Bei Schlägen geht es nicht um Erziehung, sondern um Macht und Ohnmacht.

Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?

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Eikind angst xs fotolia 1445122 xs Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?n ernstes Thema, das ich auch unter dem Eindruck des Intensivseminars, das ich letzte Woche leitete, schreibe. Trotz etlicher Erfahrungen mit Menschen zu diesem Thema, bin ich doch immer wieder auf's Neue betroffen, wenn ich miterlebe, wie körperliche Strafen, die jemand vor zwanzig, dreißig Jahren oder länger erlitten hat, sich auf das spätere Leben auswirken können.

 

Ich muss schon sehr genau hinhören und hinspüren, um mitzukriegen, dass jemand körperliche Gewalt in seiner Kindheit andeutet. Denn das Thema ist immer noch tabuisiert und vor allem auch schambesetzt. Doch wenn jemand beim Schildern seiner Biographie erwähnt, dass "es zu Hause streng zuging" oder der Vater "ziemlich autoritär war" oder "die Mutter keinen Widerspruch duldete", werde ich meist hellhörig und frage nach, was der Betreffende damit meint.

Zur Sprache kommen dann zuweilen Schilderungen von heftigen Ohrfeigen und Prügeln mit Zaunlatten, Gürteln, Lederpeitschen, Baumzweigen, Kohleschaufeln, Teppichklopfern, Rohrstöcken oder bloßen Händen usw. Der Zeitpunkt ist oft unvorhersehbar. Wenn der "Elternteil schlecht drauf war", wenn "man nicht schnell genug weg war" oder regelmäßig am Samstagabend als gefürchtetes Wochenendritual.

Ich frage auch immer nach, bis zu welchem Lebensalter geschlagen wurde und wie es aufhörte. Dabei erfahre ich, dass es meist in der Pubertät aufhört, bei manchen aber auch erst mit achtzehn, neunzehn Jahren, als sie sich entschlossen, auszuziehen. Manchmal hört der Elternteil von selbst auf, zuweilen auch nur durch die handfeste Drohung des Jugendlichen. Meist werden Jungen, speziell die ältesten, am meisten geschlagen, aber auch viele Mädchen.

Wie gehen Erwachsene mit der Erinnerung an Schläge in ihrer Kindheit um?

Eine häufige Form ist die Bagatellisierung.
Zumeist erkennbar an der Schlussfolgerung "Das hat mir aber nicht geschadet!"
Ich verstehe diesen Satz immer als den Versuch, den Konflikt zu lösen zwischen dem guten Bild, das man von den Eltern hat und den Szenen, wo man geschlagen wurde.

Häufig ist auch die Verdrängung.
Immer wieder berichten mir Menschen, dass sie an die ersten acht oder zehn Jahre ihrer Kindheit keinerlei Erinnerung haben. Kein Bild, kein Gefühl, nichts. Erst im Rahmen der gemeinsamen Arbeit kommt manchmal ein Stück schmerzlicher Erinnerung wieder zurück.

Welche Folgen haben Schläge in der Kindheit auf einen Erwachsenen?

Die Folgen sind mannigfach. Ich will hier nur einige der Konsequenzen und Entscheidungen nennen, die mir bei meiner Arbeit mit Menschen begegnet sind.

  • Angst und Vertrauensverlust in Beziehungen.
    Als Kind geschlagen zu werden, ist immer eine Situation, wo das Kind unbewusst Entscheidungen trifft. Wo es auf schmerzhafte Weise lernt, wie es in Beziehungen zugeht. Dass es um Macht geht. Dass man dem anderen, dem man vertraut hat, nicht trauen kann. Dass gleich wieder etwas passieren kann. Mögliche Folgen sind auch Gefühle des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit, des Verlassenseins, das man als Erwachsener immer wieder erlebt.
  • Beschränkte Konfliktlösungsmöglichkeiten.
    Wer geschlagen wird, fühlt sich hilflos und gedemütigt. Um damit in Zukunft umzugehen, gibt es nur wenige Strategien. Die eine ist, sich zu unterwerfen - und den vermeintlich Stärkeren heimlich zu verachten. Die andere ist, sich zu schwören, dass einem so etwas "später im Leben" nie wieder passieren wird. Und zwar indem man selbst stark wird.
  • Probleme in der Identitätsentwicklung.
    In Seminaren treffe ich hin und wieder auf ganz sanfte Männer, die  verständnis- und rücksichtsvoll sind, nie laut werden. Einerseits angenehme Personen, aber auch ein großes Stück aggressionsgehemmt. Oft fühlen diese Menschen selbst, dass ihnen eine größere Portion Männlichkeit fehlt.
    Wenn man dann in der Biographie forscht, was der Grund dafür sein könnte, graben wir zuweilen gemeinsam heftige Prügelerfahrungen aus. Frage ich, wie das "Nicht-Mann-Sein" und diese Erinnerungen zusammenhängen, hört man manchmal den einleuchtenden Satz: "Nur Männer schlagen!" Oder: "Ich wollte nie so werden wie mein Vater!"
  • Selbstwertprobleme.
    Wer geschlagen wird, erlebt, dass dem anderen seine Gefühle, Überzeugungen oder Regeln wichtiger sind als die eigene Person. Als Kind kann man noch schlecht unterscheiden zwischen sich und dem anderen. Kann zum Beispiel schwer erkennen, dass Eltern zuweilen überfordert sind (was kein Freispruch für Schlagen ist).
    Meist sucht das Kind dann nach einem Grund für die Züchtigung. Vor allem, wenn der schlagende Elternteil sich nicht entschuldigt und die Verantwortung für sein Ausrasten dem Kind zuschiebt, sucht man als Kind die Schuld bei sich selbst. Weil man zu frech war oder Widerworte gab. Weil man schlecht in der Schule ist. Weil man überhaupt auf der Welt ist.

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    Wer geschlagen wird, lernt frühe Lektionen über seinen Wert.

  • Abgrenzungsprobleme.
    Wer als Kind geschlagen wird, erlebt eine massive Grenzverletzung. Und hat in der Folge oft Probleme, sich als Erwachsener angemessen abzugrenzen. Also Nein zu sagen, es anderen nicht immer recht zu machen, auch mal andere zu enttäuschen etc. Auch eigene Grenzen zu spüren, zu respektieren und flexibel damit umzugehen, kann schwierig sein.
  • Probleme mit eigenen Kindern.
    Wer Gewalt als Mittel der Erziehung erlebt hat, spürt manchmal die Tendenz, sich auch so zu verhalten. Diese Gefahr ist umso größer, je weniger man sich mit dem eigenen Geschlagenwerden und den dabei erlebten Gefühlen auseinandergesetzt hat. Manche streichen ihren Wunsch nach eigenen Kindern auch ganz, aus Angst, sich in schwierigen Situationen nicht im Griff zu haben und ebenso zum Schläger zu werden.
  • Unkontrollierbare Aggressivität.
    Als geschlagenes Kind erlebt man enorme Wut und Zorn, doch müssen diese heftigen Affekte unterdrückt und verdrängt werden. Doch unterdrückte Gefühle verschwinden nicht. Oft bahnen sie sich einen Weg in zerstörerischen Aktionen gegen andere (Kriminalität) oder gegen sich selbst (Autoaggression, Suizid, Drogenmissbrauch).

Was kann man tun?

Darauf gibt es keine schnelle Antwort. Aber allgemein kann ich sagen, dass das Bewusstmachen des Erlebten - im Gegensatz zum Verdrängen oder Bagatellisieren - ein erster wichtiger Schritt ist. Schon allein damit kommt man ein Stück aus der "Kindheits-Trance" heraus, da man den eigenen erlebten Schmerz zum ersten Mal wichtiger nimmt als das Motiv der Eltern oder die heilige Fassade des "Was sollen denn die anderen Leute denken?"

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Wenn man früh Opfer von Schlägen ist, trifft man Entscheidungen für das ganze Leben.

In weiteren Schritten kann man sich mit den schmerzlichen Erlebnissen auseinandersetzen. In einzelnen Fällen ist es möglich, mit den realen Eltern ein klärendes Gespräch zu führen.

Auch Eltern lernen manchmal dazu und können spät im Leben etwas bereuen oder falsch finden, das sie jahrzehntelang eisern verteidigten. Aber oft trifft man auch auf erneutes Unverständnis und eine Wand der Ignoranz ("Das bildest Du Dir doch alles ein!")

Manchmal ist auch professionelle Hilfe nützlich,um in dem inneren Gespinst von Erinnerungen, Verdrängungsimpulsen und Verwirrung einen gangbaren Weg für sich zu finden. Letztlich aktiv zu werden im Sinne eines "Gut-für-Sich-Sorgens" ist auf jeden Fall besser als weiter im Leben in der Opferposition des geschlagenen Kindes zu verharren.

Es gibt weiteren Blogartikel von mir zum Thema hier ...

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1948 geboren. Früher war ich mal Bankkaufmann, Operator, Werbetexter, Versicherungsvertreter. Abitur nachgeholt, im Kibbuz ein Jahr auf den Studienplatz gewartet. Psychologie studiert.
Heute arbeite ich als Führungskräftetrainer, Psychotherapeut und Autor.

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486 Kommentare

  • ute schrieb:

    Hallo mein Name ist Ute bin 55 Jahre alt,meine Mutter war medikamentenabhänig, sie schlug ohne Vorwarnung auf mich ein, mit einem Jahr hatte ich eine schlimme Gehirnhautentzündung, ab dem 10 Lebensjahr, kann ich mich erinnern, fing es an, mit Kochlöffel, Handfeger,u.s.w mit 14 Jahren wurde ich ins Gesicht geschlagen und als Hure beschimpft, weil ich mir eine Hose gekauft hatte die ihr nicht gefiel.
    Als ich 10 Jahre alt war mußte ich die Treppen von der Wohnung bis zum Keller mit nackten Füßchen laufen ich hatte ein Nachhemd an, 10 mal hoch und runter. Die Schläge und das Ausrasten meiner Mutter hielten an bis zu meinem 18. Lebensjahr, in der Zwischenzeit bekam ich meinen Sohn mit 17 Jahren, wurde vom Vater des Kindes in der Schwangerschaft 2 mal massiv geschlagen, mein Bruder (6 Jahre älter) meinte nur, das hätte ich wohl verdient. Meine Eltern eröffneten dann ein Haus für entlassene Strafgefangene, da war ich 14 Jahre alt, ich wuchs mit diesen Leuten auf, aber mir ist nie etwas passiert, ca. 20 Jahre später wurde ich mal zusammen geschlagen, weil ich meine Mutter und meinen Vater schützen wollte.
    Mien Sohn, mittlerweile 37, ist drogenabhänig, er hat das alles mitbekommen, weil ich selbst nicht wußte wohin, hatte wechselnde Beziehungen zu Männern, alle aus diesem Umfeld, zwei Selbstmordversuche, eine Therapie nach der anderen. Ich empfand diese Gleichgültigkeit mir gegenüber immer als sehr schlimm,ich war immer die Schlimme, machte alles falsch, war das schwarze Schaf, als ich meine Eltern mal darauf ansprach, wurde ich als Lügnerin hingestellt. Meine Mutter erzählte hinter meinem Rücken schlecht über mich, sie schickte mir das Jugendamt ins Haus, sobald ich jemand kennengelernt hatte und ich mich von ihr entfernte, fing sie an mir zu drohen, dass sie sich umbringt u.s.w.

    Wo ich im 8 Monat schwanger war mit meiner Tochter (heute 19 Jahre) schickte sie mich in das Haus (aus dem sie fluchtartig geflohen waren wegen eines Mannes der sehr gewalttätig war) um dort nach dem Rechten zu sehen,ich hatte keine Probleme mit diesem Mann. Jetzt wo ich selbst eine Tochter habe, sehe ich, was alles falsch gelaufen ist, ich schlage mein Kind nicht, ich hatte ihr, wo sie 2 Jahre alt war, den Popo gehauen, da habe ich ihren Blick gesehen voller Angst,d a hat es bei mir klick gemacht, ich habe sie nicht mehr angefasst.
    Die nächste Traumatherapie steht bei mir an, wenn ich jetzt als Erwachsener da drüber nachdenke, packt mich das Grauen, meine Mutter hat soviel in mir kaputtgeschlagen, mit ihren Demütigungen und ihrer Linkheit mir gegenüber, dass mein Leben ein Alptraum war. Ich kam nie richtig auf die Beine, immer falsche Männer von Gewalt geprägt, ich bin froh, dass ich meine Tochter anders erzogen habe, ich lobe sie, wenn sie etwas gut macht usw.
    Ich sehe, dass mein Kind glücklich ist, doch eine Traurigkeit bleibt, die ich schon mein ganzes Leben habe, jetzt weiß ich auch, woher sie kommt.
    Vielen Dank

  • Kirsten schrieb:

    Es macht mich traurig, von so vielen Leidensgenossen lesen, zu müssen.
    Ich war mir nie bewusst, was für schlimme Schäden meine Eltern mit ihren Schlägen (Teppichklopfer, Gürtel, Kochlöffel…) angerichtet haben. Bin Mitte 30 und ein totales Wrack. Eltern die nur Liebe zeigten, wenn man etwas außergewöhnliches verbracht hatte. Alkohol und Schläge fast täglich. Mißbrauch durch Dritte. Heim und dann eine Firma, die mein nicht vorhandenes Ego gnadenlos ausnutzt(e). Seit vielen Jahren, weil ich es allen immer Recht machen wollte und Anerkennung wollte, habe ich immer gespurt… Nun bin ich krankgeschrieben, seit 2 Monaten aber meine Therapeutin sagt ich müsse bald zurück in die Arbeitshölle, weil sie sich keine Sorgen um mich machen würde… Ich habe stellenweise Panikattaken,Atemprobleme, unregelmäßiges Herzrasen, Kälte immerzu, schlage (in Stresssituationen) mir den Kopf an die Wand, raste aus und heule, bis alles schmerzt… Ich habe Panik, wieder zurück in die Firma zu müssen, jetzt wo ich merke, dass es mir ohne diesen verhassten Job (ich musste irgendwas machen, sonst wäre ich auf der Strasse gelandet) ein wenig besser geht. Ohne diese Maschinen vor denen ich Panik schiebe, ohne diese fiesen Kollegen, die sich einen Spaß daraus machen, mir mein Leben noch weiter zur Hölle, zu machen…

  • N schrieb:

    @mat danke für deine offene Art und Worte. Es ist der schwierig den Menschen einfach gehen zu lassen und man fühlt sich machtlos. Man will helfen kann und darf es nicht weil der Mensch es auch nicht merkt das er diese braucht. Ich hätte nie gedacht das mich sowas so umhauen könnte.

  • Mat schrieb:

    @N

    Es geht zwar nun etwas weit, und ich bin kein Psychologe/Psychater, aber:

    “Ich habe mich selbst gezwungen es zu akzeptieren aber bin daran zerbrochen.”

    Lass seine Störung bei ihm! Lade dir das nicht auf! Das ist sein Ding!

  • N schrieb:

    @mat
    Es ist immer schwer sowas nachzuvollziehen ich kann mich nur probieren reinzuversetzen aber ich denke das wird man nie begreifen. Ich habe soviele Gefühle in mir das ich nicht verdrängen kann und eher schreie und Weine und es mir immer so unverständlich war wie er das konnte. Ich habe mich selbst gezwungen es zu akzeptieren aber bin daran zerbrochen. Es ist komisch wenn man sich nicht streiten kann, nie tränen oder irgendeine Reaktion sieht wenn man selbst auch weint. Man zweifelt an sich selbst.

