Die häufigsten Gründe, warum Paare wegen Geld streiten.

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Partnerschaft

Und wie Sie das (vielleicht) vermeiden können.

geld_streit_xs_Iurii Sokolov - Fotolia

Streit um die Finanzen ist einer der Hauptgründe für eine Scheidung. Jedenfalls in Amerika, wie einige Studien zeigen.

Und fast jeder, der in einer Partnerschaft lebt, kennt immer mal das Thema. Der andere ist entweder zu geizig, zu großzügig oder gibt das Geld für die falschen Dinge aus.

Konflikte entstehen ja immer dort, wo Wahlmöglichkeiten sind. Also wo man dieselbe Sache unterschiedlich betrachten kann. Deswegen streiten Paare über Sex, Kindererziehung und die richtige Ernährung. Aber warum über Geld?

„Weil immer zu wenig davon da ist“, verriet mir mal eine Frau in der Paartherapie. Ich blieb skeptisch, denn dann dürften sich ja reiche Prominente nicht ums Geld keilen. Tun sie aber auch.

Beim Thema Geld kann man zwischen Wert- und Verteilungskonflikten unterscheiden. Wertkonflikte sind schwieriger zu lösen, weil die Partner grundlegend unterschiedliche Bedürfnisse und Ziele verfolgen. Bei Verteilungskonflikten reicht das Geld nicht, um die Wünsche beider zu erfüllen.

 

Warum es meist gar nicht ums Geld geht.

Meist geht es aber gar nicht ums Geld, sondern mehr um das, was wir mit Geld verbinden. Wofür es steht und was wir uns davon erhoffen.

Vor dem Zusammenziehen wird selten ausführlich über Finanzen diskutiert oder über die Einstellung zum Geld. Aber jeder Partner lebt auch da schon seine jeweiligen Einstellungen, wie aus diesen Schilderungen von Paaren zu ersehen ist:

  • „Er holte mich mit einem Porsche vom Büro ab. Ich sah die neidischen Blicke meiner Kolleginnen – und ich fühlte mich im siebten Himmel.“
  • „Bei unserem ersten Treffen wurde sie ganz sauer als ich im Café einfach die Rechnung nahm und bezahlte. ‚Du hättest mich fragen müssen, ob Du mich einladen darfst‘, sagte sie. Ich verstand die Welt nicht mehr.“
  • „Wir wollten uns ein Auto kaufen, einen Opel Astra“ berichtete der Mann. „Dafür reichte unser Geld. Eine Woche später stand ein BMW vor der Tür, ein Geschenk von ihrem Vater. Ich wollte den Wagen nicht aber meine Frau sagte, ich solle mich nicht anstellen.“

 

Geld steht für Werte.

Und diese Werte werden früh vermittelt, in Kindheit und Jugend. Wer früh gelernt, das Geld nicht zum Fenster rauszuschmeissen, wird diese Einstellung meist entweder auch im Erwachsenenleben befolgen – oder aus Protest und um sich von den Eltern abzusetzen – genau das Gegenteil tun. Doch rebellisches Andersmachen ist noch nichts eigenes, sondern genauso Anpassung.

Früh gelernt wird auch, was es wert ist, dafür extra Geld auszugeben. Bildungsgüter wie Konzerte, Musikinstrumente, Bücher, Aus- und Weiterbildungen. Oder eher Konsumartikel wie teure Kleidung und aufwendige Hifi-Anlagen und Fernseher. Sparte man auf den gemeinsamen Familienurlaub oder Vaters Motorrad? Wurde Geld für teures Biofleisch ohne Bedenken ausgegeben aber die Ausgabe für ein BRAVO-Abonnement wurde als Verschwendung abgelehnt.

Geld ermöglicht, eigene Ziele zu erreichen. Und Menschen haben unterschiedliche Ziele. Wem Sicherheit am Herzen liegen, wird mit Geld anders umgehen als der, dem Ansehen und Status wichtig sind. Und das zeigt sich dann zum Beispiel als Erwachsener, welches Auto man kauft oder wie man sein Geld anlegt.

„In unserer Familie wurde Liebe und Zuneigung immer durch teure Geschenke vermittelt“, berichtete mir eine Frau in der Paartherapie. „Und was schenkt mir mein Mann zu Weihnachten? Eine Dampfbügelstation!“

Der Ehemann konnte nicht nachvollziehen, warum seine Gattin von dem teuren Geschenk so enttäuscht war. Doch wer von klein auf dazu erzogen wurde, kein Geld zu verpulvern, kommt eben auf so eine nützliche Idee.

 

Reich oder arm ist auch eine Einstellung.

Manche Menschen haben immer Angst um ihr Geld, egal wie viel sie besitzen. Entweder ist es zu wenig oder sie befürchten, es zu verlieren. Andere Menschen haben vielleicht definitiv weniger Geld zur Verfügung, genießen aber das, was sie haben.

Die Bedeutung, die Menschen dem Geld geben, hängt auch vom Geschlecht ab. Männer verbinden mit Geld am häufigsten die Chance auf Erfolg und Macht, Frauen eher mit Sicherheit und Selbstständigkeit. Das hat vielleicht damit zu tun, dass Sicherheit und Selbstständigkeit für Frauen wichtigere psychosoziale Ressourcen sind, weil sie oft beziehungsorientierter denken.  Erfolg und Macht ist aber auch für Männer im Leben nicht leicht zu erreichen, und wird deshalb gern aufs Geld projiziert.

 

Wenn Paare um Geld streiten…

… geht es meistens nicht um Geld. Sondern sehr oft um …

1. Macht
Bei Paaren, wo der Mann Alleinverdiener ist oder deutlich mehr verdient als seine Partnerin, kann es gut sein, dass er bestimmte finanzielle Ausgaben tätigt ohne sie vorher abzusprechen. Darauf angesprochen, antwortet derjenige: „Aber ich bring doch auch das Geld nach Hause.“

Das ist das patriarchalische Ehemodell, das bis in die Sechziger auch bei uns vorherrschend war.

2. Wertschätzung
Wer mehr Geld nach Hause bringt (das kann auch die Frau sein) kommt vielleicht auf die Idee, dass er für Hilfe im Haus oder bei der Kindererziehung nicht mehr zuständig ist: „Um was soll ich mich denn noch alles kümmern.“

Doch dadurch fühlt sich der andere Partner meist in seiner Rolle, die mehr mit Haus- und Kinderarbeit zu tun hat, abgewertet.

3. Unterschiedliche Ziele
Ob jetzt die Anschaffung einer neuen Couchgarnitur wichtiger ist als der Kauf des neuesten 3-D-Plasma-Fernsehers mit Internetanschluss – darüber lässt sich heftig streiten. Wie auch ihre Kollektion von Handtaschen mit anderen Argumenten verteidigt wird als seine Sammlung von Modelleisenbahnen.

 

 Diese Paare streiten oft über Geld.

In drei Jahrzehnten Paartherapie habe ich viele Paare gesehen, die über Geld Auseinandersetzungen hatten. Hier meine Vermutungen, was oft dahinter steckt:

Überholte Ansichten.
„Für meine Eltern waren Menschen, die Schulden machten, Menschen zweiter Klasse. Welche, die angeben wollten oder nicht mit Geld umgehen konnten“, berichtet der Mann. Leider verhinderte dies den Kauf einer Eigentumswohnung, was der Frau in Bezug auf Sicherheit und Unabhängigkeit von Vermietern wichtig war.

„Vielleicht sollten Sie sich von den Werten Ihrer Eltern lösen und Ihre eigenen finden“, wagte ich einen Lösungsversuch.

 

Angst vor Machtverlust
angst vor chefin xs fotolia_123419Es braucht schon ein gesundes männliches Selbstbewusstsein, wenn die Partnerin deutlich mehr verdient. Manchen Männern schlägt das auf die Potenz. In einem Fall hatte die Ehefrau drei erfolgreiche Geschäfte gegründet. Der Mann, ein Künstler, kümmerte sich um Haushalt und Kinder – und war im Lauf der Zeit impotent geworden.

Da dies meist eine Verweigerungsstrategie darstellt, die jedoch völlig unbewusst ist, kommt man mit direkten Interventionen nicht weiter. Ich versuchte es mit einer Metapher und fragte ihn: „Wenn Sie Ihre Frau schon als das Huhn sehen, das die goldenen Eier legt, frage ich mich, welchen Wert Sie Ihren beimessen?“

 

Nicht folgen können
Bei Paaren, die viel streiten, sind beide Partner oft älteste Geschwister. Das hat seinen Preis. Beide sind von klein auf gewöhnt zu führen – aber nicht zu folgen. Ideal wäre eine Partnerschaft zwischen einem ältesten Bruder und einer jüngsten Schwester.

Da man an dem Schicksal nichts mehr drehen kann, bleibt, etwas Neues zu lernen: „Beziehung ist wie Tanzen. Einer führt, einer folgt. Beim Tanzen ist das der Mann. In einer Beziehung darf man die Rollen tauschen.“

 

Zwei Besserwisser

Über so ziemlich jedes Thema kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ob Fleisch zur guten Ernährung gehört oder Mord ist an unschuldigen Lebewesen. Ob Impfen sinnvolle Vorsorge ist oder eine Erfindung der Pharmaindustrie. Ob zu viel Fernsehen schädlich ist, zu viel Bücherlesen aber nicht.

Für jede Position gibt es gute Argumente. Als Paar muss man oft zu einer gemeinsamen Haltung und entsprechenden Handlungen finden. Wenn beide meinen, es besser zu wissen als der andere, sind heftige und ergebnislose Streits die Folge. Es fehlt der Faktor Verträglichkeit.

Ich sage dann manchmal zu solchen Paaren: „Sie müssen sich entscheiden. Wollen Sie vor allem Recht behalten oder gut zusammenleben?“

 

Zu viel des Guten

haushaltsbuch_xs_Jeanette Dietl - FotoliaWenn die Bilanz von Geben und Nehmen über lange Zeit unausgeglichen ist, kommt es bisweilen zum Beziehungs-Konkurs. Das kann passieren, wenn ein Partner deutlich mehr verdient und der andere keinen Beitrag leistet, der ähnlich wichtig und anerkannt ist und als Ausgleich gilt. Aber ein Ungleichgewicht kann auch anders entstehen:

„Ich habe sein ganzes Medizinstudium finanziert mit meinem Gehalt und sogar seine Doktorarbeit“, beklagte sich die Frau „und jetzt wo er Arzt ist, gut verdient und wir ein schönes Leben haben könnten, verlässt er mich! Ich verstehe das nicht.“

Auch der Mann konnte es nicht erklären, hatte große Schuldgefühle, stand aber zu seiner Trennungsabsicht. Ich hatte eine Vermutung und sagte zu der Frau: „Sie haben all die Jahre so viel für Ihren Freund getan, dass er tief in Ihrer Schuld stand. Vielleicht so tief, dass er glaubte, das nie wieder gut machen zu können.“ Der Mann weinte.

 

Kann man Streits über Geld vermeiden?

Die Beispiele zeigen, wie kompliziert und verwickelt Konflikte um Geld sein können. Hilfreich ist es, die Bedeutung, die man dem Geld gibt, für sich zu klären. Und zuzugestehen, dass andere Einstellungen und Strategien, mit Geld umzugehen, nicht falsch sein müssen, wenn sie den eigenen Werten und Zielen zuwider laufen.

Streits über die Verwendung des Haushaltseinkommens kann man auch ganz pragmatisch zu lösen versuchen. Finanzberater raten zum Drei-Konten-Modell.

Beide zahlen auf das erste Konto ein, was monatlich für Miete, Auto, Kinder, Freizeit und Urlaub fällig ist. Vom hoffentlich verbleibenden Rest finanzieren sie getrennt ihre Altersvorsorge. Was da noch übrig bleibt, kann jeder auf sein eigenes Konto einzahlen, das ganz zu seiner persönlichen Verfügung steht.

 

Geld ist also eine XXL-Projektionsfläche für eigene Wünsche und Ängste. Was wir glauben, im Leben zu brauchen und was wir fürchten zu verlieren. Kein Wunder, dass zwei Menschen, die ihr Leben miteinander teilen, darüber manchmal in Streit geraten.

 

kommentar Wie ist das bei Ihnen? wie streiten Sie über Geld?

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Fotos: © Iurii Sokolov, nsphotography, Jeanette Dietl – Fotolia.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

25 Kommentare

  1. Am besten, Sie überwinden Ihren Stolz und lassen sich ein Stück finanziell helfen. Wenn Sie mal gemeinsame Kinder haben, taucht das Problem der vermeintlichen Abhängigkeit ja auch wieder ein Stück auf.

  2. Sinah Schabert sagt

    Guten Tag, ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen, da ich mit meinem Partner zwar noch nicht über Geld streite, die Frage um das Geld aber zur belastung wird. Im Gegensatz zu vielen der Komentare ist es nicht mein Partner und dessen Einstellung zum Geld, welche mich beunruhigt.

    Also ich stehe momentan kurz vor dem Ende meines Studiums und habe wie so viele andere auch jetzt keine Zeit mehr noch nebenbei zu arbeiten, weshalb ich momentan nur Geld für das Allernötigste zur Verfügung habe. Mein Partner wohnt jedoch ca. 100km entfernt und da er im Gegensatz zu mir eine eingene Wohnung hat, bin meist ich diejenige, die Pendelt. Da ich aber nun neben dem Studium keine Möglichkeit mehr habe Geld zu verdienen kann ich mir das nicht mehr leisten. Er bietet mir immer wieder an, mich finanziell zu unterstützen, da wir eh gemeinsame Zukunftspläne haben, aber ich fühle mich einfach schlecht wenn ich daran denke ihm Geld zu schulden, heißt nicht, dass er mich nicht gelegentlich zum Essen einladen darf oder ähnliches. Auch ich mache ihm gerne mal kleine Freuden oder lade ihn mal ein.
    Haben sie vielleicht eine Idee, wie ich damit umgehen kann, um eventuellen Streit zu vermeiden, vorallem da wir nach meinen Studium zusammenziehen wollen und auch Familienplanung ein Thema ist.

  3. Rosa sagt

    Guten Tag, ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen, da ich mich mit meinem Partner trotz getrennter Wohnungen und Haushalte immer wegen Geld streite. Wir sind seit 7 Jahren zusammen. Er verdient wesentlich mehr als ich, ist verschuldet, gibt Zuviel Geld für sich selbst aus und erwartet dass ich seinen Lebensstandard mithalte. Hätten Sie einen Rat. Um Frieden zu haben, trennen wir mittlerweile alle Ausgaben penibelst. Trotzdem werde ich nicht einmal im Jahr eingeladen o. erhalte kl. Incentives.
    Meine kl. Incentives an Ihn, welche ich jeden Monat gebe, werden angenommen aber nichts zurügegeben. Und irgendwann kommt es dann zum Streit und mir werden dann vergangene abgeschlossene Rechnugen bzw. präsentiert. Was steckt denn psychologisch dahinter. Danke.

  4. Jelena sagt

    Sehr interessant, aber hilf mir nicht weiter. Ich lebe im Deutschland über 30 Jahre. Leichtes Leben hatte ich nicht,trotzdem sind meine zwei Kinder auf gutem weg mit eigene Familie. Nach dem Kinder ausgezogen waren,Hab ich mich selbstständig gemacht und wehren Ausbau meines Ladens trafen wir uns. Er ist paar Jahren junger als ich,Handwerker der stammt aus landwirtschafliche Familie. Arm aufgewachsen mit noch 5 ältere Brüder. Zehn Jahre hatten wir Sonntags Beziehung,mit essen gehen und spazieren abundzu Wochenende Ausflug. Da wir beide Ersparnisse hatten sprachen wir auch über mögliche Investitionen. Nur genaue Summe haben wir beide nie verraten. Ich war seine erste Freundin. Er hat mit seinem Bruder neben ältern und weiteren Familie zusammen Haus gebaut mit zwei getrennte Wohnungen. Um kosten zu sparen blieb seine 150m2 größe Wohnung im rohbau, wehred er selbst seit 25 Jahre winzig kleine Zimmer bewohnten bei seine Bruder,der auch ganz alleine war. Nun nach 10 Jahren gab ich meine Laden auf und zog zu ihm, im seine neue fertig ausgebaute, komplett leere Wohnung. Komplette Einrichtung und restliche zübehor habe ich bezahlt. Nach Zwei Jahre haben wir geheiratet. Einfluss und konntrole seitens seine Familie ist groß. Er kann sich nur minimal durchsetzen aber von mir wir erwartet eissen zu sparen, neben meine Arbeit ganze Haus und Garten auf Hochglanz zu halten, was Schwiegermutter regelmäßig kontrolliert. Ich kann mir nur noch Kleidung bei diskonnta (im abverkauft) kaufen. Keine Ausflüge,Kino oder was anderes mehr. Mittlerweile hab ich erfahren das er noch Mietwohnung hat, die ihm ordentliche einamme bringt. Dazu einige Aktien und sparferträge. Letzte Jahr wollte er noch eine Haus kaufen. Von mir wollte er das wegen meine ganze Ersparnisse ausleihen weil nur er im Grundbuch eingetragen wird. Er hat auch bessere Lohnsteuer Gruppe, das wegen verdiene ich viel weniger. Er hat panniesche Angst von Altersarmut so das nicht’s ausgegeben werden darf , ales nur sparen. Obwohl ich eigene Auto verkaufen müsste, weil er das so wollte und auf alles verzichtet habe was im Leben Spaß macht und bisschen kostet, versuchst er sogar zu kontrollieren was ich für meine kinder und Enkelin zum Geburtstag schenke.
    Er wollte gemeinsame konnto,Das wollte ich nicht. Ich bekomme Haushalts Geld. Er kontrolliert kassenbons. Diesse Mann ist nicht derselbe denn ich im 10 jahre Beziehung kennengelernt habe. Ich überlege seit Monaten im zu verlassen, dann hofe ich doch noch das unsere leben normaler wird.

  5. Laura sagt

    Einfach toll geschrieben. Die Beispiele untermauern noch zusätzlich die Aussagekraft dieses Artikels. Genial, da kompakt und schlüssig ein leidiges Streitthema auf den Tisch gebracht wurde. Plus Lösungsansatz! Danke für diesen aufschlussreichen Beitrag!

  6. Hallo Kate,
    Ihre Ansichten sind nicht verkehrt, sondern total vernünftig und nachvollziehbar.
    Wie Sie schon schreiben, Ihr Partner ist ein Macho und die machen das so. Leider verändern sich Menschen nur selten und Sie haben schon lange zugesehen.
    Den einzigen Weg, den ich sehe, ist die harte Tour: Klare Vereinbarungen fordern und die Konsequenzen nennen, wenn er sich nicht daran hält.
    Die Konsequenzen müssen Sie dann aber auch durchziehen.

    Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie sich vorstellen, dass es locker noch so fünf Jahre weitergehen kann, wenn Sie nichts ändern.

  7. Kate_R sagt

    Hallo,
    ich bin gerade auf Ihren Artikel gestoßen, weil ich mich in einer zurzeit schwierigen Situation in meiner Beziehung befinde.
    Ich befinde mich noch in Elternzeit und habe das Elterngeld und das Kindergeld auf meinem Konto. Mein Partner geht arbeiten; letztendlich ist mein Elterngeld und das Kindergeld mehr als sein Verdienst.
    Da wir zu Beginn unserer Beziehung fast unsere erste Wohnung verloren hätten, weil er definitiv nicht mit Geld umgehen kann, die Miete immer zu spät gezahlt hat, uns wurde sogar mal der Strom abgestellt; habe ich alles in die Hand genommen.
    D.h., von meinem Konto gehen wirklich alle Fixkosten ab, von der Miete, Strom, Versicherungen etc. Ich kaufe davon ebenfalls Lebensmittel, Kleidung für die Jungs.
    Jetzt ist es so, dass wir vereinbart haben, dass er mir jeden Monat 300 € gibt, dass ist nicht viel, aber ich komme damit klar. Ich weiß, dass er Schulden hat und die bezahlen muss.
    Er hält sich nie daran. Ich muss immer betteln und dass macht mich sauer und wir streiten heftig. Und ob ich dann einen Beitrag für das Leben bekomme ist fraglich. Dann kauft er sich plötzlich teure Parfüms, und ich stehe da und kann mir noch nicht einmal einen Friseurbesuch leisten bzw. muss dafür wirklich Monate sparen.
    Es ist jetzt ausgeartet, da er eigenständig ohne meine Infos einen Hilfe beim Amt beantragt hat und das Geld auf sein Konto gehen soll. Ich habe jetzt die große Befürchtung, dass ich davon nichts bekomme. Eigentlich geht es mir so ähnlich wie „Nelly“ aus ihrem Beitrag.
    Ich empfinde meinen Partner schon als Möchtegern-Macho und habe ihm schon vorgeworfen, dass er ein Egoist ist und nicht an seine Kinder denkt. Der beste Spruch von ihm war, wie schon in Ihrem Artikel beschrieben, „Ich gehe dafür auch arbeiten!“. Dass hat mir als doch emanzipierte Frau, die Hutschnur platzen lassen.
    Da ich mein ganzes Leben gearbeitet, mein eigenes Geld hatte, fällt es mir eh schwer auf jemanden angewiesen zu sein.
    Aber ich kann mich einfach nicht auf ihn verlassen. Er sichert mir etwas zu, wie „Du bekommst das Geld“, aber es kommt nichts. Anstatt dessen muss ich feststellen, dass er sich teurer Parfüms kauft.
    Als Vorgeschichte, als ich noch Gutverdiener war, habe ich ihn finanziell unterstützt, ich habe ihm immer Geld geliehen, wenn er etwas brauchte, ich habe seine Schulden bezahlt.
    Und nun kann ich doch von ihm erwarten, dass er endlich mal Vater ist und mir, seiner Frau und seinen beiden Kindern, finanziell unterstützt? Oder habe ich eine falsche Sichtweise auf die Dinge?
    Ich zweifel gerade selbst an mir, aber ich kann so nicht weiter machen. Für mich ist langsam das Ende erreicht.
    So wie es derzeit ist, geht es nicht weiter. Und was mich persönlich noch immer am schlimmsten trifft, ist dieses „Auf-Gute-Welt-machen“ vor den Kindern und der Familie, obwohl man am liebsten schreiend aus einem Fenster springen möchte.
    Das Drei-Konto-Modell funktioniert bei uns leider nicht, weil immer mein Geld auf dem Konto war, von ihm aber kein Cent eingegangen ist; dann hatten wir bereits ein gemeinsames Konto, dass ging auch überhaupt gar nicht, er hat es leer geräumt, ohne darauf zu achten, welche Zahlungen noch abgehen, wie Strom, Telefon etc.
    Gibt es irgendeine Möglichkeit, wie ich unsere finanziell Situation mit ihm besprechen kann bzw. wie ich darauf hinarbeiten kann, dass ich ihm wieder vertrauen kann? Oder liegt es an mir, dass ich falsche Ansichten habe?

  8. Per sagt

    Perfekt – der Ansatz mit dem klaren Konten Modell ist genial!

  9. Nanninga sagt

    Ich will einfach damit sagen, dass wir zwei verschieden. Ansichten von Geld haben und ich nicht weiss damut umzugehen. Ich habe schon kit ihm darüber gesprochen, aber irgendwie sieht er den ernst der lage nicht. Ich habe auch schonmal versucht frei von Gedanken zu sein, aber das ging voll daneben. Dann habe ich Monatsende nichts 🙁 wenn wir ein kompromiss fibden, dann erst nach Diskussion oder Streit und das will ich nicht. Ich habe manchmal solch ein schlechtes gewissen mit ihm darüber gestritten zu haben…ich möchte einfach mal was sagen ohne das es streit gibt oder das er sich beleidigt zurückzieht….

  10. Nanninga sagt

    Ich und mein Freund leben so gut wie zusammen. Er war selbstständig und hatte immer viel Geld. Da er ein schweren Unfall hatte, lebt er vom Krankengeld in Höhe vom Mindestsatz 770€. Ich verfüge mit meinen 2 Kindern über 1600€. Mein Freund hat kein Bezug zum Geld. Da wir immer knapp sind am Monatsende, plane ich schon im Voraus. Wir trennen unser Geld. Er muss mir nur 1/4 von der Warmmiete abgeben. Ich kaufe Essen, echt alles. Nun ist es aber so, dass er alle zwei Wochen sein Teil vom Krankengeld bekommt. Nach einer Woche hat er schon alles auf. Dann leiht er sich stâbdig was von mir. Dann sagt er, wir kaufen uns dies und das und ich sage zu ihm, wir können uns das nicht leisten. Dann ist er immer beleidigt. Nun liegt er gerade wieder im Bett, weil er mein Sohn versprochen hat, dass er zum geburtstag ne Playstation 3 bekomnt + Fernseher wenn er die fanzen Ferien spart. Dann muss seine Zwillingsschwester das azch bekommen. Hinzu kommt, dass er den Monat noch was abbezahlen muss. Ich kaufe meinen Kindern auch was zum Geburtstag und die feier mit Freunden und verwandten muss azch bezahlt werden. Das heisst, er schnort noch mehr und am ende des Monats, wie oft, haben wir nichts mehr übrig. Er sagt immer, das ich mur keine sorgen machen soll…aber ich spüre es an eigenem leib, dass wir nichts haben. Da gibt es soviele Streitereien. Und wer leiht seinem Freund nichts, wenn er nichts hat. Er gibt mir das geld ja zurück, aber wenn er dann wieder nichts hat, muss ich herhalten.

  11. Marco sagt

    Besteht eine Beziehung in der man über Geld streitet, aus Liebe. Meiner Meinung sollte Geld in einer richtigen Beziehung immer zu gleichen Teilen verfügbar und von beiden Seiten auf achtsamen Umgang geachtet werden. Streit um Geld sollte es in einer liebevollen Beziehung nicht geben.

  12. Sally sagt

    Guten Tag
    Toller Artikel. Stehe momentan an dem Punkt wo das Gespräch übers Geld mit meinem Partner fällig wird. Wir sind beide noch sehr jung er studiert und ich arbeite teilzeit. In den zweieinhalb Jahren unserer Beziehung hat er mich noch so gut wie nie eingladen. Das frustriert mich. Bei uns hat sich irgendwie das ungeschriebene Gesetz eingeschlichen; er muss nichts bezahlen da er das kleinere Einkommen hat als ich. Dabei geht es mir nicht um den materiellen Wert sondern darum, wertgeschätzt zu werden. Wie kann ich ihn am besten darauf ansprechen?
    Freundliche Grüsse
    Sally

  13. Für die meisten Männer ist es schwer, wenn die Partnerin mehr verdient als sie selbst. Das kratzt mächtig am männlichen Ego. Vielleicht rächt sich Ihr Mann über die Betonung des Finanziellen dafür an Ihnen.

  14. Unbekannt sagt

    Mein Mann und ich streiten uns auch über Geld. Leider. Es kommt von seiner Seite.
    Ich verdiene mehr als er und er definiert meine Liebe zu ihm über materielle Dinge. Was aber von meiner Seite aus nicht der Fall ist. Ich finde es sind die kleinen Dinge im Leben, die einem Menschen zeigen wie sehr man ihn liebt. Mich verletzt es sehr wenn er mich beleidigt, indem er sagt ich bin geizig und ich würde ihn nicht lieben , weil ich im nicht die neueste Playstation geschenkt habe. Mich kotzt es richtig an jedesmal mit ihm über das Finanzielle zu sprechen. Dabei ist es doch ganz einfach. Man teilt sich die Fixkosten und jeder kann mit dem Rest seines Gehalts machen was er will. Und wenn man mal Lust hat dem Partner eine Kleinigkeit mitzubringen, dann tut man das.

  15. Hallo Nelly,
    Ihr Mann kann das auch machen, weil Sie ihm vermutlich zu wenig Grenzen aufzeigen. Ihm zu wenig zeigen, was nicht mehr geht. Überlegen Sie sich Konsequenzen, die Ihnen gut tun, denn Sie sind schon bedenklich nah am Limit.
    Wenn Sie nicht wissen, was Sie tun sollen, holen Sie sich Hilfe durch eine psychologische Beratung. Das zahlt jede Krankenkasse.

  16. Nelly sagt

    Hallo,ich bin so müde vom Leben!
    Mein Mann arbeitet verdient gut,
    ich bin Hausfrau kümmere mich um alles zb.über seine Rechnungen um die Insolvenz um das Auto….etc. Er arbeitet nur, das krasse ist aber das ich selber klar kommen muss sprich Kindergeld und das vom Arbeitsamt. Er hat das dreifache zu Verfügung und gibt Alles selber aus.

    Ich kämpfe Monat für Monat um alles mit der Kohle zu schaffen was ich bekomme, meine Nerven sind am Ende ich weiß nicht mehr weiter das ist so gemein mein Herz tut weh . Mein Leben besteht nur aus Stress, er ist nie da, kümmert sich um nichts. Weil er damals nie rechtzeitig die miete gezahlt hat leide ich und meine drei Kinder darunter. 5 Etage ohne Aufzug. Schleppe jeden scheiß tag die Tüten hoch .meine Zwillinge 5 und meine Tochter 4 Monate. Was für ein kaos im Treppenhaus. Meine Tochter wiegt 9 kg bis ich oben ankomme habe ich schmerzen es zieht tut weh. Warum weil er keine Ahnung vom Finanzen hat.Er ist faul in Sachen Papier Kram dadurch sind wir auch in der Insolvenz.Er gönnt mir nicht gibt Alles selber aus .ich finanziere Lebensmittel Kleidung Hobby meiner Jungs alles einfach . Ist das noch normal?
    Kann mich im Moment auch garnicht richtig konzentrieren und äußern. sorry für die Fehler.
    Nelly

  17. Irina Tofei sagt

    Ich plage mich auch gerade mit dem Problem herum, Streit ums Geld, einfach furchtbar.
    Ich finde es sehr schlimm das es hier keine „Norm/Mindest“ gesetze für Eheleute gibt, das würde einiges besser machen.

  18. Ein sehr schöner Artikel! Ich selber arbeite nun auch seid Jahren mit Menschen in Beziehungen zusammen. Oft ist es leider das Ego welches uns so handeln lässt. Türlich haben wir alle Ziele und Wünsche, doch ich alleine bin dafür verantwortlich diese zu erreichen und zu finanzieren. Das ist nicht die Aufgabe meines Partners. Natürlich ist es schön, wenn er mich unterstützt aber ich darf es nicht erwarten. Welchen Status Geld für die Geschlechter hat, ist unterschiedlich, deswegen sollten wir uns darum kümmern, zu verstehen, wie das andere Geschlecht tickt und was diesen aus macht.

  19. Maria sagt

    Sehr schön und ausführlich geschrieben. Aber ich glaube, das ist nicht nur in Amerika so, dass Paare sich wegen Geldstreitereien trennen.

  20. Thomas sagt

    Einer der besten Artikel, die ich auf Ihrem Blog gelesen habe. Danke für die „Bereicherung“!

  21. Angelesen, in den Favoriten abgespeichert und später nach Feieraebdn wird weitergelesen. Klasse geschrieben!

    LG

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