Warum telefonieren Menschen in der Bahn mit dem Handy?

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handy glas small fotolia 2075981 xs Warum telefonieren Menschen in der Bahn mit dem Handy?Ich bin kein leidenschaftlicher Autofahrer. Lange Strecken fliege ich meistens. Vor etlichen Jahren, als ich noch mehr unterwegs war, bin ich oft mit der Bahn gefahren. Doch zwei Erfahrungen der letzten beiden Wochen haben mich das Autofahren wieder schätzen gelehrt.

Einmal fuhr ich fast drei Stunden von Hannover nach Heidelberg. Zweimal fuhr ich mit der örtlichen Straßenbahn etwa vier Stationen weit. Was ich bei diesen drei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erleben musste, lässt mich gerne die hohe Benzinrechnung zahlen:

Mithörer zu sein bei Handy-Telefonaten meiner Mitreisenden.

Sie kennen das bestimmt auch. Kaum sitzt man im Zug, holen einige Menschen ihr Handy heraus und man wird Zeuge von Mitteilungen wie: "Schatz, ich sitze jetzt im Zug und wir fahren gleich los."

Wow, denke ich dann. Was für eine Nachricht. Wenn der Mensch sich morgens ins Auto setzt zur Fahrt ins Büro - ruft er dann auch an? ("Schatz, ich sitz jetzt im Auto, schnall mich an und fahr gleich los.") Vermutlich nicht. Über die Gründe schreibe ich weiter unten.

Auf der Fahrt mit der Bundesbahn wurde ich Zeuge von den verschiedensten Nöten meiner Mitfahrer:

  • Eine Frau fuhr nach Frankfurt und suchte dort bei Bekannten einen Schlafplatz ("Ich will nicht so viel Geld ausgeben und da dachte ich ...")
  • Ein Berliner versuchte lauthals mit seiner Expartnerin Sorgerechtsfragen zu klären ("Nu, denk' doch ooch mal an die Kinder. Du kanns doch nicht immer nur an dich denken, wah? Denk' doch doch ooch mal an die Kinder!")
  • Einer Führungskraft durfte ich bei einem Mitarbeitergespräch zuhören ("Ich habe Ihnen schon tausend Mal gesagt...")

Ich halte mich für einen technisch sehr aufgeschlossenen Menschen. Schon sehr lange habe und benutze ich ein Handy. Dennoch finde ich die um sich greifende Gewohnheit, in geschlossenen Räumen zu telefonieren, schlicht nervend und rücksichtslos.

Warum tun Menschen das?

Früher (jetzt fange ich auch schon an, so zu reden, ich werde alt!), also früher war das Telefonieren in öffentlichen Räumen klar geregelt. Das ging nur in sogenannten Telefonzellen (bei der Post oder auf der Straße). Die Devise war "Fasse Dich kurz!" und jede Zelle hatte eine Tür, die man hinter sich zuzog.

Bei der neuerdings sich verbreitenden Unsitte sind ja mehrere Dinge bemerkenswert:

  • Das Ignorieren der Mitreisenden.
    Wenn jemand in der Bahn seinen Laptop auspackt und sich einen Film anschaut, stöpselt er immer seine Kopfhörer ein. Kaum jemand kommt auf die Idee, wenn er ein Buch in der Bahn liest, seine Mitreisenden anzusprechen: "Diese Stelle ist toll, das muss ich Euch vorlesen: Da kommt der Mann zu seiner Geliebten und sagt zu ihr ..."
  • Die enorme Lautstärke.
    Manche Reisende unterhalten sich ja mit anderen Mitreisenden. Das stört fast nie, weil es in einer angemessenen Lautstärke geschieht, die meist die persönlichen Grenzen respektiert. Doch Menschen, die mit dem Handy telefonieren, sprechen in der Regel deutlich lauter. Zuweilen war ich schon versucht, demjenigen auf die Schulter zu tippen: "Sie brauchen nicht so zu schreien. Ihr Gespräch wird elektronisch verstärkt!"
  • Die mangelnden Manieren.
    Wenn jemand bei einem Meeting oder bei einer Einladung angerufen wird, gehen die meisten Menschen kurz nach nebenan, um das Gespräch fortzuführen. Die meisten murmeln eine Entschuldigung dabei. Diese Möglichkeit besteht prinzipiell auch in der Bahn, habe ich aber noch nie erlebt.

Also, warum tun Menschen das?
Oder, falls Sie sich angesprochen fühlen: warum tun Sie das?

Wenn Menschen etwas tun oder unterlassen, kann man davon ausgehen, dass es immer eine Bedeutung hat. Oft ist dem Betreffenden diese Bedeutung unbewusst. Deswegen denkt er sich nichts dabei bzw. sieht auch keine Veranlassung, das Verhalten zu ändern. Selbst wenn man ihn daraufhinweisen würde, dass es einen stört.

Übrigens: ein paar Mal habe ich das - experimentehalber - probiert: "Entschuldigen Sie, es stört mich, wenn Sie hier telefonieren und ich Ihr Gespräch mitanhören muss." Die Antworten waren interessant.

