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Wie Sie Ihren Stress ‘wegatmen’ können.

Wer mein Blog oder meine Persönlichkeitsseminare kennt, weißl;, dass ich für viele Probleme (Führung, Zeitmanagement, Gesundheit) meist ganz andere Ursachen anführe als die gängige Methoden und Ratgeberseiten.

Hier möchte ich Ihnen zum Thema ‘Stress’ einige ungewohnte Anregungen geben:

1. Es gibt keinen Stress. Stress müssen Sie sich selbst machen.
Es gibt wenige Situationen, Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel oder zu wenig Raum, die physiologischen Stress auslösen aber derlei erleben wir ja nur in Notlagen.
Im normalen Berufsalltag oder im Privatleben gibt es Situationen. Situationen, die wir nicht mögen, die uns unangenehm sind – aber die ‘verursachen’ keinen Stress. Den Stress, den Sie dabei möglicherweise erleben, den müssen Sie sich schon selbst machen.

  • Ein Beispiel: Wenn Sie zu einem wichtigen Meeting-Termin fahren und unterwegs in einen Stau geraten, so dass Sie nicht rechtzeitig da sein werden, ist das eine Situation, die Sie nicht mögen. Punkt, mehr nicht.
    Fangen Sie jetzt an, sich über die anderen Idioten auf der Autobahn aufzuregen, wodurch Ihr Blutdruck steigt und Sie sich ausmalen, welche schlimmen Folgen Ihr Zuspätkommen haben wird – diesen Stress machen Sie selbst!

    Sie könnten auch anrufen, dass Sie es nicht rechtzeitig schaffen und sich entspannt zurücklehnen, eine schöne CD hören und die unverhoffte Pause genießl;en. Denn auf den Stau haben Sie keinerlei Einfluss. Aber wie Sie den Stress erleben, darauf haben Sie maximalen Einfluss.

    Aber Sie müssen wissen, wie.

Selbsterfüllende Prophezeiungen.

Damit ist eine Vorhersage gemeint, die sich erfüllt, nur weil sie vorhergesagt bzw. erwartet wurde. In Bezug mit der Realität existiert aber kein oder möglicherweise sehr geringer Zusammenhang, als er in der Erwartung existiert. So kann ein Nachricht darüber, dass durch wirtschaftliche oder klimatische Ereignisse
– das Benzin knapp wird
– durch die kommende Hitze das Wasser rationiert werden könnte
– ein begehrter Modeartikel bald aus dem Sortiment verschwinden wird
– dass der Kurs einer Aktie bald steigen wird

dazu führen, dass das prophezeite Ereignis tatsächlich eintritt. Nicht weil jemand in die Zukunft schauen konnte, sondern viele Menschen sich vorhersehbar entsprechen verhielten (Benzin oder Wasser, besagte Aktie kaufen).

Aus demselben Grund soll man ja auch Kindern (und manchmal auch Erwachsenen) bei Ermahnungen nicht auf das befürchtete Ereignis “Pass auf, dass du nichts verschüttest!” aufmerksam machen, sondern auf das erwünschte Verhalten: “Halt die Tasse ganz gerade.”

Annahmen über die Wirklichkeit produzieren also häufig reale Folgen. Auf ähnliche Weise können simple Aussagen aus dem Tageshoroskop erwünschte Folgen zeitigen: (zum Beispiel: “In dieser Woche müssen Sie beruflich Ihre Chancen wahren” oder negative Erlebnisse zeitigen (“Vorsicht: heute Unfallgefahr!”) Die Annahme über die Wirklichkeit lässt denjenigen aufmerksamer für seine Chancen oder für Gefahren im Verkehr werden.

Tut mir leid: Ihre Wahrnehmung ist nie objektiv, sondern rein subjektiv.

Als Menschen können wir nie die Wirklichkeit an sich wahrnehmen. Sondern nur unsere subjektive Wahrnehmung der Wirklichkeit. Genau genommen: Jeder Mensch konstruiert seine eigene Wirklichkeit. Im Alltag erleben wir das natürlich anders. (“Das ist doch ein Auto!”) Das ist praktisch, da diese Prozesse unbewusst ablaufen und wir uns so eine stabile Welt phantasieren.

Dass jede Wahrnehmung rein subjektiv ist, gilt als eine der zentralen Thesen des Konstruktivismus. Diese Sichtweise wird auch durch Erkenntnisse der modernen Neurobiologie gestützt.

Beispiel: Zwei Menschen sehen den gleichen Hund – doch reagieren ganz unterschiedlich auf ihn. Die eine Person ist Hundeliebhaberin, während der andere Mensch Angst bekommt, weil er schon einmal von einem Hund gebissen wurde. Hier kann man nicht sagen, der Hund macht der einen Person Angst. Der Hund ist nicht die Ursache der Angst, sondern die Weise, wie der Hund wahrgenommen bzw. interpretiert wird, ist die Ursache für die Angst.

Coaching für Ihre “inneren Antreiber”.

In einem früheren Beitrag hier konnten Sie etwas über die fünf wichtigsten inneren Antreiber lesen. Heute erfahren Sie etwas über die dazugehörigen “Erlaubnisse”.

Die Bezeichnung “Antreiber” drückt bereits aus, dass ein Mensch seinem Antreiber wie einem inneren Gebot unbewusst-zwanghaft folgt. Er hat kaum einen Abstand, um zu prüfen, ob die Forderung des Antreibers gerade sinnvoll und effektiv ist. Der Mensch verfügt auch über kein inneres Argument, das gleich mächtig wie die Forderung des Antreibers wäre.

Beispiel: Jemand mit dem Antreiber “Sei immer perfekt!” kann eben nicht einfach “mal fünfe gerade sein lassen”. Auch wenn ihm das wohlmeinende Mitmenschen – oder gar sein Verstand – ihm das nahelegen.

Hilfreich sind stattdessen innere “Erlaubnisse”, die den inneren Konflikt dieses Menschen genug berücksichtigen. Zu jedem “Antreiber” gibt es eine oder mehrere “Erlaubnisse”.

Wie sehen diese Erlaubnisse aus?