Was Sie nicht zugeben, können Sie nicht ändern.

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Emotionale Intelligenz / Persönlichkeit

Über den klugen Umgang mit Ängsten.

Letzte Woche volle Tage in meiner Praxis. Eine Erkenntnis, die sich durch die Tage zog, war, dass manche Menschen etwas Offensichtliches leugnen, um sich selbst nicht mit einer unangenehmen Wahrheit zu konfrontieren.

  • Ein Ehepaar, bei dem die Frau auf die detaillierten Beschwerden Ihres Mannes stereotyp mit dem Kopf schüttelte und hinterher ihre Version darstellte. Teilweise konnte man sich nicht einigen, wie lange ein Urlaub letztes Jahr war (zwei oder drei Wochen).
  • Eine Mann mit starken psychosomatischen Beschwerden, wurde bis zu seinem 16. Lebensjahr von seinem Vater regelmäßig geschlagen und hält daran fest, dass er sich das wahrscheinlich alles einbildet.
  • Eine Führungskraft beklagt sich bitter im Coaching , dass sie in vier Jahren bei drei Firmen nicht die  Probezeit überstand. Man habe ihn völlig falsch eingeschätzt und ihm keine Zeit gegeben, seine Fähigkeiten zu zeigen.
  • Eine Klientin mit Panikattacken, erfolgreiche Abteilungsleiterin, die sich jedoch gegenüber Kunden und Mitarbeitern minderwertig fühlt, weil sie nicht studiert hat. Eine Bereichsleiterin will wissen, warum sie bei ihren Ausführungen in Meetings immer sofort von Männern unterbrochen werde. Da zeigten sich doch die männlichen Seilschaften und eine Frauenquote würde daran nichts ändern.
  • Dazu passt auch: Ein ehemaliger Verteidigungsminister, der damals zurück trat, erklärt im Untersuchungsausschuss, er habe – im Nachhinein betrachtet – alles richtig gemacht.

Bei all diesen Beispielen spielen psychische Abwehrmechanismen eine wichtige Rolle, wie ich sie in einem früheren Beitrag ausführlich beschrieben habe. Abwehrmechanismen sind ein Versuch der Selbststeuerung und Gefühlsregulierung. Sie werden in reifere (z. B. Verdrängung) und unreifere (z. B. Spaltung) unterteilt. Jeder von uns bedient sich ihrer öfters, denn sie sind die Voraussetzung zur Bewältigung unbewusster psychischer Konflikte.

Ziel einer Veränderungsarbeit ist jedoch, solche inneren Konflikte durch eine bewusstere Problembewältigung bzw. Konfliktverarbeitung zu lösen, denn Abwehrmechanismen lösen den inneren Konflikt nicht, sondern – wie der Name sagt – sie wehren ihn ab. Die Arbeit an diesen Widerständen, mit denen der Klient sich schützt, ist anstrengend – für beide Seiten. Wichtig auf meiner Seite ist dabei eine akzeptierende Haltung. Jeder Druck durch heftiges Überzeugen-Wollen oder indirekter durch offenes oder verstecktes Abwerten des anderen sind kontraproduktiv. Psychotherapie oder Coaching sind ja keine moderne Besserungsanstalt. Sondern beides ist vor allem ein freier Raum, wo jemand alles berichten kann, was ihn plagt und sicher sein kann, dass ich es mir nur anhöre. Auch nicht zu verändern suche.

Diese Haltung des Nicht-Verändern-Wollens ist zentral. Denn der Klient kommt ja meistens mit dem Wunsch des Veränderns. Ich soll diese Angst wegmachen. Er will diese schrecklichen Gefühle loswerden. Doch Psychotherapie oder Coaching folgt nicht dem medizinischen Modell der Veränderung. Der Arzt kann etwas herausschneiden, wegoperieren, behandeln.

Im seelischen Bereich, wenn ich mal die medikamentöse Behandlung ausklammere, die zuweilen notwendig ist, geht es um das Aufdecken, Verstehen und Verarbeiten von inneren Konflikten. Jedes Verhalten macht da erst mal Sinn, wenn es auch dem Betreffenden völlig sinnlos erscheint. Auch „unsinnige“ Verhaltensweisen können als sinnvolle Strategien betrachtet werden, die einmal notwendig für das eigene physische und psychische Überleben waren. Herauszufinden ist nun, wann und wo diese Strategie einmal sinnvoll war und warum der Klient heute noch so krampfhaft daran festhält.

Meist geht es dabei heute um das Selbstbild, also das Bild, das wir wollen, dass uns andere so sehen. Das soll natürlich möglichst gut und fleckenlos sein. Doch alle Menschen haben Fehler, böse oder schlechte Seiten. Und jetzt kommt die Überschrift dieses Beitrags ins Spiel. Wenn andere mir etwas sagen, was ich mit meinem Selbstbild nicht vereinen kann oder will, muss ich es abwehren.

Das ist menschlich, führt aber nicht weiter. Was Sie nicht zugeben, können Sie nicht ändern. Und vor allem den anderen überzeugen Sie damit selten, wenn Sie das Unangenehme verdrängen, leugnen oder woanders hin projizieren.

Wie können Sie nun konkret etwas verändern?

Nach meiner Erfahrung ist es notwendig, die Angst dahinter und den zugrunde liegenden Konflikt kennenzulernen. Das ist wie gesagt, nicht leicht, denn der Betreffende wird meist erst einmal vehement abstreiten, dass a) das Ganze etwas mit ihm zu  tun hat, b) er überhaupt eine Angst hat und c) es da einen Konflikt gibt. Gutes Zureden, vernünftige Argumente etc. sind nutzlos. Der andere wird gute Gegenargumente, wortreiche Erklärungen bieten, wütend werden oder resignierend verstummen.


Deshalb halte ich viel von Experimenten, mit denen derjenige etwas bei sich untersuchen kann. Das Experiment ist manchmal nur ein Satz, den ich denjenigen bitte, zu sagen – aber in Achtsamkeit (wie in meinem Buch ausführlich beschrieben). Manchmal lasse ich mir aber auch Experimente einfallen, die der Klient in der Realität ausführen soll. Dabei ist schon das Nennen des Experiments so aufregend, dass der Mensch merkt, dass das Gesagte den inneren Konflikt berührt.

