeit und den Dingen, die mir Spass machen. DAS ist unendlich wichtig.

    Der Artikel in Ihrem Blog ist – wie so oft – klasse. Danke dafür. Sie haben es auf den Punkt gebracht.

  52. Eine strukturierte Arbeitsmethodik und das überdenken und organisieren von Arbeitsabläufen können auf jeden Fall einiges für eine positive Arbeitsweise tun. Dazu muss man aber auch sich selber immer wieder in Frage stellen können. Auch für Unternehmen bringt es mehr wenn Sie motivierte Leute haben welche sich immer wieder abstimmen.

  53. Sie haben völlig recht, lieber Roland Kopp-Wichmann. Als Experte für Selbstwert und energetische Psychologie kann ich das voll unterschreiben.

    Ich fasse es immer so zusammen: Die Menschen spüren sich selbst nicht mehr. Innere Warnsignale werden – aus den von Ihnen geschilderten Gründen, und anderen – kontinuierlich ignoriert, bis es nicht mehr anders geht.

    Als Lösungsansatz arbeite ich da viel mit Techniken wie EFT, Sedona-Methode u.a., die vor allem auf ein emotionales Loslassen und eine Verbesserung der Selbstakzeptanz hinzielen.

    Die Resultate sind erstaunlich. Es geht also. Wir müssen nur die Menschen dazu kriegen, den ersten Schritt zu machen.

    Vielen Dank für den Beitrag, großartig geschrieben und so wahr! Herzliche Grüße!

  54. Hans-Jürgen Ohlwein sagt

    Sehr interessant; ich war Betroffener und kann das so voll unterschreiben!

  55. Daniela A. Caviglia sagt

    Guter Text, auch aus Sicht einer Ex-Burnouterin. Der Tipp mit dem alleine Spazieren gehen ist goldrichtig!
    Weiter so 🙂

  56. Guten Tag Herr Kopp-Wichmann,
    ich bin erst jetzt auf Ihre Seite gestoßen und arbeite mich noch durch. Selbst von einem Burn Out betroffen, suche ich nach Lösungen. Seit August bin ich krank geschrieben, auf verschiedene Medikamente eingestellt (von denen ich dringend weg möchte) und befand mich kurzzeitig in Psychotherapeutischer Behandlung. Kurzzeitig deshalb, weil die Therapeutin mich nicht weiter gebracht hat. 10 Sitzungen und keinerlei Ansatz wo und wie ich die Ursache aufspüren und ggf. ändern kann. Beim lesen Ihrer Seite ist mir aufgefallen das auch ich, ganz klassisch, die Ursache im Umfeld suche – und nicht in mir. Auf diesem Weg sage ich Ihnen Dank. Für neue Sichtweisen und Ansätze, die mich gewiss weiter bringen als jede bisherige Therapie.

  57. Roland Kopp-Wichmann sagt

    Hallo Führungskraft,
    meinen Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Einer solchen Verführung widerstehen nicht viele im voraus. Meist sieht man ja nur die tollen Möglichkeiten und übersieht den Preis dafür.
    Danke für Ihren Kommentar.

  58. Führungskraft sagt

    Danke für den tollen Beitrag. Er hat mich in meiner Entscheidung, die ich vor einigen Monaten zu treffen hatte, bestärkt. Für mich stand eine Beförderung an. Mehr Einkommen, aber auch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein breiteres Aufgabenfeld. Ich habe intuitiv dankend abgelehnt und bin noch heute froh über meine Entscheidung.

  59. Fortschritt heisst für mich weniger Arbeiten, mehr freie Zeit und mehr Einkommen.

    Burnout ist insofern ein riesiger Rückschritt in die Steinzeit, wo die Menschen vermutlich mehr freie Zeit hatten, als manche *Führungskraft*.

  60. Roland Kopp-Wichmann sagt

    Hallo Mario,
    ja, manchmal braucht es einen solchen Schlag vor den Bug, damit man aufwacht und begreift, dass das Leben nicht unendlich ist und man vieles nicht aufschieben kann.
    Aber bei vielen nützt auch das nichts. Ähnlich wie der Warnhinweis auf der Zigarettenpackung.
    Freut mich, dass Sie die Kurve noch gekriegt haben.

    Danke für Ihren Kommentar.

  61. Riester Rente Vergleich sagt

    Wieder mal ein toller Beitrag und ein tolles Jahr zu Ende! Ich wollte mich bei Dir für die unterhaltsamen aber auch informativen Beiträge bedanken und wünsche dir ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich fahre jetzt erstmal in Urlaub! Bis denne…

  62. Hallo und guten Tag!

    Erstmalig bin ich mit dem Burnout-Syndrom in einer sehr negativen Form vor einigen Jahren konfrontiert worden, als ein Trainerkollege morgens nicht ins Trainingszentrum kam und sich dann herausstellte, dass er auf dem Hotelzimmer einen Schlaganfall erlitten hatte und leider verstorben war.
    Das war der Wendepunkt für mich, der ich zu der Zeit über 60 Stunden von montags bis samstags gearbeitet hatte, da ich nicht wollte, dass auf meinem Grabstein einmal steht: „Arbeit war sein Leben, nie hat er gelebt!“
    Ich kann heute von mir sagen, dass ich eine Balance gefunden habe zwischen Arbeits- und Privatleben. Natürlich ist das nicht immer leicht gewesen, aber wenn man sich erst mal klar macht, dass das letzte Hemd keine Taschen hat, ist das Antrieb genug.
    In diesem Sinne allen eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit.

