Soll man mit 74 Jahren noch mal Vater werden?

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Und soll man mit 66 Jahren noch Mutter werden?

Medizinisch gesehen geht beides. Jean Pütz, der Wissenschaftsjournalist und langjährige Leiter der „Hobbythek“, verkündet es gerade über die Medien. Kein später Kinderwunsch, denn er hat schon Sprößlinge. Einen Sohn, der zehn ist. Der andere ist fünfzig (!) Jahre alt.

Wie begründet der Spätberufene die Sache?

“ Ich bin eben ein kleiner Lustmolch. Und meine Frau verträgt die Pille nicht.“ Seit 2004 ist er mit seiner zweiten Frau Pina (42 Jahre) verheiratet. … „Meine Frau macht so schöne Kinder, das wollten wir noch mal ausnutzen.“ … „Natürlich hat man in meinem Alter gewisse Skrupel, aber ich habe immer gesund gelebt, daher hoffe ich, dass ich meine Tochter mindestens bis zum 20. Lebensjahr (!) begleiten kann.“ (Zitate aus BILD).

Nun ja, mangelnde Zukunftsplanung kann man Herrn Pütz nicht vorwerfen.

Mit so einer späten Vaterschaft ist Pütz in guter (?) Gesellschaft. Pablo Picasso wurde mit 68 Jahren Vater, Karel Gott ebenfalls, Clint Eastwood nur 67, und Anthony Quinn sogar 81 Jahre. Der vor kurzem mit 71 Jahren verstorbene Opernstar Luciano Pavarotti hinterlässt eine vierjährige Tochter. Bergsteiger Luis Trenker führt hier die Spitze an – mit 96 Jahren. Und wer weiß, wenn Lothar Matthäus in zwanzig Jahren mit der elften Ehefrau endlich die richtige gefunden hat. Und überhaupt, was macht eigentlich Johannes Heesters …?

Sie merken schon an meinem ironischen Ton: ich bin dagegen.
Und zwar aus zwei Gründen:

1. Alte Väter haben schlechteres Erbgut.

Dänische Wissenschaftler der Universität Aarhus haben in einer Studie (102.879 Paare und deren Kinder) herausgefunden:
  • Das Sterblichkeitsrisiko bei Kindern, deren Väter älter als 45 Jahre alt sind, ist doppelt so hoch wie bei jenen, die Väter zwischen 25 und 30 Jahren alt sind.
  • Kinder älterer Väter etwa doppelt so häufig an Komplikationen während der Geburt und an Erbkrankheiten wie Herzfehlern und deformierten Wirbelsäulen.
  • Verletzungen und Vergiftungen traten doppelt so häufig auf.
  • Die Sterblichkeitsrate bei Kindern junger Väter (25 bis 30 Jahre) liegt bei 0,68 Prozent , bei über 45-Jährigen erhöht sich die Rate auf 1,2 Prozent.
  • Kinder, die von älteren Männern gezeugt wurden, sind laut einer neuen Studie weniger intelligent als Kinder jüngerer Väter.
  • Auch Zwergenwuchs und Gesichtsdeformationen treten überzufällig bei später Vaterschaft auf.

„Das habe ich ganz ohne Viagra geschafft!“ brüstet sich Jean Pütz im Interview. Doch wie oft im Leben ist entscheidend, was hinten rauskommt. In diesem Fall also vorne. Und das sind bei alten Männern schlechtere Spermien.  Denn mit fortschreitendem Alter treten in den männlichen Keimzellen verstärkt Mutationen auf.

2. Alte Väter bieten in vielem keine gute Identifikation.

Keine Frage – alte Väter haben auch Vorteile für Kind und Ehefrau. Sie sind meist finanziell abgesichert und vor allem haben sie viel Zeit. Denn im Großväter-Alter ist meist die aktive Berufszeit mit ihren Zwängen vorbei. Wie das aussehen kann, kann man hier nachlesen …

Aber es hat auch Nachteile. Angefangen von Kameraden in Kindergarten und Schule, die den Jungen die ersten Male mit dem Spruch: „Dein Opa holt dich ab!“ informieren, dass sein Vater da ist. Wenn Jungen untereinander die Berufe der Väter austauschen („Was macht denn deiner?“) kommt es wohl wenig cool an, wenn ein Junge sagt: „Mein Papa ist Rentner.“

Jungen wollen auch mit dem Vater raufen, herumtollen, Fußball spielen. Wer da als 74-jähriger noch fit ist, kann wohl eine Weile mithalten. Aber wenn das Knie knirscht oder die Bandscheibe sich meldet oder der Vater beim Rennen aus der Puste kommt, merkt der Junge unmittelbar, dass sein Vater nicht nur ziemlich alt aussieht.

Der Gehirnforscher Gerald Hüther verrät in einem FAZ-Interview, wie Väter als Vorbild sein sollten.

Natürlich sterben auch junge Väter. Aber die Wahrscheinlichkeit mit 74 oder 82 Jahren ist eben ungleich höher.

Doch ich will nicht jammern.

Natürlich müssen wir in Deutschland mit einer seit Jahren sinkenden Geburtenrate um jedes Neugeborene froh sein. Oder wie es der unvergleichliche Franz Beckenbauer (mit 57 Jahren) ausdrückte: „Es gibt doch nichts Schöneres als einem Menschen das Leben zu schenken.“ Ja, so sind sie, die älteren Väter, lebensklug und so gütig.

