Wie führt man eine lange, glückliche Beziehung?

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Glück / Partnerschaft

Titel„Liebesbeweis aus dem Hirnscanner“ lautete die wenig romantische Überschrift einer Zeitungsmeldung, die mich zu diesem Beitrag anregte.

Darin berichtet eine Wissenschaftlerin, dass sie mittels Kernspintomographie die neuronalen Aktivitätsmuster von Paaren untersuchte, die im Schnitt zwanzig Jahre verheiratet waren und beteuerten, dass sie noch immer verliebt ineinander seien. Verglichen mit Hirnscans von frisch verliebten Paaren zeigte sich auch bei den Alt-Paaren beim Betrachten eines Bildes des Partners starke Aktivität im Nucleus caudatus!

Auf deutsch: im Gehirn wurde das Belohnungszentrum, das im übrigen auch beim Gebrauch von Kokain und Heroin „feuert“, stark aktiviert.

Nun, um zu beurteilen, wie Sie auf Ihren Partner reagieren, brauchen Sie nicht gleich einen Kernspintomographen. Es genügt, nur mal achtsam zu beobachten, was bei Ihnen innerlich abläuft, wenn Sie nach einem langen Arbeitstag zu Hause auf Ihren Partner treffen. Oder wenn Sie untertags unvermutet Ihr Partner anruft.

Registrieren Sie dann eher das Anfluten von dopaminergen Botenstoffen (Stichwort:  Heroin und Kokain) oder reagieren Sie eher mürrisch, gelangweilt, gereizt – oder gar nicht?

Betrachtet man die seit Jahren steigenden Scheidungszahlen oder schaut vergleichsweise mal in seinen Bekannten- und Freundeskreis, dann kann die Frage auftauchen: Woran liegt das?

Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik führt für das Gelingen oder Scheitern einer Beziehung schon mal handfeste soziologische Ursachen an:

  • Wurden die Eltern eines oder beider Partner geschieden, geht damit eine Erhöhung des eigenen Scheidungsrisikos einher.
  • War einer der Partner vorher bereits einmal geschieden, so erhöht dies das Scheidungsrisiko der folgenden Ehe.
  • Je jünger die Partner bei der Heirat sind, umso größer ist das Scheidungsrisiko.
  • Paare, die kirchlich getraut wurden, weisen ein geringeres Scheidungsrisiko auf.
  • Paare, die in Wohnorten mit weniger als 100.000 Einwohnern leben, weisen ein geringeres Scheidungsrisiko auf als die anderen Paare.
  • Paare, die während ihrer Ehe zumindest zeitweise in der Nachbarschaft von Eltern oder Schwiegereltern leben, weisen ein geringeres Scheidungsrisiko auf.
  • Paare, in denen beide Partner den gleichen Schulabschluss haben, weisen ein geringeres Scheidungsrisiko auf.
  • Je mehr die Partner zur Zeit ihrer Heirat gemeinsam in ihrer Freizeit unternahmen, umso geringer ist das Scheidungsrisiko.
  • Paare mit gemeinsamen Kindern haben ein geringeres Scheidungsrisiko als die anderen Paare.
  • Verglichen mit den anderen Paaren ist das Scheidungsrisiko geringer, wenn die Partner gemeinsames Wohneigentum besitzen.
  • Ehen, in denen die Männer eine Berufsausbildung oder einen Hochschulabschluss haben, unterliegen einem geringeren Scheidungsrisiko als Ehen von Männern ohne Berufsabschluss. Dagegen zeigt sich kein Zusammenhang zwischen der Berufsausbildung der Frauen und dem Scheidungsrisiko.
  • Ehen mit vollzeiterwerbstätigem Ehemann weisen ein geringeres Scheidungsrisiko auf als die anderen Ehen.

Wenn Sie also jetzt auf Nummer Sicher gehen wollen, brauchen Sie als Frau einen Partner, der noch nie geschieden wurde, den gleichen Schulabschluss wie Sie und einen Beruf hat aber nicht zu jung ist. Er sollte  bereit sein, sich kirchlich trauen zu lassen und mit Ihnen in eine Kleinstadt in die Nähe seiner oder Ihrer Eltern zu ziehen. Sie sollten sich dann Kinder und Wohneigentum anschaffen, beide Vollzeit arbeiten  und viel gemeinsam die Freizeit verbringen.

Nun ja, da bleibt man vielleicht lange zusammen aber vielleicht auch, weil man rund um die Uhr beschäftigt ist und für das Paarleben kaum Zeit bleibt.

Aus meiner persönlichen Eheerfahrung (fünfundzwanzig Jahre) und meiner beruflichen Arbeit als Paartherapeut will ich hier meine Antworten auf die Frage, die ja alle Paare interessiert, formulieren:

„Wie bleiben wir möglichst lange ein glückliches Paar?“

Es sind aus meiner Sicht sieben Herausforderungen:

  1. Sich zum Partner bekennen.
    Beziehung braucht Verbindlichkeit. Also ein freiwilliges Sich Einlassen auf diesen einen Menschen. Es braucht eine Entscheidung für diesen Menschen und eine Entscheidung gegen alle anderen Menschen oder Beschäftigungen, die diese Verbindlichkeit belasten können.
    Damit sind jetzt einerseits erotische Affären gemeint aber auch eine Überbetonung der Karriere, wo also jemand eigentlich mit seinem Beruf verheiratet ist.
    Wie dieses „Bekennen“ aussieht, ist individuell verschieden und muss das Paar für sich klären. Für die meisten ist es die Hochzeit und das Tragen von Ringen. Ich bin immer skeptisch, wenn Paare länger zusammenleben, vielleicht Kinder haben, aber diesen wichtigen Schritt mit rationalen Argumenten verweigern.
    Das Bekennen geschieht ja nicht im Kopf, sondern hat zwei Richtungen. Nach innen zum Partner und nach außen als soziales Ritual. Man zeigt der Gemeinschaft: „Seht alle her! Das ist der Mensch, den ich liebe.“
    Und natürlich ist es mit einem einmaligen Bekennen nicht getan. Es muss immer wieder empfunden und gezeigt werden.
  2. Seine Geschichte aufarbeiten.
    Ich glaube, die meisten Beziehungen scheitern nicht an mangelnder Liebe, sondern an den Hypotheken aus der Vergangenheit. Und diese Hypothek bringt jeder mit als seinen unbewussten Beitrag.
    So verstehe ich auch das statistische Phänomen, dass Kinder aus Ehen, wo die Eltern sich trennten, ein höheres Scheidungsrisiko haben. Man müsste ja denken, die wollen bestimmt das vermeiden, was sie als Kind meist schmerzlich erlebt haben.
    Aber es sind eben unbewusste Hypotheken. Da spielen hinein die Ehe der Eltern, das Männer- und Frauenbild, das man von zu Hause mitbekommt. Die eigene Geschwisterposition spielt eine große Rolle. Und vor allem, wie sehr man seinen Frieden mit seinen Eltern gemacht hat. Also, wie sehr auf der einen Seite die eigene Ablösung geglückt ist und gleichzeitig ein angemessener Kontakt mit den Eltern möglich ist.
    Ganz viele Partner sind eben in vielen Beziehungssituationen nicht erwachsen. Man projiziert zum Beispiel das Bild einer kontrollierenden, dominanten Mutter auf die eigene Ehefrau. Oder man hat Angst, sich einem Mann hinzugeben, weil man als Mädchen Mannsein mit Kälte, Distanz oder Gewalt erlebt hat.
    Die eigene Geschichte aufarbeiten geschieht am besten über viel Reflektieren, Bücherlesen oder eine gute Psychotherapie. Man ist nie ganz damit fertig aber man kann den Kopf immer länger aus dem Sumpf halten.
  3. Die Beziehung als Projekt betrachten.
    Ich wähle diese sachliche Bezeichnung, weil sie den meisten Menschen etwas deutlich klar macht. Wer etwas Großes erreichen will, muss eine Menge dafür tun.
    Wenn Sie ein Essenseinladung für zehn Personen planen oder einen gepflegten Garten haben möchten, wenn Sie eine individuelle Reise planen, dann investieren Sie eine Menge Zeit, Energie und Geld in dieses Projekt. Sie setzen sich nicht hin und denken „Muss irgendwie von alleine laufen.“
    Wenn in einem beruflichen Projekt Sie bei einem Kunden eine Irritation bemerken, denken Sie nicht: „Der soll sich mal nicht so anstellen!“ Sie gehen hin und versuchen, das Missverständnis auszuräumen. Wenn ein Projekt an die Wand zu fahren droht, denken Sie als Projektleiter nicht: „Da sind die anderen dran schuld!“ Sondern sie forschen nach, woran es fehlt. Unklare Ziele, zuwenig Einsatz, zuwenig Kommunikation?
    Eine intensive Partnerbeziehung – nicht das nebeneinanderher Leben in einer ehelichen Wohngemeinschaft – ist ein Riesenprojekt.
    Das klingt jetzt vielleicht anstrengender als es gemeint ist. Wichtig ist die innere Einstellung. Viele denken ja wie Alfred Tetzlaff: „Bei der Hochzeit hab ich dir gesagt, dass ich dich liebe. Das giltet jetzt für die nächsten dreißig Jahre.“
  4. Auf Gleichberechtigung achten.
    Dazu gehört einerseits ein gleichberechtigtes Geben und Nehmen. Eine Beziehung, in der einer nur gibt oder einer nur nimmt, ist meist zum Scheitern verurteilt. Die Frau, die arbeitet und lange Jahre das Studium ihres Partners finanziert, wird oft am Ende verlassen. Warum? Weil der Mann unbewusst spürt, dass er soviel bekommen hat, dass er das nie wiedergutmachen kann – und lieber in eine unbelastete Beziehung flüchtet.
    Der sprichwörtliche Streitpunkt, wer den Mülleimer runterbringt, ist ja kein sachlicher. Es geht dabei mehr um die Anerkennung des Mannes, was seine Partnerin im Haushalt schon alles macht.
    Gleichberechtigung zeigt sich aber auch bei den Finanzen. Wenn einem Partner das gemeinsam bewohnte Haus allein gehört, das mit der Arbeitsleistung beider abgezahlt wird, ist das ein Thema. Wenn beide getrennte Konten haben und keiner so recht weiß, was der andere verdient, zeigen sich hier die Grenzen der Gleichberechtigung und vielleicht auch das mangelnde Vertrauen.
    Ob Ihre Beziehung gleichberechtigt, finden Sie am besten mit Ihrem Partner heraus. Am besten in Form eines Zwiegesprächs, denn das Thema ist bei vielen Paaren konfliktbeladen. Hier eine Anleitung.
  5. Nähe und Sexualität lebendig halten. Titel
    „Overworked and underfucked“ ist ein treffender Ausdruck für die Situation vieler Paare. Wenn der Mann viel arbeitet und die Frau Familie und Haushalt managt. Wenn beide arbeiten und abends um zwanzig Uhr nach Hause kommen.
    Nähe entsteht nicht auf Knopfdruck, weil man gerade mal eine halbe Stunde Zeit hat. Sexualität ist ein guter Gradmesser für die innere Bezogenheit der Partner zueinander. Wenn er nicht „kann“ oder sie nicht „will“, sind das meist Signale über den Zustand der Beziehung.
    Wie hält man die Beziehung lebendig?
    So wie man ein Projekt am Laufen hält. Durch Engagement und Einsatz. Konkret: Paare brauchen Zeit zu zweit. Ohne Kinder, ohne Freunde, ohne Eltern. Das kann ein Abend in der Woche sein. Oder ein halber Tag am Wochenende. Zeit, wo Sie sich begegnen können – und möglichst etwas tun, was Ihnen beiden gut tut.
  6. Beherzigen Sie die 5-zu-1-Regel.
    Der Paarforscher John Gottman hat etwas sehr Wichtiges herausgefunden, was glückliche Langzeitpaare anders machen als Paare, die sich trennten:
  7. Glückliche Paare geben sich 5 mal mehr positive Botschaften (Fragen stellen, Zuwendung, Berührung, Bestätigung) als negative Botschaften (Ärger, Zurückweisung, Feindseligkeit, Mauern).
    Das Verhältnis ist also nicht „Eins zu eins“. Das heißt, wenn Sie Ihren Partner verletzt oder verärgert haben, genügt eine positive Botschaft nicht.  Sie brauchen fünf.
    Mein Vorschlag: probieren Sie es aus. Nur für eine Woche. Und testen Sie, ob es einen Unterschied in Ihrer Beziehung macht und darin, wie Sie sich in Ihrer Beziehung fühlen.

