Es
gibt kaum ein besseres Werkzeug, um Diskussionen, Konflikte und sonstige schwierige Gesprächssituationen zu entkrampfen als Ich-Botschaften.
Sie sorgen schnell dafür, dass das Gespräch persönlicher wird und wirken fast immer deeskalierend.
Ich-Botschaften sind dann “richtige” Ich-Botschaften, wenn sie nur und ausschließlich Ihre Eindrücke, Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse ausdrücken, ohne dem Empfänger dafür die Verantwortung zuzuschieben – auch nicht “unterschwellig”.
Ein Satz wie “Ich fühle mich missverstanden” drückt nicht Ihre Gefühle aus, sondern Ihre Interpretation oder Ihre Meinung darüber, was Ihr Gesprächspartner von Ihnen verstanden hat. Und woher wollen Sie das wissen?
Die folgenden vier Schritte haben sich in Konfliktsituationen, beim Feedback oder in schwierigen Gesprächen sehr bewährt (hier erläutert am Beispiel eines Seminarteilnehmers, der – aus welchen Gründen auch immer – nicht “bei der Sache ist” und sich daher mit seinem Nachbarn unterhält.)
1. Beobachtung ohne Bewertung ausdrücken
(bzw. Beobachtung und Bewertung klar trennen). Beispiel: “Wenn Sie sich mit Ihrem Nachbarn unterhalten, während ich Ihnen etwas erzähle …”
Wichtig: Wörter wie “immer”, “dauernd”, “oft”, “ständig” vermeiden, sie stellen eine unterschwellige Bewertung dar und führen meist dazu, dass der oder die Angesprochene sich unzulässig bewertet fühlt.
2. Gefühle ausdrücken.
Beispiel: ”… bin ich unsicher (irritiert, frustriert…)” Wichtig: Viele Begriffe, die wir für Gefühle benutzen, drücken eine Bewertung des Empfängers aus, so z.B. missverstanden, unterdrückt, missbraucht, getäuscht etc.
3. Eigene Bedürfnisse ausdrücken.
Beispiel: ”… weil ich die Akzeptanz/Unterstützung der Teilnehmer brauche”. Negative Gefühle entstehen, weil Ihre Bedürfnisse nicht erfüllt sind und nicht, weil Ihr Gegenüber sich so oder so verhält. Also nicht “Ich bin ärgerlich, weil Sie…”, sondern “Ich bin ärgerlich, weil ich … brauche”!
4. Eine Bitte formulieren.
Beispiel: “Ich bitte Sie, mir zu sagen, ob Sie das Thema langweilt oder ob Sie sonst irgend etwas stört.” Die Bitte stellt die “Brücke” dar, über die die Kommunikation mit dem Empfänger wieder in Gang gebracht wird. Wichtig: Eine Bitte ist keine Forderung! Sie können niemand dazu zwingen, Ihre Bedürfnisse zu erfüllen, auch wenn Sie das vielleicht häufig glauben. Falls Sie es doch versuchen, bekommen Sie früher oder später die Quittung dafür.
Diese vier Schritte lassen sich hervorragend in der Konfliktbearbeitung, bei Feedback-Runden oder anderen “schwierigen” Gesprächen einsetzen.
Vorsicht: Auch eine Ich-Botschaft kann eine Du-Botschaft enthalten.
Beispiele: “Ich fühle mich missverstanden!”, “Ich habe das Gefühl, Sie nehmen mich nicht ernst!”, “Ich fühle mich betrogen.” etc.
Diese Sätze kommen beim Empfänger garantiert als Kritik und Anschuldigung an (Und nebenbei bemerkt: Sie waren meist auch so gedacht.). Die Konsequenzen sind: Der Konflikt eskaliert weiter, es kommt zu Verteidigungen, weiteren Anschuldigungen etc.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit Ich-Botschaften?
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Lese ich später!







Der Artikel handelt vom Thema GFK
was für Gewalt-Freie-Kommunikation steht.
Ich finde die Methode interessant doch ist es schwer diese in die Praxis umzusetzen…
üben üben üben und sich von Enttäuschungen nicht davon abwenden. Vielmehr sind Enttäuschungen vorprogrammiert und somit Teil des Erfolges…..
Hier noch ein Artikel zu diesem Thema.
Dieser Artikel hat mich sehr zum Denken angeregt. Es ist wirklich nicht einfach so eine Botschaft zu formulieren ohne eine Wertung mit zu integrieren. Nicht nur im beruflichen Umfeld sollte das Berücksichtigt werden.
Danke.
[...] [...]
Wie formuliert man Ich-Botschaften? http://www.persoenlichkeits-blog.de/article/27/wie-formuliert-man-ich-botschaften
[...] man Ich-Botschaften in einem Gespräch verwendet, können Sie in diesem Blog-Beitrag [...]
[...] Aber – was sagt man dann statt dessen? Eine gute Alternative sind Ich-Botschaften [...]