Was wirklich hinter den Streitereien mit Ihrem Partner steckt.

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ENTSPANNTER LIEBEN / Partnerschaft
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Und um welche einzige Frage es dabei immer geht.

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SStreit mit dem Freund oder der Partnerin kommt bei den meisten Paaren vor. „Richtig streiten“ will gelernt sein, suggerieren einem zahllose Ratgeber und Websites. Aber Streiten lernen ist gar nicht so leicht, denn jeder bringt von Haus aus unterschiedliche Streitstrategien mit. Berühmte Paarforscher wie John Gottman oder Susan M. Johnson betonen aber, dass das Streiten gar nicht so schlimm sei. Und dass es dabei um eine viel größere Gefahr geht.

Seit etwa dreißig Jahren arbeite ich mit Paaren. Habe dazu die verschiedensten Ansätze gelernt und angewendet. Manchmal mit Erfolg, manchmal nicht. Vor allem wenn ein Paar „zu spät“ in die Paartherapie kam. Wenn die Liebe aufgebraucht war und jeder sich nur noch vor weiteren Verletzungen schützen wollte.

In der Arbeit mit Paaren fiel mir immer wieder eines auf.

Partner in Krisensituationen sind selten interessiert, was ihre Prägungen in der Kindheit mit ihrer aktuellen Krise zu tun haben. Sie wollen zwar manchmal Kommunikationsregeln lernen – wenden sie aber im Ernstfall nie an. Und die wunderbar vernünftigen Regeln für konstruktives Streiten bringen ihnen auch wenig.

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Das Tun des einen provoziert das Tun des anderen.

Warum das so ist, darüber habe ich immer wieder lange nachgedacht. Antworten fand ich in einem Buch von Susan M. Johnson. Sie ist Begründerin der „Emotions-fokussierten Paartherapie“ (EFT), die auch hierzulande immer bekannter wird. In den USA gibt es schon mehrere Tausend ausgebildete EFT-Therapeuten, in Europa, Australien und Neuseeland sind es hunderte.

Mir gefällt an ihrem Ansatz, dass er auf der Grundlage der Bindungstheorie des britischen Psychiaters John Bowlby (1907-1990) gründet. Bowlby ging davon aus, dass eine sichere Bindung zwischen Mutter und Kind ausschlaggebend ist für eine gesunde emotionale Entwicklung von Kindern.

Früher ließ man Säuglinge ja schreien und war überzeugt, dass man sie bloß nicht verwöhnen dürfe und das Schreien die Lungen kräftige. Zum Glück sind solche barbarischen Erziehungsmethoden passé. Seit vielen Jahren wissen Eltern, dass Babies viel Körperkontakt brauchen und tragen ihre Kinder auch außerhalb der Wohnung in Tragetüchern und Snugglies mit sich herum. Was übrigens viele Naturvölker schon immer wussten, und ihre Kinder im ersten Jahr nicht auf den Boden ablegen, außer zum Schlafen.

Doch Erwachsene brauchen genauso Bindung .

Das ist die erstaunliche Erkenntnis der EFT. Bei Kindern ist es mittlerweile für uns selbstverständlich, dass sie Aufmerksamkeit, Trost und Schutz von ihren Eltern brauchen.

Bei Erwachsenen wird starke Abhängigkeit vom Anderen eher als unreif, kindisch oder klammernd abgewertet. Doch Erwachsene sind an ihren Partner genauso gebunden und abhängig von ihm. Beziehungen zwischen Erwachsenen sind gleichwertiger, aber die Art der emotionalen Verbindung ist diesselbe.

Auf diesem Hintergrund kann man Streitgespräche in der Partnerschaft völlig anders verstehen.

In Streits oder heftigen Konflikten sind beide Partner sind in einer Art emotionalem Hungerzustand, weil sie befürchten, ihre emotionale Nahrungsquelle zu verlieren. Und sie bemühen sich verzweifelt, das was sie so dringend brauchen, wiederzubeschaffen. Hinter den üblichen Formen des Streitens verbergen sich dann eigentlich Fragen wie:

  • „Kann ich mich auf Dich verlassen?“
  • „Wirst Du mir antworten, wenn ich Dich brauche und wenn ich Dich rufe?“
  • „Bin ich für Dich wichtig?“
  • „Schätzt und akzeptierst Du mich?“
  • „Brauchst Du mich und verlässt Du Dich auf mich?“

„Viele Paartherapeuten gehen davon aus, dass Liebesbeziehungen quasi rationale Verträge darstellen, bei denen die Partner unter Einsatz minimaler Kosten den größtmöglichen Gewinn für sich erzielen wollen,“ schreibt Johnson in ihrem Buch. „Liebesbeziehungen jedoch haben vor allem zu tun mit einem angeborenen Bedürfnis nach sicherer emotionaler Verbundenheit. Beziehungskonflikte treten vor allem auf, wenn die Partner ihre Verbundenheit zueinander nicht mehr spüren“, sagt Sue Johnson.

Andauernde Konflikte und Streits sind ein Hilferuf, die zum Ausdruck bringen, dass die Partner einander eigentlich dringend brauchen.

Starke Bindungsbeziehungen sind auf der anderen Seite eine enorme Kraftquelle, das weiß jeder:

  • Wer etwas Schlimmes erlebt hat will das meist einem anderen Menschen erzählen. Um es einerseits psychisch zu verdauen und andererseits, um sich der Bindung zu dem Anderen zu vergewissern. Indirekt fragt er oder sie damit: „Bist du da, wenn ich dich brauche.“
    Wenn dann der Andere gelangweilt oder uninteressiert reagiert, sind wir darüber irritiert, verärgert oder verzweifelt.
  • Schon der Gedanke an geliebte Menschen lässt uns ruhiger werden.
  • Viele Menschen nutzen die Kraft der Bindung über Rituale. Naturverbundene Menschen umarmen einen Baum oder stellen ihn sich nur geistig vor. Religiöse Menschen beten in einer gefährlichen Situation zu Gott oder stellen sich ihren Schutzengel vor. Andere haben einen Talisman, ein Kreuz. Egal was, dabei geht es nicht um das Objekt der Bindung, sondern in erster Linie um die Beziehung, die man spürt und derer man sich vergewissern will.

Menschen mit starken Bindungsbeziehungen können das Leben besser bewältigen. In seinem Buch „Die sieben Geheimnisse der glückliche Ehe“ kommt der Paarforscher John Gottman zu demselben Schluss. Was langjährige Paare anders machen als geschiedene ist: sie haben die Fähigkeit, sich einander immer wieder zuzuwenden – auch während oder nach einem Streit.

Was steckt hinter vielen Streits und Paarkonflikten?.

Durch seine Forschungen fand Gottman vier Arten des Streitens, die das nahe Ende einer Beziehung andeuten können. Bezeichnenderweise nannte er sie die „Vier apokalyptischen Reiter“.

Diese häufig vorkommenden Kommunikationsstile bei Paaren kann man jetzt in einem anderen Licht sehen. Denn am schlimmsten ist es, mit jemand zusammen zu leben, den man liebt, zu dem man aber keinen Kontakt bekommt. Das hat auch Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit. Die Wahrscheinlichkeit, an Herz- Kreislauferkrankungen zu leiden ist geringer bei Menschen mit einer sicheren Paarbeziehung.