  8. Einen gemeinsamen Sinn für die Beziehung finden. Titel
    Für die meisten Menschen sind das gemeinsame Kinder. Obwohl Kinder viel Geld kosten, endlose Mühen und Sorgen machen, ist das für die meisten Menschen so.Vielleicht weil Kinder einem deutlich machen, dass das Leben begrenzt ist. Dass wir dieses Leben verlassen werden – und in den Kindern etwas von uns bleibt. Kinder machen auch deutlich, dass das Leben ein unendlicher Strom ist und wir ein Teil davon sind – für eine begrenzte Zeit.
    Gemeinsam das Haus abzuzahlen oder dass beide ihre Karriere verfolgen, glaube ich, reicht nicht als Sinn für eine Beziehung. Das ist dann mehr ein gut funktionierendes Arbeitsteam.
    Einen gemeinsamen Sinn für die Beziehung finden ist die Antwort auf die Frage: „Warum sind gerade wir beide zusammen?“
    Wie nähert man sich dieser Antwort?
    Indem Sie Ihr Leben vom Ende betrachten und darauf schauen, was Sie mit Freude, Zufriedenheit und Stolz erfüllt, was Sie gemeinsam in Ihrer Beziehung und Ihrem gemeinsamen Leben geschaffen und ermöglicht haben.
    Das können Kinder sein. Das kann die gegenseitige Hilfe sein, das jeweilige Potenzial zu entwickeln. Das kann eine gemeinsam gelebte Spiritualität sein. Finden Sie Ihre Antworten.

PS: Wenn Sie ein Beziehungsproblem mit mir bearbeiten möchten, empfehle ich Ihnen mein neues Partner-Beziehungs-Seminar

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Was sind Ihre Tipps für eine gute Beziehung?

