Schreiben Sie ein Haiku: Gedichtwettbewerb für meine Blogleser.

Leser in dieser Woche
Kommentare 196
Allgemein / Glück

Mögen Sie Gedichte? Kennen Sie Haiku?

Ich glaube, es war während meiner spirituellen Lehr- und Wanderjahre, dass ich Haikus kennenlernte.

Haiku ist eine japanische Gedichtform. Der erste Dichter, der Haikus schrieb, war Matsuo Basho (1644-1694), Er legte auch die strenge Silbenform, die einen 5-7-5-Rhythmus ergeben, fest.  Sein Ziel war es, einen Moment, etwas was einem zum Beispiel in der Natur auffällt, dichterisch zu beschreiben.Mittlerweile hat man sich – vor allem auch in den deutschen Haikus von diesem Silbenmuster gelöst und lässt auch andere Formen zu.

Heute gilt Matsuo Bashō (1644–1694) als der erste große Haiku-Dichter. Sein Frosch-Haiku ist wohl das meistzitierte Haiku der Welt:

古池や
蛙飛び込む
水の音

Der alte Weiher:
Ein Frosch springt hinein.
Oh! Das Geräusch des Wassers.

Oder anders übersetzt:

Uralter Teich.
Ein Frosch springt hinein.
Plop.

Im Wikipedia steht dazu: Auch im deutschsprachigen Raum hat das Haiku seit den 1920er Jahren Fuß gefasst. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde dabei meist das Silbenmuster 5-7-5, verteilt auf drei Zeilen, verwendet. Es ist allerdings umstritten und wird heute meist nicht mehr verwendet, da Silben in der deutschen Sprache viel freier gebildet werden können als Moren im Japanischen und daher nicht zwangsläufig einen Rhythmus ergeben.

Ein Haiku ist eine Momentaufnahme. Es wird genau beobachtet, eine Stimmung zum Ausdruck gebracht. Oft ergibt sich ein Gedankensprung und eine neue Ebene beim Lesen des Haiku.

Lange Zeit auf eine kleine Gemeinde von Haiku-Schreibenden beschränkt, hat sich in den letzten Jahren auch in Deutschland eine lebendige Szene entwickelt. Natürlich auch im Internet.

Hier einige Haiku-Beispiele

von der sehr inspirierenden Website Deutsche Haiku-Gesellschaft:

Stromausfall.
In der Wohnung des Nachbarn
spielt jemand Klavier.

Sigrid Baumann

 


Wolken am Hügel –
der Hund des Schäfers treibt sie
höher und höher.

Rainer Bonack


Vaters Motorradjacke
nach 50 Jahren
wieder auf Tour

Andrea d’Allessandro


keine Worte
für das Licht, das
mich streifte

Michael Denhoff

Schlaflos –
auf dem Kissen neben mir
Mondlicht

Roswitha Erler

 

Am besten, Sie probieren es selbst mal aus.
 

Ein Haiku schreiben ist nicht so schwer.

Vielleicht haben Sie ja als Jugendlicher auch Gedichte geschrieben oder tun es heute noch. Doch für ein Haiku brauchen Sie kein Reimlexikon und auch nicht allzu viel Zeit. Es ist mehr eine Art Meditation, also Ihre gesammelte Aufmerksamkeit, in drei Zeilen zusammengefasst.

Hier eine kurze Anleitung in 5 Schritten:

Beschreiben Sie in drei Zeilen mit insgesamt höchstens 17 Silben(1) ein Ereignis aus Ihrer Lebensumwelt(2), das bei Ihnen einen Gedankenblitz(3) ausgelöst hat.
Stellen Sie dem Leser das Ereignis unmittelbar hin, so dass er es für sich nachvollziehen kann.
Nutzen Sie dafür das Präsens und eine einfache, konkrete Sprache(4).
Lassen Sie dem Leser die Möglichkeit, sich seine eigenen Gedanken zu machen.
Verzichten Sie deshalb auf wertende Ausdrücke und abschließende Kommentare(5).

Heute vormittag, als ich über diesen Beitrag nachdachte, arbeitete ich im Garten, weil es gerade mal nicht regnete. Dabei fiel mir dieses Haiku ein:

Komm aus dem Garten |
Bambus geschnitten |
Blase am Daumen.

Das können Sie auch, wetten?

Hier kommt der Haiku-Wettbewerb:

Beschreiben Sie in drei Zeilen ein Ereignis, das Ihnen gerade auffällt. Das kann etwas ganz Kleines, eine Beobachtung, ein Gefühl, eine Erkenntnis.
Bringen Sie diese Wahrnehmung in drei Zeilen mit 17 Silben unter.
Versuchen Sie, dabei das Muster von 5-7-5 Silben in den drei Zeilen – aber ohne Streß, klammern Sie sich nicht zu sehr als das Silbenmuster.

Benutzen Sie dabei die Gegenwartsform, so als ob das Gesehene jetzt passiert.

Damit Sie mit dem Silbenzählen keine große Arbeit haben, hier ein nettes Online-Tool zum Haiku-Schreiben.
Einfach Ihren Text in das Formular schreiben, und die Silbenzahl wird Ihnen angezeigt.

Schreiben Sie Ihr Haiku hier als Kommentar.

Die drei besten Haikus werden prämiiert und der oder die Verfasserin bekommt nach Wahl:

– Ein Exemplar meines Buches „Frauen wollen erwachsene Männer“ mit einer persönlichen Widmung von mir
– Ein Exemplar meines Buches „Ich kann auch anders“ mit einer persönlichen Widmung von mir
– Einen meiner eMail-Kurse.

Welches das „beste“ Haiku ist, entscheiden die Leser dieses Blogs. Mit einem Abstimmungstool können Sie Ihre Stimme abgeben. Abgabeschluss ist in vier Wochen.

kommentar Haben Sie Lust?
Dann schreiben Sie Ihr erstes Haiku.

PS: Wenn Ihnen dieser Beitrag gefiel … dann empfehlen Sie ihn doch weiter. Einfach hier unten auf “Weitersagen” klicken.

… oder schreiben Sie einen Kommentar.
… oder abonnieren Sie neue Beiträge per Email. Einfach links Adresse bei feed-icon-28×28.jpg eintragen.

Foto: © Alexandr – Fotolia.com

Photo by Andrew Neel on Unsplash