Die 13 besten Tipps, wie Sie Social Media für Ihr Geschäft nutzen.

51 Leser in dieser Woche
Kommentare 27
Methoden

Wenn der sich noch länger in meiner Timeline rumtreibt, wird er entfollowed.

Was bringen Blogs, Twitter, Podcasts, Videos für Ihr Geschäft?

Unter Social Media versteht man – in Unterscheidung zu traditionellen Massenmedien, wie z. B. Zeitungen, Radio, Fernsehen und Film  – ausschließlich  online-basierte Kommunikationskanäle.Sich damit auszukennen, wird immer wichtiger.

Schließlich befinden wir uns im Übergang von der Industrie- zur globalisierten Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft . Das hat gravierende Folgen. Die früher klare Trennung zwischen Arbeitsplatz und Zuhause, Urlaub und Geschäftsreise, Freizeit und Arbeitszeit wird durchlässiger.

Das Homeoffice ist nicht immer nur zu Hause. Parks, Flughäfen, der ICE oder ein Coffeeshop mit WLAN entwickelt sich zum Zweit- oder Drittarbeitsplatz.

Schaut man auf die junge Leistungselite in den USA kann man wohl auch Rückschlüsse auf die künftige Arbeitsgestaltung bei uns ziehen. Nur noch 41 Prozent dieser jungen Menschen arbeiten in festen Angestelltenverhältnissen. 80 Prozent von ihnen schlafen mit dem Handy in Reichweite. Zwei Drittel von kommunizieren per SMS. Für sie sind Social Media der Normalfall und E-Mail ein langsames und deshalb aussterbendes Medium. (Quelle: Trendletter)

Persönliche Erfahrungen mit den „sozialen Medien“ habe ich seit mehreren Jahren gesammelt. Alles begann im Juni 2005 mit diesem Blog, den ich anfangs aus Neugier ohne bestimmte Zielrichtung begann.

In einem Artikel auf www.problogger.net las ich jetzt einen guten Artikel, worauf man bei der Nutzung von „social media“ achten sollte. Ich habe die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte übernommen und mit meinen Erfahrungen ergänzt.

  1. Konzentrieren Sie sich auf die Social Media Dienste, die für Ihre Ziele am besten passen.
    Versuchen Sie nicht, auf allen Hochzeiten zu tanzen. Das kostet zu viel  Zeit. So habe ich zum Beispiel meine Aktivität auf XING oder Facebook stark eingeschränkt und mich stattdessen auf Podcasts, Youtube und Twitter konzentriert.

    • Prüfen Sie, wo Ihre Zielgruppe sich bevorzugt aufhält und konzentrieren Sie sich darauf.
  2. Suchmaschinenoptimierung ist wichtig – aber vergessen Sie darüber die Inhalte nicht.
    Bei Google auf der ersten Seite für einen bestimmten Suchbegriff zu erscheinen, kann ein zeit- und geldraubendes Unterfangen sein. Aber wenn man es mal erreicht hat, ist es eine wichtige Quelle von Besuchern (Googeln Sie mal „Persönlichkeitsseminare“)

    • Noch immer gilt: schreiben Sie Ihren Blog oder Ihre Website nicht für die Suchmaschinen, sondern für die Leser.
  3. Finden Sie heraus, wer in Ihrer Nische die einflussreichsten Leute sind und stellen Sie einen Kontakt her.
    Dabei kommen Sie meiner Meinung nach an Twitter nicht vorbei. Von dort kommen Sie auf deren Website oder Blog, können eine Email schreiben, einen Kommentar hinterlassen usw.

    • Über TwitterSearch finden Sie zum Beispiel gezielt für Sie wichtige Leute. Sie können dort nach Stichworten, Menschen, Orten und anderem suchen.
    • Es gibt jede Menge Listen, in denen die für Ihr Thema einflussreichsten Menschen verzeichnet sind. Ein guter Start ist hier …
  4. Das Hochladen von eigenen Videos auf Youtube u.ä. Portale bringt enorm viel.
    Ihre Besucherzahlen werden drastisch steigen. Dabei müssen Ihre Videos nicht sehr professionell sein. Der Inhalt zählt. Er muss Nutzen bieten und darf nicht langweilen.

    • Alles Wissenswerte über das Technische erfahren Sie bei Kai Renz.
  5. Blogging für Ihre Nische bringt am meisten.
    Natürlich ist regelmäßiges Bloggen zeitaufwendig. Aber ich kenne keine bessere Möglichkeit, um sich und seine Produkte oder Dienstleistungen zu präsentieren.

    • Im Unterschied zu Ihrer Homepage können Sie auf einem Blog immer wieder neue Beiträge schreiben.
    • Die Interaktivität über Kommentare, Umfragen etc. ist viel größer.
  6. Referenzen und Empfehlungen sind sehr wichtig.
    Sie können viel schreiben, wie gut Sie sind. Sie brauchen aber andere Menschen, die das über Sie sagen.

    • Wenn Sie ein Buch geschrieben haben, kümmern Sie sich um Besprechungen bei Amazon.
    • Wenn Sie Seminare leiten, können Teilnehmer ihr Seminar hier bewerten …
  7. Knüpfen und pflegen Sie mit Ihren Lesern Beziehungen.
    Das Internet ist ein interaktives Medium. Machen Sie keine Einbahnstraßen-Kommunikation.

    • Besuchen Sie Foren mit Ihrem Thema und Ihrer Zielgruppe und kommentieren Sie dort Nützliches.
    • Laden Sie Ihre Leser auf dem Blog am Ende Ihres Beitrags mit einer Frage zum Antworten ein.
    • Beantworten Sie möglichst schnell, kompetent und freundliche Emails oder Blog-Kommentare. Dass daraus fast so etwas wie ein kleines Forum entstehen kann, sehen Sie bei meinen beiden meistkommentierten Beiträgen über Partnerschaftsprobleme und Schläge in der Kindheit.
  8. Social Media Aktivität funktioniert wie Fitnesstraining.
    • Besser jeden Tag zwanzig Minuten etwas tun als einmal im Monat acht Stunden.
    • Überprüfen Sie aber auch, was Ihre Bemühungen Ihnen konkret bringen. Ihr persönlicher ROI ist also wichtig (Return of Investment) Hier dazu ein guter Artikel …
    • Social networking kann enorm zeitaufwendig werden. Prüfen Sie hin und wieder, was Ihnen Ihre Zeit tatsächlich bringt. Ein nettes Online-Tool, um sich zu begrenzen, ist Egg-Timer.
    • Fragen Sie Ihre Kunden immer, wie Sie zu Ihnen gefunden haben.
  9. Ihr biografischer Hintergrund ist wichtig und sollte genutzt werden.
    Interessenten wollen wissen, wer Sie sind und ob man Ihnen vertrauen kann. Konkret heißt das:

