Die wichtigsten Schritte im Leben sind immer außerhalb der Komfortzone.

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4 / Achtsamkeit / Gesundheit / Karriere / Methoden

Und wie schwer das für mich mit 25 Jahren war.

komfort-zoneDenken Sie einen Moment an die größten Probleme in Ihrem Leben. Angst, etwas Neues anzufangen.  Mangelnde Ausdauer, etwas durchzuziehen. Das Aufschieben sich eine neue Stelle zu besorgen. Das Ausweichen wichtiger Konfliktgespräche.

Fast alle diese Probleme haben eines gemeinsam: Sie fürchten, damit Ihre Komfortzone zu verlassen weil es unbequem ist.

Unbequemlichkeit ist kein wirklicher Schmerz, sondern das Gefühl, wenn Sie Ihre Komfortzone verlassen. Mit Rauchen aufzuhören, weniger Schokolade zu essen, pünktlich zu sein, Nein sagen, seine Sachen aufzuräumen, nicht mehr im Stehen zu pinkeln oder regelmäßig für Bewegung zu sorgen ist unbequem.

Und die meisten Menschen mögen keine Unbequemlichkeit, verharren in ihrer Komfortzone – obwohl die Folgen meist noch unbequemer sind.

Warum eigentlich?

Wenn Sie sich oft scheuen, Ihre Komfortzone zu verlassen, bleibt Ihnen zwar die Komfortzone als sicheres Reservat, doch dies ist nur ein sehr kleiner Bereich des Lebens. Oftmals liegt der beste Teil des Lebens außerhalb und das Verharren hat Konsequenzen:

  • Wer sich nicht traut, jemanden kennenzulernen, bleibt vermutlich allein.
  • Wer sich nicht von seiner Mutter löst, bleibt ein unerwachsener Mann.
  • Wer nicht Nein sagt, wird immer mehr ausgenutzt.
  • Wer nicht gesund lebt, wird früher oder schwerer krank.
  • Wer zu lange TV schaut, wird dick und unbeweglich.
  • Wer nicht rechtzeitig zur Vorsorge geht, riskiert, dass eine Krankheit lange unentdeckt bleibt.
  • Wer mehr ausgibt als er verdient, gerät in die Schuldenfalle.

 

Hier kommt eine „einfache“ Lösung.

Versöhnen Sie sich mit Ihrer Unbequemlichkeit.

Diese Entdeckung machte ich schon als junger Mann. Ich hatte einen bequemen Job als Versicherungsvertreter. Zwei Stunden am Tag mit Leuten reden und bei etwa der Hälfte der Kunden den unterschriebenen Vertrag mitnehmen. Das waren die goldenen Zeiten in der Versicherungsbranche. Heute ist das völlig anders.

Ich verdiente gutes Geld aber nach zwei Jahren dieser „Arbeit“  langweilte ich mich. Immer derselbe Ablauf, immer dieselben langweiligen Teammeetings mit Tschakka-Gedöns. Ich war unterfordert und unglücklich.

Mir war klar, was ich lieber tun würde: Psychologie studieren. Aber ich hatte nur die Mittlere Reife. Um zu studieren müsste ich das Abitur nachholen. Das war eine meiner schwersten Entscheidungen im Leben.

  • Zweieinhalb Jahre wieder die Schulbank drücken.
  • Statt zwei Stunden am Tag ein bißchen reden, sechs Stunden Unterricht, nachmittags Hausaufgaben.
  • Noch einmal Caesars Gallischen Krieg übersetzen. Mich nochmal mit der verhassten Mathematik quälen, wegen der ich das Gymnasium verlassen.
  • Aus meinem geliebten Heidelberg umziehen ins fränkische Nürnberg, weil es dort ein Kolleg gab.
  • Meine damalige Frau davon zu überzeugen, dass sie ihre geliebte Universität in Heidelberg verlassen müsste und dafür in Erlangen studieren könne.
  • Statt einem lockeren Leben mit genügend Geld von 420 Mark Bafög leben.

Damals kannte ich noch nicht den Begriff vom Verlassen der Komfortzone. Aber mir alleine die obigen Konsequenzen auszumalen, fühlte sich sehr, sehr unbequem an. Und das Ganze nicht nur sechs Wochen oder vier Monate – sondern zweieinhalb Jahre!

Wie gesagt, die schwerste Entscheidung meines Lebens. Und ich hab’s gemacht.

