13 Dinge, mit denen Sie aufhören sollten, wenn Sie erfolgreich sein wollen.

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Was braucht es, um ein erfolgreiches Leben zu führen?

Also ein Leben, in dem Sie sich wohl fühlen.
Ein Leben, in dem Sie überwiegend die Dinge tun, die Sie wollen.
Ein Leben, auf das, wenn Sie dereinst zurückblicken, als Ihren sinnvollen Beitrag zu dem Ganzen hier betrachten.

Eins gleich vorweg: viel Geld und immer nur hart arbeiten, gehört definitiv nicht dazu.

Das hat Bronnie Ware herausgefunden, als sie Sterbende fragte, was Sie am meisten in ihrem Leben bereuen. Es waren 5 Dinge:

1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.“
2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“
3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.“
4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten.“
5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.“

Tadahh!
Nichts mit Bungeesprung, einem Tesla Modell S oder einer Villa am Stadtrand oder was sonst auf der Bucket-Liste von vielen Menschen stehen mag.  Oder seinem Traumpartner nicht begegnet zu sein. Oder immer das neueste iPhone am nächsten Tag schon gehabt zu haben. Oder morgens im Büro der erste und dafür abends der letzte gewesen zu sein. Aus der Distanz zählen alle diese Dinge nicht.

Das heißt natürlich auch, dass die vielen Anleitungen von Online-Marketern, wie man mit nur ein paar Stunden Arbeit Millionär wird in die Irre gehen. Keiner von den Menschen am Ende ihres Lebens bereute es, nicht mehr Geld verdient zu haben. Das könnte Sie ernüchtern – und entlasten.

Falls Sie das bisher glaubten, dass Ihnen zu mehr Glück und Zufriedenheit vor allem mehr Geld fehlt: Sie suchen an der falschen Stelle. Wie Mulla Nasruddin (eine Märchenfigur mit Migrationshintergrund) in dieser Sufi-Geschichte:

Mullah Nasruddin wurde eines Nachts von einem Polizisten angetroffen. Nasruddin kniete vor der Straßenlaterne bei seinem Haus und suchte den Boden nach etwas ab.
„Was suchst du denn so spät in der Nacht?“ fragte der Polizist.
„Ach, ich habe meinen Hausschlüssel verloren und komme ohne ihn nicht ins Haus“, antwortete Nasruddin.
Der Polizist kniete sich ebenfalls auf den Boden und so suchten beide gemeinsam den Bereich um die Straßenlaterne ab. Aber sie konnten nichts finden.
Nach einer Weile fragte der Polizist: „Bist du dir denn sicher, dass du den Schlüssel hier unter der Laterne verloren hast?“
„Nein, eigentlich habe ich ihn dort hinten bei den Sträuchern verloren.“ antwortete Nasruddin.
“Aber warum suchst du ihn dann hier?“
“….Weil es hier heller ist.”

Für ein erfolgreiches Leben kommt es also weniger darauf an, hektischer zu suchen, sondern an der richtigen Stelle zu suchen. Es kommt vielleicht mehr darauf an, sich weniger anzustrengen und eher etwas wegzulassen als vermeintlich Fehlendes mit aller Kraft erreichen zu suchen.

Hier 13 Empfehlungen, womit Sie aufhören könnten, um ein erfolgreiches Leben (was immer Sie darunter verstehen) zu führen.

1. Hören Sie auf, Ihren Körper schlecht zu behandeln.

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Den Trend kann man in allen Gesellschaften auf der Erde beobachten: Sobald es den Menschen wirtschaftlich besser geht, beginnen Sie, ungesund zu leben. Sie werden übergewichtig, essen mehr Junk-Food, mehr Fleisch – und bewegen sich weniger, weil sie viele Wege, die sie früher zu Fuß bewältigten, mit dem Auto zurücklegen.

Ihr Körper ist die Basis von allem. Behandeln Sie ihn gut. Er ist unersetzlich für ein erfolgreiches Leben, in dem Sie sich wohlfühlen. Das Rezept dafür ist altbekannt und ziemlich einfach. Sie brauchen nur zwei Dinge:

  1. Eine gesunde Ernährung.
  2. Körperliche Bewegung.

Ich werde hier keine Empfehlungen geben für die richtige Ernährung oder das optimale Bewegungsprogramm. Einfach, weil es das nicht gibt. Allgemeine Empfehlungen können eine erste Orientierung sein. Aber wie immer im Leben können Sie nur selbst herausfinden, was für Sie gut passt.

Also: Was wäre ein erster Schritt, wie sie Ihren Körper besser behandeln?


2. Hören Sie auf, nach den Erwartungen anderer Menschen zu leben.

Als ich nach der mittleren Reife nicht wusste, was ich machen sollte, rieten mir meine Eltern, eine Banklehre zu machen. „Das ist was Solides, da hast Du immer Arbeit“, war ihre Begründung. Ich hörte auf sie, war darin auch ganz gut aber nach einem Jahr als Bankangestellter langweilte ich mich zu Tode und heuerte als Computer-Operator bei IBM an. Meine Eltern waren entsetzt.

Auch als ich bei IBM nach einem Jahr kündigte, ließ man mich dort nur ungern ziehen. Und so war es bei der Werbeagentur. Als ich meiner damaligen Frau sagte, dass ich jetzt Versicherungsvertreter werden würde, sprach sie eine Woche nicht mir. Lesen Sie hier meine weiteren beruflichen Situationen.

Das heißt: Wenn Sie Ihr Leben gestalten und leben wollen, müssen Sie immer wieder andere enttäuschen.
Eltern, Partner, Chefs, Mitarbeiter, Freunde – vielleicht sogar sich selbst, weil Sie keine Lust mehr haben, Ihren Ansprüchen hinterher zu laufen. Andere zu enttäuschen kann unangenehm sein, vor allem wenn Sie Angst vor Konflikten haben und viel dafür tun, von anderen geliebt zu werden. Aber Sie werden doch auch öfters von anderen enttäuscht – und überleben das auch.

Also: denken Sie öfter an Ihr Sterbebett. Welche Erwartung könnten Sie beerdigen, damit Sie dort nichts bereuen?


3. Hören Sie auf, sich zu rechtfertigen.

Rechtfertigungen haben meist die Funktion, eine empfundene Schuld abzuschieben – auf andere Menschen oder die beliebten Umstände. Aber für unser Handeln – und auch unsere Fehler – sind wir selbst verantwortlich. Deshalb ist eine Erklärung immer besser als eine Rechtfertigung:

  • „Der Fehler entstand, weil mir falsche Zahlen geliefert wurden. Dafür kann ich nichts.“ (Rechtfertigung)
  • „Der Fehler entstand, weil ich die gelieferten Zahlen ungeprüft übernommen habe. Ich werde meinen Fehler korrigieren.“ (Erklärung)

Manchmal soll uns eine Rechtfertigung auch davor bewahren, uns zu entschuldigen. Durch die Rechtfertigung versuchen wir eine unserer Meinung nach richtige Handlung als alternativlos zu erklären. Sie soll den anderen davon überzeugen, dass wir Recht haben – wir „fertigen“ unser Recht selbst.

Doch der andere wird unseren Rettungsversuch meist als Manöver durchschauen und spüren, dass etwas nicht stimmt. Mit einer Entschuldigung zeigen wir, dass wir einen Fehler gemacht haben und die Konsequenzen bedauern. Am besten mit der Formulierung „Es tut mir leid.“ Und nicht mit „Bitte entschuldigen Sie“, oder noch schlimmer: „Sie müssen schon entschuldigen.“

Sich zu rechtfertigen fühlt sich nie gut an, weil Sie damit innerlich mit dem Rücken an der Wand stehen. Es schwächt Sie, weil Sie genau wissen, dass Sie sich herauswinden wollen. Und das kostet Sie Respekt. Auch Ihren eigenen.

