Es ist Ihr Schatten, der Sie unsicher vor Publikum macht.

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Methoden

Das 4. Werkzeug aus dem Buch "The Tools".

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Es geschah vor vielen Jahren. Mein Lehrer Ron Kurtz leitete einen Workshop mit vierzig Teilnehmern, bei dem ich assistieren sollte. Alle warteten gespannt. Ron sagte: „Welcome and hello to everybody.“ Und dann passierte es.

Ich hörte nur noch undeutlich die Worte: „My dear friend Roland will explain to you the first principle of our HAKOMI-method. It’s called ’non-violence‘. Go on, Roland!“

Ich war geschockt, denn das hatten wir so nicht abgesprochen. Mein Mund war völlig trocken, meine Hände zitterten. Ich hatte über ‚Gewaltlosigkeit‘ schon öfter gesprochen, aber in kleinen Gruppen. Und diesmal war der Gründer der Methode, RON KURTZ HIMSELF, dabei.

Ich brachte keinen Ton heraus, denn mein Kopf war völlig leer.

Vermutlich kennen Sie auch solche Momente.

  • Vielleicht bei einer Prüfung nach einer überraschenden Frage, mit der Sie nicht gerechnet haben.
  • Oder die halbe Stunde vor einem Vortrag.
  • Bei einer Vorstellungsrunde, wo jeder ein paar Worte über sich und warum er hier ist, sagen soll.
  • Bei einem Bewerbungsgespräch, wo Sie fünf anderen Personen vom Unternehmen gegenüber sitzen.
  • Vor einem Akquise-Anruf bei dem Geschäftsführer eines „großen“ Unternehmens.
  • Bei einer Geburtstagsfeier, bei der Sie eine humorvolle Rede auf den Jubilar halten wollen.

Die Symptome ähneln einer Art Lähmung, bei der wir nicht mehr unsere gewohnten Verhaltensweisen ausüben können. Der Auslöser für eine solche starke Unsicherheit ist oft eine größere Gruppe aber es kann auch ein einzelner Mensch sein.

 

Warum fühlen wir uns mit anderen unsicher?

In meinem Persönlichkeitsseminar „Selbstbewusster im Job“ gebe ich manchmal einem Teilnehmer die folgende Aufgabe für den Abend, um seine Selbstsicherheit zu stärken:

Gehe heute Abend in die Fußgängerzone und mache Folgendes. Ab einem bestimmten Punkt hebe während des Laufens beide Arme und fange an, ein Weihnachtslied zu singen. Mach das mindestens über eine Strecke von 500 Metern.

Die Reaktionen sind immer gleich ablehnend. Von „Das mach ich nie im Leben!“ bis zu „Das kann ich nicht.“ Wenn ich weiter frage, was für den Betreffenden schon beim Nennen der Aufgabe innerlich in ihm ablief, ist es meist derselbe Gedanke: „Da halten mich ja die Leute für verrückt!“

Aber auch wenn ich sage, dass er die Leute erstens doch gar nicht kennt und zweitens wohl nie im Leben wiedersehen wird, verringert das nicht die Angst.

Aus Erfahrung kann ich sagen, was wirklich passiert, denn ich habe die Übung schon öfter selbst und mit Teilnehmern gemacht. Achtzig Prozent der Passanten sehen dich gar nicht, weil sie nur gerade aus gucken, telefonieren etc. Fünfzehn Prozent  sehen dich und sind verwundert, verwirrt oder belustigt. Fünf Prozent sagen was „Jo mei, is denn schon wieder Weihnachten? oder „Darf ich mitsingen?“

Warum ist diese Angst vor anderen so stark?

schatten_the_toolsDie Antwort fand vor vielen Jahren bereits der Schweizer Psychoanalytiker C.G. Jung mit seiner Theorie der Archetypen. Ein Archetyp ist ein bestimmtes Muster, wie man die Welt wahrnimmt und auf sie reagiert und gehört zum kollektiven Unbewussten der Menschheit.

Mit am wichtigsten für jeden Menschen ist der Archetyp des Schattens.