Überall werden wir vor den Risiken des Rauchens, von zu viel Alkohol, falscher Ernährung oder Bewegungsmangel gewarnt. Sinnvoll wäre auch der Warnhinweis:  ‚Leben in Einsamkeit und Isolation ist tödlich.‘

Der wichtigste Punkt scheint zu sein, dass die Partner verstehen, dass sie emotional verbunden und abhängig voneinander sind und dass sie sich nicht mehr geborgen fühlen, wenn sie die Bindung zum Partner verlieren.

Leben in Einsamkeit und Isolation ist tödlich.Wenn ein Partner emotional für den anderen nicht mehr erreichbar ist, führt das fast immer zu Wut, Trauer, Schmerz und vor allem Angst. Die Angst fühlen Partner in einem Streit oder einer Meinungsverschiedenheit. Wenn sie eine sichere Bindung haben, dann erleben sie das eher als kurzfristiges Beziehungstief.

Aber Partner mit weniger starker Bindung werden schnell überwältigt durch eine ‚Urangst‘. Aus evolutionärer Sicht ist das logisch. Wenn die sichere Verbundenheit unterbrochen wird, dann verringern sich die Überlebenschancen.

Dann beginnen Partner mit einem „Teufelsdialog“. Die Teufelsdialoge sind  eigentlich Schutzstrategien, die sich äußern in:

  • Anklammern
    durch Jammern und Beklagen,  um Bestätigung zu erhalten,
  • Drohen
    Durch Forderungen stellen oder Anklagen erhoben,
  • Distanzierung
    Meist zieht sich der andere zurück, um sich vor der Angst zu schützen.

Diese Strategien verringern kurzfristig die Angst, aber die Distanz zwischen den beiden Partner wird schließlich so groß, dass sich keiner der beiden Partner in der Beziehung noch sicher und geborgen fühlen kann. Je länger die Partner einen Mangel an Bindung erleben, desto stärker werden sie von den Teufelskreisen der negativen Interaktionen, mitgerissen.

Es gibt drei Teufelsdialoge in der Paarkommunikation.

1. ‚Such‘ den Bösewicht‘.
Hier geht es primär um Selbstschutz. Ein Partner fühlt sich kritisiert oder verletzt und geht in die Defensive. Die Partner beschuldigen und verurteilen sich dann gegenseitig und versuchen so, die Kontrolle über die Kränkung ihrer verletzten Gefühle wiederzuerlangen.

2. Bei der ‚Protestpolka‘
protestiert ein Partner gegen den Mangel an Verbundenheit. Der andere zieht sich dann zurück, er oder sie drückt seinen Unmut durch Schweigen aus. Paare, die die Protestpolka tanzen, klagen oft über Kommunikationsprobleme und ständige Spannungen.

3. Teufelskreis von ‚Erstarren und Fliehen‘.
Der kritische Partner wendet sich ab und die Partner gehen nur noch distanziert miteinander um. Das geschieht meist, wenn der kritische Partner den Versuch, die Aufmerksamkeit des Anderen zu erlangen, aufgibt. Die Protestpolka ist dann offensichtlich missglückt.

Eine andere Sicht auf Streits und Konflikte bei Paaren.

Das finde ich den wichtigsten Beitrag dieses Ansatzes. Susan Johnson sagt:

„Im Kern sind die Teufelsdialoge ein Hilferuf. Die meisten Probleme in Beziehungen entstehen nicht, weil der Partner zu spät nach Hause kommt, die Zahnpastatube nicht zudreht oder das Geschirr nicht abwäscht. Die Streits gehen in Wirklichkeit über den Mangel an Aufmerksamkeit, Vertrauen, Respekt, Anerkennung und Verständnis. “ In den Teufelsdialogen sagen die Partner zueinander: Ich habe Angst, dich zu verlieren, ich lasse mich nicht von dir verletzen, ich will mehr Aufmerksamkeit, ich will, dass du für mich da bist.“

Es ist sinnlos, nach dem Schuldigen zu suchen oder nach dem, der angefangen hat. Ist ein Teufelskreis erst einmal in Gang, verstricken sich beide Partner in negativen Reaktionen und Emotionen:

  • Je stärker sie ihn beschuldigt, umso mehr zieht sich dieser zurück. Und je mehr er sich zurückzieht und mauert, umso verzweifelter wird sie und umso schärfer werden ihre Angriffe (oder umgekehrt).
  • Je ausführlicher er von seinem Meeting erzählt, umso mehr vermisst sie seine persönliche Ansprache. Daraufhin strengt er sich umso mehr an, ihre Aufmerksamkeit zu erreichen und redet noch eindringlicher auf sie ein … und umso mehr fühlt sie sich zugetextet und flüchtet innerlich oder wird – je nach Temperament – ärgerlich: „Gibt’s für Dich auch noch was anderes auf der Welt als Deine Arbeit?“

Hier ein älteres Video von Susan M. Johnson dazu, auf welche Warnzeichen in einer Beziehung Sie achten sollten:

Was können Sie als Paar jetzt anders machen?

Kommunikationstechniken können Menschen dabei helfen, mit Kollegen oder Freunden besser umzugehen, aber in Liebesbeziehungen greifen sie zu kurz. Interaktionen in Liebesbeziehungen haben nämlich einen ungeheuren Einfluss auf das Gefühlsleben beider Partner. Es steht ja sehr viel auf dem Spiel: Die Bindung aneinander und damit aus evolutionärer Sicht die Überlebenschancen. Um aus den unfruchtbaren und schmerzhaften Streitereien herauszukommen, sehe ich drei erste Schritte:

 

1. Erkennen der gegenseitigen Abhängigkeit.

Hinter den meisten Nörgeleien und Vorwürfen steckt ein Hilferuf nach emotionaler Verbundenheit. Es ist nicht primär der vergessene Hochzeitstag, sondern die Befürchtung, dass dies ein weiteres Zeichen ist, dass man dem anderen nicht mehr wichtig ist.

Hinter dem Rückzug und Mauern von vielen Männern steckt der Versuch, negative Gefühle durch Rückzug und Sich-Taub-Stellen zu neutralisieren. Der Mann fühlt sich als Versager oder unzulänglicher Partner. Er schlägt rationale Problemlösungsstrategien vor, um aus emotionalen Interaktionen zu entfliehen, bei denen er glaubt, sowieso zu verlieren.

Das ist meist geschlechtsspezifisch. Frauen haben eher guten Zugang zu ihren Bedürfnissen nach Bindung und übernehmen deshalb öfter die Rolle des verfolgenden und beschuldigenden Partners. Männer haben dagegen früh gelernt, Bedürfnisse nach Kontakt und Gefühle generell zu unterdrücken und tendieren daher eher zur Rolle des Partners, der sich zurückzieht.

 

2. Die Teufelsdialoge sind Ihr Feind, nicht Ihr Partner.

streiten,beziehungsstreit,partner nervt,beziehungsseminar, kopp-wichmann,seminare4you.deNichts verbindet so sehr wie ein gemeinsamer Feind. Wenn ein Partner sich gegenseitig bekriegt, führt das selten zu etwas Gutem. Lernen Sie, nicht den Anderen, sondern die Teufelsdialoge als gemeinsamen Feind zu betrachten. Dazu muss wenigstens ein Partner erkennen, dass Sie drin stecken. Dann könnten Sie so etwas sagen wie:

„Ich glube, wir sind gerade in einer Sackgasse. Ich bin dabei, mich immer mehr zurückzuziehen und Du wirst immer heftiger. Das ist wohl so eine Situation, wo Du Dich abgeschnitten fühlst von mir. Stimmt das?“

„Ich werde immer wütender und schärfer und Du wirst immer stiller und scheinst zu verschwinden. Hast Du jetzt Angst, dass Du mich gefühlsmäßig verlieren könntest?“

Beides sind Beispiele für einen Metadialog, d.h. das Paar schaut praktisch aus der Vogelperspektive auf ihren Streit und erkennt dessen Qualität. Ein Metadialog ist die beste Chance für eine Deeskalation. Denn wenn Sie Ihre Ängste und Befürchtungen um den Verlust des emotionalen Kontakts dem anderen mitteilen,  können sich neue Reaktionen entwickeln Sie verlassen den Teufelskreis.

