Wir wollen uns alle einfach nur gut fühlen.

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Achtsamkeit / Glück

Was Apple-Fans, Vegetarier und Terroristen verbindet.

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Was bringt jemanden dazu, für eine Armbanduhr 20.000 Euro zu zahlen?

Warum brechen Tierschützer in Hühnerfarmen ein und drehen ein Video?
Warum verspielt ein Jugendlicher sein gesamtes Taschengeld in einer Spielhalle?

Die Begründungen mögen unterschiedlich sein.
Die Armbanduhr ist ein edles Stück Kultur, das man später seinem Sohn vererben möchte.
Jemand muss das schreiende Unrecht der gequälten Hühner an die Öffentlichkeit bringen.
Weil es das einzige ist, was mir Spaß bringt.

„Jeder hat etwas, was ihn antreibt“, lautet ein aktueller Werbespruch.
Aber was ist das, was ihn antreibt?
Die Antworten klingen vielfältig.

Verantwortung tragen.
Meine Pflicht erfüllen.
Anderen Menschen helfen.
Das geilste Smartphone zu besitzen.
Keine Tiere essen.
Die Ungläubigen bestrafen.

Immer geht es um Werte.
Werte wie Macht, Status, Gutsein, Richtiges tun – oder einfach Spaß haben.

Aber letztlich geht es darum, dass wir uns einfach nur gut fühlen wollen, mit dem was wir tun.

Einer verkauft sein Auto, um seinen Beitrag zur Klimaverbesserung zu leisten.
Der andere kauft sich ein neues Auto, das durchschnittlich 20 Liter auf hundert Kilometer verbraucht.
Das Motiv ist dasselbe, das Mittel unterscheidet sie.

„Ja, das ist aber doch nicht richtig“, lautet der Einwand bei manchen Handlungen. Und schon sind wir in der moralischen Debatte.

Menschenrechte in China. Billigklamotten durch Kinderarbeit. Kleinkinder impfen. Putins Machtstreben. Deutsche Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien.

Niemand macht es richtig.
Also in dem Sinn, dass es alle gut finden.
Das schaffte nicht mal Nelson Mandela.
Weil es Gut und Böse nicht gibt. Höchstens das Einteilen danach ist böse.

Weil es auch Falsch und Richtig nicht wirklich gibt.
Höchstens aus einer bestimmten Perspektive, innerhalb eines Systems mit engen Grenzen. Zum Beispiel dem eigenen Denken, das man für normal oder vernünftig hält. Eine Ideologie oder ein Glaube, den man aber für ein natürliches Gesetz hält. Oder von Gott gegeben.

Je unsicherer jemand ist, umso ehe ist er anfälliger ist er für ein System mit klaren Regeln. Das einem sagt, was gut und böse ist.

Aber ein Motiv eint uns alle.
Egal in welchem Land. Welche Religion. Welches Geschlecht.

Wir wollen uns einfach nur gut fühlen mit dem, was wir tun.
Und mit dem, was wir unterlassen.

Der eine braucht dazu das neue iPhone 6. Der andere den Verzicht auf alles, was Augen hat. Und der dritte einen Sprengstoffgürtel.

Zum Glück können wir wählen, was uns gut fühlen lässt.
Theoretisch zumindest.
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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

3 Kommentare

  1. Helga sagt

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,
    nach vielen Jahren Einzeltherapie und vielen Supervisionen mit den unterschiedlichsten Klienten würde ich behaupten: Die Hauptmotivation nennt sich Aufmerksamkeit. Die meisten Menschen suchen einfach Aufmerksamkeit. Und sie unterscheiden – wie Kinder – keineswegs zwischen sogenannter positiver und negativer! Es gibt unendlich viele Möglichkeiten nach der Aufmerksamkeit seiner Mitmenschen zu gieren. Eine davon ist Leistung, eine andere Krankheit usw.. Ohne Wertung betrachtet ist jedes Mittel recht. In all dem lauten (medialen) Geschrei vergessen wir leicht, was uns ausmacht: Beziehungen! Sind sie möglich und zufriedenstellend befriedigen und befrieden sie uns. ;))
    Liebe Grüße
    Helga

  2. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    in der Tat gibt es nicht sonderlich viele Basisemotionen… Aus den „Spannungen“ die wir erleben (müssten), bleiben auf der positiv bewerteten Seite vorallem: Glück(lich) sein & Freude. Auf der meist negativ bewerteten Seite ist die Auswahl zwar höher, aber die meisten Menschen dürften Sie sich nicht als „Dauerzustand“ wünschen ;o) (Angst, Ekel, Ärger, Traurigkeit etc…) Schöne Bilder von Orten sind Bilder, auf denen wir uns vorstellen können, glücklich zu sein (oder erfreuliche Erfahrungen zu machen / uns wohl zu fühlen)…

    Das tolle an diesen Emotionen: Sie werden nicht nur gekannt, sondern weltweit ERKANNT -> Was man von Gedanken ja nun überhaupt nicht behaupten kann ;o)

    In diesem Sinne wieder mal ein sehr lesenswerter Beitrag! Vielen Dank!

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