Denn im Schatten ist all das konzentriert, was wir an uns nicht mögen und wofür wir uns schämen. Ähnlich dem Schatten, der durch Lichteinfall entsteht, können wir dem psychologischen Schatten nicht entgehen. Er folgt uns überall mit.

Wollen Sie Ihren Schatten kennenlernen?

Hier eine erste Übung:
Schließen Sie Ihre Augen und stellen Sie sich vor, dass Sie vor einer Person oder einer Gruppe stehen, bei der Sie unsicher, aufgeregt oder gehemmt sind.
Konzentrieren Sie sich auf diese Gefühle.
Lassen Sie jetzt diese unangenehmen Gefühle aus sich heraus fließen, und stellen Sie sich bildlich vor, wie sich daraus ein Wesen mit einem Gesicht und einem Körper formt.

Jetzt haben Sie Ihren Schatten gesehen.

Vielleicht ist es ein kleines trauriges Mädchen. Oder ein fetter, pickliger Junge, den niemand in der Mannschaft haben will. Oder der Neue in der Klasse mit dm komischen Dialekt und den dicken Brillengläsern.

Ihren Schatten werden Sie nicht los.

Jeder Mensch schämt sich erst einmal für seinen Schatten. Und sucht meist draußen in der Welt nach Anerkennung und Beweisen für den eigenen Wert. Auch der Besitz von bestimmten Produkten, suggeriert uns die Werbung, soll helfen, den Makel des Schattens zu verbergen.

Wenn Du dieses Lifestyle-Produkt erwirbst, wirst Du anerkannt und geliebt werden und gehörst dazu. Doch der Selbstwert kann nicht durch äußere Dinge oder Leistungen erworben werden.

Doch es gibt eine Kraft, die durch den Schatten verborgen wird. Die stärker ist als Ihre Bedenken, wie andere Sie wohl finden oder beurteilen.

Und das ist die Kraft des Selbstausdrucks.

  • Bei kleinen Kindern können Sie sie oft wahrnehmen. Frei und ausgelassen drücken sie sich aus.
  • alte_frau_junges-mädchenOder Sie sprechen über eine Sache, von der Sie total überzeugt oder begeistert sind.
  • Oder Sie gehen in einer Sache total auf, vergessen die Umwelt und sind völlig eins mit dem, was Sie tun.

In solchen Situationen sind Sie nicht vom Beifall der anderen abhängig. Sie sind ganz Sie selbst – und bringen das auf authentische Weise zum Ausdruck. Doch wenn Sie unsicher oder gehemmt vor anderen sich fühlen, ist das alles weg. Denn Sie sind innerlich nur damit beschäftigt, Ihren Schatten zu verbergen.

Das Tool „Innere Autorität“.

Dafür brauchen Sie Ihren Schatten. In der ersten Übung haben Sie ihn ja schon einmal visualisiert. Probieren Sie das noch mal. Sie müssen den Schatten nicht wirklich sehen, entscheidend ist, dass sie eine reale Präsenz vor sich spüren. Üben Sie das, bis Sie es erreicht haben.

Stellen Sie sich jetzt vor, dass Sie vor einem Publikum stehen, das Sie unsicher macht. Und sehen Sie neben sich auf der Seite Ihren Schatten stehen, der Sie anschaut.
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit von Publikum weg auf Ihren Schatten und konzentrieren Sie sich auf ihn. Spüren Sie das Band, das Sie beide unzertrennlich seit Jahren verbindet. Gemeinsam sind Sie furchtlos.
Wenden Sie sich jetzt gemeinsam mit Ihrem Schatten entschlossen zum Publikum und befehlen Sie im Stillen: „Zuhören!“
Spüren Sie die Autorität, die sich zeigt, wenn Sie und Ihr Schatten mit einer Stimme sprechen.

Dieses Tool ist ein Hammer.

Etliche Klienten, die ihre anfängliche Skepsis, als ich es ihnen erklärte, überwanden und das Tool regelmäßig anwendeten, sind überrascht und fassungslos, wie ihre jahrelange Angst vor anderen einer neuen Stärke und Selbstsicherheit weicht.

