Wut und Ärger: Wie Sie besser damit umgehen.

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Kennen Sie das: Stampft ein kleiner Junge mit dem Fuß auf. Sagt die Mutter: „Jetzt sei aber mal brav! So was macht man nicht.“ Oder die Mädchen-Variante: „So benimmt sich ein liebes Mädchen nicht. Reiß‘ Dich zusammen!“

Wie oft haben Sie in Ihrer Kindheit solche Sätze gehört? Und wie oft haben Sie als Erwachsener solche Sätze zu anderen gesagt?

Vermutlich sehr häufig, denn es ist normal. Mit normal ist gemeint, es ist Teil der vorherrschenden Kultur. Ich bin mir sicher, Sie kennen es, dass Wut nicht anständig ist und dass man sich zusammenzureißen hat, wenn sie auszubrechen droht.

In unserer Gesellschaft gibt es keine Wut-Kultur. Normalerweise prägen folgende Einstellungen unser Verhältnis zur Wut:

  • Wut ist unprofessionell.
  • Wut muss man nicht haben, sie führt ohnehin zu nichts.
  • Wut sollte man auf jeden Fall kontrollieren.
  • Wut ist nicht weiblich.
  • Brave Kinder werden nicht wütend.
  • Wut ist gefährlich.

Manche Menschen fürchten sich vor ihrer eigenen Wut.
Sie wollen aus den verschiedensten Gründen nicht wütend werden bzw. zugeben, dass sie wütend sind. Zu denen gehörte ich früher selbst. Es gab diesen Moment, in dem ich bereits vor Wut weinte und meinen Mentor anschrie: „Ich bin nicht wütend!“. Es war ein Gruppentraining und die anderen Teilnehmer konnten ihr Lachen kaum unterdrücken. Ich war so offensichtlich wütend, dass die Wände wackelten. Nur einer konnte das nicht wahrnehmen – ich selber.

Und es gibt die Menschen, die sich vor der Wut anderer fürchten.
Sie würden viel tun, wenn sie nur vermeiden können, dass ein Gegenüber wütend wird. Dazu gehören nicht nur Kinder, die etwas angestellt haben und vermeiden wollen, dass Mama schimpft. Viele Erwachsene vermeiden lieber eine klare Wut-Situation zugunsten von unklarem, stickigem Pseudo-Frieden.

Es gibt viele Strategien, wie man Wut weg machen kann.
Es gibt Wut-Fresserchen für die Allerkleinsten und Auszeiten für die etwas größeren Kinder. Erwachsene bekommen Tipps wie meditieren oder Yoga machen. Wahlweise kann man auch auf zehn zählen.

„Was gibt es über die Wut zu sagen?“ frage ich Klienten. Der zusammengefasste Inhalt ihrer Aussagen: „Wut ist nicht gut. Wir müssen sie kontrollieren und im Idealfall weg machen.“ Gesellschaftlich herrscht eine Grundstimmung, dass Wut etwas ist, was wir eigentlich nicht haben wollen und wegmachen sollen.


Was ist eigentlich Wut?

Wut ist kein feststehendes Ereignis wie ein Blitz, bei dem sich alle einig sind: Das war jetzt ein Blitz. Wut ist ein großes Feld – wie andere Gefühle auch. Dieses Feld beginnt bei 0% Intensität und geht bis 100%.

Wenn nun 5 % Wut-Intensität da sind, würden Sie dann bereits von Wut sprechen? Vermutlich nicht. Wenn Ihnen aber 80% Wut in Form von Trapattonis Flasche-leer- Pressekonferenz gegenüber treten, dann würden Sie wohl doch das Wort “Wut“ treffend finden.

Das ist auch der Grund dafür, warum es für die verschiedenen Intensitäten des Gefühls der Wut sehr viele Begriffe gibt. Hier eine Auswahl, absteigend sortiert:

  • Cholerischer Anfall
  • Rage
  • Mir haut es den Schalter raus! Das kotzt mich an!
  • Sich ärgern
  • Genervt sein
  • Sauer sein
  • Zickig sein
  • Gereizt sein
  • Schlechte Laune haben
  • Ungeduldig sein

Wir leben wir also in einer Kultur, in der Wut allenfalls dazu dient, mal ordentlich Dampf abzulassen, im Übrigen aber überflüssig zu sein scheint.

Sagt also eine Mutter: „Jetzt werde ich gleich wütend!“, dann ist sie bereits ärgerlich und schon lange mittendrin im Gefühlsfeld der Wut.

Gleiches gilt, wenn wir gereizt sind über die Langsamkeit des Schalterbeamten. Klar, würden wir nicht sagen: „Ich bin wütend auf diese lahme Schnecke dort vorne!“. Aber wir fühlen uns bereits hibbelig und genervt – ergo etwas wütend.
Hibbelig und genervt sind nur andere Ausdrücke dafür, dass wir gerade 5, 10 oder auch 15 % Wut empfinden.

Dies ist aus zwei Gründen wichtig zu wissen:

  • Wenn im folgenden Artikel das Wort Wut benutzt wird, so steht es für das ganze weite Feld der Wut, von 0 – 100%. Nicht nur für den Ausbruch mit 85% Intensität.
  • Um unser Verhältnis zur Wut grundlegend ändern zu können und uns all‘ die positiven Aspekte dieses Gefühls zu nutze machen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie groß das Feld ist.
    Und dann natürlich auch, wo wir in diesem weiten Feld stehen.

Es ist wie beim Wandern: Erst die Karte lesen, dann losmarschieren. Also, erforschen wir gemeinsam das weite Feld der Wut. Ausgehend von der oben gestellten Frage:


Warum gibt es Wut?

Was hat sich Mutter Natur dabei gedacht, uns die Fähigkeit mitzugeben, dass wir Wut empfinden können?

Meine Antwort: Weil Wut einen Nutzen hat. Sogar einen sehr großen.

Welcher mag das sein?

Stellen Sie sich bitte eine Frau in einer vollen U-Bahn vor. Plötzlich bemerkt sie, dass sie angegrabscht wird.

Welches Gefühl wird dieser Frau helfen, klar zu machen, dass dies ein Unding ist und dass sie sich das verbittet? Weder Freude, Angst noch Traurigkeit helfen ihr hier weiter.

Es ist ihre Wut, die hier klare Zeichen setzt. Sie können es auch Empörung nennen. Empörung ist nur ein anderes Wort für Wut. Die Frau nutzt ihre Empörung, um sich vom Grabscher abzugrenzen bzw. um sich vor ihm zu schützen.

Dies ist auch ein gutes Beispiel, dass Wut nicht immer mit der gleichen Intensität stattfindet. Die Frau ist empört. D.h. sie ist zu sagen wir 25% wütend. Diese 25% ermöglichen ihr, klar und direkt zu handeln. Laut zu sagen, dass sie das nicht will. Aufmerksamkeit zu erregen und den Mann in seine Schranken zu weisen.

Ist das nicht ein gutes Beispiel dafür, wie hilfreich Wut ist?

Ein anderes Beispiel:

Stellen Sie sich vor, dass sie in der Schlange an der Kasse warten. Ein anderer Kunde geht an Ihnen vorbei und stellt sich einfach so vor Sie. Was empfinden Sie?
Freude, dass Sie jemanden ermöglichen, schneller zu bezahlen als Sie selbst?
Traurigkeit, dass Sie mal wieder übersehen wurden?
Oder sind sie wütend darüber, dass ein anderer sich das Recht heraus nimmt, Sie zu übergehen?
Haben Sie Angst, dass sie jetzt zu spät an die Reihe kommen und dadurch den Bus verpassen?

Nein, sie sind natürlich sauer oder genervt oder auch empört, wie unsre Frau im oberen Beispiel. Auf jeden Fall sind Sie: im Feld der Wut.

Sie können diese Wut nutzen, um eine Grenze zu setzen: „Stellen Sie sich bitte (gefälligst) hinten an!“

Sehen Sie, wie Wut uns hilft, Klarheit in Situationen zu bringen?
Wie sie uns unterstützt, Grenzen zu ziehen?
Wut unterstützt uns, mit Klarheit für unsere Bedürfnisse einzustehen.

Praxistipp: Wenn Sie mal wieder so richtig sauer sind (warum ist egal), dann nutzen Sie die Kraft dieses Gefühls.

Doch jetzt sind Sie vielleicht auch in einer Zwickmühle.  Denn das ursprüngliche Problem, dass Wut gesellschaftlich eher geächtet ist, bleibt ja zunächst bestehen.


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Bild: Ulrike Steinbrenner, photocase.com

In 5 Schritten besser mit Wut und Ärger umgehen.

Ich zeige Ihnen die notwendigen Schritte, um dieses Dilemma aufzulösen.

Schritt 1: Lernen Sie Ihre Taubheitsschwelle für Wut kennen. 

Wenn ein Kind von seiner Mutter immer wieder vermittelt bekommt: „Das ist bäh!“, dann lernt es irgendwann, dass mit “bäh“ gemeint ist: „Lass die Finger davon. Und wenn Du die Finger davon lässt, dann bist Du ein gutes Kind und die Mama ist glücklich.“. Die Folge davon: Das Kind bekommt ein Lob für sein angepasstes Verhalten und ist selbst glücklich, dass es Mama glücklich gemacht hat.

So funktioniert Erziehung.

Im Wut-Kontext lernen wir: „Wut ist bäh. Mach‘ sie weg. Kontrolliere sie. Unterdrücke sie.“
Und genau dieses versuchen wir, um dieser Aufforderung nachzukommen.

Das beste Mittel dafür ist, unser Gefühl zu betäuben.

Denn wenn Sie das Gefühl betäuben, spüren Sie es nicht. Und was Sie nicht spüren, ist bewusst auch nicht da.

Wenn nun dieses Betäuben zur Gewohnheit wird, werden Sie immer unempfindlicher gegenüber dem Gefühl. Sie spüren immer später, dass es gerade da ist. Dann kann es passieren, dass es Ihnen so geht wir mir im eingangs genannten Beispiel. Sie sind sehr, sehr wütend – aber Sie merken es gar nicht.

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Dieses Phänomen wird Taubheitsschwelle genannt.

Ein Baby hat keine Taubheitsschwelle gegenüber Gefühlen. Es spürt sofort was los ist – bei sich und bei anderen. Und es gibt diesem Gefühl ungehindert Ausdruck. Wer schon mal länger als 3 Stunden mit Babies zu tun hatte weiß das.

Eine hohe Taubheitsschwelle bedeutet also eine geringe Empfindlichkeit zu haben. Empfindlichkeit kommt von empfinden. Je weniger ich empfinde, um so tauber bin ich. Das gilt nicht nur für Wut, sondern auch für andere Gefühle wie z.B. Angst oder Trauer.

Dieser Mechanismus ist von vielen Menschen gewünscht, schließlich ist das Ergebnis, dass unliebsame Gefühle nicht gespürt werden müssen.

Die Kehrseite der Medaille ist, wenn wir Gefühle nicht spüren, können wir sie auch nicht nutzen.

Nehmen wir eine Mutter, die eine hohe Taubheitsschwelle für Wut hat – schließlich war sie immer ein braves Mädchen und hat sich stets unter Kontrolle. Diese Mutter merkt erst sehr sehr spät, dass sie überhaupt wütend IST. Und dann ist der Ausbruch vorprogrammiert. Es genügt dann das umgestoßene Glas Apfelsaft beim Abendessen, dass sie ausflippt.

Haben Sie sich schon mal gewundert, warum Ihr Chef wegen Nichtigkeiten so richtig austicken kann? Die Chancen stehen gut, dass er schon längst wütend war, es nicht gemerkt hat (Taubheitsschwelle sehr hoch) und dass dann Ihr Tippfehler sein Wut-Fass zum Überlaufen bringt.

Hätten die beiden, Mutter und Chef, eine geringere Taubheitsschwelle, so hätten sie viel früher reagieren können. Die Mutter hätte bereits um zwei Stunden früher gemerkt, dass ihre Nerven blank liegen und dass es gilt, den Kindern klarere Grenzen zu geben – zum Schutz des eigenen Wohlergehens.

Und der Chef hätte schon vor Tagen – ohne Drama – klar geäußert, dass er erwartet, dass Vorlagen tiptop in Grammatik, Grafik und Rechtschreibung sind.

Dabei hätten jeweils 5 – 15 % Wut gereicht. Kein lautes Wort, keine Missgunst, kein Streit. Nur Klarheit. Sie merken wieder: Die Wut ist unser Freund. Früh gespürt kann sie uns helfen die richtigen Weichen zu stellen.

Problem Nummer 1 also erkannt: Wir spüren unsere Wut zu spät. Durch das Entwickeln einer gewissen Taubheit gegenüber der eigenen Wut, bleibt uns der Zugang zum konstruktiveren, kreativeren Umgang mit der Wut verwehrt.


Schritt 2: Ihre Taubheitsschwelle senken

Jetzt kommt eine wichtige Frage: Sind sie bereit, diese Taubheitsschwelle wieder zu senken?

DAs ist nicht ganz risikolos. Denn dann werden Sie viel früher mitbekommen, wenn Sie Wut fühlen. Also genau das Gegenteil von dem, was Sie bislang versucht haben – nämlich die Wut zu unterdrücken. Sie bekommen also vermutlich mehr Konflikte mit anderen Menschen.

Dies gilt auch für andere Gefühle wie z.B. Ängste oder TraurigkeitWenn Sie weniger taub sind, kriegen Sie mehr mit! Es ist ein Ja zu einem neuen Lebensgefühl.

Wenn Sie wieder mehr fühlen und sich die Vorteile der Wut zu Nutze zu machen möchten, müssen Sie jetzt noch herausfinden, wie Sie sich bisher betäuben.


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© Pavel Losevsky-Fotolia.de

Schritt 3: Taubmacher identifizieren

Um ein Gefühl nicht zu fühlen gibt es einige „gute“ Mittel.

  • Substanzen
    Also alle Suchtmittel die tatsächlich betäuben: Drogen, Alkohol und Nikotin.
    Auch Medikamente können taub machen und nicht nur Psychopharmaka. 2016 stellte ein Forscherteam der Ohio State University fest, dass der Wirkstoff Acetaminophen, enthalten in Paracetamol, die Fähigkeit beeinträchtigt, empathisch mit anderen mitzufühlen.
  • Essen
    kann die Taubheitsschwelle erhöhen: Zucker betäubt – schon Babies werden in Kliniken mit Zuckerlösung vom Schmerz des Nadelstiches einer Blutentnahme abgelenkt. Und der Selbstversuch zeigt: Ein Griff zum Nutella- Glas hat kann Wut-Ausbrüche verhindern.
  • Medien
    Einige der wirksamsten Taubmacher in unserer heutigen Zeit sind die Medien. Das ständige Nutzen eines Smartphones oder das dauernde Gebrabbel eines eingeschalteten Radios im Hintergrund halten uns zuverlässig davon ab, zu fühlen, was bei uns gerade los ist.
    Wie sollten wir fühlen können, wenn ständige Ablenkung durch Elektronik die damit einhergehende Reizüberflutung stattfindet?
    Halten Sie Stille aus? Schaffen Sie einen Tag ohne TV, Facebook und Email?
  • Aktivitäten
    Eigentlich ist jede Aktivität dazu geeignet ein Taubmacher zu sein.
    Sie müssen sie nur engagiert genug ausüben. Als klassischen Taubmacher bezeichne ich z.B. die Anstrengung, ständig einen perfekt sauberen Haushalt zu haben. Putzen kann man nämlich immer. Jeglicher Exzess gehört in diese Rubrik hinein.
    Etwas weniger offensichtlich ist die Sache bei den vielen kleinen Dingen, mit denen wir uns davon abhalten zu fühlen. Auto waschen, Rasenkanten trimmen, nie ungeschminkt aus dem Haus gehen usw.

Letztlich besteht die Gefahr des Betäubens immer dann, wenn ich etwas tue, um etwas andres nicht zu fühlen.

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Kommen Sie Ihren ganz persönlichen Taubmachern schon auf die Spur!

Gehen Sie diese Liste durch fragen sich ganz ehrlich: Auf was könnte ich nicht einfach so eine Woche lang gut verzichten?

Ihre Antworten geben Ihnen sicher einen starken Hinweis.


Schritt 4: Ihre Wut besser nutzen

Vielleicht sind Sie überrascht, welche Wendung dieser Artikel nimmt. Aber wir sind es so gewohnt, diese Taubmacher in unser Leben einzubauen, dass es:

a) Ihren Willen braucht, sie zu erkennen und
b) eine gewisse Anstrengung benötigt, sie zu reduzieren oder sich von ihnen zu verabschieden.

Beides geht nicht von heute auf morgen. Doch wissen, wie sie etwas verändern können im Umgang mit Ihrer Wut.

Hier mein Praxistipp:

Identifizieren Sie Ihre Taubmacher und erforschen Sie, was geschieht, wenn Sie sie weg lassen.

Was Sie gewinnen können, ist:

  • mehr Klarheit
  • weniger Streitigkeiten
  • mehr Freiraum
  • mehr Freizeit
  • mehr Verbundenheit
  • und somit auch mehr Energie.

Schritt 5: Die Wut der anderen bei denen lassen

Einer meiner Lehrer sagte einmal: „Wut ist einfach nur Wut.“ Er meinte damit, die Wertung, welche wir auf Wut haben, wegzunehmen. Wenn wir Wut einfach nur als Wut sehen können, dann steht uns ihr volles Potential zur Verfügung.

Doch was, wenn uns die Wut Angst macht, insbesondere die Wut anderer Menschen?

Schauen wir uns da genauer an: Worum genau geht es in dieser Angst vor der Wut der anderen? Ist es:

  • die Angst davor, dass gerade etwas gesellschaftlich Unangemessenes läuft, oder
  • die Angst davor, dass der wütende Mensch uns etwas antun könnte?

Wenn es um a) geht, dann haben Sie alle Werkzeuge, um dieses Missgefühl aufzulösen. Vielleicht triggert die Wutreaktion Ihres Gegenübers nur Ihren ureigensten Wunsch, endlich auch einmal so klar sagen zu können, wie sie sich fühlen. Sie sind also neidisch, wie frei der andere mit seiner Wut umgeht.

Oder Sie schämen sich gerade fremd, a lá „Wie benimmt die sich denn?“. Auch dann besteht nun die Möglichkeit mit Abstand auf die Situation zu schauen, mit den Schultern zu zucken und zu denken: „Nun, sie zeigt eben Gefühle. Lieber jetzt Klarheit schaffen, als in vier Stunden einen cholerischen Anfall zu bekommen“.

Wenn es allerdings so ist, dass sie richtig Angst bekommen, wenn in Ihrem Umfeld jemand seine Wut zeigt, also Szenario b) greift, dann liegt der Fall etwas anders. Es könnte sein, dass dies der Hinweis darauf ist, dass ein Kindheitstrauma vorliegt. Z.B. wenn Ihre Angst-Reaktion gemessen an der vorliegenden Situation überzogen oder ohne realen Bezug erscheint.

Für diesen Fall lohnt es sich zu forschen: Was ist die Ursache meiner unangemessenen Reaktion?

Roland Kopp-Wichmann beschreibt mögliche Ursachen in diesem Artikel …


Probieren Sie Folgendes aus mit Ihrer Wut.

Angenommen, Sie spüren aufkeimenden Ärger oder die Wut ist schon spürbar da. Machen Sie sich Folgendes bewusst:

  • Es ist o.k. dass ich die Wut spüre.
    Irgendetwas läuft nicht so, dass es gut für mich ist. Was ist das?
    Gilt es, jetzt etwas zu sagen, Klarheit zu schaffen, eine Grenze zu setzen?
  • Fragen Sie sich später:
    Wie lange vorher war ich schon wütend, bevor ich die Wut gespürt habe?
    (Seien Sie ehrlich!)
  • Prüfen Sie nach:
    Was haben Sie getan, um nicht wütend zu sein oder wütend zu werden?
    Welche Taubmacher haben Sie eingesetzt und welche Glaubenssätze bezüglich der Wut können Sie entdecken?
  • Und falls Sie öfters wütend sind:
    Was geschieht ganz generell in Ihrem Leben, was Sie nicht wollen oder was nicht geschehen sollte?

Fazit:
Das Gefühl der Wut wird zu unrecht in eine zerstörerische Ecke gedrängt. Holen wir uns den Zugang dazu zurück, laden wir Klarheit und Freiheit ins Leben ein. Viel Freude beim Ausprobieren wünscht Ihnen …


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Stefanie Heidtmann
ist Bloggerin, Coach und Mutter von 2 Söhnen. Sie kündigte ihre Juristenkarriere und lebt das Leben, von dem sie als wildes Mädchen schon geträumt hat.

Mit ihrer Arbeit motiviert sie andere Menschen, ebenfalls das Beste aus ihrem Leben zu machen und ihr volles Potential zu leben.

Unter http://stefanieheidtmann.de finden sich mehr Informationen von ihr.

kommentar Was machen Sie mit Ihrer Wut?

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Bilder: © Ulrike Steinbrenner, photocase.com, Pavel Losevsky-Fotolia.de,
Schaubilder: Stefanie Heidtmann

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

7 Kommentare

  1. Guten Tag Herr Loewe,
    prima, wenn Sie inspiriert sind, manchen Tipp umzusetzen. Das spornt an!
    Stefanie Heidtmann

  2. Guten Tag Herr Kopp-Wichmann,
    Danke für schönen Artikel! Wunderbar strukturierte Information, alles ist leicht zu verstehen. In einer Zeit, in der das Leben in rasendem Tempo weitergeht, wird die Frage sehr dringend. Ich werde definitiv einige Tipps verwenden.
    Beste Grüße!

  3. Hallo Sina Le,
    wunderbar, wie das Universum manchmal arbeitet, nicht wahr?
    Es freut mich sehr, wenn ich hilfreich sein konnte.
    Stefanie

  4. Hallo Chris,
    dieses Buch kannte ich noch nicht. Danke für den Tipp! Ist schon auf die Lesen-Liste gewandert.
    Stefanie

  5. Sina Le sagt

    Vielen lieben Dank für diesen guten und mich gefühlt weiter bringenden Artikel, der gerade zur rechten Zeit für mich kommt.
    Erst gestern hatte ich versucht, zu diesem Thema für mich zu recherchieren, hatte aber nicht das für mich richtige gefunden und heut bekomme ich die Lieferung durch die wertvollen Sonntagsperlen von Roland Kopp-Wichmann frei Haus und inhaltlich genau das, was ich jetzt benötige! Besten Dank!

  6. Chris sagt

    Danke für den hilfreichen Beitrag. Ein Literaturhinweis: Bach und Goldberg: Keine Angst vor Aggression – das Buch ist zwar aus den frühen 1970ern, aber erscheint mir trotzdem zeitgemäß.

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