Warum Nein sagen Ihre wichtigste Entscheidung ist.

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Kennen Sie das?

Man bittet Sie um einen Gefallen – und Sie sagen ja. Dann passiert nochmal dasselbe. Ehe Sie sich’s versehen, gehen Sie noch eine weitere Verpflichtung ein. Es ist ein endloser Kreislauf. Sie engagieren sich zu sehr für Ihren Job, Ihre Freunde, Kollegen, Familie, Schule, etc. Diese Verpflichtungen fügen schnell Hunderte von Stunden und Stress zu Ihrem bereits angefüllten Leben hinzu.

Dabei vergessen Sie eine brutale Wahrheit: Auch Ihre Zeit ist endlich. Auch Sie haben Grenzen.

Nicht nur jeden Tag. Jede Woche. Jedes Jahr. Sondern überhaupt: Ihr Leben ist endlich. Sie haben nicht noch ein Reserve-Leben im Kofferraum.

Und egal, wie sehr Sie sich auch bemühen, Sie werden nie genug Zeit haben, um alles zu tun. Um es allen recht  zu machen. Über die Nachteile, es allen Menschen recht machen zu wollen, habe ich hier schon geschrieben. Und warum das nie geht, erfahren Sie hier.

Sobald Sie wirklich akzeptieren, dass Sie nicht alles tun können, können Sie anfangen, Ihre Zeit zu besser zu verteilen.

Das gibt Ihnen mehr Gelegenheiten, die Sachen zu tun, die Sie wirklich tun möchten, anstatt die Sachen, die Sie glauben, dass Sie sie tun sollten. Die Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen, Ziele zu erreichen, um Ihre Zukunft zu verbessern, und einfach mehr Zeit für sich selbst zu haben, sind Beispiele.

Um das umzusetzen, müssen Sie ein wichtiges Wort in Ihren Wortschatz aufnehmen. Das Wort heisst: Nein.

 

Der Nutzen vom Nein-Sagen.

Zu lernen, wie man angemessen „Nein“ sagt, ist der erste richtige Schritt, um Ihre Überforderung zu stoppen und Ihre Zeit besser einzuteilen. Wie ich Ihnen zeigen werde, gibt es noch viele andere Vorteile, wenn Sie öfter Nein sagen. Doch hier mal die wichtigsten:

 

Mit Neinsagen bauen Sie Stress ab.
In vielen Fällen, ist es ein langer Weg, wenn es darum geht, Stress abzubauen. Haben Sie jemals zugestimmt, etwas zu tun, obwohl Sie partout nicht wollten? Wenn ja, dann sind Sie definitiv nicht allein. Das passiert jedem. Niemand ist immun gegen den Druck, manchmal ja statt nein zu sagen.

Übermäßiger Stress in Ihrem Leben ist ungesund und die Ursache vieler Krankheiten. Nein-Sagen zu lernen ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Stress abzubauen. Es kostet nichts. Die einzige Anforderung besteht darin, Ihre Sichtweise zu verändern.

 

Neinsagen spart Ihnen Zeit.
Sie haben nur 24 Stunden pro Tag. Selbst der reichste Mensch der Welt hat nicht mehr. Die gute Nachricht ist, dass Sie, obwohl Ihre Arbeitszeiten begrenzt sind, die volle Kontrolle darüber haben, wie Sie sie nutzen.

Lassen Sie sich nicht von anderen Leuten vorschreiben, wie Sie Ihre Zeit verbringen, indem sie erwarten, dass Sie ihnen helfen, wann immer sie es für richtig halten. Wenn diese Sie wirklich zu schätzen wissen, werden sie verstehen, warum Sie nicht immer helfen können, und zwar auf Anhieb. Sie müssen deutlich machen, dass Sie Ihre eigenen Prioritäten und Verantwortlichkeiten haben.

