Wer braucht eine NLP-Ausbildung – und wozu?

Kommentare 22
Methoden / Persönlichkeit

Wie Sie mit NLP besser kommunizieren und Ihre Ziele erreichen.

gesicht_po-it_xs_vlorzor - Fotolia

Meine eigenen Erfahrungen mit NLP reichen dreißig Jahre zurück. Damals war ich in einer kleinen Gruppe, in der Gunther Schmidt und Bernhard Trenkle  Seminare mit Schülern des berühmten Hypnotherapeuten Milton Erickson organisierten, der damals aber nur Eingeweihten bekannt war.

So lernte ich als älterer Psychologiestudent (27 Jahre) lernte ich fünf Jahre Hypnotherapie bei Jeff Zeig, Carol und Steve Lankton,  Steve Gilligan, Paul Carter und vielen anderen, die damals in Europa völlig unbekannt waren und mittlerweile einen großen Namen in der Szene haben.

Etwa um 1975 kursierte ein Buch herum, das „The structure of magic“ hieß, in dem zwei bis dato unbekannte Autoren, Richard Bandler und John Grinder, angeblich herausgefunden hatten, was berühmte Therapeuten so erfolgreich macht.

Sie hatten Milton Erickson, Virginia Satir u.a. bei ihrer Arbeit beobachtet und bestimmte Muster wirksamer Kommunikation erkannt und dies in eine Form gebracht, die man anderen Menschen beibringen kann – eben die Struktur der Magie.

Das Buch schlug damals bei Psychotherapeuten, die für neue Methoden offen waren, ein wie eine Bombe. Wir achteten in Gesprächen verstärkt auf die Augenbewegungen, produzierten reihenweise „moments of excellence“ und untersuchten unsere Metaprogramme.

 

Was kann man von NLP heute noch lernen?

Generell geht es im NLP um drei Anwendungsbereiche der Veränderung:

  • lästige oder unerwünschte Verhaltensweisen bei sich selbst zu verändern,
  • limitierende Einstellungen und Glaubenssysteme durch passendere Einstellungen zu ersetzen
  • die Kommunikationsfähigkeit nach innen (mit sich selbst) und nach außen (mit anderen) zu verbessern.

Beim Schreiben dieses Artikels wurde mir bewusst, wie viel meines therapeutischen Hintergrunds auch heute noch auf den Grundannahmen des NLP beruht:

1. Die Bedeutung einer Kommunikation ergibt sich aus der Reaktion, die sie beim Empfänger hervorruft – nicht aus der Absicht des Senders. Der Satz war damals revolutionär. Und überraschend ist er für manche Menschen heute noch. Lädt er doch die Verantwortung für Missverständnisse nicht beim Empfänger ab, sondern der Sender muss sich an die eigene Nase fassen. Er ist dafür verantwortlich, dass seine Botschaft so kommuniziert wird, dass sie vom Empfänger verstanden wird.

2. Die Landkarte ist nicht die Landschaft.
Einer der wichtigsten Sätze, mit denen ich arbeite. Er beschreibt in kurzer Form, dass wir unsere Realität selbst erschaffen. Hier ein Blogartikel von mir …

3. Jedes Verhalten ist in irgendeinem Kontext nützlich.
Auch dieser Satz hat eine enorme Bedeutung. Widerlegt er doch die Einstellung, dass es im menschlichen Fehler, Faulheit oder Dummheit gibt. Sondern jedes Verhalten ist immer das Beste, das einem Menschen zur Verfügung steht.

4. Wenn das, was Du tust, nicht funktioniert, tu etwas anderes.
Das ist ja der Gegensatz zu „Never change a running system!“ Aber es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen dasselbe tun, obwohl es nicht das gewünschte Ergebnis bringt. Zum Beispiel, wenn sich Frauen immer in denselben Typ Mann verlieben (oder umgekehrt).

Im NLP geht es viel um das Erreichen seiner Ziele. Deshalb ist es hilfreich, bei jedem Schritt zu prüfen, ob er einen dem Ziel näher bringt.

 5. Ein neuer Begriff von Trance.
Früher war der Begriff „Hypnose“ ja etwas suspekt. Man dachte an peinliche Auftritte bei Bühnenhypnosen, an angebliche Erinnerungen während einer Reinkarnationsssitzung oder an ernste Männer in weißen Kitteln, die einen dazu bringen wollten, mit den Augen ein schwingendes Pendel zu verfolgen.