Also: Hören Sie auf, sich zu rechtfertigen.
Wann und mit wem tun Sie das häufig?


4. Hören Sie auf, an Wunder zu glauben.

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„Ich kann wieder laufen!“ „Du konntest schon immer laufen. Du bist blind!“

Erstaunlich viele Menschen glauben an Wunder. In Deutschland sogar jeder zweite. Hofft also auf eine positive Wendung in einer schwierigen Lage:

  • Ein Flugreisender bekreuzigt sich beim Landeanflug.
  • Millionen pilgern nach Lourdes oder zur Ostermesse nach Rom.
  • Viele Patienten – und ihre Ärzte – glauben an die Homöopathie.
  • Eltern sprechen vom Schutzengel, wenn ihr Kind einen Unfall glücklich überlebte.
  • Wähler erhoffen sich von populistischen Kandidaten eine Verbesserung ihrer Lebenssituation.
  • Lottospieler hoffen auf den großen Gewinn – und dass das alles zum Besseren wendet.
  • Übergewichtige hoffen durch die neue Diät auf das Wunder „Abnehmen im Schlaf“.
  • Die SPD träumt mit Martin Schulz von der Kanzlerschaft.

Der Wunderglaube will uns zwei bittere Lebensgesetze versüßen:
Dass wir vieles im Leben nicht beeinflussen oder gar kontrollieren können.
Und dass der Zufall keine Gerechtigkeit kennt.

Was hat das mit dem erfolgreichen Leben zu tun?
Nun, Erfolg über Nacht ist ein Mythos. Auch Begabung erspart einem nicht, dass nur ausdauerndes Üben zum Erfolg führt. Selbst das „Wunderkind“ Mozart hatte viele Jahre Klavierunterricht, bevor er seine Meisterwerke komponierte.

Aber Üben allein reicht auch nicht, wie die Kritiker der 10.000-Stunden-Regel herausgefunden haben. Es kommen auch genetische Faktoren und der Faktor Leidenschaft dazu.

Also: Tun Sie in Ihrem Leben mehr das, was Sie wollen, weil es Ihnen Freude macht und Sie mit Sinn erfüllt.
Was könnte das sein?


5. Hören Sie auf, perfekt sein zu wollen.

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„Da fehlt doch eine!“

Nichts wird je perfekt sein, egal wie Sie sich anstrengen. Oder versöhnlicher ausgedrückt: „Streben Sie ruhig Perfektion an. Sie sind weit genug entfernt.“

Perfektion ist auch unnatürlich und lebensfeindlich. Denn der fehlerfreie Zustand verhieße Stillstand. In einer perfekten Welt mit ebenso perfekten Menschen ohne Leid, ohne Hunger, ohne Unterschiede würde jeder Antrieb, etwas zu tun, erlahmen. Die Natur macht ja auch dauernd „Fehler“, das heißt, sie weicht vom Ideal ab. Und erst dadurch entstehen Vielfalt und Entwicklung.

Der Wunsch nach Perfektion ist ein menschengemachtes Konstrukt. Meist weil wir Fehler überbewerten und als Versagen interpretieren. Das lernen wir schmerzlich in Elternhaus und Schule durch das Notensystem. (Hier können Sie testen, ob Sie anfällig für Perfektionismus sind.)

Natürlich gibt es Bereiche, wo Perfektion wünschenswert ist. Wenn ich mich operieren lasse, frage ich auf dem OP-Tisch auch nicht den Chefarzt: „Schon mal was von der 80/20-Regel gehört?“ Doch wie man weiß, ist das ein frommer Wunsch. Schätzen Sie mal, wie viele Patienten in Deutschland durch vergessenes Operationsmaterial jährlich sterben?.

Und für die meisten Dinge im Leben gibt es ohnehin keine Kriterien für Perfektion:

  • Wie ist der perfekte Partner/die perfekte Partnerin?
  • Was müssen perfekte Eltern tun oder lassen?
  • Wie würde ein perfekter Regierungschef die Flüchtlingskrise lösen?