 

3. Erkennen, dass beide einander ungünstig beeinflussen.

Statt den anderen als Verursacher der eigenen negativen Gefühle zu beschimpfen, ist es konstruktiver, zu begreifen, wie man selbst den anderen in den teuflischen Tanz hineinzieht. Beide sind in den Teufelsdialogen gefangen und halten durch ihr persönliches Reaktionsmuster den anderen auch darin gefangen.

Das gilt für jede Art von Kommunikation, privat wie beruflich, wie Sie überall beobachten können. Schauen Sie sich eine Bundestagsdebatte an oder eine Talkshow bei Anne Will. Wer den anderen angreift, beeinflusst ihn dazu, sich zu verteidigen oder zu rechtfertigen. Der Angreifer macht es seinem Gesprächspartner unabsichtlich schwer, ihm gegenüber offen zu sein.

Was ist die einzig wichtige Frage in Beziehungen?

In einer Partnerschaft muss niemand besser kommunizieren lernen. Oder seine Kindheit aufarbeiten. Oder große romantische Rituale zelebrieren. Es geht vor allem darum, die emotionale Abhängigkeit vom anderen anzuerkennen und zu stärken. In Streits in Beziehungen geht es immer um diese einzige Frage: „Bin ich Dir noch wichtig?“

Dazu ist es wichtig, sich seine eigene Abhängigkeit und Bedürftigkeit einzugestehen. Viele Menschen haben damit Probleme.
Wie ist das bei Ihnen? Haben sie Lust, das herauszufinden?

Hier ein kleines Experiment dazu:
Nehmen Sie sich einen ruhigen Moment, schließen Sie Ihre Augen und werden Sie etwas achtsam.
Ich schlage Ihnen gleich einen Satz vor, den Sie einfach vor sich hin sagen. Beobachten Sie dabei, welche spontanen Reaktionen in Ihnen in den ersten Sekunden auftauchen, körperlich, gefühlsmäßig oder als Gedanke.

Bereit?
Und jetzt sagen Sie den Satz: „Ich brauche dich“.

Ihre Reaktionen liefern Ihnen wichtige Hinweise, wie Ihre innere Einstellung zu dem Thema Abhängigkeit und Bedürftigkeit ist. Und wie wären Ihre Reaktionen, wenn Sie den Satz zu Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin sagen würden. Und wie würde er/sie reagieren?

 


Was kann Ihnen noch helfen?

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kommentar Wie streiten Sie in Ihrer Partnerschaft?

 

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Fotos: © Antonioguillem Fotolia.com,  istock.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

55 Kommentare

  1. Hallo Susan,
    probieren Sie Folgendes:
    – Schreiben Sie einen Liebesbrief an Ihren Mann, in dem Sie sich erinnern, in was Sie sich damals verliebt haben. Schreiben Sie auch die Dinge rein, die Ihnen heute an ihm gut tun und gut gefallen.
    – Führen Sie regelmäßig Zwiegespräche (siehe den Artikel auf meinem Blog)
    – Überlegen Sie, ob eine Paartherapie Ihnen nicht helfen könnte.

    Alles Gute für Sie!

  2. Susan sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich habe soeben Ihren Artikel gelesen und finde ihn sehr inspirierend. Vielen Dank!

    Mein Freund und ich streiten leider auch sehr oft. Zumeist bin ich die, die ihn wegen seines Verhaltens kritisiert und dann tagelang auf Distanz geht, weil ich das Gefühl habe, ihn nicht anders erreichen zu können. Nach Tagen des Nebeneinander-Herlebens sucht er dann das Gespräch und redet endlich offen mit mir, was vorher nicht möglich gewesen war. Leider trage ich mich während dieser Zeit auch immer wieder mit Trennungsgedanken…und er weiß das.

    Es gibt leider so viele Gründe, warum wir streiten, aber eigentlich ist keiner so dramatisch, dass eine Trennung nötig wäre. Dennoch bin ich mittlerweile komplett fertig und habe die immer wiederkehrenden negativen Gefühle satt. Andererseits möchte ich um die Beziehung kämpfen, denn mein Freund ist auch sehr liebevoll und ein toller Vater für unseren einjährigen Sohn. Daher meine Frage an Sie: Wie erreiche ich wieder mehr Optimismus, so dass auch der Glaube an unsere Liebe wieder stärker wird?

  3. Rita Klepper sagt

    Auf der Suche nach einer Erklärung, warum mein Partner sich ständig Nacktfotos im Internet anschaut, bin ich auf diesen Artikel gestoßen, und habe sofort verstanden, worum es geht: Ich bin zwar ein sehr freiheitsliebender Mensch und würde auch meinem Partner keine Verhaltensregeln vorschreiben, aber die Tatsache, daß Beziehung eine Art gegenseitiger Abhängigkeit ist, nimmt viel Druck und läßt mich viel entspannter werden. Es sind wohl meine Ängste vor dem Verlassen werden. Vielen Dank für diese ganz neue Sicht „von oben“ auf die eigene Beziehung!!!

  4. Herta Weiß sagt

    Toller Beitrag! Ich finde, bei andauerndem, belastendem Streit in einer Beziehung sollte man auf jeden Fall die Notbremse ziehen und die Beziehung beenden, als noch ewig so weiterzumachen und so beide Partner zu frustrieren. Ich frage bei solchen großen Entscheidungen immer mal wieder gerne mein Horoskop. Manche Leute belächeln dies, aber denen rate och, selbst doch mal auf professionellen Seiten wie schicksal.com vorbeizusehen. Das hilft mir, den Blick für die Positiven Dinge in der Zukunft zu schärfen. Auch mein Mann hatte viele positive Seiten, die ich immer wieder genossen habe, aber schlussendlich musste ich einsehen, dass ich mich wieder weiterbewegen musste. Das Leben ist schließlich auch Bewegen, also ist es nicht schlimm, wenn man sich aus unglücklichen Fesseln löst und wieder weiterbewegt. Lg Herta

  5. Saadet Stump sagt

    Hallo mein Mann,hat Vorletztes Jahr mein und das Leben meiner damals 7Monate alten Baby gefahrt,Trunkenheit am Steuer bis ich die Polizei holen musste.Seitdem Vorfall hatte ich ihm die Drohung ausgesprochen Therapie oder Scheidung.Er ging in die Therapie und ich musste immer 3 Stundem am Wochenende hin und zuruck fahren.
    Danach kam er wieder nach 4 Monatiger Kur ,und statt verstandnisvoll und respektvoll mit mir zu reden hat er mich als gegner gesehen und ruckfallig geworden. Letztes Jahr hatte er einen Streit inszeniert und den Rausschmiss provoziert.Alle 4 Monater versucht er ausser Haus zu gehen.Und schon wieder die Phase ,streit weg.
    Ich hatte ihm schon angedeutet das ich mich bei problem nicht mehr mit ihm reden kann,weil er desinteresiert tut und mit mir nicht reden kann.Er ist sehr oft wie ein Kind,wenn er keine Aufmerksamkeit bekommt trotz er.Wir waren im Urlaub und alles war ok und jetzt schon wieder.Mir fiehl diesmal auf das seine Schwester etwas wusste was ich nicht weiss.
    Ich habe ihm heschrieben ,dass ich mich schutzen muss und das trennungsjahr einleiten werde.