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Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

35 Kommentare

  1. Alex sagt

    Sehr interessanter Beitrag, hat mir in einigen Punkten sehr weitergeholfen.

  2. Gute Zusammenfassung aller wichtigen Punkte um eine Glückliche Beziehung zu führen. Die wichtigsten „rationalen“ Punkte für eine Gute Beziehung sind meines Erachtens Folgende:

    – Das gleiche Bildungsniveau

    – Lebenseinstellungen in etwa Deckungsgleich

    – Altersmäßig recht zusammenliegend

    – Gleicher Kleidungsstyle

    – Charakter ähnlich

    – Psychische stabilität

    – gleiche Einstellung bezüglich Arbeit

    Je mehr Punkte ein Paar erfüllt umso größer ist die Chance eine lange Beziehung zu führen

  3. Nadin sagt

    Danke für diesen tollen Artikel !
    Ich finde die Tipps sind sehr hilfreich, vor Allem der Tipp mit dem gemeinsamen Sinn für die Beziehung finden. Denn das war mir bis dato noch gar nicht richtig bewusst. Der Punkt fördert definitiv eine Beziehung !
    Meine persönlichen Tipps für eine Glückliche Beziehung sind zum einem, immer Rücksicht nehmen und zum anderen keine Geheimnisse voreinander haben ! Danke für diesen tollen Artikel und mach auf jeden fall weiter so!

  4. Eine glückliche Beziehung sieht für mich so aus, dass jeder seine Freiheiten hat, aber dennoch weiß wo die Grenzen liegen. Dass man immer mit dem anderen über seine Probleme reden kann und selbstverständlich auch vereinzelt Momente in denen man eifersüchtig ist. Aber jedoch nicht „übertrieben“ eifersüchtig. Ich finde die Mischung aus allem machts im Endeffekt 🙂

  5. Thomas sagt

    Hallo,
    Da ich gerade (mal wieder) eine negative Erfahrung machen mußte, bin ich beim Stöbern über Beziehungen auf diesen Artikel gestoßen.
    Hört sich alles sehr logisch und schlüssig an und kann ich durchaus nachvollziehen. Eigentlich bin ich sogar der Meinung, daß die meisten Punkte nicht wirklich erklärungsbedürftig sind – weil einfach selbstverständlich.
    Und genau da komme ich zu meinem Problem: Ich muß beobachten, daß die Männer, die bereits so leben (Sei es, daß sie es irgendwann einmal gelernt haben; sei es, daß sie von Natur aus diese Denkweise besitzen) immer die Benachteiligten in der Partnersuche sind. Sie haben viele gute weibliche Bekannte, welche auch nur Gutes über sie zu berichten wissen, aber sie sind ewige Singles. Nicht, weil sie es nicht möchten, sondern weil sie prinzipiell in die „friendzone“ geschoben werden. Die Partner dieser Frauen sind dann meist Machos und A……….
    Ich kann diese Partnerwahl nicht nachempfinden. Und vor allem kann ich mich selbst nicht in diese Richtung verändern, weil dies meiner innersten Einstellung zum Leben und zur Liebe total widerspricht.
    Ich hab mich mal in meinem Bekanntenkreis umgesehen und mußte mit Erschrecken feststellen, daß die Beziehungen/Ehen, welche auf diese Weise geführt werden, tatsächlich länger halten, obwohl einer der Partner, meist der weibliche, von einer dauerhaften Hölle redet.
    Woher kommt so etwas?
    Ich habe es mir inzwischen fast abgeschminkt, noch eine passende Partnerin zu finden. Aber interessieren würde mich dieses Phänomen immer noch.

    Thomas

  6. Interessanter Artikel. Es ist definitiv ein Unterschied, ob man lange zusammen ist oder lange zusammen glücklich ist. Das Kinder, gemeinsames Eigentum etc. eine Ehe unter Umständen verlängern hat wohl leider häufig eher pragmatische Gründe. Geschichte / Altlasten aufarbeiten ist ein sehr wichtiger Punkt. Aber auch, immer an der Beziehung zu arbeiten. Sich zu verlieben ist eigentlich leicht, verliebt zu bleiben nicht. Ein Patentrezept gibt es dafür m. E. nicht. Es muss einfach passen…

  7. Eine ange glückliche Beziehung über viele Jahre gelingt nur mit der/dem Richtigen. Den zu finden ist schwer. Aber alles andere kommt von selbst. Bindet euch nicht zu schnell, wenn der/die Richtige kommt, werdet ihr es merken, bald zusammen ziehen, verheiratet sein und Kinder bekommen. Das geschieht einfach so, ohne großes Gerede und es ist egal was die anderen sagen.

  8. Echt interessante Sichtweise einer Beziehung. Jeder der eine glückliche funktionierende Beziehung haben möchte muss sich immer bewusst sein das dies keinesfalls selbstverständlich ist. Eine Beziehung muss immer gepflegt und wieder neu aufgebaut werden. Es bringt nichts wenn man erst dann anfängt um seine Partnerin zu kämpfen wenn die Beziehung bereits gescheitert ist. Schließlich ist es viel schwerer eine Ex Partnerin wieder zurück zu erobern als seine Partnerin während einer wirklich intakten Beziehung zu halten. Die Partnerin muss immer wieder spüren können das sie noch immer begehrt wird. Nur so kann sie sich auch wirklich glücklich fühlen.

  9. Interessanter Artikel. Eine Beziehung als „Projekt“ zu sehen finde ich eigentlich einen ganz guten Ansatz. Man kann sich ja beispielweise Meilensteine und Ziele setzten, wie den ersten gemeinsamen Urlaub oder das Zusammenziehen und das Erreichen dann auch dementsprechend feiern. Eine Beziehung benötigt auf jeden Fall viel Arbeit, keine Frage.

  10. Hallo Herr Wichmann,

    ein sehr informativer und bewegender Beitrag. Auch ich kann noch hinzufügen, dass Distanz Nähe schafft und dass Paare, die nicht ständig aufeinander „hocken“ sich stärker lieben und die Anziehungskraft steigt.

    Ansonsten kann ich Ihnen in allen Punkten zustimmen. Ein wirklich guter Beitrag.

    Viele Grüße,
    Benjamin Bäumler

  11. Hallo Alina,
    ja die Verbindung zwischen biochemischen Prozessen und dem menschlichen Erleben ist spannend und verblüfft mich auch immer wieder. Zum Glück ist es keine Einbahnstraße. Will heißen: wer zu wenig Serotonin hat, kann depressiv werden. Das kann man dann mit Antidepressiva behandeln. Andererseits wer sich mit zu wenig Serotonin verliebt – auch das gibt es – bildet plötzlich ein deutliches Plus dieses wichtigen Botenstoffes. Dasselbe gilt für Ausdauersport.

    Danke für Ihren Kommentar.

  12. Alina sagt

    Sehr toller und interessanter Beitrag.
    Das ist natürlich ein Thema, über welches man endlos Bücher schreiben kann, was natürlich auch zu Genüge getan worden ist und immer noch wird. Ich finde es auch sehr spannend mal zu sehen, wie etwas so emotionales wie Liebe und Partnerschaft auf irgendwelche biochemischen Prozesse in unserem Gehirn zurückzuführen zu sein scheint und damit so wissenschaftlich und berechenbar gemacht wird. Regt definitiv zum Nachdenken an.

    Was die Auflistung der vielen Gründe für das Scheitern einer soliden und glücklichen Beziehung angeht, so steh ich der doch eher skeptisch gegenüber. Es ist zwar interessant, mal die statistischen Belege zu sehen, doch sollte man diese Zahlen meine Meinung nach nicht zu ernst nehmen, denn letztendlich ist und bleibt eine langanhaltende Beziehung ein sehr emotionales Gebilde, das viel Aufmerksamkeit und Pflege benötigt, ich spreche da aus Erfahrung ;-).

  13. Tja, meine Tipps für eine gute Beziehung? Ich dachte mal Vertrauen, aber in der Hinsicht wurde ich eher enttäuscht…ich wünschte ich hätte welche… meinen Sie es ist Ratsam sich so ein Ratgeber (http://www.beziehung-retten.info/ oder ähnliche Vertreter) zu kaufen? Oder stehen da nur Bauernweisheiten drin? :-/

  14. Hallo Nici,
    das Buch habe ich gelesen. Nach einem Jahr wollten aber beide das Geschenk nicht fortsetzen. Wie meistens bei Träumen, ist die Sehnsucht leichter zu ertragen als die Erfüllung.

    Danke für Ihren Kommentar.

  15. Hallo,

    ich habe mal von einer Amerikanerin gelesen, die folgendes Experiment durchgeführt hat:
    Sie hatte sich, zusammen mit Ihrem Mann, für ein Jahr vorgenommen, jeden Tag Sex zu haben.
    Das muss wohl recht gut funktioniert haben – ob das jetzt wirklich für eine lange Beziehung über Jahre hinweg das Richtige ist, bezweifle ich .. aber Abwechslung, den Alltag nicht immer dominieren lassen sind sicher wichtig. Und für entscheidend halte ich auch Ihren Punkt 3: Die Beziehung ist eine Art Projekt, etwas Langfristiges, Großes was man aber mit gewissen Spielregeln erfolgreich durchführen kann.