Die Unbequemlichkeit war auch nicht phantasiert. Es war wirklich hart. Und als ich dann nach 2 1/2 Jahren mein Abitur endlich hatte, hörte die Unbequemlichkeit nicht auf. Trotz Bayern-Bonus reichte mein Notenschnitt nicht für den Numerus Clausus in Psychologie. Ich musste mindestens ein Jahr warten!

Das verbrachte ich, weil ich kein Geld hatte und arbeiten musste, in Israel im Kibbuz. Mit 28 Jahren bekam ich dann den Zulassungsbescheid.

 

Wie befreundet man sich mit Unbequemlichkeit?

Mikael Damkier, fotolia.com

Das Verlassen der Komfortzone ist immer ein Sprung ins Ungewisse.

Auf alle Fälle hilft ein Ziel, das Ihnen wichtig ist.

Dabei ist Leidensdruck nicht so geeignet. Denn viele Menschen leiden lieber als etwas zu ändern. Denn das Leiden wird einem mit der Zeit vertraut, es gehört dann zur Komfortzone.

Am wichtigsten ist es, die unangenehmen Gefühle nicht zu vermeiden, sondern zu beobachten. Dabei hilft Ihnen die Achtsamkeit.

Sowie Sie aus Ihrer persönlichen Komfortzone geraten und sich unangenehme Gefühle melden, setzen Sie sich hin und nehmen Sie diese Gefühle wahr.

Sie werden feststellen:

  • So schlimm ist es gar nicht.
  • Die Welt dreht sich weiter.
  • Sie bleiben am Leben.
  • Das „Leiden“ ist zu ertragen.

Das Schlimmste ist vor allem die Vorstellung vorher und die ersten Minuten. Die muss man überstehen. Dann gewöhnt man sich an die unangenehmen Gefühle, sie werden schwächer – und manchmal tauchen auch andere, angenehmere Gefühle auf.

Dass schon Kinder mit dem Verlassen der Komfortzone kämpfen, zeigt das berühmte Marshmallow-Experiment von Walter Mischel:

So ist das bei vielen Dingen, die Sie verändern wollen. Egal ob Sie mit etwas anfangen wollen oder mit etwas aufhören wollen. Endlich die Steuererklärung anfangen als noch weiter hinausschieben.  Den fälligen Besuch bei Zahnarzt. Das lästige Referat. Der wöchentliche Hausputz.

Sich mit Unangenehmem zu arrangieren oder sogar zu befreunden, ist die wichtigste Voraussetzung, um etliches in Ihrem Leben zu ändern.

Dazu passt das Buch „Die Durchschnittsfalle„, in dem  Markus Hengstschläger erklärt , warum der Durchschnitt eine evolutionäre Sackgasse ist und warum es zukünftig zur Norm werden muss, von der Norm abzuweichen.

 

Wie Sie die Komfortzone leichter verlassen

Wenn Sie lernen, mit unangenehmen Gefühlen anders umzugehen, gibt es fast keine Grenzen für Sie im Leben. Keine Fähigkeit ist wichtiger.

Hier einige Tipps aus meiner Erfahrung:

  1. Fangen Sie klein an. Probieren Sie 30 Sekunden. Angenommen Sie wollen anfangen zu joggen. Oder zu essen ohne dabei zu lesen oder fernzusehen. Beginnen Sie mit 30 Sekunden und lernen Sie das unangenehme Gefühl genauer kennen.
  2. Tauchen Sie in das unangenehme Gefühl ein. Angenommen, Sie sind traurig, mutlos, wütend oder frustriert. Anstatt diese Gefühle zu vermeiden oder sich abzulenken, tauchen Sie ein. Akzeptieren Sie, dass das Gefühl da ist.
    Zum Beispiel bei Aufschieberitis. Beginnen Sie mit der Aufgabe, die Sie bisher immer wieder vor sich hergeschoben haben. Bleiben Sie dran, 30 Sekunden und erfahren Sie das Unangenehme daran. Was genau ist so unangenehm? Ist es ein großer Schmerz? Sind Sie noch okay?
  3. Gewöhnen Sie sich an Unangenehmes. Stellen Sie sich täglich dieser Herausforderung. Suchen Sie unangenehme Dinge auf – und bringen Sie sie hinter sich. Sprechen Sie Fremde an. Sagen Sie Nein. Bewegen Sie sich mehr. Verzichten Sie auf Ungesundes. Seien Sie ehrlich.
  4. Beobachten Sie, wovor Sie weglaufen. Was haben Sie bisher vermieden, weil es anstrengend oder unbequem ist? Welche Probleme haben Sie, weil Sie Ihre Komfortzone dazu nicht verlassen wollen? Wie lauten Ihre Lieblings-Ausreden? Beobachten Sie das ganz achtsam und schauen Sie, ob Sie diesen Prozess nicht stoppen können. Schritt für Schritt.
  5. Wir wachsen nur am Widerstand. In der Hängematte kriegen Sie keine Muskeln. Erst wenn Sie im Fitnessstudio ein höheres Gewicht auflegen, merkt Ihr Bizeps, dass er mehr Muskelfasern aufbauen muss.
    Das Unangenehme ist nicht Ihr Feind. Es weist Ihnen den Weg.
    Das Verlassen der Komfortzone zeigt Ihnen, dass Sie am Leben sind – und wachsen.

