Zeitmanagement? Die Zeit lässt sich nicht managen.

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Zeitmanagement

Gängige Seminare – wie auch viele Bücher zu dem Thema geben gute Tipps, wie man die Zeit “in den Griff bekommt.” Zum Beispiel durch: Schreibtisch aufräumen, Aufschieberits und Perfektionismus vermeiden, Delegieren oder Nein-Sagen.

Die Krux ist nur: Menschen ohne Zeitprobleme machen all das. Menschen mit Zeitproblemen helfen diese Tipps überhaupt nichts. Weder wenn sie diese in einem Buch lesen oder gar ein zweitägiges Zeitmanagement- Seminar dazu buchen. In dem erfahrungsgmäß erwachsenen Menschen simple Methoden wie ABC-Analyse und Eisenhower-Prinzip (Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit sortieren) oder die ALPEN-Methode nahegebracht werden. (Sowas beherrschen die meisten fünfzehnjährigen Schüler mit ihren Schulaufgaben und Freizeitaktivitäten mühelos – ohne jemals etwas von diesen Methoden gehört zu haben.)

Woran liegt es dann, wenn Menschen diese sinnvollen Tools zwar meist kennen, aber nicht anwenden. Aus demselben Grund, warum Millionen Menschen trotz dick aufgedruckter Warnhinweise zu Zigaretten greifen, obwohl sie wissen, dass es ungesund ist. Der subjektive damit verknüpfte Nutzen überlagert die Sorge um die Gesundheit.

Doch welcher Nutzen steckt hinter den selbst gemachten Zeitproblemen? In meinem etwas anderem Zeitmanagement-Seminar kümmern wir uns genau um diese, meist unbewussten Gründe. Dabei kommt oft Erstaunliches heraus:

  • Den eigenen Schreibtisch nicht aufzuräumenhängt oft mit der inneren Ablehnung gegen von außen geforderte Ordnung zusammen. “Ich lasse mir von niemandem mehr sagen, was ich zu tun habe.” Dieses Motiv steckt auch oft hinter der “Aufschieberitis”.
  • Perfektionismus vermeidenkönnen Perfektionisten nicht, solange sie nicht wissen, für wen und was sie immer alles perfekt machen wollen. Meist steckt eine starke Angst vor Kritik und entsprechender Abwertung dahinter.
  • Delegieren fällt meist Menschen schwer,die sich für unentbehrlich halten bzw. denen es schwer fällt, anderen zu vertrauen.
  • Nein-Sagen ist für Menschen schwierig,die in ihrem Leben erlebt haben, dass das eigene “Nein” irgnoriert oder bestraft wurde bzw. demjenigen Schuldgefühle vermittelt wurde, dass er/sie zu egoistisch, nicht hilfsbereit, zickig, nicht liebenswert sei.Wichtig bei all diesen Hintergründen ist, dass sie kaum etwas mit der gegenwärtigen Situation und den heute Beteiligten zu tun haben, sondern das eigene Verhalten das unbewusste Erbe gemachter Beziehungserfahrungen ist. Deshalb hört man ja nach einem gut gemeinten Ratschlag an den Betreffenden “Du musst öfter mal nein sagen” meist die Standardantwort “Ja, ich weiß, aber ich kann das nicht.”Aus diesem Grund gibt es jedes Jahr wieder ein paar neue Zeitmanagement-Bücher, die diesselben alten Tipps neu verpackt wieder anbieten (ähnlich wie mit den jährlichen neuen Diät-Methoden). Wenn Sie wissen wollen, was wirklich hinter Ihrem “Zeitproblem” steckt, dann empfehle ich Ihnen ein Persönlichkeitsseminar von mir. Keine Zeitspar-Tipps, keine klugen Ratschläge, dafür eine intensive Auseinandersetzung damit, was wirklich hinter Ihrem “Zeitproblem” steckt. Mehr Info

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Danke.

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

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