Also: Entspannen Sie sich. Hören Sie auf, perfekt sein zu wollen. Tun Sie Ihr Bestes. Das reicht meistens. Und manchmal eben nicht. So what?


6. Hören Sie auf, überall mitspielen zu wollen.

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„Wie siehst Du eigentlich aus? So wie ich?“

„Wer zwei Hasen nachjagt, wird beide verfehlen“, wusste schon Bismarck.

Erfolgreiche Menschen richten sich danach. Sie erleben das nicht als Beschränkung, sondern als Erlaubnis, in die Tiefe zu gehen – statt in die Breite. Natürlich können Sie Zehnkämpfer werden. Aber dann werden Sie nie so gut als wenn Sie sich auf eine Disziplin beschränken.

Egal ob Sie eine Geschäftsidee, ein Hobby, ein Gespräch oder eine Partnerschaft haben. Wenn Sie darin ganz präsent sind und sich ganz dieser Sache widmen, werden Sie weiter kommen als wenn Sie sich auf mehreren Spielfeldern verzetteln.

Ich selbst musste das erleben, als ich mit Cartoonzeichnen anfing. Obwohl es mir Spaß machte und es vielen Menschen gefiel, schränkte ich es stark ein. Ich spürte, dass um im Zeichnen wirklich besser zu werden, es notwendig gewesen wäre, eine andere kreative Tätigkeit einzuschränken. Da fiel mir nur das Blogschreiben ein. Beides zusammen würde zu viel Zeit kosten.

Also: Wenn Sie nicht überall mitspielen würden – worauf würden Sie sich fokussieren?


7. Hören Sie auf, so viel kontrollieren zu wollen.

„Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie schwer fällt Ihnen das Loslassen?“
„Kann ich die Skala behalten?“

Manches in Ihrem Leben können Sie kontrollieren. Aber auf das allermeiste haben Sie keinen Einfluss.
Unterscheiden zu können, was jetzt in welche Kategorie gehört, ist ziemlich wichtig.

Oft unterliegen wir jedoch einer Kontrollillusion. Darunter versteht man die menschliche Tendenz zu glauben, gewisse Vorgänge kontrollieren zu können, die nachweislich aber nicht beeinflussbar sind. So schätzen zum Beispiel Menschen, die ihre Lottozahlen selbst wählen können, ihre Gewinnchancen deutlich höher ein als solche, die ihre Zahlen per Zufall zugewiesen bekommen. Die Illusion dabei ist der Glaube, man könne ein völlig zufälliges Ergebnis durch die Auswahl der „richtigen“ Zahlen in irgendeiner Form beeinflussen.

Um eine Kontrollillusion handelt es sich auch, wenn wir Muster dort erkennen, wo gar keine sind. Deshalb glauben Menschen am Spielautomaten oder am Roulettetisch „Glück- oder Pechsträhnen“ zu erkennen. Börsengurus entdecken vermeintliche Muster in der „technischen Analyse“ von Kursverläufen. Auch Verschwörungstheorien in Weltwirtschaft und Politik  sind so beliebt, weil sie die Hoffnung nähren, ein Stück Kontrolle über wichtige, aber schlecht beeinflussbare Entwicklungen zu bekommen.

Wenn man etwas nicht kontrollieren kann, muss man vertrauen:

  • Darauf, dass der Pilot nicht betrunken oder depressiv ist.
  • Darauf, dass die Autofahrer auf der Gegenfahrbahn gerade nicht auf ihr Handy starren.
  • Darauf, dass wir morgen früh wieder aufwachen.

Also: Üben Sie sich im Vertrauen, wenn Sie etwas nicht kontrollieren aber auch nicht vermeiden können.
Entspannen Sie sich mit dem Satz: „Es wird schon irgendwie gut gehen.“


8. Hören Sie auf, Dinge zu tun, die Sie nicht näher zu Ihren Zielen bringen.

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Erfolgreich im Leben zu sein hat viel damit zu tun, zu klären, was Ihnen wirklich wichtig ist.
Und dann dafür die nötige Zeit zu reservieren. Dabei hilft es, sich zu fokussieren, sonst verzetteln Sie sich.