PS: Im oben gezeigten Marshmallow-Experimente suchte man die damals Vierjährigen nach 15 Jahren wieder auf. Es zeigte sich etwas ganz Erstaunliches.

Je länger die Kinder im ursprünglichen Experiment gewartet hatten, desto kompetenter waren sie als Heranwachsende  in schulischen und sozialen Bereichen. Sie konnten außerdem besser mit Frustration und Stress umgehen und Versuchungen widerstehen.

Das Verlassen der Komfortzone zahlt sich also im Leben garantiert aus.

 

kommentar Wann haben Sie  mal die Komfortzone verlassen?

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Foto: © Mikael Damkier,  Fotolia.com
Die Anregung zu diesem Artikel stammt von Leo Babauta,
ich habe ihn aber stark verändert.

 

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

22 Kommentare

  1. Ein Artikel der Mut macht! Oft ist man sich nicht bewusst, welche Konsequenzen es hat, ständig in seiner Komfortzone zu verharren.
    Auch mir ist kürzlich klar geworden, dass ich in meiner Komfortzone bleibe, obwohl ich gar keinen Komfort in ihr verspüre.
    Gott sein Dank habe ich es geschafft, den Mut und die Motivation aufzubringen, mich meinen Herausforderungen zu stellen. Denn meistens sind es zunächst unangenehme und Überwindung kostende Situationen, an denen wir letztendlich am meisten wachsen.

    Meine Erfahrungen zum Thema „Komfortzone verlassen“ habe ich auf meinem Blog StudierDich geteilt. Hier gehts zum Artikel: http://studierdich.de/komfortzone-verlassen/

    Viele Grüße,
    Johannes

  2. Hans-Josef Schmitt sagt

    Gute Ideen,
    Danke !
    Hans-Josef Schmitt

  3. Ein interessanter Artikel über das Verlassen der Komfortzone.
    Meiner Meinung nach ist dieses Verlassen der Komfortzone dann notwendig, wenn sie wie eine Blockade zwischen Ihnen und Ihrem Glück steht.
    Beispielsweise, wie Sie auch schon schrieben, beim Kennenlernen eines potenziellen Beziehungspartners, beim Umziehen etc.
    Der erste Schritt um diese Ängste oder Blockaden zu lösen ist dabei das Eingeständnis oder auch das Bewusst werden des Problems. Häufig entspringen solche Ängste auch aus der Kindheit (Trennungsangst, Angst vor Versagen,…). Das Visualisieren seiner Ängste, beispielsweise mithilfe eines Worst Case/Best Case Szenario, kann auch schon hilfreich sein.
    Ihre Methoden Blockaden zu lösen finde ich sehr ansprechend.

  4. Betka sagt

    Lieber Roland Kopp-Wichmann,

    ich freue mich immer wieder dass Sie Ihrer Bestimmung gefolgt sind. 🙂

    Herzlichen Gruss
    Simone Betka

  5. Ein sehr schöner Artikel wie ich finde.

    „Wir wachsen am Widerstand.“ finde ich einen sehr schönen Satz. Je schwieriger und unangenehmer eine Situation für uns ist, desto größer ist tendenziell die Lernmöglichkeit.

    Ich habe zum gleichen Thema vor kurzem einen Beitrag auf meinem Blog verfasst und bin dabei auch auf die psychologischen Prozesse eingegangen, die in solchen Situationen in unseren Köpfen stattfinden.

    Hier der Artikel für die Interessierten: http://anti-uni.com/komfortzone/

    Viele Grüße,

    Ben

  6. …wie sagte neulich eine Seminarteilnehmerin: Es gibt die Komfortzone und „where the magic is“….