Der Grund liegt darin, dass Sie keine Energie mehr verschwenden, um ihren Schatten zu verstecken. Sondern den Schatten als Teil, der zu Ihnen gehört auf die Bühne des Lebens holen.

Ich vergleiche es mal mit jemand der schwul ist und das niemanden verraten hat. Seinen Eltern gibt er auf ihre Fragen nach einer Freundin lahme Erklärungen. Wenn zwei im Büro miteinander flüstern, denkt er, sie reden über ihn. Anlässe, seine Arbeit vor einem größeren Publikum zu präsentieren, lehnt er aus Angst ab, weil er glaubt, dass man an seiner Gestik seine Homosexualität erkennen könnte.

Der Ausweg ist das Coming-Out: „Hört alle her – ich bin schwul! Oder wie es Berlins Bürgermeister Wowereit ausdrückte: „Ich bin schwul und das ist gut so.“ Und die meisten Leute reagieren mit einem „Aha“. Mehr nicht.

Das Tool „Innere Autorität“ kann Ihr Coming-Out werden. Und das Gute ist: Sie machen es ganz still für sich, im Inneren.

Wann brauchen Sie das Tool?

Immer dann, wenn Sie spüren, dass Sie unter Leistungsdruck stehen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie etwas beweisen müssen. Das kann ein Arbeitsgespräch sein, eine Verkaufstagung, eine Präsentation, eine Geburtstagsrede oder das erste Rendezvous.

Probieren Sie dann das Tool aus, vor allem um den inneren Druck abzubauen und Ihr Selbst frei zum Ausdruck bringen. Beginnen Sie mit kleineren Anlässen, wo Ihre Angst nicht allzu groß ist.

Das Tool „Innere Autorität kann Ihnen außerdem helfen:

  • Ihre Verletzlichkeit und Ihre Bedürfnisse besser auszudrücken.
    Vor allem Männer haben dabei Angst, als Weichei zu gelten und den Respekt anderer Männer zu verlieren. Aber das Aufrechterhalten einer Fassade kostet viel Kraft und wird auch leicht als Unnahbarkeit und Arroganz erlebt.
  • Gefühlvoller mit Ihrer Familie umzugehen.
    In der Kommunikation kommt es oft mehr darauf, wie wir etwas sagen als das, was wir sagen. Vielen Menschen fällt es schwer, persönlich zu werden, selbst mit den eigenen Kindern oder dem Partner. Das Verstecken des Schattens bewirkt oft, dass wir allzu sachlich oder vernünftig reagieren, obwohl wir das nicht wollen und hinterher bedauern.
  • Berufliche Selbstsabotage abzubauen.
    Einige meiner Coaching-Klienten waren fachlich top und in entscheidenden Verhandlungen vermasselten sie alles. In der gemeinsamen Arbeit kam heraus, dass sie unbewusst das SCheitern provozierten, weil sie überzeugt waren, dass es ihnen ohnehin drohte.

Mein Fazit:

Wir alle verschwenden immer wieder eine ungeheure Energie darauf, den eigenen Schatten zu verbergen. Wir glauben zu wissen, was uns fehlt oder was mit uns nicht stimmt.

Ein paar Kilo Übergewicht, Falten, unser Bildungsniveau, unser Partner, der zu geringe Verdienst, unsere Intelligenz usw. Aber die Ursache der meisten Hemmungen liegt nicht in diesen Äußerlichkeiten.

Es ist vielmehr der Schatten. Die Verkörperung all der negativen Eigenschaften, die Sie an sich ablehnen. Und Ihre Furcht, jemand könnte das entdecken, was Sie zu verbergen suchen.

Hören Sie auf mit diesem vergeblichen Versuch. Entdecken Sie Ihren Schatten. Nur mit ihm gemeinsam sind Sie stark.

kommentar Wie gehen Sie mit Lampenfieber um?

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Ich habe alle Methoden aus dem Buch „The Tools“ auf diesem Blog vorgestellt.
Hier die Links dazu: 2. Tool, 3. Tool, 4. Tool, 5. Tool.