Damit wir uns recht verstehen, ich habe nichts gegen alte Männer. Ich bin mit meinen 61 Jahren selbst einer und werde nicht an dem Ast sägen, auf dem ich auch sitze.Auch ist mir klar, dass es immer auf den Einzelfall ankommt, auf die Partnerschaft. Und natürlich in einer alternden Gesellschaft müssen wir uns bald nicht nur von der Rente mit 67 verabschieden, sondern auch davon, dass mit fünfzig die Elternphase im Großen und Ganzen abgeschlossen ist.

Wenn das Beispiel Schule macht, werden wir uns umstellen müssen. Das bietet auch Chancen für die Wirtschaft:

  • Babykostfirmen wie Hipp und Alete können neue Produkte herausbringen: „Dieser Brei schmeckt Baby und Vater.“
  • Kinderwagenfirmen erfinden ein neues Gefährt, eine Kombination zwischen Buggy und Rollator („Buggalator“)
  • Pampers könnte Doppelpackungen herausbringen: Ein Teil für Babys, der andere in XXL.

Aber ich werde schon wieder ironisch.

Wenn es immer weniger Grenzen gibt, müssen wir uns selbst  begrenzen.

Was mich auch an der Sache stört, ist die Botschaft des „Anything goes!“ Alles, was machbar ist, wird auch gemacht. Man tut so, als gäbe es keine Grenzen. Und wir leben in einer Zeit, in der auf vielen Gebieten die Grenzen immer weiter hinaus geschoben werden. Das bringt viele Vorteile. Ist aber auch mit der Konsequenz verbunden, dass wir immer mehr bestimmte Grenzen selbst finden und setzen müssen. Nur ein Beispiel:

  • „Früher“ war die Arbeitszeit begrenzt durch Verträge und die persönliche Anwesenheit am Arbeitsplatz. Durch Internet und Mobilfunk kann heute  jeder rund um die Uhr für Chef, Kollegen und Kunden erreichbar sein. Wer hier auf die Dauer nicht ausbrennen will, muss von sich aus Laptop und Handy ausschalten – und dies möglicherweise noch vor anderen rechtfertigen.

Doch Grenzen sind per se nicht Einschränkungen. Das kann man so erleben. Aber Grenzen bieten auch Orientierung, Schutz, Sicherheit. Und den Raum innerhalb der Grenze – und der ist ja auch groß.

Also: Ich bin einfach nur dagegen, dass 74-jährige noch mal Vater werden.

Und Papst oder Bischof sollten sie in dem Alter auch nicht mehr werden.

kommentar Was meinen Sie dazu?
Haben Sie Erfahrung mit einem alten Vater?

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Fotos: © istock.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

25 Kommentare

  1. Man kann eben nicht alles regeln, was man nicht richtig findet.
    Betrunkene Jugendliche, die Auto fahren. Verschleierte Frauen auf der Straße. Verschwendete Steuergelder für unsinnige Projekte.
    Der Preis der Freiheit ist es, solche Dinge zu ertragen.

  2. Santiano sagt

    Schreibt hier noch jemand? Egal, jetzt wird Janet Jackson mit 50 Jahren zum ersten mal Mutter ! Für mich völlig unvorstellbar, selbst, wenn es noch auf natürlichem Weg passiert sein sollte. Was soll da noch alles kommen? Auch, wenn sie einen jüngeren Mann hat, und auch, wenn sie sich noch so sehr ein Kind wünscht, 50 Jahre ist einfach zu alt, um zum ersten mal oder überhaupt noch schwanger zu werden! Ok, im Moment sieht diese Frau noch toll aus, aber das Alter bleibt, egal wie ihr äußeres ist! In diesem Alter sind viele bereits Großmutter , und auch die fortschreitende Medizin kann nicht ändern, daß dieses eine Risikoschwangerschaft ist und eine Behinderung des Kindes sehr wahrscheinlich eintreten kann. Mir wird mulmig bei dem Gedanken, was unsere Mutter Natur so alles zuläßt, das ist bestimmt nicht alles gut!!!

  3. Uschi sagt

    Ich möchte hier nochmal auf die Bemerkung von Jean Pütz über seine späte Vaterschaft eingehen. Also, daß er mit 74 noch im Vollbesitz seiner Potenz ist, finde ich ja wirklich ganz enorm, und daß er noch viel Spaß am Sex hat, ist ja auch völlig in Ordnung. Aber wenn seine Frau wirklich nicht die Pille verträgt (für mich etwas fragwürdig bei der heutigen Auswahl, aber das mal nur so dahingestellt!), wie wäre es denn mit einer Vasektomie oder einem Kondom? Ob der Herr Pütz mal darüber nachgedacht hat, daß die Möglichkeit besteht, daß er nichtmal die Einschulung seines Kindes miterlebt bzw. seine Frau mit einem Kind irgendwann allein dastehen könnte?