    Herzliche Grüße,

    peter reitz

  7. Ja, das Schwierige ist der Anfang, das Aufraffen. Da braucht man am Anfang etwas Selbstdisziplin, später geht es dann meist leichter und wird zur guten Gewohnheit.

  8. Arida C. sagt

    Danke für diesen ausgezeichneten Artikel.

    Ich hatte schon öfter über die besagte Komfortzone gelesen, danach für ein-zwei Tage auch mein Alltag beobachtet und mitunter die eine oder andere Kleinigkeit besser geschafft als sonst, aber nach diesem Artikel und der Tatsache, dass es immer noch im mir arbeitet und wirkt und auch ein paar persönliche AHAs hervorgebracht hatte, bin ich mir sicher, dass die Wirkung langanhaltender sein wird.
    Ich hatte nur einen Vorsatz für die letzten Wochen: regelmäßig eine halbe Stunde früher aufzustehen. Da ich um 6 Uhr sowieso raus muss, bedeutete das für mich 05:30 Uhr und ich kam mir wie ein Opfer vor; betrachtet man die Situation als Verlassen der Komfortzone, sieht es alles ein wenig anderes aus.
    Und die unangenehme Gefühle, na ja, es ist wie mit dem unerwünschten Gast, es kommt einem schlimm und unpassend vor, wenn er sich ankündigt, aber sobald man ihm die Tür aufmacht, geht es irgendwie und wird oft sogar überraschend gut …

    liebe Grüße und weiter so
    Arida

  9. Silvia W. sagt

    Vielen Dank für den (wieder mal) anregenden Artikel. Ein Punkt ist mir aber noch in den Kopf gekommen, den ich auch immer meinen Seminarteilnehmern mit auf den Weg gebe. Je öfter ich meine Komfortzone verlasse, desto größer wird sie und in desto mehr Bereichen, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte, fühle ich mich „komfortabel“. In diesem Sinne noch ein schönes Restwochenende

    Silvia

  10. Ich habe mir Ihren Artikel als Podcast gegönnt und bin begeistert! Neben Ihrer sehr angenehmen Stimme ist die Thematik für mich brandaktuell. Ich befinde mich gerade weit entfernt von meiner Komfortzone, da ich kürzlich ins Ausland gezogen bin und dort täglich auf ein überwiegend „unkomfortables“ Umfeld treffe. Meine Erfahrungen beschreibe ich in meinem Kulturschock-Blog, u.a. geht es eben auch um das Thema Komfortzone: http://www.what-about-my-pencilskirt.com/chicken-korma/. Vielen Dank für Ihre Inspiration und weiterhin viel Erfolg!

  11. Ja, schöner Artikel, gutes Thema. Darf ich mal kurz?

    2. Augustwoche 1972. Schon einige Monate ging ich nach einer guten Lehre als Technischer Zeichner morgens ins Büro und zog meinen Kittel an. Keinen Tag war ich pünktlich. Monatlich gab es 1000 DM netto, so hätte es weiter gehen können. Doch an einem sonnigen Morgen sah ich den Abteilungsleiter, um 10:30 Uhr mit seinem Hund im Garten, gegenüber von meinem Bürofenster. Puch, wie kann der… und ich fragte meine Kollegin, eine nette und selbstbewusste Ingenieurin: “Was muss ich machen, damit ich solch einen Job kriege, ich meine, in Ruhe frühstücken und so, wie der Abteilungsleiter dort, später anfangen.?” “Das ist ganz einfach!”, so meine Kollegin, “Sie machen ein gutes Abitur, gehen zur Ingenieurschule, machen dort einen Abschluss mit zwei und dann zur Uni, dann können Sie sich das aussuchen!”

    Auf mich wirkte das wie ein Kick. Am nächsten Tag meldete ich mich in der Fachoberschule an, später in der Ingenieurschule, dann an der Uni, machte alles mit 2 und tatsächlich, ich konnte mir 1980 genau aussuchen… War damals so, eine Bewerbung und Bingo, die große Welt und unendlich viele spannende Aufgaben und Anerkennung. Alle Details des Artikels kann ich nur bestätigen. Für eine bessere Selbstsicherheit, Selbstwahrnehmung und Selbstwirkung gehört zu Anfang etwas Selbstüberwindung. Denn “…leiden lieber” führt ja zur Leidensgewohnheit. Sein Leiden zu verteidigen oder gar zu rechtfertigen führt zu Leidenssucht, Rückzug und so weiter.

