Fitbit, Jawbone, Fuelband, Fitness-App – nützliches Tool oder Spielzeug für Kontrollfreaks?

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Gesundheit

Sind Sie auch ein "qantified self"?

 

fitness-armband_ michele_ficara_manganelli

Abnehmen, gesünder leben und sportlicher werden – das wollen viele. Immer mehr Menschen tragen dazu Fitnessbänder, die jede Bewegung aufzeichnen und mit einer App ausgewertet werden.

Auch immer mehr Führungskräfte lassen sich mit Hilfe eines kleinen Armbands erinnern, ihr tägliches Fitnesspensum einzuhalten. Doch hilft das wirklich? Hier ein Test der drei bekanntesten Armbänder.

Bei mir fing das mit einem Schrittzähler, als ich gelesen hatte, dass 5.000 Schritte am Tag das Mindestprogramm an Fitness darstellte. Der für 12,95 € bei Tchibo erstandene Wegbegleiter  zeigte mir dann schnell, dass ich als Ausübender eines sitzenden Berufes davon weit entfernt war.

Aufgrund des elektronischen Aufpassers habe ich mich dann wirklich mehr bewegt. Bin sogar in der Mittagspause spazieren gegangen oder habe das Altglas zu dem weiter entfernten Container gebracht – nur damit ich mein selbst gesetztes Fitness-Ziel erreiche.

Doch einfach nur seine Schritte zu zählen, ist ja was für Opas. Ich habe einen fitnessbegeisterten Bekannten, bei dem sieht der Tag so aus:

  •  Als erstes schaut er nach dem Aufwachen auf sein Fitbit One, das   alle seine Bewegungen während der Nacht aufgezeichnet hat. Wie oft ist er aufgewacht? Wie lange dauern seine Tiefschlafphasen? Und wie lange hat er insgesamt geschlafen? Ein Druck auf sein Fitbit:  das Gerät kapiert, dass der Schlaf beendet ist.
  • Danach stellt er sich auf die Waage, die mit seinem Smartphone vernetzt ist. Die gemessenen Werte von seinem Gewicht und Körperfett werden via Bluetooth übertragen.
  • Dann misst er seinen Blutdruck, der ebenfalls digital aufgezeichnet wird.
  • Jetzt pikst er sich mit einer Lanzette in den Finger, fängt den Bluttropfen auf und misst seinen Blutzucker obwohl er keinen Diabetes hat.

Mein Bekannter ist Mitglied der „Quantified-Self-Bewegung„. Die wurde 2007 in – na wo wohl? – in Amerika gegründet: www.quantifiedself.org . Mittlerweile gibt es 164 lokale Gruppen in 38 Ländern. Natürlich auch in Deutschland.

Menschen lassen sich in zwei Gruppen teilen. Die einen glauben an den Einfluss der Gene und der Umstände – und versuchen mehr oder weniger erfolgreich das Beste zu machen. „Ich bin halt so“ oder „Da kann man nichts machen, das ist eben so“ sind ihre häufigsten Erklärungsmuster, wenn Sie mit etwas nicht zufrieden sind.

Am entgegengesetzten Pol finden sich die Selbst-Optimierer. Sie spielen den Einfluss von Genen, Veranlagung oder bestimmten Umständen meist herunter. Und glauben, dass prinzipiell erst mal fast alles möglich ist. Der Wunsch nach messbaren Informationen und ein unerschütterlicher Glaube an das Machbare zeichnet sie aus.

Ihr Guru ist Tim Ferriss, der durch seine 4-Stunden-Bücher auch in Deutschland bekannt geworden ist. „Geht das nicht auch leichter, schneller – also irgendwie besser?“ ist das Motto. Und ja, viele Dinge gehen besser, wenn man sie misst, kontrolliert, vergleicht und Zusammenhänge aufspürt.

So wurden ja auch das Fließband und Kaizen erfunden. Man zerlegt einen komplexen Prozess in einzelne Bestandteile, versucht, diese zu verbessern – und hat meistens am Ende ein besseres Ergebnis.

Das Tamagotchi für Erwachsene.

Als meine Tocher acht Jahre alt war, kam das Tamagotchi in die Welt. Das war ein ein virtuelles Küken in Form eines Spielzeugs, um das man sich vom Zeitpunkt des Schlüpfens an wie um ein echtes Haustier kümmern musste.

Zu unterschiedlichen Zeitpunkten meldete sich das Tamagotchi und verlangt nach der Zuwendung des Besitzers. Es war die ideale Lösung für Eltern, deren Kind ein Haustier wollte und wo aus räumlichen oder finanziellen Gründen Hamster, Meerschweinchen oder Hund nicht in Frage kamen.

Fütterte man das Tamagotchi belohnte es einen mit Zeichen der Zufriedenheit. Auch die Fitness-Armbänder arbeiten mit dem Belohnungsprinzip. Wer  10.000 Schritte am Tag gelaufen ist, erhält auf seinem Armband ein virtuelles Abzeichen.

figurerunning.comBelohnungen können ganz unterschiedlich sein. Anfänger laufen ja irgendeine Strecke, weil sie vor der Haustür beginnt, weil dort kein Asphalt ist oder auf dem Weg der Bäcker ist. Fortgeschrittene machen Figure Running.

Ähnlich den mysteriösen Kornkreisen „zeichnen“ Sie durch ihre Laufstrecke virtuelle Figuren ins Universum, die man mittels der Figure Running”-App protokolliert und via Twitter und Facebook oder auf dem Blog  mit der ganzen Welt teilen kann.

Noch weiter mit dem Verbreiten von persönlichen Daten treibt es der amerikanische Wissenschaftler Jen Lowe. Er teilt mit der Netzgemeinde seinen Herzschlag, den er 24 Stunden pro Tag aufzeichnet.

Fehlt eigentlich nur noch eine App, die aufzeichnet, wann man pupst – und was das möglicherweise zu bedeuten hat. Ach, die gibt’s ja schon.

 

Gibt es auch sinnvolle Apps für Self-Tracker?

Interessant sind solche lückenlosen Selbstvermessungen vor allem, um mögliche Zusammenhänge (Korrelationen) herauszufinden. Dazu notiert man, was und wie viel man isst, wie man schläft und wann zum Beispiel Kopfschmerzen auftreten.

So fand eine Frau heraus, dass ihre Migräneanfälle immer dann auftraten, nachdem die Putzfrau da war. Nachdem sie alle chemischen Reiniger entsorgt hatte und nur noch mit natürlichen Reinigungsmitteln putzen ließ, wurden ihre Kopfschmerzen seltener.

Für so ziemlich jeden Lebensbereich gibt es mittlerweile eine App:

  • Mit curetogether.com können Patienten weltweit ihre Symptome vergleichen und austauschen, welche Behandlungen Erfolge bringen.
  • Wer sein Essen zu schnell runterschlingt und langsamer essen will kann sein Tempo mit 80bites.com/app zügeln.
  • Will man ehrliche Auskunft über seine Alkoholgewohnheiten bekommen, hilft einem www.drinkingdiary.com
  • Auch für die von mir immer wieder empfohlene Achtsamkeit gibt es natürlich mittlerweile Apps.

 

 Was bringt das Selbstvermessen?

Wie in einem Lauftreff verleihen viele Apps ein Gemeinschaftserlebnis – selbst demjenigen, der ganz allein seinen Körper trimmt. Und dass man in der Gruppe die persönliche Komfortzone leichter verlässt, machen einem ja seit Jahrzehnten die Weight-Watcher-Gruppen vor.

Will man den Monatsbeitrag sparen, geht das auch über Twitter, wie diese  US-Studie zeigt. Nicht indem man möglichst viele Tweets sendet, sondern indem die Übergewichtigen sich gegenseitig über den Kurznachrichtendienst über ihre Werte auf dem Laufenden hielten. Ergebnis: Die aktiveren nahmen mehr ab.

Das zeigt auch gleich den Pferdefuß bei allen Apps, die ein leichteres Leben und schnelleres Erreichen seiner Ziele versprechen. Man muss schon noch selbst laufen, Liegestütze absolvieren oder weniger essen. Eine App dokumentiert das in einer schönen Grafik. Man könnte seine Laufzeiten oder verlorenen Pfunde natürlich auch in ein Notizbuch schreiben, aber die Apps machen eben mehr Spaß.

Und wer im Büro sein Notizbuch herumzeigen würde („Schau mal, wie viele Schritte ich diese Woche schon gegangen bin!“) wäre bei Kollegen wohl schnell unten durch. Die App Runtastic macht dasselbe – wirkt aber cooler.

Am Anfang können solche Armbänder durchaus motivierende Effekte bringen, vor allem für Bewegungsmuffel, die Mühe haben, den inneren Schweinehund zu überwinden. Allerdings muss man wie bei allen größeren Zielen, dran bleiben.

Eine Marktforschungsfirma fand heraus, dass die Hälfte der Käufer ihren Activity Tracker in der Schublade liegen lassen.  Ein Drittel der Besitzer hörte bereits innerhalb der ersten sechs Monate damit auf, ein solches Armband zu verwenden. Veränderung heißt eben, die Komfortzone zu verlassen – und das schafft das Fitnessband nicht.

 

Kontrolle ist gut. Ist Vertrauen nicht besser?

erbsenzähler © p!xel 66 - Fotolia.comSicher, man kann fast alles optimieren. Es gibt Tools, um Texte schneller lesen zu können. Techniken, mit weniger Schlaf auszukommen. Google will ja jetzt sogar den Tod abschaffen.

Es geht dabei ja immer um das Hinausschieben von Grenzen.

Dafür sind vor allem Menschen anfällig, für die Grenzen nicht vor allem eine Orientierung darstellen – sondern eine Kränkung. Sie interpretieren ein „Das schaffst Du nicht!“ und gehen dagegen an.

Auf diesem Weg gerät man schnell in die Falle des „Beweisen-Müssens“. Also Leute mit „Geht-nicht-gibt’s-nicht“-Grinsen und die auf als Desktop-Hintergrund „Nichts ist unmöglich!“ installiert haben.

Etliche davon landen irgendwann im Burnout. In meinem 3-h-Coaching stelle ich Menschen mit diesem Thema dann meist drei Fragen:

  • „Was müssen Sie eigentlich beweisen?“
    Zum Beispiel wenn man seinen Testosteron-Spiegel erhöhen will.
  • „Wem müssen Sie das eigentlich beweisen?
    Die klassische Antwort: „Mir selbst!“ Die stimmt aber selten.
  • „Und wann ist es denn bewiesen?“
    Die Antwort ist bestürzend, kann aber auch befreiend sein.

Bitte keine Missverständnisse: Bewegung ist gut. Maßvoll essen und trinken auch. Wettbewerb ist gut. Das Ich zu verbessern ist reizvoll. Aber es gibt ja noch eine andere innere Dimension in uns. Und auf der sind wir in Ordnung, so wie wir sind. Liebenswert, fast perfekt – so wie jeder andere Mensch auf der Welt auch.

Diese innere Dimension immer mal wieder zu spüren – dafür gibt es zum Glück noch keine App. Braucht es aber auch nicht.

 

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Fotos: ©  p!xel 66, Fotolia.com, Michele Ficara Manganelli

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

19 Kommentare

  1. Hi, interessante Seite mit nützlichen Infos und Schön gemacht. Macht weiter so.

  2. Ich finde Fitnesstracker daher gut, weil man ein Bild von seinem täglichen Aktivitätspensum bekommt.
    Ohne Messung ist dieses Bild oft verfälscht. Häufig merkt man nicht wie wenig man sich eigentlich bewegt. Ich persönlich habe mein tägliches Schrittziel auch auf 6.000 Schritte pro Tag gesetzt und erreiche diese nun mehrmals pro Woche, trotz sitzender Tätigkeit. Ich habe mir definitiv durch die Nutzung meines Schrittzählers mehr Bewegung angewöhnt.

  3. Sehr schöner Bericht mit dem richtigen Maß an Humor. Ein Bericht über Ipoop wäre sicherlich auch ganz unterhaltsam;-)

  4. Super Artikel. Also wenn es um Apps geht bin ich definitiv für die Produkte von Fitbit, die bringen welche übersichtliche Apps mit und machen in erster Linie spass.

  5. Hi Roland,
    gut geschrieben! Beim Tamagotchi passt doch gut Pokemon Go. Die Idee dahinter ist vielleicht mehr als ein Hype. Spielerische Elemente für mehr Bewegung anstatt nüchterner Zahlen. Wenn man sich die Nutzerzahlen von Online-Rollenspielen ansieht, scheint das zu motivieren. Da können Fitness-Tracker und -Apps vermutlich noch was lernen.

  6. Habe mir jetzt auch einen Tracker zugelegt, um mein gestecktes Ziel von 6.000 Schritten am Tag zu erreichen.
    Klappt bisher gut.

  7. Hallo Roland,

    vielen Dank für deinen Artikel. Mit meiner lieben Freundin Julia zusammen beschäftige ich mich seit mehreren Jahren mit Fitness Trackern. Dennoch habe ich ein paar Ausdrücke und Praktiken das erste Mal gehört, sehr informativ. Zum Beispiel Figure Running finde ich sehr witzig 🙂

    Meine Faszination für Fitness Tracker währt bereits lang, aber erst seit ein paar Monaten kann ich die kleinen Bewegungstrainer am Handgelenk erst richtig schätzen. Zuvor war ich Leistungssportler und habe mich jeden Tag mehr als genug bewegt, jetzt habe ich einen Office-Job und da helfen mir die Bewegungserinnerungen enorm. Zum Beispiel der neue Fitbit Charge 2 (August 2016) motiviert mich persönlich am besten und hat zudem einen integrierten optischen Herzfrequenzsensor. Wer Interesse hat, Informationen zum Test und auch ein Video gibt’s unter http://www.fitness-tracker-test.de/fitbit-charge-2-test/.

    Besonders in Verbindung mit der App, denke ich, kann so ein Fitness Tracker für sehr viele Menschen einen Mehrwert haben. Aus meiner Sicht geht es nicht darum, jeden Schritt genau zu messen, sondern ein gutes Gefühl dafür zu bekommen, wie hoch das Aktivitätslevel ist, was die Gewohnheiten sind und sich Ziele zu setzen. Ich habe nicht wenige Freunde die wirklich abends noch einmal Spazieren gehen, um die „magischen“ 10000 Schritte voll zu bekommen.

    Nochmals vielen Dank für deinen Artikel der mit einer schönen Leichtigkeit und Objektivität das Thema sehr schön anreist und dem Leser auch die Möglichkeit gibt in die Tiefe zu gehen.

    Viele Grüße,
    Berni

  8. Hallo Roland, ich habe mit Interesse deinen Bericht gelesen und auch wenn er mittlerweile schon in die Tage gekommen ist, so sind die Aussagen doch zeitlos. Ich habe im Zusammenhang mit meiner Webseite http://www.fitness-tracker-test.info sehr viel mit solchen Geräten und den Nutzern zu tun. Viele Aussagen aus deinem Text sind richtig und bei all der schönen neuen Technik-Welt, darf man den Faktor Mensch und Menschlichkeit nicht vernachlässigen.

    Ein Fitnessarmband steht nicht von der Couch auf und geht ohne den Besitzer eine Runde joggen. Ein Fitnessarmband sorgt auch nicht automatisch für die Motivation, die Gewohnheiten zu ändern. Man muss schon den Willen alleine aufbringen. Das Armband kann dann ein kleiner Anschubser sein, um den richtigen Weg weiter zu verfolgen.

    Nicht umsonst legen viele das Armband wieder ab, da der gewünschte „automagische“ Effekt ausgeblieben ist. Die Gründe sind wohl aber eher beim Nutzer, als beim Armband zu suchen.

    Ein Fitness Tracker ist eine Unterstützung für Willige – kein Automatismus, für jene, die die Komfortzone nicht verlassen wollen.

  9. Micha sagt

    Einfach bemerkenswert, wie solch ein kleines Gerät das Leben verändern kann!

  10. Sehr schöner und interessanter Artikel! Wie Daniel schon erwähnte, einfach mal anders geschrieben, als das was man sonst so liest.

    Ich befasse mich auch mit dem Thema Schrittzähler, Fitnessarmbänder und co.

    Ich sehe es allerdings noch etwas anders als im Artikel beschrieben. Man muss allgemein zwischen den Gelegenheitssportler, Sportlern und Alltagsträgern unterscheiden.

    Fitnessarmbänder sind nichts für alle Menschen. Wie die Studie schon gezeigt hat, landet das Gerät auch gerne mal in der Schublade. Bevor man sich solch ein Armband kauft, muss man selber entsprechende Einstellung haben.

    Der Mensch ist nunmal so gepolt, dass er Erfolge braucht. Klar ist das schön wenn ich statt 5.000 – 10.000 Schritte am ende des Tages auf dem Band habe, verbinde ich das aber nicht gleichzeitig mit einem anderen Ziel auf lange Sicht wie zum Beispiel abnehmen, dann verschwindet das Gerät irgendwann in der Versenkung. (Zumindest bei einem Großteil)

    Bei Gelegenheitssportlern und Sportlern ist es wiederum etwas ganz anderes. Die haben meist andere Ziele.
    Da kann es durchaus Sinn machen seine Regenerationszeit, Herzschlag und co. zu überprüfen um sein Training zu optimieren und auf lange Sicht ganz andere Erfolge zu erziehlen.

    Ich denke also, wer auf lange Sicht kein anderes Ziel mit dem Gerät verbindet wird es auch wieder ablegen.

    Liebe Grüße und Top Artikel!

  11. Interessanter Artikel, der „tiefer“ geht als das, was sonst so geschrieben wird! Will dazu auch noch meinen Gedanken beitragen:

    Aus meiner Sicht gibt es bezüglich der Verwendung von Fitness-Apps und Armbändern drei Gruppen von potentiellen Nutzern:
    1. Diejenigen, die ohnehin schon aktiv sind. Denen helfen die Apps und Tracker, ihr Training besser zu organisieren und sich vielleicht noch mehr zu motivieren.
    2. Diejenigen, die sich durch die Apps dazu motivieren lassen, aktiv zu werden oder aktiver als bisher zu sein. Diese Gruppe profitiert ebenfalls von den Apps und Trackern.
    3. Diejenigen, die vielleicht kurzfristig aktiver werden (Strohfeuer), es aber dann lassen. Bei dieser Gruppe bringen die Apps und Tracker kaum etwas.

    Bei Gruppe 1 und 2 ist somit alles wunderbar. Bei Gruppe 3 nicht – denn letztendlich gibt diese Gruppe Geld für etwas aus, was ihnen gar nichts nützt. Und der Anteil von Gruppe 3-(Nicht-)Nutzern ist gar nicht so gering, wie ja auch die von Ihnen erwähnte Studie befindet.

    Die Krux bei Gruppe 3 ist aber m.E.: Die meisten denken, sie würden zur Gruppe 2 gehören, sie antizipieren einen Nutzen, der sich dann gar nicht einstellt.

    Was kann man dagegen machen? Aus meiner Sicht sehr wenig – Menschen neigen ja dazu, sich ihre Zukunft positiver und einfacher vorzustellen, als sie dann ist, und ihre Selbstwirksamkeit zu überschätzen.

    Dennoch – da für die Gruppen 1 und 2 die Apps und Tracker ja einen wertvollen Nutzen bieten, finde ich sie an sich eine tolle Sache! Und die Sache an sich kann ja nichts dafür, dass Menschen nun einmal sind, wie sie sind…

  12. Tobias sagt

    Sehr guter Artikel Herr Kopp-Wichmann! Ihr Humor ist echt unterhaltsam, aber auch ihre Artikel haben hohen Content. Gefällt mir! Weiter so!

  13. Hallo Roland, sehr schöner Artikel der sowohl die postitiven als auch negativen Seiten vom Selftracking mit Apps und Gadgets beleuchtet. Ich habe in den letzten Wochen ebenfalls einige dieser Gadgets getestet und glaube denke das die entstandenen Testberichte auf http://fitnessarmband.eu eine ganz gute Ergänzung zu deinem Artikel bieten.

    Beste Grüße
    Robert

  14. Helmut Mogg sagt

    Wie ärztlich verordnet, jogge ich jeden zweiten Tag. Da ich gerne mal neue Strecken auskundschafte, ist runtastic ein hilfreicher Begleiter. Ich sehe dann verschiedene Parameter: Länge, Zeit, Pace und kann unterwegs noch ein paar Fotos machen. Am Ende kann ich das Ganze mit ein paar ausgesuchten Freunden teilen.
    Mit einem Fitness Armband 24 h am Tag jede Bewegung zu registrieren bringt m.E. keinen Nutzen. Das würde mich nur nerven.

  15. Bernd sagt

    Hupps, Herr Wichmann,

    nun haben Sie was geschrieben…
    Ich habe eine Uhr, um mich daran zu erinnern 5000 Schritte zu gehen (Arbeite auch viel im Sitzen) und muss nun festellen Opa zu sein *lach*

    Interessant, was es so Alles gibt…

    Witzig: Ich hatte vorher meine Armbanduhr abgeschafft, um meine innere Uhr zu aktivieren und habe dann die Neue gekauft, um Schritte zu zählen…

    Alles Gute!
    Bernd

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