Warum innere Achtsamkeit so wichtig ist.

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Karriere / Methoden

Zeit können wir nicht erleben. Nur diesen einen Moment.

Achtsamkeit ist das wichtigste Werkzeug der Selbsterkenntnis.

Immer mal wieder wurde ich gefragt, ob ich nicht ein kürzeres Seminar als drei Tage hätte. Sozusagen als Schnupperseminar und als ersten Einstieg in das Kennenlernen von sich selbst. Das gibt es jetzt.

Innere Achtsamkeit wird  immer mehr als ein zentraler Wirkfaktor in Coaching, Therapie und anderen Veränderungsmethoden anerkannt. Sie verhilft zu mehr Bewusstheit, dem Abbau von Stress, vertiefter Entspannung.Viele Formen der Meditation nutzen innere Achtsamkeit als Weg der Selbsterkenntnis.

Ein  guter Artikel dazu erschien dazu in der Trainerzeitschrift „managerseminare“: Achtsamkeit im Coaching mit sich selbst und anderen

Was bedeutet Achtsamkeit?

Ich lernte innere Achtsamkeit vor dreißig Jahren im Rahmen meiner HAKOMI-Ausbildung bei Ron Kurtz kennen. Seitdem hat dieses Werkzeug meinen Arbeitsstil wesentlich geprägt.

Mit Achtsamkeit schaltet man um vom Alltagsbewusstsein auf eine Wahrnehmung nach innen. So kann man erleben, wie man Eindrücke und Wahrnehmungen innen subjektiv bewertet und interpretiert. Wie wir unsere Welt erleben, hängt im Wesentlichen davon ab, wie wir sie – meist unbewusst- interpretieren. Jeder konstruiert sich seine eigene Welt und lebt darin.

Zum besseren Verständnis  vom „Nutzen“ der Achtsamkeit hierzu einige Texte:

Das Leben ist jetzt – nicht später!

Lange hatte es für mich so ausgesehen,
als ob mein Leben gleich anfangen würde –
mein wirkliches Leben.
Aber immer war noch irgend etwas im Wege:
Etwas, was ich erst noch kriegen müsste,
Zeit, die erst noch vergehen müsste,
eine Schuld, die erst noch abgetragen werden müsste.
Aber dann würde mein Leben beginnen.
Schließlich dämmerte mir,
dass diese Hindernisse
mein wirkliches Leben waren.

Thomas Merton

Abwaschen, um abzuwaschen

Wenn man abwäscht, sollte man nur abwaschen, d. h. man sollte sich dabei völlig bewusst sein, dass man abwäscht. Auf den ersten Blick mag das ein wenig albern erscheinen. Warum sollte man solches Gewicht auf eine so einfache Sache legen? Aber das ist genau der Punkt: Die Tatsache, dass ich hier stehe und diese Schalen abwasche, ist eine wunderbare Wirklichkeit. Ich bin völlig ich selbst, folge meinem Atem und bin mir meiner Gegenwart, meiner Gedanken und Handlungen bewusst. Ich kann so unmöglich unbewusst umhergeschleudert werden wie eine Flasche, die von den Wellen hin und her geworfen wird. … Es gibt zwei Arten, Geschirr zu spülen. Einmal, damit man hinterher sauberes Geschirr hat, und die zweite Art besteht darin, abzuwaschen, um abzuwaschen.

Thich Nhat Hanh, Das Wunder der Achtsamkeit

Die Kraft der Gegenwart

Mach dir einfach ganz intensiv den gegenwärtigen Moment bewusst. In deinem alltäglichen Leben kannst du das mit jeder Routinehandlung üben, die sonst nur ein Mittel zum Zweck ist. Gib ihr deine volle Aufmerksamkeit, so dass sie zum Zweck selber wird. Wann immer du beispielsweise die Treppen zu Hause oder bei der Arbeit hinauf- oder hinuntergehst, achte genau auf jeden Schritt, jede Bewegung, auch auf deinen Atem.
Sei ganz gegenwärtig. Oder wenn du deine Hände wäschst, gib allen Sinneswahrnehmungen, die dazugehören, deine Aufmerksamkeit: dem Geräusch und Gefühl des Wassers, der Bewegung deiner Hände, dem Duft der Seife und so weiter. Oder wenn du in dein Auto steigst, halte einen Moment lang inne, nachdem du die Türe geschlossen hast und beobachte deinen Atemfluss. Werde dir eines stillen, aber kraftvollen Gefühls von Gegenwärtigkeit bewusst.
Es gibt ein sicheres Kriterium, an dem du deinen Erfolg mit dieser Übung messen kannst: Den Grad an Frieden, den du in dir spürst.

Eckhart Tolle, Jetzt!

Jede kleinste Aktion

Jede kleinste Aktion, die wir vollziehen – die Stiege hinaufgehen, die Türe öffnen, die Hände waschen, an der roten Ampel warten – sollte von großer innerer Wachheit begleitet werden.

Wenn wir zur Arbeit gehen oder zum Bahnhof oder zum Einkaufen, dann haben wir einen ganz anderen Schritt. Wir sind nicht mehr bei uns selber. Wir sind nicht mehr im Augenblick. Wir sind nicht mehr im Leben. Leben ist daher nur im Augenblick.
Es gibt so viele Gelegenheiten, wirkliches Leben einzuüben, d. h. ganz bei uns zu sein, ganz bei dem zu sein, was wir tun. Es mag dann vielleicht schwer fallen, zu lesen und gleichzeitig Musik zu hören. Es geht nicht zusammen. Ich möchte es noch viel banaler ausdrücken: Man sollte nicht mit der Zeitung auf die Toilette gehen.
Wir haben wieder zu lernen, wie man isst, Salat putzt, zur Arbeit geht, Feierabend macht. So mancher, der sich auf den Zenweg oder auf den Weg zur Kontemplation macht, hat verkehrte Erwartungen. Satori ist im Augenblick. Es ist nicht ein von der Welt abgehobener Zustand, sondern die Erfahrung der Welt in diesem Augenblick.

Willigis Jäger, Suche nach dem Sinn des Lebens

Meditation und Atemübungen in der Schule

Meditation, Atemübungen, Vorstellungsübungen im entspannten Zustand können die seelische Gesundheit erheblich fördern. Sie fördern die innere Ruhe und Entspannung, lassen uns die Bedeutung von Ereignissen besser für uns selbst sehen …
Und wenn wir als Lehrer einmal am Tag oder auch in fast jeder Unterrichtsstunde 1 bis 5 Minuten lang derartige Übungen im Klassenraum mit unseren Schülern gemeinsam machen, so fördern wir die seelische Gesundheit von uns und unseren Schülern. Wir ermöglichen es den Schülern, mehr in sich selbst zentriert zu sein.
Und falls die Zeit zu knapp sein sollte: Auch nur eine Minute lang das Bewusstsein auf die eigene Atmung zu zentrieren ist hilfreich. Diese Übungen sind nicht Selbstzweck. Sie können wesentlich dazu beitragen, dass wir meditativer in unserem Alltag leben, mit einem größeren Bewusstsein für das, was wir in jedem Moment fühlen und tun. Die Auswirkungen für das seelische und soziale Klima in einer Schule würden enorm sein, wenn Lehrer in ihren Klassen kurze Zeit diese Übungen machten und selbst mehr meditativ leben würden.

Reinhard Tausch

Wenn wir still sitzen

Wenn wir still sitzen und einfach nur ein- und ausatmen, entwickeln wir Kraft, Konzentration und Klarheit.

Thich Nhat Hanh, Heute achtsam leben

Die Kraft der Gegenwart

Mach dir einfach ganz intensiv den gegenwärtigen Moment bewusst.

In deinem alltäglichen Leben kannst du das mit jeder Routinehandlung üben, die sonst nur ein Mittel zum Zweck ist. Gib ihr deine volle Aufmerksamkeit, so dass sie zum Zweck selber wird. Wann immer du beispielsweise die Treppen zu Hause oder bei der Arbeit hinauf- oder hinuntergehst, achte genau auf jeden Schritt, jede Bewegung, auch auf deinen Atem. Sei ganz gegenwärtig. Oder wenn du deine Hände wäschst, gib allen Sinneswahrnehmungen, die dazugehören, deine Aufmerksamkeit: dem Geräusch und Gefühl des Wassers, der Bewegung deiner Hände, dem Duft der Seife und so weiter. Oder wenn du in dein Auto steigst, halte einen Moment lang inne, nachdem du die Türe geschlossen hast und beobachte deinen Atemfluss. Werde dir eines stillen, aber kraftvollen Gefühls von Gegenwärtigkeit bewusst. Es gibt ein sicheres Kriterium, an dem du deinen Erfolg mit dieser Übung messen kannst: Den Grad an Frieden, den du in dir spürst.

Eckhart Tolle, Jetzt!

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Foto: © Photocase.com
Die Texte habe ich bei Christoph Simma gefunden

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

5 Kommentare

  1. Nach 20 Jahren „spiritueller“ Arbeit weiß ich : Dabei sein ist alles!

    Es gibt wirklich nichts schöneres als in der eigenen inneren Quelle zu baden – immer zu und immer neu- in jedem Moment.
    Es sprudelt aus sich selbst heraus und hat keinen Anfang und kein Ende.
    Und das Wunderbare daran ist: Es ist im Grunde so einfach! …und es ist für jeden!
    Es ist ja nicht nur so, dass wir im Jetzt sind, sondern wir SIND das Jetzt.

    Gelebte Achtsamkeit ist meiner Meinung nach die Antwort auf so einige ungelöste Fragen der Neuzeit.
    Stress, Angst, empfundener Mangel, Gier…you name it…

    Und die gute Nachricht ist:
    Gelebte Achtsamkeit ist ansteckend und ich hoffe sehr, dass viele Menschen sich anstecken lassen.
    Deshalb freue ich mich immer, wenn jemand einen kleinen oder großen Beitrag dazu leistet, dass „Achtsamkeit“ neue Freunde findet.

    Hier ist noch ein Link zu einem Beitrag, den ich im Januar hier veröffentlicht habe.
    http://karrierebibel.de/dabei-sein-ist-alles-wie-sie-achtsam-durch-den-alltag-kommen/

    Ein herzlicher Gruß von Birgit

  2. Völlig richtig, Herr Hepp.

    Manche wollen viel zu schnell etwas loslassen ohne etwas wirklich besessen oder sich erworben zu haben.

  3. Ich lerne gerade in meiner Ausbildung zum Traumatherapeuten nach Peter Levine, wie wirksam es sein kann auf der einen Seite sehr achtsam mit sich zu leben und den Körper immer dazuzuholen. Nicht wegzudriften sondern bei sich zu bleiben. Um dadurch seine eigene Bandbreite der Handlungsoptionen zu erhöhen und präsenter zu werden.

    Noch eine Idee zum Thema loslassen – es gibt noch einen zweiten Satz dazu „Man kann nur das loslassen, was man schon einmal in Händen hatte“.

    Grüße vom sonnigen Ammersee,
    Volker Hepp

  4. Liebe Frau Theisen,
    der Satz von Ihnen „Wir können nur loslassen, was wir bewußt wahrnehmen“ gefällt mir. Ich erlebe das manchmal in meinen Persönlichkeitsseminaren, wenn wir mit dem Satz arbeiten: „Du musst nichts mehr beweisen.“ Wer den in Achtsamkeit hört, kann beobachten, wie sich in der nächsten Sekunde seine Schultern senken. Und das Interessante dabei: hätte man ihm vorher empfohlen, seine Schultern loszulassen, hätte er gesagt: „Aber die sind ganz entspannt.“ Wir können nur ändern, was uns bewusst ist.

    Danke für Ihren Kommentar.

  5. Nicole Theisen sagt

    Guten Tag,

    ich bin Entspannungstrainerin und kann mich dem Artikel über die innere Achtsamkeit und ihre wohltuenden Auswirkungen voll und ganz anschließen.
    Auch Stressbewältigung und Entspannung sind letztlich nur durch innere Achtsamkeit zu erreichen. Nur indem wir unsere Aufmerksamkeit darauf lenken, wie sich innere Anspannung im Körper anfühlt, wo sie genau sitzt und wie sie sich manifestiert, können wir lernen, sie loszulassen. Wir können nur loslassen, was wir bewußt wahrnehmen. Das müssen nicht zwingend körperliche Anspannungszustände sein. Die innere Achtsamkeit bringt uns unserem Unbewußten nahe und damit auch den schädlichen oder behindernden Glaubenssätzen, die sich dort eingenistet haben und uns z.B. an persönlichen Veränderungen oder der Erreichung unserer Ziele hindern.

    Leider ist die Multitasking Fähigkeit heute oft wichtiger als die Gabe, sich selbst und anderen gut zuzuhören. Dass die Achtsamkeit wichtig für die Gesunderhaltung von Körper und Seele ist, haben auch wissenschaftliche Studien belegt: immer häufiger liest man in den Medien vom sogenannten „Flow“, dem Glücksgefühl welches entsteht, wenn man sich ganz vertieft einer Sache widmet. Ein Zustand, der dem der inneren Achtsamkeit sehr ähnelt.

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