Facebook, Xing, Twitter, Mister Wong, MyBlogLog: Was bringen Netzwerke und Social Bookmarking?

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Methoden
Information ist eins der wenigen Dinge, die sich verdoppelt, wenn man sie teilt.

Information ist eins der wenigen Dinge, die sich verdoppeln, wenn man sie teilt.

Der amerikanische Zukunftsforscher John Naisbitt prophezeit: „In der Welt von morgen werden wir in Informationen ertrinken und nach Wissen dürsten.“

Nun, in der Zukunft sind wir bereits angekommen, denn diese Vorhersage machte Naisbitt vor 25 Jahren! Wer heute einen Suchbegriff bei Google eingibt, bekommt in Millisekunden hunderttausende und mehr Treffer angezeigt. Wie soll man da das Wesentliche herausfiltern, will man nicht wertvolle Zeit vertun, um sich durch hunderte von Websites zu klicken?

Einen Ausweg bieten sogenannte Social-Bookmarking-Sites. Dort speichern, verschlagworten und bewerten Internet-Nutzer ihre Lieblings-Links – und teilen sie mit anderen Nutzern. Es entsteht ein Netz von Menschen mit ähnlichen Interessen, die ihr Wissen, ihre bevorzugten Themengebiete und ihre Kontakte im Netz miteinander teilen. Im Grunde ist es wie eine erweiterte Nachbarschaft oder ein Freundeskreis. Interessiert man sich für Jazzplatten oder Gourmetrestaurants oder Fliegenfischen, dann fragt man jemanden, der sich schon gut damit auskennt, damit der einem gute Adressen nennt.

Social-Bookmarking funktioniert genauso, mit dem Vorteil, dass der Bekanntenkreis viel größer ist und man die Leute nicht persönlich antreffen muss, weil sie ihre Informationen bereits hinterlassen haben wie an einer öffentlichen Pinnwand, die sich ständig verändert.

Mit dem Social Bookmarking können Sie also interessante Internetseiten von anderen Menschen kennenlernen und Ihre eigenen Favoriten speichern werden und von jedem Ort der Welt mittels PC abrufen. Natürlich auch wieder löschen oder mit Schlagwörtern (tags) versehen.

Ein Beispiel: ein Großteil meiner wichtigsten Lesezeichen (Bookmarks) habe ich hier hochgeladen. Rechts auf der Seite sehen Sie eine dunkelrote Schlagwortwolke, also eine Liste mit Stichworten (tags), unter denen ich Lesezeichen abgelegt habe. Je größer das Stichwort, umso mehr Webadressen findet man dort.

Angenommen, zu einem Stichwort suchen Sie interessante Websites, klicken Sie einfach auf den Tag und sehen sofort, welche Websites ich nützlich dazu gefunden habe.

In der alten Welt wurden solche Ordnungssysteme durch bekannte Fachleute gesetzt. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG oder die ZEIT sagt einem, welche Bücher oder Filme man gesehen haben muss. Literaturpapst Reich-Ranicki empfiehlt in einem entspechenden „Kanon“ die wichtigsten Gedichte, Essays oder Erzählungen.

Doch in der neuen digitalen Welt wird auf solche Klassifikationssystem immer mehr verzichtet. Im Online-Musikladen iTunes beispielsweise können die Nutzer individuelle Abspiellisten zusammenstellen, eigene Kategorien schaffen und andere Interessierte an dieser persönlichen Auswahl teilhaben lassen. Amazon praktiziert mit seinen Leselisten oder seinen Buchempfehlungen dasselbe.

Das ist schon eine digitale Revolution. Nicht mehr der Anbieter ordnet kategorisch sein Angebot, sondern die Nutzer tauschen ihre individuellen Fundstücke aus. Erst dadurch wird aus dem unübersichtlichen Internet ein soziales Medium, in dem Menschen, die sich zuvor nicht kennen aber ähnliche Interessen haben – wie auf einem großen Marktplatz – zusammentreffen können. So wird ein freier Austausch von Wissen möglich und verlagert die Informationsmacht von „oben“ nach ganz unten.

Wie „gefährlich“ so ein freier Wissensaustausch von Mächtigen empfunden werden kann, sieht man ja gerade an der Informationspolitik während der Olympiade. Oder gehen Sie mal zu Ihrem Arzt und antworten  Sie auf seinen Therapievorschlag mit: „Ja gut, aber im Internet habe ich gelesen, dass …“

Welche Erfahrungen haben Sie schon mit Netzwerken im Internet oder Social Bookmarking gemacht?

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Danke für Ihr Interesse.



Bild: © Cheryl Casey – Fotolia.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

2 Kommentare

  1. Ralf sagt

    Ich nutze seit einem Jahr verschiedene Bookmark-Seiten und bin immer wieder angenehm überrascht, auf welche neuen und spannenden Dinge ich stoße. Es ist wie eine virtuelle Wundertüte. Man greift rein und meistens ist etwas dabei, was mich anregt und weiterbringt.
    So wie die Beiträge Ihres Blogs.

    Viele Grüße
    Ralf

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