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Mrz 17 2007

Männer haben Angst vor Frauen.

85 Männer haben Angst vor Frauen. Ein heißes Thema. Aus meiner langjährigen Arbeit mit Menschen und wenn ich im Fernsehen oder in der Zeitung sehe, was Männer mit Frauen machen, komme ich zu dieser Überzeugung: Männer haben Angst vor Frauen!

Genauer gesagt: wir Männer haben Angst davor, die Zuwendung und Anerkennung von Frauen nicht zu bekommen oder zu verlieren. Unser Selbstwertgefühl hängt ganz stark davon ab. (Wie sonst ist es zu erklären, dass immer wieder eifersüchtige Männer ihre Frau umbringen.) Denn derjenige, von dem ich mich abhängig fühle, hat Macht über mich.

Wie gehen Männer mit dieser Angst vor Frauen um?

Da Angst haben nun gemeinhin nicht als sehr männliche Eigenschaft gesehen wird, meist so, dass sie abgewehrt wird. (“Ich Angst? Vor Frauen? Lächerlich!”) Es gibt zwei gängige Formen für Männer, diese Angst abzuwehren.

1. Durch Abwertung und Distanz
Wenn ich den anderen abwerte, kann ich mich größer und stärker fühlen – und brauche ihn nicht mehr zu fürchten. Hierzu gehört das übertriebene Macho-Gehabe (am besten in der Gruppe), indem der Mann versucht, seine männliche Identität durch Anders-Sein als “weiblich” zu definieren: superstark statt schwach, furchtlos statt ängstlich, immer cool statt gefühlvoll.

Oft haben solche Männer ein patriarchalisches Bild verinnerlicht, in dem Frauen eine niedere Position einnehmen. (So nannte z. B. Altbundeskanzler Kohl die damalige Ministerin für Frauen und Jugend, “mein Mädchen”. Heute ist das “Mädchen” selbst Kanzlerin.) In monotheistischen Religionen, (wie Judentum, Christentum oder Islam) ist beispielsweise die Existenz einer Göttin undenkbar.

2. Durch Anpassung und Unterordnung
Wenn ich mich so gebe, wie ich glaube, dass der andere mich haben will, kann ich ich mir seine Gunst sichern. Hierzu gehört der Muttersohn, der Softie aber auch der notorische Herzensbrecher.

Oft haben solche Männer ein matriarchalisches Bild verinnderlicht, in dem sie Frauen und weibliche Eigenschaften idealisieren und “typisch männliche” Eigenschaften ablehnen oder verachten. (Solche Männer stimmen dann gern ein, wenn es heißt, dass Frauen doch das stärkere/bessere Geschlecht seien oder bei sexistischen Bemerkungen von Frauen “Er ist eben nur ein Mann!” gerne mitnicken.)

Und jetzt?
Denken Sie doch mal nach. Angenommen, meine These stimmt:

84 Männer haben Angst vor Frauen. Wie gehen Sie mit Ihrer Angst vor Frauen um?

Ganz konkret. In welchen Situationen verspüren Sie (na gut – ein bisschen) Angst? Mit Kolleginnen, mit einer Kundin, mit Ihrer Chefin, Ihrer Partnerin?

Und was machen Sie dann? Äußerlich – und innerlich? Es ist wie mit allen Ängsten. Erst wenn ich mir eine Angst bewusst mache, kann ich sie untersuchen und evtl. bewältigen. Solange ich Angst habe, sie aber verdränge (“Wer bremst, hat Angst!”) bin ich der Angst ausgeliefert.

Ach, Sie sind ein Mann und haben nie Angst vor Frauen? Toll, schreiben Sie doch hier einen Kommentar.

PS: Wenn es Sie beruhigt: Frauen haben auch Angst vor Männern. Und sie bewältigen sie auch auf die gleiche Weise.

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Danke.

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5 Kommentare bisher

5 Kommentare zum Beitrag “Männer haben Angst vor Frauen.”

  1. 5

    So, man kann jetzt hin und her diskutieren:

    Haben Männer (manchmal) Angst vor Frauen und wenn ja, warum und haben Frauen Angst und brauchen Männer eine Emanzipationsbewegung?

    Schön und gut, wenn’s den der Wahrheitsfindung dient.

    Die interessantere Frage – für mich jedenfalls – ist:
    Ok, ich habe manchmal in bestimmten Situationen Angst (vor Frauen) – wie kann ich diese Angst für mich nutzen und daran wachsen? Wie kann ich diese Angst dazu nutzen, stärker, glücklicher, erfüllter, interessanter zu leben?

    Die Antwort ist einfach und glasklar:
    Feel the fear and do it anyway.

    Oder:
    Konfrontiere dich sinnvoll mit deiner Angst und gehe durch sie hindurch.

    Oder:
    Packe den Stier bei den Hörnern.

    Zur speziellen Angst vor Frauen im Allgemeinen ;-) : Die sind – meinen Erfahrungen nach – sehr dankbar und angetan, wenn da mal ein Mann daherkommt, der keine Angst vor ihnen hat bzw. sich mit seiner Angst sofort und in der Situation konfrontiert und etwas riskiert.

    Und jetzt kommt das für mich Entscheidende:
    Klar, Frauen mögen das, wenn ein Mann mit ihnen angstfrei bzw. entschlossen und selbstsicher umgeht. Aber dieser wohltuende Nebeneffekt hat die Priorität 3. Priorität 1 ist mein eigenes Wachstum und Glück, Priorität 2 meine gerade anstehende Aufgabe.

    Ich würde es für sehr sinnvoll für alle halten, wenn die Essenz einer “Männeremanzipationsbewegung” mit den drei vorherigen Sätzen beschrieben werden könnte.

    AntwortenAntworten
  2. 4

    Hallo Frau Kleinen,
    na, das wird den Männern aber guttun, dass eine Frau mal soviel Verständnis für sie hat. Aber ganz so hilflos sind wir ja nun auch nicht. Es sind ja nicht nur die von außen prasselnden Erwartungen und das innere Tonband – das ist ja bei Frauen nicht anders.

    Ich denke, der Unterschied ist, dass viele Frauen eben eine Emanzipationsbewegung mitgemacht haben und eine gleichartige Bewegung bei Männern noch nicht so weitgreifend angekommen ist.

    Ihrem letzten Satz kann ich aber voll und ganz zustimmen.

    Danke für Ihren Kommentar.

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  3. 3
    Z. Kleinen sagt:

    Ein sehr interessantes Thema, auch für mich als Frau. Persönlichkeitsentwicklung als lebenslanger und manchmal sehr, sehr schmerzlicher Prozeß – den Männern bleibt allerdings oft viel weniger Zeit und Möglichkeit, bei sich selbst tiefer zu gucken. Es ist die große Angst, dass mann der Boden unter den Füßen weggeht und er seinen “Mann” im Leben nicht mehr stehen kann. Von allen Seiten prasseln Ansprüche, Erwartungen und Zuschreibungen auf ihn ein – hinzu kommt das gesamte innere “Tonband”, das seit frühester Kindheit von anderen besprochen wurde.

    Im Umgang mit Männern erfahre ich häufig von ihren innersten Ängsten – warum das so ist, kann ich nicht sagen – Fazit und Erkenntnis ist nur: Männern sollten in ihrem So-Sein in den Blick genommen werden, ihnen Fragen stellen, die ihnen noch niemand gestellt hat und es sollte ihnen vorbehaltlos und richtig zugehört werden.

    Und nicht nur Frauen wollen erwachsene Männer, auch Männer wollen erwachsene Frauen – daran krankt es auch in unserer Gesellschaft!

    Gruß Z. Kleinen

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  4. 2

    [...] Ziel der kognitiven Kontrolle ist es, vor allem bei sich selbst zu bleiben und die Ursache der eigenen Emotionen zu ergründen. Daraus folgt fast immer die Erkenntnis, dass man es selbst in der Hand hat, was einen aufregt, stresst oder belastet. Erst diese kognitive Kontrolle erlaubt es, zwischen Alternativen abzuwägen und klug zu handeln. Hilfreich ist dabei die Fähigkeit der inneren Achtsamkeit [...]

  5. 1
    Sebastian sagt:

    Meine Freitagmorgenlektüre hält mich hier fest…

    Ich fürchte mich gelegentlich vor Frauen, besonders denen, die mir im Sinn einer Partnerschaft “gefährlich” werden können. Also besonders attraktive, nette Singles. Ein einfaches Rezept gegen die Angst (oder für mehr bewusstes Denken) ist mEn Handeln, eigene Qualitäten erinnern und vor allem aktives, spontanes “auf jemand zugehen”. Menschen wie Menschen behandeln – das zahlt sich aus.

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