Es allen recht machen. Versuchen Sie das auch?

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Wollen Sie es allen recht machen?

Menschen, die es allen recht machen wollen, zahlen einen hohen Preis – nicht für andere, sondern für sich selbst. Sie sind freundlich, aber nicht echt. Um es allen anderen recht zu machen, können sie unmöglich sich selbst treu bleiben. Darüber hatte ich hier schon einmal einen Artikel geschrieben.

Es ist ganz einfach. Um alle glücklich zu machen, müssen sie Ihr Verhalten Ihrem Gegenüber anpassen. Ja, authentisch zu sein bedeutet, dass Sie nicht jedermanns Liebling sein können. Aber was soll’s?

Es ist in Ordnung, wenn Sie nicht mit jeder Person, der Sie begegnen, klar kommen. Das nennt man Leben.

„Immer  wieder ertappe ich mich dabei, wie ich mir Sorgen darüber mache, was jemand anderes über das, was ich tue, sagt oder denkt. 

Ich will keinen Fehler machen, der mich in Schwierigkeiten mit anderen Menschen bringt. Ich will nichts sagen, das andere verletzt. Ich würde lieber flüchten und etwas Riskantes vermeiden, als kämpfen, indem ich etwas sage oder tue, wie ich mich tatsächlich fühle.“

Viele Menschen leben ihr Leben so wie diese Klientin aus meiner Praxis. Sie beschäftigen sich unaufhörlich damit, was andere Menschen denken könnten, wenn sie etwas tun oder sagen. Einerseits ist das ganz natürlich, denn zum Teil stammt dieses Verhalten von unserem „Reptiliengehirn“ – jenem Teil des Gehirns, den wir alle haben, der primitiv ist und der dazu da ist, uns zu beschützen.

Geht es Ihnen auch zuweilen so?

Das Problem dabei: Natürlich wissen Sie in der Regel nicht einmal, was andere denken – sie nehmen einfach an, dass sie es wissen können. Leider bedeutet dies, dass sie mit ihren Träumen und Wünschen an der Seitenlinie des Lebens sitzen und Angst haben, etwas zu unternehmen, damit nicht jemand beleidigt wird oder denkt, Sie  seien lächerlich.

  • Wir versuchen, die Gedanken der Menschen zu lesen, indem wir in unseren eigenen Köpfen hängen bleiben.
  • Wir machen uns Sorgen und wundern uns, welche möglichen Szenarien sich ergeben könnten, wenn wir etwas tun oder sagen, was andere nicht akzeptieren.
  • Wir denken, wir wissen, wie die Menschen auf unser Handeln reagieren werden. Das führt zu einer Menge „könnte“ und „würde“. Und es führt zu Sorgen und schlechten Gefühlen!

In diesen Fällen sind unsere Selbstgespräche (Gedankengespräche) aufgrund jahrelanger sozialer und kultureller Konditionierung reichlich vorhanden, ungeachtet unseres Lebensstils, unseres Aussehens oder unseres Glaubenssystems.

Wie entsteht diese Gewohnheit?

Nun, in der Zeit, in der wir heranwachsen, wird uns grundsätzlich gesagt, was akzeptiert wird und was nicht. Schon im Kindergarten wird im Stuhlkreis geübt, was gesellschaftlich erwünschtes Verhalten ist. In der Schule geht es weiter. Und natürlich vor allem in der Familie. Wenn Sie auf einem Dorf aufgewachsen sind, ist die soziale Kontrolle noch größer. „Was sollen denn die Leute denken …!“ ist dann ein oft gehörter Spruch.

Diese kulturellen Normen schaffen letztendlich einen Filter in unseren Köpfen, den alle unsere Gedanken und Handlungen durchlaufen, bevor wir handeln.

Das hat etwas Gutes, denn wir wissen dann, dass man nicht auf die Straße pinkeln darf, bei einer roten Ampel anhalten muss oder wie man sich in einem guten Restaurant zu benehmen hat.

Doch es hat auch eine Schattenseite. Der nachhaltigste soziale Trugschluss dabei ist die Vorstellung, dass es darauf ankommt, was andere von uns denken.

Während dieser Gedanke seinen Ursprung eindeutig evolutionäre Wurzeln hat (Reptiliengehirn), ist sein Wechsel vom Überlebensinstinkt zum sozialen Imperativ zu einem unserer größten Hindernisse für die Selbstakzeptanz geworden.

Unser Reptiliengehirn hat uns buchstäblich am Leben erhalten. Aber jetzt erweist es uns oft einen Bärendienst, indem es uns glauben macht, dass wir auf andere angewiesen wären, um uns zu mögen und zu bestätigen, damit wir überleben können.

Mit anderen Worten, wenngleich  wir unser Reptiliengehirn nicht annähernd so sehr brauchen wie unsere Vorfahren, so ist es doch bei uns geblieben, und wir können leicht in den Modus verfallen, alles zu glauben, was es uns leise zuflüstert.

Jeder möchte gemocht und akzeptiert werden, aber viele von uns verbringen viel zu viel Zeit und Energie damit, sich Gedanken darüber zu machen, was andere Leute denken.

Vielleicht realisieren Sie nicht einmal, dass Sie es tun. Aber sich zu viel darum zu kümmern, was andere denken, ist ungesund und stressig. Es hält Sie in einem Dauerzustand von „Kampf“ oder „Flucht“. Es führt dazu, dass wir uns wertlos fühlen und wir verpassen dann oft den gegenwärtigen Moment und das, was wirklich wichtig ist.

Es gibt aber gute Nachrichten!

Sie haben die Fähigkeit, Ihre Gedanken und Energien umzuleiten, so dass Sie nicht länger an der Seitenlinie des Lebens sitzen und sich Gedanken darüber machen, was andere Menschen von Ihnen denken. Sie können ein authentischeres Leben freudig leben – und zwar nach Ihren persönlichen Vorstellungen und Wünschen.

Dieser Blogbeitrag ist der erste von drei Artikeln zu diesem Thema. Darin erfahren Sie:

  • Was passiert, wenn Sie sich zu sehr sorgen,
  • Wie Sie damit aufhören können, sich Gedanken darüber zu machen, was andere Menschen denken,
  • Und wie Sie eine gesündere und glücklichere Beziehung zu sich selbst und anderen pflegen können.

 


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Als das Handy nicht klingelte, wusste ich, das kannst nur Du sein.

Sorgen Sie sich auch zu viel?

Was glauben Sie, wie viele Ihrer Gedanken sind der Meinung anderer gewidmet?

Diese schwere Last, die Sie tagein und tagaus belastet, rührt von den Meinungen anderer Menschen her. Warum ist so viel von Ihrem Glück von der Meinung anderer abhängig? Die Sorge über einen Satz, den Sie geäußert haben, oder eine Entscheidung, die Sie getroffen haben, kann Sie in die tiefsten Tiefen des Elends und der Selbstverachtung schicken.

Ich bin sicher, Sie kennen das Gefühl!

Ist diese ständige Beschäftigung mit der Meinungen anderer zu einer Belastung für Sie geworden? Wenn ja, wird es Sie daran hindern, Ihr Leben zu leben, denn Ihr gesamtes Sein – Ihre Persönlichkeit, Ihre Gedanken und Ihre Handlungen – werden dann von einem idealisierten Standard dessen gesteuert, was andere Menschen sehen wollen.

Wenn Sie zu beschäftigt mit den Meinung anderer über sich selbst sind, kann es sein, dass Sie darüber Ihre eigene vergessen. Klick um zu Tweeten

„Wenn im Team bei uns diskutiert wird, kann ich bei jedem nachvollziehen, was er meint und warum. Aber wenn mich jemand fragt, was ich dazu sagen möchte, fällt mir nichts Gescheites ein.

Aber woher wissen Sie, ob Sie nur Rücksicht auf die Gefühle anderer nehmen oder ob Sie sich vor allem mit dem beschäftigen, was andere denken?

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Hier ist eine Liste von Dingen, die dahinter stecken können.

Wenn Sie sich in einer dieser Situationen wiedererkennen, könnte es sein, dass Sie zu den Millionen von Menschen gehören, die sich einfach zu sehr sorgen.

1. Sie denken, die Leute reden immer über Sie.

Klatsch ist ein hässlicher Blick auf einen anderen, aber es ist eine Realität in der Welt, in der wir leben.

