Angst um Ihren Arbeitsplatz? Dann entwickeln Sie jetzt Ihre Persönlichkeit – das geht sogar online.

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Emotionale Intelligenz / Karriere / Persönlichkeit

Die Auswirkungen der Finanzkrise greifen immer weiter um sich. Konnte man anfangs noch annehmen, es träfe nur gierige Manager oder Menschen mit gut bestückten Wertpapierdepots, wird mittlerweile deutlich – es trifft uns alle. Die großen Autofirmen haben schon reagiert, viele Mittelständler blicken auf stornierte Aufträge und immer mehr trifft es Zulieferer, dort beschäftige Mitarbeiter und über den Verbraucher – also wir alle – bald auch den Einzelhandel.

Keiner weiß, was noch kommt. Haben wir das Schlimmste schon überstanden oder rollen unterirdisch schon neue Erdbeben (Stichwort US-Kreditkartengeschäft)  heran. Über fünfzig Jahre Frieden hierzulande und ein stetig steigender Wohlstand für die meisten Menschen in Westeuropa haben uns glauben gemacht, dass ökonomische Krisen, Krieg und Armut nur anderswo auf der Welt passieren. Und plötzlich stehen in fast jeder Zeitung Meldungen oder Gerüchte  über mögliche oder drohende Entlassungen von Tausenden Mitarbeitern neben dem Wetterbericht.

Wer in diesen Zeiten Angst um seinen Arbeitsplatz hat, denkt – glaube ich – realistisch.
Schon weil einfach niemand weiß, was noch kommt und vor allem massenpsychologische Ängste die Märkte und Wertpapierbörsen trudeln lassen und durch die Internationalisierung niemand mehr sagen kann: „Was kümmert es mich, wenn in China ein Sack Reis umfällt.“

Was ist zu tun?

Unter Stress zeigt sich der Kern unserer Persönlichkeit am deutlichsten. Sie warten beispielsweise bei Rot an der Ampel in Ihrem Auto. Plötzlich tut es einen Riesenschlag: jemand ist von hinten auf Sie draufgefahren.  Wie reagieren Sie jetzt?

  • Steigen Sie wutentbrannt aus dem Wagen und beschimpfen den anderen Fahrer?
  • Kriegen Sie Schuldgefühle und versuchen, den anderen Fahrer zu beruhigen?
  • Tun Sie ganz cool und greifen in aller Ruhe nach Ihren Versicherungsunterlagen im Handschuhfach?
  • Oder fangen Sie lauthals an zu jammern, warum ausgerechnet Ihnen das wieder passieren muss?

Die gegenwärtige Situation ist auch eine Möglichkeit, wie Sie auf Krisen reagieren. Jammern, andere beschuldigen, Kopf in den Sand stecken oder vorausschauend handeln? Wie wir in Krisen reagieren, hat wenig mit Verstand und kühlem Abwägen zu tun. Das zeigen ja gerade eindrucksvoll die verrückten Aktienkurse. Es hat vor allem mit unseren unbewussten Überlebensstrategien zu tun. Also jenen „inneren Landkarten“, die wir einmal in Kindheit und früher Jugend gelernt haben und die sich damals als tauglich erwiesen haben.

Meine Empfehlung in diesen unsicheren Zeiten ist: investieren Sie!

Aber nicht in Aktien, Anleihen oder Fonds. Investieren Sie in sich selbst. In Ihre Persönlichkeit. Denn egal wie unsicher die Zeiten werden oder welche schwierige Situationen auf Sie zukommen mögen – mit einer starken Persönlichkeit werden Sie besser damit fertig werden.

Was ist nun eine starke Persönlichkeit?

Gemäß der  Positiven Psychologie sind das zentrale Eigenschaften oder , wie Glück, Optimismus, Geborgenheit, Vertrauen, Verzeihen oder Solidarität.

Der Ursprung dieser Richtung, die sich als Ergänzung der bisherigen Therapierichtungen versteht liegt in den 90er Jahren. Damals zeigten neurowissenschaftliche Forschungsergebnisse, dass Glück und Unglück als zwei unterschiedliche Systeme verstanden werden können. Aufgrund dieser Erkenntnis begründete Martin E.P. Seligman die Positive Psychologie.

Dieser Ansatz ist interessant. Denn viele Therapiemethoden werden ja oft als defizit-orientiert angesehen, weil sie sich sich ausgiebig mit den Fehlern und Schwächen eines Menschen beschäftigen. Mit der Hoffnung, dass man die ehemals schwachen Seiten ausmerzen, verändern könne.

Doch das klappt selten. Im Sport versucht man ja auch nicht, aus einem Kugelstoßer einen Hürdenläufer zu machen, indem man argumentiert, der Mensch habe zwar dicke Muskeln aber mit seiner Sprintschnelligkeit hapere es doch sehr.Genau das wird jedoch zuweilen in der Mitarbeiterführung oder Personalarbeit  geglaubt. Ein Instrument dazu ist die unsägliche „Stärken-Schwächen-Analyse“.

Ich halte davon nichts, weil es bereits sehr fragwürdig ist, zu definieren, was eine „Stärke“ und was eine „Schwäche“ ist.Gerade las ich dazu in der aktuellen Psychologie eine Untersuchung, wonach das Äußern von Ärger Männern bei Männern als angemessen und bei Frauen als zickig bewertet wird. Also dasselbe Verhalten ist mal eine Stärke und dann wieder eine Schwäche (!)

