Zeitmanagement im Urlaub? „Wir haben das Nichtstun verlernt.“

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Zeitmanagement

Diese kluge Feststellung stammt von Professor Karlheinz Geißler, der schon viele gute Bücher über das Thema ‘Zeit’ geschrieben hat

  • “Was also ist die Zeit? Wenn mich niemand fragt, weiß ich es. Wenn ich es jemandem erklären will, der fragt, weiß ich es nicht” wusste schon Augustinus.

Unsere kulturelle Landkarte behandelt die Zeit ja, als wäre sie ein Ding. Als könne man sie managen, nutzen, sparen oder gar totschlagen. Mein Ministerpräsident Oettinger hat letzte Woche in Zusammenhang mit der Modernisierung des Stuttgarter Bahnhofs sogar behauptet: “Wir kaufen uns damit Zeit!” Wirklich erstaunlich, aber bekanntlich können meine Landsleute ja alles – außer Hochdeutsch)

Zurück zu Professor Geißler, der beschreibt, warum die Zeit im Urlaub nicht für jeden erholsam ist:

  • “Man muss ziemlich viel mit sich anfangen können, wenn man aus dem Berufsalltag aussteigt. Man muss sich selbst genügen.”
  • Langeweile drohe “wenn ich zu wenig zu tun habe, mit mir selbst konfrontiert bin und dort nur eigene Leere finde. Das vermeiden manche Leute, indem sie andere für sich die Zeit organisieren lassen. Die Animateure in den Ferienclubs sind genau dafür da. Inzwischen gibt es ja Studien über Aktivitätsdepressionen: dass Leute vor sich selbst fliehen durch Aktivität.”
  • “Dieses Gefühl, auf der Luftmatratze zu liegen und die Zeit auf mich zukommen zu lassen – um das genießen zu können, muss ich erst eine Zeit der Langeweile durchstehen.” … “Langeweile ist der Vorraum zur Muße (Nietzsche). Sie ist ein Durchgangsgefühl. Erst danach wird man aktiv – aber nicht wie vorher fremdbestimmt oder durch Ablenkung. Man kommt zu sich selbst.”
  • “Wenn Affen sich langweilen, werden sie zu Menschen” (Voltaire). “Tiere langweilen sich nicht. Langeweile hängt damit zusammen, dass wir eine Aktivitätsgesellschaft sind; wir sind auf Arbeit und Aktivität erzogen. Nur der aktive Mensch gilt als produktiv. Weil die Gesellschaft auf Wachstum ausgerichtet ist, muss Aktivität Priorität haben.”

In meinen etwas anderen Zeitmanagement-Seminaren erleben die Teilnehmer am ersten Tag meist auch eine gewisse Ungeduld, da es dort so gar keine Techniken gibt, die Zeit besser in den Griff zu kriegen oder gar besser damit umzugehen. Denn die Zeit vergeht ja nicht – wir vergehen in der Zeit.

Ob wir mit unserer Zeit zufrieden leben können, hat aus meiner Sicht viel damit zu tun, wie wir mit Grenzen umgehen können: Grenzen wahrnehmen, Grenzen setzen, sich anderen gegenüber abgrenzen können. Denn “Wer mehr Zeit haben will, muss ‘nein’ sagen lernen.”
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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

1 Kommentare

  1. Sternenmann sagt

    Hallo,
    danke für Deinen Artikel! Besonders gut finde ich die Fragen unter 3. und den Hinweis seinen Gefühlen, Assoziationen zu vertrauen.

    Entscheidend für die Traumdeutung ist aber auch die Kenntnis des Ortes des Traumgeschehens und das Wissen um die Doppeldeutigkeit des Traumgeschehens.

    Gute Tipps dazu sind zu finden unter:
    http://www.traeume-und-traumdeutung.de

    Liest sich, wie eine Einführung zur Traumdeutung. Die Seite gibt auch Tipps für den Umgang mit Alpträumen.

    Abenteuerliche
    Träume!

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