    Lg
    Stump

  6. Peter F. sagt

    Nachwuch droht Gehalt auf Hartz-4-Niveau

    Ende der Wohlstands-Ära: Die Jungen werden ärmer als ihre Eltern

    http://www.stern.de/wirtschaft/geld/mckinsey-studie–die-jungen-werden-aermer-als-ihre-eltern-6971346.html

    oder auch ganz lecker: Verarmung als Megatrend – siehe auch: https://www.berlinjournal.biz/verarmung-kinder-aermer-als-eltern/

    Laut Politik müsse man sich „integrieren“ (nach Definition der Politik was das denn angeblich sei). Dazu braucht es in der heutigen Zeit üppige Geldmittel, die die meisten Leute, die angeblich „nicht integriert“ sind (auch sehr viele Deutsche), gar nicht aufbringen können.

    Auf einen Zusammenhang stieß die britische Soziologin Marii Peskow in der European Social Survey (ESS): Demnach sei die Bereitschaft zur Wohltätigkeit in egalitären Gesellschaften deutlich schwächer ausgeprägt, als in solchen mit großen Einkommensunterschieden. Die Erklärung dafür liege im sozialen Statusgewinn, den Wohlhabende in ungleichen Gesellschaften erfahren würden, wenn sie Schwächere unterstützten. In egalitären Gesellschaften herrsche hingegen das Bewusstsein vor, dass dank des Sozialstaats für die Schwachen schon gesorgt sei.

    Faulheit gilt in den westlichen Industrienationen als Todsünde. Wer nicht täglich flott und adrett zur Arbeit fährt, wer unbezahlte Überstunden verweigert, lieber nachdenkt als malocht oder es gar wagt, mitten in der Woche auch mal bis mittags nichtstuend herumzuliegen, läuft Gefahr, des Schmarotzertums und parasitären Lebens bezichtigt zu werden.

    Nein, stopp: Nur die armen Arbeitslosen fallen in die Schublade »Ballastexistenz«. Millionenerben, Banker- und Industriellenkinder dürfen durchaus lebenslang arbeitslos und faul sein. Sie dürfen andere kommandieren, während sie sich den Bauch auf ihrer Jacht sonnen.

    Früher glaubten viele Menschen an einen Gott. Wie viele heute noch glauben, da oben säße einer, der alles lenke, weiß ich nicht. Das ist auch egal. Gottes ersten Platz hat im modernen Industriezeitalter längst ein anderer eingenommen: Der »heilige Markt«. Der Finanzmarkt. Der Immobilienmarkt. Der Energiemarkt. Der Nahrungsmittelmarkt. Und der Arbeitsmarkt.

    Der Arbeitsmarkt ist, wie der Name schon sagt, zum Vermarkten von Arbeitskraft da. Wer kein Geld und keinen oder nur sehr wenig Besitz hat, verkauft sie. Die Eigentümer der Konzerne konsumieren sie, um daran zu verdienen. Das geht ganz einfach: Sie schöpfen den Mehrwert ab. Sprich: Der Arbeiter bekommt nur einen Teil seiner Arbeit bezahlt. Den Rest verrichtet er für den Gewinn des Unternehmers.

    Arbeit verkaufen, Arbeit konsumieren: So geschieht es seit Beginn der industriellen Revolution. Denn Sklaverei und Leibeigenschaft wurden ja, zumindest auf dem Papier, abgeschafft.

    Solange Furcht vor Strafe, Hoffnung auf Lohn oder der Wunsch dem Über-Ich zu gefallen, menschliches Verhalten bestimmen, ist das wirkliche Gewissen noch gar nicht zur Wort gekommen. (VIKTOR FRANKL)

    Die Todsünde der Intellektuellen ist nicht die Ausarbeitung von Ideen, wie fehlgeleitet sie auch sein mögen, sondern das Verlangen, diese Ideen anderen aufzuzwingen (Paul Johnson)

    Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden, in lockende Gestalt… (Shakespeare)

    Das Heimweh nach der Barbarei ist das letzte Wort einer jeden Zivilisation (Cioran)

    Alle Menschen sind klug – die einen vorher, die anderen nachher (Voltaire)

    Die Gefahr ist, dass die Demokratie zur Sicherung der Gerechtigkeit für diese selbst gehalten wird (Frankl)

    Absolute Macht vergiftet Despoten, Monarchen und Demokraten gleichermaßen (John Adams)

    Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer (Schopenhauer)

    Unser Entscheiden reicht weiter als unser Erkennen (Kant)

    Denn mancher hat, aus Furcht zu irren, sich verirrt (Lessing)

    Die Augen gingen ihm über, so oft er trank daraus… (Goethe)

    Immer noch haben die die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen (Hölderlin)

    So viele Gefühle für die Menschheit, dass keines mehr bleibt für den Menschen (H. Kasper)

    „Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden“ (Helmut Schmidt)

  7. Und gerade hier haben Singlebörsen, bei denen man einen Fragebogen nach Interessen beantwortet, einen großen Vorteil. Unstimmigkeiten werden gleich angesprochen und eliminiert

  8. Über das Thema Abhängigkeit hab ich mir in meiner Beziehung gerade sehr viel geanken gemacht. Danke für den Artikel.

  9. Renate sagt

    Naja, es ist schon einige Zeit her. Ich denke, dass ich aufgehört habe gleich zu streiten und mich reinzusteigern. Er hat sich dann auch immer zurückgezogen. Habe meinen Partner eher mal gefragt, warum wir uns streiten und was wir tun können, damit jeder seinen Frieden hat. Nachdem ich auch Schuldzuweisungen unterlassen habe, hat sich mein Partner geöffnet. Heute sehen wir eher zu, was wir tun können, damit jeder von uns beiden zufrieden ist. Da kann natürlich immer mal ein Streit vorausgehen. Aber wir beide wissen, dass wir dem anderen nichts böses wollen. Das ist sehr beruhigend. Ich denke für beide.

  10. Renate sagt

    Sehr guter Artikel. Da kann ich nur zustimmen. Unbewusst das Richtige getan. Zwar nicht von Anfang an und es hat sich erst mit der Zeit entwickelt. Aber es ist ok. Am kommenden Samstag bin ich mit meinem Partner 39 Jahren zusammen.

