18 Lebensregeln des Dalai Lamas

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Welche passt gerade auf Ihre Situation?

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Bild: face2image.de

Jeder hat ja Lebensregeln.

Die sind einem nicht immer bewusst. Das sind dann die inneren Glaubenssätze, die wir für die Wahrheit halten und gar nicht mehr realisieren, dass es Regeln sind, die wir meist in Kindheit und Jugend übernommen oder entwickelt haben.

Hier eine gute Sammlung von Lebensregeln, die dem Dalai Lama zugeschrieben werden. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Jedenfalls klingen sie so. Aber im Grunde ist es ja egal.

Es geht los.

1. Mache Dir bewusst, dass tiefe Liebe und große Erfolge immer auch große Risiken beinhalten.

Der Grund liegt darin, dass beide Unternehmungen großen Einsatz erfordern. Das gilt am Roulette-Tisch wie auch, wenn man ein Kind in die Welt setzen will. Beides erfordert Mut, Zuversicht und Zeit. Und ob das Engagement Früchte trägt, ist immer ungewiss.

Viele wünschen sich großen Erfolg bei minimalem Risiko. Und wenn Sie erleben, dass es das doch nicht gibt, halten sie sich an die Formel : Kleiner Einsatz – kleiner Gewinn. Also Spielautomat statt Roulette. Hund statt Kind.

 

2. Wenn Du irgendwo verlierst, verliere nicht die Lektion.

Eigentlich gibt es keine Verlierer im Leben. Auch Gewinner haben in ihrem Leben nicht immer gewonnen. Aber etwas Wichtiges unterscheidet sie von Verlierern. Der Verlierer schwört sich, um keinen weiteren Verlust zu erleiden: Nie wieder!

Gewinner lernen aus ihren Niederlagen.

 

3. Folgendes ist wichtig:

  • Respekt für Dich selbst
  • Respekt für andere
  • Übernimm Verantwortung für Deine Handlungen

In drei einfachen Sätzen sagt der Erleuchtete hier, wie Frieden auf der Welt möglich wäre. Das Dumme ist nur, dass es diesen Zustand noch nie auf der Erde gab. Aber wir wollen ja auch nicht die Welt retten. Es reicht ja, wenn jeder in seinem ganz kleinen Lebenskreis diesen Empfehlungen immer mal wieder folgt.

 

4. Etwas manchmal nicht zu bekommen, kann ein großes Glück sein.

Ja zum Beispiel Krebs oder einen Herzinfarkt. Aber so hat das der Dalai Lama vermutlich nicht gemeint. Vielmehr die Gefahr, die zum Beispiel darin besteht, dass ein ganz großer Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht. Also zum Beispiel der ersehnte Lottogewinn – und man dann merkt, wie viele Freunde plötzlich einen beneiden oder anbetteln.

Auch das trotzige Bekenntnis von Peer Steinbrück „Ich will Kanzler werden“ wird – zum Glück für ihn – sich wohl nicht realisieren.

 

5. Lerne die Regeln, so dass Du weißt, wie man sie gut bricht.

Neues entsteht nur, wenn man etwas radikal anders macht. Früher überboten sich die Fluggesellschaften darin, immer mehr und besseren Service anzubieten. Bis Ryanair kam und gnadenlos den ganzen Service wegnahm, dafür aber unschlagbar billig anbot.

Regel Nr. 5 beherrschen auch Kinder, die in die Pubertät kommen.

 

streitendes_paar6. Riskiere wegen eines kleinen Streits nicht eine große Freundschaft.

Das gilt natürlich auch für Beziehungen. Zu Paaren, die zu mir kommen, weil sie sich endlos streiten, sage ich manchmal: „Sie müssen sich entscheiden. Wollen Sie gut miteinander leben oder wollen Sie bei jeder Kleinigkeit Recht behalten?“

 

7. Wenn Du bemerkst, dass Du einen Fehler gemacht hast, zögere nicht, ihn sofort zu korrigieren.

Wenn man große Unfälle analysiert, egal ob bei einem Flugzeugabsturz oder in Fukushima, macht man eine erstaunliche Entdeckung. Fast immer beginnt die Katastrophe mit einem oder zwei kleinen Fehlern, die nicht ernst genommen werden. Eine Abweichung, die man nicht ernst nimmt. Ein Signalton, den man abstellt anstatt der Ursache auf den Grund zu gehen.