Einer sagte: "Das tut mir leid. Aber ich muss arbeiten und da gehört das Telefonieren dazu."
Hmm, und wenn jetzt ein Cellospieler in der Bahn sein Instrument auspackte und zu üben anfinge?

Ein anderer entgegnete patzig: "Dann müssen Sie sich einen anderen Wagen suchen. Hier ist Telefonieren nicht verboten."
Hmm, es gibt ja bestimmte Abteile in Zügen, die als Ruhezone für Nicht-Telefonierer reserviert sind. Aber ist das nicht dieselbe Debatte, die wir vor dem Rauchverbot in Gaststätten hatten?

Die Frage bleibt: Warum telefonieren Menschen in der Bahn?

Ich meine, es liegt an Folgendem:

Die Lust am öffentlichen Sich-Zeigen. 58244710 71a2aeda09 m Warum telefonieren Menschen in der Bahn mit dem Handy?
Ob in Interviews von Beckmann, Kerner & Co. ("Was haben Sie da gefühlt ...?") oder in den unsäglichen TV-Nachmittagsshows, in denen Menschen ihr gescheitertes Intimleben offenbaren - überall kann man ja seit einigen Jahren sich auflösende Grenzen beobachten, zwischen dem, was noch als privat gilt und dem, was als öffentlich gilt. Wenn jemand in einem Interview eine zu persönliche Frage mit der Begründung ablehnt "Das ist mir zu privat", dann fällt das mittlerweile schon auf. Und je nach Persönlichkeit und Quotendruck des Moderators akzeptiert dieser die Grenze oder versucht, nachzuhaken.

(Es ist eine interessante Frage, ob man auch solche Phänomene wie Flitzer (Menschen, die während eines Fußballspiels nackt über das Feld rennen) oder andere " in public"-Aktionen, beispielsweise bei Demonstrationen, darunter zählt oder ob ein wesentlicher Unterschied in der sexuellen Komponente liegt.) Aber auch "überraschende" Geständnisse in Talkshows oder Menschen, die einen an ihrem Privatleben mittels laufender Webcam teilhaben lassen wollen ...

Die Gemeinsamkeit mit den wirklichen Exhibitionisten ist die Lust an der Zurschaustellung.

Die kann man ja auch bei Politikern erleben, die sich zum Interview bereit erklären, um dann vor der Kamera zu verkünden: "Zu den laufenden Verhandlungen möchte ich nichts sagen." Es geht also meist um Geltungssucht, mithin das Bedürfnis, als bedeutsam wahrgenommen zu werden oder einfach nur beachtet bzw. bestätigt zu werden.

Nun gilt ja für derlei menschliche Regungen die psychologische Faustformel: Tatsachen muss man nicht dauernd beweisen. Kaum jemand kommt auf die Idee, sich morgens der Existenz der Schwerkraft zu vergewissern, indem er beim Aufstehen absichtlich etwas fallen lässt ("Gestern war die Schwerkraft noch da, aber man weiß ja nie").

Doch wessen vergewissert sich der oben genannte Bahnfahrer mit seiner Handy-Botschaft "Ich sitz jetzt im Zug und wir fahren gleich los"? Der Beziehung zu seiner Freundin? Ob sie ihn noch liebt? Ob sie ihn vermisst? Und wäre ihm die Nachricht auch dann noch wichtig, wenn er dazu drei Waggons weiter gehen müsste, um in der dortigen Handy-Zone zu telefonieren (und dabei allein wäre?)

mann 2handys small fotolia 1811402 xs Warum telefonieren Menschen in der Bahn mit dem Handy?Das könnte bedeuten, dass Menschen, die auch an öffentlichen Plätzen viel telefonieren, zeigen wollen, wie wichtig, beschäftigt, unersetzlich etc. sie sind. Und zwar den anwesenden Mithörern! Wer im Zug arbeiten will, kann ja auch schreiben, lesen, am Laptop arbeiten, nachdenken. Alles nützliche Tätigkeiten, die aber Mitreisende nicht stören, und die diese auch nicht mitbekommen. Es erinnert mich auch an Künstler, die bei Konzerten absichtlich ihr Publikum warten lassen. Nicht, weil sie nicht rechtzeitig angekommen wären, sondern weil sie zeigen müssen, wie wichtig sie doch sein müssen, damit Tausende auf sie warten. Wer wirklich wichtig ist, muss (sich) das nicht beweisen und fängt einfach pünktlich an.

Man könnte jetzt sagen, dass wir in einer Zeit der zunehmenden Anonymität leben, die solche Bedürfnisse verstärkt.Man könnte aber auch sagen, dass Rücksichtslosigkeit und Platzhirsch-Gebaren auf Kosten anderer zu den menschlichen Grundanlagen zählt, die man nur durch Zivilisierung, Erziehung und damit gesellschaftliche Regeln mildern kann. (Schließlich klauen Kinder anderen Kindern auf dem Spielplatz auch mit großer Lust ihre Schippen...)

Was kann man gegen die Handymania tun?