Mit Erickson und auch durch NLP wurde der Begriff der „Alltagstrance“ populär. Der erklärt, dass wir im Grunde den ganzen Tag in verschiedenen Trancezuständen sind und hypnotische Phänomene nichts Besonderes, sondern die Regel sind:

  • Freitagmorgen auf der Fahrt ins Büro bedient unser innerer Autopilot den Wagen – und wir sehen uns schon im Wochenende beim Wandern (positive Halluzination).
  • Der Chef ermahnt uns wegen eines dummen Fehlers, wir fangen an zu stottern, werden rot und fühlen uns ganz klein (spontane Altersregression).
  • Vor einer schwierigen Aufgabe warnt unser innerer Kritiker immer wieder „Das schaffst du nie. Lass es bleiben. Das wird nichts …“ Und tatsächlich, nach einer Weile verlieren wir den Mut, machen dumme Fehler und geben auf (erfolgreiche Selbsthypnose).

Hier ein erster Eindruck aus einem Vortrag von Stephan Landsiedel, wie man NLP für sich selbst nutzen kann:

 

 

Für wen ist NLP heute nützlich?

NLP ist vor allem eine Sammlung von sehr brauchbaren Werkzeugen, das in den verschiedensten Kontexten angewendet werden kann. In der Anfangszeit war dies vor allem der therapeutische Bereich, was auch heute noch gültig ist. Viele Heilpraktiker, Mitarbeiter im Krankenhaus oder in der Pflege haben sich in NLP weitergebildet, um mit Patienten und Angehörigen besser umzugehen.

Die größte Verbreitung hat NLP im beruflichen Umfeld. Denn es kann enorm helfen, bei Gesprächen, in der Führung, im Verkauf, in Projekten, in Besprechungen oder in anderen Bereichen seine Kommunikation maßzuschneidern. Generell geht es darum:

  • Schaffung und Verfeinerung des Kommunikationsverständnisses
  • Sensibilisierung auf nonverbale und verbale Signale des Gegenübers
  • Ressourcen und Zustände bei sich selbst und beim anderen schnell aktivieren zu können
  • Besser mit Kunden, Kollegen und Mitarbeitern zu kommunizieren

Daher findet NLP heute Anwendung in so unterschiedlichen Bereichen wie  Gesundheitswesen, in Beratung und Psychotherapie, im Coaching, in der Wirtschaft, (z. B. Personalentwicklung, Führung, Verkauf), in der Persönlichkeitsentwicklung sowie in Schulen und in der Pädagogik.

Ich habe viele Jahre als Vertriebstrainer gearbeitet und war zum Beispiel immer wieder überrascht, wie sehr viele Verkäufer davon ausgehen, dass der Kunde genauso denkt und Informationen verarbeitet wie man selbst.

Ein einfaches Beispiel.

Präsentiert man einen Lösungsvorschlag, macht es einen großen Unterschied, ob man dies so formuliert, dass es dem bevorzugten Repräsentationssystem des Gegenübers entspricht, man also eine der drei Formulierungen wählt:

  • „Wie sieht dieser Vorschlag für Sie aus?“ (visuell formuliert)
  • „Wie klingt dieser Lösungsvorschlag für Sie?“ (auditiv formuliert)
  • „Wie fühlt sich dieser Vorschlag für Sie an?“ (kinästetisch, gefühlsorientiert formuliert)

Mit NLP gelingt es leichter, individuelle Strategien für die unterschiedlichsten Ziele zu entwickeln und zu optimieren. Durch einen guten Rapport kann man zum Beispiel schneller Glaubwürdigkeit und Empathie beim anderen aufbauen . Die Denk- und Entscheidungsmuster des anderen früh zu erkennen hilft, die gemeinsame Kommunikation zu verfeinern und zielgerichteter zu führen.

Auf diese Weise können Führungskräfte Zielvereinbarungen verbessern und Mitarbeitergespräche, in denen es um Problemlösung, Kritik oder Motivation geht, durch die ausgefeilten Kommunikationsansätze des NLP differenzieren und optimieren.

