Warum wir zu einer Exzellenzgesellschaft aufbrechen müssen.

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Buchbesprechungen

Rezension von Gunther Duecks neuem Buch. Deutschland befindet sich im Strukturwandel. Das passiert alle paar Jahrzehnte. Ausgehend von der Agrargesellschaft, befinden wir uns gegenwärtig im Übergang von der Industrialisierung zur Dienstleistungsgesellschaft. Doch ganze Branchen, die einst unsere Wirtschaftskraft ausmachten, sind vom Niedergang bedroht.  Immer mehr Arbeitsplätze für Menschen mit niedriger und mittlerer beruflicher Qualifikation werden in Billiglohnländer ausgelagert.

Auf der anderen Seite trägt ein immer größerer Anteil des Dienstleistungsbereichs zu der Wertschöpfung in hochindustrialisierten Volkswirtschaften bei. Ist also die Dienstleistungsgesellschaft in der Lage, jene Jobs zu schaffen, die durch das Verschwinden von Industriebetrieben und die Verlagerung von Produktionen in Billiglohnländer wegfallen?

Nein, sagt Gunter Dueck, Mathematiker, Informatiker bei IBM, und bekannter Querdenker,   und stellt mit seinem neuen Buch eine These mit provozierenden Forderungen auf:  AUFBRECHEN!: Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen.

Der Ruf nach Eliten oder Exzellenz ist ja kein Thema, mit dem man in Deutschland allzu großen Beifall erntet, wie der jüngste Exzellenz-Wettbewerb um die besten Universitäten zeigte. Doch Gunter Dueck geht es nicht um die Exzellenz von einigen wenigen Institutionen, sondern um mehr Exzellenz für uns alle.

Den westlichen Gesellschaften drohen Elite und Slum.

So seine Prophezeiung. Einerseits – so seine These – wird es  in naher Zukunft vor allem wenige hoch bezahlte Jobs in der Steuerung von Prozessen geben, auf der anderen Seite viele Menschen, die neue Jobs suchen, aber keine finden, weil sie nicht gut genug ausgebildet sind.

Dueck glaubt nicht an die Versprechungen der Dienstleistungsgesellschaft. Denn ganz viele Dienstleistungen werden nach den Regeln der Effizienzsteigerung entweder wegrationalisiert und vor allem automatisiert. Bereits in den letzten Jahren wurden ja immer mehr Aufgaben, für das es früher Personal gab, an den Kunden delegiert.

  • Während meiner Sparkassenlehre gehörte zu jeder Zweigstelle ein Kassierer und etliche Angestellte, die Auszahlungsbelege ausstellten oder die Kontoauszüge überreichten. Heute holen wir unser Geld und die Auszüge vom Bankautomaten selber.
  • Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als es Tankwarte gab? Heute findet man die nur noch an wenigen Tankstellen und den Service muss man extra zahlen.
  • Bei IKEA oder manchen Baumärkten kann man seine Waren schon selber scannen, zahlt mit der Kreditkarte – kein Personal ist nötig.
  • Fahre ich mal mit der Bahn, suche ich mir im Internet die Verbindung raus und drucke den Fahrschein selber aus. Ich finde das besser, da ich nicht in einer Schlange warten muss auf jemand am Serviceschalter, der – wie Tests zeigen – bei den vielen Preisrabatten nicht mal immer die preisgünstigste Variante weiß.
  • In ein paar Jahren werden die RFID-Chips auch die letzten Damen und Herren an den Supermarktkassen ersetzt haben. Man rollt mit seinem Einkaufswagen an einem Terminal vorbei, durch die Chips wird alles erfasst, Rechnung ausgedruckt, Betrag abgebucht fertig.

Will man nicht nicht ebenso wegrationalisiert werden, muss man so viel Bildung erworben haben, dass man die Dienstleistungen erbringen kann, die noch nicht automatisierbar sind.

Hier eine Leseprobe:

„Die Lage ist wirklich sehr ernst. Ich will Ihnen zeigen, wie die Dienstleistungsberufe in den nächsten Jahren gnadenlos optimiert und automatisiert werden. Vielleicht die Hälfte aller Deutschen wird sich einen neuen Job suchen müssen oder in einen anderen hineinwachsen. Ja, es gibt einen Niedergang vieler lieb gewonnener und klassischer Berufe, aber auf der anderen Seite auch viele aufstrebende Bereiche in mehr akademischen, technischen und kreativen Sektoren, wo es sich gut arbeiten lässt. Den Niedergang menschlicher Berufe durch Automatisierung halten wir nicht auf. Er vollzieht sich automatisch im Zuge von normalen Effizienzbestrebungen, die wir langsam schon als „Sparwahn“ empfinden.