    • Schreiben Sie auf der „Über mich“-Seite keine trockenen Lebenslauf.
    • Werden Sie persönlich und zeigen Sie sich mit dem, wie Sie wurden, was Sie sind.
    • Wenn Sie aus der Biografie herleiten können, warum Sie sich gerade für Ihre Nische interessieren, umso besser.
  10. Machen Sie gute Pressearbeit.
    Gute Werbung und PR sind der Weg zu mehr Erfolg. Zu höheren Umsätzen und zu den Zielen, die Sie anstreben.

    • Kompetent unterstützen dabei kann Sie meine Blogger-Kollegin Kerstin Hoffmann
    • Veröffentlichen Sie Ihre Pressemitteilungen mit einem Klick auf kostenlosen Presseportalen und in Newsdiensten (RSS-Newsfeeds, Twitter, etc.) Ihrer Wahl mit http://www.pr-gateway.de
  11. Halten Sie sich auf dem Laufenden, was in Ihrer Nische passiert.
    Dazu gehört nicht nur das Lesen von Büchern und Fachzeitschriften. Sondern auch das Verfolgen von Infos und Nachrichten im Internet. Damit Sie darüber auch noch zum Schlafen und Leben kommen, gibt es ein paar hilfreiche Dienste:

    • Das Informationsportal www.mwonline.de bespricht regelmäßig die wichtigsten Zeitungen, Zeitschriften und Bücher für Führungskräfte, Personaler, Trainer und Coaches.
    • Mit Google Alerts werden Ihnen per E-Mail zugesandt, wenn Online-Nachrichtenbeiträge veröffentlicht werden, die zu Ihren angegebenen Themen passen. So können Sie die neuesten Nachrichten im Auge behalten oder sich über Mitbewerber oder Branchen-News auf dem Laufenden bleiben.
    • Was andere Blogs zu Ihrem Thema geschrieben haben, erfahren Sie über Googles Blogsearch
  12. Achten Sie auf Ihren guten Ruf.
    Es kann Jahre dauern, bis Sie sich einen guten Namen als Experte oder Autorität gemacht haben. Und es geht ganz schnell, dass Ihr guter Ruf lädiert wird – vor allem im Netz. Sorgen Sie also vor.

    • Veröffentlichen Sie keine peinlichen Fotos auf studiVZ, Facebook, Flickr & Co. Denn was einmal im Internet steht, lässt sich nur schwer wieder löschen. Falls Sie dabei mal nicht weiter wissen, hilft Ihnen evtl. dieser Dienst.
    • Schreiben Sie nichts Beleidigendes oder allzu Kritisches über Firmen, Produkte oder Menschen. Dutzende von kundigen Abmahnanwälten durchforschen das Internet genau danach, um Sie danach mit Klagedrohungen zum Zahlen zu zwingen. Aber oft sind es auch Blogger, die dann einen Feldzug gegen Sie starten, bei dem Sie meist verlieren.
    • Fangen Sie keine Kommentarfehden auf Blogs, Foren oder dergleichen an. Äußern Sie Ihre Meinung oder beziehen Sie sich auf klare Fakten und bleiben Sie im Ton immer freundlich. Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, geben Sie ihn gleich zu und entschuldigen Sie sich. Lautstarke Rechthaberei bringt nichts und kann Ihnen wie ein Bumerang um die Ohren fliegen.
  13. Nutzen Sie die neuen Technologien und Sie werden einen Konkurrenzvorsprung haben.
    Sich mit Social Media-Diensten zu beschäftigen, ist nicht schwer. Aber es gibt immer Leute, die gegenüber Neuerungen skeptisch sind. Das war früher mit der Dampflokomotive so und war beim Telefon und beim Computer so. Aber das ist Ihre Chance!
    Schauen Sie mal, wie bekannte Fernsehjournalisten wie Kerner, Kronzucker, von Lojewski u.a. sich über Twitter amüsieren:
    [youtube width=“340″ height=“275″]
    Die Sendung lief im September 2009 (!) Die Reaktion im Netz – siehe Punkt 13 – ließ nicht lange auf sich warten …

    Aber das ist Ihre Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben.
    Konkret:

    • Wenn Sie schon eine Website haben, überlegen Sie, einen Blog zu starten.
    • Melden Sie sich versuchsweise bei Twitter an und bieten Sie qualitätsvolle Tweets und wenig Eigenwerbung. Damit heben Sie sich von schätzungsweise 80 Prozent der Twitterer dort ab.
    • Wenn Sie Website und/oder Blog haben, überlegen Sie, Podcasts zu produzieren. Hier eine von vielen Anleitungen ...
    • Video ist bei der Verbreitung im Internet sehr im Kommen. Und mit den heutigen technischen Mitteln leicht zu realisieren. Meine Videos bei youtube sind mit der Webcam meines Laptops, einem 20 €-Krawattenmikrofon und der kostenlosen Software Windows MovieMaker gemacht. Mein erstes Video dort wurde mittlerweile 12.000 Mal angeklickt. Immer wieder gibt es Seminarteilnehmer, die sagen, dass Sie dort zum ersten Mal etwas von mir hörten.
    • Falls Sie oder jemand, den Sie kennen, immer noch glaubt, Social Media wäre so ein Hype, der bald wieder verschwindet, dann schauen Sie nur mal 30 Sekunden auf diese Grafik:

Also, wann fangen Sie an? Was, für so was sind Sie zu alt?
Pah, gilt nicht. Ich bin 61 Jahre.

kommentar Was halten Sie von der Entwicklung der „social media“?
Welche Tipps im Umgang haben Sie?

PS: Wenn Ihnen dieser Beitrag gefiel … dann empfehlen Sie ihn doch weiter.
Einfach hier unten auf “Diesen Artikel weiterempfehlen” klicken.

… oder schreiben Sie einen Kommentar.
Wenn Ihr Kommentar mit Ihrem Bild erscheinen soll, brauchen Sie einen Gravatar!