Bezogen auf einiger der obigen Beispiele sieht das so aus:

  • Den Mann, der bei den Schilderungen seiner Frau immer mit dem Kopf schüttelte, fragte ich: „Angenommen, nur mal angenommen, Ihre Frau hätte mit nur zwanzig Prozent ihrer Aussagen Recht – was würde das für Sie bedeuten?“
    Der Mann dachte kurz nach und antwortete: „Das würde bedeuten, dass ich ein schlechter Ehemann wäre und sie nicht liebte – und beides stimmt nicht.“
    Schwupps, da war der innere Konflikt auf dem Tisch. Und ihm wurde etwas klarer, warum er sich die Kritik seiner Frau nicht in Ruhe anhören, sondern vehement abwehren musste.
  • Die dreimal in der Probezeit gekündigte Führungskraft fragte ich: „Können Sie sich vorstellen, dass das auch etwas mit Ihnen zu tun haben könnte?“ Der Mann verneinte heftig und verwies stattdessen auf seine erstklassigen Ausbildungen und Diplome. Als ich etwas provokativ sagte, dass die drei Firmen also einen kapitalen Fehler gemacht hätten und seine überragenden Fähigkeiten nicht erkannten und das sicher mal bereuen würden, antwortete er erleichtert: „Genauso ist es!“
    Manche Menschen ziehen eben das Träumen und Rechthaben vor anstatt dem Feedback anderer Menschen eine Chance zu geben. Ich erzähle dann manchmal die Fabel vom dem Affen im Zoo, der träumte, dass er ein mächtiger Löwe sei und sich auch so verhielt. Lief, guckte und brüllte wie ein Löwe. Dumm nur, dass ihm die Zoobesucher immer nur Bananen und Erdnüsse gaben.
  • Dem Mann, der seine Prügelerinnerungen für Hirngespinste hielt, schlug ich vor, sich jeden Tag nur eine Minute vorzustellen, dass sein Vater das tatsächlich getan haben könnte. Der Klient ließ sich darauf ein und kam ziemlich verstört zur nächsten Sitzung. Ihm war klar geworden, wie viel Angst er noch hatte, dass der Vater, der mittlerweile 85 Jahre alt war und in einem Pflegeheim lebte, zurückkommen könnte. Er spürte aber auch, welche ungeheure Wut tief unten in ihm selbst schlummerte und noch nicht heraus durfte.
  • Bei der Klientin, die ihren Selbstwert von einem Studium abhängig machte, kam mir eine völlig verrückte Idee, die ich ich verriet: „Ich stelle mir gerade vor, Sie würden ab morgen einen Button tragen auf dem steht: ‚Ich habe nicht studiert‘.“ Zu meiner Verblüffung fing die Frau zu lachen an prustete: „Das mach ich!“ Nach einer Weile zögerte sie: „Und wenn mich jemand fragt, was das soll?“ Dann empfahl ich, sie solle sagen, dass es einfach ein Experiment wäre.
  • Wenn Sie Ihren eigenen inneren Konflikten auf die Spur kommen wollen, kann ich meine Persönlichkeitsseminare empfehlen. Die sind ziemlich intensiv aber wirken nachhaltig, wie Sie aus den Kommentaren hier lesen können.

Wozu brauchen wir Heilige?

Im öffentlichen Leben sieht man das Vertuschen und Verbergen ja allenthalben. Egal ob in der Politik oder im Wirtschaftsleben, es wird gelogen, getäuscht, geschmiert … Sicher fallen Ihnen ein paar Beispiele aus der letzten Zeit ein. Manchmal passiert auch etwas Unerwartetes. Jemand gibt ein Fehlverhalten zu und zieht daraus die Konsequenzen.

Wie jüngst Margot Käßmann, die nachdem sie betrunken Auto fuhr, erwischt wurde und von ihren Ämtern als EKD-Ratsvorsitzende und Landesbischöfin zurück trat. Ich verstehe den Schritt aber ich finde ihn trotzdem nicht gut. Mir persönlich wäre ein hoher kirchlicher Würdenträger, der „nicht nur sein Gewissen erforscht“ sondern mal einen Fehler zugibt und im Amt bleibt, lieber.

Die Argumente im Fall Käßmann waren, sie könnte künftig keine Kritik mehr an gesellschaftlichen Mißständen üben, weil jeder Lokalreporter sie dann auf ihr eigenes Fehlverhalten verweisen würde. Wieso eigentlich? Warum ist es in einer demokratischen, sich aufgeklärt gebenden Gesellschaft scheinbar unmöglich, Fehler, die niemandem geschadet haben, zu machen, sie zuzugeben, daraus zu lernen und weiter sein Amt auszuüben?

Der Grund liegt in uns. Wir brauchen  Heilige. Menschen, die wir anbeten und idealisieren können, jedenfalls eine Zeit lang. Bis sie eben einen Fehler machen. Und dann stoßen wir sie erbarmungslos vom Thron und empören uns. Und das Spiel beginnt von Neuem.

Halten wir wirklich so wenige Ambivalenzen aus? Jeder von uns hat doch dunkle Seiten. Wer ist noch nicht angesäuselt Auto gefahren? Hat bei der Steuererklärung geschummelt? Etwas zum Schaden seiner Firma getan? Aber von „denen da oben“ fordern wir moralische Reinheit und makelloses Verhalten. Ich halte das für ein unerwachsenes, kindisches Verhalten. Als Kinder idealisieren wir auch unsere Eltern, bis wir dann mit der Zeit merken, dass es eben auch nur Menschen mit Stärken und Schwächen sind. Sinken Sie dann in unserer Achtung? Ja, ein Stück, aber das ist notwendig und hoffentlich eine gute Lehre fürs Leben.

„Was Sie nicht zugeben, können Sie nicht ändern“, lautet die Hypothese dieses Beitrags. Weil wir vorhin bei den kirchlichen Würdenträgern waren und dass deren angebliche Makellosigkeit auch Teil eines Systems ist, dass die Menschen eben in gute und böse Individuen aufteilt. Dass das mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat, zeigen ja die aktuellen Mißbrauchsfälle in kirchlichen und pädagogischen Einrichtungen. Diese Fälle sind ja auch nur so lange möglich, weil ganz viele wegschauen. Weil es in das persönliche Weltbild von einem Direktor, einem Priester usw. nicht passt, dass diese eben nicht nur gut sind.

Hier kommt ein Experiment zu dem Thema, das Sie mal selbst ausprobieren können. Streng katholisch Gläubige will ich vorher aber auffordern, jetzt, diese Website zu schließen und nicht weiterzulesen. Ich möchte Ihre religiösen Gefühle nicht verletzen und das meine ich ernst. Ebenso möchte ich Leute warnen, die den Teufel immer noch in der Hölle verorten und es nicht aushalten, „teuflische“ also vor allem böse, aggressive oder sexuelle Seiten in sich anzuerkennen. Am besten, Sie schauen sich dieses Video und verlassen dann diesen Blog:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=m7t0hyzAfYw[/youtube]

Also, hier kommt das Experiment.

Stellen Sie sich vor, der Papst würde in der kommenden Osteransprache statt des Segens „Urbi et orbi“ in verschiedenen Sprachen, den ja nun jeder zur Genüge kennt und der doch wenigen wirklich nützt, Folgendes sagen: „Zum Schluss noch etwas Persönliches. Ich habe lange damit gerungen, ob ich Euch, meinen Gläubigen, das Folgende zumuten kann. Auch habe ich mein Gewissen gründlichst erforscht und herausgekommen dabei ist, dass es tatsächlich stimmt – manchmal onaniere ich.“

Was passiert in Ihnen, wenn Sie das lesen?
Das Experiment ist ja nur für Sie bestimmt. Sie sollen dabei etwas über sich herausfinden.

Also mir ginge es so. Im ersten Moment wäre ich schockiert. Und dann – plötzlich würde mir Herr Benedikt sympathisch werden, ganz ehrlich. Ich würde denken: Wowww, ein Mensch! Da könnte er noch so viele farbige Kleidchen und Käppis tragen, ich würde denken, das ist ein Mann- und kein Papstdarsteller. Das ist ein Mann, der Mut hat und zu seiner Sache steht.