 

8. Verbringe einige Zeit jeden Tag allein mit Dir selbst.

Die Arbeit dient dazu, dass wir uns von der Liebe erholen. Und die Liebe brauchen wir, um uns von der Arbeit zu erholen. Und im Alleinsein mit sich erholt man sich von beidem.

 

9. Öffne Dich dem stetigen Wandel, aber halte Deine Werte fest.

Ja, der Satz klingt edel – aber mehr fällt mir dazu nicht ein.

 

10. Manchmal ist Schweigen die beste Antwort.

Das lernt man in jedem guten Rhetorikkurs. Schweigen, vielleicht noch gepaart mit einem bedeutungsvollen Blick, ist auch eine machtvolle Reaktion.

Schweigen ist auch gut, wenn man keine Ahnung vom Thema hat.

 

11. Lebe ein gutes, ehrenhaftes Leben. Denn wenn Du alt bist und zurück denkst, kannst Du es ein zweites Mal genießen.

Vorausgesetzt man erkrankt nicht an Demenz oder Alzheimer.

Bekanntermaßen müssen wir ja alle sterben – und der Gedanke kann einen ganz schrecken. Das einzige, was einen ziemlich tröstet, ist ein gelebtes Leben. Also ein Leben, in dem man einige seiner Träume verwirklicht hat. Indem man, obwohl man scheiterte, es trotzdem versucht hat.

 

12. Eine liebevolle Atmosphäre zu Hause ist das Fundament des Lebens.

Stimmt.

 

13. In Streits mit anderen, bleib bei der gegenwärtigen Situation. Bringe nicht die Vergangenheit mit ins Spiel.

Das steht mittlerweile in jedem Beziehungsratgeber. Aber es braucht viel Achtsamkeit und Klarheit, um in einer Auseinandersetzung nicht in gewohnte Streitmuster zu verfallen. Einmal weil einem die Emotionen dazwischenfunken. Und zum anderen, weil es in Streits vor allem auch ums Rechthabenwollen geht. Aber so ist das mit den Tipps. Leicht zu geben, schwer umzusetzen.

 

14. Teile Dein Wissen. Es ist der Weg, Unsterblichkeit zu erreichen.

Stimmt. Warum sonst sollte ich diesen Blog betreiben?

 

15. Sei sanft zur Erde.

Ein Plädoyer für ökologisches Wirtschaften. Leicht zu wünschen und schwer umzusetzen.

 

16. Einmal im Jahr, geh dorthin, wo Du noch nie vorher warst.

mann_fünf_türen_entscheidung_xs_bptu - FotoliaDas kann man geographisch verstehen und sich auf Reisen begeben. Aber man kann es auch persönlich nehmen und sich seine Ängste und empfindlichen Punkte bewusster machen. Achtsam untersuchen, warum man aufbraust, gekränkt oder zornig auf Kritik reagiert. Ob außen oder innen – es wird immer eine spannende Reise.

 

17. Die beste Beziehung ist eine, in der man sich mehr liebt als sich braucht.

Da steckt mir zu viel Anspruch drin. Die Aufforderung nach reiner Liebe ohne egoistische Motive. Ich bezweifle, ob es das gibt (solange man nicht erleuchtet ist). Natürlich kommt es auf das Ausmaß des Brauchens an. Aber ich denke, Beziehungen zwischen Menschen werden immer von einer Art von Brauchen mitbestimmt.