… oder abonnieren Sie neue Beiträge per Email. Einfach links Adresse bei feed-icon-28×28.jpg eintragen.

Foto: ©-Kamil Krawczyk – Fotolia.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

27 Kommentare

  1. Einer der besten und ausführlichsten Artikel, die ich seit langem zum Thema „Social Media“ gelesen habe. Auch wenn er von 2010 ist.

    Leider hat die Reichweite gerade bei Facebook-Fanseiten in der letzten Zeit ziemlich nachgelassen. Das Unternehmen möchte wohl, dass die Fanseiten-Betreiber bei Facebook teuere Werbung buchen.

    Weiterhin empfehlenswert ist jedoch immer noch ein eigener Kanal bei Youtube.

  2. Für alle Profi-Twitterer. Fr. Dr. Becher hat hier 23 Tools zusammengestellt und verständlich beschrieben, was die machen. Da kann jetzt nix mehr schiefgehen. http://bit.ly/a9Ii1I

  3. aktuell aus meinem Twitter-Account: Brauchen Sie einen Übersetzer? Ja, klar, ich will doch Technik nach Kalifornien liefern: http://translate.google.de/#de|en|
    ——————————————————————————————-
    Muss ich noch ergänzen:
    Das Babel-Tool von Yahoo ist gut: http://de.babelfish.yahoo.com/
    rechts oben ist der Button zum Implementieren
    das installiert sich perfekt in Firefox und kann per Knopfdruck den HTML-Code erzeugen, um ein Subtool in eine deutsche WP-Seite zu installieren.

    translate.google habe ich gerade ausprobiert, produziert auch im technisch/naturwissenschaftlichen Bereich gute Übersetzungen, ein wohlklingendes, freundliches american-english.

    Babel hakelt etwas bei Fachwörtern, übersetzt dagegen aber auf Knopfdruck ein ganzes Blog !!!

    Mit diesen Tipps haben alle alle Twitterstunden langfristig amortisiert, wenn sie dann global denken und arbeiten. In Wirklichkeit ist doch alles Eins.

    Herzlichst, Karl Hinkel

  4. Guten Morgen,
    dass überhaupt schon jemand auf ist. Nehmen sie diesen nicht funktionierenden Link doch bitte raus,
    hoffentlich funktioniert der hier: http://bit.ly/c6fzRi In diesem Text, der wie eine Gebetsmühle wirkt, aber statsächlich an allen Ecken stimmt, ist ein ähnliches Beispiel wie Ihr `analoges Zwitschern´, nämlich das mit dem Kind und den roten Handschuhen. (auch so ein Watzlawik-Beispiel, Sie kennen doch die Geschichte mit dem Mann, der einen Hammer braucht und versucht, vor der Tür des Nachbarn zu zwitschern. (produktiv zu zwitschern kommt ja nicht von „hallo ich mache gerade dies oder das…“)

    Über Twitter hatte ich also einfach mal so den Vertrieb in Holland angekurbelt, aber – Sie erinnern sich – ich wollte mit der Liste aller Lokalrundfunksender arbeiten, die noch in dem Yahoo-Verzeichnis stehen – konventionell eine Heidenarbeit, mit Twitter ist das so, dass sich jetzt einige von selbst melden, im Sauerland und Niederbayern… Und dann ist man ja in einer unvergleichlich besseren Position.

    Zweitens haben wir in kurzer Zeit durch Koolperation etwas im Bereich Biomasseerzeugung (Algen) erreicht, von Wien bis Amsterdam. Analoges Twittern ist teuer. Früher bin ich hundert Kilometer (im Stau) gefahren, um einen Kontakt zu pflegen (Vertriebler müssen ja die Interessenten immer wieder mit einer hohen Kontaktfrequenz beschäftigen, sonst tut es die Konkurrenz). Heute geht das mit der Entertaste.

  5. Hallo Herr Hinkel,
    danke für den bislang längsten Kommentar auf meinem Blog.
    Aber Ihre Meinungen schätze ich auch sehr. Ich bin ja auch ein großer Twitter-Befürworter und habe noch ein paar Tipps bekommen. Das mit den Redakteuren der Ratiostationen hat mir sehr eingeleuchtet. Werde ich gleich umsetzen.

    Ich habe auch über Twitter schon etliche sehr sympathische, kompetente Menschen kennengelernt, mit denen ich immer wieder im Austausch bin. Nur getroffen haben wir uns noch nie. Aber bei Fragen nach Informationen, nach Meinungen, zum Verbreiten meiner Blogartikel usw. ist eine aktive Follower-Gemeinde von unschätzbarem Wert.

    Auch damit, dass schon immer getwittert wurde, haben Sie Recht. Kennen Sie übrigens analoges Twittern?
    Das ist Twittern ohne PC und geht so:
    Sie stellen sich ans offene Fenster und rufen ganz laut hinaus, was Sie gerade tun:
    „Uuuaah, mein Kaffee ist kalt.“
    „Fahre jetzt ins Büro.“
    „Lese gerade die Zeitung!“

    PS: Der Link zu dem ersten Twitter-Bericht geht nicht.

    Danke, wie immer für Ihre vielen klugen Kommentare und Ansichten.

  6. Twitter als Marketing-Tool

    O.K., ich mache mir jetzt einen großen Kaffee, lege die Partiten von Heinrich Biber in mein CD-Gerät und schreibe mal etwas über Twitter. Wenn das mal etwas langatmiger wird, bitte nicht stöhnen, es ist wirklich ernst gemeint. Natürlich mache ich das auch, um meine eigenen Aktivitäten mit Twitter zu rekapitulieren und dabei vielleicht auf neue Ideen zu kommen, wie ich Twitter noch effizienter nutzen kann.

    Tatsächlich gibt es da eine ganze Menge oberflächliches Gezwitscher, wo wir oft keinen Zugang haben, was uns sofort auffällt – wenn z.B. ein Teenager von einer großen Zahl jüngerer und gesetzterer Damen angehimmelt wird, Fanclubs wie Pilze aus dem Boden spriesen… „So ein Milchgesicht!“, stöhnen wir vielleicht. Aber dieser Bubi wird mit Sicherheit steinreich. (Falls es jemand noch nicht weiß, ich meine Justin Biber – kann jemand sagen, was er will, das Pop-Marketing aus dem Volk, das ältere oft nicht verstehen, funktioniert absolut – und ich persönlich lerne da ständig! Obwohl ich den jungen Mann aus künstlerischer Sicht eher langweilig finde.)

