Vorsicht, Sie sitzen sich zu Tode!

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Gesundheit

Wie ich mir deshalb in 2 Stunden einen Stehschreibtisch baute.

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Arbeitsplätze à la Legebatterie gehören verboten.

Wo lesen Sie das hier gerade? Zuhause, im Büro, in der Bahn? Der Ort ist gleich, aber ich wette, Sie lesen es im Sitzen. Und das ist lebensgefährlich!

Nicht das Lesen, sondern das Sitzen. Das Zu-Viel-Sitzen. Rechnen Sie doch mal kurz nach, wie viele Stunden am Tag Sie sitzen.

Wenn Sie jetzt nicht Briefträger, Bahnschaffner oder Verkäuferin beim Kaufhof sind, werden Sie leicht auf acht, zehn oder noch mehr Stunden pro Tag kommen. Und das ist ungesund und behindert Ihre Kreativität, wie auch mein Bloggerkollege Jochen Mai schon beschrieben hat.

 

Sogar Hühner haben es besser.

Für Käfighühner ist laut Legehennenverordnung eine Fläche von 52 qcm vorgeschrieben. Das ist so groß wie eine DIN-A-4-Seite. Die Mehrzahl der Menschen verbringt die Mehrzahl der Stunden auf einer Sitzfläche von doppelter Größe. Mehr oder weniger freiwillig.

Manche Hühner haben den Vorteil der Bodenhaltung, da haben sie etwas mehr Auslauf. Freilandhaltung ist die höchste Stufe. Beim Federvieh ist das alles gesetzlich geregelt, es hat keinen Einfluss darauf.

Aber dass Sie zu viele Stunden am Tag sitzen, darum müssen Sie sich selbst kümmern.

Es ist ja nicht ja nicht nur der Job, in dem Sie vermutlich viel sitzen. Auch Ihr Abendessen nehmen Sie vermutlich am Tisch ein. Und Fernsehen werden Sie auch nicht im Stehen. (Hier wäre ein Schaukelstuhl besser, denn beim Schaukeln muss Ihr Körper auch dauernd arbeiten.)

Mit anderen Worten: Sie bewegen sich täglich von einem Stuhl zum nächsten. Vom Esstisch in den Autositz, vom Auto auf den Bürosessel, vom Büro auf den  Meetingstuhl, vom Meeting in die Kantine … Sie sitzen, sitzen, sitzen.

Und das verkürzt Ihre Lebenszeit drastisch.

Neue Studien weisen auf die Gefährlichkeit dieser kulturellen Errungenschaft hin. Jede Stunde Sitzen steigert deutlich das Risiko für tödliche Herzkreislauf-Erkrankungen wie Infarkt oder Schlaganfall. „Zu viel Sitzen ist ungesund“, sagt Studienleiter David Dunstan vom Herz- und Diabetes-Institut im australischen Victoria. „Der menschliche Körper ist darauf ausgerichtet, sich zu bewegen, und nicht darauf, längere Zeit herumzusitzen.“

Das gilt nicht nur für Menschen mit Übergewicht. Auch bei normalgewichtigen Menschen habe längeres Sitzen einen ungünstigen Einfluss auf den Blutzucker und die Blutfettwerte, so der Experte.

In der Studie wurden 8.800 Männer und Frauen ausgiebig untersucht und nach ihrem Fernsehkonsum und sonstigen Lebensgewohnheiten befragt. In den folgenden sechseinhalb Jahren steigerte jede täglich vor dem Fernsehgerät verbrachte Stunde die generelle Sterblichkeit um elf Prozent. Die Gefahr, einer Herzkreislauf-Erkrankung zu erliegen, stieg sogar um 18 Prozent. Selbst die Krebsmortalität nahm zu, allerdings nur geringfügig um neun Prozent, wie Dunstan in der Zeitschrift „Circulation“ berichtet.

Verglichen mit einer Fernsehzeit von unter zwei Stunden, hatten jene Teilnehmer, die täglich mehr als vier fern sahen, eine um fast 50 Prozent erhöhte Sterblichkeit und ein um 80 Prozent höheres Risiko, an Herzkreislauf-Erkrankungen zu sterben. Hierbei wurden andere Einflussfaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht berücksichtigt.