    Mario Carla

  63. Vielen Menschen fehlt die Einsicht für das „Große und Ganze“. Es ist nicht nur der Job in dem sie eine Rolle einnehmen, aber nicht verstehen wozu sie wirklich einen Beitrag leisten. Jeder lebt in seiner eigenen kleinen Welt, hat seine eigenen Ansichten ( „Was ist richtig, was ist falsch etc“). Begriffe wie „burnout“ werden meiner Meinung nach in Relation zur Entwicklung und verstreichenden Zeit neu definiert. Die Zeiten ändern sich, die unterschiedlichen Probleme ziehen trotzalledem immer noch vergleichbare Konsequenzen mit sich.
    Der einzige Weg, um sich wirklich vor einem „Zusammenbruch“ seiner eigenen Werte und Ansichten zu schützen ist, so früh wie möglich seinen Horizont zu erweitern. Man muss verstehen, was es bedeutet „sich auf das Wesentliche“ zu konzentrieren. Vielmehr muss man sogar Einsicht erlangen, was es bedeutet, sich auf eine „Sache“ konzentrieren zu können, so wie es im Zen-Buddhismus schon seit Jahrtausend gelebt wird („Wenn ich esse, dann esse ich.“ „Wenn ich Schach spiele, dann spiele ich Schach“…

    „Ein Burnout ist oft die Lösung. Das Problem liegt ganz woanders“.

    Ich finde, dass hier ganz klar gesagt werden muss, dass es abhängig vom jeweiligen Typ Mensch ist. Jeder hat andere Probleme, jeder macht sich seine eigenen Probleme. Im Wandel der Zeit sollten wir unser Hauptaugenmerk also darauf legen, das wir verstehen, wie wir diesen Problemen entgegenwirken können, denn jedes Problem ist relativ. Wenn wir verstehen, dass wir durch unser Denken diese Probleme erzeugen, verstehen wir auch, dass wir anders denken müssen, um diese nicht zu erlangen.

    Think positive

    MFG, Chris

  64. Tara sagt

    Ja.
    Worauf es ankommt, ist, sich selbst zu erforschen.
    🙂

  65. Roland Kopp-Wichmann sagt

    Hallo Dirk,
    so ist es nun auch wieder nicht. Es gibt ja auch positiven Stress. Und etliche der Fragen zielen ja auf Antriebslosigkeit, der erlebten Ohnmacht und Aussichtslosigkeit. Das sind nicht allein Zeichen für Stress, sondern für einen möglichen Burnout.

    Danke für Ihren Kommentar.

  66. Leider gibt es kaum jemand, der ohne Stress lebt. wahrscheinlich alle antworten positiv auf diese 21 Fragen..

  67. Was bringt es nach 40 Jahren Berufstätigkeit irgendwann festzustellen, dass man nicht gelebt hat? Gerade mit den Berufen aus den neuen Medien wird eine ausgeglichen Work-Life-Balance immer schwieriger.

    Viele Grüße,
    Peter

  68. Roland Kopp-Wichmann sagt

    Hallo Tara,
    ich habe über Ihren Kommentarspruch gegrübelt und bin mir nicht sicher, ob ich ihn richtig verstanden habe. Meinten Sie, dass der Weise durch den Ehrgeiz unglücklich und dadurch geheilt wurde?

  69. Tara sagt

    Der Weise wird vom Ehrgeiz durch den Ehrgeiz geheilt. 🙂
    Nettes Foto.

  70. Roland Kopp-Wichmann sagt

    Hallo Petra,
    Perfektionismus setzt die Prioritäten innen, meist durch zu hohe Ansprüche. Wenn man diese Ansprüche für kurze Zeit erfüllt, ist man zufrieden. Aber nur kurz. Ansprüche befriedigen nicht, sie treiben einen an. Was einen zufrieden macht, ist das Spüren und mögliche Erfüllen von Bedürfnissen. Das geht aber oft nur in der Gegenwart. Perfektionisten leben aber vor allem in der Zukunft.

    Danke für Ihren Kommentar. (Einen schönen Blog haben Sie da!)

  71. Als Unternehmerin mit vier Kindern möchte man es natürlich allen Recht machen und überschätzt seine Kräfte. Der Perfektionismus läßt einen falsche Prioritäten setzen. Ich hatte noch Glück und war nur 6 Wochen krank, aber seit dieser Zeit sind die Prios neu gesetzt. Aber tatsächlich gibt es Gäste, die nicht mehr zu Besuch kommen, weil es nicht ausreichend aufgeräumt ist. Auch Freund und Feind lernt man in dieser Zeit gut kennen.

  72. Hansdieter Matthes sagt

    Ich habe lange in der IT gearbeitet – als Programmierer, EDV-Organisator sowie als angestellter und selbständiger IT-Unternehmensberater.

    Der Grund für Stress, Burnout-Gefühl und mitunter sogar Flucht in den Suff ist nicht primär fehlende Entspannungstechnik, sondern chaotische Vorgehensweise wegen mangelhafter Arbeitsmethodik. IT-Fachleute haben zwar meistens exzellentes IT-Know-how, aber von Selbstorganisation keine Ahnung. Methodik ist ihnen ein richtiger Graus. Die Folge ist permanenter Zeit- und Problemdruck.

    Meine Beobachtung aus der Praxis!

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