Zum anderen, zeigt ein guter Test ohnehin nur, was der Betreffende schon weiß. Wer sich für klug hält, wird mit einem IQ-Qotienten-Ergebnis von 120 ganz zufrieden sein. Hält sich jemand für superklug, erreicht er aber nur ein IQ-Ergebnis von 92, wird er wahrscheinlich eher den Test anzweifeln als sein Selbstbild.

Die Positive Psychologie (nicht zu verwechseln mit dem Positiven Denken) verfolgt hier einen interessanten Ansatz. Sich auf seine Stärken zu konzentrieren und nicht mit seinen Schwächen zu hadern.

Nach Seligman hängen Glück und Lebensfreude stark von einer optimistischen Erwartungshaltung dem Leben gegenüber ab, und diese Erwartungshaltung kann gelernt werden. Dazu  veröffentliche er das Buch 1990 er das Buch Learned Optimism: How to Change Your Mind and Your Life. (deutsch: Der Glücks-Faktor: Warum Optimisten länger leben).

Auf der Basis dieses Ansatzes – statt „fix what’s wrong“ (In Ordnung bringen, was nicht funktioniert) also das Prinzip „build what’s strong“ (Stärken fördern) – gibt es jetzt ein Online-Training, in dem Sie Ihre Stärken besser kennen lernen und fördern können. Die Teilnahme ist kostenlos.

Bis zum 21. Dezember 2008 können Sie sich für das Onlinetraining anmelden. Die verschiedenen Trainings können Sie bequem von zu Hause aus am PC durchführen. Vor Trainingsbeginn müssen Sie einige Fragebögen ausfüllen. Der Zeitaufwand beträgt ca. neunzig Minuten.

Zum Trainingsschluss im Juli 2009 erhalten Sie, sofern Sie alle Fragebogen bearbeitet haben, eine Rückmeldung zu Ihren Charakterstärken und Ihrer Persönlichkeit. Die Trainings beginnen am 5. Januar 2009 und nehmen während der ein- bis zweiwöchigen Trainingsphase ungefähr 90 Minuten in Anspruch. Anmelden können Sie sich hier:

Mein eigener Arbeitsansatz ist ganz anders.

Ich glaube, dass sogenannte „Schwächen“ immer zwei Seiten haben. In meinen Persönlichkeitsseminaren kommen auch Teilnehmer, die an ihren Schwächen arbeiten wollen:

  • Eine IT-Beraterin hat schon zwei Zeitmanagementseminare besucht und kommt dennoch nicht vor zwanzig Uhr aus dem Büro.
  • Ein Ingenieur wurde zum Gruppenleiter befördert und verfolgt die Mitarbeiter mit seinem gnadenlosen Perfektionismus.
  • Ein Geschäftsführer wird scharf und zynisch, wenn jemand einen Fehler macht.
  • Eine Servicemitarbeiterin wird von anderen mit ihrer Hilfsbereitschaft ausgenutzt und schafft es nicht, „nein“ zu sagen.

Die eine Seite der Schwäche ist klar. Man schadet sich selbst oder anderen, zahlt einen hohen Preis – gesundheitlich oder psychisch. Doch die hartnäckigen „Schwächen“ können auch anders betrachtet werden, nämlich als bestmögliche Lösungsstrategie für einen inneren, unbewussten Konflikt. Das erklärt auch, warum sich diese Schwächen so schwer ändern lassen, obwohl der Betreffende eigentlich genau das Verhalten kennt, das besser wäre – aber er kann es nicht. „Es“ – das Problem ist stärker. Oder wie es einmal ein Teilnehmer ausdrückte: „Ich will öfter nein sagen müsste, aber es klappt nicht.“

Um diese inneren Konflikte kümmern wir uns in meinen Persönlichkeitsseminaren. Sie zu identifizieren, zu klären, wohin sie eigentlich gehören – und wie man sie bearbeiten und lösen kann.

Das ist harte, intensive Arbeit. Für die Teilnehmer wie für mich. Was bedeutet, dass meine Seminare drei Tage dauern und ich nur sechs Menschen pro Termin nehme. Aber der Einsatz lohnt sich.
Lesen Sie hier das Feedback von Teilnehmern. Aktuelle Seminartermine hier…

Wie gehen Sie mit der gegenwärtigen Krise um?

Haben Sie Angst? Was tun Sie dagegen?

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Photos: © crimson – Fotolia.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

3 Kommentare

  1. Heiko sagt

    Entwicklung der Persönlichkeit ist obligatorisch unabhängig was für eine Beruf haben wir. Wie gesagt, guter Artikel und der Blog als ganzem! Grüße!

  2. Janek sagt

    Also ich muss mich meinem Vorredner anschließen, der Artikel ist wirklich sehr gut geschrieben. Der gesamte Blog gefällt mir auch, zumal hier doch wirklich ein paar passende Aussagen zu finden sind, wie man sich selbst einschätzen muss und wie man sich selbst ändern oder verbessern kann, wobei das wieder falschen Worte sind, mir aber die richtigen gerade nicht einfallen.

  3. Sehr guter Artikel, werde diesen Blog in Zukunft im Auge behalten. lg

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