  11. Birgit sagt

    In meiner ersten langen Beziehung haben wir immer sehr viel gestritten und es ging dabei oft sehr sehr emotional zu, Fehler wurden von ihm oft nicht eingesehen oder mir wurde einfach vorgeworfen, dass ich zu empfindlich sei, wenn er mich z.B. vor Freunden lächerlich gemacht hat oder Witze auf meine Kosten gemacht hat.
    Mir kam dies oft sehr anstrengend und verletzend vor. Jetzt mit meinem zweiten Partner ist es viel einfacher: wir streiten nicht so sehr, sondern diskutieren eher; erörtern unsere gegensätzlichen Meinungen; es ist nüchterner und sachlicher. Aber wir wohnen auch nicht zusammen und so fällt wohl auch das Konfliktpotential gemeinsamer Haushalt, Alltag weg. Ich finde es sehr gut so; es hat jeder seinen Rückzugsraum oder Tage, an denen er den Partner nicht sieht. Wenn mir etwas nicht gefällt, das er getan hat, dann kann ich das einfach so äußern ohne zu befürchten, dass gleich das Dach brennt.
    Er entschuldigt sich sofort wenn er mich respektlos behandelt hat und gelobt Besserung. Respektloses Verhalten kommt bei ihm gottseidank nur sehr sehr selten vor. Er ist bisher immer (bis auf ein, zwei Ausnahmen) respektvoll, liebevoll, aufmerksam, zuvorkommend und zärtlich mit mir umgegangen. Und das habe ich auch so verdient; ich habe einfach keine Lust mehr auf Beziehungen, in denen ich schlecht oder unter meiner Würde behandelt werde. Falls jemand auf Dauer respektlos mit mir umgeht, wird er einfach verlassen; so einfach ist das. Ich kann auch gut alleine leben…

  12. Singeline sagt

    Leben in Einsamkeit ist tödlich? (naja, wie letztlich das Leben immer endet ) Wie können Millionen Dauer-Singles denn gesund und fröhlich überleben?

  13. Zoltan Kerezsi sagt

    Zu deiner Ausführung , ist es nicht so das man wenn man in einer Beziehung ist nur 3 Regeln beachten soll : a ) liebe mit reinen Herzen , b ) setze auf Ehrlichkeit und Vertrauen c ) und setze auf Zuhören , Sachlichkeit + Emotion = Gespräch mit Noten

  14. Stimmt genau, beide müssen besser kommunizieren lernen. Das geht vor allem dann, wenn man sich selbst gut kennt, also weiß, aus welchen Motiven heraus man etwas sagt oder in einer bestimmten Weise fühlt.
    Viele sagen aber, wenn sie danach gefragt werden: „Weiß ich nicht.“ oder „Ist doch normal so, oder?“
    Sich selbst zu hinterfragen oder zu reflektieren kann man aber lernen. Meine Blogartikel sollen dazu beitragen.

    PS: Freut mich, dass Ihnen meine Sonntagspost (das ist der neue Newsletter) gefällt.

  15. michaele sagt

    In einer Partnerschaft müssen BEIDE auch besser kommunizieren lernen…
    aus einem tieferen Verstehen heraus.

    Dies als Anfügung.
    DANKE für die SONNTAGSPOST

  16. maedl sagt

    Danke für diesen Beitrag. Genau das ist es.
    Mein Mann und ich schaffen es bis jetzt auch immer wieder aufeinander zuzugehen und diese Distanz zu minimieren.
    Jetzt noch eine Frage zum Thema „Muttersöhnchen“. Wir haben einen 9-jährigen Sohn. Was kann ich tun, dass aus meinem Sohn nicht so einer wird?

  17. Stephan M. sagt

    In diesem Artikel sind viele Grammatik und Flüchtigkeitsfehler. Bitte lassen Sie in redigieren und veröffentlichen Sie ihn erneut.

  18. Hallo Anica,
    hört sich so an, dass es Ihrem Mann schwer fällt, erwachsen zu sein. Er braucht einfach viel Raum und Zeit für sich und kann schwer Nähe und den normalen Familienalltag ertragen.
    Könnte sein, dass er ein Muttersohn ist, die tun sich mit dem Paarleben und dem Erwachsenwerden schwer. Und seine „Hobbys“ zeigen auch, dass er emotional wohl noch in der Pubertät steckt (mit Freunden abhängen, saufen, rumhängen etc.)
    Muttersöhne sehn bei sich nie ein Problem, es sind immer die anderen schuld, weil sie im Grunde auch keine Frau oder Kinder brauchen, sondern eine „Mutter“, für die sie das Wichtigste sind. Deshalb ist er auch so gekränkt, als Sie mal wegen ihres Unfalls im Mittelpunkt standen.
    Wenn meine These stimmt, können Sie mein Buch darüber lesen: >“Frauen wollen erwachsene Männer“. Eigentlich hatte ich es für Männer geschrieben, lesen tun es aber die Partnerinnen dieser Männer.

    Männer brauchen öfters klare Anweisungen. Setzen Sie ihm ein Ultimatum. Gehen Sie mit ihm zu einer Paartherapie. Sagen Sie ihm, dass er eine Therapie machen soll, sonst …
    Aus seinen Reaktionen können Sie ermessen, wie wichtig Sie ihm noch sind.

  19. Anica sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    Ich bin seit 4 Jahren verheiratet,wir sind aber schon fast 15Jahre zusammen und haben 2 Töchter (11J. und 8J.).
    Nun ist es so, dass mein Mann und ich nur noch am Streiten sind. Ständig macht er mich für unseren Streit verantwortlich oder meine Eltern. Ich habe ihm zuliebe sogar den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen,was mir nicht leicht gefallen ist.
    Als mein Mann für 2 Jahre in München beruflich unterwegs war und wir nur eine Wochenendbeziehung hatten,war alles ganz anders und immer wunderschön. Aber seitdem er wieder beruflich in Berlin tätig ist und wir uns jeden Tag sehen und auch der Alltag mit den Kindern da ist,funktioniert unsere Ehe einfach nicht mehr richtig. Der Sex ist noch das Einzige was Spaß mit ihm macht und wir uns bei diesem Thema zu 100% verstehen. Alles andere, angefangen bei den Kindern läuft ein paar Tage gut,dann gibt es wieder Zoff. Er flüchtet dann immer von zu Hause,ist mit Freunden unterwegs oder verbringt die Abende im Wettbüro,angeblich nur um Fußball zu gucken.
    Ich sitze dann immer jeden Abend alleine zu Hause,bringe die Kinder ins Bett und sitze dann alleine vor dem TV.
    Ganz schlimm wurde es jetzt vor ca. 3Wochen. Ich hatte einen schweren Autounfall vor 2 Monaten,war auf seine Hilfe angewiesen. Anfangs hat er sich wirklich rührend um mich gekümmert und geholfen wo er nur konnte,doch dann auf einmal der Einbruch…er zog sich immer mehr zurück,ließ mich mit den Kindern alleine,war nur unterwegs und kam immer später und betrunken nach Hause. Wenn ich mit ihm reden wollte,war er zu müde. Ich wusste nicht,was mit ihm los war. Nun habe ich ihn dann endlich zur Rede stellen können und er meinte, er will und kann das alles nicht mehr. Die ganze Welt dreht sich seit Wochen nur um mich. Jeden den er trifft,fragt wie es mir geht. Ob ich mich erholt habe vom Autounfall. Und niemand fragt ihn,wie es ihm geht…seitdem ist bei uns Funkstille. Er meidet die Mädchen und mich, ist wieder jeden Abend unterwegs, kommt betrunken nach Hause, hat letzten Monat sogar innerhalb von 2 wochen 300€ an Fußballwetten verspielt. Arbeiten geht er auch nicht mehr, da er gekündigt wurde, was ich auch nur durch Zufall erfahren habe.
    Die Kinder sagen auch schon, Mama trenn dich, ohne ihn sind wir besser dran. Sie nennen ihn nicht mal mehr „Papa“. Nur noch „der“, „er“. Ich weiß einfach nicht mehr weiter, denke schon an Trennung.