 

Neinsagen schärft Ihren Fokus.
Es schadet nicht, zu Menschen „Ja“ zu sagen, wenn die Dinge, bei denen sie Hilfe benötigen, auch Ihre eigenen Zielen sind. Wenn es Ihr Interesse weckt, ist es umso besser! Vielleicht haben Sie sogar Spaß dabei. Dies hilft Ihnen tatsächlich, den Fokus Ihres eigenen Lebens zu schärfen, was Ihnen beruflich als auch privat hilft.

Je fokussierter Sie sind, desto einfacher ist es, sowohl kurz- als auch langfristige Ziele zu erreichen.

 

Neinsagen macht Sie stärker.
Jedes Mal, wenn Sie zu jemand anderem „Nein“ sagen, sagen Sie in Wahrheit „Ja“ zu sich selbst.

Wahrscheinlich werden Sie bald eine Steigerung Ihres Selbstvertrauens feststellen. Zusätzlich erhalten Sie in neun von zehn Fällen den Respekt der Person, die Sie um Ihre Hilfe gebeten hat. Er oder sie mag anfangs mit Ihrer Antwort unzufrieden sein, aber Ihre wahren Freunde, Familie und Bekannten werden in der Regel keinen Groll hegen.

 

Neinsagen verschafft Ihnen mehr Energie.
Die Unterstützung bei Projekten, für die Sie wirklich keine Zeit haben oder an denen Sie wenig Interesse haben, ist ein riesiger Energieverschwender. Es ist viel produktiver, die gleiche Energie in etwas zu stecken, das Sie wirklich interessiert. Sie werden sich besser fühlen, Sie werden zufriedener und auf lange Sicht produktiver sein.


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Warum Nein-Sagen Sie voran bringt.

Überraschenderweise kann Ihr „Nein“ Ihnen helfen, ihre Ziele zu erreichen. Warum ist das so?

Ganz einfach: Es verschafft Ihnen Zeit, die es ihnen erlaubt, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Ohne sich um alle anderen kümmern zu müssen, ist es viel einfacher, Ihre Zukunft zu planen.

Nein zu sagen, hilft Ihnen, sich selbst treu zu bleiben und an Ihren Zielen festzuhalten. Es reduziert Ablenkungen, die manchmal dazu führen, dass Sie zu den wichtigsten Dingen in Ihrem Leben zu wenig Zeit haben. Viele Menschen, die gelernt haben, mit Überzeugung „Nein“ zu sagen, reduzierten mit der Zeit auch die Schuldgefühle, die sie sonst bei der Ablehnung einer Bitte empfunden hatten.

Wenn Sie lernen, „Nein“ zu sagen, setzen Sie sich selbst und den Menschen um Sie herum Grenzen.

Die Fähigkeit, dies zu tun, ist wahrscheinlich eines der wichtigsten Dinge, die Sie für sich selbst tun können. Das Setzen klarer Grenzen bedeutet, dass Sie in der Regel mit weniger Bitten und Ablenkungen konfrontiert werden, weil andere wissen, dass Sie nicht gleich Ja sagen oder bei etwas Nachdruck einknicken.

Einige Leute werden immer noch versuchen, Ihre hilfreiche Art auszunutzen. Indem Sie jedoch ausprobieren, feste Grenzen zu setzen, werden Sie einige der Probleme beseitigen.

Sie können nicht immer für jeden „da“ sein. Das ist zeitlich unmöglich. Sie bräuchten mehr als 24 Stunden am Tag, um alles zu tun, was die Leute von Ihnen erwarten. Setzen Sie Grenzen, die Ihnen helfen, Zeit zu sparen, wenn Sie sich entscheiden, ob Sie sich freiwillig zur Verfügung melden sollen. Dies hilft Ihnen, früh genug Grenzen zu setzen und erleichtert Ihnen die Entscheidungsfindung, was wirlich wichtig ist und Ihre Zeit verdient.

Wenn Neinsagen so viele Vorteile hat, warum scheuen dann trotzdem viele Menschen Nein zu sagen?

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Warum Menschen nicht gerne Nein sagen.