    Gezwitschert wurde schon immer. Nach Jahrzehnten als Ingenieur im High-Tech-Vertrieb ist mir auch immer klar geworden, dass das Zwitschern, also die allgemeine, persönliche, flankierende Kommunikation immens wichtig war und ist. Denn die Kunden und Interessenten wollen uns ja als Menschen erleben, nicht als reinen Zuträger eines Angebotes, auch nicht als Vertreter eines Konzerns – all die anderen Aspekte wie Firmenbackround, Sachkenntnis, Referenzen usw. spielen auch eine Rolle. Aber zentral ist immer auch die Persönlichkeit.

    Mitte und Ende der 1980er Jahre habe ich das „Twittern“ als Vertriebsing. im IT-Bereich mit Freude und Erfolg geführt. Ich hole mal aus, weil man sonst die Analogien nicht erkennt:
    Eine sehr bekannte Flugzeugfirma am Bodensee wollte Supercomputing kaufen, ich war dort mit dem teuersten Angebot, meine Firma war neu auf dem Markt. Ich fuhr zum Entwicklungsleiter, um das Angebot abzugeben und zu erläutern, dazu kam es nicht – aber zu dem Auftrag.
    Das Angebot nahm mein Ansprechpartner zur Seite, legte seine rechte Hand darauf {da wusste ich „das wird was“} und meinte: „Herr Hinkel, ihre Augen, sie machen wohl alles mit ihren Augen…“, ein älterer Herr, der gerade überhaupt keine Lust hatte, das Angebot zu studieren, wir machten einen Spaziergang durchs Zeppelinmuseum.
    Vorangegangen war: Ich wusste, dass seine Sekretärin im Nachbarort neben Martin Walser wohnt, brachte ihr ein Exemplar von „Messners Gedanken“ gedruckt auf handgeschöpftem Büttenpapier mit – das kannte der Schriftsteller selbst noch nicht. Natürlich hat die nette Sekretärin diese Geschichte erzählt. Computerangebote waren bei meinem Besuch unwichtig, der Auftrag aber sicher.

    Für Märklin ließ ich in der Presalesphase mal eine echte Eisenbahnschiene in Scheiben schneiden und verteilte sie dann als Briefbeschwerer. 100 solcher Geschichten könnte ich anführen.

    Nun zu Twitter: Schnell war mir klar, dass Twitter ein kosteneffizientes Tool für PR und Branding ist. Twitter ist sicher am oberen Bereich des Selektionstrichters zu sehen. Aber nicht nur. Auch habe ich erlebt, dass eine Agentur kurzfristig Modelle suchte (wie magisch habe ich diese Suchanfrage retweetet, am nächsten Tag kam die Erfolgsmeldung)-
    Die Möglichkeiten, mit Twitter gezielt und erfolgreich zu arbeiten sind immens: Weil ich insbesondere in Holland einen Distributoren suche, generiere ich Follower in den Niederlanden. Als ich eine Serie mit Dylan-Songs (Youtube-Links) getweetet hatte, meldete sich ein lokaler Rundfunksender und strahlte einen kurzen Bericht über unsere Arbeit, worauf sich telefonisch Interessenten meldeten. Der Redakteur bedankte sich für die Tweets, weil er den Auftritt Bob Dylan & Gordon Lightfoot & Jonny Cash noch nicht kannte…

    Inzwischen haben einige Lokalsender Pressemappen angefordert. Ganz besonders diese Redaktionen sind spannend, nicht so sehr die Print-Redaktionen; denn die Sender-Redakteure haben immer etwas Zeit für Twitter und Web2.0, wenn die Musiktitel laufen. Und wenn die mit ihren oft fünfstelligen Followerzahlen retweeten…

    Aber das ist ja nur ein einziges Beispiel aus unzähligen. Wir arbeiten ja nicht in einem Markt, der einfach und linear ist. Meist sind die Zielmärkte multidimensional, multipersonal und langwierig zu bearbeiten. Stellt man den Markt als eine auf die Spitze gestellte Pyramide dar, befinde ich mich an der unteren Spitze, die zahlreichen (neuen) Interessenten und Kunden am oberen Ende. Dazwischen gibt es zahlreiche verschiedene Teilnehmer in der Marktinfrastruktur: Berater, Fachmagazine, Messen, Portale:

    (hier sollte jetzt die Skizze sein)

    Das ist eine von zahlreichen Illustrationen aus meiner Abschlussarbeit im Marketing-Masterstudium. Hier ging es um CAD/CAM, heute Stand der Technik. Aber ebenso wie mit Twitter glaubte 1980 auch noch kein Konstrukteur, dass es mal Zeichensäle ohne Bretter geben wird…
    Oft sind die Marktteilnehmer, Meinungsmacher… gar nicht bekannt. Twitter ist durch die Breitenwirkung ein ideales Sprachrohr, dass ich mehr Aufsschluss bekomme…

    Können Sie sich LiveChats auf jedem Twitter-Account vorstellen? Kommt! Können Sie sich eine komplette Kundenkommunikation mit erweiterten interaktiven DN-Funktionen vorstellen? Kommt garantiert!
    Selbst habe ich bisher eine Auftragsabwicklung komplett über Twitter erledigt. (noch mehr Struktur, noch mehr Möglichkeiten, kommt garantiert)
    Twitter spart eine ganze Menge Sprit, weil man mit den Direktnachrichten schnell und sicher eine Nachricht ans Ziel bringt. Die Listen auf Twitter bieten zusätzliche im SEM, wenn man die Listen entsprechend betitelt und füllt. (dazu später mal mehr)