In Berlin probiert man es mit Appellen über Plakate. In München gab es vier Jahre lang ein Handy-Verbot in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Von 1999 bis Herbst 2003 prangte in Bussen und Bahnen ein Aufkleber mit einem durchgestrichenen Mobiltelefon. Busfahrer fuhren manchmal nicht weiter, wenn jemand telefonierte und warteten, bis dieser damit aufhörte. Doch anhaltende Proteste brachten die Vorschrift schließlich zu Fall.

Da lobe ich mir die Städte wie Graz oder Stockholm, die per Gesetz ein Handyverbot aussprechen. Nur noch SMS versenden und Spielen mit dem Handy ist erlaubt. Sogar gesundheitliche Bedenken wegen der erhöhten Strahlenbelastung können erhoben werden. Zum Glück haben sich die meisten Fluggesellschaften für ein Handy-Verbot ausgesprochen.

Und wie halten Sie es mit dem Handy beim Bahnfahren?
Und: fühlen Sie sich gestört oder nicht?

Machen Sie doch mit bei meiner kleinen Umfrage.

Telefonieren Sie selbst beim Bahnfahren?pixel Warum telefonieren Menschen in der Bahn mit dem Handy?
Ja, immer.
Ja, manchmal.
Nur wenn ich angerufen werde.
Nein, nie.
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Fühlen Sie sich durch Handys in der Bahn gestört?pixel Warum telefonieren Menschen in der Bahn mit dem Handy?
Ja, immer.
Ja, manchmal.
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Und was glauben Sie, warum so viele Menschen das heutzutage tun?
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 Warum telefonieren Menschen in der Bahn mit dem Handy?
 Warum telefonieren Menschen in der Bahn mit dem Handy?

Hier schreibt: Roland Kopp-Wichmann

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.



72 Kommentare

  • Sabine schrieb:

    Das ist mal wieder eine typisch deutsche Diskussion.
    Jetzt kurz mal nachdenken. Manch einer fühlt sich in seiner persönlichen Freiheit verletzt durch die Gespräche anderer am Handy.
    Aber durch den Verbot dessen, greift man doch eben in die Rechte des anderen ein.
    Mit dem Verlassen des Hauses muss man Rücksicht nehmen, in die eine oder andere Richtung, man muss damit rechnen einer gewissen Lautstärke ausgesetzt zu sein, ob nun durch Gespräche am Handy oder dem Straßen verkehr, schreienden Kindern ect. Menschen machen nun einmal Geräusche, daheim außerhalb des öffentlichen Raums kann jeder wieder seine Ruhe haben. Wann wer wo telefoniert geht letztendlich niemanden an, wenn man nicht gerade in das Telefon schreit.
    Davon abgesehen das mir wirklich nicht einleuchtet wieso ein Telefonat mehr stört wie eine Unterhaltung. Wollen wir ab jetzt auch Konversationen im Restaurant untersagen, so daß jeder in Ruhe essen kann? Oder am Besten den Teenagern in der Supermarktschlange, das man nicht wissen will wie viel abends gesoffen wird?
    Mal ehrlich man lebt mit anderen Menschen zusammen, demnach nimmt man wohl oder übel teilweise an ihren Leben teil. Wem das nicht gefällt der kann irgendwo auf einen einsamen Berg ziehen.
    Meine Vermutung ist das Telefonate in Zügen einfach nur deswegen soviele nerven, da man nur die Hälfte der Konversation mitbekommt und somit wichtige Informationen fehlen, schrecklich die unbefriedigte menschliche Neugier.

    Ich telefoniere regelmäßig in der Bahn, da ich lange an der Uni bin und abends meistens Sport habe. Wärend der Fahrtzeit ruf ich meine Mutter an oder meine kleine Schwester. Somit sitz ich nicht nur rum sondern hab die Zeit mich zu melden für mehr als nur ein hallo und Tschüß.
    Ich rede in einer normalen Lautstärke und meine Mutter freut sich riesig wenn ich mich melde, da wir 400km voneinander entfernt wohnen. Ich bin so gut wie nie daheim, außer abends aber da ist meine Mama meist zu müde zum telefonieren.

    Muss ich mich nun wirklich rechtfertigen wenn ich mich bei ihr melde?

    Es wäre wunderbar wenn die Handy Hasser einfach Ohrstoepsel benutzen wuerden, einmal an die Rechte anderer denken oder einfach ihre schlechte Laune nicht an anderen auslassen wuerden.

    Übrigens eine Unverschämtheit rauchen und telefonieren mit einander zu vergleichen. Seit wann schadet das hören von den Stimmen der Mitmenschen der Gesundheit?

    Demnach wo nicht ausdrücklich ein Handyverbot oder Gespraechsverbot ist sollte man seine Mitmenschen ihre Rechte zugestehen. Stille hat man in seinen eigenen 4 Wänden.

