Monthly Archives: Juni 2007

Über Intuition – und wie Ihr PC Ihre Gedanken lesen kann.

Über Intuition wurde ja schon viel geschrieben. Wie wichtig sie als Entscheidungsinstanz ist, gerade in Situationen, wo die Faktenlage immens breit und vor allem nicht eindeutig ist. Also beispielsweise bei der Frage, ob der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr mit dem Grundgesetz vereinbar ist oder nicht – und welche der angebotenen dreiundzwanzig Pizza-Varianten Ihnen jetzt am besten schmeckt.

In meiner Hypnotherapie-Ausbildung wurde immer wieder der Spruch des Altmeisters Milton H. Erickson erwähnt: “Always trust you unconscious mind!”
Dieses Vertrauen ins eigene Unbewusste ist der Ausweg aus der Misere, dass unser Bewusstsein nie alle Informationen verarbeiten kann, mit denen es überflutet wird.

(Hier links hatte jemand zum Beispiel das unbestimmte Gefühl, dass heute sein Fahrrad geklaut wird.)

Aber zurück zu Ihnen:

Was haben Schlaganfallpatienten, Skispringer und Sie gemeinsam? Die Spiegelneuronen.

Das sind spezielle Nervenzellen, die im Gehirn bei Beobachtung einer Tätigkeit die gleichen Potentiale auslösen, als wenn eine Tätigkeit durchgeführt würde. Diese Nervenzellen werden durch die Gegenwart anderer Menschen aktiviert und rufen sozusagen spiegelbildlich die Gefühle oder Körperzustände des anderen in uns wach.

Entdeckt wurden diese besonderen Gehirnzellen 1991 in einem Versuchslabor. Der Neurologe Vittorio Gallese wollte testen, wie das Gehirn eines Affen arbeitet, wenn dieser nach einer Erdnuss greift. Mittels Elektroden zapfte er einzelne Hirnzellen an und untersuchte deren Reaktion. Überraschend war, dass bestimmte Neuronen nicht nur dann aktiv waren, wenn der Affe selbst nach dem Futter griff – sondern auch dann wenn der Forscher die Hand nach der Erdnuss ausstreckte!!

Wofür ist das wichtig zu wissen?

Tut mir leid: Ihre Wahrnehmung ist nie objektiv, sondern rein subjektiv.

Als Menschen können wir nie die Wirklichkeit an sich wahrnehmen. Sondern nur unsere subjektive Wahrnehmung der Wirklichkeit. Genau genommen: Jeder Mensch konstruiert seine eigene Wirklichkeit. Im Alltag erleben wir das natürlich anders. (“Das ist doch ein Auto!”) Das ist praktisch, da diese Prozesse unbewusst ablaufen und wir uns so eine stabile Welt phantasieren.

Dass jede Wahrnehmung rein subjektiv ist, gilt als eine der zentralen Thesen des Konstruktivismus. Diese Sichtweise wird auch durch Erkenntnisse der modernen Neurobiologie gestützt.

Beispiel: Zwei Menschen sehen den gleichen Hund – doch reagieren ganz unterschiedlich auf ihn. Die eine Person ist Hundeliebhaberin, während der andere Mensch Angst bekommt, weil er schon einmal von einem Hund gebissen wurde. Hier kann man nicht sagen, der Hund macht der einen Person Angst. Der Hund ist nicht die Ursache der Angst, sondern die Weise, wie der Hund wahrgenommen bzw. interpretiert wird, ist die Ursache für die Angst.

Ein Auftrag? Halt, klären Sie erst mal die Lage.

Der für dieses Schild verantwortliche Sachbearbeiter hat es richtig gemacht. Statt einfach eine Schranke zu installieren, hat er sich vorher um die Menschen Gedanken gemacht, die den Sinn eines heruntergelassenen Schlagbaums mißl;verstehen könnten – und zusätzlich ein Schild anfertigen lassen.
Im Ernst: Viele Projekte, Aufgaben und Aufträge (z.B. der Irak-Krieg, Gottes Plan für die Menschen, viele Ehen) laufen nicht gut oder scheitern gar, weil zuvor nicht sorgfältig genug der Auftrag und seine Begleitumstände geklärt wurden.

Sie erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit Ihres Projekts, Ihrer Aufgabe, Ihres Auftrags, wenn Sie vorher eine saubere, umfassende Auftragsklärung durchführen. (Anstatt zu glauben, nur weil es irgendwo einen Mißl;stand gibt oder Ihnen jemand ein Problem schildert, sollten Sie sofort handeln.)

Hilfreich dabei kann diese Checkliste sein: