Ei
n ernstes Thema, das ich auch unter dem Eindruck des Intensivseminars, das ich letzte Woche leitete, schreibe. Trotz etlicher Erfahrungen mit Menschen zu diesem Thema, bin ich doch immer wieder auf’s Neue betroffen, wenn ich miterlebe, wie körperliche Strafen, die jemand vor zwanzig, dreißig Jahren oder länger erlitten hat, sich auf das spätere Leben auswirken können.
Ich muss schon sehr genau hinhören und hinspüren, um mitzukriegen, dass jemand körperliche Gewalt in seiner Kindheit andeutet. Denn das Thema ist immer noch tabuisiert und vor allem auch schambesetzt. Doch wenn jemand beim Schildern seiner Biographie erwähnt, dass “es zu Hause streng zuging” oder der Vater “ziemlich autoritär war” oder “die Mutter keinen Widerspruch duldete”, werde ich meist hellhörig und frage nach, was der Betreffende damit meint.
Zur Sprache kommen dann zuweilen Schilderungen von heftigen Ohrfeigen und Prügeln mit Zaunlatten, Gürteln, Lederpeitschen, Baumzweigen, Kohleschaufeln, Teppichklopfern, Rohrstöcken oder bloßen Händen usw. Der Zeitpunkt ist oft unvorhersehbar. Wenn der “Elternteil schlecht drauf war”, wenn “man nicht schnell genug weg war” oder regelmäßig am Samstagabend als gefürchtetes Wochenendritual.
Ich frage auch immer nach, bis zu welchem Lebensalter geschlagen wurde und wie es aufhörte. Dabei erfahre ich, dass es meist in der Pubertät aufhört, bei manchen aber auch erst mit achtzehn, neunzehn Jahren, als sie sich entschlossen, auszuziehen. Manchmal hört der Elternteil von selbst auf, zuweilen auch nur durch die handfeste Drohung des Jugendlichen. Meist werden Jungen, speziell die ältesten, am meisten geschlagen, aber auch viele Mädchen.
Wie gehen Erwachsene mit der Erinnerung an Schläge in ihrer Kindheit um?
Eine häufige Form ist die Bagatellisierung.
Zumeist erkennbar an der Schlussfolgerung “Das hat mir aber nicht geschadet!“
Ich verstehe diesen Satz immer als den Versuch, den Konflikt zu lösen zwischen dem guten Bild, das man von den Eltern hat und den Szenen, wo man geschlagen wurde.
Häufig ist auch die Verdrängung.
Immer wieder berichten mir Menschen, dass sie an die ersten acht oder zehn Jahre ihrer Kindheit keinerlei Erinnerung haben. Kein Bild, kein Gefühl, nichts. Erst im Rahmen der gemeinsamen Arbeit kommt manchmal ein Stück schmerzlicher Erinnerung wieder zurück.
Welche Folgen haben Schläge in der Kindheit auf einen Erwachsenen?
Die Folgen sind mannigfach. Ich will hier nur einige der Konsequenzen und Entscheidungen nennen, die mir bei meiner Arbeit mit Menschen begegnet sind.
- Angst und Vertrauensverlust in Beziehungen.
Als Kind geschlagen zu werden, ist immer eine Situation, wo das Kind unbewusst Entscheidungen trifft. Wo es auf schmerzhafte Weise lernt, wie es in Beziehungen zugeht. Dass es um Macht geht. Dass man dem anderen, dem man vertraut hat, nicht trauen kann. Dass gleich wieder etwas passieren kann. Mögliche Folgen sind auch Gefühle des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit, des Verlassenseins, das man als Erwachsener immer wieder erlebt.
- Beschränkte Konfliktlösungsmöglichkeiten.
Wer geschlagen wird, fühlt sich hilflos und gedemütigt. Um damit in Zukunft umzugehen, gibt es nur wenige Strategien. Die eine ist, sich zu unterwerfen — und den vermeintlich Stärkeren heimlich zu verachten. Die andere ist, sich zu schwören, dass einem so etwas “später im Leben” nie wieder passieren wird. Und zwar indem man selbst stark wird. - Probleme in der Identitätsentwicklung.
In Seminaren treffe ich hin und wieder auf ganz sanfte Männer, die verständnis– und rücksichtsvoll sind, nie laut werden. Einerseits angenehme Personen, aber auch ein großes Stück aggressionsgehemmt. Oft fühlen diese Menschen selbst, dass ihnen eine größere Portion Männlichkeit fehlt.
Wenn man dann in der Biographie forscht, was der Grund dafür sein könnte, graben wir zuweilen gemeinsam heftige Prügelerfahrungen aus. Frage ich, wie das “Nicht-Mann-Sein” und diese Erinnerungen zusammenhängen, hört man manchmal den einleuchtenden Satz: “Nur Männer schlagen!” Oder: “Ich wollte nie so werden wie mein Vater!“
- Selbstwertprobleme.
Wer geschlagen wird, erlebt, dass dem anderen seine Gefühle, Überzeugungen oder Regeln wichtiger sind als die eigene Person. Als Kind kann man noch schlecht unterscheiden zwischen sich und dem anderen. Kann zum Beispiel schwer erkennen, dass Eltern zuweilen überfordert sind (was kein Freispruch für Schlagen ist).
Meist sucht das Kind dann nach einem Grund für die Züchtigung. Vor allem, wenn der schlagende Elternteil sich nicht entschuldigt und die Verantwortung für sein Ausrasten dem Kind zuschiebt, sucht man als Kind die Schuld bei sich selbst. Weil man zu frech war oder Widerworte gab. Weil man schlecht in der Schule ist. Weil man überhaupt auf der Welt ist. - Abgrenzungsprobleme.
Wer als Kind geschlagen wird, erlebt eine massive Grenzverletzung. Und hat in der Folge oft Probleme, sich als Erwachsener angemessen abzugrenzen. Also Nein zu sagen, es anderen nicht immer recht zu machen, auch mal andere zu enttäuschen etc. Auch eigene Grenzen zu spüren, zu respektieren und flexibel damit umzugehen, kann schwierig sein. - Probleme mit eigenen Kindern.
Wer Gewalt als Mittel der Erziehung erlebt hat, spürt manchmal die Tendenz, sich auch so zu verhalten. Diese Gefahr ist umso größer, je weniger man sich mit dem eigenen Geschlagenwerden und den dabei erlebten Gefühlen auseinandergesetzt hat. Manche streichen ihren Wunsch nach eigenen Kindern auch ganz, aus Angst, sich in schwierigen Situationen nicht im Griff zu haben und ebenso zum Schläger zu werden. - Unkontrollierbare Aggressivität.
Als geschlagenes Kind erlebt man enorme Wut und Zorn, doch müssen diese heftigen Affekte unterdrückt und verdrängt werden. Doch unterdrückte Gefühle verschwinden nicht. Oft bahnen sie sich einen Weg in zerstörerischen Aktionen gegen andere (Kriminalität) oder gegen sich selbst (Autoaggression, Suizid, Drogenmissbrauch).
Was kann man tun?
Darauf gibt es keine schnelle Antwort. Aber allgemein kann ich sagen, dass das Bewusstmachen des Erlebten — im Gegensatz zum Verdrängen oder Bagatellisieren — ein erster wichtiger Schritt ist. Schon allein damit kommt man ein Stück aus der “Kindheits-Trance” heraus, da man den eigenen erlebten Schmerz zum ersten Mal wichtiger nimmt als das Motiv der Eltern oder die heilige Fassade des “Was sollen denn die anderen Leute denken?”
In weiteren Schritten kann man sich mit den schmerzlichen Erlebnissen auseinandersetzen. In einzelnen Fällen ist es möglich, mit den realen Eltern ein klärendes Gespräch zu führen.
Auch Eltern lernen manchmal dazu und können spät im Leben etwas bereuen oder falsch finden, das sie jahrzehntelang eisern verteidigten. Aber oft trifft man auch auf erneutes Unverständnis und eine Wand der Ignoranz (“Das bildest Du Dir doch alles ein!”)
Manchmal ist auch professionelle Hilfe nützlich,um in dem inneren Gespinst von Erinnerungen, Verdrängungsimpulsen und Verwirrung einen gangbaren Weg für sich zu finden. Letztlich aktiv zu werden im Sinne eines “Gut-für-Sich-Sorgens” ist auf jeden Fall besser als weiter im Leben in der Opferposition des geschlagenen Kindes zu verharren.
Diesen Beitrag können Sie sich hier als Podcast anhören:
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Was sind Ihre Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema?
PS: Wenn Ihnen dieser Beitrag gefiel, dann sagen Sie es doch bitte weiter: auf Facebook, Twitter oder per Email.
… oder schreiben Sie einen Kommentar.
… oder abonnieren Sie neue Beiträge per Email oder RSS.
Foto: © — photocase.com:
jeecis, rotwild und ana.knipsolina
Das könnte Sie auch interessieren:
- Drei Tipps, wie Sie die Folgen einer Scheidung für Ihr Kind abmildern können.
- Welche Führungskräfte brauchen ein Persönlichkeitsseminar?
- Wie Sie herausfinden, welche Werte Ihr Leben bestimmen.
- Drama-Dreieck: Welche Rolle spielen Sie in Konflikten?
- Welche Werte bestimmen Ihr Leben? Ein aufschlussreicher Test.



Lese ich später!


(106 Kommentare) wrote:
leider kann ich das auch nur so bestätigen: und es würde so bleiben; denn diese langzeitige Ablehnung und Traumatisierung erzeugt ja ständig ein Gefühl. Das Gehirn bildet entsprechende Strukturen, die sind dann für den Rest des Lebens wie eine Einbahnstraße. Und dann wird versucht, immer wieder dieses Gefühl herzustellen.
Alleine schaffen es nur ganz wenige, neue Wege zu bilden. Besser ist tatsächlich therapeutische Hilfe. Unbedingt.
Gut finde ich, dass sich oft Erfolge in der Therapie ganz schnell einstellen.
Schönen Feierabend allerseits. Karl
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo Nuelle,
Sie haben zwar keine Frage gestellt aber ich antworte Ihnen trotzdem.
Sie brauchen Hilfe, dringend. Dadurch dass Ihre Mutter Sie als Mädchen abgelehnt hat, konnten Sie vermutlich keine weibliche Identität entwickeln. Deshalb vielleicht auch der Wunsch, nie Kinder zu haben. Die Schläge haben sicher auch Ihr Vertrauen in Menschen sehr beschädigt.
All das können Sie ein großes Stück zum Positiven verändern, u.a. durch eine positive, auch therapeutische Beziehung. Im Moment kapseln Sie sich ab, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Das ist bis jetzt Ihre beste psychische Überlebensstrategie. Aber es wäre schade, wenn sie das ein Leben lang bliebe.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(1 Kommentar) wrote:
Ich bin 22 Jahre und wurde als Baby/Kind von meiner Mutter auch immer geschlagen und gedemütigt. Abgesehen davon dass sie mir meinen Vater genommen hat.
Was ich fast noch schlimmer fand als die alltäglichen schmerzhaften Schläge: ich weiss nicht warum aber sie nannte mich sehr oft “mein Junge” und in diesem Momenten hatte sie sogar etwas liebevolles in den Augen, damit war ich nie einverstanden und sagte “ich bin ein Mädchen nenn mich nicht immer so” und plötzlich war sie wieder total enttäuscht und ging.
Sie schob mich hin und wieder Monate lang zu Oma ab, rief in der zeit nie an, das sie mich vermissen würde oder wissen wolle wie es mir geht. Im ganzen war ich immer an allem schuld, egal was passierte, auch wenn es nichts mit mir zu tun hatte war ich immer dafür verantwortlich. Ich erinnere mich an einige Sachen, meine Tante (Schwester meiner Mutter) sagte aber da sei viel mehr passiert, meine Kindheit wäre wahnsinnig grausam gewesen.
Heute merke ich, wie sehr es meinen Charakter geprägt haben muss. Ich habe keinen Wunsch danach, einen Mann fest an meiner Seite zu haben. Wenn ich eine Beziehung habe hält es nie lange, weil mir das ganz schnell lästig wird. Ich hasse Kinder, möchte nie eigene haben. Und wenn ich Kinder sehe gönne ich ihnen nichts, nicht einmal das das es sie gibt. Mir geht es am besten wenn ich alleine bin, mir niemand irgendwo rein redet und schon gar nicht behauptet zu wissen, was ich brauche.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(2 Kommentare) wrote:
Hallo, ich bin nun 19, ich wurde auch öfters geschlagen.Für mich war es immer sehr sehr schlimm. Als ich 12 Jahre alt war, bin ich einmal von meinem Rad gefallen ( Unfall) , daraufhin hat mein Vater mich vor meinen Freunden geschlagen (Ohrfeige). Diese haben sich dann immer mehr von mir distanziert. Auch wenn mein Vater einfach sauer war, ging er auf mich los, schlug mich und riss mir immer so viele Haare aus. Meine Mutter hat ihn oft zurückgehalten, weil er sich nie in Griff hatte. Aber mein Bruder erging es weit schlimmer… Man kann hierbei nicht mehr von „Ohrfeigen” reden, sondern von richtigen Schlägereien.
Meine Persönlichkeit wurde dadurch schon sehr intensiv gestört, ich bin sehr empfindlich, weine sehr schnell und kann absolut kein Vertrauen zu Menschen aufbauen.
Aus diesem Grund habe ich einfach kein Verständnis, für Menschen die ihre Kinder schlagen, egal ob es nur eine Ohrfeige oder sonst was ist.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo,
ich bin etwas skeptisch, ob die Ohrfeigen von damals für die Kinder, die jetzt Anfang 20 sind, noch eine Rolle spielen. Offensichtlich aber in den Schuldgefühlen Ihres Freundes.
Was kann man tun? Ihr Freund kann mal beiläufig bei einem Gespräch die Kinder fragen, ob Sie sich an die Ohrfeigen noch erinnern und wie sie das im Nachhinein sehen. Dann wird er am ehesten erfahren, wie gravierend das noch ist. Dann kann er einfach erklären, dass es auch Hilflosigkeit und Überforderung passiert ist und nicht weil die Kinder böse waren und dass es ihm leid tut.
Aber bitte auch nicht zu viel Scham und Demut. Das schiene mir übertrieben. Ein Vater muss nicht perfekt sein, darf auch mal Fehler machen.
Danke für Ihren Kommentar.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
1
0
(1 Kommentar) wrote:
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
ein guter Freund hat mir erzählt, wie sehr es ihn quält, dass er seine beiden Stiefkinder, als sie klein waren, mehrfach mit der Hand geschlagen hat (Ohrfeigen). Die Kinder leiden noch darunter (Gespräche mit der Mutter bestätigen dies), auch wenn sie heute ein sehr gutes Verhältnis zum Stiefvater haben und eine liebevolle Beziehung miteinander leben, ihn als Vater sehen, der sein Bestes gegeben hat. Das Thema ist nicht tabu. Der Mann war sehr jung und überfordert, was auch aus meiner Sich keine Rechtfertigung für Schläge sind. Niemals. Dennoch möchte er mit sich dafür aus tiefstem Herzen entschuldigen und fragt sich seit Monaten wie? Im Interesse der Kinder, denn nur darum geht es und die beiden sind heute Anfang 20. Haben Sie einen guten Tipp, wie? Meine Hypothese ist, sich ganz authentisch in seiner Scham, Demut, Sensibilität zu zeigen, sich eben nicht versuchen zu rechtfertigen, sondern wirklich ausdrücken wie leid es ihm heute tut, dass er sich damals nicht regulieren konnte. Über Ihre Einschätzung wäre ich dankbar.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo,
manchmal ist es möglich, schlimme Kindheitserfahrungen zu verdrängen ohne sie aufzuarbeiten. Sie schreiben ja, wie Sie das versucht haben. Vor allem darüber, dass Sie nie wieder von jemand abhängig sein möchten und Sie versuchen “mir einzureden, dass ich stark bin”. Das hat schon einmal für Sie funktioniert und es kann gut sein, dass es wieder klappt.
Ihr Partner hat nun versucht, diese Fassade einzureissen, was ihm nach einer Weile auch geglückt ist, aber das hat er gegen Ihren Willen getan und man kann niemandem helfen, ohne einen Auftrag dafür bekommen zu haben. Ich verstehe, dass das zwischen Ihnen steht und Sie sich deshalb trennen möchten.
Sie haben eine sehr große seelische Widerstandsfähigkeit, die Sie so weit im Leben gebracht hat. Vertrauen Sie darauf.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(2 Kommentare) wrote:
Hallo,
ich wurde ebenso von meinen geschiedenen Eltern geschlagen (Gürtel, Hände, Stöcke, Kabel, Bücher, Lineal, Staubsauger… alles was grade in der Nähe war). Am schlimmsten fand ich, wenn ich mein Bestrafungsmittel selber holen musste, um bestraft zu werden. Auf dem Weg zum Gürtel hatte ich Gedanken, mich “mal schnell selber umzubringen und schmerzlos” oder abzuhauen.
Ich habe immer viel geweint und gefleht aufzuhören. Es verschlimmerte alles. Ich wuchs in Russland auf. Meine Mutter war selbständig und erfolgreich, beliebt und wunderschön, streng und anspruchsvoll. Ich musste 1,0 Durchschnitt schaffen, um später dort überleben zu können. Jedoch war/bin ich kein Genie und schaffte es nicht. Ich weiß, dass meine Mutter große Probleme mit der Mafia hatte und ihr oft gedroht wurde, wenn sie gewisse Geldsummen nicht “abdrückt”, werde ihr Kind zufällig Unfall haben und dann sie. (Im Bekanntenkreis ist es tatsächlich passiert, ganze Familie wurde ausgelöscht durch rein zufällige Unfälle). Deshalb durfte ich mir als Kind keine Fehler leisten, da es um Überleben ging.
Mein Vater hat uns mehrmals verlassen (was in Russland sehr üblich ist). Mit 12 Jahren sind wir nach Deutschland gekommen und das Schlagen hat aufgehört (fast). War so harmlos, das ich es nicht für erwähnenswert halte. Meine Mutter schwärmt heute von mir und ich liebe Sie über alles, denn sie hat mir das hier alles geschenkt und wenn ich mich in Sie versetze, weiß ich nicht wie ich reagieren würde!
Ich habe keine therapeutische Hilfe dazu gezogen, da ich selber von meiner Mutter eingeprägt bekommen habe, das ich stark bin und jetzt für sie stark sein muss wie sie es damals für mich gemacht hat und den Weg alleine mit mir nach Deutschland geschafft hat. Ich werde sie nie auf das Thema ansprechen, da ich merke wie sehr ihr vieles Leid tut. Und sie versucht es mir zu zeigen indem sie anders zu mir ist! Liebevoll!
Nun kommt mein Problem:
Ich bin seit 2 1/2 Jahren mit einem 43 Jahre jungen Mann zusammen (ich bin 23), der für mich alles macht und mich vor allem schützen will. Ihm habe ich alles aus meiner Kindheit erzählt… es wurde danach zum Alptraum… er wiederholte mir jeden Tag (ohne das ich das Thema aufgreifen wollte, sondern glücklich war) wie schlimm es doch alles gewesen sein muss, wie scheiße meine Kindheit war und das er es nieeeeee gemacht hätte und ich soll dringend mit ihr darüber reden und ich muss ja so darunter leiden und bei jeglichem Streit schiebt er alles auf meine Kindheit… ich habe ihn gebeten, aufzuhören mit diesem “alles scheiße eingerede”, aber er behauptete, dass ich mehr darüber reden muss.
Nun hat er mir meine Kindheit nochmals so intensiv und bilderreich geschildert, dass wieder mein Selbstwertgefühl, welches ich über Jahre aufgebaut habe, völlig zerstört ist! Ich stehe nun vor einer Trennung, da ich mit ihm und seinem Unverständnis für meine Art von Verarbeitung, Schlechtes verbinde und das Gefühl habe, dass es mich sehr runter zieht! Jeden Abend nach der Arbeit, wo ich mich ausruhe wollte, Zweisamkeit genießen wollte und von schönen Zukunftspläne träumen wollte, hat er immer das Thema von alleine angefangen.
Therapie möchte ich nicht machen, da ich der Meinung bin, dass ich es selber schaffen kann, weil ich es schon mal geschafft habe! Indem ich mir was Gutes tue, mir eine Beschäftigung suche (Pferde), Freundeskreis dadurch habe, anderen Menschen helfe, ihre Probleme zu bewältigen und versuche, mir das Gefühl zu verschaffen, das ICH auf dieser Welt gebraucht werde!
Ich hoffe, dass keiner von den Menschen, die selbe Kindheitserfahrung gemacht habe, sich einem anvertrauen, der all die Gefühle hochpusht und dann einen damit alleine stehen lässt! Diese Probleme müssen nicht NUR angesprochen werden, sondern verarbeitet werden. Nicht NUR schlecht gemacht werden und dann keinen Wort mehr darüber verlieren.
Ich arbeite gerade wieder an mir seit einigen Tagen und versuche mir einzureden, dass ich stark bin und von niemanden abhängig sein möchte!
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(1 Kommentar) wrote:
Hallo,
auch ich wurde von meinen Eltern geschlagen, z.T. in den Keller eingesperrt, gedemütigt (ich sei nichts wert) und (eigentlich das schlimmste) von ihnen ignoriert.
Meinen Geschwistern ging es da anders und auch das Verhältnis unter ihnen ist anders — einfach liebevoller. Ich stand und stehe immer noch am Rande der Familie. Ich wünschte, ich könnte mit den schlechten Erfahrungen umgehen, aber ich weiß nicht wie. Eine Therapie habe ich bereits hinter mir aber es hat mir nichts gebracht. Heute bin ich Ende 20 und kann mit meinem Leben nichts so richtig anfangen. Ich würde gerne meinen eigenen Weg gehen, aber die Erinnerungen halten mich irgendwie davon ab. Sie kommen immer wider. Was kann ich tun?
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
3
2
(1 Kommentar) wrote:
Hallo
Danke für den wichtigen beitrag. gehöre leider auch zum „Club“.
http://wirwurdengeschlagen.forumieren.com/
http://de-de.facebook.com/groups/152673874836100/
http://gepruegelte-generation.de/
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(1 Kommentar) wrote:
Ich wurde ebenfalls mehrmals von meinem Vater geschlagen, bedroht und erpresst. Meine anderen Verwandten sind anders, aber helfen können sie mir auch nicht großartig, weil sie alle im Ausland leben. Als ich klein war, war ich sehr optimistisch, ich hab immer etwas gutes im Anderen gesehen. In der Grundschule wurde ich von einem kurden einmal verprügelt, wegen meiner Herkunft, aus der Türkei
Zuhause sagte ich das meinem Vater, aber das einzige was er sagte war : “Hau ihn selber, sonst hol ich ihn und er haut dich !” Jetzt bin ich 18 und bin leider noch etwas agressiv wegen einigen Ereignissen, ich kann kaum anderen Menschen vertrauen und bin teils pesimistisch. Ich wurde immer gezwungen ihn zu dienen und war seinerseits unter sienem Niveau ! Einmal hatte er die Adresse von einem Verwandten vergessen und wollte mich deswegen draußen angreifen, aber ich konnte noch ausweichen und wegrennen. Ein anderesmal ist der Bereich meiner Kniescheibe leicht aufgeplatzt,weil ich getreten wurde, nur weil ich zulange gebraucht hätte, ihm das richtige Werkzeug ins Keller zu bringen
Neben Bekannten macht er sich immer über mich lustig, immer heißt es ich wär unanpassungsfähig und irrelevant. Er kauft immer Tickets auf meinem Namen. Er bezahlt die zwar, aber bei seinen Verwandten kommen die gleichen Aussagen, wie von ihn gegen mich… Ich hoffe hab mich beim Jugendamt gemeldet, ich hoffe die können mir weiterhelfen.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
3
1
(1 Kommentar) wrote:
Hallo Ihr Lieben
Ich bin mal zufällig auf diesen Bericht gestossen und bin froh das Ich nich alleine bin mit diesem Problemen
Ich bin jetzt auch selber 30 Jahre alt ein gestandener Mann halt mit eigener Familie eine Scheidung hinter mir
und wurde selber in der Kindheit immer geschlagen gedemütigt und auch seelisch Misshandelt.
Meine Mutter war so krass drauf das egal wer dabei war sie hat mich bei der kleinsten Kleinigkeit geschlagen ( unter anderem mit Gürtel Schuhen Händen und auch einmal eine Glasflasche über den Kopf gezogen)
Die Gründe dafür kann Ich bis heute nicht verstehen denn sie waren lapidar.
Mein Vater hat sich schon sehr früh aus dem Staub gemacht und so war Ich halt mit Ihr immer alleine.
Ich sehe Diese Frau auch heute nicht mehr als meine Mutter an sondern nur noch eine Person.
Ich habe jetzt seit 4 Jahren absolut keinen Kontakt mehr zu dieser Person aber trotzdem klaffen die alten Wunden immer wieder auf.
Sie hat mich auch immer Fett gefüttert (sie hat alles auf den Tisch gestellt Nutella Marmelade usw musste alles Mit nem Löffel essen und Sie stand hinter mir mit Kochlöffel und drohte mir mich wieder zu schlagen)
Durch diese Pein hatte Ich das Spitzengewicht von 220 Kilo auf die Waage gebracht.
Jetzt ist es mit den Erinnerungen in den letzten 2 Jahren so krass geworden das Ich nicht mehr normal essen kann sondern eher gesagt alles wieder ausbreche so das Ich mittlerweile auf einem Gewicht von 92 Kilo bin Tendenz weiter abnehmend.
Nicht das es mir jetzt Körperlich schlechter geht nur meine Familie leidet auch unter den seelichen Schmerzen von mir und das Kann ich meiner Frau auch nicht weiter antun.
War auch selber schon beim Psychologen wurde da aber auch nicht ernst genommen da Ich von aussen her nicht das Bild eines schwachen Mannes aussehe.
Nun bin ich mit den Nerven auch runter wache mittlerweile jede Nacht auf und habe Alpträume von dieser Frau.
Ich bin froh das diese Person im moment soweit weg wohnt von Mir und Ich zur zeit kein Auto habe denn wenn Sie mir über den Weg laufen würde dann würde Ich Ihr was antun.
Wenn Ich sie damals darauf angesprochen habe hat Sie immer gesagt das Sie sich nichts vorwerfen braucgh das sehe Ich allerdings anders.
Ich möchte aus diesem Teufelskreis raus und endlich wieder normal Leben ohne diese ständigen Gedanken und Wut.
Wäre schön wenn jemand eine Rat für mich hat ausser Psychologen denn die nehmen mich wohl nicht ernst.
schon mal Vielen Dank im Vorraus
Von vielen geschätzter Kommentar:
5
0
(106 Kommentare) wrote:
Hi Bibi,
es ist genau richtig, eine Therapie zu machen; denn jahrzehnte lang mit einer chronischen posttraumatischen Belastungsstörung zu leben, ist nicht einfach. Allerdings zu Deinen laufenden Auseinandersetzungen mit den Eltern kann ich nur sagen:
Bei Sucht verlieren die Worte ihre Bedeutung, weil alle Begriffe und das Begreifen selbst dem Diktat der Sucht unterworfen sind.
{Alk, Gewaltsucht, Sexsucht, Drogen, am schlimmsten aber ist die Dummsucht — und wie dumm auch immer, sie werden ewig ihr Handeln rechtfertigen, — mein Töchterchen sagte mal: “Papa, der Vater von der Anika hat sich auf den Schwanz geschlagen, feste.” Der Versprecher trifft; denn das ist es, was sie tatsächlich tun. Sie wollten den Spass, aber die Kinder nicht.}
Also verschwende nicht Deine Energie und wende Dich dorthin, wo Du gewollt bist, angenommen wirst, wie Du bist. [es klingt vielleicht zynisch, aber mir war es oft letztmöglicher Trost: Diese Leute machen das mit sich selbst auch. Man wird sehen, wie´s weitergeht: Selbstzerschlagen am Boden allein. Also
Pass gut auf Dich auf und sei gut zu Dir. Verwende Deine Aufmerksamkeit für Dich.
mfG. Karl
Von vielen geschätzter Kommentar:
4
0
(1 Kommentar) wrote:
hallo
da ich mich gerade in einem emotionalen disaster befinde, habe ich im internet nach erfahrungsberichten von kindern gesucht, die von ihren eltern geschlagen wurden, und bin hierauf gestossen. ich bin mittlerweile 31 und wurde von meiner mutter geschlagen, bis ich mit 19 auszog. jahrelang hatte ich ein “gutes verhältnis” zu ihnen. doch mittlerweile fällt mir immer wieder auf, wie unehrlich das doch war. ich leide sehr unter diesen missbräuchen und trage dieses leid nun auch in meine gegenwart, möchte es aber nicht noch in meine zukunft tragen und habe deshalb eine psychotherapie begonnen. zu den schlägen kam halt sehr oft auch emotionale gewalt, wie zum beispiel die oft ausgesprochen drohung meiner mutter, mich ins heim zu stecken. oft beschimpfte sie mich, wie dumm ich wäre: “dir haben sie doch ins gehirn geschissen”. meine mutter wie auch mein vater hatten während ihrer ehe eine affäre, in die ich immer mit einbezogen wurde…leider. ich musste mit dem typen meiner mutter und ihr essen gehen, wenn sie sich küssten und ich daraufhin weinend in die gästetoilette verschwand, hab ich eine geschwalbt bekommen und auch bei der tussi meines vaters musste ich mit, nämlich zum geburtstag ihres kindes, sie hatte nämlich ebenfalls einen partner und ein kind.
wenn ich vom geschlagen werden schreibe, schreibe ich auch vom würgen, treten, zusammenschlagen (wobei letzteres nur ein einziges mal in diesem krassen ausmaß geschah) das alles hat mir meine mutter angetan…und mein vater hat größtenteils weggeschaut.
wenn ich nun seit ca. einem jahr ab und zu ein klärendes gespräch mit meiner mutter suche (bisher dreimal vorgekommen) dann stelle ich immer wieder fest, dass sie mich nicht versteht, sie wirft mir die distanz vor, die ich zur zeit zu meinen eltern halte, sagt sachen wie “so schlimm war es doch gar nicht”, “du warst ja auch schwierig” (ich war ein nicht mehr oder minder normals mädchen, in ihrer pupertät sicherlich ab und zu recht anstrengend aber sicherlich ertragbar), sagt mir, die affären gingen mich nichts an oder wird einfach unfair. sie versucht sicherlich, mich zu verstehen oder sich mit der gesamten probematik zu beschäftigen (sie wurde selbst von ihrer mutter geschlagen) aber wird dafür noch sehr lange brauchen. ich weiss zur zeit wirklich nicht, wie ich mich ihr und meinem vater gegenüber am besten verhalten soll…ich wollte nur aus diesem bis dahin unehrlichen verhältnis heraus und nun meint meine mutter, sie habe angst, dass ich mir nicht alles kaputt mache und alles zerstöre, was mich bis dato umgab…ich weiss nicht, was richtig und falsch ist…
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
1
1
(2 Kommentare) wrote:
Hallo Cas,
du schaffst es aus deinem Teufelskreis auszusteigen, da bin ich mir sicher, auch wenn ich dich nicht kenne. Ich merke das an deinem Text. Du hast immer wieder versucht, etwas aus dir zu machen, dich selber lieben zu lernen und das war / ist ein sehr guter Weg. Du hast nur noch dich selber, aber du bist großartig und sehr stark. Wenn alle Menschen dich enttäuscht haben — dann enttäusch dich nicht auch noch selber, sondern lern dich anzunehmen wie du bist, mit allen guten Seiten, aber auch der schrecklichen Vergangenheit. Kämpf dich da raus, und zieh in Gottes Namen von deiner Mutter weg. Erstmal raus da und dich selber kennenlernen. Was mal war, ist jetzt vorbei, du bist erwachsen, dir steht die Welt offen. Alles Gute für dich!!!!
Von vielen geschätzter Kommentar:
5
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo Cas,
Sie brauchen dringend Hilfe und Unterstützung– und zwar außerhalb Ihrer Familie. Gehen Sie zu einer Beratungsstelle in Ihrer Stadt (Caritas z.B.). Dort sind psychologisch geschulte Menschen, die Ihnen zuhören, Sie ernst nehmen und auch Hilfsangebote kennen.
Ihre Suizidideen sind auch ernstzunehmen und vermutlich ein Zeichen dafür, dass Sie depressiv sind, was kein Wunder wäre bei dem Leben, das Sie bisher führten. Auch das müssen Sie nicht einfach aushalten, sondern das können Sie behandeln lassen. Gehen Sie zu Ihrem Hausarzt oder einem anderen Arzt, der wird Ihnen sicher weiterhelfen.
Eine Möglichkeit wäre auch eine Selbsthilfegruppe in der Nähe, zum Beispiel hier …
Sie können auch direkt zu einer Psychotherapeutin gehen und dort Hilfe suchen, z.B. über http://www.psychotherapiesuche.de
Aber Sie brauchen Hilfe.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
3
1
(1 Kommentar) wrote:
hallo!
meine mutter hat mich geschlagen, angefangen hat es mit 2 jahren und aufgehört hat es mit 15 jahren. ich hatte schon immer probleme mit mir selber/noten/suizid versuche usw usw usw. in meinem ganzen leben (bin bald 24) habe ichs zu nichts gebracht. ich wohne schon immer mit meiner mutter zusammen, mein vater hat uns verlassen als ich sehr klein war. er hat nie angerufen und sowieso hatte ich nie eine richtige familie. (wir wohnten in amerika) ich fühle mich immer sehr alleine, finde nur schwer freunde, hab eigentlich kaum freunde. kann mich kaum auf sie verlassen.
als ich 10 jahre alt war, habe ich versucht mich umzubringen weil mein leben scheiße war/ist. ich hasse alles daran, aber je älter ich werde je schlimmer wird es. ich habe keine kraft mehr.
meine mutter versuchte mich in ein heim für schwer erziehbare zu stecken bzw. drohte mir damit weil ich mich ja versucht habe umzubringen. ich sah das erstmal als ausweg aus meinem schlimmen leben, aber dort waren nur gewaltätige junge frauen, das gegenteil von mir. keine ahnung was aus mir geworden wäre wenn ich ins heim gegangen wäre!
ich habe mit 12 jahren meinen vater gebeichtet das meine mutter mich schlägt, vorher war es mir zu peinlich bzw. ich dachte es wäre “richtig” das sie es mir antut. mein vater sagte :“ich glaube dir kein wort.“
nunja ich wohne immer noch mit meiner mutter zusammen, nun seit ca 9 jahren in deutschland habe die hauptschule 2 mal wiederholt, die realschule auch 2 mal und das fachbabitur auch 2 mal> fachabi habe ich nicht geschafft weil ich sowieso dumm wie brot bin. ich versuchte seitdem mich für eine ausbildung zu bewerben oder ein fsj, hat auch nicht geklappt.
dieser ganze leistungsdruck treibt mich in den wahnsinn. jeden tag kommt der soruch von meiner mutter : “jetzt tu doch mal was, und hör auf so faul zu sein– sonst fliegst du raus.” dabei kommt dieser spruch : “sonst fliegst du raus.” schon aus ihrem mund seitdem 10 jahre alt bin.
es wird alles schlimmer und schlimmer. ich weiß keinen ausweg. ich habe keine familie, keinen vertrauen zu meinem vater und sowieso nicht zu meiner mutter. ich habe keine freunde mit dennen ich reden kann– die rufen nicht mal an meinem geburtstag an. ich hasse mein leben voll und ganz und weiß nicht wie ich aus der situation rauskomme. ich habe in den letzten 3 monaten schon mehrmal überlegt mich umzubringen. hilfe
Von vielen geschätzter Kommentar:
4
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo,
es ist schlimm, was manche Eltern ihren Kindern antun. Oft geben Sie das weiter, was sie selbst erlebt haben. Das ist keine Entschuldigung nur der Versuch einer Erklärung.
Haben Sie schon mal über eine Psychotherapie nachgedacht?
Danke für Ihren Kommentar.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
1
1
(1 Kommentar) wrote:
Ich bin nun 40 Jahre alt und frage mich immernoch heulend wieso? Ich brauchte als Kind nur falsch atmen, dann ging es schon los.
Habe später meine Mutter mal gefragt, “wieso das alles?” Sie sagte nur: “Du warst aber auch ein Miststück” Ich kann mich nicht erinnern jemals frech oder unartig gewesen zu sein. Ich wollte als Kind immer ins Heim, durfte diesen Wunsch aber nicht laut äußern, sonst…
Habe heute keinen Kontakt mehr zu ihr…
Meine 2 Kinder bekommen keine Prügel, meine Meinung ist — WAS MAN LIEBT — SCHLÄGT MAN NICHT!!!
Aber das alles sitzt so tief, dass es mir manchmal leid tut, überhaupt auf der Welt zu sein.
Habe deshalb Schwierigkeiten, Kontakte zu anderen Menschen aufzubauen und bin extrem schüchtern.
Von vielen geschätzter Kommentar:
4
0
(4 Kommentare) wrote:
Nachtrag:
Ich habe einmal gelesen, und fand es sehr treffend, das Schläge das Band zwischen Eltern und Kindern zerreißen … dem ist definitiv so!
Von vielen geschätzter Kommentar:
14
0
(4 Kommentare) wrote:
Hallo, ein sehr interessamter Artikel!
Ich habe als Kind erlebt, wie mein größerer Bruder, der ein wirkliches “Lamm” war, von meinem Vater regelmäßig meist aus dem Nichts gedemütigt und verprügelt wurde. Ich selbst war, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, davon verschont, jedoch verbal seinen erniedrigenden und verletzenden Attacken ausgesetzt. Viele Jahre später gaben mir meine Eltern die Schuld an den Attacken gegen meinem Bruder, welche traurige Ironie. Es fällt mir noch heute schwer “nach Hause” zu fahren, regelmäßig vom einem derartig großen Unwohlsein begleitet …
Ich zucke zusammen und empfinde regelrecht Schmerzen, wenn Kinder im der Öffentlichkeit angeschriehen, gedemütigt oder gar nicht beachtet werden oder schreien, ich muss den Ort sofort verlassen, was schon mal bedeutet, dass ich im Ladem alles stehen und liegenlasse! In mir sitzt diese Vergangenheit so fest und es macht mich noch heute traurig, dass viele Menschen in der sogenannten “kleinsten Zelle der Gesellschaft” soviel Leid erfahren haben! Ich würde diese Erinnerung so gerne vergraben … es gelingt mir nicht! Ich bin trotzdem froh, dass ich meine Tochter anders “erzogen” habe, ich habe nie die Hand ihr gegenüber erhoben und es nie zugelassen, dass es ein anderer tut …
Von vielen geschätzter Kommentar:
7
0
(1 Kommentar) wrote:
Du bist sicher keine Lügnerin und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Du jetzt mit Agression Deiner Mutter gegenüber reagierst. Ist natürlich eine blöde Situation, dass Deine Tochter das mitbekommt und nachahmt aber vermutlich nicht so leicht zu ändern. Entschuldigen und Einsicht helfen leider nicht die Wunden der Kindheit zu heilen. Die Persönlichkeit wurde schon zerstört und das läßt sich im Erwachsenenleben nur schwer beheben. Obwohl meine Eltern meine Tochter über alles lieben, besuche ich sie höchstens 1 x pro Monat, da ich das was sie mir angetan haben auch nicht vergessen kann. Auch mein Ton ist manchmal unterschwellig aggressiv und vorwurfsvoll. Ich glaube hier im Blog habe ich mal den sehr schönen zutreffenden Satz gelesen: Es gibt keine zweite Zeit im Leben, so wie es keine zweite Kindheit gibt. Schau dass Du es bei Deiner Tochter besser machst und ihr ein intaktes Elternhaus bietest. Alles Gute wünsche ich Dir!
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
2
0
(2 Kommentare) wrote:
Hallo,
ich wurde als Kind auch geschlagen, mit der Hand auf den nackten Hintern, ansonsten Schläge ins Gesicht, aber auch andere Sachen, wie “Krautblätter rumdrehen” (Ohren), Kopf unters kalte Wasser halten, Kopf insdreckige Abwaschwasser tauchen, und viele verbale “Schläge” wie “Rotzgöre”,“Rotzgake” usw. — vornehmlich von meinem Stiefvater, aber auch von meiner Mutter, die sich von ihm hat schlagen lassen und erniedrigen lassen. Das Problem ist nur bei mir, dass ich die ersten fünf Jahre von ihr allein erzogen wurde– gewaltfrei, liebevoll, alle Talente gefördert — und dann nach Umzug zum Stiefvater fingen die Demütigungen an, und hörten bis in mittlere Erwachsenenalter nicht wieder auf. (zumindest verbal) Ich hatte plötzlich mit 30 einen seelischen und körperlichen Kollaps, habe eine chronische körperliche Erkrankung– musste vorübergehend wieder zu meinen Eltern ziehen und seitdem komme ich nicht mehr klar. Ich bin meiner Mutter gegenüber aggressiv, auch jetzt wo ich wieder weit weg von ihr wohne und auch egal, was sie sagt, ich gehe an die Decke. Ich kann das nicht steuern. Bevor ich hinfahren will, fange ich an zu brechen oder werde meinem Freund gegenüber unfair. Meine kleine Tochter macht es mir quasi schon nach ( 1 1/2). Finden Sie das normal? Ich weiss nicht mehr, was ichn och machen soll, meine Mutter fängt immer an zu heulen, wenn ich von den Dingen erzähle, sie wolle ihre Ruhe und es wäre doch nun mal passiert und mehr als entschuödigen ginge nicht. Ich weiss keinen Ausweg mehr. Meinen leiblichen Vater kenne ich nicht, mein gr. “richtiger” Bruder ist schon lange tot und der kleine wurde von meinem Stiefvater nie geschlagen, da es sein Sohn ist. Ich habe keine Zeugen und üfühle mich wie eine Lügnerin. Es tut bis heute immens weh, ich wünsche allen “anderen” verletzten Seelen viel Kraft.
Von vielen geschätzter Kommentar:
9
0
(106 Kommentare) wrote:
Von einem Herrn Furedi hatte ich bisher nichts gehört, was sicher gut war. Hier sind zu diesem Artikel alleine rund 500 Kommentare, die genau das Gegenteil bezeugen.
Die Auswirkungen davon, während der prägenden Kleinkindheit und in der Abhängigkeit von Kindheit und Jugend den Erniedrigungen von Eltern und Familienangehörigen ausgesetzt zu sein, ihren Demütigungen und Verletzungen, der dauernden Einschüchterung und der Angst davor in den Zeiten dazwischen — das alles wirkt sich irrsinnig negativ auf das ganze Leben aus. Der allergrößte Irrsinn aber kann darin bestehen, dass sich die Betroffenen ständig Situationen und Lebensumstände, Lebensabschnitte und berufliche Gegebenheiten schaffen oder aussuchen, wo sie genau diese Umstände wieder vorfinden, die ablehnend und verletzend sind — weil man ja nichts anderes kennengelernt hat.
Als hätte der Horror in der Kindheit ein Resonanzsystem geschaffen, das sich verselbständigt und immer weiter neuen Horror anzieht. Nichtbetroffene und Verdrängende reagieren oft so: “Du bildest Dir da was ein”, “steigere dich nicht so da rein”, “ich hab auch mal eine gescheuert bekommen, na und” usw. Aber es ist auch nicht der Schlag, die Ohrfeige, dass einem Erwachsenen die Nerven durchgegangen sind, dass mal die Hand ausgerutscht ist — nein, es ist etwas anderes, was so sehr schmerzt: Die eigentliche Ungewolltheit, die grundsätzliche Ablehnung, die sich in konkretem Hass dem Kind gegenüber äußert, oft ist es ein Familiengeheimnis, ungeklärte Vaterschaft, usw. — es ist das fehlende Mindestmaß an echter Annahme, es ist die fehlende Seelennähe zwischen Mutter und Kind, — dass die Mutter in ihrem Bewusstsein das Kind nicht integriert, vielleicht aus irgendwelchen Gründen meint, nicht integrieren zu können, das ist die Hölle, in der die Kinderseele schmort.
Oft kommen ganz vertrackte Familiengeheimnisse hinzu, so wie ich das erlebt habe. Und ich habe solch eine Hölle selbst erlebt. Und es ist dann nicht mal die Ohrfeige. Es ist ein ständiges Inferno, 24 Stunden am Tage, 365 Tage im Jahr und so viele Jahre. Zu viele. (Vor zwei Jahren bekam ich mit, wie ein begabter junger Mann mit 30 von der Mutter erzählt bekam, dass jener Mann am Küchentisch nicht der Vater sei. Zwar von allen anderen sechs Kindern, aber nicht seiner. Die Folge war ein Zusammenbruch, große Probleme in der Lebensführung… Dieser Mann hatte auch mal gehauen. Das war vergessen und sogar vergeben. Aber diese tiefe durchgängige Angst vor dem Stiefvater, der so fremd wirkte, diese Angst auch vor allen anderen, selbst vor der Mutter und die Sehnsucht nach ihr, die nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte. Das ist alles nicht “eben mal ein Vorwand” (ich schau noch mal, wie der heißt), Herr Furedi.
Also tun wir alle was wir können, uns zu befreien. Auch natürlich von solch ignoranten Quatschköpfen, von den Beschwichtigungen, den Rechtfertigungen, Verharmlosungen, Verirrungen und Verwirrungen. Immer daran denken: vielleicht sucht man sich oft die Einschüchterung, die Verwirrung, weil man ja nichts anderes kennt.
So, und dazu gibt es gute Therapeuten. Natürlich nicht wie Sand am Meer. Oft braucht es mehrere Anläufe.
Viel Erfolg. K.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
2
1
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo,
da haben Sie leider Pech gehabt mit der Therapeutin. Am besten per Mail vorher oder am Telefon bei der Terminanfrage nachfragen, wie lange Sie auf einen Therapieplatz warten müssten.