  • Michael Heinze schrieb:

    25 minütige Bahnfahrt in Frankfurt :
    Hinter mir telefonierte eine ältere Dame und rasselte ihre diversen Krankheiten rauf und runter in einer Lautstärke das vermutlich Fahrgäste in der nachfolgenden Bahn noch vor Mitleid in Tränen ausbrachen. Den Namen ihres Spezialisten und seine Adresse konnte man So auch erfahren . Mein Dank an
    dich Du armes krankes Menschengeschöpf, sollte ich
    Eines Tages mal einen Fachmann brauchen habe ich ja
    jetzt die Adresse .
    Mit wem telefonieren Menschen pausenlos morgens in aller Herrgottsfrühe ? Was ist den so wichtig das ich jemanden aus dem Bett klingeln muß?
    Das Handy ist meiner Meinung Fluch und Segen zugleich.wenn heute Menschen zusammen hocken starren sie wie gebannt auf ihr Handy anstatt miteinander zu reden.

  • Berta schrieb:

    “Warum telefonieren Menschen in der Bahn?”
    Die Frage gehört in etwa in die gleiche Kategorie wie “Warum lassen gewisse Menschen ihren Müll dort fallen wo sie stehen?” oder “Wieso rennen manche Menschen über rote Ampeln, wenn kleine Kinder in der Nähe sind?” und “Wieso räumen so viele Hundebesitzer hinter ihren Hunden nicht auf?”. Erst gestern war ich in einem Geschäft für Tierbedarf, in dem die Kassiererin lautstark schimpfte, dass ein solcher Hundebesitzer die Hinterlassenschaft seines Hundes in einem Gang hat liegen lassen. Rücksichtslosigkeiten finden leider oft dort ihren Platz, wo niemand es verbietet, es sieht oder es bestraft. Warum räumt man es nicht weg? Ja klar, hat ja keiner gesehen!

    Dass jetzt hier so viele erstaunt sind, dass das Telefonieren in der Bahn den Sitznachbar stört, ist doch nur ein Beweis dafür, dass viele Menschen ihren Anstand einfach komplett verlernt haben (und ich schließe dort die Kurztelefonate aus, die ca. 2 Minuten dauern und rein informativ sind – z.B. “Meine Bahn hat Verspätung, ich bin später dran.”). Also haben sie es nicht einfach ignoriert, dass sie gerade – und wahrscheinlich tagtäglich – ihren Mitmenschen auf der Heimfahrt nach einem harten Arbeitstag oder bei der Lektüre eines guten Buches auf den Nerven herumtrampeln. Sie merken es nicht mehr.

    Oh, ich lese so gern in der Bahn. Ich habe täglich etwa 2 Stunden Fahrtzeit hin und zurück. Aber wenn meine Lektüre so aussieht:

    “Ein Schuss hallte durch die Nacht…” – “…ach, und dann sagte mein Chef, dass das so nicht in Ordnung wäre, glaubste das?!” – “…und ein dumpfer Laut folgte, als wäre…” – “Dabei hab’ ich das schon immer so gemacht, weißte?”

    Ich kann da einfach nicht wie mancher andere Mensch ausblenden. Es ist die Unhöflichkeit schlechthin – ganz besonders wenn sich jemand schon telefonierend in den Sitz neben mich schiebt. Und wer sich da angesprochen fühlt: Haben Sie Ihren Respekt denn vollständig verlernt?

    In der Zeit des Smartphone-Wahns bin ich ein Nicht-Smartphone-Besitzer. Und ich werde mir auch keines zulegen. Ich WILL und MUSS nicht überall und jederzeit telefonisch erreichbar sein. Es muss auch nicht jeder jederzeit über Apps wie Whatsapp wissen, dass ich “VERFÜGBAR” bin. Ich bin es nämlich nicht. Und – falls jetzt jemand denkt, dass ich aus Zeiten des Briefpapiers und eleganten Füllfederhaltern stamme – ich bin keine 30 Jahre alt und weder genrell Technikfeind noch -verweigerer. Ganz im Gegenteil, ich nutze alles vom eBook-Reader bis zum Fernseher mit Youtube-Funktion. Die moderne Handysucht überschreitet aber einfach meine persönlichen Grenzen.

    LG
    Berta

  • Antje schrieb:

    Hallo,
    daß Menschen in der Bahn telefonieren, um auf sich aufmerksam zu machen ist doch völliger Quatsch. Ich glaube eher, daß unser Alltag immer hektischer und stressiger wird, sodaß man einfach keine Zeit mehr hat seine Liebsten in einer ruhigen Minute von zu Hause aus anzurufen. Ich bin froh, daß ich jeden Tag etwa eine halbe Stunde in der S-Bahn
    bin und Zeit habe mich mal bei Verwandten und Freunden zu melden.
    Ich kann auch gar nicht verstehen, wie einen das stören kann. Als ich das erste mal im Bus angemeckert wurde, weil ich telefoniert habe, war ich völlig geschockt, daß sich jemand gestört fühlt (im Bus war auch noch eine Schulklasse…). Ich wäre wirklich nicht auf die Idee gekommen. Wenn andere telefonieren finde ich es eher unterhaltsam als störend.