Okay, Ende der Utopie. Aber die spannende Überlegung ist doch, warum wird das nie geschehen? Weil der Papst sowas nicht macht oder weil all die katholischen Gläubigen glauben wollen, dass er sowas nicht macht. Würden noch mehr aus der Kirche austreten? Oder würden vielleicht auch Leute wieder eintreten?

Zurück zu Ihnen. Ängste löst man nicht auf, indem man sie ignoriert, mit Alkohol oder Medikamenten betäubt, sondern indem man sich ihnen stellt. Sie erst einmal vor sich selbst zugibt. Das erfordert eine Menge Mut. Ich weiß, wovon ich spreche, denn in meiner zehnjährigen Psychoanalyse bin ich vielen meiner Ängste begegnet.

Die gute Nachricht ist: es ist wie mit dem Gespenst im Schrank. Solange Sie den Schrank nicht aufmachen, erschrecken Sie bei jedem Geräusch. Gibt es es mal kein Geräusch im Zimmer, beruhigt Sie das aber auch nicht, ganz im Gegenteil. Es hilft nur eins: hingehen und die Schranktür aufmachen. Die gute Nachricht: fast nie ist wirklich ein Gespenst drin.

kommentar Wovor haben Sie Angst? Und wie gehen Sie damit um?
Schreiben Sie mir hier, gerne auch anonym. Ich antworte Ihnen?

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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

22 Kommentare

  1. Versuchen Sie mal, mit Hilfe einer guten Psychotherapie Ihren perfektionistischen Anspruch in den Griff zu bekommen. Das würde doch schon viel verändern.

  2. Allegra Wieking sagt

    Hallo,

    Ich bin mir bewusst wovor ich Angst habe. Weiss jedoch nicht wie Ich sie los werde. Ich habe einen sehr stressigen Job mit wenig verstaendnissvollen Chefen(circa 9). Ich habe Angst vor dem Fehler machen,Angst davor dass meine Chefs denken koennten: Boah ne nicht die. Die brauche ich nicht. Ich traue mich auch nie zuzugeben wenn ich gerade etwas nicht weiss oder halt einen Fehler begangen habe. Ich weiss dass es schlimmer ist nichts zu sagen aber ich bin leider sehr perfektionistisch. Ich verurteile mich tagelang fuer die kleinsten Fehler und setzte mich stark unter Druck dass ich mir keine Fehler erlauben darf. Die Reaktion auf gemachte Fehler oder allgemeine Rueckfragen war immer genervt oder wuetend. Ich bin uebrigens Azubi im ersten Lehrjahr in meinem Job. In meiner Schulzeit hatte ich solche Probleme nicht.

    Mit freundlichen Gruessen

  3. Ich kann meine Fehler gut zugeben. Ich habe binnen eines Jahres zweimal meinen Führerschein neu beantragen müssen, weil ich ihn verloren habe. Keine Ahnung was damit passiert ist, oder ich habe auch schon CD’s von der Stadtbibliothek verbummelt. Die habe ich dann sofort ersetzt und damit war der Fall für mich dann ausgestanden. Ich bin auch immer offen und ehrlich zu den Bibliotheksmitarbeitern hingegangen und habe es denen gesagt. Je früher man es sagt, desto besser ist das. Weil es für mich auch kein Problem ist, schreibe ich es in meinem Internetblog auf (keine Sorge, ich schreibe auch viel positives).

    Ich denke, wir leben in einer Zeit, wo man Fehler nicht gerne zu gibt. Selbst befreit das Schreiben und es ist auch gut so. Von meiner ersten Firma weiß ich aber, dass ich heraus gefunden habe, dass manche gemeint haben, dass ich nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte, weil ich solche Sachen aufschreibe. Ich will nur mit dem Aufschreiben erreichen, dass man sieht, dass andere auch Fehler machen und das dies ganz normal ist. Dadurch dass viele ihre Schwächen und Ängste gekonnt verbergen, denke ich oft dann wieder warum kann ich das nicht, wenn es andere (angeblich) können und gerate dadurch in Selbstzweifel. Nur ganz selten kommen auch so Sätze: „Geht mir genauso“ und dann fühle ich mich wieder besser. Viele vertuschen ihre Probleme und Ängste und wollen sich immer als starke Personen darstellen und viele können sich auch so gut verstellen, dass ich das nicht merke. Besonders schlimm empfinde ich das immer auf der Arbeit. Die Arbeitsstelle ist ein Ort, wo sich Fehler besonders gut verbergen lassen können, vorallem von sehr langjährigen Mitarbeitern.

    Wenn als Neuling ankommt, wird gefühlt jede Sache, die noch nicht so gut verläuft, erst einmal strafend angesehen. Man genießt noch den Anfängerschutz, aber der ist in den meisten Firmen noch zwei oder drei Wochen schon verbraucht, weil dann die Meinung von vielen ist, der muss das jetzt aber können. Wenn man aber in drei Wochen in sechs verschiedene Tätigkeiten eingearbeitet wird und davon einige relativ erst gut kann und sich überhaupt noch nicht sicher ist, wie kann man dann gut werden?

    Ja, dann wird immer gesagt: „Man soll fragen!“. Nein, man muss fragen (mir sagte einmal eine Chefin, warum ich nach 15 Minuten durchblättern eines sehr dicken Ordners immer noch nichts fragen würde, das wäre sehr erstaunlich für sie). Das ist ein Befehl, kein Möglichkeit. Dabei bin ich auch ein Typ, wenn ich schon mit etwas Erfahrung habe, vom Privaten oder wo anders gelernt habe, dass ich einbißchen knobele, ausprobiere, im Internet nach einer Lösung recherchiere. Aber wenn nicht fragt, dann ist das schon ein Fehler. Und oft wenn ich fragen möchte, überkommt mir die Angst, ob das nun richtig ist oder doch blödsinnig?

    Ich bin durch die Erkrankung meiner Mutter damals an MS Jahrzehnte gewöhnt, das meiste selbstständig zu erledigt. Und ich hatte das Glück 14 Jahre in einem Unternehmen gearbeitet zu haben, wo ich einerseits immer fragen konnte, dann hat man mir nie das Gefühl gegeben, es wäre störend, und wo ich auch mal in Ruhe nach einer Lösung knobeln konnte.

    In den letzten beiden Unternehmen war eine ganz andere Unternehmenskultur, so dass ich von meinem Selbstbewusstsein, das ich wirklich nach 14 Jahren in diesem Unternehmen aufgebaut habe, wo ich 8 Jahre in Eigenregie die firmeneigene Bibliothek geführt habe (innerhalb einer Abteilung), wo ich immer mit Höchstnoten betitelt wurde, nicht mehr so viel übrig ist.