  20. Hallo Sandra,
    eine Beziehung ist wie ein Garten. Damit da was Schönes wächst und nicht nur irgendwas, braucht man Zeit, Aufmerksamkeit und Pflege.
    Die haben Sie für Ihre Beziehung definitiv zu wenig: 5 Kinder, 2 Jobs und dann noch Fernbeziehung. Wie soll das gut gehen?
    Ihre Beziehung steht eben gefühlsmäßig nicht an erster Stelle, sondern unter ferner leifen. Deswegen die Eifersucht, die Missverständnisse und die fehlende Zeit, diese wieder auszuräumen.
    Ihr Leben klingt sehr, sehr anstrengend. Vielleicht übernehmen Sie sich mit all dem.

  21. Sandra sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    ich führe seit 5 Jahren eine Fernbeziehung (60km) mit meinem Freund. Er hat drei Kinder, davon lebt noch ein Sohn bei ihm (16), ich habe auch zwei Kinder bei mir(13 Mädchen,16 Junge), fast Vollzeit arbeiten und ein Haus zu versorgen.
    Wir hatten die ersten zwei Jahre eine unvergessliche Zeit dann kamen immer mehr Probleme. Wir telefonieren und reden sehr sehr viel, vielleicht zu viel. Für mich ist diese Bindung per Telefon oder whatsapp sehr wichtig.
    Aber ein falsches Wort und wir streiten ohne Ende.
    Sehr oft fallen verletzende Worte, auch oft von meiner Seite dass er doch die Beziehung beenden soll wenn es ihm zu anstrengend ist. Ich raste regelrecht aus. Ich fordere oder verlange im Prinzip nur mehr Aufmerksamkeit und mehr Absprache mit ihm. Er ist eigentlich ein Einzelgänger, Südländer, Diabetiker und in meinen Augen ein sehr egoistischer Mensch.
    Diese Seite hat mir sehr geholfen, weiß aber nicht wirklich in welche Richtung ich noch denken soll.
    Am Samstag eskalierte es richtig und er meinte er braucht seine Ruhe, hat keine Kraft zu diskutieren und will mich nicht sehen.
    Abends um 6 steht er dann doch bei mir vor der Tür, das verstehe ich dann nicht.
    Wir haben wenig Zeit füreinander wegen der Fernbeziehung (jedes zweite WE, und das auch nur stundenweise) Wenn wir zusammen sind ist es auch sehr harmonisch. Nur wenn wir auseinander sind fällt er in ein Muster das komisch ist. Melde ich mich nicht weil er seine Ruhe will, fragt er warum ich mich nicht melde. Melde ich mich bei ihm kommt lange keine Antwort. Es ist ein Teufelskreis.
    Vertrauen und Eifersucht kommt bei einer Fernbeziehung auch noch ins Spiel.
    Zusammenziehen haben wir von Anfang an gesagt ,dass wir das jetzt nicht machen wegen den Kindern. – auch mit dem wissen dass es noch paar Jahre so gehen müsse. Aber inzwischen bin ich der Meinung das ist nur ein Selbstschutz von ihm. Ihm wird es zu eng.
    Und er betont immer er kann nicht wegen seinem „Kind“. Das ist zu 80 % immer der Grund.
    Am Samstag kam dann auch noch der Satz es ist vielleicht besser sich zu trennen, dass er mich vor sich schützen kann. Weil er so ist wie er ist, weil er so launisch ist, weil wir nicht mehr so zueinander sind wie am Anfang. Das sind für mich aber fadenscheinige Argumente. Und ich weiß ob nicht mehr ein noch aus.
    Ich liebe ihn und möchte ihn nicht verlieren da für mich die Positiven Seiten absolut im Vordergrund stehen und ich sehr schnell verzeihen und vergessen kann. Er ist ein sehr negativ denkender Mensch. Dazu kommt noch die Belastung dass seine zwei älteren Söhne keinen Kontakt zu ihm wollen. Das belastet ihn sehr, zwangsläufig auch unsere Beziehung. Er stellt sich als schlechten Vater hin und ist nur noch mit Selbstkritik beschäftigt.
    Was kann ich tun?

  22. Hallo Lisa,
    Ihr Partner hat ein Aggressionsproblem und übernimmt keine Verantwortung dafür.
    Wenn er wütend ist und mitunter handgreiflich wird, will er Ihr „Beisein und das Gefühl das ich für ihn da bin und ihn ernstnehme.“
    Das ist zu viel verlangt. Bei Agressionen geht man ja automatisch in Deckung und will sich schützen aber auf jeden Fall erst mal Distanz zum Anderen.
    Ihr Partner scheint eher eine Mutter zu wollen, die ihm alles verzeiht als eine Partnerin auf Augenhöhe.
    Sich helfen lassen will er sich auch nicht.
    Sie sollen alles ertragen und wieder lieb sein.
    Sie müssen sich gut überlegen, ob Sie das weiter mitmachen wollen.

  23. Lisa sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    in meiner Verzweiflung bin ich nun auf auf Ihre Seite gestoßen und erhoffe mir eine Meinung.
    Mein Partner und ich sind seid über 5 Jahren ein Paar.
    Durch verschiedene Arten mit Konflikten umzugehen, ich bin adoptiert wurde als Kind geschlagen und ziehe mich bei Aggression sofort zurück und mache dicht, er ist der Aggressivere der sofort alles ausdiskutieren muss, gab es schon mehrfach Probleme und Konflikte.

    So verstehen wir uns wochenlang super und alle paar Monate entsteht aus dem Nichts ein Riesenstreit. Dies hat sich in den letzten Jahren schon sehr reduziert durch das jeweilige arbeiten aneinander. Nun wurden die letzten Wochen /Monate durch gegenseitiges öffnen nochmals harmonischer und inniger.
    Nun gab es vor einer Woche wieder einen schlimmen Streit da mein Partner dachte ich hätte ihn betrogen, weil er eine Nachricht auf meinem Handy von einem Kollegen gefunden hatte. Die war harmlos.

    Bevor er wusste worum es dort ging, ist er total ausgeflippt und ist auch handgreiflich geworden, was mich total schockiert hat, zwar war Handgreiflichkeit in Streits bei uns auch früher schon Thema aber dies hatte sich extrem gelegt.
    Er hat zwar sofort kurz darauf seine Reue beteuert und war selbst fertig mit den Nerven, sagte das er in diesem Moment so Angst hatte das ich ihn betrogen hätte.
    Wir haben mehrfach über die Situation gesprochen ich habe ihm auch vermittelt wie schlecht es mir damit geht und das ich so etwas nie mehr erleben will. Aber irgendwie ist mein Vertrauen kaputt.
    Ich liebe ihn und unsere Beziehung ist ansonsten respekt- und liebevoll. Ich weiß nicht wohin mit mir.
    Ich will mit ihm zusammen bleiben aber auf der anderen Seite fühl ich mich mies.
    Einen Therapeuten zu Rate ziehen will er nicht.
    Er sagte er braucht in solchen Situationen, wenn er wütend wird und sich von mir verletzt fühlt, mein Beisein und das Gefühl das ich für ihn da bin und ihn ernstnehme.
    Ich weiß nicht ob ich ihm die Chance nochmal geben soll.

