Warum Sie den Schmerz bejahen müssen statt ihn zu vermeiden.

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Emotionale Intelligenz / Karriere / Methoden

2. Methode aus dem Buch "The Tools"

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Den Kopf hinhalten kann weh tun.

Meine Klientin Anna hat panische Angst vor Hunden. Wenn sie auf der Straße läuft und in einiger Entfernung einen Hund entdeckt, ändert sie ihren Weg und biegt vorher ab. Auch wenn der Hund hundertfünfzig Meter entfernt ist.

Herr M. arbeitet im Vertrieb und muss immer wieder Kaltakquise machen. Das heißt, fremde Menschen anzurufen und versuchen, mit Ihnen einen Besuchstermin zu vereinbaren. Immer wieder nimmt er sich vor, die Anrufliste abzuarbeiten. Aber wenn es soweit ist, findet er alle möglichen  Ausreden. Schlechter Zeitpunkt, erst mal noch Mails checken, usw.

Frau S. ist gilt als die Mutter der Abteilung. Für jeden Mitarbeiter hat sie ein offenes Ohr. Niemals schlägt sie jemanden einen Gefallen ab. Als sie jetzt aus der Reha nach ihrem zweiten Burnout an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt, hat sie noch die Empfehlung ihres Therapeuten im Ohr: „Sie müssen öfter nein sagen. Sonst werden Sie weiter ausgenutzt.“ Da kommt ein Kollege und Frau S. weiß, dass er sie gleich bitten wird, heute Abend seine Schicht zu übernehmen.

Alle drei sind unzufrieden mit ihrem Verhalten. Sie wissen auch genau, was Sie tun müssten, um das zu ändern.

Warum tun sie es nicht?

Warum wir unsere Komfortzonen lieben.

Die Komfortzone ist die Hängematte unserer Gewohnheiten im Handeln, Denken oder Fühlen. Dazu gehören positive wie auch negative Erfahrungen, unsere konstruktiven und ungünstigen Verhaltensweisen. Zum Beispiel:

  • Ihre Morgen- oder Abendroutine
  • Ihre inneren Antreiber (Sei perfekt, Sei stark, Streng dich an, Mach schnell, Mach’s allen recht)
  • Ihre Erklärungen , warum Sie etwas wollen aber nicht den ersten Schritt tun (Zimmer aufräumen, Prüfung lernen, Klavier üben, Steuererklärung rechtzeitig machen) etc.
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Nicht Komfortzone, sondern „Komm vor-Zone“.

In  der Komfortzone fühlen wir uns vertraut und meistens wohl, denn die Konsequenzen unseres Handelns sind weit weg. In der Komfortzone vermeiden wir vor allem den Schmerz der Anstrengung und die Angst vor Unsicherheit.

Die Komfortzone ist behaglich, wenn man sie immer mal wieder aufsucht. Sie wird dann zum Problem, wenn wir aus Angst vor dem Unangenehmen, generell notwendiges Handeln unterlassen:

  • Sie haben hohen Blutdruck. Da sie davon aber nichts spüren, messen Sie ihn nicht regelmäßig und tun auch nichts, um ihn zu senken.
  • Sie sind mit Ihrer Anstellung schon seit Jahren unzufrieden, studieren die Stellenanzeigen, haben aber noch keine einzige Bewerbung geschrieben.
  • Ihr Partner kleidet sich seit einiger Zeit anders und ist auffallend gut gelaunt. Sie haben einen bestimmten Verdacht, trauen sich aber nicht, ihn zu fragen.

Das Verharren in der Komfortzone ist für viele Menschen eine tief verwurzelte Gewohnheit, in der sie alles vermeiden, was schmerzhaft sein könnte. Doch natürlich fühlen Sie sich dabei nicht wirklich gut.

Ein nagendes Gefühl der Unzufriedenheit, der Langeweile, der inneren Leere wird spürbar, wenn Sie nicht mit etwas beschäftigt sind. Ihr Belohnungszentrum im Gehirn schreit nach Futter.

Das befriedigen Sie dann meist durch Suchtaktivitäten wie stundenlanges Internetsurfen, Alkohol, Droge, Pornos schauen, Shoppen am PC oder m Einkaufszentrum, Glücksspiel, exzessives Arbeiten etc. Denn Suchtaktivitäten sind erst mal schmerzfrei und wirken positiv auf das Belohnungszentrum.

 

Neue Möglichkeiten sind immer von Schmerz begleitet.

Egal ob Sie ein Musikinstrument oder eine Fremdsprache lernen wollen,  ob Sie eine neue Wohnung suchen, einen Marathon laufen wollen oder ein neues PC-Programm ausprobieren – Sie müssen sich erst einmal auf etwas Unbekanntes einlassen, viele Male dasselbe tun und aushalten, dass es nicht gleich klappt.

Das ist der Schmerz.

Das Leben bietet unendlich viele neue Möglichkeiten, aber sie sind immer auch von Schmerz begleitet. Sie locken auch mit dem Reiz des Neuen, aber es tauchen immer auch Hindernisse auf.

Wenn Sie etwas Neues lernen oder sich verändern wollen, müssen Sie das Bekannte verlassen und den unbequemen Weg ins Unbekannte einschlagen. Sie wissen nicht, was Sie dort erwartet und ob Sie den neuen Herausforderungen gewachsen sind.

Deshalb bleiben wir alle oft lieber im bekannten Umfeld der Komfortzone, das wir unter Kontrolle haben. Dort ist es kuschelig und gemütlich – auch wenn wir wissen, dass wir uns das oft nur vormachen.

Etwas Neues zu lernen bedeutet, Risiken eingehen.

Dieses Prinzip gilt sowohl für einzelne Menschen als auch für Gruppen. Teams, Unternehmen und sogar Länder haben ihre Komfortzone:

  • Nach einem Rockkonzert will der 16jährige Gitarre lernen. Nachdem ihm das regelmäßige Üben zu anstrengend ist, hört er nur nur CD’s.
  • Nach dem Meeting am Kaffeeautomaten stöhnen alle darüber, wie langweilig die Sitzung war und das Wesentliche nicht angesprochen wurde.
  • Ein Land lebt jahrzehntelang über seine Verhältnisse, wehrt sich aber mit großen Straßendemonstrationen  gegen Sparauflagen unterstützender Länder.
  • Die Weltgemeinschaft ist seit Jahrzehnten dabei,  die Lebensgrundlagen und die Ressourcen der Erde zu erschöpfen. Auf jeder internationalen Klimakonferenz werden Mini-Beschlüsse gefasst, weil etliche Länder nicht bereit sind, ihren komfortablen Lebensstil zu ändern und die direkten Auswirkungen zwar sichtbar und messbar sind, aber noch gut erträglich.

Es ist ja immer gut, einen Schuldigen zu haben. Also gut: Schuld ist Ihr Gehirn. Jedenfalls ein bestimmter Teil davon, dort wo der Autopilot sitzt. Der sorgt dafür, dass wir uns immer in gewohnten Bahnen bewegen, weil sich das sicher anfühlt.

Und wir leben heute in einer Gesellschaft, in der es uns leicht gemacht wird, es uns in der Komfortzone gemütlich zu machen.

Vor Zehntausenden Jahren mussten wir bei Hunger beispielsweise Früchte suchen oder einen Bären jagen. Wer dazu keine Lust hat oder sich dabei ständig ablenken ließ, hatte irgendwann noch größeren Hunger oder starb. Damals hing das Überleben von planvollem, konzentriertem Handeln ab. Heute fahren wir mit dem Auto zum Supermarkt, gehen abends zum Kühlschrank oder ordern an der Kinokasse den XXL-Becher Popcorn.

Es sind vor allem zwei Einstellungen in unserer Gesellschaft, die uns bei vielem die Vorzüge der Komfortzone vorgaukeln:

  1. Wir wollen etwas ohne Anstrengung.
    „Nichts ist unmöglich.“ „Schlank im Schlaf.“
    „Leben Sie, wir kümmern uns um die Details“
  2. Und wir wollen nicht warten, sondern sofortige Belohnung.
    „Heute kaufen – morgen bezahlen.“ „Null Anzahlung und 36 bequeme Monatsraten“ „Sofort herunterladen“

Wie schwierig es ist, die Komfortzone der sofortigen Belohnung zu verlassen, erleben schon kleine Kinder, wie man in dem bekannten Marshmallow-Experiment sieht:

Hier ein Programm von Prof. Manfred Spitzer, wie Kinder diese wichtigen „exekutiven“ Funktionen des Belohnungsaufschubs und der Selbstdisziplin trainieren können.

Ihre Komfortzone engt Ihr Leben ein.

Erst wenn Sie den Schmerz, der mit einer Veränderung einhergeht, bejahen, öffnen sich neue Freiräume:

  • Als guter Fußballspieler dürfen Sie Zweikämpfe und Kopfballduelle nicht scheuen, obwohl sie wissen, dass das weh tun kann und unter Umständen eine monatelange Verletzung nach sich zieht.
  • Wenn Sie zur Führungskraft befördert werden, müssen Sie bereit sein, sich auch mal unbeliebt zu machen. Weil sie unpopuläre Maßnahmen durchsetzen müssen, Gehaltserhöhungen nicht immer bewilligen können, eine komplizierte Software einführen wollen.
  • Als Verkäufer müssen Sie mit Ablehnung umgehen lernen. Als Selbständiger mit finanzieller Unsicherheit und unzufriedenen Kunden.
  • Als frischgebackene Eltern verzichten Sie für längere Zeit auf ruhige Nächte und ungestörte Zweisamkeit.
  • Wenn Sie fit werden wollen, müssen Sie die Anstrengung des Joggens oder des regelmäßigen Besuchs im Fitness-Studio auf sich nehmen.

Viele Menschen suchen jetzt nach einem Trick, einem Schlupfloch, um dieses „Naturgesetz“ zu umgehen.

Geben sich der narzisstischen Illusion hin, dass das Leben doch gerecht sein müsse. Oder zumindest in ihrem Fall eine Ausnahme machen könne. Weil man etwas Besonderes sei. Ein heimlicher Prinz oder eine Prinzessin. Weil man schon genug Pech im Leben gehabt habe und jetzt es mal verdient habe, dass alles ein bisschen leichter sein solle.

Und vieles ist ja tatsächlich leichter geworden. Wäsche waschen, die Wohnung heizen, in eine entfernte Stadt reisen … Technologien haben uns vieles einfacher gemacht.

Aber die Waschmaschine, die Gasrechnung, das Auto – all das muss man sich auch leisten, und schon ist der Schmerz der Anstrengung wieder in unser Leben eingekehrt.

Innerhalb der Komfortzone erscheint einem der Schmerz riesengroß und unerträglich. Die Komfortzone zu verlassen, ist leichter, wenn man sich das Schmerzparadox bewusst macht:

 

Das Schmerzparadox:
Wenn Sie auf den Schmerz zugehen, nimmt er ab.
Wenn Sie vor ihm zurückschrecken, nimmt er zu.

 

Wenn Sie starke Flugangst haben, werden Sie bestimmte Länder nicht besuchen oder auf Bahn und Auto ausweichen. Wenn Sie in einem Seminar erleben, dass Sie die Gefühle aushalten können und danach öfter fliegen, verringert sich Ihre Angst.

Wenn Sie eine unliebsame Aufgabe immer wieder aufschieben, wird sie dadurch unangenehmer und lästiger. Wenn Sie erst mal angefangen haben, merken Sie nach ein paar Minuten, dass es halb so schlimm ist.

Wenn Sie immer nett sein wollen, sich aber ärgern, dass Ihr Lieblings-Metzger regelmäßig die Verpackung mitwiegt, entwickeln Sie jede Menge Horror-Szenarien, was passieren würde, wenn Sie ihn darauf hinweisen. Bis Sie den Mut finden, es zu tun.

Hier ein Video der Autoren von „The Tools“:

 

Wie Sie Ihre Angst vor dem Schmerz überwinden.

In dem Buch „The Tools“ empfehlen die Autoren Phil Stutz und Barry Michels eine Technik, die sie „Umpolung des Verlangens“ nennen. Das Tool finde ich sehr gut, den Namen nicht. Deshalb nenne ich es hier:

Den Schmerz bejahen.

1. Konzentrieren Sie sich auf den Schmerz, den Sie sonst vermeiden.
Stellen Sie sich den Schmerz als eine Wolke vor, die vor Ihnen erscheint.
Schreien Sie im Stillen: „Schmerz, komm her!“

2. Schreien Sie im Stillen: „Ich liebe Schmerz!“ während Sie sich auf den Schmerz zu bewegen. Gehen Sie auf diese Weise tief in den Schmerz hinein, bis sie mit ihm eins sind.

3. Fühlen Sie, wie die Wolke Sie ausspuckt und sich hinter Ihnen wieder schließt. Sagen Sie innerlich zu sich: „Der Schmerz befreit mich.“
Spüren Sie, während Sie die Wolke verlassen, wie Sie in reines Licht verwandelt werden und sich zielstrebig vorwärtsbewegen.

 

Tja, klingt erst mal ziemlich seltsam.

Wie ja auch schon das erste Tool, das ich letzte Woche hier vorgestellt habe. Aber die Werkzeuge in „The Tools“ sind eben keine reinen Mentaltechniken, sondern verbinden einen mit höheren Kräften.

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Aller Anfang ist schwer.

In diesem Fall ist es die Kraft des unaufhaltsamen Vorwärtsstrebens, die man überall in der Natur wirken sieht.

Jedes Kleinkind zieht sich an Möbelstücken hoch, will sich aufrichten, will laufen. Fällt hundert Mal hin, tut sich dabei weh, schreit – und macht doch weiter. Obwohl es niemand dazu motiviert.

Das Tool ermöglicht es, sich mit dieser Kraft zu verbinden. Aber dazu müssen Sie sich dem Schmerz stellen und in der Lage sein, über ihn hinauszugehen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, das Tool auszuprobieren oder anzuwenden?

1. Der Augenblick, in dem Sie etwas Unangenehmes tun müssen und Angst davor haben oder einen Widerstand spüren.

2. Der Moment, in dem Sie nur daran denken, etwas Schwieriges oder Schmerzhaftes tun zu müssen. Unser Gehirn lernt über Gewohnheiten. Wenn Sie jedes Mal, wenn Sie einen solchen Gedanken bemerken, das Tool benutzen, entwickeln Sie die nötige Kraft, um im richtige Moment handeln zu können.

 

Mein Fazit:

Was bringt es, die Komfortzone immer wieder verlassen zu können?

Die Ergebnisse des Marshmallow-Experiments sprechen da eine deutliche Sprache, denn man suchte die Kinder von damals 40 Jahre später wieder auf:

Kinder, die damals hatten warten können, waren inzwischen zu selbstbewussten, empathischen Persönlichkeiten gereift. Sie konnten mit Rückschlägen gut umgehen und waren in der Lage, eine Belohnung aufzuschieben, wenn es sie dafür ihren Zielen näher brachte. Die Sofortesser hingegen waren emotional instabiler, wechselhaft, weniger entschlossen und hatten in der Schule sogar schlechtere Noten – und das völlig unabhängig von ihrer Intelligenz.

Auch ich kämpfe natürlich immer wieder mit meinen Komfortzonen. Und ich weiß auch, wie anstrengend es sein kann, diese zu verlassen.

Mit 26 Jahren war ich Versicherungsvertreter, verdiente in drei Stunden am Tag genug Geld – und fühlte mich aber unzufrieden und intellektuell unterfordert. Ich wollte gern Psychologie studieren aber hatte kein Abitur.

Schmerz komm her! Vorher ziemlich locker gelebt. Dann Cäsars 2. Gallischen Krieg noch mal übersetzen, Infinitesimalrechnung, Pausenklingel, Klassenbucheintrag … es war sehr hart. Dann ein Jahr Wartezeit auf den Studienplatz. Danach sechs langweilige Studienjahre, bis ich mit 33 Jahren endlich dort war, wo ich hinwollte: meine eigene Praxis.

Aber Sie haben das auch schon erlebt.

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Was würden Sie gern tun, wenn Sie wüssten, dass Sie nicht scheitern könnten?

Schauen Sie mal auf Ihr Leben. Was Sie wirklich wollten, das haben Sie auch erreicht – trotz der Schmerzen, die damit verbunden waren. Sogar ohne das Tool hier.

Aber das Tool macht es leichter. Sie brauchen es jetzt nur noch mal ausprobieren bei etwas, was Sie bisher vermieden haben.

Was könnte das sein?

 

kommentar Wie kommen Sie aus Ihrer Komfortzone?

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Ich habe alle Methoden aus dem Buch „The Tools“ auf diesem Blog vorgestellt.
Hier die Links dazu: 2. Tool, 3. Tool, 4. Tool, 5. Tool.

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Bilder: © istock.com

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

18 Kommentare

  1. Hallo,
    freut mich, dass Ihnen das eBook gefällt.
    Zu Ihrer Frage: Es ist wichtig, das Ziel zu kennen, das Sie erreichen wollen. Also wollen Sie ein Buch schreiben oder auch damit fertig werden.
    Wenn Sie merken, dass das Problem beim Fertigwerden, dann genau den Moment nehmen, indem Sie Ausreden erfinden, sich mit anderem ablenken usw. Das dann ist genau der Schmerz, den Sie „begrüßen“ sollen.

    Viel Erfolg!

  2. Engelstrompete sagt

    Zuerst einmal danke für das kostenlose e-book von Ihnen Herr RKW bei Amazon. Einiges kannte ich ja schon, hier ist alles so schön beinand – Zum Nachschlagen und Nachleben….
    So. Das war das.
    Nun meine Frage, wenn Sie sie beantworten wollen….
    Tool ,,Loslassen des Schmerzes“. Kann oder muss ich bei der Formel dann den ,,entsprechenden Schmerz“ benennen? Akutes Beispiel: Seit ewigen Zeiten beginne ich immer wieder mit dem Schreiben ,,meines Lebens“ (sind schon einige Jährchen). Dann kommen 1000 andere Interessen…. und vor allem immer wieder eine andere ,,Einstellung“ dazu – inhaltlich wie auch mit dem ,,Schreibstil“.
    Vielen Dank für Ihre Antwort Herr Kopp-Wichmann.

  3. Die Komfortzone zu verlassen hat damit zu tun mit welcher Einstellung man sie verläßt. Wenn man Angst hat, verkrampft man sich und wird blockiert. Wenn man die Angst in Freude umwandeln kann, dann wird es ein Spiel.

    Ich glaube wir nehmen uns selbst zu wichtig und haben nicht erkannt, dass das Leben ein großes Theater und ein Spiel ist. Wir sind im Endeffekt alle nur ein zufälliges Stück der Natur, dass irgendwann endet. Deshalb sollte man aus jeden Tag versuchen einen schönen Tag zu machen. Nütze jeden Tag mit Schwung, dann bist Du mit 100 immer noch jung.

    Jeder sieht nur die schönen Blumen im Garten, aber keiner sieht den Spaten! (altes spanisches Sprichwort)

  4. Lieber Herr Kopp Wichmann,
    der Artikel über das Verlassen der Komfortzone ist richtig spannend. Danke.

    MfG S. Pape

  5. Pingback: Warum Sie den Schmerz erst bejahen müssen,statt ihn zu vermeiden « theolounge.de

  6. Manchmal muss man den Schmerz zulassen…aber die „Komfortzone“ ist die natürliche Lebensumgebung. Es sei denn, ich suche den Kampf – und bekomme so noch mehr Kämpfe.

    Gehe ich die Beispiele im Text an, so sage ich auf Anhieb, dass alle unter Zwang stehen. Die Frau mit der Hundeangst, hatte einen Auslöser…das kann schon die Prägung duch die Mutter/Vater sein, die eventuell schon Angst hatten vor Hunden und dies weitergaben. Es ist jetzt nicht die Sache der Frau, sich dem Hund zu stellen, sondern in einer aufdeckenden Hypnotherapie die Auslöser der Angst zu entfernen.
    Der Aussendienstler mit der Angst vor Kaltakquise sollte einfach einen anderen Beruf annehmen, anstatt sich weiterhin in seinem als ungangenehm empfundenen Job zu biegen. Er war selbst schuld, dass er in diese Situation geriet, als er den Anstellungsvertrag unterzeichnete.
    Tja und die arbeitende Mutter muss tatsächlich lernen – eventuell auch über klinische Hypnose – Nein zu sagen um nicht aufgerieben zu werden.

    Allen aber ist eins gemeinsam: Sie müssen nicht im Schmerz baden. Sich nicht den Triggern ihrer Not ausliefern, sondern intelligent abwägen, was zu tun sei, denn es ist nicht der Sinn des Lebens „sich seinen Schmerzen zu stellen!“

    Gruss Jochen Canz

  7. Ich ermutige mich immer mit dem Gedanken, dass das Verlassen der Komfortzone, dieselbe letztlich erweitert. Ich war von meinem 15. bis zu meinem 25. Lebensjahr essgestört. Erst als ich aufhörte wegzulaufen und gegen die Essstörung zu kämpfen, erzielte ich erste Erfolge. Stehenbleiben und zuhören, auch wenn es erst mal weh tut. Die Erfahrung aus eigener Kraft heraus – mit der Unterstützung anderer – wieder ganz gesund werden zu können, hat meine Komfortzone erheblich erweitert!

    Herzliche Grüße

    Simone Happel

  8. Pingback: Die Komfortzone verlassen …

  9. Mario sagt

    Hallo!

    Die Technik erinnert mich stark an diverse „alte“ Techniken, die mit Akzeptanz arbeiten – und es wird auch von der Wissenschaft wiederentdeckt. Ein Beispiel ist die Introvisionsberatung, die auch darauf setzt, den Schmerz nicht zu verdrängen sondern ihn solange akzeptierend zu fühlen bis er von selbst verschwindet : http://de.wikipedia.org/wiki/Introvision.

    Schön, dass dies alles nun auch „seriös“ erforscht wird 😉

  10. Karin sagt

    Super! Danke! Hilft tatsächlich!
    Nicht gegen die Unlust, unangenehme Arbeit angehen, kämpfen, sondern unmittelbar in den Schmerz oder die Angst vor der Arbeit hineingehen. Dann geht’s plötzlich ohne Widerstände.

    Habe mir das Hörbuch gekauft. Habe zwar ein wenig Schwierigkeiten mit den spirituellen Interpretationen, aber funktionieren tun die Tools.

  11. Heike Jackstädt-Fleck sagt

    Desensibilisierung sozusagen… Oder da wo die Komfortzone aufhört, fängt das Lernen an. Und das, wovor eine vorher graute, das bewältigt man jetzt mit Freude, nachdem man feststellt, es ist gar nicht so schlimm und es ist ein tolles Gefühl, wenn man es geschafft hat.

    Also ich hab die Woche meine Komfortzone verlassen und einen Teil meiner Ablage bewältigt. Ich bin froh, daß ich es geschafft habe, bin aber leider noch nicht so weit, daß ich diese Arbeit liebe. Aber der Berg ist etwas abgetragen und ich mache morgen weiter. Immerhin…

  12. Herbstblatt sagt

    Also, dieser Blog ist einer meiner Lieblinge :-).
    Jetzt geh ich Parkett verlegen, obwohl ich erstmal Komfortzonensurfen war.
    Danke für diese Tools, ich werde mir das Buch auch irgendwann besorgen, klingt sehr hilfreich. Das Dankbarkeitsexperiment hat mich schon letzte Woche emotional weit gebracht.

  13. Hallo Herr Simon,
    schön zu lesen, dass ein erfahrener Praktiker wie Sie ähnliche Wege gesucht und gefunden hat.
    Mace Energy kannte ich noch nicht aber mit den Geräten des Heart Math Institute habe ich viel gearbeitet (v.a. emwave). Auch mit der Freeze-Frame Methode habe ich experimentiert, kam aber nicht so gut damit zurecht.
    Den Tod als Ratgeber zu benutzen ist natürlich eine alte Technik, die man bei Castaneda aber auch im Tibetischen Buddhismus findet.

    Das Besondere an „The Tools“ finde ich die Verbindung eines fundierten konfliktdynamischen Verstehens menschlicher Probleme mit Mentalmethoden, die sich durch spirituelle Kräfte verstärken lassen. Die Hälfte meiner Klienten glaubt nicht an Letzteres aber die Tools wirken trotzdem erstaunlich.

    Danke für Ihren Kommentar.

  14. Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich habe mir die Tools schon vor längerer Zeit gekauft, nachdem eine Kollegin aus unserer Mace-Übungsgruppe das Buch vorgestellt hatte.

    Das Konzept mit dem Schmerz und in ihn hineingehen, verbinden, willkommen heissen und sich ausspucken lassen ist ähnlich dem Prinzip der Mace Energy Methode. Da wird der Stressvollste Moment entdeckt, eingefroren und man verbindet sich mit dem allerschlimmsten Moment. Aus diesem Gefühl heraus entsteht ein Bild, welches aufgelöst wird.

    So viel nur ganz knapp dazu. Die Wirkung ist phänomenal. Mit der hier beschriebenen Variante der Tools, die für die eigene Selbsthilfe leichter zu handeln ist, habe ich natürlich schon viel gearbeitet (auch mit den anderen Tools:) – aber die kommen ja noch und so will ich nicht vorgreifen.

    (was ich probiert habe ist die Freeze Frame Technik der Heart Math-Leute mit dem Tool aktive Liebe zu verbinden – Teilnehmer meiner Supervisionen waren begeistert)

    Im übrigen erinnert mich die Arbeit mit dem Schmerz und dem Tool den Tod als Ratgeber nutzen (Leben oder Tod) sehr an Castanedas 3. Band „Die Reise nach Ixtlan“. Da geht es ja darum ein Krieger zu werden und als ein solcher zu leben.

    Stutz und Michels haben dabei vielleicht nicht dran gedacht, aber mich erinnert es jedenfalls sehr positiv an die Mace Energy Methode und an Don Juan, den Yaqui Indianer

    Viel Erfolg weiterhin!

    Jedenfalls mag ich diese Werkzeuge.

  15. Im Buch steht nichts von einem buddhistischen Hintergrund. Die Techniken stammen ja alle von Phil Stutz, der durch etliche Krisen gegangen ist, und irgendwie diese Tools „fand“.
    Bin gespannt, wie Du das Buch findest.

  16. Ich habe mir das Buch jetzt auch bestellt. Eine Frage: Sind die Autoren eigentlich Buddhisten? Die Übungen erinnern mich stark an einige buddhistische Übungen wie etwa Tonglen, wo man sich auch Schmerz und Krankheit als dunkle Wolke vorstellt und sie dann transformiert.

  17. Wow, danke für diesen prächtigen, langen, jedoch sehr guten Artikel.

    Gerade heute hatte ich mit Schmerz zu ‚kämpfen‘ wobei es in meinem Fall um tatsächliche Fussschmerzen handelt (hat auch was mit meinem Achillessehneriss zu tun). Da ist mir dann ein witziger Spruch in den Sinn gekommen auf dem Weg zum Bahnhof:

    „Wenn Du denkst es geht nicht mehr. Fällt ein kleines bisschen mehr, gar nicht mehr so schwer.“ – Nate Dalliard

    So hab ich’s dann mit ziemlich starken Schmerzen zum Bahnhof geschafft. *lach* Dachte das passt irgendwie zum Artikel.

  18. Jonas P.W. Goebel sagt

    Schön, wenn altes Wissen so aufbereitet wird.

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