Im allgemeinen mögen die Leute es nicht, zu anderen Nein zu sagen. Man sollte meinen, dass es das Einfachste auf der Welt wäre. Schließlich übten die meisten von uns, Nein zu sagen, als wir zwei Jahre alt oder jünger waren.

Es ist ja nicht so, dass wir nicht wissen, wie wir es sagen sollen… oder doch? Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich dagegen wehren, Nein zu sagen. Die Gründe sind persönlich für jede Person und jede Situation. Hier sind einige der häufigsten Gründe, warum Menschen Schwierigkeiten haben, zu anderen Menschen „Nein“ zu sagen:

 

Sie wollen gebraucht werden.
Gutherzige Menschen sind eher geneigt, jemandem helfen zu wollen, wenn es nötig ist.

An Freundlichkeit ist nichts auszusetzen. Die meisten Menschen werden sagen, dass die Welt mehr davon braucht. Aber lassen Sie nicht zu, dass Leute Ihre Gutmütigkeit ausnutzen. Denken Sie dran, Sie sind ein normaler Mensch. Und normale Menschen habe Grenzen. Nur Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl und einem narzisstischen Anteil glauben, dass sie keine Grenzen hätten.

 

Sie haben Angst vor Konflikten.
Kaum jemand gefällt der Gedanke an eine unbequeme Konfrontation, vor allem mit Menschen, die Ihnen nahe stehen und Ihnen lieb und wichtig sind. Die Angst vor Konflikten macht es  Menschen schwerer, „Nein“ zu sagen. Die Möglichkeit, andere zu enttäuschen oder gar abgelehnt zu werden, sind nur zwei Gründe, warum manche dem Drang, jemandem zu helfen, nicht widerstehen können.

 

Sie befürchten, dass die Beziehung abreißt.
Es ist selten klug, seine Brücken zu anderen ganz abzureißen. Manche Leute verstehen „Nein“ schnell als Zeichen der Ablehnung, obwohl das nicht so oft vorkommt, wie Sie vielleicht befürchten.

Manchmal ist es notwendig, Beziehungen zu beenden, besonders wenn man es mit viel Feindseligkeit zu tun hat. Doch nach dem Abriss benötigen Brücken oft lange Zeit, um wieder aufgebaut zu werden. Menschen aus Ihrem Leben zu streichen, sollte niemals leichtfertig oder aus einer schlechten Laune heraus geschehen. Anstatt den Kontakt komplett abzubrechen, nutzen Sie frühzeitig Ihr klares Nein, um konstruktive Grenzen für Interaktion oder Kontakt zu schaffen.

 

Sie befürchten negative Konsequenzen.
Der Gedanke sich durch ein Nein Chancen zu verbauen ist für viele Menschen ein enormer Hinderungsgrund. Sei es, weil die nächste Gehaltsverhandlung ansteht oder das Unternehmen ohnehin gerade Jobs abbaut. Die Angst, einen Kunden oder einen großen Auftrag zu verlieren, kann dazu führen, dass Sie zu etwas Ja sagen, zu dem Sie lieber Nein sagen sollten.

Doch jedes nicht gesagte Nein macht Sie auch schwächer und vielleicht auch erpressbar. Sie vergessen dabei,  dass neue Chancen auftauchen können, selbst dann wenn Sie sie am wenigsten erwarten. Nur weil Sie zu diesem Kunden nein sagen, heißt nicht,  dass nicht ein anderer auf Sie wartet.

 

Sie wollen vor allem nett und nicht unhöflich sein.
Abhängig von Ihrem Alter oder Ihrer Erziehung können Sie das Gefühl haben, dass es unhöflich ist, „Nein“ zu sagen.

Wenn dies ein Thema ist, mit dem Sie sich ständig beschäftigen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Ihre Einstellung dazu zu ändern. Es ist durchaus möglich, sich freundlich zu weigern, jemandem jetzt gerade zu helfen. Seien Sie einfach ehrlich und teilen Sie ihm den Grund oder die Gründe mit, die Sie davon abhalten, Ihre Hilfe anzubieten. Die meisten Menschen werden Ihr Dilemma verstehen.