    Vielen Dank

  24. Ja, der Aspekt mit der emotionalen Verbindung ist viel zu wenig bekannt – aber entscheidend.
    Und diese Verbundenheit ist leicht störbar. Durch Streits, Missverständnisse, Respekt- oder Lieblosigkeiten – und was man dafür hält.
    Deshalb ist es so wichtig, achtsam für einander zu sein und zu spüren, wenn der andere dabei ist, sich emotional zurückzuziehen, weil er gekränkt oder verletzt ist.
    Dann ist es Zeit für einen Rettungsversuch: „Ist irgendwas?“ „Ziehst du dich gerade zurück? Hat dich was gestört?“
    Dann zuhören, nicht rechtfertigen, sondern die Erfahrung des anderen zu verstehen suchen. Und sich gegebenenfalls entschuldigen: „Tut mir leid, dass ich das gemacht habe/dass das so bei dir angekommen ist.“

  25. Iris sagt

    Stimmt !
    Mein Mann und ich versuchen immer wieder aufeinander zuzugehen und landenim Gestrüpp des Negativen.
    Dann gehen wir wieder aufeinander anderen zu.
    Aus der Vogelperspektive unsere Verbundenheit zu sehen und dass wir zusammenbleiben wollen, ist der Grund dass wir zusammen sind. Die Beratung hat genau dies festgestellt, doch Gesprächsstrategien halfen nicht.

    Wie gesagt hilft mir Ihre Betonung der emotionalen Verbundenheit und der Angst dessen nicht sicher zu sein, oder diese zu verlieren. Wir besuchen immer wieder Orte unserer Vergangenheit oder unternehmen immer wieder uns Verbindendes.

    Bisher landeten wir immer wieder im Negativen und nach ihrem Artikel wurde mir klar, dass dahinter die Angst steckt, dem anderen nicht wirklich wichtig zu sein und allein gelassen zu werden.
    Bisher sah ich meinen Mann mit egozentrisch- narzistischen Zügen behaftet und mich mit helferkranken Ideen behaftet. Doch das greift zu kurz und trifft es nicht wirklich, denn wir sind beide selbstbewusst und stehen jeder im Leben.
    Der tiefere Grund der Abdriften ins Negative ist die Angst, unsere Bindung zu verlieren.
    Danke, danke, danke !

  26. Hallo,
    ich glaube, Sie müssen allein oder mit Ihrem Partner daran arbeiten, was Sie so tief verletzt hat. So erkläre ich mir Ihre Wut und Ihren Rückzug.
    Mit Zusammnenreißen erreichen Sie da nichts. Professionelle Hilfe ist da der bessere Weg. Am besten eine tiefenpsychologisch fundierte Begleitung.

  27. Dani sagt

    Hallo,
    das ist offen gesagt für mich der erste wirklich hilfreiche Artikel. Ich erkenne uns und einige unsere Probleme durch und durch wieder. Ich hoffe es ist nicht zu spät, an diesem Thema anzusetzen.
    Allerdings: Wie kann ich mit meinen Gefühlen am besten in schwierigen Situationen umgehen? Mein Vertrauen wurde tief erschüttert. Wir probieren es nochmal und ich will es wirklich, aber ich erwische mich immer wieder, dass ich völlig unbegründet wütend werde (also wegen Kleinigkeiten, mit denen er größtenteils nicht mal was zu tun hat) und mich gleichzeitig zurück ziehe. Ich erkenne zwar im gleichen Moment,dass ich gerade genau das Falsche mache, komme da aber in der Situation einfach nicht raus. Wie kann ich mich selber zusammenreißen, damit ich überhaupt dazu kommen kann, diesen Teufelskreis aufzulösen? Und wie reiße ich meine Mauer ein?
    Viele Grüße,
    Dani

  28. Hallo, ein sehr schöner Artikel. Ich finde auch, dass sich die Paare heute alle viel zu früh trennen, weil es oft scheinbar einfacher ist. Doch sie vergessen, dass die wahre Liebe nicht an jeder Ecke zu finden ist. Auch denke ich, dass wir verlernt haben wirklich zu lieben. Denn Liebe bedeutet nicht zu verlangen, den anderen ändern zu wollen, den Menschen an einen Binden zu wollen. Für mich bedeutet Liebe den Partner frei zu lassen, seine Bedürfnisse zu respektieren und sie zu erfüllen, Vertrauen, Respekt. Natürlich sind alle emotional abhängig und die Liebe ist eine Liebe aus Angst und nicht der Freude. Wir haben angst den Partner zu verlieren, nicht gut genug zu sein und noch vieles mehr.

  29. Hallo Angelika,
    es wäre schon hilfreich herauszufinden, warum Sie nach der Hochzeit noch heftiger streiten. Möglicherweise passen Sie einfach nicht zusammen, wissen das beide aber trauen sich nicht, es sich einzugestehen. Streits sorgen immer für Distanz. Mit Hilfe einer guten Paartherapie müssten Sie herausfinden können, warum sie beide so viel Distanz brauchen.

  30. Angelika sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    Ich bin nach vielen verzweifelten Wochen nun auf Ihre Seite gestoßen. Mein Mann und ich streiten momentan nur noch. Keiner kann dem anderen irgend etwas recht machen. Bei der kleinsten kritischen Äußerung geht jeder sofort an die Decke. Jeder fühlt sich vernachlässigt und nicht gesehen.
    Nach eineinhalb wirklich kritischen Jahren – ich hätte mich im Januar diesen Jahres eigentlich von ihm getrennt wegen unserem dauernden Streit – hat sich mein Mann wirklich Mühe gegeben, wurde zugänglicher und übte weniger Kritik an mir. Ich blieb bei ihm und wir heirateten vor zweieinhalb Monaten. Nun sind unsere Streits seit einem Monat heftiger als je zuvor. Ich habe auch keine Lust mehr, ständig an die vielen „Kleinigkeiten“ zu denken, die wir (mein Sohn und ich) seiner Meinung nach falsch machen: falsch oder nicht lüften, Badematte nicht aufräumen, …) dabei ist es so, dass an mir fast die gesamte Hausarbeit lastet, weil er diese nicht sieht, zu erschöpft ist, etc. Ich koche täglich, kaufe alles nötige ein, erledige den Hausputz… Ich habe auch einen Vollzeitjob und kümmere mich zusätzlich allein um meinen 16jährigen Sohn.
    Ich mag nicht mehr, kann nicht mehr, ziehe mich immer mehr zurück und mache mein Ding. Inzwischen will ich nur noch meine Ruhe. War es falsch zu heiraten? Was soll ich tun? Wirklich gehen? Oder es noch ein erneutes Mal versuchen?
    Es ist so ermüdend, da jeder Gesprächsversuch in einem noch heftigeren Streit endet…

    In der Hoffnung auf eine helfende Antwort

    Angelika

  31. Tanja sagt

    Ja Sinn macht es schon , ich selbst kämpfe diesen Kampf sagen und schreibe seit 24 Jahren.
    Leider ist Alkohol im Spiel, mal viel , mal mehr mal weniger , aber er ist immer wichtiger als Die Familie, und mir fällt zuwendung deshalb nicht leicht. dadurch leben wir seit Jahren getrennt von Tisch und Bett .
    Emotionale Verbundheit nur noch was die Kinder und die Tiere und die Firma betrifft.
    #Mnchmal eskaliert es weil bedürfnisse hochkommen die unbefriedigt bleiben.
    Wenn man sich darauf besinnt dass es viele Menschen gibt die nichts zu essen haben gehts einem aber bald wieder besser.
    Vielleicht sollte es Therapien geben die einem helfen damit zu leben statt sich immer im Kampf zu fühlen .