Wir müssen mit der Entrüstung aufhören, uns verabschieden und umorientieren. Ich könnte sagen: Deutschland als Land muss sich einen neuen Job suchen. Den gibt es! Fragen Sie nicht immer wieder, als wollten Sie, dass es besser keine Antwort darauf gäbe, auf die hin man hart arbeiten muss: „Wo gibt es gut bezahlte, interessante und erfüllende Arbeit?“ Die gibt es, ganz klar: in einer Exzellenzgesellschaft. Das muss eine Wissensgesellschaft sein, in die wir alle mitnehmen, eine ganz und gar unelitäre Veranstaltung. Exzellenz für alle, die wir am besten nach bewusster Entscheidung plan- und druckvoll aufbauen müssen AUFBRECHEN! Das ist die Forderung der Zeit. Wir dürfen nicht festkleben an alten Strukturen und müssen uns als Land und Kultur in eine neue Zeit transformieren.

Internet und Computer automatisieren vieles von „uns“ bis über jede Schmerzgrenze hinaus, aber sie machen auch technisch den Weg in eine neue Gesellschaft frei. Lassen Sie mich die Dramatik des Geschehens durch Beispiele aus Ihrem Alltag aufhellen:

Erinnern Sie sich an den letzten Besuch Ihres Versicherungsvertreters, der Ihr neues Auto versichert hat. Er schreibt den halben Fahrzeugschein ab, ganz gewissenhaft die ellenlange Fahrgestellnummer, und blättert in Risikotabellen. Er diskutiert mit Ihnen, wie viele Kilometer Sie im Jahr zurücklegen und ob die Markise vor dem Haus als schützender Carport im Sinne der Versicherung gewertet werden kann. Zur Sicherheit schreibt er, wie bei jedem Besuch, die Nummer des Kontos auf, von dem die Lastschriften abgehen. Das Ganze dauert eine halbe Stunde, dazu kommen An- und Abfahrt und die Telefonate zur Terminvereinbarung. Der Agent fährt dann nach Hause und bucht alles richtig ein. Die Versicherung wiederum… Verstehen Sie? Es kostet eine solide Stunde der Versicherung, also etwa 80 Euro und eine gute Stunde von Ihnen selbst, vielleicht 20 Euro in entgangenem Lohn, also 100 Euro. Das sind mehr als 300 Dosen Tomaten oder mehr als 65 Hähnchen!

Und ich sage Ihnen: In näherer Zukunft bekommen Sie eine Autoscheckkarte beim Autokauf dazu! Die zeigt man einem Versicherungsautomaten (der ähnlich aussieht wie die Automaten beim Einchecken im Flughafen) oder dem „Internet“. Piep! Alle Autodaten sind sofort im Automaten drin! Der fragt Sie: „Wollen Sie es zu denselben Konditionen wie das alte Auto versichern? Ja? Nein?“ Sie tippen „Ja“ und das wars schon. Die Kosten? 10 Cents für den Versicherer und ein paar Euro Ihrer eigenen Zeit. Dienstleistungen wie beispielsweise das Abschließen von Versicherungen bestehen nüchtern besehen lediglich aus dem Erfassen und Eintippen von Daten aus einem System in ein anderes. Solche Arbeit ist manuelle Datenverarbeitung mit einem Lächeln dazu.

Dienstleistungen sind im Vergleich zur Produktivität der Industrie atemberaubend ineffizient und werden in Zukunft durch Computer automatisiert, eben weil sie vom Charakter her „Datenübertragung“ sind. Da drängt sich ein Computer doch direkt auf! Und alle der Datenübertragung oder -verarbeitung ähnlichen Berufe sind dabei zu verschwinden oder sich entscheidend zu wandeln.

Der Computer übernimmt die Arbeiten vieler, vieler Menschen! Diese Arbeiten werden zwar nach wie vor verrichtet, aber nicht von uns!

Deshalb verschwinden nicht die Dienstleistungen an sich. Wir werden nur keine typische Dienstleistungsgesellschaft mehr sein, in der sehr viele von uns noch Dienstleistungen im klassischen Sinn erbringen.“

„Studium für alle!“

ist eine der zentralen Forderung von für mehr Bildungsmöglichkeiten für breitere Schichten von Dueck, der nicht umsonst bei IBM „The wild duck“ genannt wird:


Soweit die Diagnose bzw. die Vorhersage, was wir in den nächsten Jahren in Deutschland erleben werden. Doch wie sieht nach Duecks Ansicht die Therapie aus?

Seiner Meinung nach folgt auf die Agrar-, Industrie- und Dienstleistungskultur die Wissenskultur. Brain-Jobs in IT-, Umwelt-, Medizin-, Gen-, Nano- und Biotechnologie. Diese sind jetzt schon da – aber es sind zu wenige. „Berufe der Premiumservices und der Wissensgesellschaft verlangen multikompetente Menschen.“ Das geht nur über mehr und umfassendere Bildung.

Bildung muss wieder attraktiv und begehrenswert sein und nicht als lästige und unbequeme Pflicht erlebt werden. Das heißt, dass schon in der Schule Lernbegeisterung mehr geweckt wird. Denn für die künftige Exzellenzgesellschaft brauchen wir multikompetente Arbeitskräfte.