Schauen Sie nur mal auf die Auslage eines Zeitschriftenkiosks. Natürlich will niemand, dass er das Gesprächsthema ist, wenn er abwesend ist, aber wenn Ihre Sorgen darüber alles einnehmen, ist das nicht gut.

„Wenn einige im Büro über etwas lachen, denke ich sofort, dass sie über mich lachen. Ich weiß, dass das Quatsch ist, aber es verfolgt mich trotzdem den ganzen Tag.“

Selbst wenn Sie Gegenstand eines Gesprächs sind, brauchen Sie sich nicht mit Dingen zu beschäftigen, die Sie nicht kontrollieren können. Haben Sie jemals gehört, dass die Meinung einer anderen Person über Sie nichts mit Ihnen zu tun hat? Nun, es ist wahr. Egal, was sie denken, es wird die Art und Weise, wie Sie ihr Leben leben, nicht verändern. Zumindest sollte es das nicht.

 

2. Sie haben Angst davor, Ihre persönliche Meinung auszudrücken.

Manche Leute sind sehr eigensinnig. Andere sind zurückhaltender. Und einige, die sich zu sehr darum kümmern, was andere denken, haben anscheinend überhaupt keine Meinung.

Ihre Sorgen sind so groß, dass sie nie ehrlich ihre Meinung sagen.

Es mag unhöflich sein, jeden eigensinnigen Gedanken einem anderen an den Kopf zu werfen, doch Sie tun sich mit Sicherheit keinen Gefallen, indem Sie Ihre Überzeugungen im Innern einsperren, besonders wenn jemand Ihnen jemand eine direkte Frage stellt.

Sie schulden es dem anderen, ehrlich zu sein, aber vor allem – Sie schulden es sich selbst!

 

3. Sie stehen nicht für sich selbst ein.

Dies kann in verschiedenen Situationen der Fall sein. Ein Beispiel ist, wenn jemand etwas Unhöfliches zu Ihnen sagt. Oder wenn Sie zu lange in einer schädlichen Situation bleiben, einem Job, den man hasst oder Beziehungen zu giftigen Menschen aufrecht zu erhalten.

Ihr geringes Selbstwertgefühl lässt Sie glauben, dass Sie irgendwie nicht gut genug sind, um eine bessere Situation, einen besseren Freund oder Job zu finden, so dass Sie bleiben.

Möglicherweise akzeptieren Sie sogar eine schlechte Behandlung in der Hoffnung, dass sie letztendlich in der Zustimmung der anderen Person endet. Wenn das nach Ihnen klingt, dann sorgen Sie sich sicher „zu viel“.

 

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4. Sie sind ein soziales Chamäleon.

Während es natürlich ist zu wollen, dass andere Sie mögen, zumindest bis zu einem gewissen Grad, gibt es einen schmalen Grat zwischen freundlich sein und sich anderen unterwerfen. Ein „soziales Chamäleon“ zu sein, kann in manchen Situationen hilfreich sein.

Allerdings wird es zu einem Problem, wenn Sie sich dafür in einen völlig anderen Menschen verwandeln, nur um sich anzupassen. Wenn das nach Ihnen klingt, dann kümmert es Sie zu sehr, was andere von Ihnen denken.

Es ist nie gut, zu ändern, wer man wirklich ist, nur um die perfekte Vorstellung eines anderen werden zu wollen. Klick um zu Tweeten Wenn Sie feststellen, dass Sie das öfter so machen, ist es vielleicht an der Zeit, sich zu fragen, wer Ihre wahren Freunde sind, weil es sich nicht lohnt, Ihre Zeit damit zu verbringen, Menschen zu erfreuen, die Ihr wahres Ich nicht zu schätzen wissen.

5. Sie konzentrieren sich fast ausschließlich darauf, wie andere Sie behandeln.

Es ist ein Zeichen von Unsicherheit, wenn Sie ihre Identität auf dem aufbauen, was die Welt über Sie sagt. Jede Person wird eine Meinung von Ihnen haben, entsprechend ihrem Charakter, ihren Werten und Vorurteilen.

Diese Grundeinstellung spiegelt nicht Ihre Qualität oder Ihren Wert wider, sondern reflektiert diese komplexen Variablen. Menschen, denen wir begegnen, kommen zu uns mit ihren eigenen Erfahrungen und Neigungen. In vielen Fällen gibt es sehr wenig, was wir tun können, um zu beeinflussen, ob jemand uns mag oder nicht, weil wir seine Vergangenheit, seine vorgefassten Vorstellungen oder seine Gedanken nicht kontrollieren können.

Sich darauf zu konzentrieren, wie andere Sie behandeln, ist in zweierlei Hinsicht problematisch.

  1. Sie legen großen Wert auf Dinge, die Sie nicht kontrollieren können.
  2. Sie legen zu wenig Wert auf das, was Sie kontrollieren können.

Sie können und sollten sich eher selbst definieren und es der Welt und den Menschen überlassen, Sie zu nehmen oder zu verlassen.

Wenn jemand Sie schlecht behandelt, ist das ein Spiegelbild von ihm - nicht von Ihnen. Klick um zu Tweeten

Selbst die extremsten Persönlichkeiten können eine Nische in dieser Welt finden. Menschen reagieren gut auf authentische Menschen, auch wenn sie ein wenig unkonventionell sind.

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6. Sie wollen nicht NEIN sagen.

Manche Leute haben Angst vor dem Wort. Aber „nein“ ist genauso wichtig wie „ja“.

Der Grund dafür, nicht nein zu sagen, wenn man es will, läuft darauf hinaus, den anderen nicht enttäuschen zu wollen. Sie können Ihr ganzes Leben damit verbringen, „Ja“ zu Dingen zu sagen, die Sie nicht tun wollen, und dann zurückblicken, um zu erkennen, dass Sie Ihr Leben vergeudet haben, indem Sie alles getan haben, außer dem, was Sie wollten.

Das Leben ist zu kurz, um das geschehen zu lassen!

7. Sie sind konfliktscheu.

Sie wollen nicht, dass jemand wegen Ihres Verhaltens oder Ihrer Worte verletzt wird. Sie wollen auch keine negativen Emotionen wecken und die Menschen dazu bringen, sich schlecht zu fühlen. Also, versuchen Sie auf Nummer sicher zu gehen – und leben ein Leben wie in einem Kokon.

Solche Sicherheitszonen zeigen, dass Sie es ablehnen, Risiken einzugehen und konventionelle Grenzen zu überschreiten. Nicht weil es das ist, was Sie sind, sondern weil Sie zu sehr darüber besorgt sind, was andere von Ihnen denken würden.

 

8. Sie werden zu wenig respektiert.

Leute gehen über Sie hinweg, nehmen das, was Ihnen gehört, und respektieren Sie nicht. Menschen nehmen Ihre Bereitschaft freundlich zu sein, als Schwäche wahr. Sich zu sehr darum zu kümmern, was andere denken, zeigt einen Minderwertigkeitskomplex. Meistens führt dies zu Enttäuschungen.

Wir alle sollten vollständig und stolz darauf sein, wer wir sind. Stehen Sie für das ein, woran Sie glauben, und noch wichtiger – stehen Sie für das ein, was Sie sind. Ihre Zeit ist wertvoll, Ihre Meinung ist wichtig und Sie verdienen Respekt.

Wenn Sie sich in ein paar der oben genannten Szenarien  wiedererkennen, dann haben Sie wahrscheinlich ein Problem damit, sich zu viele Sorgen zu machen.

In den beiden folgenden Beiträgen in den nächsten Wochen werden Sie erfahren, was Sie tun können, um damit besser umzugehen!


Hier noch eine Geschichte, warum man es anderen nie recht machen kann.

es allen recht machen, selbstbewusstsein, kopp-wichmann,persoenlichkeits-blog,Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte und der Vater saß auf dem Esel.

„Der arme kleine Junge“, sagte ein vorbeigehender Mann. „Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?”

Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.

Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: „So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.“ Dies tat nun dem Jungen leid und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen.

„Ja, gibt es sowas?“, sagte eine alte Frau. „So eine Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!“

Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und gingen neben dem Esel her. Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: „Wie kann man bloß so dumm sein? Wofür hat man einen Esel, wenn er einen nicht tragen kann?“

Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. „Egal, was wir machen“, sagte er, „es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten!“ Der Sohn nickte zustimmend.