    Natürlich reflektiere ich auch nach dem Ausscheiden aus der letzten Firma, wo ich viel mehr gemacht habe, als in der Aufgabenstellung aus der Stellenanzeige, wo da meine Fehler lagen. Ich weiß auch, dass ich von der eigentlichen Aufgabe abgewichen bin, aber das geschah nach meinem Verständnis auf Akzeptanz des Chefs (hatte ich geglaubt) und der Kollegen. Eigentlich sollte ich nur Artikel in die Datenbank einfügen und einbißchen den Kundensupport machen. Ich hatte aber ein Faible für das Zeichnen entwickelt, sollte eigentlich nur eine Nebenaufgabe sein, und ich habe Texte für die eigene Firmenwebseite von Deutsche ins Französische und Niederländische übersetzt. Das hat mir großen Spaß gemacht, so dass ich geglaubt habe, dass ich das so weiter machen könne, aber der Chef war auf einmal anderer Meinung und besann sich nach zwei Monaten auf die Stellenanzeige und hat mich entlassen. Der Chef hat zur gleichen Zeit mit mir noch eine andere Person eingestellt, die diese Aufgaben dann mehr übernommen hatte und es gab einen Azubi, der das auch machte. Wir drei sollten uns intern absprechen, weil der Chef wollte uns nicht reinreden, wer was zur Hauptaufgabe machen sollte. Und ich habe mich für das Zeichnen entschieden.

    Ich habe es auch dem Chef gesagt, dass ich für das Zeichnen eher ein Faible hätte. Wie der Kollege, der mit die Kündigung übergab, war das mein Fehler, denn ich hätte es dem Chef niemals sagen dürfen (aber woher soll man das nach ein Monat wissen, was man diesem Chef sagen dürfen und was nicht). Ich bin es nämlich gewöhnt, je früher man es jemanden sagt, desto besser ist das.

    Vielleicht ist das mein Fehler, es immer etwas zu schnell zu sagen. Mein Chef hat mich ohne mich vorher darüber zu informieren entlassen, aber er hat es nicht persönlich gemacht, sondern hat es seinem Stellvertreter delegiert.

  4. Inge sagt

    Danke Herr Kopp-Wichmann für Ihre Antwort.

    Hallo Frau Hübner,

    ich kann mich sehr gut in Ihre Situation hineinversetzen. Einige Dinge kommen mir sehr bekannt vor. Ich bin auch vor einem halben Jahr in eine Wohnung im Haus gegenüber meinen Eltern gezogen und gerade wieder ausgezogen da es unter anderem alte Konflikte hervorrief. Ich fühlte mich auch v meinem Vater nie beschützt und meine Mutter verrat mich bzw uns drei Schwestern öfters bei ihm. Missbrauch spielt in unserer Familie eine große Rolle, weil mein Onkel seine Kinder missbrauchte und sich auch meine beiden schwestern näherte… Zudem war mein Vater psychisch uns gegenüber gewalttätig. Meine Mutter eifert auch auf uns. Das ist mir erst später richtig aufgefallen. Ich bin 33 fühle mich nach der Geschichte jt auch total fertig und bin auch arbeitslos. Dazu komme ich mir total wie das schwarze Schaf vor das Ruhe geben soll, denn es will ja sowieso keiner was zugeben und mir somit die Möglichkeit geben etwas aufzuarbeiten od zu klären. Ich fühle mich auch total isoliert. Ich denke ja wenn man emotional stärker als der Rest der Familie ist hat mans schwer… LG Inge

  5. Hallo Inge,
    Ihr Vertrauen wurde offensichtlich schwer mißbraucht. Es ist an den anderen, dieses verloren gegangene Vertrauen wieder herzustellen. Wenn die beiden das nicht und oder wollen, liegt es an Ihnen, Konsequenzen zu ziehen.
    Bei einer On/Off-Beziehung ist aber das Vertrauen bzw. das gegenseitige Sicheinlassen wohl das Hauptproblem. Bei beiden Beteiligten.

    Danke für Ihren Kommentar.

  6. Hübner sagt

    Hallo,
    wenn andere nicht zugeben können,bleibt der Fehler bei mir,bin ich schuld.Besonders in der Familie hat das für mich schmerzliche Folgen.Ich bin die,die wütend macht -also die Rolle des unangepassten schwarzen Schafes.Im laufe meines 50jährigen Lebens habe ich in Beziehungen diese Konflikte unbewusst ausgelebt und dadurch mein „nicht richtig zu sein“manifestiert.Ich brannte aus und ich erkannte die Mechanismen.Damit bin ich jetzt in einem Zustand,dass ich weder arbeiten noch wirkliche Lebensfreude empfinden kann.Ich fühle mich isoliert und verurteilt.Meine Geschwister,mein Vater sind freundlich zu mir aber bestimmt in der Hinsicht,dass ich mein „Verrücktsein“meinen“Schmerz“mit mir klären soll.Sie wollen nichts hören.Die Vorgehensweise ,Lügen meiner 7 Jahre älteren Schwester werden vertuscht.Sie gibt mir Mitleid und Ablehnung wenn ich direkte Konflikte anspreche.Sie tut es ab mit :mir war eben so und akzeptiere.Sie ist Lehrerin.
    Ihr Beitrag mit dem Papst hat mich zum Lachen gebracht-ja-die meisten Menschen brauchen „Heilige“zur Rechtvertigung.Aber alles ist Menschenwerk und Mensch ist nicht heilig-sondern Mensch.
    Meine Mutter hatte eine Kindheit in Armut.Sie wurde als Baby ausgesetzt und wuchs dann bei einer kranken einsamen Frau auf,wo sie auch sexuell von einem angenommenen Bruder missbraucht wurde usw.Jetzt weiß ich,dass sie auf mich all ihren Hass auf ihre richtige Mutter usw.auf mich projezierte.Ich wurde gut versorgt aber ich sei schon als Wutkanone geboren worden und hätte sie immer abgelehnt.ich mache sie verrückt und alle anderen.Dabei war ich ein fröhliches ,fantasievolles Kind .Selbstständig,Klassenbeste…mit vielen Interessen.Ich wurde mit Eifersucht und dem Unglück meiner Mutter belastet und meine Geschwister finden auch ,dass ich eben zu stark für meine Mutter war.ich solle mich damit abfinden und eben ruhig werden.Selbst Schuld.
    Mein Vater fand mich toll,so lange ich immer stark und seinem Bild entsprach.Ich war sein Liebling und so verstärkte sich auch die Eifersucht meiner Mutter.Ihn liebte ich abgöttisch und fühlte mich gleichzeitig verraten,da er mich niemals beschützte.
    Vor 12 Jahren brach dieser Konflikt auf.Ich baute mir am Haus meiner Eltern eine Eigentumswohnung .Diese Nähe ergab dann altbekannte Konflikte.Ich bin wieder weggezogen und lebe in einer Stadt in der Nähe.Etwas erhohlte ich mich.Versuchte es so stehen zu lassen.Brach die Beziehung nicht ab.Dann gab es eine Beziehung zu einem Mann,den meine Schwester für sich beanspruchte,dass ich aber auch nach Nachfragen von ihr nicht zu wissen bekam.Hier eskalierte dann Eifersucht ,Lüge auf allen Ebenen.
    Mittlerwiele musste ich meine Arbeit als Medizinprodukteberater/Krankenschwester aufgeben.Ich fühle mich isoliert und abgestempelt.

  7. Inge sagt

    Hallo,
    ich habe ein mächtiges Problem. Und zwar habe ich vor ein paar Monaten erfahren, dass mich mein Freund (wir haben eine on/off) Beziehung mit meiner Schwester, die gleichzeitig meine „beste Freundin“ war immer wieder einmal betrogen hat.