  32. Nancy Nentwig sagt

    Hallo

    Das kommt mir wie ein dejav’ue vor genauso ist es bei uns gelaufen.

  33. RubyN sagt

    ***Was langjährige Paare anders machen als geschiedene ist: sie haben die Fähigkeit, sich einander immer wieder zuzuwenden – auch während oder nach einem Streit.***

    …stimmt, einer muss sich permanent unterordnen, dann klappt es logisch! Nur, dann bleibt einer in seiner Entwicklung stehen.Traurigoder?!

  34. Ich verwende für die Partnerbeziehung oft den Vergleich mit einem Garten. Man muss sich nicht um einen Garten kümmern. Irgendwas wächst immer. Aber wenn man im Garten ein Rosenbeet haben möchte, braucht das Zeit, Aufmerksamkeit und Pflege.
    Mit der Beziehung ist es genauso.

  35. Kati sagt

    ich selbst habe ähnliches auch schon festgestellt.aber mir ist auch aufgefallen,dass mein mann und auch ich,immer wieder den moment finden,indem wir aufeinander zu gehen.selbst nach der affäre meines mannes gibt es diese momente des aufeinander zu gehens und rational,vernünftig und verzeihend miteinander umgehens.dennoch haben wir auch sehr viele probleme im umgang miteinander,wenn es um das streiten geht.oft werden grenzen überschritten,was den anderen verletzt.auch schwelende konflikte,die nicht ausgesprochen werden gibt es leider.dies führte mitunter auch zu der affäre.eins ist uns beiden jedenfalls klar geworden,man muss immer an sich selbst und der ehe oder partnerschaft arbeiten. es darf nie selbstverständlich werden,dass der andere bei einem ist.

  36. Hallo an alle Diskussionsteilnehmer,

    Bedingungslose Liebe ist das beste Mittel um eine Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
    Ich habe mit mit miner Frau oft gestritten. Vor ca 1 Jahr fing ich an nur zu „geben“ ohne etwas zurückzufordern, weder psychisch noch physisch – und das funktioniert super. Natürlich „stolpere“ ich machnchmal auf meinem Weg, aber grundsätlich ist diese eine Tatsache, seinem Lebenspartner bedingungslose Liebe zu geben, meiner Meinung nach, mindestens genau so viel Wert wie all die Bücher zu diesem Thema
    Nicht stark genug dafür – selber schuld?
    DANKE

  37. Hallo liebe Frau Richter,
    es ist ja eine „freiwillige“ Abhängigkeit in einer Liebesbeziehung, nicht die Abhängigkeit einer Geisel in der Hand eines Erpressers.
    Und ja, der andere hat Macht über mich, weil ich sie ihm gebe. Das merkt man ja an der Sorge, wenn der Partner eine ernste Krankheit hat. Man leidet mit, würde gern vieles tun, auch weil man ihn nicht verlieren möchte und an ihm „hängt“.

    Zur Abhängigkeit gehört natürlich als Gegengewicht die Autonomie. Also die Fähigkeit, sich immer wieder auch vom Partner zu lösen und etwas Eigenes zu machen. Ein Partner, der dauernd auf seine Unabhängigkeit pocht und sich dieser auch häufig zu vergewissern sucht, hat ja Angst vor der eigenen Abhängigkeit.

    Danke für Ihren Kommentar.

  38. …die emotionale Abhängigkeit vom anderen anzuerkennen…??????
    Geb ich damit nicht Verantwortung und auch Macht an meinen Partner ab?
    Kann sich denn ein Partner wirklich frei entwickeln, wenn er weiss, der andere ist von ihm emotional abhängig? Macht er dann nicht Dinge, dem anderen zu liebe, die ihm aber nicht unbedingt gut tun?
    Wie viele Lieben wurden durch emotionale Erpressung und das „Ich brauch dich“ nicht schon getötet?

    Toller Roman über Liebe, Freundschaft und Partnerschaft: Die Glut von S. Marai.

    Dass wir so ziemlich 1:1 die Herkunfstfamilie nachleben, wird insbesondere dann so extentiell, wenn in einer „eigentlich“ guten Partnerschaft kleine Mißverständnisse dem einen den Boden wegziehen: meistens ist es etwas Ungelöstes aus der Herkunftsfamilie und hat nichts mit dem Partner zu tun.
    Hier kann ein systemisch arbeitender Paarth. schnell erlösende Klarheit bringen.

    Gelungene Kommunikation beim Streiten? VW Regel! Nicht vorwerfen, sondern wünschen – läßt dem anderen noch was anderes, als wütende Verteidigung.

  39. Hallo Andrea,
    mit dem Reifegrad haben Sie Recht. Schuld zuschieben und sich rechtfertigen ist einfacher. Das beherrschen ja schon Fünfjährige.

  40. Sehr guter Artikel. Ich werde mich bei der nächsten Streitigkeit versuchen zu erinnern 🙂
    Und darin liegt für mich auch die Herausforderung: Zur Umsetzung bedarf es schon eines gewissen Reifegrads der beiden Partner! Nicht ganz einfach, aber lohnenswert.

  41. Hallo Herr Homeyer,
    ja, Paarbeziehungen dürfen auch zu „vorzeitig“ enden. Manchmal verliert sich die Liebe oder einer will einen Weg gehen, den der andere nicht mitgehen mag. Aber die meisten Paare trennen sich meiner Meinung nach wegen gegenseitiger Projektionen und ungelöster Konflikte aus der Herkunftsfamilie, die man mit dem Partner reinszeniert.
    Die in meinem Artikel beschriebene fehlende emotionale Bindung ist oft die Folge davon – und das Wiederanknüpfen daran manchmal auch die Rettung.

    Danke für Ihren Kommentar.

  42. Michael Homeyer sagt

    Ein neuer wirklich guter Blickwinkel zur Lösung schwieriger Paarkonstellkationen. Gute Ergänzung zu David Schnarch oder systemischen Ansätzen wie von Bert Hellinger oder kommunikativen von de Shazer.

    Besser kommunizieren, Einsichten in traumatische Kindheitserlebnisse, Entwicklung stabiler Persönlichkeit und Selbstliebe und die Anerkennung emotionaler Abhängigkeit können wertvolle Impulse geben: Meiner Meinung nach muss man immer schauen, was wann wen am besten unterstützt.

    Eine Paarbeziehung darf auch zu Ende gehen. Nicht immer ist die rechte Zeit für Lösung, und wenn man sich noch so anstrengt, trotz der Fähigkeit sich immer wieder zuzuwenden.

  43. Hätte ich diese Zusammenhänge gekannt und anerkannt, hätte ich mir vielleicht viele Schwierigkeiten ersparen können, toller Artikel

  44. Hallo,
    Kommunikationstechniken an sich schaden nicht. Die Crux damit ist: wenn einen die Gefühle überkommen, sind oft auch die besten Absichten, richtig zu kommunizieren, weg. Dann kann man aber immer noch seine eigenen Gefühle ausdrücken und an die Gefühle des Partners andocken.

  45. Interessanter Ansatz. Mit dem Gedanken, dass Kommunikationstechniken in Liebesbeziehungen nicht helfen sollen muss ich mich noch anfreunden. Ansonsten super Artikel. Danke!

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