    Bei der Trennung hat er als erstes mal Tränen gezeigt und sich entschuldigt bei mir das er die kraft nicht mehr hat. Er hat sich lieber für das Leben entschieden alles zu verdrängen. Auch geplagt von sportsucht, essensstörung und auch ein abnormales kaufverhalten. Es zeigen sich schon körperliche Reaktionen wie ständig starke Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen von seiner Seite aber kein Arzt konnte was feststellen. Ich denke da sind genug Zeichen aber die werden natürlich auch verdrängt wie er es gelernt oder angenommen hat.

  • Mat schrieb:

    @N:

    Es gibt Menschen die sich selbst verletzen um sich zu Spüren.

    Ich hab mir selbst als kleines Kind eine Mauer um meine Gefühle gebaut, weil ich traurig, verletzt und wütend bin, und das nicht dauernd fühlen will.

    Ich denke, er wird irgendwann Menthal zusammenbrechen, das lässt sich nicht auf die Dauer unterdrücken. Nichtbewusstes kann ziemlich Mächtig werden.

  • N schrieb:

    @mat
    Danke für deinen Kommentar. Es ist sehr seltsam das sich mein Freund einfach von Sachen anziehen lässt die negativ sind wie in seiner Kindheit, schlechte Freunde etc und er wollte das ich ihm auch einfach mal so eine Backpfeife gebe. Ich habe das nie verstanden. Er hat förmlich drum gebeten und immer gelacht dabei.

  • Mat schrieb:

    @N:

    Keine Gefühle: das gibts wohl nicht. Aber ich weis aus eigener Erfahrung, daß man sie u.U. nicht wahrnimmt. Daß man wirklich nicht weiß: bin ich heute gut gelaunt oder schlecht, oder habe gar keine Laune? Und dann bekommt man bei irgendeiner Kleinigkeit einen Wutanfall. Aha, heute bin ich anscheinend nicht gut drauf …

  • Mat schrieb:

    @cassie:

    Bin über 40, ähnliche Kindheit. Ähnlicher Zustand.

    Ein dringender Rat: Such Hilfe! Quäle dich nicht länger!

    Ich bin neulich in einer Krise in die Notaufnahme einer Klinik gegangen. Die Psychologin, die gekommen ist, hat sich erstmal meine Geschichte angehört. Allein das Hilft schon! Und – sie hat erkannt, daß ich übel dran war und hätte mich sofort Stationär aufgenommen.

    Sie hat mit mir verschiedene Möglichkeiten besprochen. Auch das gibt Perspektive.

    Weg von deiner Mutter! Es ist hart zu erkennen, daß man alleine nicht mehr klar kommt, sehr hart. Daß man niemand hat.

    Ich ärgere mich darüber, daß ich nicht schon viel früher Hilfe angenommen habe, bin seit längerem in Therapie.

    Wirklich: scheiß auf Job und Wohnung, such dir eine Psychologische Klinik und geh hin! Und wenns für ein paar Wochen stationär ist. Inzwischen bin ich soweit, daß ich sogar eine Medikation akzeptieren könnte, wenn ich alles als völlig auswegslos empfinde.

    Es gibt tatsächlich Leute da draußen die Helfen können und wollen.

    Und es gibt schöne Momente im Leben, wofür es sich lohnt weiterzumachen, auch wenn sich das etwas Platt anhört, es stimmt. Z.B. auf einer Wiese Sonne tanken und die Ruhe genießen.

    Bitte gib nicht auf!

  • Hallo Cassie,
    für Sie gilt dasselbe wie für viele, die hier ihre Leidensgeschichte schildern: Sie brauchen Hilfe. Schnell. Unbedingt. Ihre Suizidgedanken sind sehr ernst zu nehmen.
    Vertrauen Sie sich jemand an und holen Sie sich therapeutische Unterstützung. Das zahlt Ihre Krankenkasse und muss niemand erfahren. Adressen in Ihrer Nähe finden Sie hier …
    Alles Gute für sie.

  • cassie schrieb:

    Ich bin 26 und wurde seitdem ich klein war von meiner mutter geschlagen, in der Pubertät hörte es dann langsam auf. Zu dieser zeit habe ich mich nehmlich gewehrt. Mit 10 Jahren hatte ich meinen ersten Selbstmord versuch, weil ich die Schläge und Demütigungen seitens meiner Mutter nicht ertragen konnte. Meine Mutter ist seit meinem 4 Lebensjahr alleinerziehend. ich bin in Amerika geboren und aufgewachsen. Beim ersten Selbstmord versuch als ich 4 Jahre alt war hat meine Mutter die amerikanische Polizei gerufen. Die kamen ins Haus und drohten mir mit dem Kinderheim wenn ich das nochmal mache, kein Wort darüber warum ich mich umbringen wollte. Generell habe ich bei meinem Vater Hilfe gesucht, jedoch glaubte er mir nicht. Eigentlich erinnere ich mich ungerne an meine kindheit zurück, ich weiß nur von 2 speziellen fällen: 1. Meine Mutter wollte mich ertrinken in der Wanne oder 2. Wie sie mich von einer Seite des Raums zur anderen gewurfen hat -gegen die wand. Ich war nie gerne in der schule wurde immer gehänselt hatte immer schlechte Noten seitdem ich denken kann. Deshalb wurde ich auch immer geschlagen, schulisch habe ich schon immer versagt. Mit 15 kam dann raus das ich Ads habe. Seitdem wir in Deutschland leben musste ich die Hauptschule, die realschule und mein fachabi wiederholen. Leider habe ich trotz wiederholung nicht mein fachabi geschafft. Momentan mache ich eine ausbildung die mir sehr schwer fällt. Ich wohne immer noch zuhause mit meiner mutter. Ich merke das ich in letzter zeit keine Kraft mehr habe, habe alleine in meinem zimmer immer mehr Wutanfälle und denke immer mehr über den Tod nach. Ich hab lehne Bezugsperson über mit dem ich darüber reden kann. Keiner kennt meine echte Geschichte. In letzter zeit treibt mich meine Mutter in den Wahnsinn, sie droht mir wegen jeder Kleinigkeit mit dem rauswurf aus dem Haus. Ich weine sehr oft in letzter zeit. Keine Ahnung was ich noch sagen soll….keine Ahnung ob das jemand ließt, wäre nett wenn mir jemand helfen könnte. Danke

  • Hallo anonymous,

    es kommt oft vor, dass Menschen, die selbst schlimme Dinge erlebt haben unter Stress auch solche Verhaltensweisen zeigen. Dagegen helfen auch gute Vorsätze nur sehr wenig, da dann das Gehirn in den Notfallmodus kommt. Und dort sind alte Muster abgespeichert. Die Fachleute nennen das zum einen Psychodynamik, zum anderen kommt hier auch der Traumabegriff “Trigger” ins Spiel. das das Ganze ein Reflex ist, kannst Du Dich auch nicht dagegen wehren. Hier hilft nur Therapie. dann wird das auch deutlich besser oder geht ganz weg. Menschen mit Traumatisierungen sind sehr stressanfällig, dazu gehört auch emotionaler Stress. Wenn Deine Tochter so wütend ist, dann kommst Du natürlich auch ordentlich unter Stress. Kinder übernehmen das was wir Ihnen vorleben. Wenn einem einmal die Hand ausrutscht, dann ist das sicher nicht schön. Wenn man seinem Kind aber sonst Liebe und Zuwendung schenkt, dann wird das Kind von dem einem Mal keinen Schaden davon tragen. Falls das öfter passiert, sollte man sich selbst schnellst möglich Hilfe holen, um die eigenen Traumata aufzuarbeiten und sein Kind zu schützen.