    Sie ist auch die Patentante unseres gemeinsamen Kindes gewesen. Unser Kind ist jetzt 18. Seit 16 Jahren ca. haben die Beiden mich hintergangen und belogen. Dazu kommt, dass meine Eltern auch davon wussten und nichts Konkretes sagten. Außer einmal eine Andeutung, die ich nicht ernst nahm, weil ich meiner Schwester zu 1000% vertraute.

    Jetzt hab ich das Problem, dass sie es zuerst zugegeben haben und dadurch das ich völlig ausgerastet bin, wieder abgestritten haben und jetzt dabei bleiben und zu mir sagen, ich habe und bilde mir das ein. Ich habe aber das Gefühl, dass ich es nicht verarbeiten kann, solange sie es nicht zugeben. V

    Vielleicht können sie mir einen Ratschlag geben wie ich mich den Beteiligten gegenüber verhalten soll.
    Vielen Dank im Voraus.

  8. Hallo Andrea,
    reden Sie mit Ihrem Freund. Offen, ehrlich ohne sich zu rechtfertigen. Sagen Sie ihm, dass es Ihnen schwer fällt, Fehler zuzugeben und dass Sie künftig darauf achten wollen. Ob Ihr Freund noch offen für Ihre Beziehung ist, merken Sie an seiner Reaktion. Er hat bestimmt auch „Fehler“.

    Danke für Ihren Beitrag.

  9. Andrea sagt

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,

    ich kann Fehler schwer zugeben, wie Sie geschrieben haben. Suche Ausreden, speziell in meiner Beziehung.Nach 2,5 Jahren hat mein Freund nun gestern mit mir schluss gemacht. Ich bin sehr traurig, weil ich es immer abgestritten habe, heute stelle ich mich hier erstmalig diesem Problem, und möchte unsere Beziehung retten. Ich hoffe, es ist nicht zu spät dafür. Ich habe meinen Freund auch manchmal sehr verletzt, indem ich ihm nach 2 Gläsern Wein vorwarf, dass er anderen Frauen zu nahe kommt. Dabei hat sich das nie bestätigt von Anderen. Dieser Grund trug auch zur Trennung bei. Noch wohnen wir zusammen. Was kann ich im ersten Schritt tun, ich möchte mit ihm drüber sprechen. Bitte helfen Sie mir. Herzliche Grüsse, Andrea

  10. Hallo Stephanie,
    sicher einer der mutigsten Kommentare auf diesem ganzen Megablog. Was Sie schildern ist gar nicht so besonders krumm. Im Gegenteil, wir alle spielen Theater. Aber etwas ganz besonders Schönes fällt mir zu Beginn Ihrer Ausführungen auf: wenn ich mit mir allein bin, dann bin ich ich usw.
    Also das ist nach meiner Erfahrung, jetzt über ein halbes Jahrhundert, das Entscheidende: eine echte Verbindung zum Selbst zu haben, diese zu spüren, genießen zu können…
    Es ist so leicht, sich abzulenken, so verbreitet, Vergnügen mit Glück zu verwechseln. Es ist so schwer, zu sich zu stehen. Und doch kann man das lernen. Man kann trainieren, täglich einen Funken Mut zu entwickeln und ein Stückchen Vertrauen.

    Die Angst ist wie ein Flächenbrand. Das nicht erst seit gestern. Fragt man aber jemanden, ist ist Antwort immer Verleugnung: „Ich habe keine Angst!“

    Vielleicht, liebe Stephanie, sind Sie gar nicht solch eine arge „Lügnerin“, sondern ein junger Mensch, der so früh sehr viel von sich erwartet. Und diese vielen Zeichen, dass man stets auf sich aufpassen muss, das ist doch gut.

    Seit dreißig Jahren steht das Vermächtnis von Antoine de Saint-Exupéry in meinem Bücherregal. Vor Wochen habe ich es in die Hand genommen, lese auf langen Zugfahrten immer wenige Seiten nur, und in den Pausen beim Wandern. Es ist wahr. Stephanie hat Recht. Es ist einfach klasse, echt zu sein, sein zu können. Es ist grandios, auf ein angstfreies Leben zuzusteuern. Und dann sieht man immer mehr Schönheit. Beispielsweise gehören die Worte von Saint-Ex dazu.
    Schönen Sonntag. Karl

  11. Hallo Stephanie,
    ich finde, Sie zu streng mit sich. Übertriebenes Ja-Sagen oder er Versuch, es allen Leuten recht zu machen, ist immer ein gelerntes Verhalten. Ein Verhalten, das meist in Kindheit und Jugend einem notwendig erschien, um mit den anderen zurecht zu kommen. Oft steckt auch eine Angst, sonst verlassen zu werden, dahinter.

    Ich glaube, dass eine gute Psychotherapie Ihnen dabei helfen könnte, sich aus den Fesseln des Ja-Sagens zu befreien. Jedenfalls besser als sich dauernd selbst die Schuld zu geben und sich zu verurteilen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  12. Stephanie sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich möchte ihnen auf die Frage antworten, wovor haben Sie Angst. Nun gut, ich habe Angst davor, anderen zu zeigen, wie ich wirklich bin.

    Kurze Erklärung: Als Kind, kann mich noch gut erinnern, war ich so wie ich bin. Ich machte was ICH wollte, auch dann wenn andere es nicht gut fanden. War selten traurig, im Gegenteil, ich war glücklich mit mir selbst. Das änderte sich mit der Zeit. Ja vor allem in der Pubertät. Ich wurde ein Ja-Sager. Also genau das Gegenteil von dem was ich sein will, weil ich so bin. Jeden Tag wache ich auf und habe Angst. Extreme Angstschübe teilweise.

    Angefangen hat alles mit ca. 11/12 Jahren, als ich bewusst rebellierte und gegen etwas ankämpfte. Heute bin ich 22 und muss mit Erschrecken feststellen, dass ich eine Lügnerin bin und das schmerzt sehr. In meinem Zimmer, bzw. in Bereichen wo mich NIEMAND sieht bin ich die, dich ich sein möchte. Doch sobald ich unter Menschen gehe, spiele ich mich runter, bin höflich usw. und möchte es gar nicht sein. Ich habe so Angst zu mir zu stehen, Angst ausgelacht zu werden, oder gar verstossen …. doch wie soll man ein Leben leben das lebenswert ist, wenn man lügt und jeden Tag Angst hat!!!???

    Ich mache das jetzt /bewusst/ seid 10 Jahren und bin am Ende mit meinen Thesen, anderen wären daran schuld … ich bin es … ich bin die, die lügt, eine Rolle spielt. Ich wurde der JASAGER aus Bestrafung der anderen, wenn ich so bin … also wollte ich gefallen …

    Ich entschied mich für ein Leben, dass ich nicht leben will, sondern für eins, dass ich dachte, ich müsste für andere leben …. welch Humbug.

    Letztendlich wollte ich ihnen bestätigen, dass das wozu man nicht steht, unüberwindbar bleibt.

    Der Gedanke, eine Lügnerin zu sein, aus Angst … treibt mich in den Wahnsinn … aber ich hab es zugelassen, zu denken, was ist wenn es so ist? Was ist dann? … Dann müsste ich mir sagen, all das was mir passierte, ist der Grund für meine Lügen … warum sollen andere zu mir stehen wenn ich es selbst nie getan habe und lieber gelogen habe? …

    Danke fürs Lesen ….

    Stephanie Fischbach

  13. Angststörungen und Depressionen können sehr vielschichtig sein. Haben oft auch etwas damit zu tun, dass Menschen, die stark ihr Selbstbild durch das Feedback anderer Menschen aufbauen, immer und immer wieder negatives Feedback bekommen, oder gar keins. Zudem fehlt es Ihnen an Sicherheit im Leben. Sie versuchen Ängste und Unsicherheiten zu vermeiden, bekommen aber durch die fehlende Anerkennung in zweifacher Hinsicht negative Selstreflexion: Einerseits fehlt die Anerkennung, um selbstsicherer alles TUN zu meistern, da dies fehlt verstärken sich die Ängste Fehler zu machen. Wer nun ein Problem mit Fehlern hat und zudem Ängste vermeiden möchte ist doppelt gestraft. Es kommt immer mehr dazu, dass immer weniger und weniger positives Feedback im Leben dieser Menschen vorherrscht. Die Ängste verstärken sich und die Unsicherheit in die eigene Person und alles TUn verstärken sich. Dies ist ein lanfristiger Prozess mit den unterschiedlichsten Folgen. Zudem spielen immer auch andere wichtige Werte und Motive eine Rolle, die nicht gelebt werden können, oder dürfen. Persönlichkeitsentwicklung und Potenziale fördern: Mehr zum Thema Reiss Profile und die 16 Lebensmotive in meinem Buch: Kraftquellen des Erfolgs bei Amazon: http://www.amazon.de/Kraftquellen-Erfolgs-Praxisbuch-wirklich-Lebensmotive/dp/3938396350/ref=pd_cp_b_3_img

  14. Karl Hinkel sagt

    „Auch ein Furz, den du unter Wasser lässt, steigt nach oben“, fand ich gerade bei einem neuen Follower. Meine Großmutter hatte ein tägliches Sprichwort, weil sie an einem Dauerproblem schier verzweifelte. Sie sagte täglich und schaute dabei aus dem Küchenfenster hinaus ins südwestfälische Abenteuerdorf: „Die Sonne bringt es an den Tag!“ Tag für Tag verging, die Sonne schien schon so lange und eine Klärung war nicht in Sicht. „Die Wahrheit wird euch frei machen!“ sagt das Buch der Bücher. Das glaubt wohl kaum noch jemand. Zumindest ist es nur individuell machbar, ein sehr eigener Weg. Am meisten Stress haben die, die glauben, dass man wirklich nicht lübgen darf. „Mann, bist du naiv!“, sagten Kollegen und Vorgesetzte. Recht hatten sie alle. Da glaubte ich doch wirklich, was meine Großmutter gepredigt hatte, dass es sich nicht lohnt, dass die Sonne sowieso…
    Irgendwie bin ich immer noch durchgängig damit beschäftigt, wie man Klärungen herbeiführt…

    hier noch der Link für Apture 2.0

    http://www.youtube.com/watch?v=uFn4oD_RKEE

    Wenn ein Kind Unrecht durch andere erfährt, kann es dies ja mitteilen, auch wenn dabei dramatisiert wird auf Grund des Schmerzes, der Wut und Verzweiflung, eigentlich kein Problem.
    Wenn ein Kind Undrecht zufügt, wird es die Sache schwerlich zugeben, auch wenn verständnisvolle Bezugspersonnen zugegen sind, es hat ein großes Problem. Krankheiten, Siechtum, Stress entstehen wie aus einem großen Generator, wennn dieses Verhalten fortgesetzt wird.
    Das Schweigen, das Verleugnen, das Nichtzugebenkönnen all dieser unaussprechlichen Unglaublichkeiten vor 66 Jahren unserer Elterngeneration beschert uns heute eine Altenpflegearbeit, die kaum zu leisten, kaum zu ertragen ist.
    Als 3Sat – Fan schätze ich die fünfteilige Dokuserie, die dazu gerade abends läuft. Unfassbare Bilder, aus Archiven, die ein halbes Jahrhundert weitgehend versiegelt waren. Wegschaun löst das Problem nicht. Und wir werden noch immer betrogen.
    Und gerade die Kreativen, die Herr Glogger in seinem Schlußsatz meint, brauchen Klarheit um wirken zu können. Und sie brauchen Mut und Vertrauen, Zuversicht und Gewissheit einer besseren Zukunft.
    Ich gebe zu, es ist nicht leicht. Aber mein Weg ist doch mein Weg, meine Gesundheit meine Gesundheit, mein Denken mein eigenes, meine Kreationen meine Verantwortung. Alles Gute! Karl

  15. Martin Glogger sagt

    Da es viel einfacher ist die Wahrheit zu leugnen, als sich der Wahrheit zu stellen, müssen viele Menschen durch einschneidende Ereignisse, sprichwörtlich dazu gezwungen werden. Meine Erfahrung ist die, daß es zunächst schwerer wird, wenn man sich den Konflikten und Problemen stellt, aber langfristig wird es einfacher und das ist letztendlich der Erfolg der zählt.

    ———————————-

    Wo wären wir denn heute, wenn unsere Vorfahren alle einfach gesagt hätten, das geht doch nicht, und niemand den Weg gegangen wäre, um wirklich zu sehen, was Menschen erreichen können, wenn sie sich mutig, entschlossen und tatkräftig auf den Weg machen, um sicherzustellen ob etwas wirklich nicht geht ?

    http://www.onlinetechniker.de
    Blog:www.onlinetechniker.de/?q=blog

  16. Guten Tag Herr Kopp-Wichmann,

    erst mal vielen Dank für den überaus informativen Beitrag, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Sie schreiben: “Was Sie nicht zugeben, können Sie nicht ändern”.

    Es gibt ein Sprichwort, das ungefähr so lautet: „Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten“. Ich denke, da liegt viel Wahrheit drin. Vertuschen oder wie Sie schreiben verdrängen, kann unter Umständen in eine richtig große Katastrophe führen.
    Auch ich hätte mir gewünscht Frau Käßmann hätte sich anders entschieden, dennoch kann ich ihren Schritt nachvollziehen und respektieren. Ich wünschte mancher katholische OrdensMANN hätte den Mut zu so einem Schritt.

    Ich oute mich 😉 Ich bin katholisch. Was man oder besser Sie allerdings unter streng verstehen weiß ich nicht. Auf jeden Fall habe ich mir das Video angesehen und auch Ihren Artikel bis zu Ende gelesen, die Seite nicht verlassen. 😀 Sie fragen was passiert in Ihnen, wenn Sie das lesen? Ehrliche Antwort?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein katholischer Ordensträger das je laut zugeben würde. Das Beispiel hinkt – in meinen Augen. 😀 Allerdings kenne ich einen Pfarrer, der sich offen zu seiner Alkoholerkrankung bekannte und bevor er auf Entzug ging, dies seiner Gemeinde mitteilte. Dies hatte seinem Ansehen nicht geschadet – im Gegenteil, die Gemeinde stand vereint hinter ihrem Pfarrer.

    Sie erzählen die Geschichte vom Gespenst im Schrank. Kennen Sie auch die vom Krokodil unterm Bett? Nein? Ich versuch’s mal, ob ich diese noch zusammen bringe:

    Ein Mann mit Angststörungen war seit längerer Zeit in Behandlung. Er hatte Angst am Abend ins Bett zu gehen, weil er glaubte, unter seinem Bett sei ein Krokodil, das ihn auffressen würde.
    Der Therapeut versuchte viel. Als alles nichts half, versuchte er es mit Affirmationen. „Jeden Abend, bevor Sie zu Bett gehen sagen Sie laut: DA LIEGT KEIN KROKODIL UNTER MEINEM BET. Diesen Satz wiederholen sie mehrmals.“

    Wochen zogen ins Land. Der Patient kam nicht mehr in die Praxis. Da machte sich der Therapeut auf den Weg, um nach seinem Patienten zu sehen. Er klingelte an der Tür. Niemand machte auf. Eine Nachbarsfrau kam gerade vom Einkauf zurück. „Wie, Sie wollen zu Herrn XYZ?“, fragte sie erstaunt. „Ja wissen Sie das denn nicht? Er wurde vor ein paar Wochen von einem Krokodil gefressen.“ Ob’s an der Negation lag?

    Zum Schluss beantworte ich Ihnen noch gerne Ihre letzte Frage. Ich litt eine zeitlang unter Panikattacken. Ich konnte mich nicht dagegen wehren, sie überfielen mich aus heiterem Himmel. Überwunden habe ich diese Angststörung mit der Hilfe einer Ihrer Kolleginnen.

    Herzliche Grüße von Mannheim nach Heidelberg
    Christa Schwemlein

  17. Erinnerungen verblassen, und des Tages Ruhm vergeht,
    Die Spuren, die wir heute ziehn, sind morgen schon verweht.
    Doch in uns ist die Sehnsucht, dass etwas von uns bleibt,
    Ein Fußabdruck am Ufer, eh der Strom uns weitertreibt.
    Nur ein Graffiti, das sich von der grauen Wand abhebt,
    So wie ein Schrei, der sagen will: „Schaut her, ich hab gelebt!“
    So nehm ich, was an Mut mir bleibt, und in der Dunkelheit
    Sprühe ich das Wort „Hoffnung“ auf die Mauern meiner Zeit.

    Die Herzen sind verschlossen, die Blicke leer und kalt.
    Brüderlichkeit kapituliert vor Zwietracht und Gewalt,
    Und da ist so viel Not und Sorge gleich vor unsrer Tür,
    Und wenn wir ein Kind lächeln sehn, so weinen zehn dafür.
    Der Himmel hat sich abgewandt, die Zuversicht versiegt.
    Manchmal ists, als ob alle Last auf meinen Schultern liegt.
    Doch tief aus meiner Ohnmacht und aus meiner Traurigkeit
    Sprühe ich das Wort „Hoffnung“ auf die Mauern meiner Zeit.

    Um uns regiert der Wahnsinn, und um uns steigt die Flut.
    Die Welt geht aus den Fugen, und ich rede noch von Mut.
    Wir irren in der Finsternis, und doch ist da ein Licht,
    Ein Widerschein von Menschlichkeit, ich überseh ihn nicht.
    Und wenn auf meinem Stein sich frech das Unkraut wiegt im Wind,
    Die Worte „Ewig unvergessen“ überwuchert sind,
    Bleibt zwischen den Parolen von Hass und Bitterkeit
    Vielleicht auch das Wort „Hoffnung“ auf den Mauern jener Zeit.

    http://www.youtube.com/watch?v=SBWvKDA2KgI

    Mögen Mauern fallen, diese unaussprechliche Unansprechbarkeit enden, Verwirrung und Einschüchterung weichen. Lieben statt hassen, kooperieren statt konkurrieren, integrieren statt trennen. Selbstakzeptanz und Sichselbstkennenlernen können so stark werden, dass diese Kräfte alle Angst überwiegen. Hier noch einer, der mich sacht begleitete, wie ihr wisst, so dass da immer eine Insel war:

    http://www.youtube.com/watch?v=lnz7JR1YM3Y

    Die Fische im Tanganjikasee *)
    Der Tanganjikasee liegt im nördlichen Zentralafrika. Die Sonne scheint senkrecht auf den See.Wenn die Fischer hier fischen, brauchen Sie keine Netze. Sie binden je ein langes Seil an ein Boot. Zwischen die Seile binden sie in armlangem Abstand Stäbe aus Holz. Nun ziehen Sie diese Stricke und Stäbe langsam über den See.
    Die Sonne erzeugt auf dem Grund des Sees Schatten. Diese Schatten sehen aus wie Netze. Davor haben die Fische Angst. Sie schwimmen vor dem vermeintlichen Netz davon zum Ufer. Dort stehen die Frauen im seichten Wasser mit Körben.
    Sie sammeln die Fische ein. Das ist es, was Angst ist. Schatten.

    *) bis in die 1960er Jahre habe sie das so gemacht, dann kamen Motorboote und Netze.

  18. Hallo Herr Hinkel,
    ja, die Vermeidung oder die Leugnung ist das Haupthindernis. Die Problemen beginnen, wie Sie richtig schreiben, mit dem Nichtkonfrontieren-Wollen.

    Es gibt zwei Standardantworten wenn ich nach dem Zusammenhang zwischen gegenwärtigen Problemen und Erlebnissen in Kindheit und Jugend frage:
    1. Meine Kindheit war glücklich/normal.
    2. Etwas, was so lange zurückliegt, kann doch keinen Einfluss auf mein heutiges Leben haben.

    Danke für Ihren Kommentar.

  19. hess sagt

    Vielen Dank für diesen Artikel.
    Wenn mir vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, dass die Angst die Wurzel meines (meiner Meinung nach) verpfuschten Lebens ist, hätte ich es entschieden verneint. Inzwischen sehe ich mich selbst als „Angstsüchtig“. Komisch – oder normale Reaktion unseres Gehirns?- dass das Gefühl von Angst eine Art von Sicheheit geben kann. Es ist bekannt und ein Zeichen, dass noch Leben da ist. Argerlich, dass es im Momnet das Einzige ist, das ich noch spüre….
    In der Hoffnung, dass sich das Hinsehen und Zugeben lohnt…….

  20. Karl Hinkel sagt

    Angstmanagement ist das Thema überhaupt; denn vielleicht ist es nur Angst, die alles treibt. Vielleicht ist das bekannt, dort in Konzernspitzen, in Regierungszirkeln, in Machtmißbrauchszentren, die alle angstgetrieben die Angst rundumher schüren, um ihre eigene nicht mehr spüren zu müssen. Und wenn, dann saufen sie.

    So haben dann irgendwann alle einen Angstgenerator implementiert, der sich fortwährend autoaktiviert aufgrund aller möglichen Reize restimuliert wird, weil die archetypischen Muster Angst als wichtiges Signal zum Überleben kennt. Und man spürt sich ja dabei, Wut und Erregung wird erzeugt.