  • Wenn Sie ein Kind wollen, werden Sie nicht in gleicher Weise Ihre Karriere verfolgen können wie ohne Kind.
  • Wenn Sie neben Ihrem Beruf ein Buch schreiben wollen, müssen Sie vermutlich einige Urlaube dafür opfern.
  • Wenn Sie 1/2 Stunde meditieren oder Yoga machen wollen, müssen Sie eine halbe Stunde früher aufstehen.
  • Wenn Sie mehr Zeit fürs Bücherlesen wollen, können Sie weniger fernsehen.
  • Wenn Sie nebenher ein Fernstudium machen, müssen Sie manche Partyeinladung absagen.
  • Wenn Sie die wichtigsten Jahre Ihres Sohnes mitkriegen wollen, müssen Sie früher raus aus dem Büro.

Auch wenn Sie durch Kompromisse zwei Dinge gleichzeitig wollen, müssen Sie lernen, sich und Ihr Leben öfter abgrenzen. Müssen nein sagen zu Aufgaben, Verpflichtungen, Aktivitäten oder Bitten, die von anderen an Sie herangetragen werden. Das kann ganz schön unangenehm sein. Und es wird auf die Dauer nur funktionieren, wenn Sie wissen, für welche Ziele Sie diese Opfer bringen.

Also: Für welches Ziel würden Sie viel geben?


9. Hören Sie auf, mit Leuten Zeit zu verbringen, die Sie nicht weiterbringen.

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Als Student lebte ich in einer 3-Männer-WG, von denen zwei jeden Morgen joggten. Raten Sie mal, was ich nach einem Monat auch machte? Die Menschen, mit denen wir uns umgeben, haben einen größeren Einfluss auf Sie, als Ihnen vielleicht bewusst ist. Das liegt daran, dass wir uns von diesen Menschen gewisse Verhaltensweisen abschauen. Wir werden von unserem Umfeld regelrecht angesteckt.

Schaffen Sie sich also ein Umfeld, das Ihnen mehr nützt als schadet. Das nicht über Ihre Ideen und Vorstellungen lacht, sondern sie akzeptiert oder vielleicht sogar mit Ihnen teilt. Umgeben Sie sich mit Menschen, von denen Sie etwas lernen können und die Sie positiv inspirieren.

Denn früher oder später tragen die Menschen, mit denen Sie die meiste Zeit verbringen, dazu bei, wie Sie werden.

Also: Gehen Sie im Geist die Menschen durch, mit denen Sie  Zeit verbringen und prüfen Sie, wie Sie sich mit ihnen fühlen.


10. Hören Sie auf, von jedem geliebt werden zu wollen.

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Über das Thema gibt es hier einen längeren Artikel von mir.

Übertrieben nett zu sein, lernt man in der Familie. Als Baby kommt man ja total egoistisch auf die Welt. Glaubt, die Welt dreht sich um einen selbst. Und meistens klappt es ja auch. Aber sowie das Kind älter wird, erlebt es, dass es sich einfügen muss. In das Zusammensein mit anderen Menschen, mit den Eltern und den Geschwistern.

In vielen Familien gilt Streiten oder nicht gut drauf sein als schwere Sünde:

  • „Was machst du denn schon wieder für ein Gesicht?“
  • „Wer schreit, hat Unrecht!“
  • „Wenn Du so garstig bist, habe ich dich nicht mehr lieb.“
  • „Wenn Du so egoistisch bist, wirst du später mal keine Freunde haben.“

Auf der anderen Seite kann es sein, dass man lernt, dass Freundlich-Tun und Hilfsbereitschaft hoch angesehen und gelobt wird. Als Erwachsene fühlen sie sich schnell dafür verantwortlich, dass andere sich wohl fühlen, fantasieren jedoch häufig nur, was sich der Andere eigentlich wünscht. Sie können gut ihre Bedürfnisse hintenan stellen, richten sich danach, was andere erwarten und kommen dabei selber zu kurz.