    Liebe Grüße
    André Kellner
    Dipl.-Psych. & Traumatherapeut

  • N schrieb:

    Hallo,
    Ich habe den Beitrag von Nicci gelesen und sie spricht mir aus der Seele. Es ist bzw war bei mir genauso. Ständig Lügen und das konnte er ohne das man was bemerkte, schwierige Sachverhalte als sehr einfach darstellen, Häme und Spott von anderen waren okay und mich haben sie zutiefst gekränkt. Immer als ich ihn darauf angesprochen habe hieß es da muss man drüber stehen. Die Leute die besonders schlecht zu ihm waren hat er auf Händen getragen. Ich war am Anfang der Beziehung ein so glücklicher selbstbewusster Mensch und nun am Ende der Beziehung absolut kaputt und fühle mich minderwertig weil ich das alles nicht ausgehalten habe, was er als leicht dargestellt hat. Mein Freund wurde in der Kindheit sehr stark misshandelt von den Eltern und findet das jetzt okay und nimmt es hin. Ich kann das nicht begreifen, dass er lieber einen Menschen wie mich abstellt um seine Freunde oder sein Leben so weiterzuführen was ihm nur schadet. Wir waren so glücklich und hatten so viel vor und nun an einem Tag war es vorbei weil er keine Kraft mehr hatte. Er hat mir immer gesagt er hat keine Gefühle er kann das nicht empfinden. Ich kann mir das nicht vorstellen das ein Mensch keine Gefühle hat.

  • Liebe Merle und liebe andere Betroffene,

    Ich bin Traumatherapeut und kann nur jedem raten: “Habt den Mut Euch Unterstützung zu holen”. Sich zu ritzen ist zwar schlimm, aber es ist erst mal nur ein Symptom und manchmal eine sehr gute Möglichkeit Druck abzubauen. Es ist auch eine gute Möglichkeit sich zu spüren, wenn man sonst nichts fühlt. Wenn man noch nicht die Kraft hat jemanden aufzusuchen kann ein online Forum der erste Schritt sein. Zudem empfehle ich folgende Seiten, welche alle zum Thema Trauma/Traumatherapie und ähnlichen Themen zugeordnet sind:

    http://www.emdria.de
    http://www.degpt.de
    http://www.thzm.de (Traumahilfezentrum München)
    http://www.traumatherapie-institut.de (Münchner Traumainstitut und Traumaambulanz)
    http://www.mri.tum.de/node/815 (Traumaambulanz rechts der Isar)
    http://www.trauma-informations-zentrum.de
    http://www.trauma-hotline.de
    http://www.traumatherapie.de
    http://www.traumanetzwerk.de
    http://www.fifap.de

    Je nach Thema finden Sie unter folgenden Links noch weitere interessante Informationen:

    http://www.weisser-ring.de
    http://www.blumenwiesen.org
    http://www.schotterblume.de
    http://www.vielfalt-info.de

    Ihr seid nicht allein. Hohlt Euch Hilfe, denn das habt ihr wirklich verdient.

    Herzliche Grüße aus München

  • Hallo Merle,
    Du brauchst dringend Hilfe. Das Ritzen und vor allem Deine Suizidgedanken sind sehr ernste Anzeichen, dass Du in Not bist und auch in Gefahr.
    Selbstverständlich hat Dein vieles Weinen etwas mit den Drohungen Deiner Mutter zu tun, dass sie Dich wegschicken will. Du schreibst nicht, wie Dein Vater reagiert. Schaut er weg? Prügelt er auch? Kannst Du mit ihm reden.

    Auf jeden Fall brauchst Du Hilfe und eine Person, mit der Du mal vertraulich reden kannst. Und jemand, der dann auch mit Deiner Mutter redet, damit das Schlagen aufhört. Das Problem dabei ist, dass eventuell Deine Mutter es wieder an Dir oder Euch auslassen wird, wenn Du nach außen trägst, wie verzweifelt Du bist. Aber so wie es jetzt ist, ist es ja auch schon schlimm genug.
    Mögliche Ansprechpersonen wären der Hausarzt, vielleicht ein Vertrauenslehrer in der Schule und natürlich auch das Jugendamt. Letztere könntest Du ja auch telefonisch mal um Rat fragen, was Du tun kannst. Die haben am meisten Erfahrung mit solchen Fällen.
    Wenn Du noch eine Frage hast, schreib noch mal.

  • Merle schrieb:

    Hi, ich bin 16. Ich und meine Zwillingsschwester wurden von meiner Mutter in unserer Kindheit geohrfeigt. dann, wenn wir etwas nicht erledigt hatten oder wenn wir etwas falsches gesagt haben. Ich glaube ich wurde 5 mal geschlagen. Wahrscheinlich ist das nichts im Vergleich zu anderen Personen hier, doch ich denke diese Schläge haben mich zu einer sehr emotionalen Person werden lassen. Also ich fange wegen jeder Kleinigkeit an zu heulen. Natürlich versuch ich es zu unterdrücken, doch dann kommt kein Wort aus meinem Mund.

    Z.B. weine ich, wenn ich an meine ganze Kindheit denke, wenn jemand (meistens meine Mutter) in einem strengen Ton mit mir spricht. Auch jetzt, während ich das schreibe laufen mir die Tränen. Hat das was mit den Schlägen zu tun und dass uns oft gedroht wurde (z.B. wenn ihr euch nicht mehr im Haushalt arrangiert, dann kommt ihr aufs Internat; Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, dann setzt es was (damit meinte sie schlagen), damit ihr endlich lernt, wer hier das Sagen hat).

    Seit einem Jahr ritze ich mich da, wo es keiner sehen kann, weil ich dadurch irgendwie den Druck ablassen kann. Oft sitze ich in meinem Zimmer und heule einfach leise für mich, wie schrecklich mein Leben doch ist. Ich habe bei jedem körperlichen Anzeichen, das Gefühl da steckt was ernstes hinter (meine Mutter denkt, wenn ich sowas erzähle will ich bloß Aufmerksamkeit, was aber überhaupt nicht stimmt). Ich hab das Bedürfnis, mich einmal vom Arzt abchecken zu lassen um zu gucken, ob alles in Ordnung ist, doch ich trau mich nicht allein. Ich wohne auf dem Land, da kann ich nicht mal so zum Arzt, bzw. Psychologen. Ich möchte jemandem erzählen, was alles passiert ist. Doch niemand ist geeignet. Ich denke auch an Suizid oder wie es wäre, wenn ich einfach vor ein Auto laufe. Ich weiß nicht ob ich Depressionen hab. Aber ich weiß, dass meine Eltern einen großen Teil dazu beigetragen haben, wie ich jetzt bin… Entschuldigung, wenn ich vom Thema abgewichen bin, aber über eine Antwort würde ich mich freuen. LG

  • Petra schrieb:

    Hallo,

    auch ich wurde geschlagen, aber ich habe meinen inzwischen verstorbenen Eltern so gut wie ganz verziehen. Sie wussten es nicht besser, gerade mein Vater ist in schweren Zeiten aufgewachsen, wurde als Kind arbeiten geschickt aus finanz. Gründen, war im Krieg- er hatte eigentlich keine Kindheit und Jugend, keine Liebe bekommen.
    Das entschuldigt nichts, aber für die Generation damals (jetzt 80/90)war Erziehung mit Schlägen normal.
    Mein Mann wurde angeblich ohne Schläge erzogen, was so sicher nicht ganz stimmt, hat aber “aufs Wort” gefolgt, nie widersprochen oder die Eltern kritisiert, selbst in der Pubertät nicht, als Erwachsener nicht. Aber sein Vater war (ist) hart, da gibt es keine Widerrede, er macht alle klein mit Worten und Stimme.
    Mein Mann hat kein Selbstwertgefühl, meiner Meinung nach, neigt dazu mich klein zu machen, wenn er in Wut gerät und vor allem keine Argumente hat.
    Weil Sie hier jemandem geraten haben, diese Seiten lesen zu lassen… das würde mein Mann nie tun. Er würde mich und alels was geschrieben steht, verhöhnen und als Blödsinn abtun.
    Auch mein Mann neigt zum lügen. Ich schreibe ebwusst lügen, denn flunkern und schwindeln ist etwas anderes. Er tut es selbst dann, wenn andere und vor allem ich es merke und dreht den Spieß um, dreht sich wie ein Rad im Wind.
    Dass er sehr streng erzogen wurde, gibt er zu, dass es ihm mal schlecht ging unetr dem Vater und viele Verhaltensweisen der Kindheit sich heute noch bei ihm zeigen, nicht. Er redet nie darüber, er wird regelrecht sauer oder leugnet meist, wenn ich ihm aufzeige, was ich in seinem Elternhaus erlebt habe, wie sein Vater mit anderen Menschen umspringt. Aber er stellt es sofort bei anderen in Frage.