    Bye, Nici

  16. Erika Fromma sagt

    Ich kann nur sagen: keine „Mischehe“ eingehen ( etwa zwischen Freikirche und Ev. Kirche – denn da vermischt sich nichts, sondern wird vereinnahmt und ausgemerzt) mehr dazu bei http://www.chrismon.de im Freundschaftsforum

  17. Pingback: Wie führt man eine glückliche, lange Beziehung ? «

  18. Pingback: Total knorke

  19. Noch ein paar Gedanken zum Gelingen:
    – Mindestens 1 x die Woche zusammen herzhaft über was lachen.

    – und: miteinander reden (Schulz von Thun lässt grüßen…) und mit wirklichem Interesse zuhören. Intensiver und ehrlicher Austausch über das, was einen bewegt oder stört oder betrübt, erfordert Mut. Eigene Erfahrung inbegriffen wird sonst häufig ein Berg des Ungesagten draus – der die ‚Parteien‘ völlig verstummen lässt (mit den bekannten Folgen: Totstellreflex, Angriff oder Flucht….)

    – Generalisierungen vermeiden.
    Zu Familienzeiten ( 2 mittlerweile erwachsene Söhne) wurden pragmatisch schon mal die Wörter: alle(s), immer, nie gestrichen – oder halt extra als Running Gag benutzt. Schützt vor der Wut, die mann/frau kriegt, wenn der/die andere anfängt zu generalisieren: alles muss ich alleine machen…. immer kommst du zu spät….. nie rufst du mal als erster an…

  20. Hallo Frau Renger,
    freut mich sehr, dass Ihnen mein Blog so gefällt. Danke für Ihr Interesse – und weiterhin viel Spass beim lesen.

  21. Y. Renger sagt

    Sehr geehrter Herr Wichmann,

    seit geraumer Zeit erhalte ich nun schon ihren Persönlichkeits-Blog. Und nicht nur, dass ich schon immer gespannt darauf warte, nein – jedes Mal überraschen sowohl das Thema als auch die „gründliche“, fundierte Auseinandersetzung damit. Will sagen, mir gefällt sehr gut, was Sie da schreiben und es überzeugt mich. (Eben weil Sie keine Dogmen oder Selbsthilfestrategien postulieren, sondern Themen von allen Seiten mit eigenem Abstand beleuchten.)

  22. Hallo Uwe,
    Geld kann für einen Menschen für vieles stehen, d.h. es eignet sich gut als Projektionsfläche. Oft steht es für Macht, Status und Unabhängigkeit bzw. deren Gegenteil. Da dies in einer Beziehung auch Themen sind, spielen finanzielle Dinge in Partnerschaften zuweilen eine große Rolle bzw. wird viel darüber gestritten.
    Was Männer zum Beispiel schlecht vertragen, ist, wenn die Partnerin mehr verdient. Weil dies vom Mann als Verlust von Macht und Status interpretiert werden kann und da sind wir Männer empfindlich, da es oft Teil unserer Identität ist.

    Danke für Ihren Kommentar.

  23. Uwe sagt

    Lieber Herr Kopp-Wichmann,

    ich finde Ihre Artikel ganz hervorragend! Auch die Kommentare der anderen Leser finde ich sehr interessant.

    Ich möchte gern folgendes anmerken:

    zu 3. Die Beziehung als Projekt betrachten
    Auch wenn das unromantisch ist, finde ich, dass das ein sehr guter Vergleich ist. Insbesondere für ehrgeizige Menschen, denn keiner will, dass sein Projekt scheitert und ist allein schon deshalb bereit, dafür zu arbeiten…

    zu 4. Auf Gleichberechtigung achten
    Zu Ihrem genannten Beispiel mit dem Studenten möchte ich, aus eigener Erfahrung und aus vielen Beobachtungen heraus, folgendes bemerken: mir ist aufgefallen, dass sich berufliche, insbesondere finanzielle Veränderungen eines Partners sehr oft negativ auf die Partnerschaft auswirken, auch wenn gar keine Abhängigkeit besteht. Es scheint mir, als ob sich automatisch an solchen Wendepunkten die Ansprüche ändern und vieles in Frage gestellt wird…

    Es wäre interessant, wenn es dafür eine Erklärung gäbe.

  24. Manfred sagt

    Zum Ansatz von Stefanie:

    M. E. trifft dies die Konstellation, in der die Partnerin ihrerseits ihre bisherige Rolle – nämlich die der sorgenden Mutter – verlässt. Auf „die Idee zu kommen, doch auch einmal etwas zurück bekommen zu wollen“, bedeutet doch auch, dass sie ihre Ansprüche als Frau in der Partnerschaft geltend machen will. Allerdings ist der Mann dann womöglich noch allzusehr „Sohn“, mag er finanziell auch auf eigenen Füßen stehen können. Teils wird der „Sohn“ dann zu faul oder unreif sein, sich umzustellen. Teils wird er den Wunsch der Partnerin als schroffe Ablehnung fehlinterpretieren. Bisweilen mag er sich überfordert fühlen. Letztlich ist die Lösung eine Frage des Wollens. Auch unter diesem Aspekt kann die Beziehung aber scheitern, keine Frage.