Vor allem wollen sie auf jeden Fall beliebt sein und haben nicht gelernt, „Nein!“ zu sagen. Gleichzeitig erwarten sie auch von anderen, dass sie Rücksicht auf sie nehmen, ohne dass Sie aber ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche klar und deutlich aussprechen.

Also: Hören Sie auf, von jedem geliebt werden zu wollen, denn dadurch verlieren Sie meistens den Respekt.


 

11. Hören Sie auf, Zeit zu verschwenden.

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Machen Sie folgendes Experiment. Nehmen sie so ein Metermaß. Kürzen Sie es auf 90 Zentimeter.
Das ist Ihre sehr optimistisch geschätzte Lebenserwartung. Und jetzt schneiden Sie links soviel ab, wie Sie alt sind.
Das ist Ihre verbleibende Lebensspanne – statistisch und wie gesagt, sehr optimistisch geschätzt. Ganz schön kurz, oder?

Was wollen Sie mit dieser restlichen Zeit anfangen?

Mit der vertanen Zeit ist es wie mit dem Bluthochdruck – es tut nicht weh. Deswegen sitzen Sie so viele Stunden vor dem Fernseher, surfen lange durchs Internet, schauen dauernd auf Ihr Smartphone – verplempern jedenfalls oft Ihre Zeit mit irgendwas.

Schauen Sie mal auf die vergangenen fünf, sechs Tage.
Was fällt Ihnen, was wichtig war? Wo Sie sich wohl fühlten. Wo Sie Ihre Zeit sinnvoll verbrachten.
Was Ihnen einfällt, hat vermutlich mit Beziehungen und mit Menschen zu tun. Oder einer Tätigkeit, die für Sie sinnvoll war.
Wie oft gibt es solche Zeiten in Ihrer Woche?

Hätten Sie gern mehr davon?
Dann hören Sie auf, Ihre Zeit zu verschwenden?


12. Hören Sie auf zu glauben, Sie hätten keine Wahl.

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Es gibt immer eine Alternative – und Sie können immer wählen. Okay, manchmal haben Sie nur die Wahl zwischen zwei Optionen, von denen keine berauschend ist – aber es bleibt eine Wahl. Ihre Wahl.

Wenn Sie glauben, keine Wahl zu haben, werden Sie automatisch zum Opfer und fühlen sich hilflos.

Eine Alternative, die man leicht übersieht, steht Ihnen immer offen: Sie akzeptieren, was unvermeidlich ist.
Das Mantra dafür lautet: „Es ist, wie es ist.“ Und dann akzeptieren Sie es.
Sofort werden Sie spüren, dass sich etwas in Ihnen entspannt. Weil Sie nicht mehr dagegen ankämpfen. Weil Sie nicht mehr damit hadern. Weil Sie aufgeben, nach einem Schlupfloch zu suchen. Es ist, wie es ist.

Also: Für welche Situationen in Ihrem gegenwärtigen Leben passt das gerade?


13. Hören Sie auf, ein totes Pferd zu reiten.

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Anders gesagt: Hören Sie auf, eine Sache immer wieder auf dieselbe Weise zu tun und dabei ein anderes Ergebnis zu erhoffen. Das gilt zum Beispiel für Konflikte in der Partnerschaft.