  • Corinna schrieb:

    Für mich fällt das Sich-Beschweren über Mitreisende, die telefonieren, in die gleiche Kategorie wie sich über die Unpünktlichkeit eines Busses zu beschweren. Und wie man sieht, gibt es auch viele Gleichgesinnte, die das auch furchtbar finden und in das Lamento einstimmen.
    Ich bin bis vor Kurzem viele Jahre häufig Bahn gefahren und das Telefonieren der Mitreisenden hat mich kein einziges Mal gestört. Entweder habe ich zugehört, da ich es interessant fand und nichts Besseres zu tun hatte, oder ich habe mich anderweitig beschäftigt, indem ich z.B. gelesen oder gearbeitet habe und dabei blende ich Gespräche und andere Geräusche aus.
    Ich telefoniere zwar sehr selten in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber wenn doch, fürchte ich, spreche ich auch lauter als notwendig. Das hat aus meiner Sicht hauptsächlich technische Gründe: Zum Einen das schon angesprochene mangelnde Vertrauen in diese immer kleiner werdenden Geräte und dann die Tatsache, dass der Empfang in der Bahn häufig schlecht ist. Beides führt dazu, dass man meint, lauter sprechen zu müssen.

  • avon schrieb:

    “Lautstarkes Telefonieren”, neben Geltungssucht/Rücksichtslosigkeit sehe ich 2 Gründe:

    1.
    Telefon ist in der Evolutionsgeschichte ein völlig “neues” Medium.

    Wenn jemand weit weg ist spricht man instinktiv LAUTER !!!

    Wenn man eine Blechdose mit einer Schnur und einer anderen Blechdose verbindet und damit versucht zu telefonieren MUSS man LAUT reinschreien.

    Jemand mit einem Telefon in der Hand verhält sich – unwillkürlich – so, als hätte er eine Blechdose mit einer Schnur in der Hand.

    Sogar höfliche Leute die sich bemühen NICHT laut zu telefonieren sprechen unwillkürlich LAUTER sobald sie telefonieren, obwohl das Telefon auch leises Flüstern glasklar übertragen kann.

    Man “vertraut” der neuen Technik noch nicht, seltsamerweise jedoch schon bei Liebestelefonaten wo gerne nur geflüstert wird am Telefon.

    2.
    Kommunikation am Telefon ist (meist) Übertragung/Auslebung von Emotionen und weniger Austausch von Inhalten/Fakten.

    Tiefes Ein/Ausatmen hilft dazu Emotionen auszuleben, LAUTES telefonieren IST !!! tiefes Ein/Ausatmen.

    Umgekehrt, leises telefonieren erfordert eine flachere, kontrolliertere Atmung und ausserdem Tugenden die heute weniger gefragt sind:

    Konzentration und Selbstdisziplin.

  • Jadranka schrieb:

    Ein fröhliches Hallo an alle;

    nun….
    nach 3 Wochen Japanurlaub incl. Sport habe ich festgestellt, dass es die Japaner am besten halten. Dank der dünnen Wände und der mangelnden Privatsphäre, lernt man automatisch:
    wann man aufhören sollte “Krach” zu machen, und wann man aufhört zuzuhören :)
    In Bus/Bahn machen wir uns inzwischen ein Spiel daraus. Versuchen es einfach positiv zu nehmen. Das Tippen auf der Tastatur als den Versuch eines Anfängers zu trommeln, oder uns die lauten Telefonate in eine Geschichte “einzustricken”.
    Eine interessantere Variante finde ich, wenn sich Mitmenschen laut (über den ganzen Wagon) zurufen und daraus eine Unterhaltung entsteht. Da haben wir doch alle was davon! Mal einfach mitmachen und mitdiskutieren :)
    Die Unterhaltung bekommt eine ungeahnte Eigendynamik. Die ersten “Redner” werden leiser und alle haben inzwischen Spaß.
    Theater live :)
    Solche Menschen hat es immer gegeben, und sie wird es immer geben.
    Grüße
    “Es ist so, wie es ist”

  • Brigitte schrieb:

    Hallo Allerseits,

    ich finde das laute Telefonieren per Handy in der Bahn auch nervig, ebenso wie sich laut unterhaltende Mitreisende. Also, ich hab anläßlich eines solchen Gesprächs einfach mal mitgeredet. Irgendwie haben die das durch ihre Lautstärke überhört. Bevorzugt setze ich mich in ein anderes Abteil in derlei Fällen, auch wenn Youngsters sich per Kopfhörer mit Stakkato”Musik” behämmern lassen.Die dringt in den Raum trotz Kopfhörer. Wenn`s mir zu blöd würde und ich keinen anderen Platz sähe, würde ich höflich aber bestimmt darum bitten, das Ding etwas leiser zu drehen.
    Schilder in öffentlichen Verkehrsmitteln mit dem Hinweis “Rücksichtnahme auf Mitreisende” und “Unterhaltungen und Handy-Gespräche bitte in gemäßigter Lautstärke” wäre ein Vorschlag an die Betreiber. Verbieten ist schlecht, aber wenn die Schilder dort hängen, könnte man draufzeigen, wenn einer mal wieder alle Mitreisenden ignoriert und lautstark quatscht, egal ob ins Handy oder mit seinem Nachbarn in der Bahn/im Bus.