  25. Also zum Ansatz von Manfred muss ich mich auch noch mal äußern. Es gibt noch eine andere Variante warum es in dem Fall, dass die Frau den Mann finanziert, zur Trennung kommt. Nämlich an dem Punkt, wenn der Mann eines Tages soweit ist, sein Leben selbst auf die Reihe zu bringen, das aber nicht tut, da es ja bequemer ist, sich „aushalten“ zu lassen und die Frau irgendwann auf die Idee kommt, doch auch einmal etwas zurück bekommen zu wollen. Dann scheitert eine Beziehung denke ich ebenso oft.

    Und zum Thema, Paare, die Wohneigentum besitzen, lassen sich seltener scheiden, muss ich sagen, dass da wohl weniger die Liebe in der Partnerschaft eine Rolle spielt, sondern man vielmehr davon ausgehen muss, dass man aus rationellen Gründen zusammen bleibt, einfach weil man das Haus z. B. nicht aufgeben will.

  26. Hallo Manfred,
    die von Dir skizzierte Situation kann natürlich auch passieren. Das Gemeinsame ist, dass durch das einseitige Geben bzw. Nehmen ein starkes Ungleichgewicht also eine Beziehungsgefälle entstehen kann, das zu einer Trennung führen kann.

  27. Manfred sagt

    „Die Frau, die arbeitet und lange Jahre das Studium ihres Partners finanziert, wird oft am Ende verlassen. Warum? Weil der Mann unbewusst spürt, dass er soviel bekommen hat, dass er das nie wiedergutmachen kann – und lieber in eine unbelastete Beziehung flüchtet…“

    …so steht es oben unter Punkt 4.

    Eine andere Antwort kann meines Erachtens aber auch sein:

    In den Jahren des Finanziertwerdens hat der Studierende sich subjektiv nicht als Mann gefühlt, sondern wie ein Junge, wie ein Schüler, wie ein Kind: eher als ein Versorgungsfall. Das war bequem, aber die Sohnrolle wurde womöglich weiter profiliert. Ungerechterweise taucht dann später jemand auf, der ihm sagt: „Versorge mich, sei ein Mann.“

    Freundliche Grüße
    Manfred

  28. Chapeau! 🙂
    Wunderbare Zusammenfassung, ihr letzter Satz, dass die (Lebens)kunst – eben und eigentlich ein Leben lang – darin besteht, die Balance zwischen Frei-sein-wollen und Verbunden-leben-wollen ‚hinzukriegen‘. Herzliche Grüße – Maria Ast

  29. Hallo Marcell,
    meine Erfahrung ist, dass Menschen mit Hilfe einer Metapher etwas besser verstehen. Da ich viele Paare aus dem Wirtschaftsleben berate, ist das Bild „Ehe als Projekt“ für viele sehr einsichtig. Natürlich ist jedes andere Bild genauso gut (Beziehung bedeutet Arbeit, ist eine Aufgabe, ein gemeinsames Ziel etc.) genauso gut, vorausgesetzt, das Paar versteht sie in seinem Bezugsrahmen.

    Freut mich, dass Ihnen mein Blog so gut gefällt – und danke für Ihren Kommentar.

  30. Da es ja immer wieder einmal vorkommen kann, dass man in seiner Beziehung oder gar in seiner Ehe ein paar Schwierigkeiten hat, finde ich diesen Blog sehr gut. Er hat sehr viele gute und auch sehr informative Inhalte zu bieten. Allerdings bin ich nicht mit allen Punkten einverstanden. So denke ich, dass der dritte Punkt etwas schwierig ist. Denn eine Beziehung sehe ich nicht als Projekt. Aber ich möchte nicht ausschließen, dass es bei manchen funktioniert. Der Rest ist wirklich klasse gelungen.

  31. Liebe Frau Ast,
    herzlichen Dank für Ihren klugen, l(i)ebenserfahrenen Kommentar und Ihr Glückwünsche.

    Bei der Sexualität stimmt vermutlich beides. Sie beobachten die zu große Nähe, bei den Paaren sehe ich häufiger zu wenig Nähe und Intimität. Wenn ein Paar an einem Pol steckenbleibt, ist das schlecht für die Erotik. Die Kunst ist, die Balance hinzukriegen zwischen Verbundenheit und Autonomie.

  32. Lieber Herr Kopp-Wichmann,
    hier einige weitere Denkanstöße zum Thema, das mich als Coach und selbst auch dauerhaft begleitet.

    Mir selber war lange Zeit nicht klar, dass ich (unbewusst und deshalb unreflektiert) den Anspruch hegte: Partnerschaft müsse in einem ununterbrochener Strom von Verliebtheit münden, etwas in dem Sinne: ein Verliebtheitsperlentag reiht sich an den nächsten, bis wir irgendwann im hohen Alter auf eine ganze Perlenkette von Verliebtheitstagen zurückblicken können und würden.