Mehr Selbstvertrauen hilft Ihnen, leichter Nein zu sagen.

Typischerweise ist es umso einfacher, je mehr Selbstvertrauen Sie haben, nein zu sagen. Probieren Sie diese Tipps, wenn Ihre Psyche einen kleinen Schubs in Richtung Vertrauen braucht.

Stellen Sie sich Ihren Ängsten.
Es ist nie einfach, sich seinen Ängsten zu stellen. Wenn man es aber erfolgreich macht, gibt es kaum ein besseres Gefühl.

Einer der größten Schlüssel, um dies zu erreichen, ist es, einen Babyschritt nach dem anderen zu machen. Es wird nicht über Nacht passieren. Doch jedes Mal, wenn Sie sich Ihren Ängsten stellen, steigt Ihr Selbstvertrauen. In vielen Fällen ist das Sprichwort wahr: „Das Einzige, was wir fürchten müssen, ist die Angst selbst.“

 

Verwenden Sie Ihre Phantasie.
Phantasie ist eine erstaunliche Sache. Es ist gar nicht so schwer, Ihr Vertrauen zu stärken, wenn Sie bestimmte schwierige Situationen vorher visualisieren.

  • Stellen Sie sich zum Beispiel vor, dass Sie zu einer wichtigen Besprechung gehen.
  • Stellen Sie sich vor, Sie begrüßen die anderen Teilnehmer auf positive Weise.
  • Stellen Sie sich vor, dass Sie lächeln und die Interaktion genießen.
  • Beobachten Sie die Ereignisse, die sich in Ihrem Kopf abspielen, während Sie interessante Fragen stellen und informative Antworten geben.
  • Dies ist ein sehr effektiver Weg, um Ihr Selbstvertrauen zu stärken. Wenn Sie sich vorstellen können, erfolgreich zu sein, ist es viel einfacher, wirklich selbstbewusst zu sein.

 

Kleiden Sie sich entsprechend.
Ihr Selbstvertrauen wird auch durch ihr äußeres Erscheinungsbild gestärkt.

Denn die dem Anlass entsprechende passende Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen, kann Sie in eine bessere Stimmung versetzen, Ihnen mehr Autorität verleihen, Sie professioneller aussehen lassen und Ihnen einen Vorteil verschaffen.

Kleidung beeinflusst sehr die Art und Weise, wie Menschen mit Ihnen interagieren. Typischerweise werden schlecht oder unangemessen gekleidete Menschen eher abgewertet, was zwar nicht fair ist aber trotzdem passiert.

All diese Dinge tragen dazu bei, Ihr Selbstvertrauen zu stärken und Situationen weniger stressig zu machen und leichter „Nein“ zu sagen, wenn es nötig ist. Selbstvertrauen macht Sie stärker und weniger ängstlich vor den negativen Reaktionen, wenn Sie jemandem sagen, dass Sie nicht zur Verfügung stehen, auch wenn es sich um eine vernünftige Bitte handelt.

 

Wie Sie eine angemessene Bitte erkennen.

Bitten Sie ein Dutzend Leute, Ihnen die Definition einer „angemessenen“ Bitte zu geben, und Sie werden wahrscheinlich mindestens sieben oder acht verschiedene Antworten erhalten. Bevor Sie lernen, diese Art von Bitten zu identifizieren, müssen Sie sich also Ihre eigene Definition davon überlegen.

Es wird Zeiten geben, in denen man sofort weiß, ob etwas vernünftig ist. Zum Beispiel, wenn Ihr Kind Ihnen sagt, dass es ein Zebra als Haustier haben möchte, wissen Sie automatisch, dass das extrem unvernünftig ist.