    Höflich an die Rücksichtnahme auf Mitreisende zu appelieren finde ich gut und sollte weiter verbreitet sein. Wenn sich “Quatschtanten” lautstark in Bus und Bahn unterhalten, dann muß es auch Handy-Nutzern erlaubt sein. Es sollten halt alle Rücksicht lernen! Ein lange Weg in Deutschland. Japaner sind da ganz anders. Wohltuendes Kontrastprogramm zu Deutschland!

    Gruß
    Brigitte

  • Ich fahre regelmäßig eine vierstündige Bahnstrecke. Wieviel und in welcher Lautstärke sich manch einer dort unterhält ist wirklich unglaublich. Da wird gelacht und geschrien, dass in mir wirklich Aggressionen heranwachsen. Nicht nur einmal habe ich deshalb das Abteil gewechselt. Für mich gehört telefonieren in der Bahn verboten, weil es eine Belästigung der Mitreisenden darstellt. Wer kurze Gespräche führen möchte kann, so wie es sich gehört, zwischen den Abteilen telefonieren.

    Ein weiteres Übel sind notorische Laptop Vieltipper, welche wie wild in die Tasten hauen. Manchmal wird man gleich von mehreren dieser Spezies eingekeilt, so dass einem ganz anders wird. Gegen dieses Problem hat sich allerdings Ohropax als ausreichend abschirmend erwiesen, während es gegen Stimmen leider nicht genug dämmend wird.

  • Mirko schrieb:

    Ich glaube es liegt daran, dass es zu viele Analphabeten gibt. Die Schilder im Ruhebereich des ICEs sind nun wirklich kaum zu übersehen – aber was hilft es, wenn im Kopf nichts Interpretierbares ankommt. Üblicherweise scheinen gerade Schlippsträger und alleinreisende mittelalte Damen betroffen zu sein.

  • AryaMorgain schrieb:

    Ich bin auch Bahnfahrer und nein, es ist NICHT WICHTIG ob das Huhn nun letzte Woche 1 oder 2 Eier gelegt hat.
    Es interessiert mich auch nicht ob der Nebenmann jetzt H*** am Arsch oder sonst wo hat!
    Man bucht speziell Ruheabteil und was passiert: Eine “Dame” kommt,setzt sich, zieht das Telefon raus und ruft wen auch immer an das sie jetzt im Zug nach wo auch immer sitzt! Danke Technik! Auf den Hinweis sie soll wo anders Telefonieren das ist eine Ruhewagen wird man noch blöd angemacht!
    @ FREE SMS: Man kann auch lesen oder so wenn einem Langweilig ist DAS IST NÄMLICH LAUTLOS!!!!

  • Mjess schrieb:

    Was für ein Quatsch, ich Fahr nur wenn nötig mit der Bahn und sitze ich 5 Stunden hin und am Abend 5 Stunden zurück in der Bahn wann soll ich denn dann telefonieren, zwischen drin habe ich ja eine Konferenz, darum bin ich ja dorthin Gefahren manche Menschen müssen nunmal arbeiten , klar nciht gerade die kritischen und intimen Gespräche aber gerade Termine aus machen oder so was is Super.

    Kg aus dem Zug von Stuttgart nach Hannover habe extra Handyabteil gebucht und muss mir jetzt von so einem Arych anhörend das ich schneller telefonieren soll nach einem Gespräch von 5 Minuten

  • Werner schrieb:

    Ich bin sicher, das hängt damit zusammen, weil die Menschen immer rücksichtsloser werden.
    Soziales Verhalten ist vielen jungen Menschen bereits fremd weil sie so von ihren ebefalls rücksichtslosen Eltern so erzogen worden sind.
    Manche kommen nicht mal auf die Idee, dass sich jemand durch ihre Verhalten gestört fühlen könnte oder es ist ihnen einfach egal.

    Ein gutes Beispiel ist der Straßenverkehr:

    Es ist mittlerweilen alltäglich, dass dir jemand die Vorfahrt nimmt. Wenn Du Dich darüber beschwerst, lachen sie dich aus, zeigen dir den Finger und fahren einfach weiter. Hauptsache, sie haben ihren Willen durchgesetzt. Ohne Rücksicht auf andere.

    Fazit: Soziales Verhalten stirbt aus, wenn Du Dich nicht anpasst, wirst Du auf der Strecke bleiben.

    Viele Grüße, ein von den Mitmmenschen genervter, sozialer Mensch…

  • anonymous schrieb:

    nach einem gestressten tag sitz ich in der strassenbahn und muss die grollende werbung der flatbild tvs ertragen und dann schreit einer mit dem mobile phone vor mir her. ich kann das nur bestätigen, dass das öffentliche telefonieren unangenehm ist, gut das mehr leute sich deswegen aufregen.

