Leiden Sie auch unter Ihrem Chef? Dann führen Sie ihn zu wenig.

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Allgemein

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Meist passiert es in der Kaffeeecke oder in der Kantine.  Gruppen von Mitarbeitern versammeln sich, um Beschwerden und Klatsch über die Inkompetenz des Chefs auszutauschen.

Es mildert das Gefühl der Hilflosigkeit der Untergebenen und stärkt die Bindung der Kollegen untereinander. Angestellte schimpfen häufig über ihre Vorgesetzten, um ihre vermeintlich machtlose Situation besser zu verdauen.  Chefs und Chefinnen eignen sich  hervorragend zur Projektion von ungelösten Autoritätskonflikten. Denn Vorgesetzte haben ja tatsächlich mehr Macht. Können fördern oder degradieren, bestimmen über Arbeitsstunden, Kleiderordnung, und die Urlaubsregelung.

Über den Chef zu klatschen dient auch dazu, Freundschaften mit anderen Mitarbeitern aufzubauen. In einem gemeinsamen „Wir gegen IHN“-Szenario,  wiederholen sie etwas, was schon mit den Geschwistern funktionierte: Sie stärken die Bindungen untereinander, indem sie Handlungen oder Persönlichkeit der Mächtigen kritisieren.

So entstehen wohl Buchtitel wie:

  • Hilfe, mein Chef ist ein Affe.
  • Hilfe, mein Chef ist ein Idiot.
  • Mein Chef, das Arschloch.
  • Mein Chef ist schlimmer als Stromberg.
  • Mein Boss, die Memme.

Aus meiner Sicht sind solche Stoßseufzer, die auf viel Resonanz stoßen, Ausdruck von spätpubertären ungelösten Autoritätskonflikten, die außer Dampf ablassen wenig bringen.

Ich hoffe, dass Sie gegen derlei Boss-Bashing immun sind und stattdessen eher daran interessiert sind:

  1. Wie Sie ein besseres Gespür für Ihren Chef entwickeln.
  2. Herauszufinden, wann es günstig ist, Ihre Interessen anzumelden.
  3. Zu lernen, wie Sie angemessen Unterstützung von Ihrer Chefin einfordern können.
  4. Und was Sie vor allem als Berufseinsteiger und angehende Führungskraft im Umgang mit Ihrem Vorgesetzten wissen müssen.

Wenn Sie all das interessiert, dann ist dieses Buch des Schweizer Managementberaters Caspar Fröhlich eine wahre Fundgrube von klugen Einsichten und sehr gut umsetzbaren Tipps, um Ihre Karriere zu fördern.

Rezension des Buches
„Manage your Boss“ Die Kunst, den Chef mit Eleganz zu führen – von Caspar Fröhlich.

Fröhlich ist Führungskräfte-Coach und Unternehmensberater und war tätig für Unternehmen wie Swisscom, Migros-Gruppe, KPMG und Continental.

Zentrale Erkenntnis des Autors – wenn auch nicht neu – ist: Ihren Chef können Sie nicht ändern.
Das größte Veränderungspotenzial, das aber ganz bei Ihnen liegt, ist die Art und Weise, wie Sie mit Ihrem Chef umgehen.

Das ist natürlich mühsamer als wie in den obigen Buchtiteln die Schuld beim Chef abzuladen. Setzt es doch voraus, dass Sie primär Ihr eigenes Verhalten im Blick haben und überdenken. Und auch die selbstkritische Frage: „Wie gut lasse ich mich eigentlich führen?“

Ihren Chef können Sie nicht verändern - aber zumindest indirekt führen. Klick um zu Tweeten

Caspar Fröhlich hat zum Beispiel folgende Empfehlungen, die Ihnen vermutlich einleuchten aber gar nicht so leicht umzusetzen sind:

1. Nehmen Sie Ent­schei­dun­gen des Chefs öfter mal an, ohne zu diskutieren.
Warum? Weil er der Chef ist und Ihren Respekt verdient. Wenn Sie glauben, dass Sie vieles besser wissen, heben Sie sich dieses Wissen auf, wenn Sie mal Chef sind. Bis dahin: Akzeptieren Sie öfter seine Entscheidungen.

2. Auch Chefs brauchen Anerkennung – zum Beispiel von Ihnen.
Wenn er gerade ein Meeting konstruktiv geführt hat,oder eine gute Präsentation beim Kunden lieferte oder eine kreative Idee äußert – sagen Sie ihm, dass Sie das gut fanden – und warum.

3. Reduzieren Sie Ihre Kränkbarkeit und lernen Sie, mit Kritik pro­fes­sio­neller umzugehen.
Dabei hilft Ihnen die Einstellung, dass Ihr Chef Sie mit seiner Kritik wahrscheinlich nicht ärgern oder herabsetzen will, sondern Ihnen damit auch eine Chance zur Reflexion und Veränderung bietet.
Selbst wenn er Sie ärgern oder herabsetzen will: Sie entscheiden über Ihre Reaktion darauf.

4. Übernehmen Sie Arbeiten, die Ihr Chef selbst nicht so gern ausführt.
Damit machen sich auf die Dauer nicht nur beliebt, sondern auch schwer ersetzbar. Und vermutlich steigen Sie dadurch in seiner Achtung.

„Mit einem guten Chef kann jeder klar­­kom­men. Ihre Sou­ve­rä­ni­tät zeigt sich erst im Stresstest mit einem schwierigen Vor­ge­setz­ten.“ Klick um zu Tweeten

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Wie Sie die Ar­beits­be­zie­hung mit Ihrem Chef/Ihrer Chefin verbessern.

Egal ob Sie Ihren Vor­ge­setz­ten als „gut“ oder „schwierig“ erleben – Sie müssen mit ihm auskommen. Schon weil Sie ihn „gewählt“ haben. Denn Sie könnten auch kündigen, sich selbständig machen oder Hartz IV beantragen. Weil Sie das alles nicht wollen, wählen Sie Ihren Chef jeden Tag – und müssen mit ihm auskommen.

Sicher wäre es nett, wenn Ihr Vorgesetzter selbst Feedback über sich einholen würde, Humor hätte, sich bedanken könnte, Fehler zugeben und wert­schät­zend kom­mu­ni­zie­ren könnte. Aber mal ehrlich: Können Sie das immer gut?

Chefs sind selten ideal. Sie müssen es auch nicht sein. Aber Sie können einiges  dafür tun, damit die Ar­beits­be­zie­hung auch mit einem „schwierigen“ Chef besser klappt.

Bitten Sie ihn zum Beispiel um ein Gespräch über Ihre Zu­sam­men­ar­beit.
Und fragen Sie ihn: Was ihm in der Zu­sam­men­ar­beit mit Ihnen leicht fällt, was eher schwierig ist und was Sie tun können, damit seiner Meinung nach die Zu­sam­men­ar­beit effizienter wird.

Die Antworten Ihres Vor­ge­setz­ten helfen Ihnen vermutlich, ihn und seine Sichtweise besser zu verstehen. Es geht dabei nicht darum, dass Sie sich unterordnen oder unterwerfen, sondern mehr darum, zu erkennen, welche Einstellungen, Werte und Erwartungen er an Mitarbeiter – und Sie speziell – hat.

Ob Sie seine Sichtweise dann akzeptieren und sich danach richten, liegt immer noch bei Ihnen.
Wichtig dabei ist: Sie kommen aus der Opferposition heraus und übernehmen Mitver­ant­wor­tung für Ihre Ar­beits­be­zie­hung. Und Sie beharren nicht darauf, dass es Ihr Chef ist, der sich ändern muss.


Was tun, wenn Ihr Chef ein Choleriker ist?

Mit einem cho­le­ri­schen Vor­ge­setz­ten, der dauernd ausflippt, ist die Zusammenarbeit äußerst anstrengend und belastend.  Hilfreich ist oft ein Dreierschritt:

  1. Muster unterbrechen:  
    Antworten Sie Ihrem Chef in möglichst sachlichem Ton, dass Sie verstanden haben, dass er unzufrieden ist, und verlassen Sie dann den Raum. Das ist wichtig, da ein Choleriker in der „Brüllphase“ nicht für Argumente zugänglich ist.
    Vor allem: Hüten Sie sich davor, zu eskalieren, indem Sie auch anfangen, laut zu werden.
  2. Ein Vier-Au­gen-Ge­spräch führen:
    Hier erklären Sie sachlich, wie Sie die Situation empfunden haben, zum Beispiel so: „Ich empfinde es als de­mo­ti­vie­rend und respektlos, wenn Sie mich anbrüllen. Bitte sagen Sie mir dies künftig in ruhiger Tonlage. Wie sehen Sie das?“
  3. Abwarten und Chance geben:
    Es ist denkbar, dass sich Ihr daraufhin Chef ent­schul­digt oder dass er in Zukunft in seinem Umgang mit Ihnen etwas ändert.
    Generell sollten Sie sich bei einem cholerisch Chef überlegen, ob und wie lange Sie sich das antun wollen.

 

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Wie Sie die Verbindung zu Ihrem Chef stärken.

Wie meistens im Leben entscheiden in vielen Situationen nicht die Fakten, sondern die Beziehungen. Je besser die Verbindung zu Ihrer Führungskraft ist, umso wichtiger werden Sie für ihn sein.

Dafür hier ein paar Anregungen:

  • Unterstützen Sie Ihren Chef bei seinen Zielen.
    Dazu müssen Sie seine Ziele natürlich kennen. Und zwar nicht die gutklingenden, die er in einer Rede vor Mitarbeitern nennen würde, sondern seine ganz persönlichen Ziele.
    Die kriegen Sie heraus , indem Sie ihn in verschiedenen Situationen genau beobachten – und in einem persönlichen, möglichst zwanglosen Gespräch.
  • Fragen Sie ihn gelegentlich um ehrlichen Rat.
    Die meisten Menschen mögen es, gebraucht zu werden und etwas aus ihrem Erfahrungsschatz mitteilen zu können. Nutzen Sie diese Chance, um Ihre Beziehung zu stärken aber passen Sie auf, dass es nicht anbiedernd wirkt.
  • Widersprechen Sie Ihrem Chef nie vor der ganzen Mannschaft.
    Sondern nur unter vier Augen. Alle Menschen sind mehr oder wenig empfindlich und hassen es, bloßgestellt zu werden. Sie mögen mit Ihrer Kritik hundertprozentig richtig liegen, der falsche Zeitpunkt oder der falsche Ort, sie vorzutragen, kann sich leicht gegen Sie richten.
  • Geben Sie Ihrem Chef mehr, als er verlangt. Denken Sie einen Schritt voraus.
    Meistens mögen es Chefs zu bestimmen, wo es langgeht. Aber manchmal ist es ihnen auch lästig, sich um alles zu kümmern und anzuordnen.
    Wenn Sie vorausdenken und Ihrem Chef mehr geben als er verlangte, fallen Sie immer positiv auf. Und Sie haben dabei meist wenig Konkurrenten.

So gehen Sie am besten mit Kritik um.

Kritik ist im Leben und deshalb auch im Ar­beits­le­ben normal, denn es hilft, Fehler zu erkennen und abzustellen. Die Frage ist, wie Sie mit Kritik umgehen.

Manche Menschen, die zum Schwarz/Weiß-Denken neigen, erleben Kritik als vernichtend, weil sie die Kritik als Zeichen ihres Versagens interpretieren und deshalb vehement bekämpfen oder darunter resignieren.

Verstehen Sie Kritik jedoch als Rückmeldung und als Ver­än­de­rungs­an­ge­bot, holen Sie das meiste für Ihre persönliche Wei­ter­ent­wick­lung heraus.

So gehen Sie am besten mit Kritik vom Chef um:

  • Wenn Ihr Chef Sie kritisiert, halten Sie zunächst einige Sekunden inne.
  • Atmen Sie tief durch und beobachten Sie, was in Ihnen vorgeht.
  • Recht­fer­ti­gen Sie sich nicht und geben Sie keine Erklärungen ab.
  • Fragen Sie stattdessen nach, was er konkret meint.
    Bitten Sie um Beispiele und Vorschläge für alternatives  Verhalten.
  • Bedanken Sie sich, denn Feedback, auch kritisches, ist auch ein Geschenk.
  • Denken Sie daran, dass seine/ihre Kritik nicht die Wahrheit ist, sondern „nur“ die Art, wie Ihr Chef/ihre Chefin Sie wahrnimmt – und welche Erwartungen er/sie an Sie hat.
  • Nehmen Sie sich Zeit, das Feedback zu verdauen.
  • Überlegen Sie, was davon für Sie stimmig und akzeptabel ist.
  • Gibt es etwas, das Sie ändern möchten?

 

Üben Sie sich in konstruktiver Interaktion.
Sie kennen das auf Talkshows im Fernsehen. Außer dem Moderator hört keiner dem anderen wirklich zu. Stattdessen wartet jeder auf ein passendes Stichwort, um seine „richtige“ Sicht der Dinge darzustellen.

Deswegen werden solche Diskussionen oft schnell heftig und die Teilnehmer polarisieren sich mit dem Fokus auf pro­ble­ma­ti­sche Situationen und vermeintliche Ursachen. Das hilft selten weiter.

Wenn Sie dagegen wert­schät­zend kom­mu­ni­zieren, zuhören, Gutes hervorheben und konkrete Lösungen vorschlagen für verbesserungswürdige Dinge, ernten Sie von andere eher Respekt. Auf Probleme hinzuweisen und Schuldige zu benennen ist leicht. Lösungen, auch wenn sie nicht optimal sind und das ganze Problem vollständig lösen, sind viel schwieriger – aber auch realistischer.

Nutzen Sie alle Chancen, dazuzulernen.
Wann immer Sie Gelegenheit haben, an einem Assessment, einem Per­sön­lich­keits­test, einer Beurteilung oder auch einer Wei­ter­bil­dung teil­zu­neh­men, ergreifen Sie diese Chance. Denn bei all diesen Gelegenheiten können Sie wichtige  Einblicke in Ihre Per­sön­lich­keit und Ihre beruflichen Fähigkeiten bekommen.

Denken Sie aber auch an die Umsetzung. Kennen ist noch nicht Können.

Überlegen Sie nach jedem Test, welche Konsequenzen Sie daraus ziehen können. Nehmen Sie sich nicht zuviel auf einmal vor. Konzentrieren Sie sich auf zwei, drei be­ob­acht­ba­re Ver­hal­tens­wei­sen und verfolgen Sie diese.

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Lernen Sie Ihren blinden Fleck kennen.
Wir alle haben ihn, nur sehen können wir ihn nicht. Gemeint ist mit dem blinden Fleck, das Verhalten, das uns selbst nicht bewusst ist, für andere aber sichtbar ist. Überraschend dabei ist für den Betreffenden, dass hier sein Selbstbild und das Fremdbild sich stark unterscheiden.

Narzissten zum Beispiel glauben selten, dass sie dauernd um sich selbst kreisen:
„Jetzt haben wir die ganze Zeit über mich gesprochen. Kommen wir doch zu Ihnen. Wie gefällt Ihnen mein neues Buch?“

Wenn Sie mehr über Ihren blinden Fleck wissen wollen, bitten Sie Menschen Ihres Vertrauens, Ihnen gezielt Feedback zu geben. Zum Beispiel darüber, wie diese die Zu­sam­men­ar­beit mit Ihnen erleben oder was sie sich in der Zu­sam­men­ar­beit mit Ihnen wünschen.

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Neun Tipps für Ihre Karriere.

In seinem Buch „Manage Your Boss“ gibt Caspar Fröhlich wertvolle Anregungen für Be­rufs­ein­stei­ger, die aber genauso brauchbar sind für alle Menschen, die beruflich nach oben wollen:

1. Sehen Sie sich in Ihrem ersten Job als Azubi.
Stellen Sie sich vor, Sie kämen von einem anderen Planeten und wüssten nichts von der Erde. Betrachten Sie das Unternehmen, die Prozesse und die er­for­der­li­chen Fähigkeiten, als hörten Sie zum ersten Mal davon. Als Be­rufs­ein­stei­ger profitieren Sie am meisten, wenn Sie jede Gelegenheit zum Üben wahrnehmen.

2. Bestimmen Sie klare Ziele für sich.
Ziele definieren, wohin Sie wollen. Ohne Ziele dümpeln Sie herum und haben keine Richtung. Bestimmen Sie deshalb  klare Ziele für sich, am besten schriftlich. Ihre Ziele sollten Erfolge, Kompetenzen, Menschen, mit denen Sie arbeiten,  was und wie genau Sie in einem Jahr arbeiten wollen, umfassen.
Niederschreiben mit der Hand hilft Ihrem Gehirn, diese Wunsch­vor­stel­lung auch neuronal abzubilden. So weiß Ihr Gehirn genau, wohin Sie wollen, und leitet Sie unbewusst aber verlässlich in diese Richtung.

3. Definieren Sie, was Erfolg für Sie bedeutet.
Überlegen Sie zunächst, was für Sie Erfolg bedeutet. Ist es eine bestimmte Position? Ist es das Gehalt? Ist es der Snn Ihrer Tätigkeit? Erst wenn Sie das herausgefunden haben, können Sie festlegen, welche Schritte und Entscheidungen für Ihren Erfolg wichtig sind.

4. Umgeben Sie sich mit den richtigen Leuten.
Es sind nicht nur Ihre Stärken und Ihr Tun, das Ihren Erfolg beeinflusst. Ähnlich stark wirkt auch Ihr Umfeld. Unbewusst übernehmen wir Einstellungen, Gefühle und Verhaltensweisen von den Menschen, mit denen wir täglich zu tun haben. Halten Sie deshalb Abstand zu Jammerern und Dau­ernörg­lern. Suchen Sie mehr den Kontakt zu Menschen, die Sie bewundern und von denen Sie lernen können.

5. Suchen Sie sich Mentoren.
Ein Mentor gibt sein fachliches Wissen oder sein Erfahrungswissen an eine weniger erfahrene Person weiter. Ziel ist es dabei, den oder die Mentee bei persönlichen oder beruflichen Entwicklungen zu unterstützen.
Machen Sie eine Liste von fünf Personen, die Sie sich als Mentoren wünschen. Am besten Menschen, die das schon erreicht haben, was Sie anstreben. Wenn diese für eine Mentorenschaft bereit sind, können Sie sich zwei bis viermal pro Jahr mit ihnen treffen, um sich über Ihre berufliche Entwicklung auszutauschen.

6. Lernen Sie, Hindernisse zu bewältigen.
In keinem Be­rufs­all­tag geht es immer problemlos zu. Hindernisse und Störungen gehören dazu. Das kann eine kritische Mitarbei­ter­be­ur­tei­lung oder ein schwieriger Chef sein. Die Frage ist, wie Sie damit umgehen.
Grund­sätz­lich gibt es drei Mög­lich­kei­ten: akzeptieren, verändern oder verlassen.
Wobei Sie nie versuchen sollten, eine Person zu verändern, sondern nur Ihre eigene Art und Weise, mit ihr umzugehen. Wenn es Ihnen zum Beispiel gelingt, sich gegen Ihren schwierigen Chef immun zu machen und Ge­las­sen­heit zu entwickeln, dann haben Sie Ihre Haltung zu ihm verändert, aber nicht ihn.
Zudem haben Sie gelernt, aus eigener Kraft mit dieser Störung umzugehen. Der Kerngedanke hierbei lautet: „In jeder Störung liegt eine Ressource.“ Diese gilt es, aufzuspüren.

7. Achten Sie auf Ihre Grenzen.
Niemand hat unbegrenzte Ressourcen. Gerade, wenn Sie für eine Aufgabe begeistert sind, ist es wichtig, Ihren Energiehaushalt zu beachten. Prüfen Sie, was Sie viel Kraft kostet und bei welchen Tätigkeiten Sie Ihren Akku wieder aufladen können. Machen Sie mehr von dem, was Ihnen Freude und Sinn macht, und weniger von dem, was Sie stresst. Gerade wenn Sie im Job viel sitzen, ist Bewegung für Ihr körperliches und geistiges Wohlergehen enorm wichtig. In einem stressigen Job brauchen Sie auch genügend Stille und Ruhe. Regelmäßige Achtsamkeitsübungen können hier hilfreich sein.

8. Definieren Sie Ihre „Life Mission“.
Zu wissen, was Sie antreibt, hilft Ihnen zu entscheiden, was Ihnen wirklich wichtig ist. Nehmen Sie sich immer wieder Zeit zu klären, worin für Sie der Sinn in Ihrem Handeln liegt.
Schreiben Sie auf, was Sie erreichen wollen, wofür es sich Ihrer Ansicht nach zu leben lohnt. Malen Sie sich aus, wie Ihr Leben in zehn Jahren aussehen soll.

9. Machen Sie Ihre Gefühle nicht von äußeren Umständen abhängig.
Eine gelassene und positive Grund­hal­tung lässt sich trainieren und wird nicht per se von außen beeinflusst. Nehmen Sie sich täglich kurz Zeit, um zu überlegen, wofür Sie heute dankbar sein können. Loben Sie andere und bestärken Sie sie. Wenn Sie dazu beitragen können, dass andere sich nach einem Gespräch mit Ihnen besser fühlen, können Sie dieser Welt – und Ihnen selbst – viel geben.

Mein Fazit:

Das Buch ist keine trockene „How-To-Do-It-Anleitung“, sondern der Autor erzählt in „Manage your boss“ Geschichten aus dem Alltag von Berufseinsteigern und bietet damit eine Menge kreativer Anregungen, Impulse und Tipps für die Frage, wie man mit dem Chef, vor allem wenn er einem „schwierig“ erscheint, umgehen kann.

Denn gegenüber dem eigenen Chef, von dem man ja auch immer abhängig ist,  die richtige Ansprache zu finden, ist nicht leicht. Gerade Berufseinsteiger sind hier noch unsicher. Häufig haben sie Hemmungen, ihre eigenen Leistungen angemessen zu verkaufen, berechtigte Forderungen zu stellen oder kritische Punkte anzusprechen. Schließlich kann man noch nicht so recht einschätzen, wie das Gegenüber reagiert und will sich zu Beginn seiner Laufbahn noch nicht weit aus dem Fenster lehnen.

Einen Auszug aus seinem Buch lesen Sie hier …

Lesenswert auch seine Blogsammlung hier …

Hören Sie dazu den Podcast.

kommentar Wie geht’s Ihnen mit Ihrem Chef?

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Bild: © goopymart on VisualHunt.com,

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Michael,
    Sie haben eine ziemlich einseitige und verzerrte Sicht von Führungskräften und schließen von Einzelfällen auf alle. Wenn es so schlimm wäre, wie Sie es schildern, würde unsere Wirtschaft und auch andere Systeme nicht funktionieren.

  2. Michael sagt

    Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,
    in ihrem Beitrag: „Leiden Sie auch unter Ihrem Chef? Dann führen Sie ihn zu wenig“ geben sie gute Ratschläge, wie man zwischenmenschliche, hierarchische Probleme am Arbeitsplatz angehen soll.
    Ich selbst war 80% meines Berufslebens Angestellter, 20% mein eigener Chef. In der Zeit als Angestellter hatte ich mehrere, sehr unterschiedliche Chefs als Vorgesetzte. Ich stimme mit ihnen überein, daß Selbstständigkeit ein erstrebenswertes Ziel ist. Dies haben sie in früheren Blogbeiträgen kommuniziert.
    Sie schreiben: „Chefs und Chefinnen eignen sich hervorragend zur Projektion von ungelösten Autoritätskonflikten.“ Dies mag zutreffen, ist aber meiner Meinung nicht der Grund für die Mehrzahl der Konflikte zwischen Chefs und Nachgeordneten.
    Ich unterscheide 2 Sorten von Chefs:

    • Einmal solche, die einen Betrieb aufgebaut haben, diesen führen und persönlich haftend sind. Diese Chefs mittelständischer Betriebe sind in ihrem Verhalten eher Vorbilder. Autoritätskonflikte sind weniger wahrscheinlich.
    • Zum anderen durch oberstes Management eingesetzte Chefs. Diese Chefs sind oft die Ursache der hier beschriebener hierarchischer Konflikte.

    Was ist nun der Grund für Konflikte zwischen Chefs und Nachgeordnete? Der Grund ist: In Führungspositionen gibt es häufig miese Charaktere. Sie schreiben ja selbst von Cholerikern und Narzißten. Es stellt sich nun die Frage:
    Warum gibt es in Führungspositionen so häufig miese Charaktere?

    Moralisch handelnde Leute haben in ihren Entscheidungen immer nur eine Wahl. Es ist die Wahl des aufrechten Weges. Miese Charaktere haben ebenfalls diese Möglichkeit. Darüber hinaus stehen ihnen aber auch alle unlauteren Möglichkeiten offen. In der Konsequenz haben sie mehr Alternativen, ihr Ziel zu erreichen.

    In Ausschreibungen für Führungspositionen wird von den Bewerbern soziale Kompetenz verlangt. Blender täuschen diese vor. Das fällt ihnen sogar leicht, da sie von sich total überzeugt sind und keine Selbstkritik üben können. Sie werden auf Anhieb nicht durchschaut. Sind sie einmal in eine Führungsposition gelangt, so bleibt sie ihnen unabhängig ihrer Eignung erhalten. Kein Bewerbungsausschuß wird zugeben, sich geirrt zu haben.

    Miese Charaktere, die im Auswahlverfahren erfolgreich waren, werden dadurch in ihrem Selbstbild bestärkt. Bald stellen sie sich sogar über das Gesetz. Erinnert sei an den Ausspruch der Bundesministerin für Gesundheit Ulla Schmidt, als man ihr Mißbrauch ihrer Privilegien vorwarf: „Das steht mir zu!“

    Ich selbst habe erlebt, daß Chefs für sich andere moralische Maßstäbe anlegten wie bei den Nachgeordneten.
    In dieses System paßt, daß Angestellte wegen kleinster Vergehen aufs Härteste bestraft wurden. Betrügereien von Führungskräften bleiben oft ungeahndet. Im schlimmsten Fall werden sie mit einem goldenen Handschlag in eine neue Position verabschiedet. Sehr selten wird wirklich ein Chef zur Verantwortung gezogen.

    Apropos Verantwortung. Alle, die vorgeben, Verantwortung zu tragen, tragen in Wirklichkeit keine. Verantwortung heißt, strafrechtliche oder finanzielle Konsequenzen für sein Handeln ziehen zu müssen. Verantwortung sollte man immer hinterfragen. Politiker und viele Führungskräfte tragen in diesem Sinne keine Verantwortung.

    Vielleicht will man aber gar keine Führungskräfte mit sozialer Kompetenz. Vorgesetzte sollen doch das Maximum aus ihren Untergebenen herausholen, da hindert gelebte soziale Kompetenz doch nur.

    Nach über 30 Jahren Arbeitssklavenleben ziehe ich folgende Bilanz: Ein Chef braucht selbst nicht zu arbeiten. Seine Aufgabe ist, andere an die Arbeit zu treiben. Dafür bekommt er die Möglichkeit, Geld zu schöpfen, das er bei den Nachgeordneten einspart. Indem man eine Person privilegiert, kann man viele andere kujonieren und den Profit maximieren. Dieses Privileg wird der Chef mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen.

    Ziel von Blendern und falschen Führungskräften ist das Geldverdienen und die Ausübung von Macht.
    Es ist nicht das Geld, das den Charakter verdirbt, es ist vielmehr das Geld, das diese bereits verdorbene Charaktere anzieht. Geld verdirbt nicht den Charakter, sondern es läßt den wahren Charakter eines Menschen hervortreten. Dies erinnert an die alte Erkenntnis: „Gib einem Menschen Macht, und du erkennst seinen wahren Charakter.“

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