    Dennoch, furchtsam erregt, das bist nicht du. Angstfrei und entspannt, das bist dann du. Angst als Mittel, nicht man selbst sein zu müssen? Ist den Macht-Angst-Zentren bekannt, dass die Masse Angst braucht. Gibt es eine Angstsucht? So wie Schmerzsucht. Missbrauchen wir Angst um Beachtung zu bekommen?

    Vor dreißig Jahren hörte ich das folgende Lied häufig, nachdem ich mich aus angsterstickter dörflicher Enge in die Großstadt begeben hatte, um mein Ingenieurstudium an einer privaten Hochschule zu absolvieren. Immer in der ersten Reihe, hellwach und fleißig, vor mir standen lebenserfahrene Professoren, die gaben Ermutigung, Mut und Vertrauen. Perspektive.

    Ihnen möchte ich allen auf diesem Wege danken, einige sehe ich ja noch. Aber auch mit allen anderen verbindet mich ein unsichtbares Band. Sie sahen da vor sich den äußerlich so starken Bauernburschen mit viel Sinn für Naturwissenschaften und einem ängstlichen nach innen Weinen. Sie fragten nicht danach, sie wussten Bescheid.

    Das bleibt. Danke. Ach ja, wenn man die Angst dann lässt, gibt es tatsächlich Entzugserscheinungen. Wenn man so mittendrin steckt, dann kann man sich irgendwie gar nicht vorstellen, wie das ist, zu leben, ohne sich chronisch einschüchtern zu lassen, verunsichert zu werden, Zurückweisung und Ablehnung zu erleben oder gar zu suchen, weil man ja nichts anderes kennt.

    Hier der Songtext aus meinem Klaus Hoffmann Liederbuch von Ullstein:

    WAS BLEIBT?

    Stolpernd suchen deine Füße Halt
    Auf Kopfstein tappst du hin, siehst bald
    Deine Hündin an der Kneipe stehn
    Du merkst
    Du hast nicht mal ein festes Wort für sie
    Spürst seit Tagen nur noch Krampf in dir
    Vertuschst ihn, spülst ihn weg, rauchst viel
    Und wie immer
    Wartest du mit fremden Freunden
    An langen Tischen auf den nächsten Morgen
    Lachend lässt der Tag dich fallen
    Wieder weißt du nicht, wofür du tust –

    Was dir und mir noch bleibt
    Was schon zu unserm Glück gehört
    was in uns Tag und Nacht verweilt
    Nicht mal mehr unsre Träume stört
    ist vielleicht nur Angst
    Die uns nach vorne treibt

    Man hat zum Springpferd dich gemacht
    Gezäumt, für Hürden flott gemacht
    Und wenn du erste Schwächen zeigst
    Kommen Regenmacher
    Priester und Doktoren
    Die schmeicheln dir die Sonn ins Ohr
    Ziehst lieber ihre Lügen vor
    Als eine triste Wahrheit, die du denkst
    Du hier ja doch nicht ändern kannst
    Lachend lässt der Tag dich fallen
    Wieder weißt du nicht, wofür du tust –

    Da stehst du nun, suchst eine Furt
    Im Bächlein, das zum Wildbach wurd
    Starrst auf ein andres Ufer
    Das so viele Träume
    Hoffnungen doch offen lässt
    Du wartest auf den Morgenwind
    Der dir einen Fährmann bringt
    Und plötzlich siehst du, wie du schon
    Bis an den Hals im tiefen Wasser stehst
    Unsre Zeit ist jetzt und hier
    Da gibt´s kein Gestern und kein Morgen
    Nur was uns von den Alten bleibt
    Was schon zu unserem Glück gehört
    Was in uns Tag und Nacht verweilt
    Nicht mal mehr unsre Träume stört
    Ist vielleicht nur Angst
    Die uns nach vorne treibt…

    http://www.youtube.com/watch?v=6M2GyWzmAMs

    Interessierte mögen sich vielleicht gerne noch den “Feuervogel”… vom gleichen Liedermacher anhören, so nennt man die Singersongwriter ja in Deutschland, es gibt ja einige gute. Im englischsprachigen Bereich habe ich Bruce Cockburn, Dylan, Neil Young, Gordon Lightfoot, Donovan, Buffy Saint Marie und viele andere sehr geschätzt und ihre Alben gesammelt. Alles Perlen und Kristalle in meiner Kette zum Angstmanagement.
    Aber man muss auch etwas tun. Thorwald Dethlefsen, http://bit.ly/d4yYaE Rückführungen zum puren Horror, Gesprächs- und Gestalttherapien, Wanken, Schranken und die ersten sicheren Schritte im weiten angstgetriebenen Technik-Management. Irgendwann geht´s. {ich habe nie verstanden, wie man damals schon, aber danach zunehmend Dethlefsens Arbeit auf die Nachtodthematik festlegen wollte, mir ging es doch um Leben, ihm auch. Aber Betroffenheit ändert alles. Mir ging es immer um die Frage: “Was haben die mit mir gemacht…?” Nichtbetroffene suchen vielleicht allgemeine große Sensationen – oder treffen sich auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Nun, was haben sie gemacht? Jedenfalls beginnt Leben nicht erst mit der Geburt…

    Abhauen löst das Problem nicht. Mittlerweile gibt es viele Hilfsangebote. Alleine ein Buch zu lesen, kann ja nur der Anfang sein. Schaffst du´s nicht allein, dann such dir Hilfe. Immer, wenn ich jemals jemanden gefragt habe, wovor er Angst habe, bekam ich zur Antwort: “Ich hab doch keine Angst!” Doch so kommen wir nicht weiter. ALLE eigentlichen Probleme beginnen mit einem Nichtkonfrontieren/wollen. Guter Artikel, wichtiger Artikel. Weiter so. Alles Gute! Karl

    P.S.: Eine zusätzliche Frage an den Papst möchte ich noch mitgeben: „Würde wenn’s noch schlimmer wird, seine Heiligkeit ggf. die Schutzhaft aller Ministranten und Chorknaben finanzieren? Das kann ja dann nicht Sache der Steuerzahler sein.“

  21. Hallo Herr Görner,
    gutes Beispiel, für das ja auch die Studienergebnisse der „Behavioral Finance“ sprechen. Demnach spielen bei der Geldanlage enorme psychologische Effekte eine Rolle.

    Danke für Ihren Kommentar.

  22. Martin Görner sagt

    (via mobile device) Ich selbst beschäftige mich schon sein geraumer zeit mit der psychologie an den finanzmärkten – und kann das oben geschriebene nur unterstreichen. Meist ist der erfolg anfangs noch da, man wird risikofreudiger und verspielt seinen gesamten gewinn. Und was lernt man daraus? Oft nix. Anstatt sich zu fragen, wo liegen die ursachen, werden die folgen bekämpft. Entweder man wendet sich wie ein gebranntes kind ab und gibt dem markt und allen anderen die schuld -glückwunsch- oder man verfällt dem verlieren und wird zum ‚junkie‘ – empfindet nur etwas wenn man verliert. Beides eher suboptimal. Kaum jemand gesteht sich sein scheitern ein. Daher gibt es meine volle zustimmung für den artikel.
    Grüße Martin Görner

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