Der Stoffwechsel-Experte ist überzeugt, dass langes Sitzen generell gefährlich ist. Sein Tipp für ein gesünderes Leben: „Zusätzlich zu regelmäßigem Sport sollte man es vermeiden, längere Zeit zu sitzen und sich daran erinnern, sich öfter mehr zu bewegen.“

 

Ausgleichssport hilft nicht.

Noch alarmierende Befunde bringt eine schwedische Studie, nach der langes Sitzen im Büro und wenig Bewegung sogar dann die Gesundheit gefährden können, obwohl man in der Freizeit Sport treibt.

Wie das Team um Elin Ekblom-Bak vom Karolinska-Institut in Stockholm im „British Journal of Sports Medicine“ schreibt, “gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen langem Sitzen und Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes sowie einem generell erhöhten Sterberisiko – und zwar selbst dann, wenn man sich in der Freizeit sportlich betätigt.”

Es sei besser, immer wieder am Tag die Muskeln überhaupt ab und zu zu bewegen, als sie besonders viel oder schwer beim Sport arbeiten zu lassen. Das heißt konkret: egal ob Sie abends oder am Wochenende joggen, zweimal die Woche ins Fitnessstudio gehen, der gefährliche Effekt des Sitzens bleibt weil dabei Ihr Stoffwechsel deutlich runterfährt.

Hier noch mehr Fakten, was beim Sitzen mit Ihrem Körper passiert, in einer großen Infografik zusammengefasst.

 

Sie brauchen einen Stehschreibtisch.

Um eine Alternative zum vielen Sitzen zu bekommen, in vielen Situationen können Sie dem ja nicht ausweichen, brauchen Sie eine Alternative. Und das ist ein Schreibtisch, an dem Sie aufrecht stehen können.

Die drei wichtigsten Vorteile eines Stehschreibtischs:

Stehen Sie gerade!

Stehen Sie gerade!

1.  Ihre Haltung und der Energiefluss profitieren von einer aufrechten Haltung.

Die natürlichste Form des Stehens ist, wenn jedes Segment des Körpers auf dem darunterliegenden ruht.

Sowie zwei Segmente nur leicht gegeneinander verschoben sind, muss Ihr Körper das mit den höher liegenden Segmenten ausgleichen. Das ist wie beim Bauen eines Turms aus Klötzchen.

2. Stehen erlaubt Ihnen mehr Bewegung als Sitzen.

Beim Sitzen ist Ihr Körper völlig passiv. In einem Stuhl können Sie das Gewicht verlagern, die Beine unterschiedlich übereinanderschlagen, sich nach vorne oder hinten lehnen. Das war’s schon. Kaugummi kauen verbrennt mehr Kalorien.

Verglichen damit ist Stehen harte Arbeit. Dauernd müssen die Muskeln Ihrer Beine, des Rückens und der Schultern arbeiten, um das Gleichgewicht zu sichern. Außerdem verlagern Sie automatisch immer wieder Ihr Gewicht von einem Bein auf das andere. All das braucht Kraft und trainiert Ihren Körper.

Einen guten Wegweiser zum gesunden Sitzen  finden Sie hier … Eine Kombination aus Steh- und Sitzschreibtisch gibt es hier ….

Wenn längeres Stehen für Sie aus irgendwelchen Gründen nicht in Frage kommt, können Sie zwei Alternativen ausprobieren.  Ersetzen Sie ihren Bürostuhl mit einem großen Sitz-Ball oder einem

 

einen Stehschreibtisch selber bauen?

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Mein Stehpult aus Studententagen.

Schon in meiner Studentenzeit vor über dreißig Jahren baute ich mir mal ein Stehpult. Das steht heute noch in meiner Praxis. Es hat eine geneigte Arbeitsfläche, was zum Schreiben sehr angenehm ist. Für das Arbeiten mit dem Laptop nicht unbedingt. Hier eine Bauanleitung.

Deshalb war ich ganz begeistert als ich bei Yaro Starak las, dass er sich einen Stehschreibtisch selbst baute.

Natürlich gibt es höhenverstellbare Schreibtische, die mit einem Elektromotor die gewünschte Arbeitshöhe variieren. Selbst bei IKEA gibt es mittlerweile so ein Modell. Aber ich wollte nur eine Alternative zu meinem konventionellen Schreibtisch, an dem ich auch gerne sitze, keinen Ersatz.