Es gibt jedoch Zeiten, in denen Sie alle Aspekte der Bitte berücksichtigen müssen, bevor Sie sich für das weitere Vorgehen entscheiden. Ein Beispiel hierfür könnte das Schreiben eines Berichts in 48 Stunden oder weniger sein. Einige Leute, die nicht viel auf ihrem Kalender haben, können dieses Ziel leicht erreichen.

Abhängig von der Länge des Berichts und der Sachkenntnis der Person, könnte er oder sie es wahrscheinlich innerhalb dieses Zeitraums gut erledigen. Andererseits hätte jemand mit einem vollen Terminkalender und begrenzten Kenntnissen in diesem Bereich Schwierigkeiten, diese Aufgabe termingerecht abzuschließen.

Aus all dem können Sie sehen, warum Sie jede Bitte sorgfältig prüfen sollten, denn was „vernünftig“ ist oder nicht, hängt immer auch vom Kontext ab,.

Die Prüfung der Details hilft Ihnen zu entscheiden, ob die Bitte angemessen ist. Unter Berücksichtigung der Umstände, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten und in Ihrem besten Interesse. Im Falle, dass Sie sich zunächst unsicher sind, schlafen Sie mindestens 24 Stunden lang darüber.

Sie werden wahrscheinlich überrascht sein, wie klar alles nach einer ordentlichen Nachtruhe aussieht.


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Wie Sie Nein zu Ihren Kindern sagen können.

Eines der schwierigsten Dinge als ein Elternteil ist es, zu lernen, zu seinen Kindern „Nein“ zu sagen. Die Ablehnung ihrer Bitten kann dazu führen, dass Sie sich wie ein Bösewicht fühlen. Viele Eltern haben Angst davor, eine Atmosphäre der Rebellion oder gar des Grolls zu schaffen. Manche denken sogar, dass wenn man zu oft Nein sagt, dadurch seine Bedeutung abgeschwächt wird. Andere können besorgt sein, dass sie für ihre harschen Erziehungsmethoden kritisiert werden.

Wenn Ihr Kind nicht zuhört oder versucht, Sie zu manipulieren, wenn Sie „Nein“ sagen, bleiben Sie standhaft und konsequent. Bleiben Sie ruhig und geben Sie Ihren Gefühlen nicht nach. Dies ist besonders wichtig, wenn Ihr Kind versucht, Ihre Emotionen gegen Sie zu verwenden, um Ihre Meinung zu ändern.

Manipulation hat zwei primäre „Gesichter“ oder Einstellungen.
Das eine ist das wütende oder schmollende Gesicht, oder ein Wutanfall oder Türenschlagen, wenn das Kind den Raum verlässt. Das andere „Gesicht“ ist das genaue Gegenteil: Es ist der besonders liebe Gesichtsausdruck und der schmeichelnde Tonfall. Diese Taktik zeigen Kinder oft, nachdem die erste Wut-Strategie nicht funktioniert hat. Manchmal auch beim anderen Elternteil, wenn der „böse“ Elternteil schon nein gesagt hat.

Dieser Trick wird von Kindern oft mit einem besonders lieben Verhalten, einem Kompliment oder dem Angebot, zusätzliche Aufgaben zu erledigen, probiert. Beide Taktiken sollen Sie dazu bringen, Ihre Entscheidung von „nein“ auf „ja“ zu ändern. Tatsächlich werden Sie wahrscheinlich beide Taktiken wiederholt sehen, bevor Ihr Kind aufgibt und Ihre Antwort akzeptiert.

Es ist wichtig, dass Sie solche Manipulationen erkennen.
Wenn das Schmollen nicht funktioniert hat und das „süße Gesicht“ gezeigt wird, können Sie so etwas sagen, wie: „Ja, du bist süß  und ich liebe dich. Aber meine Antwort ist die gleiche: „Nein.“ Fühlen Sie sich dann nicht wie ein schlechtes Elternteil, weil Sie Ihrem Kind „Nein“ sagen. Selbst die nettesten und erfahrensten Eltern erleben Manipulationsversuche von ihren Kindern. Stattdessen bringen Sie Ihrem Kind gerade ein Stück Realität nah. Denn dort werden nicht alle Wünsche erfüllt.