  4. Vera sagt

    Es tut mir leid, ich habe eine etwas extreme Meinung zu diesem Thema, ohne, daß ich jetzt jemanden beleidigen will. Es muß irgendwo eine Grenze nach oben geben. Das hat jetzt nichts damit zu tun, daß ich besonders gläubig wäre, aber die Natur gibt es eigentlich vor: Während der Wechseljahre wird eine Frau nur noch ganz schwer schwanger, danach auf natürlichem Weg garnicht mehr, und ich halte das für richtig! Bei Männern erledigt sich die Sache oft mit schwindender Potenz im zunehmenden Alter, es sei denn, sie haben sehr viel jüngere Frauen. Ich denke, man kann sich gegen Liebe nicht mit Verstand wehren, aber ein älterer Mann und eine junge Frau sollten evtl. überlegen, ob sie nicht besser auf Nachwuchs verzichten sollten. Väter, die schon fast die Ur-Opas ihrer Kinder sein könnten, das finde ich absolut furchtbar!

  5. 74 wäre doch ein super Alter … nicht für junge Väter, sondern für Trauzeugen! Da ist es nicht selten ein Vorteil, wenn man nicht mehr mitbekommt, was 15 Jahre später draus geworden ist.

  6. Micha Steinhauer sagt

    Lieben Gruß an alle,

    ich habe mir gerade alle Beiträge zu diesem Thema angeschaut, merke, wie vielschichtig es ist und lerne gerne daraus. Ich war als relativ junger Vater von Anfang an, also mit kleinem Baby, ein alleinerziehender Vater, habe also diese für mich sehr tiefgehende und berührende Erfahrung nicht als Feierabend-Papa sondern in voller Verantwortung erleben dürfen. Das hat mein Leben grundlegend verändert – es ist tiefer, sinnvoller und wertvoller geworden. Außerdem ist meine jetzige freischaffende Tätigkeit daraus entstanden – ich arbeite als pädagogischer Künstler und bin sehr erfüllt von dieser Aufgabe. Es macht mich nachdenklich, hier aus authentischen Berichten zu erfahren, wie sehr Kinder darunter leiden können, sog. alte Eltern zu haben, und ich hoffe sehr, dass es meinem 7-jährigen Sohn mit seinem 55-jährigen Papa gut geht und dass ich meine Gesamtsituation so gestalten kann, dass mein Sohn sicher ist und er mein Älterwerden nicht als überdimensionale Belastung tragen muss. Für mich ist jeder Tag mit meinem kleinen Sohn ein Geschenk, und ich weiß, dass ich ihm ein sehr liebevoller und aufmerksam beobachtender Vater bin. Und gleichzeitig bin ich mir dessen bewußt, dass ich kein junger Hüpfer mehr bin und, mit meiner Frau zusammen, die sehr große Verantwortung übernommen habe, einen kleinen Menschen so ins Leben zu begleiten, dass er einen guten Start hat. Ja, die Auseinandersetzung mit den Beiträgen hier hat mich da noch deutlich genauer hinschauen lassen. Vielen Dank dafür an alle, vor allem auch an Sie, Herr Kopp-Wichmann.
    Micha Steinhauer

  7. Hallo Herr Steinhauer,
    ich verstehe das gut mit dem harten Kontrast zwischen dem Bild und meinem Standpunkt im Beitrag. Ich habe auch absichtlich so ein Bild gewählt. Weil ich denke, dass viele alte Väter so rührende Vorstellungsbilder im Kopf haben, wenn sie noch einmal über eine Vaterschaft nachdenken. Solche Momente gibt es ja auch. Und für Großväter sind sie auch überwiegend. Für Väter, mit all den Mühen des Kindaufziehens weniger, wenn einem nicht das meiste die Ehefrau abnimmt.

    Danke für Ihre Offenheit.

  8. Hallo und guten Tag,

    hier habe ich für alle, die´s mögen ein wenig Sonntagsmusik, und für die eingefleischten Gordon Lightfoot – Fans dazu noch eine Bilddatei, Foto von einer Illustration zu diesem Song vom Troubadour.
    Das ist eine ziemlich große Bilddatei, fall sich jemand ein Plakat anfertigen will in guter Qualität…
    zuerst der Video Clip: (So drehten sich die Acrylscheiben ja Jahrzehntelang.) http://bit.ly/bZHIy3
    Und hier der Link zu meinem Bildarchiv: http://bit.ly/aEFji2

    Das Bild ist für Sie hier alle lizenzfrei, das Werk war vor 25 Jahren eine Auftragsarbeit von Rowland Fade, damals Köln, jetzt Gran Canaria, für mich. Viel Spass damit.