 

Hören Sie dazu den Podcast.

kommentar Grübeln Sie auch zu viel über die Meinung anderer?

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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

11 Kommentare

  1. Simon Hagfeld sagt

    Der Artikel, die Auflistung, und die Geschichte sind wirklich sehr treffend! Ich hatte auch in einem früheren Job eine schwere Zeit in der ich nicht glücklich war. Viele der oben genannten Punkte trafen auch zu. Aber es war insbesondere eine fehlende innere Einstellung weshalb ich nicht glücklich im Job war (https://dabego.de/gluecklich-sein-im-job/ gibt Einblicke dazu). Aber man lernt ja nie aus, auch sich selber gegenüber, sodass man seine Verhaltensweise und seine Denke besser verstehen und beeinflussen kann. Inzwischen bin ich in einem anderen Job und alles läuft super. Ohne Arbeit (also sich selber gegenüber) geht das nicht, aber es lohnt sich.

  2. patricia sagt

    Die Geschichte mit dem Esel ist passt sehr gut zum Thema, ich habe sie auch noch nicht gekannt.

    Ich arbeite gerade an diesem Thema, wer bin ich, wie kann ich mich ausdrücken und abgrenzen, und habe eine ähnliche Lerngeschichte wie June.
    Wenn man seit seiner Geburt kein anderes Verhalten kennt, um zu überleben, ist es sehr schwer, das zu ändern. Ich leide sehr darunter, das nicht sofort ändern zu können und werde mich dann an die Geschichte erinnern.
    Denn Vater und Sohn haben auch mehrmals gegen ihre eigenen Bedürfnisse gehandelt, bevor sie sich entschlossen haben, nur noch das zu tun, was sie für richtig halten.

    Danke für den Artikel und noch schöne Feiertage!

  3. xpek sagt

    Es ist schon paradox. Häufig werden wir dann gemocht und akzeptiert, wenn wir uns gerade nicht nach anderen richten – nicht nach dem richten, was wir glauben, was andere von uns erwarten.

    Wer seine eigene Meinung kundtut gibt ein Stück von sich Preis. Dafür werden wir akzeptiert und wenn man Glück hat auch gemocht. Vielleicht erleben wir das als Widerspruch. Es ist aber keiner. Seine eigene Meinung zu äußern eröffnet neue Wege – für andere und (wie schon oben ähnlich geschrieben) für einen Selbst.

    Ich will lieber gemocht werden, weil ich meine Meinung sagte, als dass ich gemocht werde, weil ich sagte, was die Meinung eines anderen sei.

  4. Laura sagt

    Mein Bedürfnis von allen geliebt und gemocht zu werden ist leider auch viel zu stark ausgeprägt. Ich habe das Gefühl dass ich im Laufe meines Lebens mein Chamäleon Dasein so perfektioniert habe, dass es mir wirklich manchmal schwer fällt meine eigenen Meinungen zu erkennen. Es ist nichtmal so, dass ich in jeder Situation weiß was ich wirklich will, es aber bewusst nicht kommuniziere. Nein, leider sind meine Gedanken schon so falsch programmiert, dass ich es einfach nicht spüre was ich wirklich will.
    Ich bin auf einem kleinen Dorf groß geworden, in einem Mehrfamilienhaus- sehr idyllisch aber auch schwierig. Ich finde, je älter die Generationen, desto stärker ist der Gedanke „was denken die anderen von uns“ ausgeprägt. wahrscheinlich wurde es mir einfach in die Wiege gelegt und genau das macht mir Sorgen.
    Ich habe einen 2 Jahre alten Sohn und mir fällt auf, wie schnell man ihm genau diese Denkensmuster anerziehen kann. In Mikrosituationen, wie einem Spielzeugkampf auf dem Spielplatz. Ich hoffe ich richte nicht all zu viele Schäden bei ihm an und es hilft mich immer wieder zu reflektieren.

  5. June sagt

    Ich bin derzeit in Theraphie und habe bereits 3 Klinikaufenthalte hinter mir. Ich bin erst in diesem Jahr, als 38jährige, darauf aufmerksam gemacht worden, dass ich das perfekte Chamäleon bin. Nicht, weil ich es heutzutage extra tue.
    Als Kind müsste ich o handeln, um zu überleben. Der Beitrag zeigt gut, was das Innere leiden muss. Für mich ist es immer schwer gewesen, zu wissen, wer ich wirklich bin, ob und welche Meinung ICH eigentlich habe – sich anzupassen und bereits riechen zu können wie ich sein muss, damit es mit dem Gegenüber passt, ist Last. Beruflich jedoch perfekt. Und so grub ich mir mein seelisches Tief eigentlich in Unwissenheit.
    Ich arbeite hart daran, ich selbst zu werden und auszubrechen. Mit viel Angst vor Konflikten. Weihnachten wird mein Innerstes Schlachtfeld, aber ich werde es überleben. Heute bin ich Erwachsen und kein Kind mehr. Danke für diesen Beitrag. Und für die weiteren ,bin gespannt.
    Auch Ihren Podcast verfolge ich immer mit Interesse, richtig klasse!

  6. Danke für dieses Werk! Der Artikel ist eigentlich ein kleines Buch und er fasst so viele Möglichkeiten zusammen. Wenn ich mir die Zeit nehme und alle Inspriationen daraus umsetze, dann brauch‘ ich kein Seminar mehr.
    Die letzte Geschichte ist übrigens super! Die werde ich ab jetzt öfters erzählen.
    Daumen hoch.
    Und frohe Feiertage.

  7. Anne sagt

    Früher hatte ich auch öfters Gedanken, wie „Was denken jetzt wohl die anderen?“ Dann habe ich das für mich umgekehrt: Ich habe mich beobachtet, wie ich auf andere Leute reagiere, in der Straßenbahn, beim Einkaufen etc.

    Oft war es so, dass ich andere Menschen ansah, wahrnahm, aber nichts weiter zu Ihnen dachte und dann wieder bei meinen eigenen Gedanken war. Wenn das bei mir so ist, dann wird das vielleicht bei vielen Menschen auch so sein. Dieses kleine Gedankenexperiment hat mir sehr viel mehr innere Entspannung geschenkt.

    PS: Jetzt sind so viele Menschen mit ihrem Smartphone beschäftigt, dass man wahrscheinlich schon was ganz schön Verrücktes anstellen müsste, um überhaupt aufzufallen.

  8. Mir geht es genauso. Manchmal denke ich auch „Was denken sich die Kollegen über mich“ „Hat er jetzt über mich geschimpft“ Das ist aber nur noch in seltenen Fällen so, weil ich den Beitrag schon mehrmals durchgelesen habe. Wenn jemand ausrastet und die ganze Zeit schimpft, lass ich ihn in Ruhe und gehe einfach weiter. So Selbstbewusst bin ich inzwischen, um zu denken „Rede ruhig, mich geht das gerade nicht an was du sagst“ Ich gehe auch dem Ärger gekont aus dem Weg und sage mir auch, wie du geschrieben hast „Jeder ist einzigartig, jeder lebt nur einmal, warum soll ich es jedem recht machen“ Dazu bin ich nicht auf der Welt und Schluss aus !!!

  9. Die Geschichte ist fantastisch. Mich wundert, dass ich sie nicht kannte, so gut wie sie ist. Der Beitrag ist eine schöne Erinnerung daran, das zu tun, was man wirklich möchte und der zu sein, der man ist. Wenn man dann dafür verurteilt wird, dann findet man umso schneller raus, wer zu einem passt und wer nicht. Legen wir die Maske ab, dann ziehen wir die Personen in unser Leben, die uns wirklich gut tun. Authentische Menschen führen, soziale Chamäleons folgen. Ich werde niemals so perfekt sein, dass mich jeder mag. Dann kann ich auch gleich ich selbst sein. Wenn ich dann von den Leuten gemocht werde, dann weiß ich, dass sie wirklich mich mögen und nicht das, was ich nach außen zu transportieren versuche.
    Vielen Dank für den Beitrag und den Blog generell, er ist äußerst gelungen.
    Herzlichst,
    Waldemar

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