Sie können Reue oder Schuldgefühle empfinden, wenn Sie Nein sagen.
Die gute Nachricht ist, dass man diese Gefühle kontrollieren kann. Denken Sie daran, dass Sie zum Wohle Ihres Kindes, Ihrer Familie oder Ihres eigenen Wohlergehens Nein gesagt haben.

  • Wenn Ihr Kind Sie immer wieder auffordert, Ihre Meinung zu ändern, sagen Sie ruhig und entschlossen, dass Sie bereits Nein gesagt haben.
  • Erklären Sie die Gründe für Ihre Entscheidung.
  • Bleiben Sie standhaft. Kinder versuchen oft, Ihre Entschlossenheit zu testen, indem sie sich wiederholen oder unausstehlich werden.

Erlauben Sie Ihrem Kind nicht, zu verhandeln.
In einigen Fällen sind Verhandlungen gut. In diesem Fall ist es jedoch eine Taktik, die verwendet wird, um Ihnen zu sagen, was Sie hören wollen, damit Sie Ihre Meinung und Entscheidung ändern können.

Wenn Sie Ihre Meinung ändern, während Ihr Kind versucht „zu verhandeln“, wird Ihr Kind lernen, dass seine Manipulation funktioniert. Das nächste Mal, wenn Ihr Kind etwas will, werden Sie das alles noch einmal durchgehen müssen, weil Ihr Kind etwas gefunden hat, das ihm scheinbar die Kraft gegeben hat, Ihre Meinung zu ändern.

Kinder lernen von ihren Eltern. Wenn Sie durchs Leben gehen und immer „ja“ sagen, werden Ihre Kinder nicht lernen, wie sie zu anderen Menschen im Leben – Erwachsenen oder sogar ihren Gleichaltrigen „nein“ sagen können.


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Wie Sie Nein sagen im Beruf.

Nein bei der Arbeit zu sagen, ist etwas anderes als Nein zu Ihren Kindern zu sagen. Beziehungen zu Mitarbeitern sind in der Regel nicht so intim. Seien Sie dennoch genauso freundlich im Ton und klar in der Sache. Machen Sie dem anderen keine falschen Hoffnungen, indem Sie „vielleicht“ oder „Ich werde sehen, was ich tun kann“ sagen, es sei denn, Sie meinen es auch so.

Wenn Sie wissen, dass aus welchen Gründen auch immer Sie an der erbetenen Aktion nicht teilnehmen können, scheuen Sie sich nicht, es zuzugeben. Es ist besser, von Anfang an Nein zu sagen, als am Ende Ihren Rückzieher erklären zu müssen. Wenn Sie feststellen, dass Sie in der Lage sind, am Ende doch teilzunehmen, freuen sich die Menschen in der Regel über ein zusätzliches Paar Hände und die unerwartete Überraschung.

Abhängig von Ihrer Rolle und Ihrem Zeitplan können Sie in der Lage sein, die Anzahl der Sitzungen, an denen Sie teilnehmen, oder die Anzahl der Ausschüsse, in denen Sie sitzen, zu minimieren. Das kann Ihnen mehr Zeit geben, damit Sie Ihren Kollegen nicht „Nein“ sagen müssen. Wenn es um Besprechungen geht, fragen Sie sich, ob es unbedingt notwendig ist, dass Sie dabei sind, um das Meeting zu unterstützen. Wenn Sie keine gute Antwort finden, gehen Sie nicht hin.

Übernehmen Sie oft freiwillige ehrenamtliche Tätigkeiten?
Wenn Sie gerne aushelfen, ist das toll! Wenn Sie nicht helfen wollen, sagen Sie es. Ein anderer wird vielleicht glücklich sein, an Ihrer Stelle ehrenamtlich tätig zu sein.