 

18. Miss Deinen Erfolg daran, was Du dafür aufgeben musstest.

Das ist mir auch zu moralisch: Je mehr Du dafür opfern musst, umso höher ist der Erfolg zu bewerten. Na ja. Es gibt auch Erfolge, bei denen man nicht mit Blut, Schweiß und Tränen erlebt, die mehr von einem Tun im Flow getragen werden, und die möchte ich nicht abgewertet wissen mit der Bemerkung: „Dafür musstest Du ja nichts aufgeben.“

 

Mein Fazit:

Regeln sind kein Selbstzweck. Sie sollen vielmehr das Leben eines Menschen oder das Zusammenleben mit anderen erleichtern. Deswegen gibt es ja die Zehn Gebote, den Kant’schen Imperativ, die Straßenverkehrsregeln und die Kehrwoche.

Auch die Mafia hat ihre Regeln.

Auch die Mafia hat ihre Regeln.

Regeln werden innerhalb eines Systems immer als richtig und gut betrachtet. Das gilt für den Pfadfinder wie für den CSU-Politiker aber auch für den Al-Kaida-Kämpfer.

Denn Regeln helfen einem, ein Ziel zu erreichen bzw. sich selbst oder andere daran zu erinnern, wo es langgeht. Vor allem, wenn man vom Weg abgekommen ist oder sich verirrt hat.

kommentarWelche Lebensregel spricht Sie besonders an?

 

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Bilder: © – face2image.de, bptu, Bernd Libbach- Fotolia.de

Die Regeln stammen aus einem
Blogbeitrag von Darren Chow.
Die ergänzenden Texte sind von mir.

Was passierte, als ein Reporter den obigen
Witz dem Dalai Lama erzählen wollte,
sehen Sie hier.

 

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

11 Kommentare

  1. Stefan sagt

    Ein Tip füt ALLE suchenden, wer vom Glaube zum Wissen kommen will, und nach Erleuchtung sucht, braucht Die Basis,das sind die 7 kosmischen Gesetze bzw die Hermetischen 7 Schöpfungsgesetze, es sind die Gesetze die im Hintergrund wirken ABER BEOBACHTBAR, selbts Jesus teilte es uns verschlüsselter form mit. zbs- wie im himmel so auf erden/ hermetik =wie oben so unten, und umgekehrt. NICHT UMSONST SIEHT EIN ATOM KERN WIE DAS SONNENSYTEM AUS VOM AUFBAU. wer diese 7 hermetischen gesetze studiert hat ein Meister schlüssel. meine empfehlung ,die kostenlose PDF „Das Kybalion“ wer das verrinnerlicht ist auf fremd wissen nicht mehr angewissen. dies sollte man eigentlich kleinen kindern schon erklären und als SCHULFACH einführen.

  2. Hallo,

    wer sich für die Ansichten des Dalai Lama interessiert empfehle ich „Das Buch zur Menschlichkeit: eine neue Ethik für unsere Zeit“ vom Dalai Lama. Gibt es auch Kindle Edition.

  3. Martin sagt

    Kann es sein, dass die Regel 18 eher meint, dass man immer auch berücksichtigen soll, welchen Preis man für den Erfolg zu bezahlen hat? Manchmal haben kleine Erfolge ohne Nebenwirkungen den besseren Saldo…

  4. David Goebel sagt

    Vielen Dank! Ich ging am Meisten mit Regel 6 in Resonanz: Recht oder Freunde behalten!
    Und danke für den ersten Buddhisten-Witz, den ich je gehört habe:-)

  5. Hugo sagt

    Sorgen, Ängste, Probleme, das Unvermögen wichtige Entscheidungen zu treffen und das damit einhergehende Nicht-„Funktionieren“ bestimmen seit geraumer Zeit meinen Alltag: Was will ich von der Zukunft, wie kann ich diese beeinflussen und was muss ich dafür leisten? Bereichern oder beschränken mich zwischenmenschliche Beziehungen? Wie ist man zufrieden?

