5 Punkte, wenn Sie einen Coach, Lehrer oder Trainer suchen.

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Aus dem Buch "Talent to go" von Daniel Coyle

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In dem Buch „Talent to go – 52 Tipps für Mehr Erfolg im Leben schreibt Daniel Coyle, wie Sie für sich einen passenden Trainer, Coach oder Mentor finden. Er schreibt darin:

„Großartige Lehrer, Trainer und Mentoren sind wie alle seltenen Spezies an einigen wenigen Merkmalen zu erkennen. Die folgenden Regeln sollen Ihnen helfen, die Kandidaten zu sortieren und selbst die beste Wahl zu treffen.“

1. Meiden Sie jemanden, der Sie an einen höflichen Kellner erinnert.

„Diese Art von Lehrern/ Trainern/Mentoren gibt es in unserer Welt immer häufiger: Sie sind vor allem bemüht, dass Sie sich wohlfühlen und zufrieden sind und alles reibungslos und mit möglichst geringer Anstrengung läuft. Solche Leute gehen in kurzer Zeit viel Stoff durch, lächeln viel und sagen Dinge wie: »Keine Sorge, kein Problem, darum kümmern wir uns später.«
Ein solcher Mensch ist gut als Kellner in einem Restaurant, aber grauenhaft als Lehrer, Trainer oder Mentor.“

Meine Meinung: Da ist viel dran. Ein guter Trainer oder Coach muss Sie ja immer wieder dazu bringen, dass Sie Ihre Komfortzone verlassen. Denn nur dort findet Veränderung statt. Dazu muss er Sie fordern. Und nicht bestrebt sein, von Ihnen gemocht zu werden. Aber er muss ganz klar wissen, was die nächsten Schritte sind – und wie Sie dahin kommen. Dazu muss er nicht barsch oder unfreundlich sein. Muss nicht autoritär sich verhalten, sondern Sie durch seine Autorität überzeugen.

2. Suchen Sie sich jemanden, der Ihnen ein bisschen Angst einflößt. 

coach suchen, business-coach, life-coaching, kopp-wichmann, persoenlichkeits-blogDan Coyle: „Im Gegensatz zu Begegnungen mit höflichen Kellnern gehen Begegnungen mit großartigen Lehrern/ Trainern/Mentoren tendenziell mit ungewohnten Gefühlen einher: mit Respekt, Bewunderung und häufig einem Anflug von Furcht. Das ist ein gutes Zeichen.

Suchen Sie nach jemandem, der Sie aufmerksam beobachtet: Er oder sie ist daran interessiert, Sie zu verstehen — was Sie wollen, woher Sie kommen, was Sie antreibt. Handlungsorientiert ist: Er oder sie will nicht lange plaudern, sondern sofort zu praktischen Aktivitäten übergehen, um sich ein Bild von Ihnen zu machen und umgekehrt, manchmal entnervend ehrlich ist: Er oder sie wird Ihnen über Ihre Leistungen in deutlichen Worten die Wahrheit sagen.

Das tut zunächst weh. Aber Sie werden bald merken, dass es nichts Persönliches ist — es ist genau die Information, die Sie brauchen, um sich zu verbessern.“

Meine Meinung: Aufmerksame Beobachtung ist extrem wichtig. Beim Coaching achte ich nicht nur auf die Worte des Klienten. Ich achte vor allem auch auf nonverbale Signale wie:

  • Änderungen in der Stimme, weil die Stimme der Teil ist, den man an wenigsten unter Kontrolle hat.
  • Winzige Mimikänderungen, denn hier künden sich Zustimmung oder Widerstand.
  • Hautverfärbungen im Gesicht, beispielsweise ändert sich die Farbe um die Augen, wenn jemand traurig wird.
  • Unwillkürliche Bewegungen der Hände und Füße, denn auch das sind unbewusste Signale für Botschaften.
  • Zudem achte ich auf meine eigenen Gefühle, Energieänderungen und Phantasien, weil dies oft Hinweise darauf sind, was im Prozess gerade vor sich geht oder fehlt.

 

3. Suchen Sie sich jemanden der kurze, klare Anweisungen gibt. 

Dan Coyle: „Die meisten großartigen Lehrer/ Trainer/Mentoren schwingen keine langatmigen Reden. Sie halten weder Predigten noch Vorlesungen. Vielmehr geben sie kurze, unmissverständliche Anweisungen und führen Sie an ein Ziel. John Wooden, Basketballtrainer an der University of California in Los Angeles, gilt weithin als der großartigste Lehrer aller Zeiten und war Gegenstand einer einjährigen Studie, in deren Rahmen alles aufgezeichnet wurde, was er seiner Mannschaft sagte.

Wooden hielt keine langen Reden: Seine Ansagen dauerten durchschnittlich nur vier Sekunden. Das unterstreicht eine allgemeine Tatsache: Unterrichten ist kein Wettbewerb in Redegewandtheit; wichtig ist vielmehr, eine Verbindung zum Schüler herzustellen und nützliche Informationen zu geben.“

Meine Meinung: Meine Interventionen sind auch sehr sparsam, aber bedacht. Ich liefere dabei kaum Erklärungen, sondern mache präzise Aussagen oder Experimente, bei denen der Klient erlebt, wo sein Problem herrührt.

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4. Suchen Sie sich jemanden, der gern Grundlagen lehrt. 

Dan Coyle: „Großartige Lehrer verbringen oft ganze Unterrichtseinheiten mit scheinbar nebensächlichen Grundlagen: Mit der Art, wie Sie einen Golfschläger halten oder eine einzelne Gitarrensaite zupfen. Das mag seltsam erscheinen, beweist aber, dass sie eine wesentliche Tatsache begriffen haben: Diese Grundlagen bilden den Kern Ihrer Fähigkeiten . Je weiter Sie auf Ihrem Weg voranschreiten, umso wichtiger werden sie.“

Meine Meinung: Für die Veränderung von Gewohnheiten im Denken und Verhalten sind Gefühle am wichtigsten. Erst durch eine starkr emotionale Beteiligung im Prozess ermöglicht eine Neubahnung im Gehirn. Doch vorher ist auch ein kognitives Verstehen wichtig, warum wir so an alten, nicht funktionierenden Gewohnheiten hängen. Deshalb erkläre ich bei der Arbeit einiges aus dem Bereich der Neurobiologie und Verhaltenspsychologie.

5. Entscheiden Sie sich bei gleichen Voraussetzungen für den Älteren.

Dan Coyle: „Mit dem Lehren ist es wie mit allen anderen Talenten: Es braucht Zeit, um zu wachsen. Deshalb werden so viele Talentschmieden von über Sechzig- und Siebzigjährigen geleitet. Großartige Lehrer sind zunächst und vor allem Lernende, die mit jedem Jahr ihr Können verbessern. Das soll keineswegs heißen, dass es keine guten Lehrer unter dreißig Jahren gäbe — die gibt es durchaus. Ebenso wenig soll es heißen, dass jeder grauhaarige Trainer ein Genie wäre das ist nicht der Fall. Aber wenn alle anderen Voraussetzungen gleich sind, sollten Sie sich für den Älteren entscheiden.

Meine Meinung: Dan Coyle hat Recht! Ich bin 68 Jahre alt. Nehmen Sie also mich!  😉
Im Ernst: In manchen Berufen muss man jung sein, um wirklich zu sein. Spieleentwickler, Fassadenkletterer, Trendscout. Aber in vielen Tätigkeiten, wo Erfahrung zählt, wird man mit den Jahren immer besser. Oma, Pianist, US-Präsident. Weil man nichts mehr beweisen muss. Weil man gelernt hat, alles Überflüssige wegzulassen.

Wenn Sie an einem Coaching mit mir interessiert sind, lesen Sie hier …

 

PS. Den Hinweis auf das Buch verdanke ich Siegfried Probst, der mir für einige Monate wertvolle Hinweise zur besseren SEO meines Blogs und meiner Website gegeben hat. Ich kann ihn sehr empfehlen.

Hören Sie dazu den Podcast.

 

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Bilder: © pixabay.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

1 Kommentare

  1. Schöner Artikel. Was mich zum Nachdenken bringt: Nebenbei „definiert“ der Text von Coyle, welche Lernhaltung es ermöglicht, von den guten Lehrern zu lernen. Wenn man die diesbezüglichen Empfehlungen zusammen nimmt, kommt eine gereifte Persönlichkeit auf Seiten des Ratsuchenden heraus (ab E6 der Ich-Entwicklungsstufen). Nun weiß ich, dass auch andere gut lernen (und nicht jede/r E6+er gerne lernt und sich in Frage stellt). Dennoch: ein interessanter Aspekt: Der beste Lehrer bringt nicht, wenn die Lernhaltung des Lernenden nicht offen genug ist.

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