    Ich denke, das ist eine Art Selbstschutz und den wollen sich diese Menschen aufrecht erhalten.
    Aber es ist enorm schwierig für mich, zumal ich über meine Kindheit reden kann und eher viel zu ehrlich bin. Deshalb ist seine Unehrlichkeit auch etwas, was mich auf die Palme bringt.

  • Sie können es probieren. Zeigen Sie ihm diesen Blogbeitrag und die vielen Kommentare. Die soll er lesen.
    Ansonsten können Sie nur sich selbst retten, bevor Sie untergehen. Menschen verändern sich nur sehr ungern, viele leiden “lieber”.

  • Nicki schrieb:

    Hallo, seit einem Jahr habe ich einen Freund, den ich über alles liebe!
    Das erste halbe Jahr hatten wir eine Fernbeziehung, da lief soweit alles gut, als ich jedoch wieder zurück in meine Heimat gezogen bin, wo er auch wohnt, gingen die Probleme los… ganz schlimm ist bei ihm das Lügen! Er hat mich eiskalt angelogen und ich habe von seinen Freunden erfahren, daß er das schon immer macht, auch bei ihnen… ich habe mir gedacht, daß so eine Lügerei einen tieferen Grund haben muss.

    Inzwischen habe ich rausgefunden, daß er als Kind regelmäßig und teilweise völlig grundlos von seiner Mutter geschlagen worden ist, manchmal bis er blutete. Er hat es mir eines Abends erzählt und es fiel ihm unendlich schwer, aber es tat ihm wahnsinnig gut. Mir hat es das Herz zerissen! Und nun sehe ich viele Dinge in einem ganz anderen Licht bei ihm, warum er so ist und sich so verhält. Er verträgt keine Kritik, er baut sich sein Leben mit Lügen so auf, wie er es gerne hätte, muss sich ständig beweisen und hält von sich selber gar nichts, er ist sich nichts wert, um nur mal ein paar Eigenschaften von ihm aufzuzählen.

    Unsere Beziehung ist sehr schwierig, wir streiten fast nur. Er kramt bei mir auch negative Eigenschaften wieder hervor, wo ich dachte, daß ich damit durch bin. Ich bin selbst jemand, der kein großes Selbstwertgefühl hat und er macht mein Selbstbewußtsein wieder sehr klein. Allein durch sein Handeln. Ich bin so eifersüchtig, wie ich es noch nie war, aber er hat einen komischen, viel zu lockeren Umgang mit anderen Freundinnen, daß ich der Meinung bin, daß er überhaupt nicht weiß, was Liebe ist und er gar nicht wirklich zwischen Freundschaft und Liebe unterscheiden kann. Ich bin mir nicht mal sicher, ob er mich deshalb wirklich liebt, obwohl er es sagt, aber unsere Beziehung ist inzwischen so verkorkst, daß ich gar nichts mehr von ihm bekomme, keine Zärtlichkeiten, keine Komplimente, nichts. Er blockiert nur noch, wenn ich mit ihm reden will und vertraut anderen inzwischen mehr an.

    Ich glaube, ich nerve ihn nur noch, weil ich nachhake und er sich seinen Gefühlen und seiner Vergangenheit nicht stellen will! Ich bin absolut verzweifelt, denn unsere Beziehung ist kurz vor dem Aus. Jedes Wort, was ich sage, sieht er als Angriff gegen sich! Ich habe versucht, daß er sich Hilfe holt, aber er ist total dagegen und es zerbricht mir das Herz, ihn gehen lassen zu müssen, bevor ich mit ihm untergehe! Ich habe ja auch noch Verantwortung meinen beiden Kindern gegenüber! Gibt es einen Weg, daß er erkennt, daß er Hilfe braucht, daß es so in seinem Leben nicht weiter gehen kann?

    LG Nicki

  • Solche seelischen Qualen kann niemand wegstecken. Sie sollten Ihren Stolz und Ihre Scham überwinden und sich Hilfe holen.

  • Anonym schrieb:

    Ich wurde vom Kindergarten an gequält und erniedrigt und dachte bis vor ein paar Jahren das ich stark genug bin es wegzustecken ..aber heute bin ich ein Wrack ein psychisches Wrack, ohne Selbstwertgefühl und ohne Freude in meinem leben! Das alles kann ich nicht verarbeiten auch nicht das ich vom Onkel sexuell angefasst wurde als ich 10 war.hilfe kann ich mir nicht holen,dazu bin ich zu feige …

  • Suchen Sie sich einen Tehrapieplatz.
    Heir gibt es Adressen: http://www.psychotherapiesuche.de oder http://www.therapie.de

  • anonym schrieb:

    Hallo!
    Ich bin 26 jahre alt, Mutter von zwei Kindern.
    Auch ich wurde oft von meinem Vater geschlagen.
    Gürtel, Stock, einmal sogar mit einer Schneekette. Wochenlang blieb der Abdruck auf meiner Warde.
    Immer hatte ich so eine Wut in mir, die ich jedoch nicht rauslassen konnte.
    Das alles hat sich angestaut und hat nur negative Folgen auf meine Beziehung. Es MUSS alles nach meiner Nase tanzen, ich verstehe keinen Spaß, vertraue keinem, brülle meine Meinung und kann mit Konflikten einfach nicht umgehen.
    Ich weiß, dass ich dringend Hilfe brauche.

  • Petra schrieb:

    Ich wurde auch als Kind geschlagen, u. a. mit einem Stock. Ich war sicher ein sehr aufmüpfiges Kind, aber “draußen” sehr zurückhaltend und schüchtern. Ich habe mich daheim verbal gewehrt, wenn man mir etwas aufstülpen wollte, was ich nicht wollte, ich war sehr überbehütet.
    Meine Eltern kannten es nicht anders, wie es in der Generation vor 30, 40 oder 50 Jahren üblich war.

    Ich habe lange Wut in mir gehabt, kannmich an sehr viele Situationen genau erinnern. An die, die richtig schlimm für mich waren.
    Meine Eltern leben nicht mehr. Ich habe es ihnen im Alter erzuählt, sie wollten es nicht wissen, sahen sich immer noch im Recht und.. es schadet niemandem, ich wäre undankbar, ich war doch frech.
    Ich habe zu nahezu 100% damit abgeschlossen. Ich habe es für mich aufgearbeitet, es ihnen gesagt- mehr kann ich nicht tun.
    Ich entschuldige es nicht, ich verzeihe ihnen vielleicht auch nicht ganz, aber ich kann es ein Stück weit “aus ihrer Sicht” verstehen und habe Frieden geschlossen.