    Twitter ist aber auch eine Möglichkeit, folgenden Zusammenhang zu nutzen: Von den Marketing-Instrumenten überschneidet und verbindet die Kommunikation alle anderen (Wechselbeziehungen und Schnittstellen), wie in der Abbildung dargestellt.
    (hier gehört die zweite Skizze hin /Produkt,Preis,Distribution-Kommunikation überdeckt die anderen drei Instrumente, Schnittstellen zählen, Kommunikation ist Key…)
    Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auf eine Frage bei 1000 Followern eine Antwort bekommen, ist sehr hoch. Dass die Möglichkeiten mit Tipps, Links, promotiver und selektiver Arbeit im Vertrieb so gut sind auf einem Twitter-Account, das liegt doch auf der Hand:
    – Twitter ist einfach,
    – Es ist die Vielfalt der Teilnehmer, Aktivitäten und Möglichkeiten
    – Hier wie überall zählen Kontinuität, Geduld und Echtheit
    – Authentizität kommt aus dem Stamm Autorenschaft, und das ist meine Erfahrung:
    – Twitterer wollen authentisch an Persönlichkeitsentwicklung teilnehmen
    – Twitter fördert das Aufwachen der Gesellschaft im Allgemeinen,
    Das meine ich so: Von Verunsicherung, Einschüchterung und Lügen der Machtmissbraucher und institutionellen Verarscher hat die Bevölkerung genug. Ein Tweet geht tatsächlich um die Welt: Wenn ich an 1000 Follower tweete, die jeweils an ihre 1000 Follower tweeten, die jeweils… Dann, ja dann sollte die Lehnsherrschaft endlich enden, die ja eigentlich 1848 vorbei sein sollte. Sie haben doch einfach weitergemacht.!.!.!

    Bezogen auf Marketing kann man bei Twitter folgendes Phänomen feststellen: Obwohl alle Twitterer genau wissen, dass ja Internet ein Platz „überall und nirgends ist, an dem alle allen alles verkaufen wollen“, reagiert die „Gemeinde“ sehr reserviert. Wenn ich beispielsweise im Profil den Shop verlinke, habe ich nur 5 neue Follower, verlinke ich das Blog, folgen 25.

    „Germans are not so prepared to be sold to“, dagen die Amerikaner.
    Dass Deutschland schwierig ist, war uns schon immer klar. Doch mittlerweile ist die USA schwieriger, und Spanien und Griechenland…

    Selbst bekomme ich ja bei jedem Folgenden eine Email, schaue mir Tweets und Links im Profil an. Und eines kann ich mit Überzeugung sagen: Da sind so viele faszinierende Menschen mit Artikeln in Blogs, die eine aufrechte Absicht nach mehr Autonomie und Echtheit ausstrahlen, die für Solidarität gegen Politikerlügen und Konzernverarsche eintreten… Das macht mir jeden Tag aufs neue Mut.

    Wenn wir die o.g. Marketininstrumente betrachten, dann geht es ja immer um den Mix. Und Recht hat jeder, der sagt, dass die gute alte Post für 1,45 Porto vieles besser kann.
    Aber einen persönlichen Kontakt zu einem Redakteur in Rotterdam und eine persönliche Freundschaft zu einem Wissenschaftler in Graz, habe ich noch nie so einfach bekommen, wie über Twitter.

    Viele lesen meine Tweets, klicken auf meine Links, während ich schlafe. Nur die Technik können wir nicht verschlafen.

    Schöne Woche und gute Tweets,
    Karl Hinkel, Köln

    P.S.: Leads sammeln gab es in Vortwitterzeiten auch: Ein Messestand für eine Million DM, dann hatte man nachher 100 Visitenkarten, jede war also im Schnitt 10.000 DM teuer. Auf dem Messestand wurde eine Woche lang fast ausschließlich gezwitschert, auch abends im Bierzelt. Zurück im Office wurden diese sortiert und 80 Prozent aussortiert. Von den restlichen 20 (jede also 50.000 DM) musste die Firma ein Jahr leben. In den bei Seite gelegten 80 Karten steckte auch ein Teil der o.g. Marktinfrastruktur (irgendwo mitten aus der Pyramide, PR-Leute, Redakteure, Berater – Leute halt, die direkt nichts kaufen – und man war ja auf Abschlüsse aus. Was das heißen soll ist klar. Also Vorsicht mit Wertungen zu Kontakten. Und über meinen direkten Kontakt über MyOnId zu Paris Hilton habe ich mich auch gefreut. Ein Hotelzimmer braucht man ja auch immer wieder mal.

    Aus der klassischen Akquisitionsplanung lassen sich manche Techniken direkt auf das Internet-Marketing übertragen. Und viele Kollegen in Berlin und Köln sind ja fleißig dabei. Wenn ich darf, werde ich gerne noch etwas dazu berichten. Persönlich verspreche ich mir davon tatsächlich eine noch stärkere Strukturierung und Vereinfachung der Arbeitsweisen. Nicht immer noch mehr Technik und Aktivismus.

    Zum Schluss danke ich für Eure geduldige Aufmerksamkeit. Ich schrieb das auch für einige, die mir die gleiche Frage mailten. Hallo.

    Nun noch ein Geschenk von einem treuen Follower. Wir erinnern uns. Immer wenn ich twittere, muss ich an Martin Walsers „Messmers Gedanken“ denken und an seine Nachbarin. Hier ein Zitat aus dem Büchlein: „Dass mehr wird, was ich nicht allein nur habe. Der Mund des Gastes macht den Wein gut.“ Getweetet habe ich heute einen spanischen Liedermacher. Selbst höre ich gerade Mozarts Kirchensonaten. So viel Kraft, so viel Frohsinn und Zuversicht – und lese folgendes Follower-Buch: (ein ungekürzter Link, weil ich weiß, dass das schöne Buch hier lange auf dem Server bleibt)

    http://www.heilsuse.eu/WebRoot/Store9/Shops/61849888/4BD3/00AF/6BBD/7F7C

    – mancher mag stöhnen: `noch so ´n Ding aus´m How-To-Book-Corner´ oder `das
    kenn´ `wer doch alles bereits´, aber der Clou ist nicht die Abfolge von Worten, sondern den Kern als konkret zu verstehen. Ingenieurmäßig/physikalisch kann ich nur sagen, dass tatsächlich alles, jeder Gedanke, jeder Tweet… eine (Quanten-) physikalische Repräsentanz hat. Viele drücken diesen Inhalt verschieden aus. Ja, es gibt da so viele Bücher. Dieses hier ist gut und: Jeder kann es verstehen. Erfolg ist auch sich selbst folgen. (In zwei Twitter-Listen folge ich nur mir selbst, was sich SEO-mäßig wirklich gut auswirkt) Außerdem werden die ersten 16 Zeichen im Tweet für die Twitter (interne) URL genutzt [Twitter macht aus jedem tweet eine Seite mit URL] Das Thema Twitter und SEM ist wirklich interessant. Twitter ist einfach. Facebook eher pflegebedürftig. Aber Facebook ist auch sehr viel größer und für Branding spannender (habt Ihre die Geschichte um Nestle (Kitkat) und Greenpeace mitbekommen? Niemand kann im Moment 2.0 umfassend beschreiben oder gar nutzen. Aber das wird bald alles selbstverständlich, wie die fehlenden Bretter im Ingenieurbüro.