Jeder braucht über sein Spezialgebiet hinaus Kenntnisse in anderen Bereichen. Er sollte

  • auch gut reden und etwas präsentieren können,
  • etwas von Psychologie, Kommunikation und Führung verstehen,
  • Konflikte bewältigen und verhandeln können,
  • einen Computer bedienen,
  • Prozesse verstehen,
  • sein eigenes Lernen managen  und so weiter.

Was der Staat tun muss

Der Autor ist überzeugt, dass der Staat für den Weg in die Exzellenzgesellschaft die Rahmenbedingungen schaffen muss. Das dürfe man nicht der freien Wirtschaft überlassen. Unser Weg in eine Exzellenzgesellschaft führt vom Subventions- zum Investitionsstaat, der die notwendige Infrastruktur von Wissen und Bildung bereitstellt.

Aus der Fülle seiner Vorschläge hier die wichtigsten:

  • Superschnelle Datenhighways statt Fernstraßen, denn in der nahen Zukunft müssen möglichst alle mit neuen Technologien vertraut sein.
  • Das Bildungssystem muss flexibler werden, um vielfach kompetente Persönlichkeiten hervorzubringen. Vor allem die Möglichkeit für alle, das Abitur zu machen.
  • Besonders gefördert werden sollen vor allem die sogenannten MINT-Fächer (Medizin, Ingenieurswesen, Naturwissenschaften und Technologie). Mit Spitzenkräften v.a. in diesen Disziplinen können wir in Deutschland Wohlstand generieren.
  • Wichtig werden „Culture Technologies“. Neben der Fachkompetenz also auch Fähigkeiten im sozialen, interkulturellen und interdisziplinären Bereich, sowie Selbst-, Sprach-, Lernkompetenzen.  Diese „Culture Technologies“ können die technischen Mittel vereinigen und via Internet für umfassende Lernmöglichkeiten sorgen. So könnte Deutschland auch hier „Exportweltmeister“ von Wissen und Bildungstechnologien werden.
  • Eine Exzellenzgesellschaft muss aber auch mehr die Werte des des Gemeinsinns und der Meisterschaft jedes Einzelnen pflegen. Eher ein t freundschaftliches Wetteifern miteinander als ein gnadenloser Konkurrenzkampf.

Mein Fazit:

Aufbrechen ist ein schöner, doppeldeutiger Begriff. Wir in Deutschland müssen aufbrechen. Und zwar in eine andere Richtung. Hin zu mehr Bildung für mehr alle. Wenn man sieht, wie seit Jahren die Anzahl der Schulen und die Lehrstühle vermindert, Schul- und Studienjahre gekürzt werden, begreift man, dass wir unsere Bildungsanstrengungen verstärken müssen.  Einen Schlamper- und Betrügerstaat wie Griechenland mit Milliarden retten und aus Kostengründen  von Studenten Studiengebühren und Büchergelder fordern, passt schlecht zusammen.

Aufbrechen aus der Komfortzone namens „Es wird schon irgendwie gut gehen“ oder „Der Staat muss mehr tun“ zu mehr Selbstverantwortung für jeden Einzelnen.

Aufbrechen müssen wir aber auch einige alte Denkstrukturen. Zum Beispiel, dass wir statt in sterbende Technologien oder tote Wirtschaftszweige mehr in Bildung investieren.

Das Buch rüttelt auf, legt den Finger in die Wunde und zeigt Therapiemöglichkeiten. Ich hoffe, dass es noch mehr bewegt als das Buch von Thilo Sarrazin, wo viele ja auch hofften, indem man einige unglückliche Aussagen kritisierte, man gleich die ganze Botschaft entsorgen könne.

Der Autor selbst ist skeptisch, ob seine Ideen Wirklichkeit werden. Es gibt keine Partei, die solch ein Programm besitzt oder es auch wirklich umsetzen will. Und selbst wenn es dieses gäbe, würde man es schnell als utopischen Versuch, Wählerstimmen zu fangen, abqualifizieren.

Doch um Duecks Ideen umzusetzen, ist ein Umdenken bei vielen Menschen und nicht zuletzt Politikern nötig. Am besten, Sie und ich  fangen gleich damit an.

Unbequemen Vor- und Querdenkern ergeht es ja meist so: erst werden Sie verlacht, dann bekämpft und dann werden Ihre Aussagen allgemeine Tatsachen.

Ich habe Gunter Dueck beim Mittagessen während des TEDx RheinNeckar Kongresses kennenlernt und wir unterhielten uns über die psychologischen Hindernisse bei Veränderungen. Hier sein Vortrag:

httpv://www.youtube.com/watch?v=Optk-gYgFo8&

Duecks Homepage. Follow him on Twitter.

Hier noch drei Rezensionen von anderen Querdenkern:
„Spuren statt Staub“ – Warum Ihre Arbeit Sinn machen muss.
„Nur Tote bleiben liegen“ (beide von Anja Förster und Peter Kreuz“
„Die Kunst, kein Egoist zu sein“ von Richard David Precht

Das Neue in Unternehmen entsteht v.a. durch eine andere Form des Dialogs miteinander. Hierzu eine gute Präsentation:

Oder hier als lesenswerter Artikel von Susanne Ehmer.

