Warum ich von Schlagfertigkeitstrainings à la Rolf Ruhleder oder Matthias Pöhm nichts halte.

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Karriere / Persönlichkeit

hochstatus, tiefstatus, schlagfertigkeit, ruhleder, poehm, xs © rolphoto - FotoliaSchlagfertigkeitstrainer versprechen sprachliche Unverwundbarkeit. Und haben damit viel Erfolg.


Wie, Sie haben so ein Seminar noch nicht besucht? Ja, was antworten Sie denn, wenn jemand Folgendes zu Ihnen sagt:

  • „Sie haben die Schulbildung eines Orang Utan.“
  • „Ich glaube du hast zugenommen.“
  • „Sie sind ein schlechter Redner.“
  • „Das sieht man doch. Das ist doch gesunder Menschenverstand.“

Die Beispiele sind von Matthias Pöhm (Deutschlands Schlagfertigkeitstrainer Nr. 1), der auf seiner Website 300 Verbalattacken zum Üben anbietet. In seinem Seminar wird gezeigt, wie Sie auf Verbalattacken witzig reagieren, geschickt ausweichen oder mit einem Gegenangriff kontern können.

In seinem Newsletter wird jedes Mal die beste Antwort auf eine gestellte Situation ausgezeichnet. Im April wurde gefragt, wie man schlagfertig auf den Angriff  „So steht es im Vertrag.“ reagieren könnte. Die prämiierte Antwort: „Daneben wäre auch ein bisschen merkwürdig.“

Auch für den privaten Bereich, meint Pöhm, seien schlagfertige Antworten sinnvoll. Zwei Beispiele:

  • „Wann gedenkst Du aufzuräumen?“
    „Dann, wenn der Mond auch endlich um die Sonne kreist.“
  • „Ach, Sie trinken Alkohol? Ich habe das nicht nötig, ich kann auch so lustig sein.“
    „Aha, Sie finden also, dass Sie irgendwann schon mal lustig waren.“

Tja, Hauptsache unverwundbar tun. Ob derlei Repliken der Beziehungszufriedenheit dienen, bezweifle ich. Aber von der monogamen Zweierbeziehung hält Matthias Pöhm ohnehin nichts, wie er in einem Newsletter mit teilweise kruder Argumentation seine Leser wissen lässt.

Gleichwohl, die meisten seiner Seminarbesucher sind begeistert und die Medien feiern ihn. Übrigens: meine Kritik gilt nur dem Schlagfertigkeitstrainer Pöhm. Sein Rhetoriktraining, an dem ich selbst teilgenommen habe, halte ich viel.

ruhleder, schlagfertigkeit, motivationstrainerEinen anderen Schlagfertigkeits-Guru stellt uns der Marketingexperte Giso Weyand in einem fünfseitigen Artikel des Weiterbildungsmagazins „managerseminare“ vor: Rolf Ruhleder. Er gilt als Deutschlands härtester und mit 17.500 € Tageshonorar teuerster  Trainer.

Nun wissen wir ja spätestens seit Jürgen Höller, dass die Höhe des Trainer-Einkommens nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal sein muss. Aber lassen wir den Marketingexperten Weyand, der Ruhleder in einem Seminar und im Interview kennenlernte, selbst sprechen.

Selbst auf die Bühne gebeten, wird Weyand mit u.a. folgenden Bemerkungen konfrontiert:

  • „Wie können Sie es wagen, ohne Jackett auf die Bühne zu kommen?“
  • Warum haben Sie eigentlich keinen Gürtel an?“
    Als er verblüfft nachsieht, stellt er fest, dass er doch einen trägt.
  • Der Blick Ruhleders fällt auf Weyands braune Schuhe und bemerkt dazu: „Braune Schuhe tragen nur feurige Italiener.“

Natürlich johlt das Publikum und freut sich, wenn es einen anderen erwischt.

männertraum xsIch halte derlei Sprüche für Potenzgeprotze.

So wie zehnjährige Jungs auf dem Schulhof sich darin zu übertreffen suchen, wer die spannendste Geschichte oder den dreckigsten Witz erzählen kann. Dort lernt man auch das Handwerk des gegenseitigen Diffamierens, also wie man mit vermeintlich witzigen Bemerkungen den anderen sprachlos machen kann.

Für Heranwachsende ist das ja in Ordnung, üben sie doch dadurch, wo sie auf der sozialen Hierachieleiter ihren Platz haben. Und für Jungs und Männer ist der Platz in der Hierarchie ein wesentliches Merkmal der Identität.  Diesselbe Unsitte findet man ja auch immer mehr bei Politikern, die in Interviews und Talkshows oft mehr durch einen flotten Spruch auffallen als durch eine flotte Argumentation.

Aber Ruhleder hat dieses Prinzip früh erkannt und zur Perfektion gemeistert: Form vor Inhalt. Oder auch: Im Zweifelsfall siegt die Frechheit. Und wer auf einen unfairen Angriff noch eins draufsetzen kann, hat gewonnen. Ganz anders verhält sich Ruhleder – dem Artikel nach – übrigens in seinen Privatcoachings.

Das Ganze lässt sich besser verstehen, wenn man den Begriff des „Status“ berücksichtigt, wie er von Keith Johnstone im Rahmen seiner Theaterarbeit als nützliches Werkzeug für die Analyse und die Steuerung von Kommunikationsprozessen verwendet wurde.

Danach unterscheidet man drei Arten von Status:

1. Im Hochstatus ist, wer durch sein Verhalten seine Überlegenheit und/oder die Unterlegenheit seines Gegenüber demonstriert. Dito: Ich habe die Kontrolle.

2. Im Tiefstatus ist, wer durch sein Verhalten seine Unterlegenheit und/ oder die Überlegenheit seines Gegenüber demonstriert. Dito: ich gebe die Kontrolle ab.

Was Schlagfertigkeitstrainer meiner Meinung vernachlässigen ist, dass es  noch einen dritten Status gibt.

3. Im Gleichstatus ist, wer durch sein Verhalten seine Ebenbürtigkeit bezüglich des Gegenübers demonstriert. Dito: ich teile die Kontrolle.

Mehr dazu hier:

Wie man durch Körpersignale den Hoch- oder Tiefstatus erkennen oder steuern kann, lesen Sie hier.

Mich stören an den Schlagfertigkeitstrainings zwei Dinge:

Erstens das Prinzip: Form geht vor Inhalt.
Das ist leider ein allgemeinerTrend ob im Fernsehen, bei der Produktgestaltung oder auch im gegenwärtigen Wahlkampf wieder gut zu beobachten.  Und was Hape Kerkeling („Isch kandidiere“) mit seinem Film oder „Die Partei“ mit ihrem Programm für »…für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative« satirisch zu übertreffen suchen.

Zweitens die Art der Beziehungsgestaltung.


So wie ich es in Konzerten nicht leiden kann, wenn man auf den Künstler länger als eine Stunde warten muss (Hoch-Status-Signal) regen mich solche testosteron-gesteuerten Verbalattacken wie oben auf, wenn sie einem als Schlagfertigkeit und Kommunikationswerkzeug verkauft werden. Vor allem dann, wenn die Schlagfertigkeit auf Kosten des Gegenübers geht.

Wie zwei Führungskräfte in einer ungewöhnlichen Situation erfolgreich um den Status kämpfen ohne sich gegenseitig herabzusetzen, demonstrierte bereits Loriot vor vielen Jahren in diesem berühmten Sketch:

Man achte auf den schlagfertigen Einsatz der Bemerkung „Ach was!“

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kommentar Was halten Sie von Seminaren zur Schlagfertigkeit?
Wie gehen Sie mit verbalen Angriffen um?

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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach.
Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse.
Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

67 Kommentare

  1. H.-A. Leukert sagt

    > Übrigens: meine Kritik gilt nur dem Schlagfertigkeitstrainer
    > Pöhm. Sein Rhetoriktraining, an dem ich selbst teilgenommen
    > habe, halte ich viel.

    Schade. Aus diesem Satz kann man herauslesen, dass Sie das Schlagfertigkeit-Seminar nicht beucht haben oder es nicht besucht haben. Ich gehe von letzterem aus.

    Lassen Sie mich auf Ihre „Angriffe“ antworten:

    >> „Sie haben die Schulbildung eines Orang Utan.“
    — Sie geben also zu, dass ich Schulbildung habe. Danke.
    — Wenigstens habe ich Schulbildung …
    — Wussten Sie, dass Orang Utans hochintelligente Tiere sind?
    — Interessant. Wußten Sie, dass ein Jumbojet um die halbe Welt fliegen kann? Das hat nämlich auch nichts mit dem Thema zu tun.

    >> „Ich glaube du hast zugenommen.“
    — Das weiß ich, ich wog mal 3500 Gramm.
    — Sie auch – auch Sie wogen mal 3500 Gramm.
    — Oh, sieht man das?
    — Das glaube ich nicht – wie lange ist Ihre letzte Glaubenskrise (alternativ: Augenuntersuchung) her?
    — Ja, und geschrumpft bin ich auch. Nennen Sie mir noch kurz Ihrem Namen und den Bezug Ihres Einwurfes zum Thema?

    >>„Sie sind ein schlechter Redner.“
    — Lieber ein schlechter Redner als ein schlechter Zuhörer.
    — Wenigstens bin ich ein Redner. Stellen Sie sich doch mal hier hin.
    — Ich sehe den Themenbezug nicht – wer kann mir helfen?

    >> „Das sieht man doch. Das ist doch gesunder Menschenverstand.“
    — Mit dem Verstand ist das so eine Sache, jeder meint, er habe genug davon.
    — Sie können Verstand sehen? Zeigen sie mal!
    — Ihre sicherlich begründete Kritik möchten Sie bitte in der sich anschließenden Diskussionsrunde äußern und nicht meinen Vortrag mit Allgemeinplätzen stören, das bringt weder uns noch Sie weiter.

    Je mach Situation lernt man einzuschätzen, wie der „Angriff“ (ich mag den Begriff auch nicht) einzuschätzen ist, und wie der „Angegriffene“ dort herauskommen kann.

    Denn jeder Mensch (bestimmt auch die Herren Poehn, Weyand, Ruhleder und Höller befanden sich mal in Situationen, in denen ihnen erst Stunden später eine Antwort eingefallen ist. Das ist das „Geheimnis“ hres Erfolges. Keiner kann ein „Handwerk“ (Mund-Werk) nur aus Büchern lernen.

    Und wenn ich Sie „angreifen“ wollte mit „welchem Kleinkind wollen Sie denn das erzählen, was in diesem Artikel steht?“ freute ich mich auf Antworten wie:

    – „Ich sehe nur ein Kleinkind – SIE!“
    – „Denen, die bereits lesen können, die sind nämlich klüger als der Durchschnitt!“
    – „Zeigen Sie mir ein Kleinkind, das den Inhalt versteht, und ich zeige Ihnen einen der nächsten Nobelpreisträger.“
    -„Wußten Sie, dass das Gesamtalter aller Kleinkinder dieser Welt das Gesamtalter dieses Planeten übersteigt?“.

    Ich würde Sie selbstverständlich niemals angreifen, wird man aber angegriffen ist es ratsam, eine geeignete und adäquate Verteidigung in petto zu haben. Denn nichts ist peinlicher, als gefragt zu werden: „Was wollten Sie damit eigentlich sagen?“ und keine, wirklich keine Antwort zu geben, weil man die Art des Angriffs nicht einschätzen kann und folglich keine Antwort auf die Zunge gelangen möchte.

    Mein Vorschlag an Sie: Buchen Sie mal Herrn Poehn und lassen sich überraschen.

  2. Lieber Herr Kopp-Wichmann

    Ein Teilnehmer machte mich auf Ihren Artikel hier aufmerksam. Fünf Jahre nach der Veröffentlichung, aber trotzdem.

    Sie waren in meinem Rhetoriktraining, das hat Ihnen gefallen, in meinem Schlagfertigkeitstraining da waren Sie nicht, das gefällt Ihnen nicht.

    Sie wissen also, dass in meinem Schlagfertigkeitstraining „Potenzgeprotze“ betrieben wird, „im Niveau von zehnjährigen“, die dreckige Witze erzählen“ und dass man bei mir das „Handwerk des gegenseitigen Diffamierens“ lernt. Sie beglückwünschen den Text eines Schreibers hier, der mich als „Scharlatan“, „Hochstapler“ und „Gaukler“ beschreibt, als einen „fundierten Kommentar“.

    Schauen Sie, ich habe die best besuchte Seite zum Thema Schlagfertigkeit im Internet. Ich weiss von Comedians, die in meiner Seite auf die Suche nach neuen schlagfertigen Ideen gehen und dort auch fündig geworden sind – das sind sicher nicht die Beispiele wo „Gleichstatus – und die Kontrolle mit dem Gegenüber geteilt“ worden ist.
    Wenn ich 100 Leute auf der Strasse frage: „Ist Antwort A oder B schlagfertiger?“, dann werde ich als „Schlagfertigkeitspapst“ immer diejenige publizieren, die der Durchschnitt der Bevölkerung mehrheitlich als schlagfertig empfindet. Das sind Beispiele, die sich gut lesen. (Die anderen „friedvolleren“ sind aber auch da, keine Angst)
    Wenn jemand das Ziel hat: „Das muss aber dem „Beziehungsfrieden dienen“ (und das auch noch in einem Seminar und nicht in einer Website), dann ist das ein legitimes – aber anderes Ziel.

    Ich sehe einen Zielkonflikt. Sie vertreten in Ihren Seminaren die Meinung, dass man so kommunizieren muss, dass es dem „Beziehungszufriedenheit dient“. Das ist gut und legitim. Das ist ein mögliches Ziel. Ich schreibe in meinen Newslettern und meiner Website Beispiele, wo der Durchschnitt der User die Antworten als „schlagfertig“ wahrnimmt.
    Das ist ein anderes Ziel. Beide Ziele sind legitim und gerechtfertigt.

    Glauben Sie mir, in meinem Schlagfertigkeit Seminar lehre ich nur Techniken, die im Business-Alltag einsetzbar sind.

    Für die, die sich über den tatsächlichen Inhalt meines Schlagfertigkeitstraining informieren wollen: Hier stehts: http://www.poehm.com/schlagfertig-und-erfolgreicher/

    Vielleicht nehmen Sie auch einmal bei mir nicht nur an einem Rhetoriktraining, sondern an einem Schlagfertigkeitstraining teil. Sie sind herzlich willkommen.

    Liebe Grüsse
    Matthias Pöhm

  3. Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,

    auch ich kann Ihnen hier nur zustimmen. Schwarze Rhetorik, wo es nur darum geht das Gegenüber zu demütigen, führt langfristig zu keinen guten Beziehungen.

    Auch Trainer die uns mit den „7 goldenen Regeln“ Reichtum und Erfolg versprechen, sollte man meiner Meinung nach lieber meiden.

    Doch es geht auch anders. Als Improtheaterspielerin nutze ich in meinem Workhshops Übungen die das flexible Denken verbessern und arbeite nach den Methoden von Keith Johnstone. Dabei geht es auch darum sein Gegenüber achtsam wahrzunehmen, durch psychologisches Hintergrundwissen besser zu verstehen und auf Verbalattaken dann gelassener zu reagieren.

    Dies bedarf einer längeren Übungsphase. Wer jedoch glaubt, dies von einem „Erfolgstrainer“ in kürzerer Zeit erlernen zu können, wird wohl höcht wahrscheinlich enttäuscht werden.

  4. Also Geld ausgeben im 5-stelligen Bereich für ein Seminar in Schlagfertigkeit kann man auch nur ausgeben, wenn man das Ganze als „reiches Hobby“ ansieht. Hab letztens ein Buch über das Thema gelesen und bin mit den >10 € auch erfahrener geworden!
    Am wichtigsten ist es sowieso, dass man die Techniken anwendet und übt und da finde ich reicht ein Buch auch.

  5. Steve sagt

    Der Artikel hat mich angezogen, zugegeben. Die besprochenen Aspekte sind teilweise auch recht gut nachvollziehbar. Doch kam mir das Thema recht emotional vor.
    Zwar gibt es die Dienstleistungen der Rhethoriktrainer als Seminar oder Hörbuch, doch bleibt es nach wie vor dem Einzelnen überlassen sich dafür oder dagegen zu entscheiden. Wenn ein professioneller Trainer die Dienstleistungen von Herrn Pöhm o.ä. als unangemessen definiert, kann ein Laie damit schon einen perfekten Start in das Thema haben. Ich selbst finde nicht alles gut, was verschiedene Trainer machen, doch das, was ich für richtig halte, werde ich auch übernehmen. Das Uninteressante wird verworfen.
    Und eine Verbalattacke zu erkennen, abzufedern und sich emotional dadurch zu distanzieren empfinde ich als sehr angenehm.

  6. Christoph Krüger sagt

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,

    Leute wie Ruhleder und Pöhm kann ich nur verachten. Denn sie sind Abzocker, die ohne Skrupel die Weiterbildungslüge vorantreiben. Ich bin Leiter eines Fortbildungsinstituts und coache zum Beispiel Politiker in Rhetorik, Dialektik und Rabulistik. Wenn ich Ruhleder und Pöhm bei Auftritten zuschaue, dann erleide ich körperliche Schmerzen, weil beide ziemlich schlechte Redner sind, die mehrheitlich nur Banalitäten von sich geben. Wenn ich bei meinen Coachings derart aufträte, wäre ich meine Kunden ganz schnell los. Klaus J. Fink oder Wolf Ruede-Wissmann gehören auch in diese Kategorie der Bildungsverarscher. Haben Sie mal die Bücher von Ruede-Wissmann gelesen? Dort steht in jedem Buch das Gleiche, und dann ist das auch noch Mist.
    In der Regel haben diese Leute nur Verachtung für ihre Seminarteilnehmer. Ich hatte einmal das zweifelhafte Vergnügen mit einem der „Stars“ aus der NLP-Szene zu sprechen. Und wie nicht anders zu erwarten war, hatte dieser Coach sich über seine Kunden nur lustig gemacht – mit bemerkenswertem Zynismus.
    Zum Kundenstamm von Ruhleder und Co. gehören häufig Pharmareferenten, Versicherungsvertreter und Vermögensberater einer Bank. Bei dieser Kundschaft haben sie dann die Aufgabe, diese Leute zu Kettenhunden des Verkaufs heranzuzüchten, die keine Schamgrenzen kennen sollen.
    Einer meiner Partner hat in den achtziger Jahren mal Pharmareferenten trainiert und hatte den Auftrag, sie derart abzurichten, dass sie dazu bereit gewesen wären Valium als Mittel gegen juckende Füße zu verkaufen. Ich übertreibe nicht, denn aus ethischen Gründen hat mein Bekannter diese Tätigkeit aufgegeben.
    Das heißt, Ruhleder und all den anderen fehlt als Redner jede soziale Verantwortung. Und gerade diese Verantwortung gehört nach ciceronischem Maßstab zum ethischen Rüstzeug eines Redners.

  7. Christoph Krüger sagt

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,

    all diese Schlagfertigkeitstrainer sind Scharlatane. Ruhleder und Pöhm ganz besonders. Wie sehr, dass verrät Ruhleders dümmlich-eitle Antwort auf Ihren Blogeintrag. Schlagfertigkeit ist nämlich nur sehr eingeschränkt erlernbar. Denn Schlagfertigkeit ist das Ergebnis von Witz, und Witz bedeutet Geist, und Geist besitzt längst nicht jeder, sondern ist eine Naturbegabung.
    Einer der schlagfertigsten Redner des 20. Jahrhunderts war der berühmte Komiker Groucho Marx und dessen unnachahmlicher Wortwitz ist das Produkt von zwei Voraussetzungen gewesen: 1. Geistesgegenwart und 2. eine überdurchschnittlich hohe Bildung, die seine Geistengegenwart und seine Intuition befruchtet hat. Das erste ist eine Begabung und das zweite kann man sich nur durch harte Arbeit erwerben. So wie Groucho Marx. Seine Bildung hat ihm die Munition geliefert für seinen Witz.

    Da Ruhleder wahrscheinlich „De oratore“ und „Orator“ von Marcus Tullius Cicero gelesen hat, wird er wissen – sofern er Cicero verstanden hat – wie sehr sich Rhetorik und Schlagfertigkeit aus Witz und Bildung zusammensetzt. Bekanntermaßen definiert Cicero in diesen maßgeblichen programmatischen Schriften zur Redekunst Rhetorik als die Kunst, etwas zu sagen zu haben.
    Wenn Ruhleder – und auch Pöhm – trotz dieser Kenntnisse um Cicero den Seminarteilnehmern, eine Ware verspricht, die er gar nicht liefern kann, ist er nichts Anderes als ein Hochstapler, der sein Publikum mit seinen Showveranstaltungen und dem Glamour seiner hohen Preise blendet.

    Schade, dass so viele Leute auf diese beiden Gaukler der Rhetorik hereinfallen. Diese Leute sollten sich ihr Geld lieber sparen und einmal Cicero lesen oder Groucho Marx studieren. Das ist die viel sinvollere Investition.

  8. Guten Tag Herr Dittrich,

    damit hier keine Missverständnisse enstehen nochmal in aller Deutlickeit: sachliches Diskutieren und Argumentieren ZUM THEMA: sehr gerne – auch kontrovers.

    Hintergrundfabulieren und -interpretieren, aus welchen tieferliegenden persönlichen Gründen ich wohl was wie und warum gesagt haben könnte: nein danke.

    Gruß. Anne Schüller

  9. Curtis Clavin Dittrich sagt

    Frau Anne Schüller,

    ich bin kein Coach und habe auch keine Ahnung was Coaching ist. Wie kann ich da coachen? Ebenso wenig bin ich Ferndiagnostiker. Auch das Psychologisieren ist nicht meine Sache. Solche Dinge sind mir fremd und habe damit nichts am Hut.

    Ich bin einfach gestrickt, spreche ganz normal und reagiere nur auf das, was geschrieben wird, ohne Ecken-Denken.

    Wenn meine Reaktion auf Ihre Argumentation für Sie als >unerbetenes (!) Coaching befremdlich< empfinden, ist das Ihr Problem. Wenn Sie klipp und klar eine Argumentation als nicht willkommen ansehen, dann diskutieren Sie nicht! Denn in Diskussionen kommt es eben vor, auch Argumente zu lesen, die nicht erwünscht sind.

    Andererseits, wer andere argumentativ angreift, muss auch das Echo ertragen können. Das klipp und klar!

    Damit ist das Gespräch mit Ihnen beendet. Also lassen Sie mich bitte mit Coaching-Psycho-Gehabe in Ruhe.

    Gruß, Curtis C. Dittrich

  10. Guten Tag Herr Dittrich,

    ich nehme Ihren Kommentar Nr. 44 noch einmal auf. Auf mich wirkt diese Art von Ferndiagnose (was mich wohl veranlasst hat, Nr. 42 zu schreiben) und das damit verbundene unerbetene (!) Coaching befremdlich. Klipp und klar: Es ist nicht willkommen.

    Zum Thema Positionierung: Echte Premium-Marken haben es nicht nötig, marktschreierisch zu protzen und öffentlich damit zu prahlen, wie teuer sie sind. Der Markt weiß das. Und der wahre Kenner genießt und schweigt.

    Zum Thema Schlagfertigkeit: Spätestens seit der globalen Strukturkrise, die ja vor allem eine Vertrauenskrise war, zeigt sich: Wir steuern in eine neue Business-Welt. Und diese favorisiert Kooperation statt Konfrontation. Social Networks und und Web 2.0 sind die Treiber dieser Entwicklung. Die alten Haudegen werden bereits vom Thron gestoßen, im Marketing ist Sog statt Druck angesagt, Hardselling-Methoden funktionieren nicht mehr.
    In dieser neuen Welt kann man von ‚harten‘ Schlagfertigkeitstrainern nur noch wenig lernen. Denn Druck erzeugt bekanntermaßen Gegendruck.

    Für weitere Details siehe auch http://www.managementbuch.de/shop/action/magazine/10204/experten_empfehlen_gute_buecher_nicht_nur_aus_wirtschaft_management_und_selbstmanagement.html;jsessionid=68D818C130E03FBE237464BDC90D9CA1.www01?aUrl=90007985

    Schönen Abend. Anne Schüller

  11. „Ausschließlich der Kunde entscheidet über Leistungsangebot und Leistungswert!“ sagte der Mann zu seiner Freundin, die erschrak, als er ihr verriet, dass er als Auftragskiller arbeitet.

  12. Curtis Clavin Dittrich sagt

    Liebe Frau Fischer-Bartelmann und Frau Maria Ast,

    Ihr Status »mindestens 5 Jahre in einem Numerus Clausus Studium« berührt mich genauso wenig wie der Status eines anderen Menschen. Was ist eigentlich das Gegenteil von männlichem Potenzgeprotze?

    Leider bleibt es mir verschlossen zu erkennen, worum es Ihnen hier geht und beende meinen Gesprächsanteil mit dem Satz:

    Ausschließlich der Kunde entscheidet über Leistungsangebot und Leistungswert!

    Herzlichst, Curtis C. Dittrich

  13. Hallo Frau Fischer-Bartelmann,

    herzlichen Dank für Ihren Link zu Tannen. Finde ihn eine gute und allgmeinverständliche Zusammenfassung, was Kommunikation(sunterschiede) Mann/Frau betrifft.

    Pragmatischer Tipp dazu aus meiner Praxis:
    Als Coach frage ich mich: Was braucht, was sucht der Mensch, der da grad vor mir sitzt?

    – Mitgefühl ?
    – Erkenntnis ?
    – Lösung ?

    (… mitunter ja auch alles drei).

    Diese Kurzformel habe ich vielen (Männern) mit auf den Weg gegeben, wenn es um Kommunikation mit dem Partner bzw.der Partnerin geht.

    Herzliche Grüße
    Maria Ast

  14. Hallo Frau Schüller und Herr Kopp Wichmann,
    (@ Roland Kopp-Wichmann on 30 Sep 2009 at 06:31)

    Herrn Ruhleders Antwort bestätigt übrigens eindrücklich ihre Hypothese vom Potenzgeprotze (starkes Wort, und starkes Bild dazu, Klasse!): Seiner ist größer als Ihrer – Humor, Status, Teilnehmerrahmen, Umfang von positiven Teilnehmerrückmeldungen, Tagessatz. Nicht zuletzt leitet er daraus seinen eigenen Wert ab. Zitat von seiner eigenen Homepage, von der wir das Wissen über seine Person nehmen dürfen: „Die Preise der offenen Seminare in Höhe von 850 € bis 1.300 € pro Tag und Teilnehmer sieht er als Beweis besonderer Qualität. Für firmeninterne Tagungen seiner Dozenten werden 3.000 € bis 5.500 € in Rechnung gestellt“ (die Instituts-interne Rangordnung bleibt also auch erhalten). Und so entsteht übrigens praktischerweise ein weiteres Statussymbol für diejenigen Teilnehmer, die sich solche Tagessätze leisten können: Ich war beim Vortrag, sogar beim Training, vielleicht sogar beim Privatissimum bei Herrn XY.

    Zum Vergleich: Wenn man hochrechnet, welcher Tagessatz sich ergibt aus der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (zur Erinnerung: das sind die Leute, die mindestens 5 Jahre in einem Numerus Clausus Studium all das lernen, was man über Menschen, ihre Seele, Gefühle, Verhalten, deren Entwicklung und Veränderung weiß, und dann mindestens weitere 3 Jahre und einiges Geld investieren in eine Ausbildung zum Erlernen einer Methode zur Veränderungshilfe, incl. Selbsterfahrung, Supervision etc.), dann landet man bei ca. 800 € – pro Tag, nicht pro Teilnehmer. Beweis minderer Qualität??

  15. Hallo, Herr Kopp-Wichmann,
    (@ Roland Kopp-Wichmannon 29 Sep 2009 at 11:21)

    Dann haben Sie hiermit ja ein interessantes Thema zum Recherchieren und aufbereiten für ein nächstes Blog über Gender… 🙂 Hier ein gutes zusammenfassendes Link: Communication Styles of men and women, http://homestar.org/bryannan/tannen.html,
    enthält vor allem eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse von Deborah Tannen.

    Ihr Beispiel mit dem Zeugnis trifft im Sinne der indirekten Ausdrucksweise, was es aber nicht ganz erfasst, ist die unterschiedliche Motivation, um auf Frau Ast zurückzukommen. Wenn ein Mann einen Mann angreift, tut er das, um Dominanz zu demonstrieren; wenn eine Frau eine Frau angreift, sollte sie dies tunlichst vermeiden. In oben genanntem Artikel wie folgt zusammengefasst:

    Men’s communicating is all about status. Think about all those nature shows you’ve ever seen on PBS. The prime goal of male beasties is to be able to mate; to do this they must be powerful enough to challenge the lead males in the herd. As they grow up, they bide their time by establishing a pecking order. When a beastie is big and strong enough to have most of the other males „under“ him, he is ready to take on the „old man.“ If he wins the fight, he gets to mate with the females of his choice (and they will mate only with him).

    In sharp contrast to the communication style of men, which seeks to establish and maintain status and dominance, women’s communicating is more egalitarian, or rule-by-consensus. (…) Women’s communicating also has it’s down-sides. One fact I found particularly fascinating follows from women’s communication style of consensus-building. With women, consensus means thinking alike, being in agreement, being the SAME! When one woman in a group decides to go her own way in some matter, there is often trouble: „If a girl does something the other girls don’t like, she’ll be criticized, or even ostracized…What do girls put other girls down for? For standing out, for seeming better than the others…I mean, really–no wonder people talk about women’s fear of success!“ In shock, Peggy Taylor, asked, „So you’re saying the female mode prevents excellence?“ And Tannen replied, „It prevents displaying it.“

  16. Curtis Clavin Dittrich sagt

    Lieber Herr Roland Kopp-Wichmann,

    leider kann ich nicht nachvollziehen, wovon Sie sprechen, denn ich kenne weder Selbsterfahrungsgruppen, noch kenne ich deren Taktiken oder Strategien. Deshalb wüsste ich gern, ob das, was Sie bei mir versuchen, eine dieser Taktiken aus solch einer Selbsterfahrungsgruppe ist?

    Ich lebe aus dem Geist des lebendigen Chan heraus und brauche weder Taktik noch Strategie, die gibt es im Chan nicht. Meine Worte sind nur ein »Finger-der-zum-Mond-weist«. Seine Kritik als »abgeschmettert« zu betrachten bedeutet, nur auf den Finger zu schauen. Letztendlich schmettere ich nichts ab, sondern tue das, was im Griechischen Kritik bedeutet: Prüfen. Doch statt einer weiteren Überprüfung im Gespräch, erlebe ich nur das, was mir vorgeworfen wird: Die Unterstellung, Taktiken und Strategien zu verwenden.

    Herzlichst, Curtis C. Dittrich

  17. Curtis Clavin Dittrich sagt

    Liebe Frau Maria Ast,

    um Missverständnisse zu vermeiden: Ich zeige weder mit einem noch mit drei Finger auf Sie. Das steht mir nicht zu, selbst wenn ich Sie persönlich kennen würde. Der Fingerhinweis bedeutet nur: zeigen Sie mit dem Zeigefinger auf jemanden, zeigt Ihr eigener Mittelfinger, Ringfinger und kleiner Finger auf Sie selbst.

    Es ging mir auch lediglich darum, niemand als unglaubwürdig (wenn auch indirekt) hinzustellen. So etwas gehört nicht zu einer sachlichen Kritik oder überhaupt zu einem Gespräch.

    Herzlichst, Curtis C. Dittrich

  18. Hallo Herr Dittrich,
    Danke für Ihren Fingerzeig.
    Da ich mich weder als Mensch noch als Trainerin für perfekt und unfehlbar halte, gestehe ich anderen durchaus das Recht zu, auch mit 3 Fingern auf mich zu zeigen.

    Es ist dann m.E. meine Aufgabe zu reflektieren, ob der oder die Fingerzeiger tatsächlich Grund dazu haben oder eher etwas über sich selbst offenbaren, was gar nix oder wenig mit mir zu tun hat.

    Je nach Ausgang bin ich dann bereit, ggf. meine Haltung/mein Verhalten zu korrigieren – oder auch nicht.

    Herzliche Grüße
    Maria Ast

  19. Hallo Herr Dittrich,
    auf Ihre beiden letzten Repliken zu Frau Schüller und Frau Ast möchte ich etwas bemerken. Es ist ja eine gute Taktik, ob schlagfertig oder nicht, all das, was ein anderer kritisch sagt, diesem einfach zurückzuspiegeln und als sein Problem zu deuten ( Täuschung = Ent-täuschung, zeigen drei Finger auf dich etc.)

    Ich kenne das noch aus meinen frühen Selbsterfahrungsgruppen. Wenn da einer zu spät kam und jemand sich darüber aufregte, hieß es auch oft: „Und was hat das mit dir zu tun, dass Dich das aufregt?“ Ich kenne auch den Mechanismus der Projektion und dass es oft einen Eigenanteil gibt, wenn einen etwas an anderen stört.

    Aber – was mich daran stört, ist, dass man damit auch leicht jede Kritik abschmettern kann. Wer sich über hohe Managergehälter aufregt, ist nur neidisch, wer gegen Armut kämpft, will einfach nur akzeptieren, dass es auf der Welt nicht gerecht zugehen kann etc. Aber die Meinung oder das Feedback anderer Menschen kann auch eine wichtige Informationsquelle sein, auch wenn diese erst mal nicht aus unbestreitbaren Tatsachen besteht, sondern aus Gefühlen, Stimmungen, Meinungen.

    Aus einer dieser Selbsterfahrungsgruppe erinnere noch den Satz: „Wenn Du glaubst, Du bist ein Löwe und alle Leute geben Dir immer nur Erdnüsse – dann solltest Du vielleicht darüber nachdenken.“

    Danke für Ihren Kommentar – und ich freue mich sehr über die engagierte Diskussion zu diesem Beitrag.

  20. Curtis Clavin Dittrich sagt

    Liebe Frau Maria Ast,

    Sie können Herrn Ruhleder mögen oder auch nicht. Das ist Ihre ureigene Angelegenheit. Doch finde ich es für unangebracht, ihm Unglaubwürdigkeit zu unterstellen und das tun Sie mit Ihrer Aussage. Dabei wissen Sie ganz genau, dass der Marketing-Mensch nicht den souveränen und kompetenten Trainer ausschließt.

    Vergessen Sie nicht: »Zeigen Sie mit dem Finger auf jemanden, zeigen drei Finger auf Sie.«

    Herzlichst, Curtis C. Dittrich

  21. Hallo,
    bin Motiv-ations-Coach, sprich, ich erarbeite die MOTIVE, die einen Menschen MOTIV-ieren, ins Handeln zu kommen, Erfolg zu haben, fit zu werden, reich zu werden – oder eben nicht, was ja, wie wir alle mittlerweile wissen, auch ne gute Absicht haben kann.

    Mag Herr Ruhleder auch noch so ein souveräner und kompetenter Trainer sein, wenn der Marketingmensch sich anders darstellt – oder meint darstellen zu müssen – um seine TN-Zahl zu erhöhen, dann stimmt da für mich was nicht. Mit dieser Vorgehensweise steht er ja bei weitem nicht alleine.

    Ich jedenfalls suche mir Trainer oder Fortbilder aus, die sich nicht in Marketingmensch und Trainermensch aufteilen müssen oder wollen, sondern deren Gesamtbild für mich glaubwürdig ist.
    Der Grund oder mein Motiv dahinter: wer glaubwürdig ist, dem vertraue ich. Und ohne Vertrauen keine Basis für welche Veränderung auch immer.
    Mit besten Grüßen
    Maria Ast

  22. Curtis Clavin Dittrich sagt

    Liebe Frau Anne Schüller,

    Ihr Beitrag hat zwar mit Schlagfertigkeit nichts zu tun, möchte ihn jedoch nicht unbeantwortet lassen.

    Ich freue mich sehr für Sie, dass Sie sich enttäuschten. Eine Ent-Täuschung finde ich wunderbar, deckt sie doch die Täuschung auf. Bei aller Freude stellst sich jedoch die Frage: »Wer hat Sie getäuscht?« Sie selbst haben sich getäuscht, indem Sie sich ein Bild von Herrn Ruhleder machten und es mit Erwartungshaltungen verknüpften, wie z. B. mit Souveränität.

    Seit ich Herrn Ruhleder kenne, erlebe ich ihn als einen Menschen, der niemanden täuscht. Wer sich jedoch von ihm ein Bild macht nach seinem Ebenbilde, muss damit rechnen, dass dieses Bild nicht stimmt. Einen Vorwurf der Ent-Täuschung sollte dann auch in Richtung eigener Täuschung gehen. Deshalb kann ich Ihre Ich-Botschaft »ich bin enttäuscht« nur als Selbsterkenntnis über Ihre eigene Täuschung ansehen.

    Sie sehen Herrn Ruhleder, wie er in seinem »So-und-nicht-anders-Sein« seine Hochpreispolitik vertritt, mit denen er sich für ganz bestimmte Kunden klar und deutlich positioniert. Werbung wie »Geiz ist geil« oder »Wir sind alles, außer teuer«, sollten richtigerweise denen überlassen werden, die sich vor Geldverdienen fürchten. Furcht, kann ich Herrn Ruhleder nicht nachsagen. Der britische Sozialphilosoph Prof. John Ruskin (1819 bis 1900) lehrte: »Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten«. Ich für meinen Teil sehe, wie Herr Ruhleder das Gesetz der Wirtschaft einhält und damit erfolgreich ist. Weshalb sollte sich Herr Ruhleder gegen die Gesetzmäßigkeit stellen und damit gegen den Erfolg? »Erfolg ersetzt alle Argumente« sagt stets Herr Ruhleder und sein Erfolg gibt ihm nun einmal recht.

    Ein letztes Wort zu Ihrer Aussage: »Weder von (positiver) Schlagfertigkeit noch von Souveränität kann ich da was entdecken. Wenn jemand so mit seinen Zahlen prahlt, dann frag ich mich: Hat ein wirklich Großer das nötig?«

    Können Sie auch nicht, denn seine Preise benennen hat weder mit Schlagfertigkeit, noch mit Souveränität oder Prahlen zu tun. Es ist eine deutliche Positionierung. Ihre Frage »hat ein wirklich Großer das nötig« bewerte ich für mich als herablassend und gebe die Frage an Sie zurück: »Haben Sie das nötig?«

    Besuchen Sie Herrn Ruhleder in einem Seminar und Ihnen begegnet nicht der Marketing-Mensch Ruhleder, sondern ein souveräner und kompetenter Trainer.

    Herzlichst, Curtis C. Dittrich

  23. Hallo Frau Schüller,
    auf Ihre Frage „Hat ein Großer das wirklich nötig?“ meine Vermutung: anscheinend schon.

    In „managerseminare“ vom Okt. 2009 beschreibt Herr Ruhleder, wie es zu seinem neuen Angebot, den Privatissimum-Seminaren für 5.900 Euro pro Tag und Teilnehmer kam: „Ein Trainerkollege bot Seminare an, die teurer waren als meine. Da musste ich natürlich eins draufsetzen.“

    Vielleicht lag ich also mit meiner Diagnose des „Potenzgeprotze“ doch nicht so ganz falsch.

    Danke für Ihren Kommentar.

  24. Ich möchte auf die Stellungnahme von Herrn Ruhleder (weiter oben) eingehen, denn sie hat mich mächtig enttäuscht.

    Weder von (positiver) Schlagfertigkeit noch von Souveränität kann ich da was entdecken. Wenn jemand so mit seinen Zahlen prahlt, dann frag ich mich: Hat ein wirklich Großer das nötig?

    Anne Schüller

  25. Hallo Frau Fischer-Bartelmann,
    gut finde ich Ihren Satz „Methoden, die einen unfairen Angriff abblocken, ohne per Gegengewalt zu einer Eskalation beizutragen.“ Das ist, glaube ich, wirklich die Kunst. Dazu glückt vermutlich einerseits, wenn man zwar getroffen wurde aber sich nicht verletzt oder gekränkt fühlt. Oder sollte dies doch passiert sein, dass man das in geeigneter Form zugeben kann.

    Sehr interessant finde ich Ihre Beispiele von raffiniert weiblichen Antworten. Da bin ich ja völlig baff, was gesagt werden kann und was damit gemeint sein kann. Erinnert mich an die Formulierungen in Arbeitszeugnissen, die auch gut klingen und für Eingeweihte etwas ganz anderes bedeuten („Er war ein geselliger Mitarbeiter.“ = Vorsicht: Alkoholiker!)

    Danke für Ihren Kommentar.

  26. Vermutlich kommt es unter anderem darauf an, was genau jemand lernen will, ob er mit einem Schlagfertigkeitstraining richtig bedient ist. Wer sich auf einen Schlagabtausch einstellt oder einstellen muss, soll schlagen lernen, wer andere Ziele hat, etwas anderes. An vorderster Stelle sollte daher die Diagnose der Situation stehen, und der eigenen kurz- und/oder langfristigen Ziele.

    Ich selbst arbeite nicht im Coaching-Bereich, sondern im therapeutischen, und da stelle ich oft fest, dass vielen das Umschalten vom beruflichen in den privaten Kontext schwer fällt oder als Notwendigkeit gar nicht bewusst ist. Ich unterstreiche daher oft den Unterschied. In nahen Beziehungen sind Selbstöffnung oder „Verletzlichkeit“ unerlässlich, um Intimität herzustellen und zuzulassen, und viele müssen diese Kommunikationsformen erst mühsam lernen – auch dafür braucht es manchmal Training. Dieselben „Fähigkeiten“, den anderen an sich heranzulassen, auf partnerschaftlicher Ebene ein vertrauensvolles Verhältnis herzustellen, können aber unter Konkurrenz-Bedingungen zweifellos missbraucht werden, da ist es gut, Alternativen einschließlich verbaler „Tricks“ auf Lager zu haben.

    Alles in allem halte ich allerdings Methoden nicht nur für ethischer (ob buddhistisch oder christlich), sondern auch für effizienter, die einen unfairen Angriff abblocken, ohne per Gegengewalt zu einer Eskalation beizutragen. Meine Lieblingsautorin hierzu ist Suzette Haden Elgin, ihr Klassiker „The gentle art of verbal self-defense“, ISBN 0-88029-257-1, wo sie übrigens auch auf geschlechtstypische Unterschiede eingeht, die man gerade bei diesem Thema ebenfalls nicht vernachlässigen sollte.

    Interessant in dieser Hinsicht der Beitrag von Maria Ast, dem ich nur zustimmen kann – die Formen verbaler Attacken unter Frauen sehen anders aus. Als Hypothese würde ich mal in den Raum stellen: Frauen nutzen zum Angriff eher den Tiefstatus. Ihr Beispiel, Herr Kopp-Wichmann, ist daher nicht so repräsentativ; mit “Aber Ihr Kleid steht Ihnen ja gar nicht. Haben Sie sich das selbst ausgesucht?” würde eine Angreiferin gegen ihre Geschlechtsrolle verstoßen und sich von vorneherein selbst ins Abseits manövrieren. Stattdessen käme eher so etwas wie: „Wie Du das immer schaffst, so schick daherzukommen! Das Kleid muss ja ein Vermögen gekostet haben!“ (Subtext: Das Kleid sieht gut aus, nicht Du, und Du bist eitel und verschwenderisch und hältst Dich wohl für was Besseres) – typischerweise auch aus dem Tiefstatus gekontert: „Ach, das war ein Schnäppchen, nur mit einem tollen Fund vom Flohmarkt aufgehübscht“ (Subtext: Mit Geschmack und Kreativität kriegt man das auch hin, aber das geht wohl über dein Vorstellungsvermögen!)

  27. Wie der Name schon sagt: SCHLAGfertig. Es geht um Schlagen. Eine Art Verbal-Duell bei dem es um Gewinnen und Verlieren geht.

    Genial ist Loriots „Ach was“ oder vielleicht noch ein klein wenig besser, ein interessiertes: „Ach so“ Letzteres hat meines wissens sogar Einzug in die japanische Sprache gehalten.

    Herzliche Grüße
    Stefan Blohm

  28. Hallo Frau Ebert, hallo Anne,
    ich freue mich sehr über die engagierte Diskussion, die auf meinen Beitrag hin hier entstanden ist.

    Beim Drübernachdenken komme ich meinem Unbehagen in Bezug auf Schlagfertigkeitstrainings etwas näher. Wenn mich jemand in einer beruflichen Situation unfair angreift oder beschimpft, denke ich, dass es immer etwas mit der Beziehungsebene zu tun hat. Mein Ansatz wäre dann auch immer, dies auf der Beziehungsebene klären zu wollen.

    Auch weil ich glaube, dass bei einem unfairen Angriff eine Gegenfrage à la „Wie meinen Sie das?“ wenig bringt, weil der andere seine wahren Absichten entweder nicht kennt oder auf keinen Fall offenbaren will.

    Man müsste es einfach mal live ausprobieren. Verschiedene Schlagfertigkeitstrainer und die verschiedenen Reaktionsmöglichkeiten. Aber dabei dürfte es eben nicht darum gehen, wer die meisten Lacher erntet, sondern darum, ob etwas zwischen den beiden Kontrahenten wirklich geklärt werden konnte.

    Danke für Ihre beiden Kommentare.

  29. Anne sagt

    Gegen Schlagfertigkeit ist im Grunde genommen ja nichts einzuwenden. Aber die hier aufgeführten Antwortmöglichkeiten von Herrn Pöhn sind weder schlagfertig noch witzig, sie sind einfach nur platt und dümmlich. Jeder vernünftig denkende (wahrscheinlich ist das der springende Punkt *g*) Mensch würde hinter seinem Rücken mit den Augen rollen.

  30. Ob Seminare für gekonnte Schlagfertigkeit sinnvoll sind, möge jeder für sich entscheiden.

    Eher möchte ich auf die Beispiele eingehen, die wohl repräsentativ zu sein scheinen.
    * “Sie haben die Schulbildung eines Orang Utan.”
    * “Ich glaube du hast zugenommen.”
    * “Sie sind ein schlechter Redner.”
    * “Das sieht man doch. Das ist doch gesunder Menschenverstand.”

    Warum bitte, sollte ich darauf antworten, REagieren?
    Mit solchen Verbalatacken ist jedwede Kommunikation für mich beendet.
    Dieser Mensch disqualifiziert sich damit selbst.

    – Stünde ich vor 14.000 Menschen 🙂 (eher unrealistisch), wäre es mir, gelinde gesagt, egal.
    – Geschieht dies in einem Seminar (auch unwahrscheinlich), denn jeder hat die Wahl zu gehen.
    – Am Stammtisch oder im vier Augengespräch müsste ich mich wohl fragen – wen kenne ich da eigentlich – aber schlagfertig brauche ich nicht zu sein, es sei denn ich bin auf „Krawall“ gebürstet und muss mir heute noch schnell ein persönliches „Erfolgserlebnis“ beschehren. 🙂

    Statt der gewünschten Schlagfertigkeit empfinde ich die Frage: – Wie gehe ich mit Verbalatacken um – spannender und zielführender. Denn diese Frage stellt nicht die Verteidigungshaltung, sondern das Entwicklungspotenzial in den Vordergrund.

    Natürlich bin auch ich 🙂 eine „zarte, verletzliche Pflanze“, aber habe ich etwas gewonnen wenn ich mich temporär zum „Stachelschwein“ aufschwinge?

    Wer Du bist, sieht jeder sofort – auch mit „verbaler Lanze“.

  31. Sehr geehrter Herr Dittrich,
    es freut mich, wenn Herrn Ruhleders Seminare so ganz anders sind. Ich wundere mich allerdings, dass dann im führenden Weiterbildungsmagazin dann so ein doch etwas tendenziöser Artikel von fünf Seiten erscheint.

    Alles weitere habe ich schon in meinen anderen Antworten auf die anderen Leser geschrieben.
    Danke für Ihren Kommentar.

  32. Curtis Clavin Dittrich sagt

    Verehrter Roland Kopp-Wichmann,

    Sie sehen, Herr Ruhleder bedarf keines »Retters«! Mein Beitrag spiegelt nur das wider, was ich beim Lesen Ihres Eröffnungsbeitrages empfunden habe. So wie die Überschrift Ihres Beitrages als Meinung zu erkennen ist, handelt es sich bei meinem Beitrag um meine Meinung. Oder habe ich Sie missverstanden, dass Sie an der Meinung anderer interessiert sind?

    Es ist durchaus Ihr Empfinden, dass Ihr Beitrag gehaltvoller ist als NUR Herabsetzung eines Mitbewerbers. Mein Empfinden ist es jedenfalls nicht und das »nur« bestärkt mich in meiner Wahrnehmung. Was fangen wir mit unserer gegensätzlichen Ansicht an? Eine Gemeinsamkeit finden, eine Brücke bauen oder einigen wir uns darauf, dass wir uns nicht einigen können?

    Ich verstehe und anerkenne, dass Sie ein anderes Publikum ansprechen. Was ich jedoch nicht verstehe, ist der Zusatz »leider nicht zum selben Honorarsatz«. Die Nennung des Honorarsatzes im Ausgangsbeitrag und nun auch hier diese Bemerkung, verstärkt die Annahme dessen, was ich geschrieben habe. Was wollen Sie mit diesem Satz ausdrücken? Was soll im Leser ausgelöst werden? Können Sie nachvollziehen, dass es sehr schnell als Neid interpretiert werden könnte?

    Wenn Sie unmittelbar nach dem Zitieren von Herrn Rolf H. Ruhleder schreiben »Ich halte derlei Sprüche für Potenzgeprotze«, dann sehe ich meine Kritik nicht für daneben, sondern eher für angebracht. Es ist für mich nicht erkennbar, dass Sie in diesem Moment sich auf die Kampfrhetorik insgesamt beziehen. Hier wäre ein deutlicher Schnitt hilfreich gewesen.

    Ich bezweifle nicht die enorme Nachfrage nach Kampfrhetorik. Hier stimme ich Ihnen völlig zu. Doch dieses Bedürfnis wird durch Herrn Ruhleder in dieser Form (wie im Blog beschrieben) nicht befriedigt.

    Können wir uns darauf einigen, dass Schlagfertigkeit nicht gleich Schlagfertigkeit und Kampfrhetorik nicht gleich Kampfrhetorik ist? Hier geben Sokrates, Demosthenes und viele Redner der Antike, des Barock, der asiatischen Welt, usw. hervorragende Beispiele. Auch in der Moderne finden Sie praktische Beispiele, die entsprechende Unterschiede unterstreichen.

    Genau hier sehe ich das Problem in Ihrem Blog. Mit der Verallgemeinerung des Begriffes »Schlagfertigkeit« entsteht hier eine Tendenz der Herabsetzung und Verurteilung in der Sache, wie auch in Persona. Was also lehrt Herr Ruhleder in seinem entsprechenden Seminaren?

    Lassen Sie mich kurz erläutern, wie ich es verstanden und bisher erfolgreich angewendet habe:

    Die zitierten Sprüche von Herrn Ruhleder beziehen sich auf nur wenige Sekunden zu Beginn einer Veranstaltung und sollen etwas sehr Wichtiges verdeutlichen, nämlich, wie wir geschockt und gelähmt auf negative Formulierungen und Attacken reagieren. Nicht mehr und nicht weniger. Während der Veranstaltung weist Herr Ruhleder genau auf das Problem hin und zeigt Lösungen, die ganz im Sinne von Claudius Aquaviva, Jesuitengeneral (1543-1615), sind:

    »Fortiter in re, suaviter in modo« (energisch in der Sache, sanft in der Vorgehensweise).

    Es ist durchaus möglich, auch mit einer sanften Vorgehensweise schlagfertig zu sein. Genau das zeigt Herr Ruhleder in seinen Seminaren. Was Sie oben beschreiben, finden Sie allerdings dort nicht. Deshalb gehört meiner Meinungnach Herr Ruhleder nicht in die oben beschriebene Kategorie.

    Wer allerdings die Veranstaltung auf diese wenigen Sekunden reduziert, weil er seine Aufmerksamkeit abgeschaltet hat, dem bleibt selbstverständlich das Aufzeigen des Problems samt Lösung verborgen und an diesen wenigen Sekunden hängen zu bleiben bedeutet lediglich, SEIN eigenes Problem zu verdrängen.

    Zum Schluss möchte ich Ihre Frage »Was halten Sie von Seminaren zur Schlagfertigkeit?« beantworten:

    Im obigen Sinne nichts, denn es widerspricht meinem buddhistischen Verständnis. Gerade deshalb lerne ich von Herrn Rolf H. Ruhleder.

    Curtis C. Dittrich

  33. Sehr geehrter Herr Rosinski,
    es kommt sicher darauf an, was man unter Schlagfertigkeit versteht. Es freut mich zu lesen, dass das offensichtlich bei Herrn Ruhleders Training anders zugehen kann als bei den öffentlichen Veranstaltungen. Denn wenn schlichte Gegenfragen „Wie meinen Sie das?“ schon als Schlagfertigkeitsmethode gilt, dann ist wirklich das, was Herr Pöhm darunter versteht etwas ganz anderes als die von Ihnen besuchten Trainings.

    Leider hat sich hier noch niemand zu Wort gemeldet, der bei Pöhm ein Training absolviert hat. Trotz meiner Werbung für diesen Beitrag via Twitter.

    Und das mit dem Neid. Natürlich bin ich neidisch, aber es ist ein konstruktiver Neid, der mich dazu bringt, das eine oder andere neue Format zu überlegen. Allerdings nicht in der Westfalenhalle.

    Danke für Ihren Kommentar.

  34. Bernhard Rosinski sagt

    Respekt an die Herren Pöhm und Ruhleder.
    Ist die Werbung von Herr kopp-Wichmann kostenlos? Umsonst jedenfalls nicht.
    Habe unter Schlagfertigkeitsguru bei Google 83 Einträge gefunden. Betreffen allerdings ausschließlich Herrn Pöhm. Gratulation an Herrn Pöhm.
    Selbst habe ich an einigen Trainings bei Hr. Ruhleder teilgenommen. (Nächste vielleicht mal bei H.Pöhm.)
    Bei einem dieser besagten Training von R. Ruhleder gab es einen Punkt im letzten Seminar, „DIE 20 METHODEN UNFAIRER DIALEKTIK“- Wie können Sie diesen fair begegnen?Dies war eine Gruppenarbeit, ca 20 min. pro Gruppe
    Dazu gab es einen anderen Teil, „WAS TUN BEI ZWISCHENRUFEN?“ der Merksatz hierzu> wir wollen gewinnen ohne zu siegen.
    Die schlagfertigen Antworten begannen hierbei mit „W“.z.B Wie meinen Sie das? Weshalb fragen Sie dies? Warum werden Sie persönlich. usw.
    Angewendet sollte dies jedoch nur, bei unfairen, persönlichen Angriffen, wenn ich einen Moment Luft brauche.(Zeitgewinn)
    Also wirklich, Ihr Thema und was bei H.Ruhleder trainiert wird, hat in meinen Augen nichts miteinander zu tun. Was bei mir ankommt ist, Herr Kopp-Wichmann, dass Sie doch sehr neidvoll auf die Gage blinzeln.
    Macht nichts, wie sagte R. Ruhleder mal, Neid ist die ehrlichste Form von Anerkennung.

  35. Torsten Wilke sagt

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    sind Sie noch nie in einer Situation gewesen, wo Ihnen die beste Antwort erst hinterher eingefallen ist? Wenn nicht, dann herzlichen Glückwunsch!

    Ich denke mal, dass solche Trainings auf solche Situationen abzielen. Auf Situationen, in denen man unfair angegriffen wird, mit Dingen konfrontiert wird, die mit dem eigentlichen Thema gar nichts zu tun haben.

    Mit „Kampfrhetorik“ hat das meines Erachtens nicht wirklich was zu tun. Und im wirklichen Leben gibt es auf fachliche Aussagen oder Fragen auch keine schlagfertigen Antworten von der Sorte, die Sie meinen.

    Cu
    Torsten Wilke

  36. Sehr geehrter Herr Ruhleder,
    es freut mich, dass Sie mein Beitrag zum Lachen brachte und sich nicht geärgert haben. Mir ist auch klar, dass Sie als Trainer in einer anderen Liga spielen als ich, was Sie durch Ihre eindrucksvollen Zahlen noch mal bewiesen haben. Natürlich habe ich mich vorher auf Ihrer Website umgesehen, aber außer Berichten über „restlos“ begeisterte Zuhörer habe ich wenig Substanzielles gefunden.

    Das wunderte mich auch bei dem Artikel von Herrn Weyand. Was Sie eigentlich genau machen, wurde kaum berichtet. Es stimmt, dass ich noch kein Schlagfertigkeitstraining besucht habe und nur das Buch von Matthias Pöhm und etliches auf seiner Website gelesen habe, aber es fällt mir schwer, meine Meinung zu ändern.

    Dass Sie, so wie Sie mit Ihren vielen Veranstaltungen in Übung sindsind, bin ich überzeugt, dass Sie eine perfekte Show liefern. Dass die Leute hinterher begeistert sind, kein Zweifel. Aber ich habe zwanzig Jahre lang Trainings mit ca. 16 Teilnehmern zwei Tage lange über Kommunikation etc. Meine Teilnehmer waren auch zufrieden, vielleicht nicht „restlos“ begeistert. Womit ich nicht zufrieden war, das war die Umsetzung.

    Sie empfehlen in mehreren Artikeln zum Beispiel, Ich-Botschaften zu senden. Völlig einverstanden. Ich habe das auch trainiert und im Training klappt das ja auch sehr gut. Wenn ich die Leute nach zwei Wochen bei Verhandlungen gecoacht habe, war nichts zu hören von Ich-Botschaften. Was ich damit sagen will: ich glaube, dass Sie vielen Menschen zeigen, wie man schlagfertig reagieren kann. Ob viele das nach einigen Wochen auch können, selbst wenn sie das in einer Kleingruppe mit Formulierungen geübt haben, bezweifle ich. Das hat nichts mit Ihrem Training oder Ihren Vorträgen zu tun, sondern damit, dass Ich-Botschaften genauso wie Fragen stellen oder sich abgrenzen ganz viel mit der Persönlichkeit zu tun hat. Und deswegen mache ich heute nur noch Persönlichkeitsseminare mit sechs Menschen und drei Tage lang.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiter Freude und Erfolg bei Ihrer Arbeit.
    Ihr Roland Kopp-Wichmann
    von der Algarve, wo ich gerade mein zweites Buch fertigschreibe.

  37. Habe sehr über Ihre Ausführungen „Warum ich von Schlagfertigkeitstrainings…“ gelacht,
    lieber Herr Kopp-Wichmann!

    Sehr erstaunt bin ich, dass Sie Schlagfertigkeitstrainings so negativ bewerten. Schade. Sehr vielen Teilnehmern meiner Seminare konnte ich helfen, sich dank Schlagfertigkeit aus sehr unangenehmen Situationen zu retten.

    Was nützen mir denn Hochstatus, Tiefstatus und Gleichstatus, wenn ich urplötzlich angegriffen werde? Soll ich Sie dann anrufen und fragen, wie ich mich entsprechend zu verhalten habe?! Schade, dass Sie noch kein Seminar von mir besucht haben, denn dann würden Sie anders darüber denken!!

    Die Ausgangslage ist entscheidend: Grundsätzlich dürfen Sie nur schlagfertig reagieren – und das habe ich zwischenzeitlich mit mehr als 100000 Teilnehmern geübt – , wenn Sie sich in die Enge getrieben fühlen und/oder bei unfairen Attacken Ihres Gegenübers. Dies durfte ich in den letzten acht Wochen bei drei Großveranstaltungen mit über 1600 Teilnehmern erarbeiten. Sie haben 384 positive Feedbacks für Ihre Seminare… ich habe allein aufgrund dieser letzten drei Veranstaltungen mehr als 450 zustimmende und begeisterte Briefe, Mails und Anrufe erhalten!!!

    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren zukünftigen Veröffentlichungen, doch bin ich ein wenig enttäuscht, dass Sie sich vorher nicht einmal kundig gemacht haben, bevor Sie in dieser Form argumentieren. Auch finde ich es schade, dass Sie die positive Meinung von Herrn Weyand in managerSemianre (September 2009) zu meiner Person nicht erwähnt haben.

    In einem Punkt gebe ich Ihnen Recht: Ich habe bestimmt andere Teilnehmer. Sie sind erfolgreich oder sie wollen noch erfolgreicher werden. Neben meinen anderen Großveranstaltungen habe ich über 50 Privatissima und Seminare in 2009 mit 1 bis 12 Teilnehmern.

    IHR Rolf H. Ruhleder
    von Mallorca, wo ich gerade ein Privatissimum durchführe.

    Ich weiß gar nicht, woher Sie Ihr Wissen über meine Person nehmen. Schauen Sie doch einmal unter http://www.ruhleder.de .

  38. Sehr geehrter Herr Dittrich,
    um das von Ihnen verwendete „Drama-Dreieck“ von „Tätern“ und „Opfern“ fortzuführen, haben Sie ja jetzt die Rolle des „Retters“ von Herrn Ruhleder übernommen. Aber das nur so nebenbei.

    Ich finde, mein Beitrag ist gehaltvoller als nur die Herabsetzung eines Mitbewerbers. Das stimmt insofern nicht, dass ich ein ganz anderes Publikum anspreche als er (leider nicht zum selben Honorarsatz) und zum anderen, dass ich ja nicht die Personen, sondern die Sache kritisiert habe. (Siehe mein Hinweis auf die Qualitäten von Matthias Pöhm als Rhetoriktrainer.) Zum anderen ist mein Artikel ja bereits in der Überschrift als Meinung gekennzeichnet und nicht als kritische Würdigung des Lebenswerks von Herrn Ruhleder.

    Ich bin überzeugt, dass Ruhleder auch noch ganz anders kann. In seinen Privatcoachings entdeckte ja auch Weyand den „sensiblen Ruhleder, dessen Universum sich für einen kleinen Moment nicht um sich selbst dreht.“ … „Vor großem Publikum kann Ruhleder eine schwierige Frage mit einem rhetorischen Kniff kontern, nicht aber im Einzeltraining: Da muss ich tatsächlich mitdenken.“

    Ach ja. Insofern finde ich, geht Ihre Kritik etwas daneben, da ich doch ausdrücklich genau jene Kommunikationsformen kritisiere, die ich als Kampfrhetorik (oder eben „Potenzgeprotze“) bezeichne. Und die wird ja enorm nachgefragt, wenn ich die entsprechenden Auflagen solcher Ratgeber sehe. Und sie wird uns auch täglich im Fernsehen gezeigt, zum Beispiel von Herrn Steinbrück gegen andere Länder, die seine Vorstellungen von Steuergerechtigkeit nicht teilen.

    Ich mache einen Unterschied zwischen kommunikativer Unterhaltung und beruflicher Kommunikation. Beim „Derbleckn“ auf dem Nockherberg wird auch über andere hergezogen und das Publikum amüsiert sich sehr. Auch Comedians bedienen sich oft des Kniffs, andere in möglichst humorvoller Weise bloßzustellen. Das hat alles seine Berechtigung. Aber das darf man doch nicht mit Rhetorik im Beruf verwechseln. Diesen Anschein erwecken jedoch meiner Ansicht nach Ruhleder, Pöhm u.a. mit ihren Veranstaltungen.

    Apropos „Potenz“. Ich zitiere Weyand in seinem Artikel: „Gefragt nach seinem größten beruflichen Erfolg, antwortet er: „Dortmunder Westfalenhalle mit 14.000 Teilnehmern.“

    Tja, Mario Barth hatte im Berliner Olympiastadion 70.000 Zuhörer. Da geht doch noch was.

    Danke für Ihren Kommentar.

  39. Curtis Clavin Dittrich sagt

    Verehrter Roland Kopp-Wichmann,

    wenn ich das richtig verstehe, fühlte sich der Marketingexperte Giso Weyand bei einer Veranstaltung mit Herrn Rolf H. Ruhleder auf der Bühne als »Opfer«. Er benötigte einen fünfseitigen Artikel, Herrn Ruhleder als »Täter« darzustellen. Sie als Spezialist für Personalentwicklung nehmen die »Opferhaltung« des Herrn Weyand auf, verstärken diese, indem Sie sich mit diesem Blog die Rolle des »Helfers« geben. Allerdings ist Ihr markiger Spruch »Potenzgeprotze« eher für einen »Täter« geeignet.

    Zur Professionalität eines Herr Rolf H. Ruhleder gehört es, Sie mit jeglicher Rollenverteilung allein zu lassen und die Dinge mit einem unerschütterlichem Gleichmut zu betrachten.

    Ich sehe in diesem Blog die Herabsetzung eines Mitbewerbers. Wollen Sie uns wirklich glauben machen, Herr Rolf H. Ruhleder lehre seine Kunden, sich mit unfairen und unlauteren Mitteln vor verbalen Angriffen zu schützen? Sollen wir jetzt glauben, Herr Ruhleder gebe seinen Kunden Anweisungen, wie sie mit dümmlichen Sprüchen, Imponiergehabe und Diffamierungen gegen jene vorgehen, von denen sie leben, oder dass er dazu auffordere, sich wie »zehnjährige Jungs auf dem Schulhof« zu verhalten?

    Warum ich (Roland Kopp-Wichmann) von Schlagfertigkeitstrainings à la Rolf Ruhleder oder Matthias Pöhm nichts halte. Ich erwarte nicht von Ihnen, etwas davon zu halten. Allerdings erwarte ich korrekte Recherche für einen Blog und rechtes Verhalten gegenüber Andersdenkenden.

    Curtis C. Dittrich

  40. Liebe Frau Ast,
    gut gekontert. A), b) und e) finde ich am wirksamsten. Woran man sieht, dass der Trick bei den Schlagfertigkeits-Repliken ist, dass man den Angriff nicht an sich herankommen lässt.

    Denn wenn man sich doch getroffen fühlt, müsste man eigentlich mit dem entsprechenden Gefühl antworten. Also zum Beispiel so:

    – „Ihre Frage trifft mich etwas – denn ich fand es auch nicht einfach, mich ganz anzunehmen.“
    – „Ich weiß jetzt nicht genau, ob Sie mich verletzen wollen oder Sie wirklich an der Sache interessiert sind. Verraten Sie mir doch Ihre Absicht.“
    – „Man lehrt, was man noch zu lernen hat. Insofern ist dieses Coaching auch für mich eine andauernde Fortbildung.“
    – „Ich spüre den Impuls mich zu rechtfertigen. Dabei weiß ich gar nicht, ob Sie jetzt einen dummen Spruch machen wollten oder ein echtes Interesse haben.“

    Der Vorteil dieser Antworten liegt meiner Meinung nach darin, dass die möglichen Motive des Fragenden angesprochen werden aber eben nicht in Form eines Angriffs, sondern als Vermutung. Der andere hat es aber dann schwer, zu sagen: „Ja, ich wollte einen dummen Spruch machen (oder Sie verletzen).“ Sondern wird entweder abdrehen oder sein Visier hochklappen und eine andere Kommunikationsebene wählen.

    Danke für Ihre Kooperation.

  41. Oh ha, erwischt, das geht schon weniger flüssig – WEIL es mir WICHTIG(er) ist, als z.B. die Klamottenfrage. Ich nehms mal als Übung.
    Hier ein erster Spontanersuch, sowas wie Souveränität bei „sowas“ zu erlangen, ohne auf’s „Unter die Gürtellinie-Niveau“ zu sinken oder die „wie-du-mir-so-ich-dir-Keule“ rauszuholen.

    a) Interessiert es Sie wirklich, was es damit auf sich hat? Dann erkläre ich es Ihnen gerne.
    b) Geht nicht ums Annehmen, sondern ums Rausfinden, warum jemand dick bleibt.
    c) Laber-Training… auch nen schönes Wort für mein Angebot, alldieweil sich tatsächlich alles ums Wort und dessen Bedeutung dreht.
    d) Welchen Frauentyp bevorzugen SIE denn? … Ach was!;-)
    e) Ich sehe Sie sind schlank. Hätten Se nicht mal Lust den starken Damen zu erzählen, WIE Sie das hinkriegen?
    f) Ich hätte direkt Lust, Ihnen was zur enormen Wirksamkeit von Mottos zu erzählen – egal, ob dick oder Führungskraft oder beides.
    g) Stark? Schwach? Alles Bewertungen, und die sind m.E. kontextabhängig, finden Sie nicht?
    i) …

    Na, bis Zet käme ich hier wohl nicht so easy.
    Vorschläge anderer: Welcome :-).

    Herzliche Grüße aus Bielefeld – mit grad mit wunderschönem Sonnenuntergangshimmel
    Maria Ast

  42. Liebe Frau Ast,
    Donnerwetter, Sie sind ja wirklich reaktionsschnell (um das Wort „schlagfertig“ zu vermeiden).

    Dann probiere ich mal übungshalber, Ihre Kompetenz in Frage zu stellen. Was antworten Sie, wenn jemand zu Ihnen sagt: „ICH-Gewichts-Coaching für starke Frauen“ bieten Sie an? Das ist doch bestimmt so ein Laber-Training für Dicke, die zu schwach waren, wirklich abzunehmen? Nach dem Motto: Nimm dich endlich an wie Du bist!“

    Freue mich auf Ihre Antworten 😉

  43. Eine kleine Auswahl möglicher Antworten – je nach Tagesform und Stimmung:

    a) Ich find Ihres aber richtig toll.
    b) ich hab’s extra angezogen, weil ich mich heute genauso fühle, wie Sie mein Kleid finden: besch…….
    c) Fühlen Sie sich gut, wenn Sie mir das jetzt hier so platt und öffentlich vor den Latz knallen?
    d) Chacune à son gout! :-))))))))))))
    e) Ich find’s schön.
    f) Nein, hab ich nicht selbst ausgesucht: Der Klamottenberater von Angie hat mir geholfen…
    g) Haben Sie nicht Lust, mir beim nächsten Kleiderkauf mit Rat und Tag zur Seite zu stehen…
    h) Ihre irgendwie geartete Direktheit verletzt mich.
    i …

    käme sicher noch bis zet… ich erspar’s Ihnen aber :-).

    Grüße -von einer Frau, die außer im Sommer nie Kleider trägt, aber schon eher ins Haspeln käme, würde einer meine Kompetenz in Frage stellen…
    Nehm ich dann mal gleich zum Anlass, drüber nachzudenken, was ich denn da wohl antworten wollen würde.

  44. Guter Punkt, Frau Ast. Männer müssen eben – immer noch – meistens stark sein.

    Aber wie reagieren Sie denn beispielsweise, wenn eine Frau zu Ihnen sagt: „Aber Ihr Kleid steht Ihnen ja gar nicht. Haben Sie sich das selbst ausgesucht?“

  45. … dachte grad, ob Schlagfertigkeit nicht doch eher ein ‚typisches‘ Männerthema ist.
    MIR persönlich ist es bei/unter Frauen nicht in der Dichte und Schärfe bekannt.

    Grüße an die Algarve – and sunshine forever for everybody 😉
    Maria Ast

  46. Hallo Herr Haas,
    gut zusammengefasst: es ist Schauspieltraining für den Businessbereich. Vielleicht hat der Erfolg solcher Trainings auch damit zu tun, dass viele Menschen die Erfahrung machen und auch glauben, dass Authentizität im Beruf nicht angebracht sei und man sich damit nur Nachteile einhandle.

    Ihr Fazit – „Nicht-schlagen” ist eine ganz besondere Fertigkeit – bringt mich auf die Idee, ein „Anti-Schlagfertigkeitstraining“ zu entwickeln, das zum Ziel hätte: „Wie reagiere ich gewaltlos und respektvoll auf unfaire Angriffe?“

    Danke für Ihren Kommentar.

  47. Hallo,

    das ist reines Schauspieltraining im Businessbereich. Die Authentizität geht verloren. Irgendwann sind überall dieselben Sprüche zu hören. Der Begriff Schlagfertigkeit ist letztlich selbstentlarvend: Geht es darum – wer ist der Beste und hat die höchste „Fertigkeit“ im „Schlagen“? Also nichts anderes als „Gewalttraining im Kommunikationsbereich“? Akzeptieren wir doch eher unsere Unvollkommenheit und Natürlichkeit. Das erst gibt uns eine persönliche Note, macht uns weniger austauschbar und ermöglicht es uns, sich immer wieder intensiv selbst-bewusst zu werden. Fazit: „Nicht-schlagen“ ist eine ganz besondere Fertigkeit.

    Viele Grüße

  48. Hallo Herr Bohlen,
    genau das ist meine Befürchtung – und zuweilen auch Erfahrung – dass so ein Training Menschen anlockt, die hoffen, dadurch selbstbewusster zu werden.

    Dass einzelne Techniken daraus sinnvoll sind, verhehle ich nicht. Zum Beispiel eine Gegenfrage stellen und sie es nur „Wie meinen Sie das?“ Aber der Anspruch der Seminarleiter ist ja doch viel höher.

    Danke für Ihren Kommentar.

  49. Tim A. Bohlen sagt

    Sicherlich kann man Schlagkräftigkeit – wie fast alle Dinge – trainieren. Es stellt sich aber doch eher die Frage, welcher Auftritt passt zu mir. Wer bin ich? Extravertiert? Introvertiert? Locker? Schüchtern?

    Wenn das kommunikative „Geplänkel“ einen Schritt weiter geht und der Gegenüber merkt, das die markigen Sprüche oder Konter zu Beginn eines Gespräches oder bei einer späteren Unterhaltung nicht mit der „echten“ Person übereinstimmen, entsteht ein komisches Gefühl in der Magengrube.

    Zu einem authentischen Auftritt gehört aber, wie hier bereits geschrieben wurde, dass man sich selbst bewusst ist – selbstbewusst ist. Weiß, wer man ist… Und da dies ein langer Weg ist, sollte man wohl auch nicht jedem seine Sprüche gleich übel nehmen oder ihn als Spinner abtun. Ein Blick hinter die Fassade wird sich trotz aller Vorkommunikation in den meisten Fällen lohnen. Auch ein Grund, warum es sich lohnen kann, wenn man das Gespräch auf eine Ebene hebt, statt nur Phrasen durch den Äther zu schießen.

  50. Hallo, liebe Frau Ast,
    Sie schreiben: „es geht um DAUER-Erfolg, um DAUER-Siegen, DAUER-Spaß haben.“ Ich glaube, so einen Wunsch gibt es in in jedem. DAUER-Gesundheit, DAUER-Zufriedenheit, DAUER-Sicherheit.

    Ich schreibe dies hier aus der Algarve in Portugal und denke, solchen Sonnenschein hätte ich auch gern DAUERND (vor allem nach den deutschen „Sommer“-Monaten). Und erinnere mich, als ich vor langer Zeit ein Jahr in Israel im Kibbuz lebte und dort auch viel Sonne war, wie sehr ich einen der seltenen bedeckten Tage ohne Sonne begrüßte.

    Danke für Ihren Kommentar.

  51. Guten Morgen,
    ich stimme vielen Einwänden, Vorschlägen, Ergänzungen, Sichtweisen, die hier schon hinsichtlich Menschenbild und Umgang auf Augenhöhe gemacht wurden, zu.

    Noch ein Wort zu Form, Inhalt und message vieler Trainings/Vorträge:

    Letzten Donnerstag war ich bei einem Vortrag von Herrn Dr. Fädrich, seines Zeichens Motivationscoach, so wie ich.

    Bei den sachlichen Inhalten gehe ich d’accord mit ihm – bei der ART, WIE er seine Inhalte transportiert – angesiedelt zwischen Show, Entertainment und Beispielstunde, wie ich mit Marketing-Knowhow Menschen manipulieren kann, graust es mich.
    Aber: gefühlte 580 von 600 TN klatschten beigeistert mit. Auch das lasse ich irgendwie noch gelten, getreu der Devise, die Herr Simon schon beschrieb:
    ich ziehe andere Menschen an als z.B. Herr Fädrich.

    Was mich auf die Palme bringt – nicht nur in diesem Seminar sondern in vielen Trainings/Vorträgen/Ratgeberbüchern – ist die HALTUNG, die message, die hier wie dort VÖLLIG SUBTIL (oder doch gewollt??) vermittelt wird: hey, es geht um DAUER-Erfolg, um DAUER-Siegen, DAUER-Spaß haben.
    Sie bewirkt was in den Köpfen vieler Menschen: nämlich DAS auch für IHRE erstrebenswerte Weltsicht/Ziel zu halten.

    Diese Art von Manipulation mag ich nicht und diese Art hedonistischer Weltsicht ist sicher nicht meine.

    Gut, eine Plattform wie diese zu finden, in der man/frau sich positionieren kann und darf.

    Maria Ast

  52. Hallo Herr Simon,
    Sie haben ja Recht. Aus systemisch-konstruktivistischer Sicht hat alles seine Berechtigung und seinen Wert. Was mich dann aber doch stört, ist die Haltung, die ich kritisiere. Einmal die von geringer Wertschätzung nach dem Dschungel-Prinzip „Der Stärkere gewinnt“ und deshalb muss ich daran arbeiten, stärker zu werden.

    Zum anderen stört mich die Machbarkeit-Idee dahinter. Nach bald dreißig Erfahrung in der Arbeit mit Menschen weiß ich, wie schwierig es ist, eigene Verhaltensweisen zu ändern.

    Leider hat sich bisher hier noch niemand geäußert, der mal auf so einem Training war und wirklich viel davon im Alltag umgesetzt hat. Ich hoffe, das ist keine Bestätigung meiner Kritik.

    Danke für Ihren Kommentar.

  53. Rolf Ruhleder ist ja schon sehr lange im Geschäft und hat sicherlich hart an seinem Status gearbeitet. Und Identitäten wird man irgendwann nicht mehr so schnell los. Das Gleiche gilt sicherlich auch für Herrn Pöhm. Ob diese Form von Trainings sinnvoll sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Jedoch gäbe es diese nicht, wenn nicht ein tiefes Bedürfnis nach Selbstsicherheit und kommunikativer Gewandtheit vorhanden ist. Und dann braucht es höchstwahrscheinlich noch eine tiefe Angst von anderen Menschen emotional verletzt zu werden und darauf nicht adaquät reagieren zu können.
    Und diese Bedürfnisse werden anscheinend von diesen Trainern befriedigt und von anderen eben nicht. Ob das gut oder schlecht ist, wird aus konstruktivistisch-systemischer Sicht als unbedeutend betrachtet.

    Mein Verständnis von wertschätzender Kommunikation ist ein anderes und ich mache immer wieder die Erfahrungen:
    1. Ich lande nicht in solchen Seminaren.
    2. Ich ziehe andere Menschen in meine Coachings, Supervisionen und Trainings.
    3. Ich lebe glücklich in einer Ehe monogam seit 15 Jahren.
    4. Jeder bekommt die Kunden, die er für sein persönliches Wachstum benötigt.
    5. Mir kommt kaum einer, der versucht mich „schlagfertig“ mit einem Spruch zu treffen oder Eindruck zu schinden oder seinen Selbstwert zu stabilisieren. Ich bin anscheinend wenig attraktiv für diese Zeitgenossen.
    6. Und wenn dann ist ein einfaches Danke oder wirklich richtig gutes aktives Zuhören die für mich beste Option damit umzugehen. Denn für mich gilt immer noch, dass jeder Botschaft eine Absicht zugrunde liegt, die der Erfüllung bedarf. Und wenn das geschieht ist alles in Butter. Jedenfalls emotional. Vielleicht sollte ich mal ein Training konzipieren mit dem Titel: „Wie ich bestimmte Zeitgenossen in diesem Leben niemals treffe.“

    Als letztes. Mein Sohn ist 22 Jahre und interessiert sich für ein Schlagfertigkeitstraining bei Herrn Pöhm. Vielleicht ist dies ja die richtige Zielgruppe. Junge BWL-Studenten, die auf der Suche nach ihrem Platz im Leben sind. Denen soll es vergönnt sein Erfahrungen zu sammeln.
    „Die Ente bleibt draußen“ 🙂

  54. Hallo Herr Steinert,
    Ihr Standpunkt gefällt mir sehr gut. Vor allem der Aspekt der Comedyisierung unseres Alltags: „Bitte geben Sie auf diesen komplizierten Sachverhalt eine Antwort in einem Satz – und dann bitte noch lustig.“

    Das finde ich ja an dem Wahlkampf von Frau Merkel gerade so angenehm, dass Sie sich von den Machosprüchen Müntefehrings und Steinmeier („Kommen Sie aus der Ecke raus!“ Stellen Sie sich!“ …) nicht reizen lässt, sondern ruhig ihre Thesen vorträgt und dabei auch in Kauf nimmt, von einigen als „langweilig“ empfunden zu werden. Denn von Politikern erwarte ich keine Unterhaltung, dafür gehe ich ins Kino.

    Danke für Ihren Kommentar.

  55. Klasse Beitrag – wirklich treffend, hintergründig und amüsant. Ich hätte da übrigens noch einen dritten Punkt, der mich an den Heilsversprechen der von Ihnen fokussierten Schlagfertigkeitstrainings stört: die Comedy-Mentalität, die suggeriert, dass es das Größte ist, für alles und jedes aber bitte sofort und immer eine wenn auch noch so blöde Replik zu haben. Quatschen gegen die Leere im Kopf. Wer so arbeitet, scheint sich das Leben als sitcom mit unterlegten Lachern vorzustellen – je lauter desto toller. Auch hier gilt: Kunden suchen sich eben die zu ihnen passenden Trainer aus :-). Wer das mag, mag’s genießen. Vor allem kann er es konsumieren.
    Personen- und situationsangemessene Kommunikation geht sicherlich anders. Sowas zu vermitteln setzt bei Trainern und Kunden eine andere Mentalität voraus: ernsthaft (gerne auch humorvoll aber eben nicht lachhaft) arbeiten und an sich arbeiten zu wollen. Vielleicht etwas altmodisch, auf Dauer aber sicherlich erfolgreicher.

  56. Hallo Gerald,
    stimme Ihrem Beitrag im Wesentlichen zu. Besonders gut gefällt mir die Passage:

    „Die Basis für Schlagfertigkeit ist Selbstsicherheit. Es ist aussichtslos, schlagfertig sein zu wollen, wenn man sein Anliegen nicht selbstbewusst vertreten kann und nicht bereit ist, Grenzen aufzuzeigen. Auch für die passende Körpersprache ist die innere Einstellung sehr wichtig.“

    Zu dieser Selbstsicherheit gehört meiner Ansicht nach auch, dass man sich verletzt zeigen kann oder sogenannte Schwächen zugeben kann ohne dabei an Status zu verlieren. Während eines Vortrags unterbrach mich mal ein Zuhörer mit der Bemerkung: „Als Profi sollten Sie sich aber keine Versprecher leisten!“
    Darauf sagte ich ganz ruhig: „Vielleicht sollte ich das nicht aber manchmal verspreche ich mich eben.“

    Genauso kann man – zum Beispiel auf obige „Gürtel-Frage“ antworten: „Ich verstehe nicht, was das jetzt soll. Können Sie mir es erklären.“ Anstatt mit einer Retourkutsche unbedingt in den Hochstatus zu gelangen, erlaubt man sich, in den Tiefstatus zu gehen („Ich verstehe nicht …“) und bleibt dadurch jedoch auf Augenhöhe.

    Danke für Ihren Kundigen Kommentar.

  57. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich stimme Ihnen zu – ich halte auch wenig von den von Ihnen angesprochenen Schlagfertigkeitstrainings. Das gleiche wie bei den Trainings ist auch in der Ratgeberliteratur zu beobachten: Potenzgeprotze, Statusgehabe und Sprücheklopfen. Ich habe mal einen Blogbeitrag zu diesem Thema verfasst: http://blog.my-skills.com/2007/03/11/schlagfertigkeit-im-job.html

    Ich möchte jedoch differenzieren. Es gibt einen echten Bedarf, Schlagfertigkeit zu entwickeln. Denn es ist wichtig, Beleidigungen und persönliche Angriffe zurückzuweisen. Dieses Anliegen ist da und es ist legitim.

    Auf dem Markt sind die genannten Trainer recht erfolgreich, die Teilnehmer lernen jedoch nur SCHLAGfertigkeit. Schon dafür sind viele dankbar, doch jeder, der sich auf das Niveau des Angreifers begibt, hat bereits verloren. Für wahre Souveränität und für eine positive Beziehungsgestaltung benötigt es SchlagFERTIGKEIT, die man auf Massenveranstaltungen wohl kaum lernt.

  58. Lieber Herr Huber,
    Sie haben es gut ausgedrückt: „Der Konflikt wird destruktiv beendet statt konstruktiv gelöst. Es zählt nur noch “Sieg oder Niederlage”.“
    Aber wie Ruhleder treffend zitiert wird, wenn die Form wichtiger ist als der Inhalt, geht es eben mehr um die Lacher in einem Training als um die Umsetzung in den Berufsalltag.

    Danke für Ihren Kommentar.

  59. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    in gewisser Weise teile ich Ihre Skepsis. Eine schlagfertige Antwort im Sinne einer angelernten Parade verhindert eine geglückte Kommunikation. Dies ist insbesondere im Konfliktfall (z.B. in einem Projekt) fatal. Der Konflikt wird destruktiv beendet statt konstruktiv gelöst. Es zählt nur noch „Sieg oder Niederlage“. Auf verletzende Äußerungen mit ebenfalls verletzenden Verbalparaden zu reagieren ist eine offene Kampfbotschaft, die noch weitaus destruktiver ist als die „getarnte Kampfbotschaft“, die ich in einem Beitrag bei mir beschrieben hatte

    viele Grüße Eberhard Huber

    http://www.pentaeder.de/projekte/2009/03/12/die-getarnte-kampfbotschaft-–-kommunikation-und-die-4-ohren-ii/

  60. Ohne auf die Herren Ruhleder oder Pöhm hier näher einzugehen – ich halte auch recht wenig von Schlagfertigkeitstrainings. Obwohl ich mit dieser Frage in Kommunikationstrainings öfters konfrontiert bin: „Welche Tricks und Tipps gibt es, um schlagfertiger zu werden?“
    Ich antworte dann meistens: „Sie werden es nicht durch ein Seminar oder Training schlagfertiger, das lernen Sie nur durch die Praxis. UND: Umgeben Sie sich beruflich wie privat mit schlagfertigen Personen. Dadurch steigt automatisch ihre eigene Schlagfertigkeit.“

  61. Hallo Herr Weiß,
    sehe ich genauso. Das mit den Sprechschablonen kann auch nach hinten losgehen. Wenn jemand auf meine gelernte Replik antwortet: „Ach, auf ’nem Schlagfertigkeitsseminar gewesen?“

    Danke für Ihren Kommentar.

  62. Schlagfertigkeitstraining ist Risotto aus der Tüte!

    Schlagfertigkeit wirkt dann gut wenn sie nicht auf die Anwendung von Sprechschablonen beschränkt, sondern aus dem eigenen Erfahrungsschatz und Hintergrundwissen generiert wird.

    Dann braucht es noch etwas Mut und schon ist man schlagfertig.

    Der Versuch das Streben der Menschen nach einfachen Rezepten ob in der Küche oder im Leben wird konsequent fortgeführt. „Da sagt einer sie wären zu dick – Ich hab‘ da schon mal was vorbereitet …“

    Schlagfertigkeit ist das Risotto der Rhetorik – ohne Rezept am originellsten!

  63. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Stellungnahme! Merkwürdig, dass Trainer, die Kommunikation als Kampf verkaufen, so beliebt sind.

  64. Wer bitte braucht ein Schlagfertigkeitstraining? Voraussetzung für Schlagfertigkeit ist Intelligenz. Trainer mit Fehlsichtigkeit.

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