Ein monatliches Grundeinkommen für alle? Gut, aber was würden Sie dann tun?

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Glück

In meinen Persönlichkeitsseminaren stelle ich in der Eingangsrunde meist die Frage:

  • Angenommen, Sie hätten ab morgen fünf Millionen Euro zur Verfügung? Was würden Sie dann tun?

Dabei überspringen wir im Geist das erste halbe Jahr, um sich in dieser Zeit von dem Schock zu erholen und sich die dringendsten Wünsche (Auto, Boot, Reise etc.) zu erfüllen.

Die Frage ist deshalb so wichtig, weil Sie einen an die innersten verborgenen Wünsche und Bedürfnisse führt. Diese Wünsche und Bedürfnisse sind natürlich die ganze Zeit da, aber gewöhnlich verdrängen wir sie. Die häufigste Ausrede dabei ist ja, “dass man ja von irgendwas leben muss” womit die meisten meinen, dass man arbeiten muss.

Ich nenne das eine Ausrede, weil Sie sich ja nur mal in unserem Land, in Ihrer Stadt umschauen müssen, um zu sehen, dass das nicht stimmt. Dass etliche Menschen nicht arbeiten und trotzdem leben. Okay, nicht in der Luxuswohnung und nicht mit dem neuesten A6 vor der Tür. Aber dafür haben diese Menschen – Zeit. Mit anderen Worten, diese Menschen haben das, was arbeitende Menschen oft viel zu wenig haben. Und deshalb allerlei “zeitsparende” Tools benutzen.

Aber zurück zur Eingangsfrage.

  • Was würden Sie tun, wenn Sie nicht arbeiten müssten?

Wenn Sie für Geld nicht mehr zu locken wären – was wäre dann für sich so lohnend, befriedigend und sinnstiftend, dass es Sie morgens aus dem Bett holt?

Die Frage ist in den letzten beiden Jahren mit der Diskussion um ein staatlich garantiertes, bedingungloses Grundeinkommen neu entfacht. Ein bekannter Verfechter der Idee ist Götz Werner
Mittlerweile gibt es dazu auch eine interessante Website wo Sie Ihre Idee dort vermerken können.

Also? Was würden Sie tun? Schreiben Sie’s doch hier als Kommentar.

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Danke.

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

3 Kommentare

  1. Ich denke, ich würde ersteinmal verreisen und lange Urlaub machen, dann würde ich mir und meinen Liebsten etwas schönes kaufen, etwas nützliches. Meinen Kindern KOnten anlegen für Studiengeld und den Führerschein. Dann würde ich weiterarbeiten, aber meine Urlaube extravaganter verbringen als bisher.
    Grüße,
    Lisa

  2. Marianne Winterscheidt sagt

    Ich würde nicht viel ändern: die Arbeitszeit etwas reduzieren ( um 1/4) und sie noch
    gezielter denen zur Verfügung stellen, die sie wirklich brauchen.
    Einige längere Wochenenden mehr wegfahren.

    Ein monatliches Grundeinkommen für alle entmündigt alle. Nimmt dem Einzelnen das Recht auf Selbstverantwortung. Gefördert werden Regression, Kindverhalten, Abhängigkeit. Das gab es schon öfters in der Geschichte: zu Zeiten Neros z.B. da wollte das Volk nur unterhalten werden. Mit dieser Mentalität stieg die Großmacht Rom ab. Ohne Motivation keine Anstrengung. Die Menschen sind nicht gleich, das ist Illusion (die Natur IST ungerecht: es gibt schöne und hässliche, kluge und dumme, gesunde und kranke Menschen). Natürlich sollte dafür gesorgt werden, dass vor dem „Gesetz“ jeder gleich ist und das möglichst jeder eine Entwicklungschance bekommt. Obwohl letzteres auch illusorisch ist. Keiner kann für seine Familie, aber sie können die Startposition sehr prägen, so ist das nun mal. Wer das ändern will, muss die Freiheit abschaffen, muss entscheiden, was für den jeweils anderen gut ist + das auch durchsetzen. Das kann doch nicht ernst gemeint sein, oder?

    Ich würde schauen, dass ich ins nahe Ausland umziehe ( ist ja nicht neu), um dem Grundeinkommen zu entkommen…

  3. Ruedi sagt

    Ich würde das tun, was mir Spaß macht. Ich würde sogar arbeiten, ich würde auch gerne was soziales tun, zum Beispiel was mit Kindern. Dumm nur, dass das alle tun werden und niemand den alten Menschen und Pflegefällen den Hintern abputzt (sorry für das politisch inkorrekte Beispiel).

    Ich glaube nicht, dass die Ideen vom bedingungslosen Grundeinkommen helfen werden, solange wir nicht die Prioritäten klar haben. Und so lange ein Coach/Trainer/Berater, so gut er auch immer sein mag, mehr verdient als eine Altenpflegerin/Krankenschwester/Erzieherin, so lange stimmen die Prioritäten nicht. Wenn wir diese aber klar hätten, wozu bräuchten wir dann das bedingungslose Grundeinkommen?

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