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, arbeitsbezogene Telefonanrufe an Wochenenden und freien Tagen abzulehnen, es sei denn, es handelt sich um einen Notfall.

Lassen Sie die Leute wissen, dass Sie Ihre Arbeit nicht mit nach Hause nehmen, indem Sie sie in Ihrem Anrufbeantworter oder in Ihrer Voicemail-Nachricht erwähnen. Sie werden feststellen, dass die meisten Menschen keine Schwierigkeiten haben werden, Ihrer Bitte nachzukommen.

Wenn Sie „Nein“ sagen müssen, empfiehlt es sich, dies immer persönlich zu tun. Wenn Sie E-Mail verwenden, ist es für den Empfänger leichter, das, was Sie mitteilen, falsch zu interpretieren, und das wollen Sie nicht. Spannung am Arbeitsplatz ist nie gut. Ergreifen Sie die zusätzlichen Schritte, um Missverständnisse zu vermeiden.

Wenn Sie befürchten, dass ein Nein Ihre Beschäftigung gefährdet, sprechen Sie mit einem Vorgesetzten, um die Situation zu erklären. Tun Sie dies so schnell wie möglich, während die Gespräche noch frisch im Kopf sind. Es sei denn, dass das, worum Sie gebeten werden, Teil Ihrer Stellenbeschreibung ist, haben Sie in der Regel das Recht, etwas zu abzulehnen.

 

Gute Formulierungen für’s Nein-Sagen.

„Jetzt ist kein guter Zeitpunkt.“
Probieren Sie diese Antwort, wenn Sie Hilfeanfragen erhalten und Ihr Tisch voll ist. Dadurch wissen die anderen, dass Sie bereit sind zu helfen, aber Sie haben jetzt einfach nicht die Zeit dazu.

Sagen Sie ihnen, dass Sie in Kontakt bleiben werden, sobald Ihr Kalender leer ist. Es ist eine gute Art und Weise, „Nein“ zu sagen, ohne den Menschen das Gefühl zu geben, dass sie oder ihr Anliegen nicht wichtig sind.

 

„Lassen Sie mich darüber nachdenken.“
Diese Antwort ist mehr ein „vielleicht“ als alles andere. Es gibt Ihnen die Möglichkeit, darüber nachzudenken, ob Sie teilnehmen möchten oder nicht. Wenn Sie diese Antwort geben, geben Sie an, wie lange es dauern wird, bis Sie sich entschieden haben.

Dies hilft, wiederholte Anfragen zu vermeiden, bevor Sie mit einer Antwort zurückkommen. Die meisten Leute werden eine Weile warten, bevor sie sich wieder mit Ihnen in Verbindung setzen.

 

„Ich bin wahrscheinlich nicht die richtige Person, die Ihnen dabei helfen kann.“
Wenn Sie merken, dass Sie nicht über die Fähigkeit oder die Ressourcen verfügen, um zu helfen, lassen Sie es die Leute sofort wissen. Gehen Sie einen Schritt weiter und erklären Sie die Gründe, damit sie verstehen, dass Sie wirklich nicht die Erfahrung haben, um zu helfen.

Für den Fall, dass Sie jemanden kennen, der über die Fähigkeit oder Erfahrung verfügt, geben Sie diese Information weiter. Wenn es sich um einen wichtigen Hinweis handelt, werden sich beide Parteien bei Ihnen bedanken.

 

„Ich bin zur Zeit nicht interessiert, aber ich werde Sie im Hinterkopf behalten.“
Diese Antwort vermittelt die Tatsache, dass Sie, obwohl Sie derzeit nicht daran interessiert sind, an einem Projekt mitzuwirken, offen für die Möglichkeit bleiben werden (sofern Ihr Zeitplan und Ihre Interessen dies zulassen).

Die Antwort ist besonders hilfreich, wenn Ihnen jemand eine Gelegenheit bietet, die nicht Ihren Bedürfnissen entspricht. Lange, langwierige Diskussionen werden so auf eine rücksichtsvolle Art und Weise praktisch überflüssig.

 

„Es tut mir leid, ich kann nicht.“
Jedes Mal, wenn man ohne zu zögern, sagt: „Es tut mir leid, ich kann nicht“,  meint man: „Nein“. Denken Sie daran, dass dies die direkteste Antwort ist, die Sie jemandem geben können, der um Hilfe bittet.

Vielleicht denken Sie, dass eine solche direkten Aussage automatisch eine Barriere zwischen Ihnen und dieser Person schafft. In 9 von 10 Fällen sind Sie vermutlich überrascht, dass Ihre Antwort nicht so rau ist, wie sie Ihnen vorkommen mag.

 

Wie Sie Ihr Nein mit einem Gegenangebot abmildern können.

Manchmal, bei der Arbeit mit Kunden kann ein Gegenangebot eine gute Option sein.

Sie sagen zwar nein“, aber Sie bieten gleichzeitig etwas anderes an. Wenn der andere Ihr Gegenangebot ablehnt, sind Sie in einer guten Position. Sie können ihm getrost und einfach ein klares „Nein“ geben, weil Sie bereits eine Lösung angeboten haben, die er jedoch abgelehnt hat.

Nein zu sagen, wird am Anfang nicht einfach sein. Für einige Leute wird es vielleicht nie einfach sein, aber Sie müssen Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden berücksichtigen. Die Menschen, die Sie schätzen, werden es wahrscheinlich verstehen. Im Umgang mit Bekannten, wenn diese Ihr Nein nicht akzeptieren, ist es wahrscheinlich besser, die Zeit mit ihnen zu begrenzen, wenn möglich.

Fazit:
Denken Sie daran: nein zu sagen, macht Sie nicht zu einem schlechten oder egoistischen Menschen. Im Gegenteil, es macht Sie im allgemeinen gesünder und zufriedener. Wichtiger noch: Nein zu sagen bedeutet nicht, dass man denen nicht helfen kann, denen man wirklich helfen will. Schließlich braucht jeder Mensch irgendwann einmal Hilfe.

Tim Ferriss sagt: „Was du nicht tust, bestimmt, was du tun kannst.“

Es liegt ganz bei Ihnen!


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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

6 Kommentare

  1. Andrea Greissinger sagt

    Hallo lieber Herr Kopp-Wichmann,
    vielen Dank für den spannenden Artikel zum Thema „Nein“ sagen. Ich habe festgestellt, dass ich auch öfters zu mir „Nein“ sagen muss, nämlich dann, wenn ein Teil von mir noch nach dem vierten Fondant-Ei oder dem zweiten Glas Prosecco ruft, obwohl die Erfahrung zeigt, dass Sodbrennen droht. Oder ein kräftiges „Nein“ zu dem Teil, der meint, dass das Sofa die bessere Wahl als der Spaziergang sei. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die inneren Konflikte schwieriger als die Konflikte im Aussen sind. Doch dank des Artikels habe ich wieder ein paar Anregungen bekommen- herzlichen Dank! Und so helfen Ihre Sonntagsperlen mir immer wieder auf die Sprünge!! Liebe Grüße Andrea Greissinger

  2. Ralph Thiel sagt

    Superhilfreich – danke! Bestmögliche Zusammenfassung in einfachsten klaren Worten. Chapeau
    (Vor-)Freude ältere und zukünftige Beiträge/Blogs zu lesen.
    Weiter viel Freude an der (so sinnhaften) „Arbeit“

  3. Elfriede Meißl sagt

    Meine Tochter beherrscht das perfekt ;-). Ich bin mit meinen Wünschen immer auf ihrer todo-list. Nur rutsche ich oft die Liste hinunter.

  4. Marv sagt

    Aber „Nein“ zu sagen, hilft nicht jedes Mal. Manchmal verstecken sich gute Möglichkeiten, wenn man „Ja“ sagt 🙂

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