    Karl

  9. LordDavid sagt

    Hallo,

    meine Eltern waren auch recht alt als sie mich bekommen haben, ich persönlich habe darunter mehr gelitten, als davon profitiert. Wie es Herr Kopp Wichmann schon sagt, bin ich in der Schule immer gefragt worde ist das dein Opa der dich da abholt? Nein das war mein Vater. Ich habe mich dafür geschämt.
    Wenn ich heute zurückblicke, fällt mir einiges auf was ich in meiner Kindheit nicht oder nur sehr bedingt hatte, z.B. mit den Eltern Fussball spielen, das ging nicht, weil es immer hieß „Kind mir tut das weh, der Papa kann nicht mehr so schnell“ usw.
    Hilfe bei den Hausaufgaben, Englisch war damals noch eine richtige Fremdsprache, da konnte mir keiner helfen. „In meinem alter brauche ich das nicht mehr zu lernen – Neumodiges Zeug.
    Bei Konflikten wurden bei uns nicht geredet sondern nach guter alter Tradition erst mal den Gürtel ausgepackt, wo bei ich jetzt auf keinen Fall sagen will, dass ältere Eltern ihre Kinder schlagen, aber bei mir war es so und auch in meinem Freundeskreis, habe ich dies öfters gehört. Ich glaube auch das jüngere Eltern besser mit Konflikten umgehen können. Von daher bin ich überraschend auch ehr dagegen, dass ältere Menschen noch Kinder bekommen können, außerdem beginnt doch eh meist ab Mitte 50, Anfang 60 die Zeit, dass man Opa und Oma wird, da hat man dann die Enkelkinder und darf viele Sachen machen welche man als Eltern nicht machen durfte. 🙂

  10. Lisa Bettna sagt

    Hallo,
    natürlich ist das jedermanns Privatsache, was er macht. Jeder soll so leben, wie er es für richtig hält.

    Ob er/sie allerdings nachdenkt, warum er (noch) ein Kind haben will und dabei ehrlich zu sich selbst ist, weiß keiner.
    Im heutigen Zeitalter noch zu sagen, ich bin eben ein „Lustmolch“ oder meine Frau verträgt die Pille nicht, wo es die Möglichkeit der Sterilisation für beide Geschlechter gibt, finde ich sehr bedenklich. (Laut seine Aussagen scheint es ja doch eher ein „Unfall“ gewesen zu sein.)

    Meine Persönliche Meinung ist, eben aus den von ihnen genannten Gründen, das es einfach dumm und unvernünftig und unverantwortlich ist, wenn eine Frau über 40 und ein Mann über 50 noch Kinder zeugen.

    Zärlichkeit und Sexualität soll bitte bis zum Tode gelebt werde, aber Kinder zu zeugen in fortgeschrittenen Alter, ist nicht mehr notwendig. Der modernen Medizin sei dank dass wir das heute frei entscheiden können. Das gesunde Ego erleidet keinen Schaden nach einer Sterilisation, das kranke Ego weigert sich diesen Eingriff vornehmen zu lassen.

    Ich finde es nicht gut für das Kind. Ein Kind fürs eigene Ego ?????? bedenklich, bedenklich, aber nichts neues. Der neue Erdenbürger muss die Dummheit der Eltern ausbaden und womöglich auch noch das Ego aufpolieren.

    Auch späte Eltern lieben ihre Kinder und lassen ihnen beste Fürsorge zukommen, keine Frage, aber sie sind trotzem zu alt für die Elternschaft.

    Liebe Grüße

  11. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    heute habe mich mal wieder herrlich geschmunzelt und auch schallend gelacht – Sie haben wirklich eine tolle und unterhaltsame Art zu schreiben.
    Ich werde in den nächsten Wochen mit 36 Jahren zum dritten Mal Vater und freue mich darauf – was ich mit 60 oder 70 Jahren über Vaterschaft denken werde, weiß ich noch nicht 😉 – mit dem Thema Grenzen muss ich mich in ganz anderem und doch gleichem Zusammenhang täglich befassen, nämlich den Grenzen, die ich als Vater meinen Kindern setze. Unser Ältester hat sich im Laufstall immer sehr wohl gefühlt, weil dort klar definiert war, wo drinnen ist und wo es nicht mehr weitergeht und auch heute, mit 8 Jahren, tut es ihm gut, wenn er ganz klar weiß, was geht und was nicht.
    Und bei mir selbst (und auch Ihnen oder anderen Erwachsenen) ist es vielleicht nicht anders… – Sie haben schon Recht, je mehr die Grenzen verschwimmen, umso wichtiger ist es, sie wieder (sich selbst!) zu setzen. Und da werden wir wohl gesamtgesellschaftlich noch einiges Leisten müssen, damit die Technik uns weiterhin dienstbar ist und nicht umgekehrt.
    Viele Grüße aus Münster
    Markus Classen

  12. Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    meine erste Reaktion auf Ihren Artikel: Wow!, da traut sich einer was, nämlich, als doch ziemlich öffentliche Person Position zu beziehen – mit allen Konsequenzen des Sich-aussetzens und Konfrontiert-werden-mit..
    Das schätze ich immer wieder sehr an Ihnen und Ihrem Blog.

    Zur Thematik:
    Mein Kopf sagt mir: Ach, du bist ja so aufgeklärt und liberal, Maria… du SOLLTEST Verständnis haben, allen ihre Wahl-Freiheit lassen, solange sie anderen damit nicht schaden etc. etc….
    Mein Gefühl sagt was ganz anderes und stellt sich Seit an Seite zu den Anmerkungen von Herrn Kopp-Wichmann: Mann/Frau sollte nicht im Halbgreisenalter noch Kinder in die Welt setzen, weil man(n) sich selbst oder Welt noch was beweisen will, z.B. ach, doch sooooooo potent zu sein oder welche hyperpersönlichen Motive es noch geben mag.

    „In Würde altern – Wie geht das?“ Diese Frage stelle ich mir selbst auch schon länger. Welche Vorbilder gibt es? Brauche ich welche? und wenn ja, welche sind für mich relevant?