 

Ist NLP nicht blanke Manipulation?

nlp_gehirn_thinglass - FotoliaNLP, die Abkürzung steht für „Neurolinguistisches Programmieren“, hat zuweilen keinen guten Ruf. „Manipulation!!“ rufen einige. Und tatsächlich erhoffen sich etliche Teilnehmer von NLP-Kursen oder NLP-Ausbildungen einen schnellen Zugang zum Unbewussten ihres Gegenübers.

Dieser Vorwurf wurde in Zusammenhang mit verschiedenen NLP-Techniken immer wieder erhoben. Denn gerade Methoden, die es ermöglichen, mit dem Unbewussten des Gegenübers zu kooperieren, scheinen dieses Verdacht zu bestätigen. Und dass es vor allem Menschen aus dem Business-Bereich sind, die NLP-Kurse besuchen, scheint das Urteil zu bestätigen.

Ich sehe das eher pragmatisch.

Kommunikation ist immer Manipulation – im Sinne von Beeinflussung. Wenn Sie mir eine Frage stellen, „manipulieren“ Sie mich, Ihnen zu antworten. Wenn ich Ihre Frage nicht beantworte, falsch verstehe, mich dumm stelle, beeinflusse ich ebenso Ihre Gefühle und Gedanken.

Stephen King, jeder andere Thriller-Autor sowie jeder gute Filmregisseur sind somit Meister der Manipulation. Denn diese Menschen wissen genau, welche Mittel sie einsetzen müssen, um unsere Gefühle anzusprechen. Bei mancher Folge des „Tatorts“ im Fernsehen wünsche ich mir, der Drehbuchautor würde etwas mehr wissen, wie man Spannung beim Zuschauer manipulieren kann.

 

Wo können Sie sich über NLP informieren?

Da NLP kein geschützter Begriff ist, kann praktisch jeder NLP-Seminare und Ausbildungen anbieten. Es gilt also, genau hinzuschauen, wenn man ein seriöses Angebot sucht. Ich kann zwei Ausbildungen empfehlen.

Die eine stammt von meinem Podcast-Kollegen Hans-Jürgen Walter. Seit 1990 trainiert er v.a. Führungskräfte aus dem Mittelstand, die ihre Kommunikation wirkungsvoller gestalten wollen. Hier seine Website dazu.

Vorab können Sie sich in über siebzig Podcast-Folgen, die er produziert hat, über NLP und seinen Ansatz kostenlos informieren.

Ein weiterer renommierter Anbieter, von dem mir Teilnehmer gute Erfahrungen berichtet haben, ist Stephan Landsiedel (Werbelink). Er ist mit über 40 Standorten der größte Anbieter in Deutschland für NLP-Seminare und –Ausbildungen.

Rückblickend, ich werde im November 65 Jahre alt, gibt es zwei Ausbildungen, die mein Leben stark geprägt und positiv verändert haben.  Die eine war das HAKOMI-Training, in dem ich den Nutzen der Achtsamkeit bei Veränderungsprozessen kennenlernte. Die andere war NLP.

 

kommentar Welche erfahrungen haben Sie mit NLP gemacht?

PS: Wenn Ihnen dieser Beitrag gefiel, dann sagen Sie es doch bitte weiter: auf Facebook, Twitter oder per Email.

… oder schreiben Sie einen Kommentar.
… oder abonnieren Sie neue Beiträge per Email oder RSS.

Foto: © – Fotolia.com, istock.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

22 Kommentare

  1. Martin sagt

    Selbst 15 Jahre nach meiner NLP Master Practitioner-Ausbildung besteht für mich kein Zweifel, dass NLP wirksam ist und für viele Menschen eine Bereicherung darstellen kann. Mir sind die Diskussionen um die Glaubwürdigkeit von NLP bekannt. Meiner Meinung nach war es trotzdem eine meiner besten Investitionen in meinem Leben und ich möchte es nicht mehr missen.