    Zu den Punkten vielleicht noch, sofern das nicht daraus klar wird:
    6. Mit Checklisten arbeiten und täglich für ein Häkchen sorgen.
    7. Täglich etwas dran tun, auch Samstags und Sonntags, jeden Tag, wenn manchmal auch nur eine Kleinigkeit.
    8. Auch kleine Erfolge unbedingt notieren und ebenso
    9. Unbedingt sich über Erreichtes freuen, sich stets belohnen, und dann
    10. Freude zum Alltag werden lassen. Negativität konsequent vermeiden auch ängstliches Cliquenpalber von Mitschülern *), stattdessen immer eine
    positive Vorschau und einen positiven Rückblick. { *) tatsächlich gab es immer wieder im Treppenhaus, auf dem Pausenhof müdes Gelaber von anderen: “wad meint ihr, wad wir davon überhaupt brauchen?”

    Wenn ich später gefragt worden wäre: “Alles, absolut alles!” An meine Kollegin im Zeichenbüro habe ich noch sehr oft dankbar zurückgedacht.

  12. Phantastischer Artikel, sehr klar und gut nachvollziehbar. Und Respekt für Ihren Mut – und das Vertrauen Ihrer Ex-Frau.

  13. Das tolle am Verlassen der Komfortzone.

    1. Hinterher sieht alles so einfach aus!

    2. Es wird mit der Zeit immer einfacher und bringt einem eine enorme Flexibilität.

    Und Flexibilität ist meines Erachtens nach eine fantastsische Eigenschaft für ein zufriedenes Leben.

  14. Peter D. sagt

    Hallo Hr. Kopp-Wichmann,

    beim Verlassen meiner Komfortzone habe ich ähnliche Erfahrungen gesammelt wie Sie. Im Jahr 1994 stand ich vor der Entscheidung, meinen damaligen Beruf als Industriemechaniker aufzugeben und zurück auf die Schulbank zu gehen, um den Weg für ein anschließendes Studium zu ebnen. Heute weiß ich, dass es eine meiner sinnvollsten und einschneidendsten Entscheidungen war, die ich je getroffen habe, auch wenn ich zum damaligen Zeitpunkt auf Gegenwehr in meiner Familie gestoßen bin.

    Meine Großeltern konnten meine Entscheidung nicht nachvollziehen und versuchten mich abzuhalten, meinen in Anführungszeichen „sicheren Job“ zu kündigen und in eine „unsichere“ Zukunft zu gehen. Heute kann ich die Bedenken meiner Großeltern nachvollziehen, denn in ihren Vorstellungen war ein handwerklicher Beruf ein solider Broterwerb. Im Laufe der schulischen Ausbildung und des Studiums wuchs das Verständnis meiner Großeltern für meine getroffene Entscheidung und sie unterstützten mich auf diesem Wege. Dafür bin ich ihnen noch heute dankbar!

    Gruß
    Peter D.

  15. Iris Böttcher sagt

    Interessant zu lesen und die persönliche Erfahrung vermittelt Authentizität, das spürt man und es ist übertragbar auf eigene Lebenserfahrungen … macht nochmal Mut!

  16. Ich habe heute ein sehr schönes Zitat von Nietzsche gelesen. Das passt gerade gut dazu: „Einst hattest du wilde Hunde in deinem Keller: aber am Ende verwandelten sie sich zu Vögeln und lieblichen Sängerinnen.“

  17. Andrea Nielbock sagt

    „Klasse!!! Ich habe heute gleich mal die Komfortzone verlassen und siehe da … der Anfang war etwas unbequem, es hat nicht weh getan und allen Beteiligten geht es jetzt besser. Danke Roland.“

  18. Gerd Adameit sagt

    Ein ganz ausgezeichneter Artikel, den zu lesen wirklich lohnt.

    Kleine Anmerkung noch zu der, in meinen Augen etwas unglücklichen Grafik: So witzig das auch aussehen mag, aber die Darstellung ist m.E. falsch. Die „Komfort Zone“ ist nicht irgendein ominöser Ort außerhalb des Lebens, der mit dem Leben irgendwo eine Schnittmenge bildet. Außerhalb des Lebens befindet sich der Tod, aber der ist ja nicht Gegenstand des Artikels. Die „Komfort Zone“ lässt sich nur als Teilmenge des Lebens korrekt darstellen

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