    Frauen, in Film und Fernsehen, die mit 70 noch eine auf „ach, bin ich nicht sexy“ machen (und somit Fruchtbarkeit vortäuschen, die nicht mehr ist…) und Männer, die, meinen, sich aus was für Gründen mit 80 noch fortpflanzen zu müssen, gehören – nur für mich gesprochen – nicht dazu.

    Die sogenannte Moderne hat uns von vielen Zwängen befreit. Der Preis der Freiheit: jede und jeder darf, kann, MUSS für sich entscheiden, wie er leben, alt werden will – und bis zu einem gewissen Grad eben auch aushalten, dass andere völlig andere Vorstellungen haben und leben.

    Medien präsentieren und ‚machen‘ Stars und Meinung und formen unser Bild, unsere Vorstellung von…, auch die, wie wir mit Alter und Altern (und Krankheit und Nachlassen von Kraft und Tod) umgehen.
    Gut, dass es Blogs wie diese hier gibt, die sich kritisch damit auseinander setzen und zum Nach-Denken anregen.
    Herzlichst
    Maria Ast

  13. Birgit Permantier sagt

    Ein freundliches Hallo in die Diskussionsrunde,

    Rein assoziativ und etwas quer am Thema entlang fällt mir dazu folgender Joke ein, den mir neulich ein Seminarteilnehmer erzählt hat:

    Es klingelt bei Johannes Heesters an der Tür. Jopi öffnet. Draußen steht der Tod.
    Jopi: „Simone, für Dich!“

    Grundsätzlich stimme ich hier völlig zu. Wie Frau Feickert eindrücklich beschreibt ist die Gefahr groß, dass die Eltern für die Kinder eine große Belastung werden.

    Ich kenne ähnliche Fälle.

    Der Artikel hilft hoffentlich die Thematik ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.
    Ob es nun durchgeknallte alleinerziehende Mütter sind, die Achtlinge gebähren oder Frauen, die mit 65 erstmals Mutter werden oder eben demutsfreie „Lustmolche“ -wie Jean Pütz, die meisten haben Mithelfer.
    Oder zumindest Menschen im Umfeld, die ihnen ihre Ideen nicht ausreden.

    Also wieder einmal gilt: Bitte aufwachen!

  14. Gika_HH sagt

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,

    jetzt spielen wir diese Situation einmal weiter:

    das Kind kommt zur Welt, die junge (oft zweite) Frau wird Mutter. Die Kinder aus erster Ehe sind schon erwachsen und haben eigene Kinder. Diesen Kinder wird der Säugling dann ein Onkel/Tante, den Ehepartnern der erwachsenen Kinder ein Schwager/Schwägerin, die Enkel sind u.U. älter als der Sohn/Tochter, die Oma ist jünger als die Mutter usw. usw.

    All das sorgt bei den betroffenen Kindern des gesamten Umfeldes für Erklärungsbedarf und für ein Gefühl von „bei uns ist alles anders“, das alles nur, weil sich Erwachsene nicht mit ihrem Alter, ihrem Lebensabschnitt arrangieren wollen, bzw. können.

    Für mich wirkt eine solche „anything goes“ Haltung wie eine Flucht, eine Verdrängung der Tatsache, dass unser Leben endlich ist und wir die Natur zwar -auch mit Hilfe jüngerer Partner- überlisten können, aber die Gene sind eben genauso alt wie ich. Da macht die Natur dann eben doch keine Ausnahmen.

    Es ist traurig zu lesen, wie manche Männer (und Frauen) sich scheinbar nicht im Lebensabend einfinden können und die Dinge tun, die dann körperlich und geistig auf der Tagesordnung stehen. Warten wir doch gespannt ab, wie lange die nervliche und körperliche Belastbarkeit von Herrn Pütz mit der seines Nachwuchses mithalten kann und hoffen wir, dass alles gesund bleibt in der Familie.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns weiterhin einen angeregten Austausch

  15. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich kenne das Thema aus der Sicht der Schwiegertochter.
    Mein Mann ist als Nachzügler geboren, als er gerade im Abitur stand, erlitt sein Vater einen schweren Schlaganfall. Und ’schlagartig‘ hatte sich das Verhältnis umgekehrt – der Sohn hatte für den Vater zu sorgen, zu entscheiden und jede Menge Verantwortung zu übernehmen. In einem Alter, in dem normalerweise Diskobesuche auf dem Plan stehen, gab es statt dessen nächtliche Krankenhausbesuche an der Seite der Mutter.
    Und unser Zusammenleben und unsere Familiengründung war begleitet von immer wiederkehrenden Verschlechterungen des Gesundheitszustandes meines Schwiegervaters, bis schließlich hin zu Demenz, Heimunterbringung usw.
    Wir lebten in ständiger Rufbereitschaft. Die 20 Jahre bis zum Tod meiner Schwiegermutter empfand ich als sehr anstrengend und belastend, auch wenn ich meine Schwiegereltern wirklich gern mochte und schätzte.

    Auch wenn es natürlich auch schon in jüngeren Jahren vorkommen kann, dass ernsthafte Erkrankungen eintreten, wird das Risiko doch mit zunehmendem Alter immer höher. Von daher sehe ich die späte Elternschaft sehr kritisch.