    Und dann lese ich das:
    DIE ARBEIT DIENT DAZU, DASS WIR UNS VON DER LIEBE ERHOLEN. UND DIE LIEBE BRAUCHEN WIR, UM UNS VON DER ARBEIT ZU ERHOLEN. UND IM ALLEINSEIN MIT SICH ERHOLT MAN SICH VON BEIDEM.

    (Besonders Liebes-)Beziehungen waren bisher immer Arbeit für mich. Wer arbeitet denn, um sich von der Arbeit zu erholen? Wie lerne ich Lieben und Vertrauen? Mich einfach fallen zu lassen, ohne Angst fallen gelassen zu werden? Damit ich diesbezüglich nicht mehr arbeiten muss?
    Liebe kann aber doch nicht Arbeit sein. Beziehungen können Arbeit sein, Beziehungen können Liebe sein.
    Meine letzten (Liebes-)Beziehungen waren mehr Arbeit als Liebe, weil ich mir meiner Selbst nicht bewusst war. Ich das Alleinsein nicht kannte, das Alleinsein nicht brauchte. Bin ich mir meiner Selbst bewusst, kann ich doch Arbeit und Liebe innerhalb einer Beziehung besser abgrenzen und bewerten. Dann sollte ich die Relevanz und den Zweck der unterschiedlichen zwischenmenschlichen Beziehungen besser beurteilen können. Oder nicht?

    Arbeit im Sinne von körperlicher und geistiger Arbeitskraft sollte einen erkennbaren positiven Effekt für die Gesellschaft haben, welcher sich in ausreichendem Einkommen wiederspiegelt. Genug Einkommen, um die Existenz (mit all seinen Bedürfnissen) zu sichern, damit man Zeit für die Liebe und für das Alleinsein hat. Alles andere ist Ausbeutung und Einschränkung der Natur, des Menschen, des Geistes.

    Ich habe für mich geschlussfolgert:
    Arbeit ist nötig, um im Physischen zu überleben.
    Liebe ist nötig, um im Psychischen zu überleben.
    Alleinsein ist nötig, um Körper und Psyche in Einklang zu bringen: wie viel Arbeit für die Liebe, wie viel Liebe für die Arbeit?

    Kann ich zurzeit nicht richtig arbeiten, weil ich nicht richtig lieben kann?

  6. Martina L. sagt

    Die Lebensregeln des Dalai Lama sprechen für sich – die Kommentare weisen auf einen eher wenig erleuchteten Verfasser hin 😉

  7. He’s back. Schön!

    Bei Regel 11 habe ich die meiste Resonanz. Im Alter zu merken, was man alles nicht gelebt oder versucht hat, ist bitter. Vertane Chancen bleiben eben vertane Chancen.

    Bei 16 („…geh dorthin…“) kribelt’s etwas, finde ich spannend.

    Und Regel 14 als noch Neu-Blogger… Na klar.

    Ihnen einen schönen Start in die neue Woche.

  8. Sabine sagt

    Danke für die „Regeln“ des Dalai Lama.
    Besonders spricht mich Regel Nr. 5 an, vor allem der Hinweis auf Pubertierende. Ich vertraue darauf, dass wir in den vergangenen 12-16 Jahren unseren Kindern die Werte/Reglen, die sie derzeit brechen, so vorgelebt haben, dass sie darauf zurück kommen werden.

  9. Danke Herr Kopp-Wichmann, so kann der Herbst beginnen.
    Besonders hat mir das „nur für Buddhisten verständliche“ Zitat gefallen. Ich habe es verstanden. My response was an instant loud laugh – you made my day with this one 😉
    Einen schönen Herbst wünsche ich Ihnen.
    HG, D.B.

  10. Den Vergleich zu den zehn Geboten finde ich passend. So wie die christlichen Gebote bei einer Orientierung des eigenen Handelns daran, ein „gutes“ Zusammenleben ermöglichen sollen, gilt das auch für die Lebensregeln. Die Chance, dass Gebote und Regeln akzeptiert werden, ergibt sich dadurch, dass Bedürfnisse von Vielen berücksichtigt werden.

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