„Einfacher als Ebay und nicht so anstrengend wie Flohmarkt.“

Kommentare 14
Allgemein

Das ist die Meinung über eine tolle Geschäftsidee, die ich in brandeins las. Mit Ebay wie mit Flohmärkten habe ich jede Menge Erfahrungen. Als Familienvater von zwei Kindern und häufiger Buchkäufer sammelt sich so einiges im Haushalt an. Ohne regelmäßige Entrümpelungsaktionen geht das nicht.

Und nachdem mir klar wurde, dass auch meine abgelegten Anzüge und andere Textilien meist  gar nicht bei den Bedürftigen dieser Welt landen, habe ich zu den großen Sammeltonnen nicht mehr so großes Vertrauen. Und Sachen in einem Seconhandladen in Kommission zu  geben, braucht auch viel Geduld.

Doch wohin mit den Sachen, die man verkaufen möchte?

Am besten wäre doch, es gäbe einen Laden, wo ich einfach ein Regalbrett mieten kann, darauf meine Sachen stelle und jemand verkauft sie für mich.

Genau diese geniale Idee hatte die früher arbeitslose Heidi Windgaß, die einen solchen Laden mit dem schönen Namen „Zeitlose Einzelstücke“ eröffnet hat. Denn darum handelt es sich ja oft.

In ihren Regalen liegen Bücher, Spielzeug und Geschirr. In Vitrinen liegen wertvollere Dinge wie Uhren, Schmuck und Armreifen. An Kleiderständern hängen Anzüge, Ballkleider und Pullover. Aber auch Künstler haben dort ihre Werke ausgestellt.

Sie verkauft all das für die Mieter ihrer Regale. Die zahlen für einen Regalboden neun Euro pro Woche, für einen Platz in der Vitrine ab einen Euro, für einen Kleiderbügel ab 50 Cent. Dafür dürfen sie alle Einnahmen behalten, die die Ladeninhaberin für sie erwirtschaftet.

Ähnliche Läden gibt es auch anderswo, wie zum Beispiel in Münster Myregalbrett, in Düsseldorf das Fach-Geschäft. Sogar eine Kette, XXL Piggy Bank, mit 14 Standorten gibt es bereits, allerdings mehr mit Ramsch.

Warum schreibe ich hier darüber?

Weil eine wesentliche Persönlichkeitseigenschaft für Erfolg die Ausdauer ist. (Über die 12 wichtigsten Eigenschaften, die Sie als Selbständiger bruachen, habe ich hier einen Artikel geschrieben.) Und die hatte Heidi Windgaß. Sie schrieb zahllose Bewerbungen, besuchte Weiterbildungskurse, lebte mit ihrer Tochter von Hartz-IV.  Doch im Dortmunder Job-Center hatte man für die 49-Jährige keine Arbeitsstelle.

Weil Sie regelmäßig Secondhand-Sachen kaufte und verkaufte, kam ihr eines Tages mit den vermietbaren Regalbrettern. Praktisch ein Shop-in-the-Shop-System, wie es auch die großen Kaufhäuser haben. Aber ganz im Kleinen.

Ihre Marktforschungsstudien machte sie auf Flohmärkten und in Fußgängerzonen indem Sie Menschen fragte: „Würden Sie ein Regal mieten? Wie viel würden Sie dafür bezahlen?“ Als sie über einhundert Antworten zusammen hatte, begann sie, an ihre Idee zu glauben.

Es gab tatsächlich viele Menschen, die etwas Gebrauchtes oder Selbstgemachtes verkaufen wollten, aber keine Lust hatten, auf einem Flohmarkt herumzustehen oder die Artikel mit der Post an Käufer zu verschicken.

Mit ihrem Businessplan ging sie zur Bank, bekam einen Kredit auf und mietete einen Laden. Im Sommer 2010 eröffnete sie ihr Geschäft. Ab Oktober gab es nur noch schwarze Zahlen: die Regale sind ausgebucht.

PS: Dies ist der erste Artikel für meine neue Kategorie „Geschäftsideen“. Wenn Sie sich auch mit einer originellen Idee selbständig gemacht haben, schreiben Sie mir eine Mail. Vielleicht schreibe ich den nächsten Blog-Beitrag darüber. Dabei interessiert mich vor allem Ihre persönliche Entwicklung, die dazu notwendig war.

kommentar Was machen Sie mit Ihrem Trödel?

PS: Wenn Ihnen dieser Beitrag gefiel, dann sagen Sie es doch bitte weiter: auf Facebook, Twitter oder per Email.
… oder schreiben Sie einen Kommentar.
… oder abonnieren Sie neue Beiträge per Email oder RSS.

Foto: © – unter CC von mingusmutter Flickr.dom

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

14 Kommentare

  1. tanja sagt

    hatte selbst lange vor einen second hand laden zu eröffnen.die umstände ließen dies aber dann doch nicht zu..leider.jetzt habe ich fast eine „scheune“ voll mit gesammelter ware aller richtungen und verkaufe ab und an dinge auf ebay…das kostet aber soo viel zeit:-( Schade, dass es hier im Umkreis von calw/pforzheim noch keinen regalbrett laden gibt…

  2. Sabine sagt

    Hallo
    Schon seit langem gehe ich mit der Idee schwanger, eine Büchertausch-Börse auf zubauen, mir fehlt aber noch die zündende Idee für den Anfang. Es hapert nur an der Umsetztung bzw. an dem Grundkonzept. Mit 52 Jahren habe ich ja noch Zeit. ;-))
    Liebe Grüße

  3. mein Verkaufsregal sagt

    Wir bieten den Weg zur Selbständigkeit mit einem eigenem Laden ( mein.Verkaufsregal ) an. Zudem wird der Laden mit Neuware ( Haushaltsgeräte )bestückt, welche zum von uns bis zu 50 % unter dem Neupreis geliefert werden. Eigenkapital 30.000.- Euro für die Ladeneinrichtung , wie Regale zur Vermietung und Verkauf u.s.w. inklusive Neuware .
    Nur seriöse und ernst gemeinde Anfragen. Unter unsere Mail info@meinverkaufsregal.de

  4. Rene sagt

    Die Idee ist doch schon alt,siehe Ulis.markthalle in gustavsburg , gibt schon seit 7 Jahren. Wird immer wieder als neu und als eigene Idee verkauft

  5. Die Inhaberin des Ladens „Zeitlose Einzelstücke“, Heidi Windgaß, hat mir folgende Richtigstellung geschickt.

    „Die letzte Zeit vor meiner Selbstständigkeit war ich arbeitslos. Ich habe mit Hilfe des Weiterbildungsinstituts .garagedortmund gegründet. Dies ist mit Unterstützung der/des ARGE/Jobcenter Dortmund geschehen. Die Mitarbeiter des Jobcenters haben meine Werdegang natürlich mit Interesse verfolgt. So kam auch die Frage auf, was ich denn mit dem Verkauf von second- hand Ware dazu verdient hätte. Mit ruhigem Gewissen kann ich behaupten, keine Waren verkauft zu haben. Ich habe immer sehr gerne Gebrauchtware gekauft um Geld zu sparen. Auch ist es sinnvoll, Gebrauchtes weiter zu verwerten. Auch ein Kaufargument für mich!
    Aber ich habe vor meiner Selbstständigkeit NICHT mit der Ware gehandelt.“

  6. @Uwe Seibert: Schön, dass in den Kommentaren erneut auf Bookcrossing hingewiesen wird! Ich bin auf diese Weise schon fast 300 Bücher losgeworden – und fühle mich großartig dabei. Die 1000 Stück, die Roland Kopp-Wichmann weggetan hat, werde ich wohl nicht in absehbarer Zeit schaffen. Aber mein jetziges Vorgehen passt zu mir – und das ist es, worauf es ankommt.

  7. Wieder ein sehr interessanter Beitrag – wo man wieder sieht was alles MÖGLICH ist im Leben: Wenn man an sich glaubt und sein Ziel verfolgt!

  8. Ich habe im Rahmen meines Umzugs viele der genannten Möglichkeiten genutzt, z.B auch http://www.momox.de/.
    Ein Regal zu mieten für „zeitlose Einzelstücke“ hätte mir auch gefallen. Bei Münchner Mietpreisen kostet eine Regalfläche allerdings schon so viel wie woanders ein Garagenstellplatz 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.