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Foto: © – istock.com, G. Dueck

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

22 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Hinweis auf das gute Buch. Es zeigt, dass große Veränderungen in der Gesellschafft stattfinden werden, ob das nun gut findet oder nicht, lassen wir mal außen vor.

  2. Karl Hinkel sagt

    die beste Basis für ein gesichertes Fundament sind gute Grundlagen

  3. Auch ich gehe mit den Thesen des Buchs völlig dàccord. aber ich wage zu bezweifeln, dass diese Forderungen mehr als eine schöne Utopie sein können in Zeiten, in denen selbsternannte Experten nach einer oberflächlichen Beschäftigung mit ihrem Gebiet fernab von universitärer Bildung Vorträge halten können und dabei beweisen, dass es eben diese umfassende Bildung nicht braucht. Wir müssen weg vom schönen Schein, der leider durch manche Errungenschaften der Informationsgesellschaft mit hervorgerufen wurde, hin zu wirklich fundierter, umfassender Bildung und echter Exzellenz.

  4. Vielleicht sollten wir einfach einen Schritt zurücktreten und sehen, was in anderen Kulturen diese Art von „Fortschritt“ bringt …

  5. Hallo Herr Achter,
    die Denkleistung sieht man eben meist nicht direkt, man müsste sie erschliessen durch Nachdenken, und das liegt nicht jedem.

    Mit anderen Worten: man muss diese Denkleistung, die dahinter steckt, manchmal auch kommunizieren, also „verkaufen“.

    Freut mich, dass Sie die Denkleistung, die in diesem Blog steckt, erkannt haben und Sie Ihnen so gut gefällt.
    Danke für Ihren Beitrag.

  6. Bernd Klaus Achter sagt

    Ich finde Ihre Artikel immer wieder interessant und erfrischend – im Sinne eines Denkanstoßes. Darum steht Ihr Blog auf meinem Feed-Reader auch ganz oben (schmeichel…).
    Was Sie eingangs Ihres Textes (und auch in Folge stellenweise) beschreiben, gilt ja nicht nur für Deutschland, sondern auch für Österreich. Ich bin überzeugt, daß dieses „Aufbrechen“ zuerst in den Köpfen der Menschen stattfinden muß und sich erst in weiterer Folge auf Wirtschaft und Gesellschaft niederschlagen wird. Also ein umgekehrter Chunk, wenn man so will. Ich bin in der Dienstleistungsbranche und einer Produktionsbranche selbständig. Im Dienstleistungsbereich wird immer über Notwendigkeit, Preis und den Faktor „Warum was Neues, Anderes. Das haben wir immer so gemacht diskutiert!“ Im Produktionsbereich kosten eben 500 Gramm Schrauben, Kekese, Erde halt mal so und so viel.
    Das Problem der Gesellschaft (in Ö und ev. auch in D.) ist, zu erkennen, daß Denkleistung – und darauf beruht ja unsere Dienstleistungsgesellschaft – ebenso monetär abgegolten werden muß wie Produktionsleistung (Ergebnis eben: 1 Kilogramm Schrauben oder 1 Kilogramm Kekse).
    Erst unlängst hatte ich den Fall, daß ein potentieller Kunde mir sagte, DAS – also ein Angebot für eine bestimmte Leistung – IST SCHON TEUER. Aber, er hatte keinen Vergleich. Das „ist schon teuer“ war also letztendlich persönliches Empfinden: wieviel ist mir was Wert.
    Und zum Schluß: da liegt der Hund begraben – es geht in der Dienstleistungsgesellschaft in erster Linie (neben Qualität, Zuverlässigkeit usw bla bla bla) um Wertschätzung der (Denk-)Leistung, der Ausführung einer Leistung und der Persönlichkeit des Gegenübers.
    Ganz zum Schluß: vielfach fehlt in großen Teilen der Gesellschaft/Wirtschaft folgendes: Wertschätzung, Respekt, Höflichkeit, Dankbarkeit & Anerkennung (weil es nicht selbstverständlich ist, daß man Sonntag um 14 Uhr ein Fotoshooting macht oder Hinweisschilder montiert).
    Sind diese Faktoren erfüllt, klappts auch mit der Dienstleistungsgesellschaft.
    Grüße aus Wien

  7. Hallo Michael,
    gefallen mir sehr gut Ihre Ergänzungen.

    Sie schreiben: „Diese innere Haltung ist eine zustimmende, zutiefst dankbare Haltung, in der man sich verbunden fühlt.“ Ich glaube, diese Verbundenheit erlebt man zuerst vor allem über gute Beziehungserfahrungen zu Menschen – und dadurch zum Leben und vielleicht später auch zu etwas „Höherem“.

    Danke für Ihre Antwort.

  8. Michael H. sagt

    Guten morgen Herr Kopp-Wichmann,

    vielen Dank für Ihren ergänzenden Kommentar.

    Ich schrieb, dass Rilke die Grazie, den Sinn und die Dynamik der Veränderung in unvergleichlich schöner Poesie verdichtet hat.