    Ich würde es gerne weiter ausbauen. Dennoch gerate ich ins Schwanken, wenn es darum geht einzuschätzen, ob es sich heute noch geschäftlich lohnt, eine NLP-basierte Coaching-Ausbildung anzustreben, die hier vor Ort immerhin bis zu 5000-6000 Euro (nlp-professional) kosten kann – oder ob sein Ruf nicht bereits zu sehr gelitten hat, um mit NLP alleine überhaupt ein florierendes Geschäft aufbauen zu können, sofern es nicht Coaching-Ausbildungen sind, die man anbietet…

  2. Ich möchte mich vor allem dem letzten Teil gerne anschließen. Ich habe das Trainer’s Training bei John Grinder gemacht und es hat mich als Mensch weitergebracht. Die ersten Schritte waren bereits kurz nach dem Abschluss zu erkennen, meine größten Entwicklungsschritte haben sich aber erst nach einem halben bis Dreiviertel Jahr eingestellt.

    Für mich ist die Grundidee des NLPs ja Modelling so sehr faszinierend. John hat dazu ein 5-Step Format gegründet, anhand dessen ich auch beim Leistungssport, ich bin selbst als Fechter tätig und habe als Ziel eine Medaille bei den nächsten Olympischen Spielen zu gewinnen, da ist diese Fähigkeit unglaublich wichtig.

    Auch seine als New Code weiterentwickelte Form von NLP ist für viele Menschen, denen es um High Performance geht sehr ratsam.

    Danke für diese gute Einführung.

    MFG
    Johannes

  3. Marcel Chernèl Clauss sagt

    NLP kann sehr mächtig sein in den richtigen Händen bzw. Köpfen.

    Mir hat NLP ein neues Leben gegeben und geschenkt.
    Ich wusste, dass die Psychologie nicht einfach das Ende sein kann, sondern da müsste es noch etwas geben was tiefer ist…und das ist NLP.

    Die Fähigkeit einen ganzen Planeten zu vernichten, ist nichts gegen die Stärke, die das NLP verleiht.

    Und zum Thema Manipulation:

    Die Manipulation kennt zwei Varianten:
    Die negative Manipulation und
    Die positive Manipulation.

    Manipulation hört sich immer so
    negativ behaftet an, aber man kann auch eine Person durchaus positiv Manipulieren.

    Hierzu bedarf es eigentlich kein Beispiel weil müsste eigentlich klar sein.

    Mit freundlichen Grüßen
    Marcel Chernèl Clauss

  4. Seit 2013, als ich hier meinen Kommentar zu NLP abgegeben habe, ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen, warum GENAU – typische NLP-Formulierung, gell – NLP mein Leben, meine Welt- und Selbst-Wahrnehmung dermaßen nachhaltig und radikal verändert hat. Das Selbe – allerdings noch radikaler – passierte mit dem Einstieg ins Philosophische Denken; hinter diese „Grenzüberschreitung“ der Erkenntnis gibt es kein Zurück.

    Erst Kant hat mich drauf gebracht, was es war: Es kommt auf die Vorannahmen an.
    Die Methoden sind (mir) fast nebensächlich, geändert haben sich meine Vorannahmen. Wenn ich GLAUBE oder versuchsweise ANNEHME, es gibt mehr als eine LÖsung, die Landkarte ist nicht das Gebiet etc., bzw.in der Lebenskunst z.B.: Das Leben ist und bleibt polar, die Kunst besteht darin, sich zwischen den Polen ein spannendes Leben zu machen!, dann ändert das meine ganze Wahrnehmung, meine Erwartungen, mein Denken und Handeln.

    In kurz und dirty hieße das: Ändere deine Vorannahmen, und du änderst – fast automatisch – dein Leben. Fakt (?) ist, dass das mit NLP entschieden schneller geht als mit einem Philosophiestudium oder X Jahren Gesprächstherapie. Auch deshalb möchte ich als Coach die NLP-Ausbildung keinesfalls missen!

    WELCHE WErkzeuge wir benutzen, ist EIN Wirkfaktor; WIE wir Werkzeuge benutzen, zu welchem Zweck, mit welcher Haltung, der andere. Das trifft nicht nur auf NLP, sondern auf jede Art von Werkzeug zu; auch mit einem Holzkreuz sind schon Menschen erschlagen worden.

    Beste Grüße aus Bielefeld
    Maria Ast

  5. Mit NLP-Techniken kann man Menschen manipulieren und das geht recht einfach. Eine NLP-Ausbildung hingegen sollte nicht nur unter dem Aspekt des Erlernens von Manipulationstechniken gesehen werden, sondern die Methoden diesen zur Kommunikationsverbesserung und, im therapeutischen Umfeld sinnvoll eingesetzt, kann man Menschen damit helfen.

    Natürlich kann man diese Techniken, die vor der Begriffsfindung „NLP“ auch schon existierten, geschickt einsetzten. Dies erkennt man gut bei Politikern und bei Nachrichtensprechern. Kennt man die „Tricks“, ist es einfacher, sich nicht davon beeinflussen zu lassen.

    Ich habe einmal eine Rede von Barak Obama, eine von Frau Dr. Merkel und ein Nachrichten-Intro von Claus Kleber genauer angeschaut.
    http://hypnosis-praxis.de/2015/10/manipulation-in-medien-politik-und-verkauf-der-ja-faktor/

    Grüße

    Ulrich

  6. John sagt

    es gibt in der Psychologie bezüglich NLP ein gutes Urteil: Nlp ist in den 70er Jahren entwickeln worden und ist in den 70er Jahren geblieben. NLP war nie interessiert daran, seine Behauptungen einer wissenschaftlichen Überprüfung zu unterziehen – aus gutem Grund. NLP ist eine willkürliche Ansammlung von Methoden ohne Zusammenhang und tiefgreifender Perspektive. Es beruht hauptsächlich auf Behauptungen und weigert sich, diese zu überprüfen. Aus gutem Grund: Geht man mit Verstand an die Sache, fällt NLP zusammen wie ein Kartenhaus. Das einzige, womit seine Vertreten punkten können, ist hervorragendes marketing. Dahinter aber ist nicht weiter, als heiße Luft. Doch dir marketing skills sind hervorragend und der Glauben von unwissenden Kursteilnehmers sind die einzige Elemente, die für den Erfolg von Nlp verantwortlich sind. In der wissenschaftlichen Psychologie redet seit Jahrzehnten niemand mehr von Nlp: Aus guten rationalem Grund. Wer Nlp in Schutz nimmt, steht nicht auf dem Niveau der aktuellen Forschung

  7. NLP ist eine Frage der Einstellung. Es kann negativ und positiv eingesetzt werden. So wie alles in der Dualität, nur bei NLP schwingt immer das Thema Manipulation mit. Manipulation hat in Deutschland einen negativen Beigeschmack. So wie ich NLP gelernt habe kann ich nur sagen, das kein ausgebildeter Coach oder Trainer den ich kenne eine Veränderung herbeiführen würde, welche gegen den freien Willen einer Person verläuft. Im Privatleben oder Berufsleben, da wo die Probleme entstehen, wird negativ manipuliert. Das bedeutet, wenn die Menschen NLP lernen würden, könnten diese auch die Manipulationen erkennen.
    Generell ist NLP vielmehr ein Werkzeugkasten mit erstklassigen Methoden zur Veränderungsarbeit, wenn sich jemand verändern will. Auch Behauptungen wie NLP wäre zu kopflastig und wirkt nicht in den emotionalen Bereich, hat wahrscheinlich noch nie einen Timeline Reimprint erlebt oder durchgeführt. Vielleicht kann sich derjenige auch nicht assoziieren.

    Viele Grüße

    Michael Büchler

  8. Danke für den differenzierten Artikel zu NLP.
    Als ich Anfang der 90iger eine Zeitungsanzeige zu einem Info-Abend schaltete, meldeten sich doch tatsächlich auch Neurologen. Seitdem hat sich viel getan, aber ein klares Bild gibt es immer noch nicht und das ist vermutlich auch gar nicht möglich. Eine wesentliche Stärke des NLPs, ist sicher der die strukturelle Herangehensweise an Bewusstseinsinhalte, also das, was man mit Struktur statt Inhalt kennt.

  9. Vielleicht haben wir alten Hasen einfach Glück gehabt, dass wir NLP in einer Zeit lernten, wo man noch einige der alten Meister erleben konnte und ihnen der Erfolg noch nicht zu Kopf gestiegen war. Ich habe später nochmal Richard Bandler erlebt. Es war nur furchtbar. So als hätte sein Ego das dreifache seines Körpergewichts eingenommen.

  10. Hallo lieber Roland,

    herzlichen Dank für Deine Darstellung des NLP. Eine Sichtweise auf das NLP lautet: NLP beschäftigt sich mit dem subjektiven Erleben des Menschen. Und dies schliesst NLP ja selbst nicht aus – auch es wird von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich wahrgenommen – je nach Vorerfahrung, Werterhaltung, Glaubenssätze. Hinzu kommt der nicht unwesentliche Faktor wo ich NLP lerne. Wenn ich meine „“Lehrmeister“ der letzten 20 NLP-Jahre im Rückblick betrachte (K. Grochowiak, R. Bandler, W. Woodsmall, R. Dilts) dann habe ich bei jedem eine etwas andere Sichtweise kennen- und schätzen gelernt. Und ich schliesse mich Dir gerne an – von all meinen Ausbildungen zählten meine NLP-Ausbildungen zu jenen, die mich in meiner Persönlichkeit am meisten prägten.
    Liebe Grüsse
    Dein Hans-Jürgen

  11. Die Haltung kann man zwar vorstellen, aber um sie zu übernehmen und zu integrieren, braucht es meiner Meinung nach viel Erfahrung, vor allem auch mit schwierigen Situationen und echten Klienten. Auf dem Seminar, wo alle willig sind und auch schon wissen, worauf es ankommt, kann man sich da schnell Illusionen machen.
    Außerdem ist regelmäßige Supervision für die schwierigen Klienten hilfreich. Da lernt man am meisten, wo die eigene Haltung bedroht wird.

  12. Ich stimme in den Chor der Vorkommentatoren ein: Endlich sagt mal jemand wieder was Positives zu NLP.

    Ohne NLP wäre ich nicht (spätberufener) Coach geworden. Als ich auf der Suche nach einer guten Coachingausbildung war, besuchte ich drei Infoveranstaltungen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können und rückblickend das Dilemma abbilden, was den Ruf von NLP angeht:

    Eine – weniger bekannte – aber seriöse, solide Ausbildung.
    Die andere: Noch schwer mit dem „Ich mache dich reich und berühmt“-Nimbus im Ton.
    Die dritte: Eine typische Tschakka-tschakka-Show, mit zwei Erfolgsgurus, höchst manipulativ, aggressiv in der Anwendung von NLP-Tools. Und wenn Mensch erst mal im Loch sitzt, doch irgendwie waaaaaaahnsinnig beeindrucke. Ich habe die seriöse gewählt. Dennoch, die Verführbarkeit war da!

    Das Wichtigste war in der Ausbildung zum NLP-Master dann auch nicht die Tools, sondern, ähnlich wie schon beschrieben, die inneren Haltungen und Sichtweiten und Sicherheiten, die neu gemischt wurden, die Ressourcensichtweise, die bewusste Nutzung von Worten.

    Der Mensch kann selbst eine Gabel zum Töten benutzen und mit einer Kuscheldecke jemanden ersticken. Jedes kann zum Wohl oder Un-Wohl von Menschen genutzt werden. NLP – und es IST und hat machtvolle „Instrumente“ – ebenso.

    Und da setzt eben das an, was mir wichtiger ist als alle Tools: Mit welcher HALTUNG tue, nutze, benutze ich etwas? Ich kann es bewusst manipulativ tun. Und dann finde in Manipulation ü-ber-haupt nicht mehr witzig. Ich finde, Menschen die über welche Machttools verfügen haben vor allen Dingen eins: die Pflicht, damit verantwortlich umzugehen.

    Diejenigen, die es nicht tun, sorgen dann für das schräge und negative Bild von NLP.

    Herzliche Grüße

  13. Hallo Herr Heins,
    das mit der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit ist halt so eine Sache bei den psychologischen Tätigkeiten.
    Für die Verhaltenstherapie gibt es ganz viele Studien. Vor allem auch deshalb, weil sich die Interventionen dort leicht unterscheiden und operationalisieren lassen. Für ein hochkomplexes Geschehen wie eine psychoanalytische Behandlung geht das nicht. Was aber nicht beweist, dass Psychoanalyse nicht wirksam wäre.

    Auch Familien- und Systemaufstellungen sind hochkomplex mit vielen Variablen, die sich gar nicht messen lassen. Wer das aber mal mitgemacht hat und dem es geholfen hat, vermisst keinen Studienbeweis.

    Auch für meinen eigenen Arbeitsstil stelle ich es mir schwierig vor, wollte ein Forscher festlegen und untersuchen, was ich in meinen Seminaren genau mache.

  14. Jochen Heins sagt

    Leider wird mit pseudowissenschaftlichem Getue mancher NLP Vertreter (teilweise absoluter Wahrheitsanspruch) hier viel Porzellan zerschlagen. Schon die Namensgebung „Neuro“ suggeriert Wissenschaftlichkeit, dabei werden keinerlei neurologische Erklärungen in der NLP geboten. So gilt z.B. auch die „Augenbewegungshypothese“ wissenschaftlich als widerlegt. Hier ist der WikiPedia-Artikel sehr aufschlussreich, insbesondere http://de.wikipedia.org/wiki/Neuro-Linguistisches_Programmieren#Kritik. Schön, Herr Kopp-Wichmann, dass Sie hier an passender Stelle den Artikel zur Selbstkonstruktion des Weltbildes hinzugefügt haben.

    Als Kommunikationsmittel plädiert NLP allerdings auf mehr Achtsamkeit zum Gegenüber. Dies wird Kommunikation in der Tat verbessern. Da kann auch ich mitgehen.

  15. Einem Gerücht zufolge soll Erickson, der Wortspiele liebte, die beiden Autoren ja auch „Bandit and Swindler“ genannt haben.
    Seine Kritik stimmt sicher aber niemand konnte wirklich erkennen, was Erickson während seinen Therapien alles macht. Ich habe Videobänder von ihm zum Teil zehnmal hintereinander angeschaut und entdeckte immer wieder was Neues. Und das galt für jede Viertelstundensequenz.

  16. NLP war für mich der Einstieg dazu, mein bisheriges Weltbild zu verändern. Die Verantwortung für mein „so sein“ selber zu übernehmen. Da Bandler und Grinder sich der damals erfolgreichsten Therapeuten und deren Therapiemethoden bedienten (Fritz Perls, Virginia Satir, Milton H. Erickson usw.) liegt es für mich nahe, nicht nur die Nussschale (Erickson sagte (sinngemäß), „wenn Bandler und Grinder glauben, sie haben meine Methode verstanden, sie haben lediglich die Nussschale (Nutshell) dessen erkannt.“ ) zu kennen, sondern sich durchaus auch mit den anderen Methoden auseinander zu setzen. Aber die Bandbreite gefällt mir bei NLP sehr gut.

  17. Das deutsche Taschenmesser stammt aus meiner Sicht von Friedemann von Schultz von Thun. Seine Werkzeuge (4-Ohren-Modell, Wertequadrat, Inneres Team) waren für mich genauso wichtig wie NLP.

  18. NLP ist anscheinend noch immer das Schweizer Taschenmesser der Kommunikation. Und wirkt.
    Und weil es mitwächst wird es auch noch lange geben.

  19. Die negativen Kritiken werden meiner Meinung nach von zu schnell ausgebildeten Schmalspur-NLP-lern verursacht. Das gilt im übrigen für viele Bereiche, wo es zu viele Ausbilder und zu viele Verbände mit unterschiedlichsten Eingangsvoraussetzungen, Inhalten und Prüfungsbedingungen gibt. Ist zum Beispiel bei Akupunktur und Aufstellungsarbeit ähnlich.

  20. Na endlich: mal eine positive Meinung zum NLP. Gerade in der letzten Zeit sind sehr viele negative Kritiken zur Anwendung und zur Ausbildung publiziert worden. Als NLP-Trainer und Coach mit Zertifizierung nach den Richtlinien des DVNLP bin ich mir der Wichtigkeit einer guten Ausbildung bewusst.
    Als ehemalige Führungskraft war mir professionelle Kommunikation und „gute“ Manipulation sowie gehirngerechte Zielformulierung sehr wichtig. Hier haben mir meine NLP-Kenntnisse sehr geholfen.
    Jetzt, als selbstständiger Berater, Trainer und Coach – ist das NLP ein täglicher guter Begleiter und hilft mir (neben anderen Skills) meine Klienten zielorientiert und professionell zu begleiten. Nicht zu unterschätzen ist ein gutes professionelles NLP-Netzwerk, in dem alle Teilnehmer Fallbeispiele, Erfahrungen und Methoden einbringen und diskutieren können und alle auf bekannte Konstrukte und eine gemeinsame Sprache zurückgreifen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.