Yaro Starak baute seinen Stehschreibtisch mit Teilen von IKEA. Eine einfache Tischplatte und vier höhenverstellbare Beine. Die Höhe der Arbeitsplatte richtet sich nach Ihrer Körpergröße. Sie sollte knapp unter Ihrem Bauchnabel sitzen, denn dann liegen Ihre Unterarme im Stehen genau im rechten Winkel auf der Schreibtischplatte.

Und so habe ich meinen Stehschreibtisch gebaut:

  • Eine Platte von IKEA, LIMNOS 120 x 60 cm für 15 €.
  • Zwei höhenverstellbare Beine bei Amazon.
  • Ein Aktenunterschrank ERIC von IKEA für 99 €
    Falls Sie den nicht möchten, brauchen Sie eben vier Beine

Zeitaufwand: ca 1 ½ bis 2 Stunden, je nach handwerklichem Geschick.

Hier das Ergebnis!

mein_stehschreibtischIch arbeite jetzt schon eine Weile immer wieder an diesem Stehschreibtisch. Nicht ausschließlich, sondern im Wechsel, aber nie länger als zwei Stunden, sonst wird es anstrengend und ich bekomme Muskelkater an Stellen, wo ich nicht dachte, dass dort Muskeln sind.

Das Interessante ist das unterschiedliche Gefühl beim Arbeiten. Wenn ich sitze, fühle ich mich mehr eingeschränkt, es fühlt sich mehr nach Arbeit an. Beim Stehen ist die gleiche Arbeit leichter, fließender, irgendwie weiter.

Womit das genau zusammenhängt, weiß ich nicht. Ich denke, es sind feinste energetische Prozesse, die das unterschiedliche Erleben bedingen. Und sicher reagiert jeder auch anders.

Haben Sie Lust, das Experiment mit dem Stehschreibtisch mal auszuprobieren?

Dann bauen Sie sich doch auch einen. Die finanzielle Investition ist überschaubar. Und die schädlichen Wirkungen des Sitzens sind ja nicht von der Hand zu weisen.

Schicken Sie mir ein Bild.

Wenn Sie sich auch so einen Stehschreibtisch bauen (oder schon gebaut haben), schicken Sie mir Ihre Erfahrungen hier als Kommentar. Am besten mit einem Foto von Ihrem neuen Schreibtisch. Vielleicht kriegen wir so eine Galerie mit unterschiedlichen Modellen zusammen.

 

kommentar Wie viele Stunden am Tag sitzen Sie bis jetzt?

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Foto: © – Fotolia.com, istock.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

49 Kommentare

  1. Wenn man sich einen Stehschreibtisch selber baut, spart man tatsächlich eine Menge Kosten. Allerdings braucht man mehr Platz, weil man nun 2 Schreibtische hat.

    Im übrigen soll man gar nicht solange stehen, das ist auch schon wieder ungesund. Der Wechsel zwischen stehen und sitzen ist das Entscheidende. Und zwischendurch immer mal wieder herumlaufen …

  2. Hallo,

    ich kann dem Beitrag nur zustimmen.
    Ich hab jahrelang bei einer Bank im Telefoncenter gearbeitet. Es war die einzige Abteilung in denen ein Stehpult Standard war. Ich hab das Stehpult im Gegensatz zu meinen Kollegen häufig genutzt und hatte weniger Rückenbeschwerden als an anderen Einsatzorten, wo ich nur im Bürostuhl hing. Generell kann ich den Mix von beidem nur empfehlen. Jede Stunde mal wechseln und der Rücken bleibt fit 🙂

    Liebe Grüsse
    Alfredo

  3. Das ist eine gute Idee. Ich versuche auch etwas ähnliches zu montieren. Stehtisch ist toll!

  4. Luise sagt

    Hi,
    danke für den informativen Artikel. Bin auch gerade dabei über die Anschaffung eines neuen Stuhles nachzudenken. Finde hier auch den swopper interessant. Aber eine Frage: Der Link, der beim swopper steht, ist aber falsch gesetzt oder? Das Ergebnis von Amazon zeigt nämlich keinen swopper. Das ist ein anderer Stuhl oder bin ich blind?