Einen guten Therapeuten erkennen Sie daran, dass Sie sich angenommen und verstanden fühlen und einen kompetenten Eindruck von demjenigen haben.
Die Aussage von Herrn Furedi sind Quatsch.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
2
0
(2 Kommentare) wrote:
Vielen Dank für Ihre Antwort, die Frage, die ich mir stelle ist, wie erkenne ich einen guten Therapeuten?
Vor ein paar Jahren nach meiner Trennung habe ich körperlich sehr abgebaut und mein Hausarzt hat mich mit dem Wisch “Anpassungsstörung” zum Therapeuten geschickt…ich bin auch hingegangen mit meinem damals 4 jährigem Kind, das im Wartezimmer wartete bis Mama fertig ist, weil ich niemanden habe, der die Betreuung übernehmen würde und ich arbeite ganztags bis ca 18–19 Uhr, (nachmittags nahm ich mein Kind mit zur Arbeit weil es möglich ist).
Es kostete Überwindung, mit der Therapeutin über meine Probleme zu reden und nachdem ich ihr viel erzählt habe und mein Kind eine Stunde auf mich warten musste, hat sie gesagt, dass sie mich nicht aufnehmen kann weil sie “voll” ist, drückte mir 5 Tel. Nummern in die Hand, ich soll bei ihren Kollegen versuchen. Ich hab nirgendwo angerufen..das hätte sie mir gleich sagen können, dann müsste ich nicht reden..
Dann hab ich irgendwo gelesen, dass ein Professor für Soziologie Frank Furedi der Meinung ist, dass diese Traumata von Erwachsenen erfunden sind, um eigene Misserfolge im Leben zu entschuldigen weil ein Kind angeblich psychisch stark ist und es nicht viel zerbrechen kann. Das Gefühl des Unrechts und Leid mit den Schlägen verbunden erscheint sekundär unter Einfluss der übermässigen Autoanalyse. Ich halte es für Blödsinn, ich fühle und fühlte auch damals, aber trotzdem gibt’s genug Menschen, die gleicher Meinung sind und die das bis heute vertreten…
Ich kann mir nicht vorstellen mein Kind zu schlagen, die geschenkte Liebe zertritt man nicht mit Füßen, Kinder haben die Gabe zu verzeihen, weil sie das Bild von liebenden Eltern nicht verlieren wollen…aber das darf man nicht ausnutzen!
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
1
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo,
ein guter Therapeut wird nicht versuchen, aus Ihnen einen Egoisten zu machen. Aber vermutlich würde er oder sie versuchen, es Ihnen zu ermöglichen, dass Sie mehr an sich denken und besser für sich sorgen dürfen. Denn da stehen Sie innerlich ja noch sehr unter dem Einfluss Ihrer Mutter, wie Ihr letzter Satz beweist.
“Gehe Konflikten aus dem Weg, habe Minderwertigkeitskomplexe, kann mich schlecht durchsetzen, versuche immer trotzdem Stärke zu beweisen, allen recht zu machen.” Das sind alles Versuche, mit dem erlittenen Leid irgendwie zurechtzukommen, doch führen Sie damit unbewusst Ihr Überlebensverhalten als Kind weiter.
Um damit aufhören zu können, und das wünsche ich Ihnen, brauchen Sie eine Therapie. Von allein schafft das kaum jemand. Die Zeit dafür finden Sie schon, wenn Sie das wollen.
Danke für Ihren Kommentar.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
1
0
(2 Kommentare) wrote:
Wie bekannt mir das alles ist, was ich von Euch lese und gleichzeitig fühle ich mich schuldig, dass ich Freude empfinde, dass ich Erfahrungen von Menschen lese, die ähnliches wie ich erlebt haben, was ich niemandem wünschen würde…
Schuld für alles plagt mich schon seit ich klein bin… mittlerweile bin ich 36, hab eine Tochter, die ich über alles liebe und bei der ich versuche alles anders zu machen als ich das mit meiner Mutter erfahren durfte, kaputte Ehe hinter mir…
Meine Mutter war überfordert, jetzt weiss ich das, hat mich und meine Schwester als Last empfunden, Last, die ihr das Leben schwer machte, Last um die sich sorgen musste und alles alleine bewältigen musste, weil mein Papa mit seinem Leben nicht klar kam und seine Sorgen im Alkohol ertrunken hat. Meine Mama hat uns verbal wie auch durch Schläge gedemütigt, nicht beachtet, erniedrigt und schuldig gemacht dafür, dass sie es so schwer hat. Unsere Erfolge, Bedürfnis nach Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit wurden nie wahrgenommen, wenn man weinte, weil sie schrie und schlug wurde man noch mehr bestraft dafür, dass man das nicht schätzt, was man hat, was sie für uns alles macht und worauf sie für uns verzichten muss.
Ich kann mich besonders an eine Situation erinnern, wo sie mir mit einem Küchenmesser gedroht hat, ich war ca 14, worum es ging weiss ich nicht mehr, wahrscheinlich hab ich versucht ihr zu widersprechen, sie stand neben mir, in ihrer Hand ein grosses Messer und die Worte, dass sie mich umbringt, den wahnsinnigen Blick hab ich bis heute vor den Augen…ich habe sie mit ganz lieben Worten gebeten das Messer abzulegen und habe ihren Arm gehalten…sie hats abgelegt…hat sich nie entschuldigt, ich durfte rausgehen…
Ich habe heute nicht Mut genug, sie an diese Situation zu erinnern, vermutlich käme von ihr, dass sie sich nicht erinnern kann…ich liebe meine Mutter, habe aber grossen Respekt vor ihr und fühle mich verpflichtet ihr gegenüber. Meine Schwester ist Benzo-abhängig, leidet seit Jahren unter Schlaflosigkeit, meine Mutter denkt heute nach und fühlt sich schuldig für ihren Zustand, ich beschwere mich nicht um ihre Schuld nicht noch mehr zu verstärken, aber richtig klar im Leben komm ich auch nicht. Gehe Konflikten aus dem Weg, habe Minderwertigkeitskomplexe, kann mich schlecht durchsetzen, versuche immer trotzdem Stärke zu beweisen, allen recht zu machen bringt mich oft in eine Sackgasse, wo ich stagniere und weiss nicht wirklich, was ich bin, was ich will, was mir gut tut und wie ich sein will.
Habe bis jetzt mit 2 Menschen darüber gesprochen, es wurde bagatellisiert und nicht verstanden..habe oft an eine Therapie gedacht, doch durch Beruf und mein Töchterchen fehlt dazu die Zeit und die Motivation. Habe auch Angst, dass Therapeuten versuchen werden, aus mir einen Egoisten zu machen, der an sich denken muss…das hat mir meine Mutter immer verboten…
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
2
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo Ela,
wenn Sie die die Kommentare hier lesen, sehen Sie erstens, dass Sie nicht alleine sind. Und zweitens, ja, Sie sollten das bearbeiten, am besten mit professioneller Hilfe.
Dass sich Traumatisierungen wie Schläge in der Kindheit nicht von allein erledigen, merken Sie an Ihren Symptomen. Die gute Nachricht: wenn Sie das verarbeiten, was eine Weile dauern kann, wird sich auch Ihr Lebensgefühl ändern.
Danke für Ihren Kommentar.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
1
0
(1 Kommentar) wrote:
Hallo,
bin 47 Jahre alt und wurde auch als Kind geschlagen, habe es bisher immer verdrängt, erst jetzt wo ich in einer Lebenskrise stecke, d.h. ich habe mich von meinem Mann getrennt, bin ich durch einen sehr guten Freund, dem ich von meiner Kindheit erzählt habe, darauf gebracht worden, dass ich diesen Teil meines Lebens verarbeiten muß.
Bisher habe ich die Mißhandlungen die ich erfahren habe, immer als nicht so schlimm und dem Ausspruch: “Hat mir doch nicht geschadet, aus mir ist doch was geworden” abgetan. Zumal ich meinen Vater trotz alledem sehr liebe und ich mir auch sehr schlecht vorkomme, ihn vor anderen schlecht zu machen.
Aber ich merke auch, dass mir Selbstbewusstsein fehlt, in einer Beziehung zweifele ich die Liebe des Partners ständig an, kann keinen Streit vertragen, gehe jeglichen Konflikten aus dem Weg und wenn es dazu kommt, renne ich weg, kann nicht NEIN sagen und versuche allen Menschen alles recht zu machen.
Ich kenne meine Schwächen und kann einfach nicht dagegen angehen.Ich kann schon längere Zeit keine Nacht mehr richtig schlafen und habe das Gefühl, das ich nie wieder glücklich sein kann.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
2
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo Gitti,
wie Sie schon schreiben und wissen: das sind alles Spätfolgen von dem, was Sie erlebt haben.
Eine Therapie zu machen, ist der einzig sinnvolle Weg. Das dauert ziemlich aber es wird mit der Zeit wirklich besser, weil Sie die schlimmen Erlebnisse verdauen und verarbeiten.
Alles Gute für Sie.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(1 Kommentar) wrote:
Hallo,
durch Zufall bin ich auf diese Seite gekommen, und da ich momentan mittendrin stecke, ist es ziemlich passend.
Schon als Baby wurde ich gschlagen, meine Mutter gibt noch heute “gute Ratschläge” wo man Babys den Hintern so lange haut, bis sie vor lauter Müdigkeit einschlafen…
Ich kann mich oft erinnern, daß sie mich mit der Hand, dem Kochlöffel oder anderen Dingen auf den nackten Po oder ins Gesicht geschlagen hat. Und wenn ich dann wie anfangs geweint habe, kam der Satz “Hör auf zu heulen, sonst kriegst du noch mehr Schläge, damit du weißt warum du weinst!“
Irgendwann, im Laufe der Jahre, habe ich nicht mehr geweint, ich wollte ihr die Genugtuung nicht mehr geben (So dachte ich..).
Ich habe mich immer nach Aufmerksamkeit und Liebe gesehnt, obwohl ich diese ja eigentlich nicht kenne. Und da ich nie NEIN sagen durfte, kam es wohl dazu, dass ich ein ideales Opfer war. Nachdem ich Jahre lang keinen Kontakt mehr mit meinen Eltern hatte, besteht er nun wieder. Aber sie sind einfach nur Menschen, denen ich mich verpflichtet fühle weil sie mich geboren haben, nicht mehr.
Einige Male wurde ich von Freunden/Bekannten der Familie vergewaltigt, und all das hat tiefe Wunden zurückgelassen. An letzte Ereignisse konnte ich mich nicht mehr erinnern, doch schon einige Zeit Therapie gemacht. Es hat mich etwas vorwärts gebracht, aber da neue Probleme hinzu gekommen sind (Rheuma, MS…) wird es einfach zuviel.
Trotz allem habe ich ein Helfersyndrom entwickelt was meiner Meinung nach wohl ziemlich ironisch ist…
Jetzt mache ich seit ein paar Wochen Hypnose Therapie und es kommen Dinge, die ich nicht mehr wußte… Da ich aufgrund der ganzen Probleme meine Arbeit verloren habe, bin ich ziemlich deprimiert.
Ich muss so oft weinen, kann es aber nicht vor andern Menschen zulassen um keine Schwäche zu zeigen. Seit langer Zeit schlafe ich sehr schlecht, wache oft auf und werde von Ängsten und Panik heimgesucht. Ich kann mich schlecht konzentrieren und ich ertappe mich oft dabei, dass ich sinnlos in die Gegend starre und weine. Der Schwermut hat mich momentan ziemlich im Griff… Ich kann kaum noch Freude in Dingen finden und habe mich ziemlich zurückgezogen.
Die Probleme die ich in meiner Partnerschaft habe, nagen auch an mir. Ich gebe mir die Schuld daran, dass er Probleme damit hat, mir helfen will, aber es nicht kann. Ich denke mir, dass es besser ist, ihm nicht mehr zu zeigen, wie mies es mir geht und setze mein “Lachen” auf wie ich es schon immer mache. Doch es scheint nichts zu helfen, wir tun uns sehr schwer zu reden.
Ich mache meine Therapie und hoffe, dass ich das Leben wieder besser in den Griff bekomme, doch wenn dann eine Tür zufällt schrecke ich zusammen und kriege Herzrasen, weil ich fast schon erwarte, dass meine Mutter kommt und mich schlägt..
Dann bekomme ich Zweifel, ob ich es jemals schaffen werde…
Ich bin mir dessen im klaren, dass das alles typische “Nachwirkungen” sind, aber das wissen allein bringt mich nicht weiter.
Ich bin wohl nur eine unter so vielen, doch vielleicht findet sich ja der ein oder andere auch darin wieder…?
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
2
0
(1 Kommentar) wrote:
Hallo Leute,
ich bin jetzt 14 Jahre alt. Unsere “Familie”, wenn man das so nennen kann, ist ein reiner scherbenhaufen. Mir wird der Kontakt zu meinen Schwestern (30 und 31 Jahre) und Nichten verboten und seit kurzem auch der von meinem Bruder und der Schwägerin. Der Grund: Alle 3 haben mir Sachen von meiner Mutter von früher erzählt. Unter anderem dass sie geschlagen wurden, mit Wasser und Brot für ein Wochenende eingesperrt worden sind.. Alle wurden von meiner Mutter geholt vom Jugendamt.
Ich selber hatte auch schon kurzen Kontakt mit dem Jugendamt, aber dem habe ich meine Geschichte erzählt und helfen konnte er auch nicht. Der Grund dafür war, dass ich zum Beispiel auch geschlagen wurde, wenn ich nicht sofort auf ihr Kommando hörte, oder wenn ich geweint habe. Das erste mal, dass sie mich geschlagen hat, da war ich glaube ich um die 8 Jahre alt. Das letzte Mal ist zwar schon länger her, aber ich habe trotzdem noch manchmal Albträume oder weine auf einmal.. Im januar kam es mal so weit, dass ich es hier zu Hause nicht aushielt und für 3 Tage bei einer Freundin unterkam; ich bin abgehaue n mit meiner älteren Schwester, ihren Töchtern, meinem Bruder und seiner Frau habe ich jetzt trotzdem noch heimlichen Kontakt. Momentan überlegen meiner Schwester und ich, ob sie mal zum Anwalt geht und nachfragt wie das aussieht ob es da nicht sone Art “Geschwisterrecht” gibt.
Erstmal tue ich hier zu Hause erstmal so, als ob alles gut wäre und tue alles das, was meine Mutter mir sagt, damit ich nicht wieder eine Erfahrung mit ihrer bloßen Hand machen muss. Ich weiß einfach nicht mehr weiter! :’-(
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
2
0
(1 Kommentar) wrote:
Ich wurde als Kind auch geschlagen,meistens
mit der Hand,aber auch mit dem Gürtel oder dem Masstab kam vor.Aufgewachsen bin ich im Heim,Kinderkrippe,Hort.Meine Mutter war 100% arbeitstätig Vater war nur die ersten 2 jahre da.Kann mich aber an nichts erinnern.Wenn wir mal alle gemeinsam zu hause waren gab es nichts,wir waren auf uns alleine gestellt,mussten uns selber irgendwie beschäftigen.Meine Mutter wollte nach der Arbeit einfach nur Ruhe haben.
Jeder noch so kleine Anlass zwischen mir und meiner Schwester, ob ein bisschen lautes reden,musik hören etc führte dazu,dass meine Mutter kam und anfing zu schreien und zu schlagen.Selbst den Anblick Ihren Sohn heulend in der Ecke stehend der sie anfloh ihn nicht zu schlagen hielt sie nicht davon ab.Das mich immer wieder Alpträume etc. plagten,die mich nachts unter das Bett meiner Schwester trieb,nahm sie nie als Anlass dieses erlebte zum Gespräch zu machen.
Überhaupt mit meiner Mutter zu Reden war ein Ding der Unmöglichkeit,wenn dan hat nur sie gesprochen ich hatte zuzuhören und zu schweigen.Keine widerrede.Ich war ein ruhiges,scheues in mich gekehrtes Kind.
Oft auch abwesend,verloren.Besonders schlimm der Gedanke,dass die eigene Mutter nicht weiss was mich als Kind,jugendlicher beschäftigt hat,meine schönen und schlechten Momente,mein erstes verliebt sein,sich einfach Zeit für ihr Kind zu nehmen.Selbst heute, viele Jahre später bei einem Besuch mit der Schwester sitze ich wie immer total verloren am Tisch,getraue mich nichts zu sagen,weil sie mir dan sofort über den Mund fährt,laut wird,schreit.…etc.Auch habe ich mir oft eine männliche Bezugsperson gewünscht.Entschuldigen sie mich,aber ich weiss gar nicht so recht wie und wo ich anfangen soll zu schreiben.…soviel habe ich nocht nicht verarbeitet,eben auch weil es unmöglich ist ein Gespräch mit meiner Mutter zu führen und mit einer Therapie habe ich es noch nie probiert.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo Gabi,
Ihre geschilderte Symptome (Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit) lassen mich aufhorchen. Das könnten Anzeichen einer Depression sein, was eine häufige Folge von Traumata ist.
Das sollten Sie von einem guten Hausarzt oder Psychiater abklären lassen und eventuell ein Antidepressivum erwägen. Auch Ihr Satz, “Tendenz habe mir selbst zu schaden” klingt in meinen Ohren nach Handlungsbedarf.
Danke für Ihren Kommentar.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(106 Kommentare) wrote:
Hallo Gabi,
ich sehe das auch so, habe ähnliche Therapieerfahrungen. Beim letzten Mal sagte der Therapeut nach 1 Jahr und 50 Th.-Stunden: “Hätte doch die Oma nur nichts gesagt” — (es ging um Abbortversuche und andere Dinge aus der pränatalen Zeit…) Mein Gedanke war, dass ich aber dann ganz sicher andere Somatiken hätte und der Therapeut ein paar Tausender weniger verdient hätte.
Heute weiß ich, dass es durch die frühen Traumata und die lang dauernde sowie die schwere Zurückweisung und Verletzung eine Programmierung auf physiologische Funktionen wie Hirnstoffwechsel, endokrines System u.a.m. gibt, womit man mit und ohne Therapie ein Leben lang zu tun hat.
Entscheidend ist, wie wir dann selbst mit unseren Begabungen umgehen, wie viel Selbstschätzung wir selbst für uns aufbauen können und vor allem, dass wir es schaffen, die Kette der Infektion, der Weitergabe solch kranker Strukturen, tatsächlich zu unterbrechen, zu beenden. (Es ist tatsächlich so, dass dieser psychische Wahn, Kinder zu verletzen, abzulehnen und zu demütigen, ansteckend ist.) Da es keine Impfung gibt, muss man sehr viel selbst leisten, um sich davon zu befreien. Zeitweise durchschwimmt man ein Tränenmeer.
Der Irrsinn scheint, liest man die vielen Beiträge zu diesem Artikel, nichts Besonderes. Besonders ist, wenn WIR uns jeden Tag immer wieder für Anständigkeit, Achtsamkeit, Aufrichtigkeit, Liebe und Zuverlässigkeit, Schutz und Leben, für das Schützen des Lebens entscheiden.
Alles Gute und hab Dich lieb. Karl
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
2
0
(6 Kommentare) wrote:
Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann!
Ihr Beitrag betreffend Traumata hat mir zu denken gegeben. Ich hab mich zwar mit meinen 48 Jahren schon viel mit meinen Erlebnissen auseinandergesetzt, auch in Form von Therapien usw. Mein Therapeut hielt mich für sehr reflektiert und war der Meinung ich könnte gut zurechtkommen. Trotzdem sind Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit nach wie vor vorhanden. Eigentlich hab ich mich damit abgefunden “anders” zu sein und von vielen nicht verstanden zu werden und ein gewisser Rückzug und auch ein Ausweichen von Konflikten war die Folge. Familienzusammenhalt in Bezug auf Unterstützung bei “seelischen Nöten” gibt es nicht. Und ich stelle fest dass ich eine gewisse Tendenz habe mir selbst zu schaden. Kann ich mir dabei selber helfen?
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo Sabine,
schlimm, was Sie beschreiben. Und wenn Sie die Kommentare zu diesem Beitrag gelesen haben, wissen Sie auch, dass Sei nicht allein damit sein.
Wie können Sie das angehen? Eine Psychotherapie wäre sicher am besten. Am besten eine tiefenpsychologisch fundierte. Denn Schläge und Traumata bewirken eine Beziehungsstörung. Sie schreiben das ja auch. Sie können niemand mehr vertrauen, haben Angst vor Konflikten. Obwohl die Schläge lange her sind, wirken sie sich auf Ihre heutige Beziehungsfähigkeit aus.
In einer Therapie kann man lernen, wieder zu vertrauen. Dort können Sie auch mit all Ihrer Scham und Angst hingehen und werden — wenn’s gut läuft — angenommen. Das ist das Heilsame an einer Therapie. Wenn es Ihnen heute unangenehm ist, dass das jemand mitbekommen würde, denken und handeln Sie wie das kleine Mädchen von damals (das ist kein Vorwurf, sondern eine Beschreibung). Es ist das Schweigegebot von damals.
Wenn die Hürden für eine Therapie noch zu groß ist, können Sie es mal mit entsprechenden Büchern probieren. Hier ein Link.
Alles Gute für Sie — und danke für Mut.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(10 Kommentare) wrote:
Auch ich wurde als Kind häufig mit der Rute geschlagen, sehr oft auf den nackten Hintern und die Beine, bis sich blutige Striemen bildeten. Einmal musste ich mich “danach” mit Seifenlauge waschen, was höllisch brannte. Damals war ich ca. 4–5 Jahre. Später folgten dann auch Schläge mit der Hand, Fußtritte und an den Haaren reißen.
Ich hatte immer panische Angst, man könnte meine Striemen in der Schule sehen und hab manchmal meine Turnhose schon unter der Jeans angezogen, damit niemand meine nackten Beine sehen konnte. Ich hätte mich zu Tode geschämt, schließlich war ich ja der Meinung ich hätte diese Schläge verdient.
Jetzt bin ich 30 Jahre, habe mittlerweile keinen Kontakt mehr mit meinen Eltern, aber diese Erlebnisse verfolgen mich bis heute. Und ja, sie schränken mich auch ein. Ich lebe in einer Beziehung, aber ich kann kein Vertrauen schenken, gehe jeden Konflikt aus dem Weg, weil es für mich unerträglich ist, einen Streit auszuhalten. Ich bekomme meinen Mund nicht auf, wenn mich etwas stört und bin sehr oft bis ins Innerste unzufrieden. Ein Wunder, dass meine Partnerin immer noch zu mir hält und an meiner Seite ist.
Ich würde gerne an meinem Verhalten etwas ändern, aber ich habe keine Ahnung, wie ich das angehen sollte. Haben Sie einen Rat für mich? Für eine Therapie bin ich nicht bereit, wahrscheinlich weil es mir unangenehm ist, wenn das jemand mitbekommen würde.
Liebe Grüße
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
1
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo uesguer,
die meisten Eltern, die früher geschlagen haben, leugnen das, bagatellisieren es oder haben es verdrängt. Manche schämen sich auch und verleugnen es deshalb.
Sie haben Recht, eigentlich müssten sie es innerlich wissen, dass Schläge immer falsch sind, aber die meisten, die schlagen, haben Ähnliches als Kind selbst erlebt. Nun müsste man meinen, dass man gerade deshalb davon Abstand nehmen müsste. Leider ist oft das Gegenteil der Fall. Unbewusst greifen Eltern doch manchmal zum Schlagen, weil sie dann wenigstens nicht mehr in der schwachen Position sind. Sie haben ja denselben Impuls mit Ihrem älteren Jungen erlebt. Gut, dass Sie so wach waren und es nicht getan haben.
Wenn Ihre Vergangenheit Sie weiter nicht in Ruhe lässt, würde Ihnen vielleicht professionelle Hilfe gut tun, wo Sie all das, was Sie belastet, mal mit jemand Neutralem aussprechen könnten.
Danke für Ihren Kommentar.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
0
(1 Kommentar) wrote:
Hi@all
ich bin jetzt knapp 40 Jahre und wurde als Kind geschlagen. Von Vater und Mutter manchmal mit dem Kochlöffel auch einmal mit einem Gürtel. Mit 11 Jahren bekam ich eine Brille und der Bügel der Brille hat sich manchmal verbogen, wenn ich eine gescheuert bekommen habe. Ich habe dann die Brille wieder gerade gebogen. Irgendwann nach vielen Ohrfeigen war das Metall des Bügels so weich das man es ganz einfach mit der Hand biegen konnte. Das ist mir in Erinnerung geblieben. Das Schlimmste war nicht der Schmerz der Ohrfeige sondern die verbogene Brille.
Ich bin nun selber Vater zweier Kinder und der ältere Junge (5) ist recht aufmüpfig. Bei Problemen mit ihm, ist mein erster Gedanke, ihm eine zu scheuern, wie ich es selber “gelernt” habe, aber nicht anwende. Ich weiß, dass das der falsche Weg ist und die Ohrfeige nicht zur Erziehung dient, sondern nur dem eigenen Aggressionsabbau.
Vor kurzen gab es mit meinen Eltern und meinen 2 Geschwistern etwas zu regeln und wir haben uns getroffen. Es ging sehr emotional zu und ich habe meine Eltern zum ersten Mal mit Vorwürfen konfrontiert, mich geschlagen zu haben. Die Reaktion meines Vaters war zu sagen: “Du wirst es schon gebraucht haben”. Seitdem lässt mich die Vergangenheit nicht mehr ruhen. Es beschäftigt mich. Ich bin enttäuscht von der Reaktion meiner Eltern, die doch im tiefsten Innern wissen müssen, dass die Schläge falsch waren.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
2
0
(1073 Kommentare) wrote:
Hallo,
die Zeit heilt keine Traumata, und darum handelt es sich bei Schlägen und Demütigungen.
Ihre Schlafprobleme könnten Anzeichen für eine Depression sein, eine häufige Folge von unverarbeiteten Erlebnissen. Vor allem, wenn Sie zudem auch Konzentrationsprobleme, Antriebsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen haben.
Trifft diese Diagnose zu, dann kann Ihnen Ihr Hausarzt oder ein Psychiater ein Antidepressivum verschreiben. Das kann die depressiven Symptome lindern aber helfen kann Ihnen nur eine längere Psychotherapie, in der Sie sich auch emotional mit den Geschehnissen in Ihrer Kindheit auseinandersetzen und diese verarbeiten.
Danke für Ihren Kommentar.
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
0
1
(1 Kommentar) wrote:
ich bin jetzt 41 Jahre alt, habe 2 Kinder und habe sie nie hart angefasst und auch nie geschlagen.
Meine Kindheit ist geprägt von Prügel und Demütigungen eines Mannes, den meine Mutter geheiratet hatte. Nicht mein leiblicher Vater!
Heute noch, nach über 30 Jahren, quälen mich Alpträume, weil ich immer und immer wieder dieses hasserfüllte Gesicht sehe, während ich mit Gürtel, Fäusten und mit flacher Hand verprügelt wurde. Die Einzelheiten zu erklären oder zu erzählen würde den Rahmen sprängen.
Nur würde ich gerne etwas gegen diese schlaflosen Nächte unternehmen. Nur wie? Die Zeit heilt alle Wunden, heißt es so schön. Aber ich glaube, darunter fallen nur die sichtbaren. Hat jemand Erfahrung damit? Ich wurde zwar nicht sexuell missbraucht, aber seelisch bin ich irgendwie ein Wrack.
Würde mich freuen wenn jemand Tipps hierüber schicken würde.
Vielen Dank
Wie gefällt Ihnen der Kommentar?
1
0