    Viele Grüße,
    Sabine Feickert

  16. Lieber Herr Kopp-Wichmann,

    ich habe zwei wesentliche Aspekte übersehen.

    Zuerst einmal habe ich übersehen, wie sehr es Ihnen vermutlich um das Thema Verantwortung geht, Verantwortung gegenüber dem Leben, das man als Vater mit in die Welt setzt. Diese Verantwortung teile ich aus tiefstem Herzen, zumal ich selbst einen jetzt 7 jährigen Sohn ins Leben begleite und dabei sehr wohl spüren kann, wie unterschiedlich mein Erleben und mein Verhalten als älterer Vater ist. Mein erster Sohn wird jetzt 28 Jahre alt, und da war Vieles anders. Anders, aber nicht besser! Mit etwas mehr Zeit würde ich jetzt gerne über die unterschiedlichen ‚Geschenke’ schreiben, die ich als damaliger Vater und die ich als jetziger Vater meinen Kindern machen kann. Beides hat seine tiefe Qualität, beides hat seine Schwächen, und beides ist einfach ein Stück meines Lebens, für das ich dankbar bin. Und mindestens genau so gerne würde ich über die Geschenke meiner Söhne an mich schreiben – und wie verschieden ich sie als jüngerer bzw. älterer Vater empfinden und empfangen kann.

    Ich anerkenne also zutiefst Ihren Ruf um Verantwortung, und vielleicht steckt ja sogar ein wenig Empörung hinter Ihrem Artikel, weil Sie das Verhalten alter Väter teilweise als verantwortungslos empfinden. Bei meinen ersten beiden Rückmeldungen habe ich das nicht so wahrgenommen, und jetzt meine ich, dem tieferen Anliegen Ihres Artikels näher gekommen zu sein. Das fühlt sich schön an.

    Der zweite Aspekt ist: Mir war gar nicht bewusst, wie tief mich das in Ihrem Artikel gezeigte Foto des alten Vaters mit dem geborgenen Baby berührt hat. Da war ich wohl erschrocken und, tiefer im Verborgenen wohl auch empört über den Schwenk in Ihrem Artikel. Das Foto löste große Zärtlichkeit in mir aus, und ich hatte wohl einen zärtlichen Artikel erhofft. Diese meine unbewusste Erwartung wurde jedoch nicht erfüllt und stand in heftigem Gegensatz zu der Art, wie Sie über das Verhalten jener alten Väter schrieben.
    Oh ja, wie gut, dass ich mir selbst langsam auf die Schliche komme.

    Sonnige Grüße
    Micha Steinhauer

  17. Oh, ich habe noch etwas gefunden für uns alle älteren Väter: http://bit.ly/7jbJ
    Irgendwie können die Singersongwriter das wirklich gut. Was sagt der hier?
    Wir können überhaupt nur werden, was wir sind, sein was wir sind, authentisch sein (alles andere ist nur Angst) – auch wenn wir mal stolpern, nachher rennen wir die Straße rauf und runter. Und dass wir tatsächlich immer Autor sind (der Wortstamm von authentisch), sagt ein wunderbares Scrit, das ich gestern geschenkt bekam. Gerne schenke ich es weiter. „Dass mehr wird, was ich nicht allein nur habe, der Mund des Gastes macht den Wein gut.“ Martin Walser, Messners Gedanken
    Hier das Büchlein: http://bit.ly/c6fzRi

    Selbst muss ich heute auch noch einen Artikel schreiben, die größte Turmalin-Ausstellung in Köln-Lindenthal besuchen, (Weyertal 96, bis 9.Mai), Fitnesscenter, Don Williams hören und in 20 Jahren einen Nachkommen zeugen.

    Und ja, Susanne Asser, ich finde auch, dass Roland wirklich gut ausschaut. Aber Männer kokettieren halt auch gern. Mit dem Alter des Vaters hatte ich nie was am Hut. Allerdings hätte ich gerne gehabt, wenn er sich überhaupt zu erkennen gegeben hätte. Aber auch solche Themen sind hier ja schon behandelt worden. Hey, Danke.

    Schönen Sonntag, Karl

  18. Micha Steinhauer sagt

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,

    ich freue mich über Ihre direkte und ernsthafte Reaktion – und kann mit Ihrer Klarstellung doch noch nicht so ganz leben.

    Wenn ich in mein Bäuchlein hineinspüre, war es gar nicht so sehr die Sache an sich, die mein Unbehagen erzeugte, sondern wohl eher die Art, mit der Sie das Thema behandelt haben.

    Das merkte ich eben, als ich Ihre Bemerkung las: „Außerdem hat es mich einfach aufgeregt.“

    Ja, da spüre ich etwas von dem Menschen Roland Kopp-Wichmann, dem Menschen, der Gefühle hat und den einfach was aufregt. Da empfinde ich Sympathie, und da öffnet sich mein Herz

    Was mir von diesem Menschen, der mir ja empfiehlt, ‚Jeden Tag bewusster leben’, gefehlt hat, war ein Stückchen mehr Innenschau, ein wenig mehr ‚Sich selbst und seinen Regungen auf der Spur sein’. Wenn mich etwas aufregt, hat das in erster Linie mit mir selbst zu tun und mit dem, was in mir gerade ungenährt ist. So habe ich die Weisen unserer Menschheitsgeschichte verstanden, und so ist auch meine eigene und nicht immer leichte Erfahrung.