    lg Luise

  5. Sebastian Fried sagt

    Ich habe seit 2 Jahren einen Steh-Sitztisch
    auf Arbeit und auch zu Hause. Ich nutze aber nur noch die Stehfunktion. Nach ein paar Tagen Eingewöhnung (Empfehlung in einer Gebrauchsanleitung „nach spätestens einer Dreiviertelstunde vom Stehen ins Sitzen zu wechseln …) habe ich gemerkt, dass ich viel besser im Stehen am Computer arbeite als im Sitzen. Die verordnete Sitzpause hatte ich zunehmend vergessen. Meine Erfahrung: die Gedanken sind freier, weil auch der Körper mehr Bewegungsfreiheit hat. Stehen ist nie statisch, ständig ändert man die Position, und zwar ganz unwillkürlich. Es gibt ja auch kein „Korsett“ aus Rückenlehne Armlehne, Sitzfläche und . Alles läuft dynamischer und fühlt sich weniger anstrengend an. Ich fühle mich insgesamt wesentlich wohler. Ich habe fast nie das Bedürfnis, mich noch hinzusetzen. Ab und zu laufe ich ein paar Schritte „zur Abwechslung“.
    Manchmal frage ich mich heute , wie ich es nur 20 Jahre lang vor dem Computer sitzend ausgehalten habe? Ja, wir leben in einer Sitzkultur. Es zählt zu den fragwürdigen Errungenschaften der Schule, schon die Kinder entsprechend zu konditionieren und die Bewegungslust auf dem Gestühl zu bezähmen. Wäre es nicht recht lustig, die Schüler würden den Unterricht im Stehen absolvieren, und der Lehrer säße?

  6. Christophorus Wahl sagt

    Nachdem ich längerer Zeit, mehrmals unbewusst, das Bügelbrett meiner Frau als hochgestellten Schreibtisch benutze,um Post in mehreren Ordner wegzusortieren, hier muss ich immer ein bischen laufen um die Ordner hohlen, dämmert es bei mir, dass ich mir ja einen Steh-Schreibtisch zulegen könnte. Ich finde Deinen Vorschlag gut und preiswert, dass man aus IKEA-Teilen einen Stehschreibtisch bauen kann.

  7. Hallo Roland,
    während der Unterhaltung mit einem Freund über die Vorteile eines Stehschreibtisches bin ich noch einmal auf diesen Beitrag von Dir gestoßen.

    Ich kann Dir nur aus ganzem Herzen Recht geben. Nutze jetzt seit mehr als vier Jahren meinen großen selbstgebauten Stehschreibtisch. Am Anfang fiel es mir noch schwer, den ganzen Tag zu stehen. Nach ein, zwei Stunden nutze ich damals einen Stehhocker.

    Das Erstaunliche habe ich aber erst im Rückblick gemerkt.
    Nach relativ kurzer Zeit hatte ich mich so an das Stehen gewöhnt, dass ich es gar nicht mehr merkte. Es war für mich zur absoluten Gewohnheit geworden.

    Ich freue mich jeden Tag über meinen Schreibtisch. Und ich bin sicher, er trägt einen entscheidenden Beitrag zu meiner Fitness bei.

    Hier ein Bild …

  8. Liebe Frau Klein,
    es ist immer schön, wenn ich Resonanz auf meine Blogbeiträge bekommen. Und dann noch so folgenreiche wie von Ihnen.

  9. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    nachdem Sie bei mir und meinen Newsletter-Lesern eine regelrechte Entrümpelungswelle in Gang getreten haben (ich berichtete :-), haben Sie nun auch mit „Schuld“ an einer zweiten einschneidenden Veränderung.

    Es war nicht dieser Beitrag hier alleine. Aber das ist ja oft so im Leben, dass einem ein Thema plötzlich überall erscheint. Ich las diesen Beitrag hier, besuchte dann eine Kollegin, die wie ich auch Webinare gibt und die hatte einen elektrisch verstellbaren Schreibtisch. Webinare gibt sie im Stehen.
    Das ist nicht nur für den Rücken und die Bewegung gut, sondern natürlich klingt die Stimme auch ganz anders, ob man steht oder sitzt. Das ist nur noch ein weiterer Aspekt.

    Eben nun wurde mein neuer Schreibtisch geliefert, wo ich wirklich nur mit einem winzigen Knopfdruck ihn runterfahren kann, wenn ich im Sitzen schreiben will. Bisher hatte ich einen extra niedrigen Laptop-Tisch. Ich kann ihn hochfahren, wenn ich „normal“ davor sitzen will und noch höher, wenn ich stehen will.

    Und so tippe ich als erstes stehend diesen Kommentar und danke Ihnen noch einmal hocherfreut für diesen Anstupps.