    Beim Aufbauen der Listen im Twitter-Account sich selbst folgen (Benennung der Liste selbst beachten, diese wird von Twitter für die URL verarbeitet) Also nur sich selbst in die eigenen Listen eintragen. Gezielt arbeiten dabei. Und dann schaut mal nach den SE-Ergebnissen.

    Und da wir ja beim Zwitschern waren, hier noch ein möglicher Plan zum gezielten Aufbau einer Zwitscherliste: (es gibt sehr viele Möglichkeiten, die Ziele usw. sind ja auch unterschiedlich)

    http://www.ecin.de/marketing/perfekt_zwitschern/

    Die Abbildungen habe ich jetzt nicht hier hineinbekommen, aber wir können uns das ja vorstellen, im ersten Falle eine auf die Spitze gestellte Pyramide mit Segmenten drin, für das zweite Bild vier Kästchen für Marketinginstrumente, die sich überschneiden, Schnittstellen halt.

    Ja, Sie haben Recht, es geht nicht nur um Massenkontakte. Es geht um Persönlichkeit, um Perlen und Wahrscheinlichkeiten.
    Herzlichst. Karl Hinkel

  7. Henry sagt

    Hehe, während die deutsche „Szene“ langsam Web 3.0 für sich erschließt, rudern die amerikanischen Vorbilder schon wieder zurück. So nett der Zeitvertreib per Twitter oder Facebook auch sein kann – ich kenne niemanden der damit mehr Geld verdient als mit dem „normalen“ Aufbau einer Liste oder PPC – und selbst das beherrschen extrem wenige Beitriebe hierzulande.

    Es ist wohl anzunehmen, dass sich in nächster Zeit mehr Kleinbetriebe dem Onlinemarketing widmen, aber Twitter und Facebook (letzteres mit Ausnahme der PPC-Funktion) werden aus meiner Sicht in das gleiche Loch fallen, in dem „ICQ Marketing“ seit einigen Jahren liegt, das anfangs auch als Retter der Marketingbranche vergöttert wurde.

    Also – immer kritisch bleiben und nicht auf jeden Zug aufspringen. Eine gepflegte Liste mit 3000 Subscribern kann weit nützlicher sein als ein Twitter-Account mit 30000 Fans. 😉

  8. Pingback: Gründer-Blogschau: Produkte lieben, Social Media, Reporting Vorlage, Mmedien und Twitter, Selbstbestimmung - Werk Ost -

  9. Hallo Tim,
    das ist eine schöne Idee. Die sozialen Netzwerke sind unsere neuen Spielwiesen. Und wenn wir dabei auch noch jung bleiben beim Älterwerden …

    Danke für Deinen Kommentar.

  10. Den 13. Tipp halte ich für den Wichtigsten! Oder wie Helen Hayes sagte: Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden. Wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen. Soziale Netzwerke (und nichts anderes sind Twitter, YouTube und dergleichen) heißen so, weil sie… sozial sind. Und was „sozial“ sein wirklich bedeutet, kann jeder nur erfahren, wenn er auch mit Menschen in Kontakt tritt. Das ist nichts Abstraktes, sondern ein Spiel: Einen Dienst oder ein Werkzeug auswählen, beobachten wie die Menschen (!) diese nutzen, selbst ausprobieren, aus Fehlern lernen und weiter machen.

  11. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    vielen Dank für die Anregungen und Tipps zum Thema der sozialen Netzwerke. Ihre Inhalte finde ich immer wieder sehr ansprechend und hilfreich. Nun werde ich meine eigene Präsenz und meinen Umgang mit den Portalen einmal nach diesen Kriterien überprüfen.

    Möglicherweise nutze ich diesen Gedanken auch für einen eigenen Artikel zum Thema „Achtsamer Umgang mit sozialen Neztwerken“.

    Viele Grüße und weiterhin viel Spaß beim Bloggen und Ihrem Podcast,
    Olaf Karwisch

  12. Sehr geehrter Herr Fetz,
    wie so oft im Leben ist weniger tatsächlich mehr. Die Viel-Ehe führt nicht automatisch zum Viel-Glück. Aber die Suche nach der Richtigen braucht Zeit und ist nicht frei von falschen Entscheidungen.

    Aber zurück zu Social Media. Ich finde es auch überflüssig, dass jeder Radiosender seine eigene Nachrichtenredaktion hat und alle dasselbe in unterschiedlichen Worten berichten. Aber das ist wohl der Preis der Freiheit. Das Gegenteil sieht man ja im Streit zwischen Google und China. Dann lieber doch die Qual der Wahl unter vielen Nachrichten- und Informationsquellen anstatt dass mir von einer Stelle vorgeschriebenen wird, was ich wissen darf.

    Diesen Selektionsprozess muss jeder einzelne machen. Und dabei muss man sich in der Kunst des Beschränkens üben. Studien zeigen, dass Menschen, die zwischen 22 Schokoladesorten wählen durften hinterher mit ihrer Tafel unzufriedener waren als Probanden, die nur zwischen sechs Schokoladesorten wählen konnten.

    Dass Sie öfters meinen Blog lesen, zeigt aber doch, dass Sie aus dem Überangebot gut wählen können. Dafür herzlichen Dank – auch für Ihren Kommentar.

  13. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    mit großem Interesse verfolge ich Ihre Artikel – gut recherchiert, informativ, hilfreich.

    Das Thema Social Media treibt mich um, weil ich im Moment den Eindruck habe, es überrollt mich (und nicht nur mich).
    Ich habe Accounts auf Twitter, in Facebook, myonid und und und. Von allen Seiten kommen E-Mails, Newsletter, Informationen, die ver- und bearbeitet werden wollen.
    Alleine das Wertvolle vom Wertlosen zu trennen kostet sehr viel Zeit, die dann folgende Recherche noch mehr. Diese Informationsflut gibt mir jeden Tag das Gefühl, etwas Wichtiges verpasst zu haben.