    Bei mir ist es so, dass ich dann aufgeregt, verärgert o.ä. werde, wenn eine Wunde in mir berührt wird, und dann habe ich zwei Möglichkeiten: Entweder nach außen ‚schimpfen’ oder mich meiner eigenen Verletzlichkeit stellen. Mir tut die zweite Möglichkeit deutlich besser, auch wenn es die erst einmal schmerzhaftere ist. So hatte ich bisher auch Ihre Artikel verstanden, und das hatte mich Ihnen auch nahe gebracht.

    Tja, warum schreibe ich Ihnen all das? Vielleicht geht es mir da ja ähnlich wie Ihnen, vielleicht spüre ich da ja ebenfalls so etwas wie die Verantwortung, einem ‚öffentlichen Menschen’ meine Wahrnehmung mitzuteilen, damit er mit seiner Öffentlichkeit möglichst verantwortlich, d.h. mit sich selbst in Kontakt, umgeht. Genau wie Jean Pütz sind auch Sie in einer etwas exponierten Position, d.h., auch Ihre Worte erreichen eine gewisse Anzahl von Menschen und haben eine gewisse Wirkung. Mich hat die ‚Sicht von oben’ gestört, mit der Sie den Artikel aus meiner Wahrnehmung heraus geschrieben haben. Da war so ein moralisches Urteil zu spüren, und das kann ich nicht gut aushalten.

    Ich finde es wertvoll und wichtig, dass Menschen wie Sie aus ihrer spürbaren Lebenserfahrung heraus zu anderen Menschen sprechen und damit viel Gutes anstoßen. Die Auseinandersetzung mit dem ‚Außen’ hat also durchaus ihre Bedeutung und ihre hohe Notwendigkeit. Diese Botschaft erreicht mich jedoch eher im Herzen, wenn sie aus dem Herzen und damit auch aus der persönlichen Berührtheit kommt. Dies habe ich bei ihrem diesmaligen Artikel vermisst. Da klang für mich zu viel Ironie, zu viel Urteil heraus. Da kam für mich zu viel Botschaft aus der Welt des ‚So ist es richtig – und so ist es nicht richtig’. Ich hätte lieber Töne gehört wie: So empfinde ich das, so berührt mich das, das fehlt mir dabei. Mir fällt da ein Wort des Dichters und Mystikers Rumi ein:

    „Es gibt einen Ort jenseits von richtig und falsch – dort werden wir uns treffen“.

    Und da fällt mir auf, dass ich mich ja ebenfalls aufgeregt habe, nämlich über Ihren Artikel. Hihi.
    Was also regt sich da in mir auf?

    Die Wunde, die dabei in mir berührt wurde, ist das tiefe Bedürfnis, so sein zu können, wie ich bin und mich in allem angenommen zu fühlen. Das wurde mir in meinem jüngeren Leben, ich bin jetzt 55 Jahre alt, oft nicht vergönnt, und das schmerzt mich auch heute noch sehr. Die humanistische Psychologie geht ja davon aus, dass dies den meisten Menschen unserer zivilisierten Welt so geht, und das deckt sich mit meinem Erleben. Ich habe diese allgegenwärtige Verletzung in vielen gruppentherapeutischen Prozessen erfahren, und ich begegne dem auch immer wieder, wenn ich selbst Seminare zum Thema ‚Heilende Kommunikation’ gebe. Ich gehe davon aus, dass auch Sie solche Erfahrungen haben und davon wissen.

    Und da es mir oft passiert, dass ich den Kontakt zu meiner inneren Berührtheit verliere und die ‚Schuld’ im Außen suche, und da ich immer (schmerzhaft) froh bin, wenn mich jemand darauf aufmerksam macht, möchte ich diesmal Ihnen diesen kleinen Spiegel von mir anbieten.

    Ich weiß dabei natürlich nicht, ob meine Empfindung ‚richtig’ ist, denn es ist ja immer nur meine eigene Brille, durch die ich die Welt wahrnehme. Sollte an meiner Wahrnehmung etwas dran sein, können Sie in diesem Spiegel ja vielleicht etwas von sich erkennen und sich selbst ein wenig zulächeln. Wenn nicht, klappen Sie den Spiegel einfach zu und lassen all diese Worte bei mir.

    Ich hoffe sehr, dass meine Worte aus der Welt meines Herzens kommen und auch ihr Herz erreichen. So ganz sicher bin ich mir da in meiner Selbstwahrnehmung noch nicht.

    Mit sehr herzlichen Grüßen
    Micha Steinhauer

  19. Jean Pütz, der ja durch seine späte Beteiligung am Zeugungsakt Ursache dieses Artikels ist, lebt hier in der Nachbarschaft. Und wir sehen ihn immer noch so agil, wie alle ihn aus seinen inspirierenden Sendungen und neueren Werbespots kennen. Jahrzehnte spielen da keine Rolle. Und klar passt da ein Kinderwagen vor seine Türe. Wir freuen uns. Und nicht nur beim Kinderkriegen macht er uns vor:`Wissen ist Macht und berweitet uns die Sicherheit für die Zukunft. Angewandtes Wissen´.