  10. Nein, jedenfalls nicht bei einem mit einer festen Höhe. Für verschiedene Zwecke braucht man ein Stehpult, das sich (automatisch) verstellen lässt.

  11. Michaela sagt

    Über die Suche nach der richtigen Höhe für ein Stehpult zu Hause bin ich über Ihre Seite gestolpert. Die Höhe habe ich wohl richtig bedacht. Also Arme im rechten Winkel. Leider hat sich bei Benutzung jetzt eine andere Frage ergeben. Ich besitze ein Laptop und der Bildschirm ist zu niedrig. Stelle ich aber alles höher, dann stimmt das Verhältnis zu den Armen nicht mehr. Dafür gibt es wohl keine Lösung?!

  12. Ein schöner, ausführlicher Artikel. Leider fängt es ja in der Schule schon so an. Man geht morgens hin (bzw. sitzt im Bus/Bahn), läuft ein Stück, setzt sich auf eine Bank auf dem Schulhof, geht rein, sitzt im Unterricht. Im Prinzip müsste das ganze System in Deutschland „revolutioniert“ werden und vorallem auch in Büros mehr Aufklärung betrieben werden. Ein Stehschreibtisch war für mich persönlich nichts, dann kann ich einfach nicht ruhig stehen. Ich habe mich für den Swopper entschieden. Beruhigend, das ich anscheinend jetzt höhere Chancen habe länger zu leben 😉

  13. Hallo Frau Matthes,
    gut, dass Sie das so „früh“ gemerkt haben, dass die sitzende Lebensweise Ihnen nicht gut tut. Die meisten merken das ja sehr spät oder gar nicht.
    Berichten Sie doch mal, für welchen Steh-Schreibtisch Sie sich entschieden haben und welche Erfahrungen Sie damit machen.

  14. Der Artikel spricht mir aus der Seele bzw. kann ich ihn durch eigene Erfahrung bestätigen.
    Als Büroarbeiterin mit einem Arbeitsweg von täglich 3-4 Std. Zugfahrt an 4 Tagen/Woche (zwar regelmäßig aufgelockert durch einen Sprint, um den Anschlusszug nicht zu verpassen) hatte ich nach 11 Jahren das Gefühl, dass meine Gesundheit, mein Wohlbefinden und mein Körpergefühl auch durch das lange Sitzen flöten gehen. Neben einigen anderen, gehörte die viele Sitzerei zu den gewichtigsten Gründen dafür, dass ich diese Arbeitsstelle vor knapp 2 Jahren aufgegeben habe.
    Derzeit bewege ich mich mehr, sitze aber immer noch viel, mein Körpergefühl hat sich gebessert aber nicht so rasant, wie ich eigentlich gedacht hatte. Also ist ein Steh-Arbeitstisch wahrscheinlich eine gute Option. Es werden hier ja einige interessante Varianten beschrieben…

  15. Danke für die klugen Antworten, Matthias!
    Ich finde auch, dass ich im Stehen frischer bleibe – und so hoffentlich auch meine Aufmerksamkeit. Am Anfang spürte ich nach etwa einer Stunde Stehen meine Lendenwirbelsäule. Mittlerweile stehe ich insgesamt vier Stunden (nicht am Stück) und es fühlt sich immer besser an.

  16. Matthias sagt

    @Claudia: ja, im Sitzen ‚vergessen‘ wir unseren Körper oft. Durch die Konzentration auf den Bildschirm (ob Arbeit oder Fernsehen) fahren unsere propriozeptiven wie nozizeptiven Regelmechanismen (also räumliche Orientierung und Schmerz) herunter und unser Körper ordnet sich der (vermeintlich) wichtigeren Hirntätigkeit unter.
    Aber nicht andersherum! Im Stehen macht sich das ein oder andere Wehwehchen vielleicht früher bemerkbar – aber das ist eben das Gute daran. Der Effekt ist nicht spekulativ, man bleibt frischer und konzentrierter – oder schon mal im Stehen eingeschlafen?
    @Ronny: ein größeres Büro mit mehreren KollegInnen, die alle im Intranet arbeiten, ist geradezu ideal! Ein Steharbeitsplatz für jeweils eine Gruppe, der abwechselnd genutzt wird. Die Ausstattung ist vom Arbeitgeber sogar steuerlich absetzbar, ggf. wird so was auch von der Rentenversicherung bezuschusst. Also mal mit dem Chef reden, dem Betriebsrat oder dem Betriebsarzt.
    Diese oder ähnliche Worte hören meine Patienten nahezu täglich – schön, dass das Thema hier mal aufgegriffen wird!

  17. Da haben wir es wieder. Gartenarbeit ist nicht nur geistige Erholung, sondern trägt auch zur physischen Gesunderhaltung bei.

    Zum Beitrag: Das mag alles schon richtig sein, aber wie soll man das in einem größeren Büro mit mehreren Mitarbeitern umsetzen? Ich versuche hingegen, öfter mal aufzustehen und mich zu bewegen und nicht im Nachbarzimmer anzurufen oder kurze Wege, die man sonst auch mit dem Auto fährt, zu laufen bzw. mit dem Fahrrad zu fahren.

  18. Interessante Begründung: dass Sie im Sitzen Ihren Körper besser vergessen können. Und im Stehen stört er Sie eher?
    Aber Gartenarbeit ist natürlich auch ein sehr schöner Ausgleich zum Sitzen.

  19. Einen „Steh-Schreibtisch“ zu besitzen, ist nicht die Lösung. Man muss ihn auch nachhaltig nutzen!:-)

    Ich besitze seit 2003 einen sogenannten „Sitz-Steh-Schreibtisch“, den man mittels Knopfdruck hoch und runter fahren kann. Ja, da ist toll – aber nach einigen anfänglichen Versuchen hab‘ ich aufgehört, ihn zu nutzen. Genau wie den Swopper, der auch hier herum steht….

    Weil ich im Sitzen den Körper eben gut „vergessen“ kann und mich darauf konzentrieren, was ich gerade (am Bildschirm) tue. Und das ist mir im Alltag dann doch mehr „wert“ als die Spekulation auf „gewonnene Jahre“ am Lebensende.
    Ist unvernünftig, ist aber so.

    Was es nach meiner Erfahrung bringt, ist ein Garten, den man fünf bis sieben Mal pro Woche aufsucht und dort dann auch körperlich arbeitet. Bedeutet: Sitzzeit ist deutlich reduziert! Das hilft leider nur in der Saison zwischen April und Oktober, aber immerhin.

  20. Liebe Frau Albrecht,
    sieht sehr gut aus und fügt sich harmonisch in den Raum ein. Gute Idee ist auch, für Drucker oder einen Scanner gleich unterhalb Platz zu schaffen.
    Fröhliches Arbeiten!

  21. Stehschreibtisch von Michaela A.
    Lieber Herr Kopp-Wichmann,
    mein Stehschreibtisch ist fertig – wie Sie habe ich die niedrige Lösung auch noch da gelassen. Und wenn ich länger am PC arbeiten will als ich sitzen kann, setze ich mich auf den Hocker. Auf dem liegt ein Luftkissen, das hier von einem Fell verdeckt wird.
    Ich bin sehr gespannt, wie das Arbeiten sich anfühlen wird.

  22. Hallo Roland,
    ich möchte meinen Stehtisch auch nicht mehr hergeben. Muskelkater war bei mir nur in den ersten Wochen ein Thema, jetzt bin ich da wohl besser im Training.
    Als nächstes überlege ich, ob ich auch mein Laufband mit einbeziehen möchte. Mir schwebt da eine flexible Lösung neben dem Stehtisch vor, vielleicht mit einer Klappvorrichtung.
    Grüße
    Volker

  23. Ralf Bernhard sagt

    Hier noch ein interessanter Artikel von imgriff.com der sich mit der Dekonstruktion des Arbeitsplatzes befasst. Die Idee öfter: mal den Stand- bzw. Sitzort wechseln … http://goo.gl/nVJaI … Der Stehschreibtisch wird demnach für bestimmte Arten von Aufgaben und Tätigkeiten verwendet …

    Als gute Schulung für das aufrechte Stehen und der Achtsamkeit (auch in Paarbeziehungen) hat sich Tango tanzen bewährt, wie wissenschaftliche Studien belegen 🙂 ..

    Und vielen Dank an Sie für die stets hilfreichen Artikel die zum Verändern einladen.

  24. Hallo in die Runde,
    Interessant auch an anderen Stellen von „Steharbeitsplatz-Projekten“ zu lesen. Kürzlich habe ich auch mein Eigenbau begonnen: http://goo.gl/cLflp
    Viele Grüße Arne

  25. Gerne.

    Studie über den Zusammenhang von Fernsehzeit und Sterblichkeit hier …

    Über die Gefahren des Sitzens für die Gesundheit hier …

    Über die positiven Effekte von kleinen Bewegungseinheiten während des Tages hier …

    Die Folgen von zuwenig Bewegung bei Männern hier …

    Die Vorteile eines fahrbaren Stehschreibtisches bei Übergewicht hier …

    Genug Argumente?
    😉

  26. Toni sagt

    Interessanter Artikel.

    An meinem Arbeitsplatz sollen demnächst die Drucker im Büro zugunsten zentraler Etagendrucker abgeschafft werden. Allein unter diesem Aspekt eine positive Entwicklung wenn man für seine Ausdrucke immer einige Meter gehen muss.
    Können Sie Quellen für diese Studien angeben?

  27. Liebe Frau Klein,
    schon der zweite Kommentar von Ihnen innerhalb kurzer Zeit – freut mich.

    Das Selberbauen des Stehschreibtischs ist wirklich kein Hexenwerk. Pro Bein vier Schrauben in die Platte drehen, bei den IKEA-Platten geht das von selbst, weil innen drin Pappmaché ist.
    Der Tipp mit dem Timerle ist gut, sowas suchte ich schon länger. Hier der Link …
    Am Anfang ist das Stehen nach einer Weile, bei mir nach etwa einer Stunde. Der Körper und die Muskeln müssen sich erst daran gewöhnen, aber die Art so zu arbeiten, ist wunderbar leicht und aufrecht.
    Das mit der regelmäßigen Bewegung mache ich auch seit einiger Zeit. In dem Buch von David Agus und in einem Interview mit ihm habe ich gelesen, dass man mindestens 5.000 Schritte am Tag machen solle. Nachdem ich bei Tchibo einen kleinen Schrittzähler gekauft habe, motiviert mich das, jeden Tag die fünftausend voll zu machen.

    PS: Vielleicht schreiben Sie ja mal noch, was Sie mit dem Magic Cleaning erlebt haben.

  28. Uiiii, das ist wirklich interessant. Eine Kollegin von mir hat sich auch einen Stehschreibtisch gekauft, allerdings sehr teuer, elektronisch rauf und runter fahrbar… Aber den wollte ich mir eh mal anschauen. Zum selbst bauen fühle ich mich nicht berufen :-).

    Vielleicht gibt es ja auch noch zusätzliche
    kleine Lösungen, die man in seinen normalen Büroalltag bewusst einbauen kann, damit man mehr Bewegung hat?

    So mache ich ohnehin jeden Morgen erst einmal 30-45 Minuten Yoga auf dem Boden, vor allem für meinen Rücken.

    Ich habe aber auch ein kleines E-Book geschrieben: YOGA am PC und im Büro, wo leichte Übungen auf Stühlen und im Stehen sind, die man zwischendurch immer mal machen kann. Die biete ich auch in meinen Online-Seminaren an.
    Da braucht man dann nur Erinnerungen, dass man das zwischendurch immer mal reinschiebt. Dazu eignet sich wunderbar das „Timerle“, das man kostenlos auf dem PC installieren kann. Ein kleiner Wecker, der dann auf dem Bildschirm erscheint und ohrenbetäubend rappelt :-).

    Dann hatte ich mir mal ein Schild geschrieben: immer wenn ich etwas ausdrucke, stehe ich auf und mache eine Dehnungsübung.

    Weiterhin kann man bei Telefonaten aufstehen. Dann klingt die Stimme ohnehin energievoller.

    Und- das habe ich nun fest vor, da ich die nächsten Wochen auch nur Online-Seminare habe und mir die Zeit daher selbst einteilen kann- jeden Mittag eine Stunde walken. Ich wohne ja auf dem platten Land und brauche nur aus der Haustür zu treten und kann los. Bei der Eiseskälte war mir das zu heftig :-).

    Und wenn einem der Swopper erst mal zu teuer ist, gibt es da auch so ein Luftkissen, dass man sich auf den Sitz legen kann.

    Ich stehe auch nicht gerne, finde es immer sehr schnell anstrengend. Aber es kann sein, dass es einen Unterschied macht, wenn man vor einem Tisch steht und dort schreibt oder sich abstützt.

    In Seminaren stehe ich ja auch dauernd und da fällt es mir nicht schwer.

    Also, eine weitere interessante Anregung (und mit den ersten Magic Cleaning Aktionen habe ich gestern angefangen!)

    Schöne Ostertage!

    Zamyat

  29. Stefan Eberhard sagt

    Guter Beitrag.
    Beim stehen im Allgemeinen ist es günstig, die Körperstatik zu berücksichtigen. Jeder Körper hat einen Punkt, bei dem er im „Lot“ steht. Soll heißen Augen zu, möglichst alle Spannungen abbauen und nur die Haltearbeit verrichten. Als nächstes ein bisschen hin und her wackeln und herausfinden, wann die wenigste Energie zum stehen benötigt wird. Diesen Modus speichern und überall abrufen wo längere Steheinheiten anstehen. Z. B. an der Kasse im Supermarkt oder eben am Stehpult.

    Ist deutlich ermüdungsfreier und sehr angenehm. Es ist ein Gefühl von „Erdung“, bei dem die Füße komplett mit dem Boden verbunden sind…

  30. Pingback: Vorsicht, Sie sitzen sich zu Tode! | theolounge.de

  31. herbert mayer sagt

    Manche Beratungsgespräche führe ich bei einem Spaziergang im Walde anstatt im Sitzen im Besprechungsraum. Aber zuhause – da bin ich noch zu faul. Danke für den Tipp.
    herbert mayer

  32. Inna Janssen sagt

    na wie gut, dass wir zuhause unser Essen meistens stehend einnehmen.

  33. Hallo Bettina,
    in der Therapiepraxis stelle ich mir das schwierig vor. Am ehesten gehen vielleicht diese Swopper.
    Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Therapeut in den USA zwei Laufbänder in seiner Praxis installiert hatte und so mit seinen Klienten arbeitete. Wäre mir aber alles zu unruhig, da ich viel mit Achtsamkeit arbeite und das geht am besten im Sitzen.
    Liebe Grüße
    Roland

  34. Bettina Schimanski sagt

    Lieber Roland,

    ich mag das Sitzen auch nicht und überlege seit einiger Zeit, ob ich nicht auch unkonventionellere Methoden/Settings entwickeln kann für mein Klienten.. Schön, das ich damit nicht allein bin:)
    Herzlichst,
    Bettina

  35. „jede täglich vor dem Fernsehgerät verbrachte Stunde verkürzt die generelle Sterblichkeit um elf Prozent.“
    Schaue seit 9 Monaten kein Fernsehen. Oh je, was für Auswirkungen, da brauche ich jetzt wohl eine bessere Altersversorgung. 😉

  36. Das ist nicht die Aussage der Studie, sondern dass der Effekt von sportlicher Betätigung durch zu viel Sitzen aufgehoben werden kann.

  37. nach der studie ist es eh egal ob ich sport mache oder nicht. wer hat die eigentlich gesponsert? unglaublich….

  38. Das ist natürlich die optimale Lösung: Stehschreibtisch mit Laufband. Mir wäre das allerdings zu unruhig beim Schreiben.

  39. Ein Bekannter von mir hat sich einen Stehschreibtisch gebaut, weil er Rückenprobleme hatte. Allerdings war ihm ständiges Stehen auch zu anstrengend.
    Er hat kurzerhand in ein Laufband investiert. Es ist ähnlich wie in einem Fitnessstudio, allerdings hat es keine besonderen Programme, wie Cardio usw.

    Das Laufband steht unter seinem Stehschreibtisch, sodass er an diesem Schreibtisch nicht steht, sondern geht. Der Gang ist zügig eingestellt und seine Rückenprobleme haben sich erholt.

    Auch an diesem Schreibtisch hält er es nicht länger als 2 Stunden aus. Allerdings ist ihm aufgefallen, dass der erhöhte Bewegungsgrad seiner Gesundheit sehr zuträglich ist. Seitdem habe ich auch immer wieder mit dieser Idee spekuliert. Allerdings… Aufschieberitis…
    Vielleicht fange ich mal mit einem Stehschreibtisch ohne Laufband an.

  40. „Gut, dass Ikea gleich um die Ecke ist – morgen werde ich gleich mal hinfahren (zum Laufen ist es dann doch zu weit). Meinen Schreibtisch habe ich sowieso selbst gebaut, da muss ich also nur die Beine austauschen. Und wenn ich doch mal sitzen will, habe ich noch einen Messehocker. 🙂

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