    Mein Mann hat einen sehr autoritäten Vater, der hat nur it der Stimme und mit Worten Härte gezeigt. Ich habe gemerkt, dass das Spuren hinterlassen hat, die sich auch in der Beziehung niederschlagen. Mein Mann verleugnet aber größtenteils alles, was mit seinen Eltern an Negativem zu tun hat. Vor allem mir gegenüber.

  • Hi Richard, pass gut auf Dich auf, sonst tut das nachher niemand. Du hast absolut Recht: verdrängen bringt nichts, denn verdrängen ist verleugnen. (das sollte man sich niemals zur Gewohnheit machen)
    Aber eines kann man sich sehr gut zur Gewohnheit machen: jeden Tag etwas Gutes für sich selber tun.
    Alles Gute für 2014

  • richard schrieb:

    Hallo alle zusammen also ich bin 18 jahre alt und wurde auch von meinen vater öfters geschlagen meistens wenn er besoffen wahr und seitdem er eine neue frau an seiner seite hatte wahr die auch noch gewaltätig mir gegenüber sie hatte mir immer so kleine sachen angetahn wie an den ohren ziehen ohrfeigen geben morgens kaltes wasser über mich schütteln stundenlang die wand anstarren lassen usw. bei meinem vater
    wahr das alles einbischen schlimmer der hat mich immer mit seinem gürtel geschlagen manchmal hatte er auch solche zacken dran einmal hatte er mich so
    dolle geschlagen das ich mir dabei ihn die hosen gemacht habe und wahr aber auch mit seiner ganzen kraft mit tritten ohrfeigen und das mehrmals hintereinander mit 12 jahren bin ich dann abgehauen und wohne jetzt bei meiner oma
    ich hab das bis heute nicht verdrängt kann man glaube ich auch nicht es wird immer ihn dein bewusstsen weiterleben heute denke ich mich das ich das mein vater wieder zurückgeben sollte mit meinen 1, 85 und breite figur sollte das kein problem sein aber ich hallte mich zurück schließlich sollst du la deine eltern ehren obwohl das eigendlich auf gegenseitigkeit beruhen sollte.

    viel glück euch allen noch
    lg Richard

  • Vielen Dank Herr Kellner,
    jetzt mit fast 60 kann ich Ihnen nur bestätigen: man hat da ein Leben lang mit zu tun – auch nach Tiefen- und Verhaltenstherapie, immensen durchgängigen Selbsthilfebemühungen, Lernen und Achtsamkeit.
    Heute glaube ich, das Verdrängen/Verleugnen ist sehr schlecht. Alles denkbar Gute für Ihre wichtige Arbeit. Während meiner Therapien habe ich jeweils ein Buch geschrieben. Auch das hat gut getan. Schaue ich mir heute diese 500 Seiten an, dann wird mir immer wieder klar, welche Dimension das alles hatte und hat. K.H.

  • Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann.
    Ich freue mich über diesen Artikel, da bei diesem Thema noch sehr viel Aufklärung notwendig ist. Wir wissen aus der modernen Traumaforschung, dass Gewalt, egal ob körperlich, verbal oder gar sexuell, immer Spuren in unseren Gehirnen hinterlässt. Vor allem in jungen Gehirnen ist diese Prägung um so intensiver und gravierender – auch wenn sie nicht erinnert wird!!! Je jünger, desto gravierender! Selbst verbale Gewalt ist hierbei nicht zu vernachlässigen. In der modernen Traumadiagnostik, wird der Begriff “Psychische Gewalt” verwendet. Nichts kann gelöscht werden! Immer dann wenn die Gewalt von wichtigen Beziehungspersonen (Eltern, Geschwister, Verwandte, Lehrer usw.) ausgegangen ist, dann ist diese Prägung nochmals tiefer, denn bei einem traumatischen Ereignis wird immer unser Bindungssystem aktiviert. Dies ist ein archaischer Mechanismus, der Schutz und Hilfe aktivieren soll! Deshalb ist Gewalt von wichtigen Bindungspersonen doppelt so traumatisierend wie von fremden Menschen! Denn hier wird zugleich auch das Bindungssystem beschädigt!
    Um die Symptome zu beseitigen (Ängste, Panik, Bindungsängste, Körperschmerzen, Anspannung oft auch Burnout, Selbstwertprobleme, Aggressionen usw.) ist sehr wichtig und sinnvoll eigene Gewaltereignisse aus der Kindheit mit Hilfe professioneller Therapie zu verarbeiten. Das ist Gott sei Dank möglich. Es ist aber vor allem wichtig dies zu bearbeiten, da die eigene Angst- und Psychodynamik und vor allem die Bindungstraumatisierung an eigene Kinder weitergegeben wird. Das ist ein völlig normaler Mechanismus, dem wir alle unterworfen sind und der vor allem in stressigen Situationen reaktiviert wird. Wer hat nicht schon einmal in einer sehr stressigen Situation gedacht “Ohh Gott ich bin schon wie mein Vater (oder meine Mutter)”. Dann wird das eigenen Kind zum Trigger. Oder das Schreien des eigenen Kindes erinnert (natürlich unbewusst) an eigene leidvolle Erfahrungen. Hier kann man sich Hilfe und Unterstützung holen und diese Themen bearbeiten und auflösen. Zum eigenen Wohl und zum Wohle der eigenen Kinder.
    Mehr zu diesem wichtigen Thema lesen Sie ab Januar in meinem Blog unter:
    http://www.andre-kellner.de/blog/

    Herzlichst Ihr André Kellner
    (Dipl.-Psych. & Traumatherapeut)

  • Jalms schrieb:

    Ich bin 18 Jahre alt und bis heute war ich überzeugt davon, dass meine Vergangenheit eben vergangen ist und ich alles ganz gut weggesteckt habe. Aber eigentlich trifft so vieles zu, dass ich nicht weiterhin meine Augen verschließen darf, jedoch auch nicht darüber reden kann. Das konnte ich mit noch niemandem darüber, da die Reaktion der anderen mir Angst macht.

  • Silent schrieb:

    Ich hab mich bei dem Artikel sehr ertappt gefühlt.
    Bisher war ich in meiner Umgebung die Einzige, die sich nicht an Ihre Kindheit vor dem zehnten Lebensjahr erinnern kann. Mich hat das Thema Kindheit in meinem Leben bereits zum zweiten Mal mit aller Wucht eingeholt. Ich hatte gehofft, dass das nicht so sein würde. Auch ich habe viel Schlimmes erlebt und unter Anderem auch Schläge von beiden Elternteilen. Ich hab seit zehn Jahren kein Kontakt mehr zu meinem Vater und würde am liebsten auch den Kontakt zu meiner Mutter beenden, was ich aber nicht übers Herz bringe, da sie als Oma eine andere Person ist und ich meinen Kindern die Oma nehmen würde. Die Trennung von Mutter und Oma in meinem Kopf ist aber nicht immer leicht.

    Ich selbst hab immer Angst gehabt, eine schlechte Mutter zu sein, ebenfalls zu schlagen und es ist mir gerade in den ersten Jahren, nicht immer gelungen, ruhig und gelassen zu bleiben. Wie auch, ich hatte es ja nie gelernt. Ich hab kaum soziale Kompetenzen, zwischenmenschliches Verständnis oder Ähnliches in meiner Kindheit gelernt. Das musste ich alles als Erwachsene nachholen. Aber ich habe mich bei meinen Kindern entschuldigt, wenn ich Fehler gemacht habe und ich hab den Punkt überwunden, Angst zu haben, genauso zu sein. Ich bin nicht perfekt, aber ich hab es tausend Mal besser gemacht als meine Eltern.

    Ich arbeite an mir, immer noch, seit über zehn Jahren und lerne immer noch dazu (denn als Erwachsener dauert alles viel länger – aber es lohnt sich). Meine Kinder sind glückliche Kinder. Ja, das geht, trotz meiner Voraussetzungen. Da helfen viele Gespräche, was sie wollen und was sie sich wünschen. Mit Sicherheit habe ich auch viel Glück mit meinem Mann gehabt, dafür bin ich sehr dankbar, denn vieles hat er mir beigebracht. Man braucht Menschen um sich rum, die einem gut tun. Wenn es nicht der Mann ist, dann können das auch Freunde sein.