    Allen anderen, die ich hier im gleichen Alter kenne, sind eher unentwickelte Trümmerkinder, die auf Grund ihrer Diabetes und Beleibtheit sicher keine Nachkommen mehr zeugen können. Also erübrigt sich doch diese Frage in den meisten Fällen. Im Übrigen sind sie, und leider nicht nur diese Kandidaten, ja für ihre Kinderfeindlichkeit bekannt, vielleicht, weil die Kinder heute nicht in Trümmern, sondern auf einem sonnigen Hinterhof spielen und lachen. Und Viagra verträgt sich nun mal nicht mit Blutdruckmedikamenten.

    Möge der Klapperstorch weiter klappern und Mark Aurels Worte weiter klingen: „Wenn du mit den Kindern immer wieder neu beginnst, wirst du niemals alt.“ Allen anderen wünsche ich, dass es nicht nur beim Üben bleibt. Kinder sind uns´re Zukunft: http://bit.ly/acPSZn

  20. Hallo Herr Steinhauer,
    es freut mich, dass Ihnen meine Artikel so gut gefallen – außer dem letzten.

    Ich will auf Ihre beiden Fragen antworten:
    „Muss der sich denn da unbedingt einmischen? Ist doch Privatsache, oder?“

    Ich finde solche Meldungen, wenn sie Prominente betreffen, haben oft eine Signalwirkung. So wie der Selbstmord von Robert Enke das allgemeine Bewusstsein darauf lenkte, dass auch Fußballer Menschen sind und deshalb wohl auch mit Depressionen zu kämpfen haben. in ähnlicher Weise passiert das ja gerade mit dem Tabu „Homosexualität“ bei Fußballern.

    Und Meldungen, dass Fruchtbarkeit oder Kinderzeugen durch den medizinischen Fortschritt immer länger möglich ist, bleiben ja erst einmal einem kleinen Kreis von Eingeweihten vorbehalten, es sei denn, man erlebt derlei im Bekanntenkreis. Doch wenn solche Meldungen über die Medien verbreitet werden, beeinflussen sie die allgemeinen Werthaltungen.

    Und auch: „Gibt es keine wichtigeren Themen in unserer am Abgrund trudelnden Welt?“
    Sicher, gibt es viel wichtigere Themen. Hunger, Umweltzerstörung, Krieg, Aussterben der Arten usw. Aber dies ist ja kein Welt-Rettungs-Blog, sondern ein Forum für Persönliches und Persönlichkeit. Und da finde ich das Thema, das ja viele Paare betrifft, passend. Außerdem hat es mich einfach aufgeregt.

    Weiterhin trotzdem viel Spaß beim Lesen meines Blogs.

  21. Micha Steinhauer sagt

    Hallo Herr Wichmann,

    ich mag ihre Artikel eigentlich sehr gerne, aber dieser berührt mich unangenehm, weil mir Toleranz und Offenheit wichtig ist.

    Ich kann zwar Ihr Widerstreben gegen ‚Anythink goes’ gut nachvollziehen und teile es auch, aber mein Unbehagen in diesem Fall will trotzdem nicht weggehen. Da kommt mir so ein Gedanke wie: „Muss der sich denn da unbedingt einmischen? Ist doch Privatsache, oder?“
    Und auch: „Gibt es keine wichtigeren Themen in unserer am Abgrund trudelnden Welt?“

    Dies wollte ich Ihnen nicht verschweigen, weil Sie mir eigentlich sehr sympathisch sind. Ansonsten hätte ich die Mail einfach mit einem unwilligen Brummen weggeklickt.

    Und damit ich nicht beide trennenden ‚Bewerten’ bleibe und wieder in gute Verbindung mit ihren Newslettern komme: Mich interessiert ihr tieferer Beweggrund zu diesem Artikel. Geht es Ihnen neben dem Gesundheitsaspekt auch um Würde?

    Freue mich über eine Rückmeldung.

    Herzliche Grüße

    Micha Steinhauer

  22. Liebe Frau Asser,
    herzlichen Dank für Ihre tröstenden Worte bezüglich meines Alters. Ich habe mir Ihre Mail zusammen mit diesem Blogbeitrag an den Spiegel gehängt.
    Genau genommen, über den Spiegel.

  23. Susanne Asser sagt

    Bravo zu Ihren Ausführungen!

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,
    ich bin ja auch eher so gestrickt – anything goes bzw. an Machbarem interessiert, doch ich finde es enorm wichtig, dass unsere Gesellschaft sich sehr genau die Konsequenzen bewusst macht und sich über den Tellerand hinausbeugt.
    Deshalb finde ich es klasse, wenn sich jemand wie Sie hier traut, zu solch einem sensiblen Thema ironisch Tacheles zu schreiben.
    Zu Ihren Marketingideen habe ich hell hinaus gelacht!! Ironisch vielleicht, aber auch erschreckend realistisch….
    Ein sonniges Wochenende wünscht Ihnen
    Susanne Asser

    PS Allerdings finde ich es nicht richtig, dass Sie sich als alten Mann bezeichnen. Haben Sie einen Spiegel in der Nähe? Dann schauen Sie doch da mal rein!
    Sehen Sie?
    Solche Äußerungen können Sie gerne wieder in 20 Jahren tätigen, wenn Sie 80 geworden sind!!

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