  • Ute: Das kann doch nicht nur mit “wichtig sein wollen ” zu tun haben, es muss doch noch etwas anderes dahinterstecken…

    Da steckt bei dem einen oder anderen sicherlich ein gewisses Geltungsbedürfnis dahinter. Aber dann gibt es auch noch die, die vielleicht morgens und abends je 1, 1 1/2 Stunden pendeln, dazwischen arbeiten und erst gegen 21 Uhr zu Hause sind. Wer ruft denn dann noch jemanden an? Und so kann ich es mitunter nachvollziehen, wenn man dann einfach mal von unterwegs berichtet. Natürlich gibt es viele ignorante Menschen, die scheinbar auch völlig ohne Handy zurecht kämen weil sie einfach so laut reden, dass das Gerät dabei vielleicht nur stört. Natürlich hört man auch mal etwas mit, was man nicht wissen will. Aber ich als Pendlerin würde mich auch über ein bisschen mehr Verständnis freuen. Vielleicht einfach der dezente Hinweis leiser zu sprechen?

    Ich jedenfalls telefoniere auch manchmal im Zug/im Bus/in den Öffentlichen. Das jedoch fast nie zum Spaß und eigentlich immer um Zeit zu sparen oder weil es eben zu einer anderen Zeit nicht geht (vor der Arbeit ist niemand erreichbar, während der Arbeitszeit führt man keine Privatgespräche, wenn man wieder zu Hause ist, ist keiner mehr erreichbar…)

    Es kommt also meiner Meinung nach ganz auf das jeweilige Gespräch an…

  • Ute schrieb:

    Die Telefonitis in öffentlichen Räumen geht mir auch auf die Nerven, eben deshalb, weil ich zum Mithören gezwungen bin und mich nicht entziehen kann außer vielleicht durch autogenes Training – “Ich bin ganz ruhig. Um mich herum ist es ganz ruhig.”… ;-) Die Menschen telefonieren aber nicht nur in Bus und Bahn, im Supermarkt “Du, ich stehe gerade an der Kasse”, sondern gerade auch in den Warteräumen von Flughäfen. Als ich gerade in Ruhe meinen Roman weiterlesen wollte, belästigte ein anderer Wartenden im Business-Anzug und mit Aktenköfferchen seine Umgebung damit, indem er seine Frau am Handy laut zurechtwies.
    Peinlich!

    Ich habe mich auch schon häufig gefragt, was dahinterstecken könnte und bin aus meiner Laienperspektive ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass es sich um Geltungssucht handelt. In den Anfangszeiten des Handys war es noch so, dass man sein Telefönchen hauptsächlich zeigte à la “schaut her, ich bin wichtig” (lachhaft vor allem auch die Autotelefonierer, als das Handy am Ohr im PKW noch nicht verboten war, es gab odre gibt ja sogar Attrappen), aber noch eher zurückhaltend und leiser in der Öffentlichkeit damit telefonierte. Da aber heute so gut wie jeder ein Handy besitzt und man seine Einzigartigkeit und Wichtigkeit damit nicht mehr unter Beweis stellen kann, muss man es offenbar überall benutzen, möglichst auffällig und am liebsten dort, wo es Viele mitbekommen.

    Und da wäre ich beim Thema Rücksichtslosigkeit, die du auch schon angesprochen hast, Roland. Ich glaube, dass die Handy-Belästigung auch ein Ausdreck dieser Rücksichtslosigkeit ist. Ich weiß nicht, ob es nur meine persönliche Wahrnehmung ist, aber ich habe den Eindruck, dass die Menschen insgesamt rücksichtsloser und unhöflicher geworden sind. Beim Türöffnen im Kaufhaus zum Beispiel achtet kaum noch jemand darauf, ob sich ein anderer Kunde hinter ihm befindet und, zack, fällt dem nächsten die Tür entgegen. Bei Jugendlichen muss man aufpassen, dass sie einem nicht ihre Rucksäcke ins Gesicht rammen. Jeder scheint nur noch sich zu sehen und sein Umfeld auszublenden. Neulich an der Supermarktkasse drängelten sich zwei circa 20-jährige Frauen vor. Sie hatten nur zwei Artikel und ich ich hatte sowieso vor, ihnen anzubieten, vorzugehen. Aber sie kamen mir zuvor und schoben sich betont unauffällig zwischen den vorigen Kunden und mich, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Ich sprach sie in ruhigem Ton an und sagte ihnen, dass ich ihr Verhalten nicht gut fand und dass sie vielleicht hätten fragen können, ob ich sie vorlasse. Daraufhin starrten sie mich so erstaunt an, als sei ich ein Alien. Die eine von ihnen warf mir dann mit Todesverachtung im Blick noch ein patziges “Danke” entgegen.

    Zwar nehmen Rücksichtslosigkeit und Unhöflichkeit meinem Empfinden nach generationenübergreifend zu (es gibt auch viele mürrische unfreundliche 40- bis 60-Jährige), aber besonders viele Kinder und Jugendliche scheinen überhaupt keine Erziehung mehr genossen zu haben bzw. dürfen sich offenbar zuhause und in der Schule alles erlauben – also tun sie es auch außerhalb. Gibt es dazu Untersuchungen, machst du als Psychologe diese Beobachtung auch?