    Ich wünschte manchmal, ich hätte vieles schon früher gewusst, dass hätte mir manches erspart. Es ist z.B. immer noch nicht leicht zu vertrauen, aber ich hab gelernt, dass ich keinen Dauerschutz mehr brauche und deswegen wirke ich viel offener und freundlicher als früher. Ich glaube, das ein guter Mix aus Aufarbeitung und Verhaltenstherapie in Form von Regeltransformationen der Weg ist. Zumindest ist es meiner.

  • Fischi007 schrieb:

    Meine Mutter wurde als sie klein war mit ihrem Bruder jeden Tag grundlos nur weil ihr vater betrunken war mit dem Gürtel geschlagen. Sie mussten mit 16 arbeiten gehen um das versoffene Geld zu verdienen, aber das Geld musste gleich wieder an dem Vater abgegeben werden (für Alkohol und Zigaretten). Und jetzt ist sie 39 und seit sie 35 ist, habe ich bemerkt das sie noch ein Trauma hat, denn: jede Nacht jammert sie unbewusst in der Nacht und sagt sogar manchmal in einem jammerndem Ton “Mama”. Ich weis echt nicht was ich tun soll.

  • Ohne professionelle Hilfe werden Sie es vermutlich nicht schaffen. Und ja, Therapie kann anstrengend sein, weil man sich mit all dem auseinandersetzen muss, was man verdrängen und vergessen will. Aber das geht ja nicht. Sie Erlebnisse und Erfahrungen bahnen sich auf andere Weise ihren Weg ins Leben. Gerade auch wegen Ihrem Sohn aber vor allem, dass Sie diese schrecklichen Dingen verarbeiten können, sollten Sie sich entschliessen, einen Psychotherapeuten aufzusuchen.
    Adressen finden Sie hier: http://www.psychotherapiesuche.de

  • Paula schrieb:

    Ich bin 29 und Mutter eines dreijährigen Sohnes und im zweiten Monat schwanger.
    Ich kann mich heute immer noch nicht an sehr große Teile meiner Kindheit erinnern. Ich weiß nicht wann es anfing und ich weiß nicht wann es aufhörte. Aus Erzählungen meiner inzwischen verstorbenen Großmutter, weis ich, dass meine Mutter wohl eine sehr liebevolle Mutter war, bis sie meinen Stiefvater heiratete. Aber auch daran kann ich mich nicht erinnern. Ich war wohl damals fünf Jahre alt. An wesentliche Dinge erinnere ich mich allerfings sehr wohl: ich war immer dumm, eine Schlampe, eine Drecksau und ich wurde mit blanken Händen, einer Art Bürste und eine Art Stil geschlagen. Oft waren es harmlose Gründe: Zahnpasta am Becher, ein Haar im Waschbecken, eine gegessene Birne, die meiner Mutter gehörte, Eselsohren im Schulhefter,…. Meine sogenannten Eltern waren auch kreativ mit anderen Strafen: Dauerhausarrest, Zuschliesen der Stuben- und Küchentur, kein TV, kein Radio, kaum Spielzeug, alle Hausarbeiten machen, auf dem Hof spielen nur in Sichtweite, nie mit anderen Kindern an den See gehen,….. Der Gipfel war ein öffentlich aushangender Aufgabenzettel, was ich um welche Uhrzeit zu tun und zu lassen habe.
    Ich habe viele Jahre gedacht es sei normal, doch die Unterschiede zu anderen Familie wurden immer klarer. Irgendwann verstand ich, dass Prügelstrafen nicht normal sind. Als ich 15 war, drohte mein Stiefvater:”du hrauchst wohl mal wieder eine Tracht Prügel? ??” Ich antwortete: “mach doch…ich zeige dich an” daraufhin hat er mich zu Boden geworfen, sich auf mich gesetzt und mit der blanken Faust auf Brust, Flanken und Arme geschlagen. Meine Mutter saß mit verschränkten Armen und Beinen vor mir und svhaute aus dem Fenster heraus, ohne eine Miene zu verziehen. Ich war die Prügel schon so gewohnt, dass ich mein Gesicht schützte und mir dachte: “die Genugtuung zu heulen, gibst du ihm nicht!!!”. Und ich weinte nicht, obwohl ich mir in die Hosen pullerte vor Angst.
    Mit 17 zog ich zu meiner Oma. Es folgten seltsame Beziehungen zu seltsamen Männern und mein ganzes Leben richtet sich danach, blos nicht so wie die eigene Mutter zu werden. Also machte ich meinen Führerschein, den sie nie schaffte, machte Fachabi, was sie nie schaffte, baute mir meine eigene kleine Wohnung auf, was sie nie schaffte,….
    Als ich 2006 meine Mutter auf die Prügelstrafen ansprach und eine Erklärung, eine Gestandnis, eine Entschuldigung erwartete, behauptete sie ich hätte die Prügel verdient und es hatte mir nicht gesvhadet. Sie verstand es nicht. Und da war dad lezzte Ereignis svhon Jahre her und unser Kontakt sporadisch.
    Mir ging es oft schlecht, weil ich nach Erklärungen suchte und nie eelche bekam. Aber aks sie mir den Spruch drückte, habe ich sie seit jeher nie wieder gesehen. Sie kennt ihr Enkel nicht, sie hat meine Hochzeit verpasst uvm…
    Insgeheim hoffe ich immer noch, dass sie es irgendwann einsieht und angekrochen kommt, obwohl ich im Grunde weiß, dass die Chancen dafür sehr schlecht stehen.
    Seit einiger Zeit kann ich auch fremden Mendvhen ganz nüchtern erzählen, wss passiert ist.
    Doch immer ofter spüre ich, dass ich meinem Sohn gern auch einmal eine Klatsvhen würde, weil er mich an meine Grenzen bringt und ich keine Argumente mehr habe. Genau wie mein Stiefvatet, der auch nie Argu, ente hatte…
    Ich habe Angst….
    Angst meinem Sohn das Selbe anzutun….
    Angst, dass er mich einmal so hasst wie ich meine Mutter hasse ubd zugleivh foch vermisse.
    Den Schritt zum Psyhologen habe ich noch nicht gewagtm da ich Angst habe, mich an alles genau zu etinnern.
    Als Kind loste ich das Problem durch Ritzen, hatte Untergewicht….
    Heute bin ich Choleriker, Pessimist und fühle mich trotz aller Erfolge als Versager.

  • Giulia schrieb:

    Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,

    Ihr Artikel hat mich sehr bewegt. Ich las ihn wieder und wieder und jedesmal wurde meine Wut größer, meine Trauer, meine Scham. Ich selbst bin unter starker psychischer physischer Gewalt groß geworden. Manchmal frage ich mich wie ich es überhaupt schaffte Erwachsen zu werden. Meine Mutter die ein erfolgreiches Unternehmen führt gilt damals wie heute als herzensgute, liebevolle Frau und Mutter. Tja, so sehen sie ihre Kunden, so sahen sie meine Schulfreunde und alle Menschen in meinem Umfeld.

    Aber niemand hat sie so kennengelernt wie ich es tat und glauben Sie mir auch ich musste erst schlimmes im Leben erfahren um das zu erkennen aber dazu später mehr. Nach außen hin schienen wir immer die tolle Familie. Meine Eltern meine jüngere Schwester und ich. Vater erfolgreich im Job, Mutter erfolgreiche Unternehmerin und ihre zwei Kinder. Ich kann mich bestimmt nicht mehr an alles erinnern was vielleicht auch gut so ist aber viele viele Erinnerungen brodeln in mir als seien sie erst gestern geschehen. Alles fing eigentlich damit an als meine Schwester geboren wurde da war ich 4. Ich war rebellisch meine Schwester dagegen unauffällig und introvertiert. Mein Vater prügelte mich oft. Sei es das ich meine Schwester ärgerte oder ich einfach laut war. Ich erinnere mich wie er mit dem Gürtel so lange auf mich einschlug bis meine Mutter ihn von mir weg holte und warum? Weil meine Schwester anfing zu weinen und zu meinen Eltern ins Bett kroch, Sonntags morgen.

    Das schlimme waren nicht die Schläge sondern die Ignoranz meiner Mutter die nicht mal nach mir sah. Ich hatte überall Striemen. Im Gesicht an den Beinen. Ich hatte Todesangst vor meinem Vater. Irgendwann hatte ich eine Phase da machte ich ins Bett. Meine Mutter schleifte mich von Arzt zu Arzt natürlich ohne Ergebnis denn ich hatte nichts körperliches!! Eines Abends stand ich in der Schlafzimmer Tür da war ich 7 weil ich wieder ins Bett gemacht hatte und meine Mutter schleifte mich am Arm ins Bad und schloss mich ein, im Dunkeln. Ich durfte erst wieder raus als mein Vater kam. Ich kann es nicht vergessen…als ich in die Pubertät kam wurde ich rebellischer und als mein Vater mich beim rauchen erwischte schlug er solange auf mich ein bis ich ein blaues Auge hatte. Das schlimme waren nicht die Schläge sondern das ich schrie und meine Schwester weinte und meine Mutter die in der Tür stand sich meine Schwester schnappte und das Haus verließ. Sie ließ mich allein.

    Schließlich wurde ich in der Schule von Lehrern angesprochen bis ich schließlich dachte man wolle mir ernsthaft helfen so brach ich unter Tränen bei meinen Lehrern zusammen. Meine Eltern wurden zum Gespräch eingeladen. Am Ende waren sie die Opfer eines rebellischen Teenagers die quasi die Prügel provoziert hatte! Noch heute bin ich fassungslos über diese Pädagogen! Meine Mutter strafte mich mit wochenlanger Ignoranz. Schließlich hätte ich ihren guten Ruf in Gefahr gebracht. Mein Vater jedoch rührte mich seitdem nicht mehr an, ich sehe noch heute das es ihm leid tut. Er hat sich zwar nie offiziell entschuldigt aber versucht es mir mit vielen Gesten zu zeigen. Meine Mutter dagegen und davon bin ich überzeugt liebt nur meine Schwester. Sie wurde nie angerührt. Wenn sie schlechte Noten schrieb wars ok. Wenn ich dagegen schlechte Noten hatte zb eine 3 wurde ich bestraft. Bewusst wurde es mir jedoch als ich 2010 heiratete, anschließend hatte ich eine Fehlgeburt welche mir den Boden unter den Füssen wegriss. Ich wurde depressiv und am aller schlimmsten: ich bekam heftige panik attacken. Es wurde so schlimm das ich mich nicht mal mehr vor die Tür traute. Auto fahren ging nicht mehr. An der Kasse im Kaufhaus stehen ein Alptraum. 6 Monate ging das so bis mein Mann mich mit Gewalt zum Psychologen brachte.

    Es war das beste das mir je hätte passieren können! 18Monate war ich dort. Regelmäßig ging ich zu den Terminen. Meine Mutter belächelte mich interessierte sich weder für meine Attacken noch für den Grund. Mein Psychologe drang soweit in meine psyche ein bis er den Kern den Auslöser meiner Angstzustände zu greifen bekam. Dafür danke ich ihm bis heute so unendlich. Meine Mutter ist der Grund. Die Fehlgeburt löste eine Art Versagenswelle in mir aus das ich vor meiner Mutter versagte. Ich kam mir so wertlos vor so klein so ohnmächtig. Heute bin ich zwar wieder “gesund” bzw ich gehe mit meiner Angst anders um. Aber der Grund warum ich mir hier alles von der Seele schreibe ist das meine Eltern bzw. Meine Mutter vor 10 jahren ein Haus kauften. Meine Schwester wohnt unter dem Dach auf 100qm zahlt natürlich keine Miete und übernimmt keinerlei Kosten.

    Dann kamen sie mit der Ratenzahlung des Hauses ins schleudern dies ging dann soweit das die Bank die Kredite kündigte! Zu dieser Zeit war meine Mutter verzweifelt sie rief mich täglich an weinte und jammerte sie würde alles verlieren und was sollen die anderen denken… Meine Schwester wurde damit natürlich nicht belastet. Aber mich, mich konnte man belasten? Auf der Arbeit anrufen, Abends zuhause, bei Familientreffen ging es nur um das eine Thema. Es hat mich so unendlich belastet es hat mich fertig gemacht! Und sie hat es einfach nicht interessiert. Irgendwann hatte ich die schnauze voll und habe mich mit Banken und Anwälten ins Zeug gelegt. Am Ende war die Bank bereit einen Deal einzugehen. Sie wollte das ich den Kredit mit unterschreibe als Bürge! Sonst würde das Haus in die Zwangsversteigerung gehen. Die Bank bot mir an bzw. schlug mir und meinen Mann vor das Haus auszubauen und dort einzuziehen. Antwort meiner Mutter: ja, wenn ihr mir 1000 Euro im Monat zahlt. Der komplette Kredit belief sich auf 1200 Euro im Monat! Mein Mann und ich waren fassungslos. Meine Schwester wohnt dort und zahlt nicht 1cent. Ich unterschrieb den Vertrag nur unter der Prämisse das ich einen Eintrag ins Grundbuch möchte. Aber auch da gab es Streit mit meiner Mutter denn schließlich würde sie meine Schwester damit benachteiligen.

    Nicht einmal einen Hausschlüssel habe ich erhalten oder einfach mal ein Danke für Deine Hilfe! In solchen momenten kommt alles hoch einfach alles!!!!! Wenn ich sie auf meine Kindheit anspreche stellt sie mich tatsächlich als Lugnerin hin, ich würde mir alles einbilden ich hätte NUR eine Ohrfeige bekommen! Das macht mich so wütend so traurig das ich sie einfach nicht greifen kann. Niemand würde mir glauben wie sie wirklich ist ! Nicht einmal mein Mann wenn er es nicht selbst sehen würde. Ich denke oft darüber nach ob ich als Mutter irgendwann genauso grausam sein werde, das macht mir Angst es blockiert mich. Diese irreparabeln Schäden können nie wieder gut gemacht werden! Nie wieder!! Und hätte ich damals nicht professionelle Hilfe gehabt würde ich heute noch denken dass sei ok was sie getan haben!! Am liebsten würde ich den Kontakt zu ihnen abbrechen. Aber zu meinem Vater möchte ich den Kontakt gerne haben. Es ist sehr schwer sich von jemandem zu lösen den man liebt und als Kind liebst Du Deine Eltern bedingungslos.
    Danke fürs lesen.
    Giulia

  • Hallo Sonja,
    bei der Verdrängung verleugnen wir so gründlich, dass wir das Verleugnete kaum noch bewusst wahrnehmen. Bei der Verleugnung wird alles, was nicht ins Weltbild passt, kurzerhand ignoriert.
    Das kann man einerseits als einen Schutzmechanismus Ihrer Psyche sehen, bis hin zu der Phantasie, dass Sie sich das alles nur einbilden (was ich auch nicht glaube). Aber inneren Konflikte verschwinden nicht einfach. Bei Ihnen zeigen sie sich durch nächtliches Grübeln. Sie könnten eine tiefenpsycholgisch funiderte Psychotherapie erwägen. Nur durch das Aufarbeiten werden solche Dinge gelöst.

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