    DASS es mit so einem Gefühl anfängt, ist m.E. ein wichtiges Attribut für eine gelingende Partnerschaft/Ehe. Mann/Frau kann sich gemeinsam immer mal wieder vor Augen führen und sich gemeinsam an die „Anfangsglut“ erinnern.

    Hilfreich allerdings war auch, zu realisieren, dass Verliebtheit (leider) nur eine Anfangsphase ist – und mit Liebe nicht unbedingt schon was zu tun hat.
    Liebe hat, wie Sie schon in Ihrem Artikel schreiben, etwas mit Verbindlichkeit und Entschiedenheit zu tun – und der manchmal unbequemen Verpflichtung, die damit einhergeht.

    Beziehungstod folgt häufig, so erlebe ich es im privaten wie beruflichen Kontext oft, dass viele „nur“ den Kick der ersten Verliebtheitsphase wiederholen und wiederholen und wiederholen , entweder, weil sie
    a) tatsächlich glauben, sie würden die- oder denjenigen nicht mehr ‚lieben‘, sobald das Verliebtheitsgefühl sich aus dem Staube macht, oder
    b) weil sie nicht willens oder nicht in der Lage sind (weil sie es nicht gelernt haben, schon gar nicht in Schule, wo m.E. Beziehung zu sich selbst und anderen auf dem Lehrplan stehen sollte…) Beziehungs’arbeit‘ zu leisten. – (Ich wage mal Boris Becker als Beispiel zu nennen…)

    Ich stimme nicht nur in dieser Beziehung 🙂 mit Ihnen überein, dass Bewusstheit darüber, wie mann/frau selbst tickt, enorm viel dazu beiträgt, dass auch Beziehungen jedweder Art besser funktionieren – und dass Selbst-Bewusstsein Arbeit ist, die sich dann aber auch in be-glückenden Beziehungen niederschlägt.

    Katholisch erzogen, habe ich natürlich das Bild von der „heiligen Familie“ mit auf den Weg gekriegt – was ja immer noch in Politik und Kirche (alles Männer, haha, die meinen was dazu sagen zu können…) als hehres Ziel angestrebt wird. Und jede noch so dämliche Werbung suggeriert uns ja auch: Papa, Mama, 2 saubere Kinder, DAS ist der Garant auch für Beziehungsglück.
    Dieses Bild zu hinterfragen, dazu möchte ich ermutigen: Viele leben bereits andere Formen von „Familie“, die ebenso oder besser dazu beitragen, dass auch Partnerschaft besser gelingt.

    Ein Aspekt zum Thema Sexualität:
    „Wir leben nur noch Blümchensex“, klagte mal ein Kunde und war darob ziemlich verzweifelt. Er liebe seine Frau doch aufrichtig.
    Wie Hans Jellouschek, Paartherapeut, in seinen Büchern immer wieder betont: „Die meisten Ehen, Beziehungen gehen nicht an zu viel Distanz, sondern an zu viel Nähe kaputt.“ Darum: immer mal wieder was alleine machen, was fürs eigene ICH, anstatt immer nur was fürs WIR tun. Da ist mann/frau sich wieder ein bisschen fremd – was der Leidenschaft bekanntlich zugute kommen soll.

    Bei allem Sich-sehnen-nach-gemeinsamem-Glück, ich finde, es gibt auch eine Grenze, wo mann/frau erkennen muss: hier geht es tatsächlich nicht weiter; wenn ich hier bleibe, verrate ich mich selbst (prostituiere ich mich, wie es eine Kundin ausdrückte).
    Mann und Frau darf m.E. auch erkennen: meine Beweggründe zu heiraten/mich an diesen Menschen zu binden, waren völlig unreif (weil ich von zu Hause weg wollte, weil er viel Geld hatte, weil ich eigentlich eher einen Vater als einen Mann suchte….) und es ist besser sich zu trennen – mit all dem Schmerz, den man/frau selbst dabei erlebt und das Aushalten, dass man/frau jemand anderem damit auch Schmerzen bereitet.

    Aber, Sie wollten ja Tipps, WIE Beziehung funktionieren kann.
    Wunderbar ausgedrückt, wie Liebe funktionieren kann, hat es für mich Khalil Gibran in seinem Buch „Der Prophet“, wo er über die Ehe sagt:

    Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich,
    aber lasst jeden von euch alleine sein,
    so wie die Saiten einer Laute allein sind und
    doch von derselben Musik erzittern.

    Steht zusammen, doch nicht zu nah:
    Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
    und Eiche und Zypresse wachsen
    nicht im Schatten der anderen.

    Mit herzlichen Grüßen und nachträglich allen Guten Wünschen zu Ihrem runden Geburtstag.
    Maria Ast

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