    Wenn ich in Frankreich bin, finde ich es immer sehr wohltuend, wie zivilisiert und freundlich die Menschen miteinander umgehen, auch die Kinder und Jugendlichen. Womöglich liegt das auch am strengeren Schulsystem, das man einerseits als zu strikt beurteilen kann, das aber andererseits zu mehr Höflichkeit und Disziplin führt, verstärkt dadurch, dass die Kinder dort in den Ganztagsschulen auch nachmittags von Fachkräften betreut werden und so etwas wie Erziehung genießen. In Deutschland dagegen, wo weniger Mütter berufstätig sind, sind die Kinder “verzogener” und oft wahre Rabauken.

    Pardon, ich bin jetzt etwas vom Thema abgeschweift, aber mich interessiert deine Meinung dazu.

    Die andere Frage ist, warum immer mehr Menschen ihre Hemmungen verlieren und sehr private Details öffentlich von sich geben, sich geradezu entblößen, per Handy, in den Medien. Das kann doch nicht nur mit “wichtig sein wollen ” zu tun haben, es muss doch noch etwas anderes dahinterstecken…

  • Heidi schrieb:

    guten morgen.

    ich lese ihre berichte sehr gerne, nur leider finde ich nicht immer die nötige zeit, um meine meinung nieder zuschreiben. dennoch mache ich mir viele gedanken über die themen, die sie ansprechen. teils alleine, teils regen sie mich an, über andere bereiche nach zudenken.
    wie zum beispiel über das thema telefonieren in der bahn.

    seit ich 15 bin habe ich mit mobiltelefonen zutun und bemerkte nicht das, was sie stört, weil es für mich so selbstverständlich ist in der bahn mal eben : ” ich bin jetzt am hauptbahnhof” zusagen und mitzuteilen, man gine dannach noch etwas essen und dann sei man verabredet usw

    ich finde das nur lästig wenn es in einer hohen lautstärke geschieht.
    neulich telefonierte ein unrasierter, etwas modrige klamotten anhabender älterer mann etwas laut.
    er teilte seinem freund mit, er sei bei ihm falls seine frau nach ihm frage. er wurde noch lauter als dieser freund am anderen ende der leitung nicht zu verstehen schien.

    man sah die umstehenden menschen sich nur gegenseitig belustigt zulächeln.

    dieses kleine erlebnis finde ich sehr belustigend.

    vielen dank für ihre anregungen

    lieben gruss heidi

  • Hallo Ramon,
    ich wollte Telefonate nicht mit Gewalttaten gleichsetzen, nur die Art der Argumentation kritisieren. Ob das öffentliche Telefonieren nicht doch eine darstellende Komponente hat, die jedoch ohne Absprache der Beteiligten stattfindet, kann man nicht theoretisch klären. Derjenige muss es für sich selbst herausfinden.

    Warum stört es Menschen im Konzert, wenn andere dauernd laut husten? Warum mögen Sie auf der Straße nicht angerempelt werden? Warum wird man im Gespräch nicht gern dauernd unterbrochen? Weil all dies als Störung bzw. Übergriff in den persönlichen Raum empfunden wird. Und weil man dabei schlecht ausweichen kann. Ein wild knutschendes oder streitendes Pärchen in der Bahn würde Ihnen vielleicht mit der Zeit auch auf die Nerven gehen. Oder würden Sie sich da auch fragen: Warum stört mich das eigentlich?

  • Ramon schrieb:

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    Ich wehre mich sehr dagegen, Telefonate in der Öffentlichkeit mit Gewalttaten gleich zu setzen. Dennoch haben Sie recht, dass meine Antwort keine tiefgründige Erklärung der Motivation der Störenfriede ist. Ihre Theorie vom telefonierenden Exhibitionisten finde ich persönlich jedoch zu gewagt und nicht besonders plausibel.

    Lassen Sie mich noch eine Gegenfrage stellen: Warum stört es Menschen, wenn andere in der Bahn telefonieren?
    Die Antwort auf diese Frage ist charmanter Weise die Lösung des “Problems”.

    Beste Grüße

  • Hallo Ramon,
    meine Frage klingt zwar einfach, aber gerade einfache Fragen sind ja manchmal gerade nicht so leicht zu beantworten. In meinem Artikel habe ich ja ein paar Antworten versucht. Nach der Logik Ihrer Antwort, könnte man ja auch die Frage “Warum morden Menschen?” einfach beantworten.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • Ramon schrieb:

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    sie stellen in Ihrem Artikel eine sehr aktuelle und wirklich interessante Frage.
    “Warum telefoniert der Mensch in der Bahn?”
    Ich bin ein Freund einfacher Antworten. Was halten Sie von dieser?
    “Weil er es kann.”

    Beste Grüße :-)

  • Halli Hallo, ich kann es vollkommen verstehen wieso die leute in der Bahn Telefonieren aus langeweile. Sie haben einfach in dem zeitpunkt nichts besseres zutun…bei wenn sie mit dem auto unterweges sind dan haben sie ja was zutun ” FAHREN ” deswegen …versteh ich das …dass man sowas in kauf nehmen muss wenn man sich mit öffentlich verkehrmitteln beweget…

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