In dem Hollywoodfilm “Trennung mit Hindernissen” kann man verfolgen, wie man erfolgreich eine Beziehung in den Sand setzt. In einer Schlüsselszene will Brooke (Jennifer Aniston) Ihren Mann Gary (Vince Vaughn) dazu bringen, ihr beim Abwasch zu helfen. Der will aber lieber sich ausruhen und am PC spielen. Endlich bequemt sich Gary, ihr widerwillig – mangels besserer Argumente – zu helfen. Doch damit ist seine Frau nicht zufrieden. Er soll ihr nicht nur beim Abwasch helfen, sondern es freiwillig wollen. „Ich will dass Du abwaschen willst!“

Typischer Fall von “Spontan-Paradoxie”. Damit bezeichnete der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick das Phänomen, dass man durch einen Wunsch an den anderen gleichzeitig “verhindert,” dass der andere es spontan tut. Der harmlose Wunsch einer Frau “Bring mir doch mal Blumen mit!” wird dann kompliziert, wenn der Mann dies tut und die Frau argwöhnt, er tue es ja nur, weil sie es gesagt habe.

Wenn Sie immer das Gleiche tun – mit Ihrem Kollegen, Ihrem Partner, Ihrem Kind – werden Sie höchstwahrscheinlich dasselbe Resultat wie die Male davor erzielen. Wenn Sie etwas anderes wollen, steigen Sie vom toten Pferd ab und probieren Sie etwas anderes – auch wenn es Ihnen ungewohnt und verrückt erscheint. Welchen grundlegenden Erziehungsfehler zum Beispiel viele gutmeinende Eltern machen, erklärt hier Jesper Juul.

Also: Was ist Ihr totes Pferd?


Mein Fazit:

Es gibt viele Möglichkeiten, erfolgreich zu sein. Das kommt ja ganz auf die Definition von „Erfolg“ an.
Dem entsprechend gibt es auch viele Tipps, wie man Erfolg erreicht. Mir geht es in diesem Beitrag weniger ums „Machen“ und „Haben“ und dafür mehr ums „Sein“. Oder wie es Erich Fromm ausdrückte: „Das höchste Ziel im Seinsmodus ist TIEFERES WISSEN, im Habenmodus MEHR WISSEN.“

kommentar Wann ist für Sie ein Leben erfolgreich?

 

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Bild: © www.cartoon4you.de, pixelia.com, visualhunt.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

13 Kommentare

  1. Ich führe schon ein ziemlich erfolgreiches Leben. Wird man mit guten Fragen konfrontiert. Dann werden wieder neue Prozesse in Gang gesetzt. Ich fühle mich heute viel leichter nach dem ich mir einige dieser Fragen auf Papier beantwortet habe.

  2. Eines meiner lieblings Zitate ist von Klaus Uschold, Ingrid und ich denke es ist voll zutreffend hier:
    Der Schlüssel zum Erfolg ist die eigene Erkenntnis, wer und wie wir wirklich sind, um mit unserer eigene Akzeptanz kreativ arbeiten zu können.
    Klaus Uschold, Ingrid

  3. Eine klasse Zusammenstellung !

    Besonders Punkt 7: Loslassen, ist besonders wichtig und fällt uns gleichzeitig wohl am schwersten.

    Wenn wir erkennen und dann auch akzeptieren, dass unsere Kontrolle über unser eigenes Leben begrenzter ist als wir denken, wird paradoxerweise vieles einfacher.

    Man ist entspannter und deshalb gesünder und auch fokussierter beim Arbeiten, man ist lockerer und begegnet anderen freundlicher, man will nichts mehr von anderen, sodass sie sich wohler fühlen und und und…

    Danke für den Beitrag !

    Viele Grüße

  4. Hammer Artikel!
    Es steckt einfach so viel Wahrheit in deinen Worten.
    Mir gefällt besonders gut der Punkt:“Hör auf nach den Vorstellungen Anderer zu leben!“
    Das Trifft es für mich absolut auf den Kopf!

  5. Vielen Dank für diesen genialen Artikel. Ich bin beeindruckt und nachdenklich. Sehr gut auf den Punkt gebracht! Wie schnell verliert man das allerdings im Drama des Alltags immer wieder aus den Augen. Ich weiß, dass ich immer wieder dieselben Ehrenrunden drehe, „tote Pferde“ versuche zu beatmen, gemocht werden will… Mir geht es oft so, dass ich die Muster erst hinterher erkenne. Mein Leben tarnt meine Lernfelder… und ich denke: jetzt ist alles ganz anders- andere Situation- anderes Muster. Wummmmms. Bitte nochmal anstellen 🙂
    Danke für den guten Artikel!
    Vera

  6. Für Erfolg braucht man keine 13 Punkte ändern, man muss die Glaubensmuster in seinem Unterbewusstsein umprogrammieren, um an sich und seine Ideen zu glauben.