    Das Eigentliche, die Voraussetzungen dafür in der inneren persönlichen Haltung schreibt er im Brief an seine Liebste, zunächst Ehefrau, später gute Freundin (ecce!).
    Man braucht etwas Geduld, um sich hineinzufinden; ich bin dann von der Wucht seiner Beschreibung erfasst worden.

    Wie, wenn wir das Schicksal nicht als etwas von außen auf uns stürzendes, sondern im Inneren selbst Kreiertes erfahren und nach außen Gespiegeltes verstehen.
    Wie kann sich dann Veränderung entwickeln, wenn wir in unser Inneres das als Gast empfangen und gestalten, was uns zunächst als fremd und bedrohlich erschien.
    Was passierte, wenn wir uns für Veränderungen, dieses Neue, was in uns eintritt, dieses Unbekannte, durchlässiger zeigen würden und unseren Widerstand reduzieren könnten?
    Den Widerstand als Verbündeten begrüßen würden, der unsere Prozesse bereichert, indem er sie verschlankt, überflüssiges entfernen lässt und uns fokussiert auf das Ziel.

    Der Umgang mit Veränderungen kann meiner Ansicht nach besser gelingen, wenn sich die innere Haltung, eine Art spirituelles Vertrauen zu den Bewegungen in der Welt entwickelt. Daher reichen Verhaltensänderungen, psychologische Arbeit und erst recht politische Ansätze vermutlich nicht tief genug.

    Diese innere Haltung ist eine zustimmende, zutiefst dankbare Haltung, in der man sich verbunden fühlt. Der „geläuterte Draht“ zum höheren Selbst oder Geist oder wie auch immer zählt dazu. Ist diese Haltung uns fremd geworden. Ich meine ja.
    Sie ist aktiv, handelnd, entschlossen und mutig, wenn die Zeit da ist.

    „(…) aber es sprechen viele Anzeichen dafür, dass die Zukunft in solcher Weise in uns eintritt, um sich in uns zu verwandeln, lange bevor sie geschieht. (…)“

    Ich grüße Sie herzlich
    Michael H.

  9. Herzlichen Dank an alle Leser und insbesonders an die Kommentatoren.

    @Silvia Es ist natürlich auch der enorme Preisdruck, der von uns Konsumenten ausgeht, warum die Menschen an der Supermarktkasse wegautomatisiert werden. Siehe Hähnchen für 1,50 €

    @Karl Schönes Beispiel von Ihnen, wie Kindern durch individuelle Förderung geholfen kann. Und auch das könnte oder sollte im Kindergarten beginnen. Nicht nur für Migrantenkinder, sondern für alle, die es brauchen.

    @Christoph Ich sehe das genauso, dass in Unternehmen nicht die offiziellen Regeln, die überall stehen, bestimmend sind. Sondern die inoffiziellen Regeln, die nirgends stehen aber die meisten sich danach verhalten. Und da ist Dialogführen oft nicht vorgesehen, sondern REcht behalten, sich durchsetzen, Ego-Shooting.

    @Jörg-Christoph Entscheidend finde ich immer die individuellen Prägungen aus der eigenen Biografie. Also jene Einstellungen, Glaubenssätze, die man für richtig hält, ohne sie überprüfen zu können, weil man damit völlig identifiziert ist.

    @Michael u. Gunter Ich finde das Gedicht sehr schön und passend. Und wird für mich nicht durch die Lebensführung von Rilke beeinträchtigt. Worte – wie auch Ihre starke Rede bei TEDx RehinNeckar können eine Menge bewegen. Ideal ist natürlich, wenn jemand das, was er predigt nicht nru vorträumt, sondern auch lebt.

  10. Wolle die Wandlung! Oh Rilke! Das sind wunderschöne Zitate von Lyrikern, aber es kommt darauf an, wirklich zu wollen! Davon verstand Rilke wahrscheinlich nichts, oder? Ich stehle einen Satz aus dem Leben Rilkes aus dem Internet:

    Freud berichtet, „daß sie dem großen, im Leben ziemlich hilflosen Dichter Rainer Maria Rilke zugleich Muse und sorgsame Mutter gewesen war …“ (Sigmund Freuds Gedenkworte zum Tode Lou Andreas-Salomés, 1937)

    Wir müssen nicht von rührenden Mahnern lernen, sondern von maßgebenden Menschen…

    Nichts gegen Rilke, seine Prachtausgabe steht hier neben mir, und ich war auch schon am Balkon des Duineser Schlosses, auf dem er die Elegien schrieb…

    Wollen ist anders…mir fällt Nietzsche ein, der den Übermenschen beschreibt, aber im wirklich Leben auch recht „matt“ war. Da denke ich oft, dass wir etwas anderes brauchen als diese genialen Beschreibungen…

  11. Michael H. sagt

    Grazie, Sinn und Dynamik von Veränderungsprozessen hat Rilke wunderschön verdichtet:

    Wolle die Wandlung.
    0 sei für die Flamme begeistert, drin sich ein Ding dir entzieht,
    das mit Verwandlungen prunkt;
    jener entwerfende Geist, der weither das Irdische meistert,
    liebt in dem Schwung der Figur nichts wie den
    wendenden Punkt.
    Was sich ins Bleiben verschließt, schon ins das Erstarrte:
    wähnt es sich sicher im Schutz des unscheinbaren Grau’s?
    Warte, ein Härtestes warnt aus der Ferne das Harte.
    Wer sich als Quelle ergießt, den erkennt die Erkennung;
    und sie führt ihn entzückt durch das heiter Geschaffne,
    das mit Anfang oft schließt und mit Ende beginnt.
    Jeder glückliche Raum ist Kind oder Enkel von Trennung,
    den sie staunend durchgehn. Und die verwandelte Daphne
    will, seit sie lorbeern fühlt, daß du dich wandelst
    in Wind.
    Rainer Maria Rilke

    Desire change. Let change be your guiding star!

  12. Danke für den Hinweis auf das Buch. Es zeigt auf, was uns mit großer Wahrscheinlichkeit bevorsteht und was man tun kann, um nicht von den Umwälzungen überrascht zu werden. So wie Sie es beschreiben, eher auf der kollektiven Ebene (Gesellschaft, Staat) als auf der individuellen Ebene.

    Aus meiner Sicht ist für das Individuum nicht nur Wissen erforderlich, sondern auch Erkenntnis. Was ist der Unterschied? Die Bereitschaft, etwas anders zu machen, als man es bisher gemacht hat. Alte Gewohnheiten loslassen, sich von liebgewonnenen Vorstellungen von sich selbst und von seiner Umwelt zu trennen. Sich von Prägungen durch Herkunft, Ausbildung, Beruf und die damit verbundenen Kollektiven zu verabschieden. Ohne Vertrauen in die eigene Kraft, Kontakt mit den eigenen Ressourcen, ohne Lebensfreude und Interesse an anderen Menschen ist das nicht zu schaffen.

    Jörg-Christoph Lüttgau
    Feinstoffberater NDGM, Berlin

  13. Christoph Schlachte sagt

    Herr Kopp-Wichmann, das spricht mich sehr an. Ich denke ähnlich darüber. Ein Freund von mir war lange in leitender Position in China für einen deutschen Konzern. Er arbeitete mit knapp 1000 Chinesen die alle sehr gut qualifiziert und ausgebildet waren (Studium, Englisch, teilweise im Ausland MBA). Es war eine professionelle Arbeit. Eines ging jedoch nicht: Verbesserungen im Team erarbeiten. Was können wir hier an Prozessen und Strukturen verbessern, damit wir besser werden? Dies führte zu „Schweigen“. Kein älterer Mitarbeiter oder ranghöherer Chef darf sein „Gesicht“ verlieren.

    Das ist unser Glück und unsere Chance. Denn nachbauen, das können sie schon jetzt. Stellen Sie sich vor die Chinesen schaffen es noch innovativ und kreativ zu sein?

    Das Zeitfenster müssen wir nutzen und unsere Kompetenzen und Fähigkeiten ständig erweitern und neue „Dinge: Produktideen“ effektiv erfinden und entwickeln.

    Dafür brauchen wir selbständige Denker (WISSENSARBEITER) – auch in Unternehmen. Besonders dort müssen wir Organisationskulturen schaffen, die die Potentialentwicklung optimal unterstützt. Dinge konstruktiv in Frage stellen und neue Ideen entwickeln.

    Das klingt leicht und einsichtig:

    Doch es gibt die die Gewohnheit und Machtstrukturen in Organisationen, die das teilweise unwillkürlich, teilweisse bewusst verhindern. „Wir können über alles reden / Wir sind dialogorientiert“ – so kann man in vielen Leitbildern lesen. Doch was passiert denn, wenn einer zum Vorstand geht und Fehlentwicklungen thematisiert. Wird ihn gesagt, na endlich kommt einer und spricht es aus, oder lass uns das genau analysieren?
    Und der Vorstand denkt sich sicher nichts schlechtes dabei, wenn er „barsch“ wird. Aus seiner subjektiven Sicht.

    Wir verstehen was, wir verstehen wollen.

    Wir müssen lernen mehr in Verantwortung zu agieren und zu handeln. Wir müssen lernen uns und unsere Organisationen konstruktiv in Frage zu stellen. Wir müssen lernen, dass Dialog ein wesentliches Kulturelement ist, um für das „Beste“ konstruktiv zu „kämpfen“. Veränderung ist möglich. Wir müssen es wollen.

    Prima, dass es solche Bücher gibt, die Impulse setzen. Nun, geht es an die Umsetzung.

    Beste Grüße

    Christoph Schlachte

  14. Karl Hinkel sagt

    Richtig, Kaufland Köln: ein Tiefkühlhähnchen unter 1,50 Euros.
    Keine Ahnung was das ist.

    Es wird wohl das Allerschwerste, diese Sattgesellschaft zur Exzellenzgesellschaft zu entwickeln, zur exzellenten Essgesellschaft. Ab heute läuft im ARD die Themenwoche Ernährung. Beginnend heute 15.25 Uhr mit „Frisch auf den Müll“ – ist ja auch vieles Sondermüll, was wir verzehren.
    Auf unserem Bauernhof gabs Sonntags ein Suppenhuhn für die Großfamilie. Zuerst einfangen, rupfen… ansonsten Gemüse, Kartoffeln, Selbstversorgung. Wenn man kennt, wo alles herkommt, weiß wie es sein sollte, dann sieht man auch die schon lange laufende Katastrophe. Nicht nur mit den Billighähnchen. Was braucht der Mensch wirklich?

  15. @ Frau S und Hähnchen: Der Bauer bekommt weniger als die Hälfte des Preises bei ALDI. Sie haben vielleicht gehört, dass der Bauer für 1 Liter Milch 35 Cent bekommt. Bei Aldi kosten 1100 Gramm Hähnchenschenkel im VERKAUF so etwa 2 Euro, der Bauer bekommt dann wohl nur 70 Cents? Die Hähnchen müssen noch geschlachtet werden etc…Wie viel muss also der Bauer für 100 Euro liefern?
    Bitte rechnen Sie doch vorher nach…

  16. Vielen Dank für die bisherigen ausführlichen und klugen Beiträge.

    Habe heute gerade auf TEDx RheinNeckar Gunter Dueck beim Mittagsimbiß kennengelernt und seinen tollen Vortrag gehört. Zum Thema „Exzellenz“ sagte er u.a., dass es – vor allem unter den Älteren – immer noch zu viele „Digital immigrants“ gäbe. Das wäre das wahre Integrationsproblem hierzulande. 😉

  17. Karl Hinkel sagt

    Die übersättigte Gesellschaft, die ja gerade gut unterhalten auf 3D umsteigt, scheint wie der Versuch, den absoluten Schatten zu messen, oder diesen festzuhalten. Die Veränderungen aber machen, wie der Autor ausführt, immer mehr Licht an. Will man also überhaupt noch einen Schatten sehen, muß man sich bewegen, das man drauf steht. Müssen sich alle bewegen, ständig.

    Den Artikel habe ich ausgedruckt, einige Notizen am Rande auf Grund persönlicher und aktueller Erlebnisse gemacht.
    Klar, für die Umsetzung muss richtig was passieren.
    Aber es gibt auch Zwangsläufigkeiten, Selbstreinigungsprozesse und eine Self-Fulfilling-Prophecy der Prophezeihung, dass das pure Überleben unserer wertvollen Gesellschaft vieles von dem verwirklichen wird, was hier vorgeschlagen wird.
    Den Pessimismus vieler teile ich nicht.
    Zu dem Portfolio der „Fähigkeiten multikompetenter Arbeitskräfte“ möchte ich ungedingt noch folgenden Punkt ergänzen:
    – aktives, bewusstes Angstmanagement und heraus aus der Angstlähmung, (wie finanziere ich das Auto, das ich brauche, um zu einer Arbeit zu fahren, die man macht, um das Auto zu bezahlen, mit dem man zu einer Arbeit fährt, die man nicht mag, die man aber macht, um das Auto… und was ist, wenn ich meine Arbeit verliere, die jeder machen kann, von der man selbst nicht mehr überzeugt ist…)
    da nur angstfreie Exzellenzmitbürger volle Leistung erbringen und Kindern entsprechende Entwicklungschancen bieten können.
    Daher möchte ich im folgenden Absatz „Was der Staat tun muss“ noch unterbringen:
    – Kinder, Kleinkinder und Schulkinder müssen achtsam und partnerschaftlich behandelt werden.- Man kann nicht Quantität der Zeit durch Qualität und schon gar nicht durch U-Elektronik ersetzen. Die beste Basis für ein gesichertes Fundament sind gute Grundlagen.
    – Quereinsteiger, Querdenker, die „New-Edisons“ brauchen mehr Beachtung und Respekt.
    – mehr heard-involvement, weg von unbeseeltem Tun nur der Gewinne wegen, die ja doch nur bei anonymen Aktionären landen, fette Katzen noch reicher machen.

    Hier in Köln durften wir in letzter Zeit erleben, wie allein die Neuwahl eines anderen Bürgermeisters viele positiven Veränderungen in kurzer Zeit bewirkten. Ich denke, das geht hier so weiter. Danach ist eine katastrophale Erfahrung mit dem früheren Wirtschaftsförderungsamt vergessen. Manchmal sind es nur die Schlüsselfiguren, die die Suppe richtig rum rühren müssen.
    Schönes Wochenende. Karl

    Vor acht Jahren kam ein Schüler. Die Lehrerin sagte: „Das ist immer so ein trauriges Kind, den stecken wir in die Sonderschule, dann ist Ruhe.“ „Tun Sie das mal nicht, wenn Sie keine Zeit für Schüler haben, dann machen wir das eben“, war die Antwort. Der Junge kam jeden Tag. Deutsch, Mathe, Chemie, Physik, Englisch – alles konnte der, alles habe ich aufgefrischt. Wunderbar. Der hat seine Realschule mit 2,5 abgeschlossen, das Abi auch, studiert mit viel Erfolg und viel Herz jetzt Ingenieurwesen. Und wisst Ihr, was das bedeutet, durchgängig das Vertrauen von einem Teenager zu bekommen. Keine Problemkinder. Mitglieder einer Exzellenzgesellschaft. Das ist endlos multiplizierbar. Glaubt mir das bitte.

  18. Silvia Wolf sagt

    Excellenter Artikel, der das ausspricht, womit ich schon seit Jahren über ins Leere – sprich ins Desinteresse laufe. Dienstleistung ist solange automatisierbar, wie kein richtiger Servicegedanke und handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten dahinter stehen.

    Einige Leistungen lassen sich nicht über Automaten und RFID Chips lösen.
    Und das sind meiner Meinung nach die Bereiche, wo gelehrt wird, wo der DIENST am Menschen gefragt ist. Klar, ich kann per Chipkarte mal eben schnell mein Auto versichern lassen. Aber wenn ich eine wirklich Beratung haben will, kann das der Automat nicht gewährleisten.
    Nicht nur Deutschland muss umdenken.

    Es kann nicht angehen, dass wir im Sevicebereich und in den Dienstleistungen ( Gaststättengewerbe, Gesundheitswesen) immer weniger qualifizierte Arbeitnehmer haben, weil die Arbeitgeber nichts bezahlen wollen. Und die Menschen immer weniger bereit sind, sich qualifizieren zu lassen unter der Prämisse, dass die Qualifikation weder gefragt – noch bezahlt wird. Ich bin in meiner Branche ein gutes Beispiel dafür.

    Die Ausbildungen müssen weit mehr vermitteln können als das reine Fachwissen. Hier geht es auch um die Vermittlung und Stärkung von Sozialkompetenzen. Wir können es uns nicht leisten, zu polarisieren. Eine Gruppe der extrem gut ausgebildeten Leute, die entsprechend das Geld auch dafür verdienen, nutzt nichts, wenn der Rest in den einfacheren Arbeiten im Hartz IV landet. Da sage ich nur Douglas Adams hatte Recht mit seinem „Per Anhalter durch die Galaxis.“ Wenn die unteren – „niederen“ Arbeiten nicht mehr ausgeführt werden können von Menschen, die diese Arbeiten auch machen, kann die „Elite“ nicht überleben. Denn die haben das Handwerkliche vor lauter Prozessdenken irgendwann mal – verlernt.

    Danke für den tollen Artikel!

  19. Julian Valkieser sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    wunderbare Zusammenfassung zu den Inhalten. Ich habe das Buch zwar nicht gelesen, aber überflogen und möchte zu dieser Debatte noch folgendes Argument beifügen. Und zwar wird viel zu selten das lebenslange Lernen beleuchtet. Hier geht es immer nur um das Studium. Ich bin in meinem letzten Blogeintrag auf meiner Seite auf das kontinuierliche Lernen eingegangen, was ich selbst viel wichtiger erachte, als ein mehr an reinen Studiumsplätzen. Beispiele hier sind das „Aufbrechen“ der 5-Tage-Arbeitswoche in eine 4+1 Woche… oder von mir prophezeite 3+2 Woche 😉

    Beste Grüße

    Julian

  20. Hallo Herr Hauck,
    ich teile ein Stück Ihren Pessimismus über die Aufnahmebereitschaft von vielen für diese Thesen. So Dinge brauchen immer Zeit und viele Wiederholungen. Aber so war es mit den Botschaften von Loki Schmidt (Blume des Jahres), Greenpeace (Rettet die Wale) oder den Grünen (Müll trennen) anfangs ja auch. Erst belächeln, dann bekämpfen – bis einiges davon doch als wichtig und unverzichtbar gilt.

    Danke für Ihren Beitrag.

  21. Frau S. sagt

    Zitat Gunter Dueck:
    „Jeder braucht über sein Spezialgebiet hinaus Kenntnisse in anderen Bereichen.“

    bitte Herr Dueck – erweitern Sie Ihre Kenntnisse über den Wert eines Hähnchens !

    “ … also 100 Euro. Das sind mehr als 300 Dosen Tomaten oder mehr als 65 Hähnchen!!“

    im Interviev erklärt Herr Dueck er komme selbst vom Bauernhof

    65 Hähnchen für 100 Euro ?

    never … !

  22. Gute Thesen, ein sehr lesenswertes Buch. Aber leider wieder Thesen, die zwar in sich richtg und wichtig sind,aber vermutlich ungehört verhallen. Wir leben in einer Zeit starken Wandels aber im Moment habe ich das Gefühl, dass die Entscheider wie die drei Affen weitermachen wie bisher und Augen, Ohren und Mund verschliessen.
    Ich empfehle jedem Dueck zu lesen, gute und oft provokante Thesen. Auch immer gut der Daily Dueck zu abonnieren unter http://www.omnisophie.com

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