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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

47 Kommentare

  1. J. Alex sagt

    Das Konzept des Schattens ist sehr interessant, ich lese hier zum ersten mal davon.
    Allerdings gibt es noch „Öffentlichkeitsängste“ die nicht vom eigenen Vergangenheitsschatten herrühren. Zum Beispiel kenne ich die Angst im Vortrag, oder der Diskussion, durch fehlende Schlagfertigkeit auf Einwände nicht adäquat reagieren zu können. Denn im Publikum ist immer jemand, der schneller und umfassender gedacht hat als man selbst, oder skrupelloser im persönlichen verbalen Angriff ist.
    So etwas ist erlebte Realität, und der können sich letzten Endes dann doch nur die „Schnellen, Hartgesottenen“ die Stirn bieten.
    Denn wie oben erwähnt: „Vor allem Männer haben dabei Angst, als Weichei zu gelten und den Respekt anderer Männer zu verlieren“. ….und das Mitleid der Frauen will auch kein Mann.

  2. Ich stöbere seit kurzem hier auf diesem Blog. Ich finde auch diesen Artikel wieder sehr spannend und aufschlussreich. Noch dazu plane ich einen Kurs obwohl ich dies aus freien Stücken mache bin ich bei dem Gedanken der Aufnahme unruhig. Deshalb mach ich mich auf die Socken und halte Ausschau nach meinem Schatten! Danke für den Artikel.

  3. Hallo,
    das Buch „die Tools“ ist von den unzähligen Esotherik/Selbsthilfebücher mit Abstand das, was mein Herz am meisten berührt hat. Währen ich mir die Umpolung des Verlangens und das Dankbare Herz bereits tief verinnerlicht habe, bleibe ich bei der Visualisierung meines Schattens immer hängen.
    Nicht etwas das es keine hochnotpeinlichen Momente gab, in denen mein Herz bis zum Hals schlug , der Kopf leer und die Hände feucht wurden (…Vorstellungsrunden..).
    Mein Schatten bleibt für mich leider noch ein Mysterium. Bin aber dankbar, das Sie es auf Ihrer Webeite nochnal etwas beleuchten.

    liebe Grüsse S.Kopp

  4. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Die Methode hört sich auf jeden Fall nach einem guten Tipp an.

  5. Ingrid sagt

    Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Überhaupt Herr Kopp-Wichmann, es gibt nicht viele Menschen von deren Beiträge ich mich lehren und mir helfen lassen kann.
    Danke sehr!

  6. Probieren Sie ruhig alles aus, was funktionieren könnte. Auch das mit dem Applaus. Das ist ja keine äußere Autorität, sondern Feedback.

  7. Arjun sagt

    Hallo Herr Wichmann, die Tools sind Genial. Vitalem
    Dankbare Herz und umpolung des Verlangens. Versuche seit langen mit der innere Authorität zu arbeiten. Irgendwie klappt s bei mir nicht. A kann nicht immer mein Schatten visualisieren, wenn doch fehlt mir die Verbindung. Und wenn ich mal beides schaffe klappt s nicht in gemeinsamer Stimme zu sprechen/Befehlen und die authorität zu spüren. Wäre Es ok wenn ich mir vorstelle wie das Publikum applaudiert nach dem ich den befohlen habe? Weil, dann ist es ja wieder ein äußere Autorität .
    Vielen Dank im Voraus.

  8. Gerne.
    Der Befehl „Zuhören“ geht immer an das vorgestellte Publikum.
    Die innere Autorität können Sie sich herbei holen, indem Sie sich an einen Moment erinnern, in dem Sie sich sehr stark und sicher in sich selbst gefühlt haben.
    Viel Erfolg weiterhin damit!

  9. Anil sagt

    Hallo, toller Beitrag! Hab das Buch schon gelesen und benutzte es seit über 2 Jahren.
    Vor allem das tool „dankbares Herz“ war der Hammer. Es hat mich immer ein Schritt nach vorne gebracht. Ich will seit längeren das Tool „innere Autorität“ anwenden aber irgendwie gelingt es mir nicht es richtig zu praktizieren. hab immer das Gefühl, das ich es doch nicht richtig mache. Wäre es möglich, das sie es einmal für „die dummen“ einmal genauer beschreiben. Beispiel: „zuhören“ wem soll ich es befehlen? An Publikum das sie mir zuhören oder an mein Schatten das er zuhören soll wenn ich mit Publikum spreche? Und das spüren der Autorität, wie oder was soll man sich den da genau vorstellen oder spüren. Ich wäre Ihnen für ein Antwort sehr dankbar.

  10. David Goebel sagt

    Ich habe schon einige Übungen mit meinem (meinen) Schatten durchgeführt. Dieses Tool ist wohl ein Quicky-Tool, im Vergleich zu allem anderen.
    Wenn ich mich mit meinem Schatten zusammentue, merke ich die ungeheure Wirkung, die wir beide haben.
    Danke für den tollen Artikel.

  11. Ajay pu sagt

    Hallo Herr Kopp Wichmann,
    Hab wirklich tolle Erfahrung mit den tools gemacht, allerdings kann ich immer noch nicht die Autorität spüren. Wenn ich im stillen gemeinsam mit mein Schatten Sage zuhören. Muss ich da mir bildlich vorstellen wie ich die Aufmerksamkeit andere auf mich ziehe oder?

  12. Lieber Herr Kopp-Wichmann,
    danke für Ihre Antwort! Vor Jahren hat mir jemand gesagt, ich würde wie eine Löwin für ihre Kinder kämpfen (mich für andere einsetzen), sollte aber aufpassen, dass ich nicht zu kurz komme. Nach Ihrer Antwort ist mir klar geworden, vorher dieses Verhalten stammt.
    Als Kind habe ich mich lieber zurückgenommen (gegen viel ältere Geschwister anzukommen war sowieso zwecklos). Und ich habe mir oft Sorgen um meine Mutter gemacht und mich verantwortlich gefühlt. Ich bin im Leben nicht zu kurz gekommen, aber ich habe es mir manchmal unnötig schwer gemacht. Was mir gefehlt hat, war ein gesunder Egoismus –
    mich so zu zeigen, wie ich bin. Nicht immer überlegen, ob es anderen passt, was ich sage. Mich nicht immer für alles verantwortlich fühlen. Und mich nicht kleiner machen als ich bin.
    Danke fürs Augenöffnen!

  13. Ich denke, es sind Eigenschaften, die man als Schwächen interpretiert und deswegen zu verstecken sucht, von wo aus sie einen schwächen. In dem Moment, wo man sich dazu bekennt, wird aus der Schwäche oft eine Stärke, vor allem, weil man sie nicht mehr versteckt.

  14. Danke für diesen Artikel!
    Es ist faszinierend, wie gut dieses Tool hilft: ruhiger zu werden, schnellere Entscheidungen zu treffen, ja sogar lange zurückliegende Träume zu analysieren. Ich frage mich nur die ganze Zeit, was symbolisiert mein Schatten? Sind es die verdrängten Anteile aus meinem Unterbewusstsein, meine „innere Autorität“ – das, was ich unbewusst nicht zu zeigen gewagt habe? Das würde bedeuten, es sind nicht meine Schwächen, die sich im Schatten zeigen, sondern meine Stärken.

  15. Das Tool erinnert mich an so etwas wie: Du darfst auch schwach sein; du darfst auch Angst haben; du darfst auch faul sein usw.

    Für mich auffallend wie mit der Anwendung des Tools eine innere Ruhe entsteht. Sobald der Schatten als zugehörig akzeptiert und zu sich genommen wird.

    Danke Herr Kopp-Wichmann für einen weiteren interessanten und detaillierten Artikel. Und offensichtlich für viele Leser eine hilfreiche Unterstützung.

  16. Ich sagt

    Danke für die perfekte Ergänzung zu

    „Ich liebe und akzeptiere mich ganz genau so wie ich bin.
    Mit allen Ecken und Kanten, Fehlern und Zweifeln.“

    Und dann das ganze aus einem positiven Blickwinkel betrachten, Danke und unglaublich einfach so wie faszinierend!

  17. Hallo,
    ja die Techniken in „The Tools“ sind wirklich sehr brauchbar und bewirken Erstaunliches.
    Schön, dass Sie das auch erlebt haben.

  18. Ajay Pu sagt

    Verzeihen sie mein schlechtes deutsch und die Rechtschreibfehler. und sehr lieb, dass Sie mir geantwortet haben. Ihren Blog finde ich toll:-) Hab es Freunde und Bekannten empfohlen.

    Wegen persönliche Probleme bin ich vor paar Jahren auf das Thema positives denken gestoßen. Hab dazu paar Bücher gelesen. Joseph Murphy etc. Kurze zeit hat es mir geholfen aber dann kam alles noch schlimmer mein Welt war durch gezwungenes positives denken unrealistisch es wurde alles Tag zu Tag schlimmer bis ich wirklich Depressionen hatte. Weder Medikamente noch eine kurze Psychotherapie haben mir wirklich geholfen. Hab mich mit Hilfe meiner Familie selber etwas aufgebaut. Aber die Depressionen waren nie weg und kamen immer wieder stark zurück.

    Habe das Buch gelesen und eine neue kraft entwickelt die von ihnen kommt ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll aber viele Dinge gemacht von der ich früher nur träumen konnte. Hoffe es endet nicht wie damals mit positives denken aber es ist echt ein neues tolles gefühl. Und danke ihnen durch ihren Blog und Kommentare hab ich den weg gefunden

  19. Ajay Pu sagt

    Vielen vielendank, das die mir schnell genanterer haben.
    Versteh es aber immer noch nicht ganze!
    Stärkere Wirkung….. Auf wem?
    Auf Publikum oder auf mich selbst?
    Lg

  20. Ajay Pu sagt

    Hallo,
    Der Tool ist echt gut und ich arbeite sehr erfolgreich damit:-)
    Was ich nicht verstehe ist “ spüren sie die autorität wenn sie und ihr Schatten aus einer stimme sprechen“
    Was ist dmit gemeint?
    Vielen dank im vorraus

  21. Sabine sagt

    super Artikel, leider kann ich die MP3 nicht herunterladen. Ich komme immer wieder auf den Anfang der Blogseite. Würde mich über den Download sehr freuen.

    Viele Grüße

  22. AJG sagt

    Hallo allerseits!

    Ich bin vor einigen Wochen auf dieses Buch gestoßen und es fasziniert mich. Dennoch habe ich gerade mit dem Tool „Schatten“ mein Problem. Ich kann nachvollziehen, dass es Energie kostet, den Schatten zu verbergen und wenn man dies lässt, dass diese Energie zusätzlich zur Verfügung steht. Aber wieso soll sich gerade die Verbindung mit dem, was ich als negativ empfinde und darum am liebsten loswerden möchte, für mich positiv auswirken? Das verstehe ich nicht.

    Vielleicht mach ich da einen Denkfehler, lass mich aber gerne bekehren 🙂

    Vielen Dank.
    Herzlichen Gruß
    AJG

  23. Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Alles klar? Ja, was meine Frage angeht. Unsicher aber noch in Bezug auf das Üben: Lernen Sie hier auch erst einmal mit dem Tool, das Sie in Ihrem Leben am meisten beschäftigt? Und wie lange? Und die anderen Tools?
    Herzlichen Dank auch für den Tipp mit der „One moment meditation“.
    Liebe Grüße aus Tirol

  24. Hallo Christian,
    natürlich hängen die Probleme oft miteinander zusammen und man ist versucht, alles auszuprobieren nach dem Motto „viel hilft viel“. Aber das ist wenig sinnvoll. Die Tools brauchen ja auch ihre Zeit um zu wirken, denn es handelt sich um innerseelische Vorgänge.

    Konkret: ich wähle das Tool, das zu dem am besten passt, was mich am meisten plagt also das, wo Sie die stärksten unangenehmsten Gefühle spüren. Also, wenn Sie merken, dass Sie das Gespräch immer wieder aufschieben, dann passt das Tool mit der Umpolung. Wenn der Termin steht und Sie Ihre Unsicherheit und Angst spüren, scheint mir die „innere Autorität“ am geeignetsten. Die anderen beiden Tools finde ich nicht so passend.

    Entscheidend sind wieder Ihre Gefühle. Wenn Sie merken, dass es Ihnen nach der Anwendung besser geht, ist es das richtige Werkzeug – und sie sollten weiter mit ihm arbeiten. Also kurz vor dem Gespräch wieder „innere Autorität“ und während des Gesprächs, wenn Sie merken, Sie werden unsicher oder bringen Ihren Standpunkt nicht raus, wieder „innere Autorität“.

    Alles klar?

  25. Die Tools haben schon einiges in meinem Leben verändert. Es gibt auch gute Hinweise, was man wo verwenden kann, allerdings sehe ich es für mich nicht so klar.

    Zum Beispiel: Unstimmigkeiten mit dem Chef, ich plane ein Gespräch: Um die Angst zu überwinden nehme ich das Tool mit der Umpolung, um ihm empathisch zu begegnen die „Aktive Liebe“, meine eigenen Unsicherheiten bearbeite ich mit der „Inneren Autorität“. Die Unruhe und die Sorgen, die ich mir wegen des Gesprächs mache, mit dem „Dankbaren Herzen“. Und damit ich das ganze nicht endlos aufschiebe, befasse ich mich natürlich auch mit „Leben oder Tod“.

    Wie machen Sie das? Hintereinander? Schwerpunktmäßig? Üben Sie die verschiedenen Tools ganz einfach so immer wieder einmal? Ich freue mich, wenn Sie mir eine Antwort geben. Vielen Dank und bei dieser Gelegenheit Gratulation zu Ihrem sehr interessanten Blog!

  26. Hallo Joe,
    versuchen Sie, das Gefühl zu „verstofflichen“. Wenn Ihr Gefühl eine Farbe hätte, welche wäre das? Wenn Ihr Gefühl eine Flüssigkeit wäre, wie sähe die aus?
    Auf diese Weise bekommen Sie mehr Kontakt zu Ihrem Gefühl und können es dann mit etwas Übung auch aus sich herausfliessen lassen.

  27. Joe sagt

    Diese Übung funktioniert bei mir irgendwie nicht: „Konzentrieren Sie sich auf diese Gefühle. Lassen Sie jetzt diese unangenehmen Gefühle aus sich heraus fließen, und stellen Sie sich bildlich vor, wie sich daraus ein Wesen mit einem Gesicht und einem Körper formt.“

    Ein unanenehmes Gegühl aus mir herausfließen lassen? Wie soll das gehen?

    Ciao
    Joe

  28. Sandra Sporenberg sagt

    Guten Abend Herr Kopp-Wichmann

    ich bin begeistert von Ihrem Podcast.
    Energie folgt der Ausrichtung – es ist der Hammer, wie Sie selber sagen.

    Herzlichen Dank
    Sandra Sporenberg

  29. Hallo Herr Lingg,
    danke für Ihre Rückmeldung. Ich hoffe, dass dadurch einige Leser, die noch skeptisch sind, das Tool – und die anderen – wenigstens ein paar Mal ausprobieren.

  30. Guten Tag Herr Kopp-Wichman,

    dieses Tool ist echt der Hammer. Als ich Ihren Beitrag heute las, machte ich sofort diese Übung. Sofort war der innere Druck weg, den ich aufgebaut hatte. Ich beschloss deshalb kurz vor Mittag an den See zu gehen, um die Wirkung zu geniessen. Es ist unglaublich faszinierend, wie wirksam dieses Werkzeug ist. Klasse! Ich freue mich über weitere Beiträge und tolle Werkzeuge.
    Keep Smilingg 😉

    Ludwig Lingg

  31. Hallo Kurti,
    Sie haben ja früher viel auf diesem Blog kommentiert und Ihr Schicksal mitgeteilt.
    Umso mehr freue ich mich, dass Sie einen Weg gefunden haben, sich selbst zu helfen. Interessanterweise mit genau denselben „Tools“, die ich hier seit einigen Wochen propagiere.

    Ich nehme mal an, dass Sie u.a. auch mit dem Tool „Innere Autorität“ gearbeitet haben. Denn eine Konsequenz davon ist, dass man nicht dauernd die Blicke anderer Menschen im Rücken oder auf sich gerichtet sieht. Man schämt sich nicht mehr und dann verschwinden auch die zwanghaften Gedanken, dass andere einen dauernd beobachten würden.

    Alles Gute für Sie!

  32. Kurti sagt

    Ich galt als therapieresistent und dachte wirklich, ok, muss ich halt mit meinen Depressionen und den Ängsten mein Leben lang auskommen. Ich bin jeden Tag aufgestanden und habe zu mir selbst gesagt: „Noch einen Tag leben? Oh nein, nicht noch einen.“ – Ich hatte keine Lust mehr.

    Ich bin dabei das Buch „The Tools“ zu lesen und es verändert mein Leben. Die Depressionen sind weg, die Ängste vermindern sich kontinuierlich und neulich war ich zum ersten Mal einkaufen, ohne mir darüber Gedanken zu machen, was andere von mir denken könnten.

    Und ich kann mich endlich freuen, fröhlich sein, Witze reißen und lachen. Mein Sohn ist 14 und hat neulich zu mir gesagt: „Was, du kannst lachen?“

  33. Karin sagt

    Herzlichen Dank für den Beitrag.
    Das Tool ist wahnsinning hilfreich für mich. Ich probiere es seit ungefähr 10 Tagen aus (nachdem ich mir im Anschluss an Ihren ersten Beitrag das Hörbuch zugelegt habe).
    Ich kann erstmals seit langer Zeit viele Dinge ohne innere Widerstände einfach angehen. Wenn ich unsicher werde, erinnere ich mich an meinen Schatten neben mir und verbinde mich mit ihm. Und dann geht’s wieder.
    Klingt verrückt, aber es hilft.

  34. Prima Tool.

    Eine weitere Methode ist, die erste Reaktion – Unsicherheit – einfach zu akzeptieren und an einer passenden Zweitreaktion zu arbeiten.

    Z.B. mit dem Pendeln zwischen den positiven Gefühlen, wenn es gelingt und dann zu den einzelnen Schwierigkeiten und Ängsten hinüberzugehen. Das ein paar Mal machen, erhöht die Zuversicht und positiven Affekt für die Handlung.

    Idee kommt aus der PSI Forschung nach Julius Kuhl. In Coachings machen meine Klienten gute Erfahrungen damit.

    Servus, CS

  35. Hallo Herr Glawe,
    erst einmal danke fürs Teilen auf Google+ und Ihren Kommentar.

    Ja, das Spirituelle ist natürlich für viele rational denkende Menschen eine Herausforderung (oder Bedrohung). Es soll etwas geben, was man nicht erklären kann?
    Ich habe selbst einen längeren spirituellen Weg hinter mir. War Sannyasin und etliche Jahre mit dem tibetischen Buddhismus verbunden – und habe mich von beidem gelöst.

    Und dennoch glaube, spüre ich, dass es noch etwas anderes gibt außer der materiellen Welt.
    Manche finden das in den Kirchen und Moscheen. Ich fand dort immer zu viel Menschliches und zu wenig „Göttliches“.
    Die Autoren von „The Tools“ zeigen einen Weg, wie man ohne etwas Bestimmtes glauben zu müssen, erfahren, dass es tatsächlich etwas gibt. Die Autoren nennen es „höhere Kräfte“. Ich habe keinen besseren Namen bisher aber ich fange an, es zu spüren.

  36. Gernot Glawe sagt

    „The Tools“ spaltet.
    Ich habe R. Kopp Wichmann stets in Podcasts, Blogs usw als sehr kompetent erlebt.
    Daher bin ich auf „the Tools“ sehr gespannt.
    Die Kindle Edition hat 2 Sterne (2 Rez.) und ein Leser sagte „[…] Interessante Ideen unter einem Berg spirituellen Gesülzes[…]
    Die deutsche Taschenbuchausgabe hat 4 Sterne mit 18 Bewertungen.
    Mmmmhhh?
    Sind technisch affine Leser meist Kindle user und damit tendentiell Gesülze-phob?

    Ich werde das Buch dennoch oder gerade deswegen lesen.
    Ich hoffe, dass mich keine „Wünsche ans Universum“ erwarten.
    Auf jeden Fall danke an RKW für den Beitrag.

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