  7. Andrea Feichtinger sagt

    Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,

    vielen herzlichen Dank für Ihren großartigen
    Blogartikel!
    Beste Grüße aus Österreich von Andrea Feichtinger

  8. Sabine sagt

    Was, wenn man schmerzlich feststellt, einen Teil seiner Bedürfnisse „vergessen“ zu haben und diese mit aller Kraft aufbrechen?
    Wenn man sich nach Plan B sehnt, natürlich verzettelt man sich, geht nicht den einmal gewählten Weg konsequent zu Ende. Stößt x Menschen vor den Kopf und weiß noch nicht einmal, ob der neue Weg das Gelbe vom Ei ist.

    Hat man die Kraft, jemanden mitzureißen oder wird man mitgerissen? Ich würde finanziell absteigen, mein Gegenüber wäre mir intellektuell unterlegen, aber er hat ein wirklich geniales Gespür, was für einen „richtig“ oder „falsch“ ist, vieles, was er mag, ist das, was ich mir für mein Leben wünsche. Wir würden kleinere Brötchen backen (er im Vergleich zu vorher größere).

    Jede Entscheidung beinhaltet einen Verzicht, der immer und immer bereut werden kann. Was wäre gewesen, wenn?

    Was macht mir mein Leben in meinen Augen gelungen und erfüllt? Dass ich dabei geblieben bin oder, dass ich alles mitgenommen und ausprobiert habe? Was bedeutet mir am meisten in meinem Leben? Und wie erkenne ich das? Oft bemerkt man erst hinterher mit Schrecken, was Bedeutsames und Selbstverständliches man eigentlich verloren hat. Dann ist es zu spät. Es sollte klar sein, man kann nicht alles haben.

    Vielleicht bereut derjenige am meisten, der nicht frei und aus Überzeugung entschieden hat. Das ist bei finanziell abhängigen Frauen oft der Fall. Man redet es sich schön, wartet es zu Tode, ich wäre dumm, wenn ich…. Eben nicht!

    Und wenn solche Bedürfnisse aufbrechen, die für einen ein sinnvolles Leben bedeuten, ja, ich möchte sie noch erleben.

    Auch wenn ich mich verfranse, mich geirrt habe, es haarig wird, ich mir meine gesicherte Existenz zerstöre, ich will es versucht haben, sonst habe ich nie eine Aussicht, noch einmal in meinem Leben das zu finden, was ich suche.
    Denn wenn ich weitermache wie bisher, stirbt die Hoffnung darauf.
    Ohne Hoffnung zu leben, eingeschlossen, das würde mich krank machen…

  9. Elfriede Meißl sagt

    Hm, eigentlich habe ich das immer sehr praktisch gesehen. Ich habe zum Erhalt der Menschheit beigetragen, indem ich eine Tochter geboren habe. Und dann habe ich es geschafft, ihr den Start in ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

    Darüber hinaus konnte ich mich selber erhalten, habe ein Dach über dem Kopf und genug – manchmal zu viel 😉 – zu essen.

    Da ich krankheitsbedingt im Rollstuhl bin und in meinen Aktionsmöglichkeiten sehr eingeschränkt, ist das, was ich eventuell sonst noch ändern könnte, nicht mehr vorhanden. Ich fühle mich manchmal schon in der Rolle der Sterbenden, die überlegt, ob das alles ok war, was mein Leben war. Und im Grunde meine ich, daß ich unter den selben Umständen wohl immer wieder so handeln würde, wie ich es getan habe. Ich glaube nicht, daß es mir bei anderen Entscheidungen besser gegangen wäre. So, wie es ist, war es machbar.

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