    Die Kommunikation über die sozialen Netzwerke ist, so mein Eindruck, sehr viel oberflächlicher und beliebiger als der Austausch per E-Mail, die Twitter-Mentalität verführt zur Reduzierung… Die Menge der möglichen Kontakte überfordert.

    Mein Erkenntnisstand zur Zeit: Weniger ist mehr.

    Liebe Grüße
    Uli Fetz

  14. Pingback: Praxis-Workshop Erfolg 2.0 Schritt 1: Zuhören und mitlesen | PR-Doktor. Das Kommunikationsblog

  15. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    das ist ein sehr hilfreicher Beitrag für alle Social-Media-Einsteiger.

    Haben Sie denn vielleicht Lust, auch bei unserer Interviewreihe über Social-Media-Erfahrungen mitzumachen? (Sie hatten ja bei dem Beitrag der @akquisefachfrau Martina Bloch kommentiert.)
    Das wäre bestimmt auch ein interessanter Beitrag, der viele unserer Blogleser inspirieren könnte.

    Ich würde mich sehr freuen.

    Viele Grüße
    Leonie Walter

  16. Zwei Dinge möchte ich hier gerne anbieten:

    1. ein Kölner Portal mit wissenschaftlichen Studien zum Thema, das in diesem Artikel angesprochen ist:

    http://www.brain-injection.com

    Man muss hier „Wissen und Forschung“ anklicken, dann im linken Menue „Download“ – nach der Registrierung gibt es Unersuchungen zum Social Web aus 2008 und 2009 als pdf-Datei.

    2. eine praktikable Sache, die ich selbst zu diesem Thema kürzlich angefertigt habe; denn als Ingenieur möchte man ja in die vielen Aktivitäten mehr Planung und Zuverlässigkeit bringen.
    Das ist vor allem für alle interessant, die mit Firefox arbeiten: ein ideales Wiedervorlagensystem, vollständig integriert z.B. immer wenn Sie im Browser sind über die rechte Maustaste, speziell für Web 2.0 – Aktivitäten. Das Programm heißt Reminderfox und hier ist meine Beschreibung. Es ging mir vor allem darum, den Planungsaufwand ergebnisorientiert zu gestalten – also z.B. keine Einmaltermin in dieser SW zu planen, dessen Stärke vor allem die Wiedervorlagen von regelmäßig wiederkehrenden Aktivitäten ist. [persönlich halte ich Reminderfox für eine Perle im Web):

    http://bit.ly/cLhHp1

  17. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ihr Blogartikel gefällt mir sehr gut! Sie fassen für den Start im Social Media Marketing alles Wichtige zusammen. Klasse!

    Wenn ich nach so einem tollen Beitrag dann die häufig erscheinenden Diskussionen über Zeitmangel lese, muss ich immer wieder schmunzeln, denn es kommt mir so vor, als hätten viele das gänzliche Potential noch nicht erkannt.

    Social Media Marketing ist nämlich weit mehr, als nur das Anziehen von Besuchern auf den eigenen Webauftritt. Sicherlich liegt hierbei das Hauptaugenmerk, doch nutzen viele nicht die geschickte Kombination, zwischen den genannten Traffic liefernden Portalen (Twitter, Facebook und YouTube) und dem Blog. Nur so kann man dann auch die Besucher davon überzeugen, dass man ein Experte auf seinem Gebiet ist.

    Und meiner Meinung nach ist dieses Marketing-Konzept, welches nicht nur Besucher anzieht, sondern diese auch gleich in Interessenten verwandelt, die beste Lösung, die es momentan im Internet gibt. Da frage ich mich doch nicht, wie viel Zeit es verwendet.

    Der Einsatz von gutem Social Media Marketing kann aber noch mehr. Denn wenn ich zum Beispiel einen Artikel auf meinem Blog veröffentliche und in Twitter und Co. darüber berichte, dann gewinne ich nicht nur neue Besucher und durch meine Fachartikel neue Interessenten und Kunden, sondern begeistere auch gleichzeitig meine bestehenden Interessenten und Kunden durch kostenlosen Mehrwert.

    Das heißt also: Richtiges Social Media Marketing = Neukundengewinn + Kundenbindung in höchster Qualität!

    Man kann übrigens nur staunen, welche Conversion Raten man erzeugen kann, wenn man vorqualifizierte Besucher durch das Einsetzen von Social Media Marketing hat…

    Ich habe eine kleine Präsentation über das geschickte Kombinieren von Web2.0-Portalen. Wenn Interesse besteht, freue ich mich: http://web20-traffic-system.de/

    Liebe Grüße,

    Mario Schneider

  18. Pingback: Roland Kopp-Wichmanns Tipps für Social Media

  19. Hallo Mitkommentatoren,

    wer mein Blog besucht wird festellen, dass ich auch zu denjenigen gehöre, die an eine große Rolle von Social Media in den kommenden Jahren glauben und daran arbeitet, Skeptiker und Unwissende von den Vorteilen zu überzeugen. Nur dürfen wir unsere Ansichten nicht einfach auf die große Mehrheit übertragen und das gleiche Entwicklungstempo erwarten.

    Durch Gespräche mit KMU und Handwerk weiß ich einfach, dass viele einfach nicht die Zeit haben, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, denn selbtverständlich hat die Auftragsabwicklung und Generierung von Umsatz Vorrang vor einem zunächst noch unbekannten Terrain.

    Schönen Abend,
    JCR

  20. Nun, das ist ja wieder ein bedeutendes Thema. Gut kann ich mich noch erinnern, wie meine Interessenten Anfang der 1980er noch darüber debattierten, ob man wirklich anstatt auf dem Zeichenbrett nun am Bildschirm konstruieren und zeichnen solle. Mir war klar, dass es da keiner Diskussion bedarf.
    Fünf Jahre später bereits waren 2D und 3D CAD/CAM Standard auch in der deutschen Industrie. Vielmehr noch haben die CA-Techniken Einzug in sehr vielen Anwendungsbereichen gehalten, nahezu in alle Lebensbereiche. Und dieser Prozess setzt sich noch fort.

    In allen Gebieten der Thematik Ihres Artikels ist es ganz genau so. Es werden alle Ebenen, Instrumente und Methoden des klassischen Marketing davon durchdrungen. Als erstes hatte sich schon vor vielen Jahren die Marktforschung des hohen Interaktionsgrades von Internet und Social-Web bedient.

    Wirklich keine Ecke unseres Lebens wird davon unberührt bleiben. Auf jeden Fall gelten ja die klassischen Grundlagen des Marketing weiterhin. Jedoch werden diese durch die neuen Interaktionsansätze im Netz umgekrempelt. Neue Techniken kommen laufend (aus USA) und erschließen weitere Möglichkeiten.

    So entdeckte ich kürzlich bei einer Recherche eine Riege neuer Anbieter, die noch mehr Interaktion mit Kunden bieten, durch das Öffnen von Chat-Fenstern an jeder beliebigen Stelle einer Internet-Präsenz wie Blog, Site oder Shop. Techniken und Schnelligkeit fordern Qualität und Zuverlässigkeit der Anbieter.

    Und es ist wirklich nicht so, dass man im Marketing nicht weiß, dass es nicht nur auf Massen an Kontakten und Traffic ankommt. Wenn man z.B. eine kleinere Anzahl Fach-Distributoren sucht, dann ist nicht der Traffic entscheidend, sondern die Qualität der Kontakte, aus denen die Kooperationen gebildet werden können.

    Auf jeden Fall aber geht alles viel schneller. Durch die Suchfunktionen, die im obigen Artikel angesprochen wurden, hat man rasch kompetente Verknüpfungen, die man dann aber oft auf konventionelle Weise zu pflegen hat. Aber alle finden schneller zusammen. Das gilt auch für die Industrie. Und getwittert wurde doch schon immer.

    Denn was ist es denn anderes, wenn der Kunde beim Mittagessen erzählt: “Meine Frau singt im Chor und ich spiele Trompete und wir mögen beide Bach.” Kürzlich stellte ich fest, wie ich die Resonanz eines Regional-Radios aus Den Hag genoss, als ich Youtube-Clips von Dylan, Denver und Don Williams tweetete.

    Persönlich glaube ich, dass ganz besonders innovative, ernsthafte und kreative Menschen vom Web 2.0 profitieren. Unterstützende Kontakte sind besser und schneller zu finden und zu pflegen. So entdeckt man mal leichter eine Agentur für Forschungsförderung, Tipps für Stipendien, Ermutigung und konstruktive Kritik…

    Bei diesen unbegrenzten Möglichkeiten ist es auch immer wichtig, zu entscheiden, was man nicht machen muss, will oder sollte. Sich zu konzentrieren ist wichtig. Und das war ja auch ein Hauptanliegen von Rolands Artikel. Auf Grund meiner Erfahrung im IT-Bereich seit Anfang 1980 bin ich auch sicher, dass sich für Psychologen hier ein neues Betätigungsfeld ergibt; denn mancher ist vom vielen Internet schon ziemlich überdreht. Und diese Überdrehtheit trägt ja nicht zur Lebensqualität bei.

    Seit vierzig Jahren sprechen wir vom Mix der Marketing- Instrumente. Und klassisches Marketing- Know-How zählt weiter und differenziert sich weiter aus. Offline- Kommunikation behält auf jeden Fall seine Bedeutung. In manchem ist die gute alte Post einfach besser. Und nicht zuletzt kann sich hinter einem DSL-Anschluss auch keine mangelnde Persönlichkeitsentwicklung verbergen, aber mit vielleicht noch besser entwickeln. Dieses Blog ist ein super Beispiel dafür. Hoffentlich bekomme ich mein neu begonnenes Blog, wo es um Angewandte Mineralogie gehen soll, technisch auch bald auf diesen Stand.

    Einen schönen Sonntag, viel Freude und Gelassenheit im Sozialen Netz,

    Karl Hinkel, Köln

    P.S.: ein Mitkommentator sprach von Handwerkern und Zeitmangel. Ich bin ganz sicher, dass es umgekehrt kommt: Auch, vielleicht besonders Kleingewerbe usw. werden ihre gesamte Kundenkommunikation bis hin zur Auftragsabwicklung über Internet erledigen. Dem Selbständigen bieten sich sehr gute Möglichkeiten, die Pipeline aufzufüllen mit Interessenten für Folgeaufträge.
    Alles wird so selbstverständlich wie das Handy in jeder Jackentasche.

  21. Hallo JCR,

    ich stimme ihnen zu, dass es sinnvoll ist mit einem Dienst oder Netzwerk zu beginnen. Nicht zustimmen kann ich ihnen dabei, was das Thema Zeit oder Ressourcen betrifft. Schon mit nur 30 Minuten pro Tag kann ich einiges in den sozialen Medien erreichen.

    In meinen Vorträgen zum Thema Social Media höre ich das Zeitargument genauso häufig wie das Hype-Argument oder das Kosten-Argument.

    Meine Frage lautet dann immer:

    Wie viel Zeit investieren Sie denn in ihre anderen Marketing-Aktivitäten und was kommt als Ergebnis heraus?

    Häufig ist die Antwort dann das es schon Aktivitäten gibt, aber Sie leider nicht den gewünschten Erfolg bringen. Ok und was hält Sie dann davon ab, diese Zeit in Social Media zu investieren?

    Denn eins ist klar aufzuhalten ist der Social Media Express nicht mehr! Gestern habe auf der Didacta in einem Vortrag gehört, dass sich die Mitgliederzahl von Facebook der 500 Millionen Grenze nähert…

    Gruß Mario Carla

  22. Hallo,
    auch wenn ich den Hintergrund des Artikels voll unterstütze, glaube ich jedoch nicht, dass gerade KMU oder Handwerker viele von denen umsetzen werden, denn es fehlen schlichtweg die (personellen und zeitlichen) Ressourcen. Um überhaupt mit Social Media in Kontakt zu kommen, bedarf es entweder eines persönlichen Interesses oder viel Überzeugungsarbeit.

    Wichtig wäre meiner Meinung nach, zu Beginn zunächst einen Kanal (Twitter, Facebook, Foursquare) sinnvoll zu erkunden und zu bespielen. Dann ist es in der Tat sinnvoll zu schauen, was die Konkurrenz macht und die eigene Zielgruppe am besten erreicht werden kann.

    Gruß,
    JCR

  23. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    wieder mal ein sehr gehaltvoller und informativer Artikel. Wie Sie schon sagen: Man ist nie zu alt um loszulegen.

    Ich kann nur immer wieder das Motto Zuhören – Antworten – Mitmachen nennen, das für mich sehr schön zusammenfasst, was Social Media ausmacht.

    Viele Grüße aus der Vulkaneifel

    Mario Carla

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *