Träume deuten: die vier besten Tipps.

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Neurobiologie

Jeder Mensch träumt – ohne Ausnahme. (Auch Babies, sogar Hunde.) Pro Nacht etwa vier- bis fünf Mal. Viele können sich an ihre Träume erinnern. Doch was soll man davon halt?

Seriöse Experten, die sehr naturwissenschaftlich orientiert sind, halten Träume für eine zufälliges “neuronales Gewitter”, dem manche hinterher krampfhaft eine Bedeutung geben wollen. Wenn Sie anderer Meinung sind und glauben, dass in Ihren Träumen mehr steckt, dann kommen hier ein paar Tipps für Sie.

Viele Naturvölker glauben, dass Träume prophetisch sein können und uns wichtige Hinweise geben können. Und natürlich haben Sigmund Freud und C.G. Jung auf überzeugende Weise gezeigt, dass Träume mehr sind als Neuronengewitter.

Sie helfen, Tageseindrücke psychisch zu verarbeiten und geben uns oft Hinweise, womit wir neben dem Alltag seelisch beschäftigt sind. Vor allem in Krisen und Umbruchzeiten können Träume wichtige Hinweise geben. Hier sind Träume oft ein Frühwarnsystem für Stress, erlebte Belastungen und sich abzeichnende Gefahren.

Wie können Sie jetzt mit Ihren Träumen am besten umgehen?

1. Hilfreich ist es, Ihrem Unbewussten zu signalisieren, dass Sie an seinen Botschaften interessiert sind, zum Beispiel indem Sie beschließen, Ihre Träume aufzuschreiben.
Legen Sie sich Schreibzeug auf den Nachttisch und schreiben Sie nach dem Aufwachen (morgens oder nachts) sofort auf, was Sie erinnern. Nicht erst auf die Toilette gehen, denn Träume sind flüchtig und nach ein paar Minuten oft weg. Wenn Sie aufwachen wiederholen Sie im Gedächtnis die Einzelheiten Ihres Traumes bzw. notieren Sie sich Stichworte, auch wenn Sie nur Bruchstücke erinnern.

2. Grübeln Sie nicht nach, was der Traum bedeuten könnte. Strengen Sie sich nicht an! Sparen Sie sich den Blick in ein “Traumlexikon”. Ihr Traum ist etwas höchst Individuelles und kann nicht mit allgemeinen Symbolen enträtselt werden.
Diese Mühe müssen Sie sich schon selbst machen. Oft stehen z.B. Personen im Traum für sich selbst. Manchmal stehen Traumpersonen aber auch für eigene Persönlichkeitsanteile, innere Personen, die durch diese äußeren Personen symbolisiert werden, weil sie irgendeine zentrale Eigenschaft besitzen, die Sie mit ihnen in Verbindung bringen.
Dann ist es hilfreich, zu überlegen, welche Eigenschaft eine bestimmte Person im Traum für Sie vor allem symbolisiert oder auch, die einzelnen Elemente des Traums (Personen, Dinge, Geschehnisse etc.) zu verkörpern (“Ich bin Person X und ich tue gerade …”)

3. Bleiben Sie noch ein bisschen liegen und fragen Sie sich folgendes:

  • Was habe ich in den letzten Tagen erlebt?
  • Habe ich vielleicht diese Erfahrungen und Erlebnisse im Traum verarbeitet?
  • Was war das Thema meines Traums, die Überschrift?
  • Woran in meinem Leben erinnert mich das Traumthema?
  • Welche Gefühle hatte ich im Traum?
  • Mit welcher Stimmung bin ich aufgewacht?
  • Wer macht im Traum was, mit wem, zu welchem Zweck und mit welchem Ergebnis?
  • Sind konkrete Lebensprobleme im Traum zur Sprache gekommen?
  • Was ist eine Botschaft meines Traums? Angenommen, der Traum könnte direkt zu mir sprechen: Was wäre der entsprechende Satz?_

4. Ganz wichtig: denken Sie nicht nach, sondern lassen Sie ganz passiv Ihre Assoziationen fließen.
Schauen Sie also, was Ihnen einfällt. Möglichst ohne, dass Sie es gleich bewerten (“Das ist doch Unsinn.”) Warten Sie einfach gelassen ab, bis sich eine Bedeutung des Traumes Ihnen von alleine erschließt.

Dabei gibt es nicht die einzig richtige Interpretation. Stimmig ist vielmehr die Bedeutung, die Ihnen gefühlsmäßig Sinn macht und mit der Sie etwas anfangen können.

Wenn Sie öfter denselben Traum haben, stecken wahrscheinlich wichtige Botschaften darin. Besprechen Sie diesen Traum am besten zusammen mit einem Menschen, dem Sie vertrauen.

Auch bei Alpträumen empfiehlt sich das. Wenn Sie der Traum sehr beunruhigt, suchen Sie sich eventuelle professionelle Unterstützung.

Seien Sie geduldig mit sich und Ihrem Unbewussten. Mit Druck geht gar nichts. Träume sind oft wie ein modernes Gedicht. Der Sinn (Ihr Sinn) ergibt sich erst dadurch, dass Sie sich eine Weile damit beschäftigen.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen!

kommentar Wie deuten Sie ihre Träume?

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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

2 Kommentare

  1. Rebecca sagt

    Wow….. Ich beschäftige mich auch schon lange mit träumen.. Gerade deshalb weil ich sehr lebhaft Träume … Ich rede im Schlaf ich lache und ich weine… Meine Träume sind so intensiv das ich oft von meinen Emotionen aufwache… An viele Träume Erinner ich mich auch noch jahre danach. Das ist aber auch deshalb so weil die Träume so emotional sind… Und ich weis das ob Träume oder normaler Alltag das man sich immer an das erinnert was mit bestimmten Emotionen verbunden ist. Man erinnert sich nicht an jeden Tag aber es ist auch so das wenn man jemanden fragt was ist das schönste/schlimmste/peinlichste in deinem Leben gewesen sich die meisten je nach dem wie stark die Gefühle beim erlebten waren sich viele nicht nur an das Datum und Jahr erinnern sondern auch an Wochentag und Uhrzeit ….

  2. Sternenmann sagt

    Hallo,
    danke für Deinen Artikel! Besonders gut finde ich die Fragen unter 3. und den Hinweis seinen Gefühlen, Assoziationen zu vertrauen.

    Entscheidend für die Traumdeutung ist aber auch die Kenntnis des Ortes des Traumgeschehens und das Wissen um die Doppeldeutigkeit des Traumgeschehens.

    Gute Tipps dazu sind zu finden unter:
    http://www.traeume-und-traumdeutung.de

    Liest sich, wie eine Einführung zur Traumdeutung. Die Seite gibt auch Tipps für den Umgang mit Alpträumen.

    Abenteuerliche
    Träume!

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