Warum Sie wieder öfter in der Bibel lesen sollten.

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Buchbesprechungen

Meine Buchbesprechung der Büro Alltags Bibel von Jochen Mai

Es ist schon paradox: Einerseits nimmt die Zahl der Leute, die aus der Kirche austreten, seit Jahren koninuierlich ab. Und damit wohl auch die Zahl der Leute, die regelmäßig die Bibel lesen.

Andererseits gibt es einige Ansätze, das Bibellesen wieder populärer zu machen. Natürlich auch online.

In meinen esoterischen Lehr- und Wanderjahren benutzte ich in schwierigen Entscheidungssituationen zuweilen das iGing . Dieses „Buch der Wandlungen“ ist der älteste der klassischen chinesischen Texte und eine Art Orakel, bei dem man durch das Werfen von Schafgarbenhölzchen oder – profaner – Münzen ein Zeichen aus sechs Linien bekommt, zu dem man dann in dem Buch die entsprechende Interpretation nachlesen kann.

Wie mit allen offenen Suggestionen, funktioniert das erstaunlich gut. Davon lebt ja ein großer Teil der Wahrsager und Handleser. Sie hören von einem anderen Menschen, dem Sie vertrauen, den vermeintlich tiefsinnigen Satz:

„Es gibt in Ihrem Leben einen wichtigen Menschen, mit dem Sie unbedingt noch etwas klären müssen.“

Und schon geht Ihr Unbewusstes auf einen inneren Suchprozess und findet assoziativ die betreffende Person und Ihnen fällt eine ungeklärte Sache ein.

Also egal, welche Frage Sie gerade quält …

  • „Soll ich meinen Mann verlassen?“
  • „Kann ich mit 45 Jahren beruflich noch mal neu anfangen?
  • „Was ist der Sinn des Lebens?“

Befragen Sie das iGing. Am besten, Sie probieren das mal aus.
Natürlich online …

Wenn Sie östlichen Lebenslehren eher skeptisch gegenüber stehen, können Sie das auch mit christlichem Gedankengut machen. Denn die Bibel steht natürlich auch längst online. Geben Sie hier einen Begriff ein …
Daselbe geht – in kürzerer Form – auch hier …

Für Jugendliche ist das natürlich nichts. Diese altertümliche Sprache, diese geschraubten Wendungen. Für Sie gibt es die Volxbibel. So wie weiland Martin Luther die lateinische Bibel für das gemeine Volk übersetzte, gibt es mittlerweile eine Online-Bibel-Ausgabe in Jugendsprache. Und das Beste: an der Bibel kann man selber mitschreiben. Lesen Sie mal, wie sich die Vertreibung aus dem Paradies hier liest …


Der Begriff Bibel legt ja die Assoziation nahe: das Buch der Bücher. Mit anderen Worten, hier findet man alle Antworten auf seine Fragen. Das wird wohl auch der Grund sein, warum modernere Autoren für ihre Buchneuerscheinungen zunehmend diesen Titel wählen.

Vor einiger Zeit besprach ich das Buch „Die Entscheider-Bibel“ meines Blogger-Kollegen Kai-Jürgen Lietz hier auf dem Persönlichkeits-Blog. Und jetzt gibt es schon wieder ein Buch eines anderen Blogger-Kollegen, Jochen Mai, mit diesem zugkräftigen Wort im Titel: „Die Büro-Alltags-Bibel.“

Ganz auf der Höhe der Zeit im Bereich Buch-Marketing stellt der Autor sein Buch in einem Youtube-Video selbst vor:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=HK-wumLdRJo[/youtube]

Worum geht es in dem Buch?

Anhand der Tageszeiten behandelt das Buch wichtige Fragen des Arbeitslebens:

  • Wie können Sie sich besser organisieren?
  • Was verrät Ihr Büro über Sie?
  • Welche Kollegentypen gibt es und was passiert, wenn einer davon über Nacht zum härtesten Konkurrenten wird?
  • Wie streitet man richtig?
  • Wie geht man mit einem cholerischen Boss, wie mit Kritik und verbalen Attacken um?
  • Warum ist Teamfähigkeit eine Mogelpackung und Klatsch so gefährlich?
  • Wie funktionieren Meetings besser?
  • Und wie können Sie sich neu motivieren?


Die einzelnen Artikel erschienen erstmals auf seinem Blog „Karrierebibel“. Jochen Mai ist Diplom-Volkswirt und Wirtschaftsjournalist. Seit acht Jahren leitet er das Ressort »Management + Erfolg« bei der ›WirtschaftsWoche‹.

Seine Artikel sind deshalb auch gut recherchiert und gut geschrieben. Mai hat die Gabe, auch trockene wissenschaftliche Studienergebnisse in gut zu lesende, amüsante Beiträge zu verwandeln.

Es ist kein Buch, das man von vorne bis hinten durchlesen kann. Denn die einzelnen Beiträge haben ja keinen roten Faden. Aber das ist nicht schlimm.

Und jetzt weiß ich auch, warum der Autor sein Werk „Bibel“ genannt hat.

Das Nützliche an Bibeln ist: man schlägt einfach wahllos eine Seite auf – und findet mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Stelle, die einen interessiert oder irgendwie gerade passt!

Ich schlage das Buch auf und finde einen Beitrag über

  • Machtspiele im Büro (Seite 235)
    Und bekomme Ideen für einen Vortrag, den ich gerade ausarbeite.
  • Wie Sie lernen, nein zu sagen (Seite 142)
    Und ärgere mich darüber, dass mir so eine Formulierung gestern mittag fehlte, als ein Mobilfunkanbieter mir dreieinhalb Minuten am Telefon stahl.
  • Pragmatische Ratschläge für besseres Verhandeln (Seite 248)
    Und überlege, etwas davon meinem letzten Blogartikel zu diesem Thema hinzuzufügen.
  • Was die Sitzordnung über die Kollegen verrät (Seite 70)
    Was mich zum Nachdenken über ein Meeting bringt, das ich vor zwei Wochen coachte.

Und so weiter. Die Tipps sind niemals seicht, sondern klug und fundiert. Nicht immer neu, aber so kompakt und detailreich bisher nirgends sonst zusammengefasst.

Mein Fazit:
Absolut lesens-, empfehlens- und schenkenswert (z. B. 14. Febr. statt Pralinen!)

Eine geniale Marketingidee hat Jochen Mai – auch als Anregung für alle Buchautoren, die selbst mehr Leser gewinnen wollen. Statt darauf zu warten, dass der Verlag eine Lesereise organisiert, nimmt Mai das selbst in die Hand.

Unter dem Motto: „Die Büro-Alltags-Bibel kommt zu Ihnen“ kann man einen Besuch des Autors im eigenen Büro, Homeoffice oder der Küche der Wohngemeinschaft gewinnen. Leider ist die Bewerbungsfrist schon vorbei …

kommentar Welches Thema gehört Ihrer Meinung nach in eine Büro-Alltag-Bibel?

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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

2 Kommentare

  1. Interessanter Kommentar zum IGing. Vielleicht sind es nicht nur die offenen Suggestionen, sondern einfach eine Intervention, die aufgrund des nicht offensichtlichen Zusammenhanges einen nach einer möglichen Einordnung suchen lässt.
    Im Coaching passiert es ja auch immer wieder, dass der Coach denkt, das hat nicht viel gebracht und der Coachee bedankt sich für die hilfreichen Anregungen. Deswegen könnte auch die Bibel teilweise interessant sein. Wir werden anregt wie bei Metaphern und Reframings einen Transfer zu finden.
    Allein der Suchprozess bewirkt einiges.

    Schönen Gruß
    Fritz Horsthemke

  2. Karl Hinkel sagt

    Das mit der falsch verstandenen Teamfähigkeit kann ich nur unterstreichen. Es sind tatsächlich wenige die die 80 % der Ergebnisse bringen – sicher weniger als 20 %. Und die zermürbenden Situationen häufen sich an. Einer der wenigen sitzt um Mitternacht am Schreibtisch, Kollege steht im Türrahmen und grinst: „Hatte nur mein Handy vergessen, was machen Sie denn da?“ Der Arbeitende: „Wenn Sie mir mal helfen, komme ich auch hier mal früher raus!“ Vom Türrahmen: „Enöö, ich schau mir das an, wenn es fertig ist!“, ginst und wartet amüsiert auf die Reaktion des Fleißigen. Mit einem Freund habe ich mal solche Geschichten ausgetauscht, es war endlos. Dann entschieden wir, mal einiges aufzuschreiben und auszutauschen. Nach einer Woche hatte jeder 150 Seiten zusammen.
    Vieles gehört auf den Prüfstand. Vielen Dank für die o.g. Empfehlung. Gerne werde ich meinen Amazon-Account wieder bemühen. Alles Gute allerseits. K.H./27.01.10

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