Es ist besser auszubrennen als zu verblassen.

–Kurt Cobain

Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.

ausgepumpt photocase799293163 Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.

Leben wir wirklich in einer Burn-out-Gesellschaft?

Gewichtabnehmen, Bewegungsmangel, Scheidungsrisiko, Herzinfarkt. Verfolgt man die Titelgeschichten der großen Magazine, dann haben diese Top-Themen immer wieder Konjunktur. Seit ein paar Jahren gibt es was Neues: Burnout.

Allein dieses Jahr widmeten sich SPIEGEL, FOCUS und STERN diesem Problem. Miriam Meckel schrieb letztes Jahr sogar einen Bestseller über ihr Ausgebranntsein.

Sind wir tatsächlich die “Generation Burnout oder erschafft die vermeintliche Diagnose erst das Krankheitsbild?  So wie wir Deutschen ja auch im Schnitt 18 Mal pro Jahr zum Arzt gehen. Wohingegen Schweden nur dreimal, Amerikaner nur viermal pro Jahr.

Mein Blogger-Kollege Markus Väth unterscheidet zwischen zwei Arten von Burnout:

  1. Struktureller Burnout
    Hier bei wird Burnout nicht als Problem des einzelnen Menschen betrachtet. Seine Ursachen liegen tiefer: in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Strukturen. Dazu gehören der Glaube an Multitasking, Information-Overload und eine entsprechende Führung.
  2. Persönlicher Burnout
    Hier sind v.a. Einstellungen und Reaktionsmuster, die einen immer wieder in Überforderung enden lassen, verantwortlich. Jenseits der gegebenen Situation können solche inadequaten persönlichen Muster zum Burnout führen.

Für viele Führungskräfte ab dem mittleren Management sind Vierzehnstunden-Tage keine Ausnahme, sondern die Regel. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten stehen oder setzen sich viele Angestellte noch mehr unter Druck. Aus Angst, bei der nächsten Kündigungswelle entbehrlich geworden zu sein.

Dass zu lange Arbeitszeiten oder zusätzliches Arbeiten auf die Dauer nicht gesund ist, wissen die meisten. Denn Menschen brauchen, um gute Leistungen vollbringen zu können, Zeiten der Regeneration. Kein Bundesligatrainer würde seine Mannschaft jeden Tag ein Spiel absolvieren lassen, weil dies der sicherste Weg zum Leistungsabfall und Klassenabstieg wäre.

Die Anzeichen für einen Burnout werden oft übersehen oder verharmlost:

  • chronische Müdigkeit
  • Energiemangel
  • zunehmende Fehlzeiten
  • Konzentrationsstörungen
  • Aggressionen und Unruhe
  • ständige Kopf- und Rückenschmerzen

Ihr Burnout ist die Lösung. Was soll das heißen?

In meinen Persönlichkeitsseminaren und Coachings betrachte ich Probleme, die die Menschen schildern, nicht als die Ursache, sondern als die Lösung – für einen inneren Konflikt.

Diese Betrachtung verharmlost nicht, dass bestimmte Strukturen des modernen Arbeitslebens nicht gesund sein mögen. Aber nicht alle Mitarbeiter erkranken an einem Burnout. Auf deutsch: ein Burnout kommt nicht über Nacht. Er kommt auch nicht von außen.

Einen Burnout muss man sich hart erarbeiten.

jetzt buchen xs © Daniel Ernst Fotolia.com  Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.Viele andere Menschen leisten ja auch viel und achten dabei jedoch auf eine gute Work-Life-Balance: sie sorgen rechtzeitig für Zeiten der Erholung und Regeneration. Menschen, die burnout-gefährdet sind, können das schlecht. Auch wenn ihnen der Partner, der Chef oder der Hausarzt das immer mal wieder nahelegt. Sie tun es nicht.

Deshalb passiert ja vielen Menschen ein Burnout auch nicht nur einmal. Manche nehmen diesen Schuss vor den Bug ernst und ändern ihre Einstellung und ihr Verhalten. Aber die meisten spüren nach einer erfolgten Reha-Maßnahme wieder neue Kräfte – und machen gerade so weiter.

Denn die Probleme, wenn Sie einen Burnout erleiden – oder sich erarbeiten – liegen woanders. Es ist nicht vor allem der Arbeitsdruck, der Chef, die Finanzkrise usw. Das mögen wichtige Faktoren sein. Aber die Ursache ist nicht außen.

Die Ursache ist in Ihnen.

Diese Diagnose hört mancher nicht gern. Weil es viel leichter ist, die Schuld für den eigenen Zusammenbruch anderen oder den Umständen zuzuschieben. Der Nachteil dieser Sichtweise: Sie können vermutlich nichts daran ändern. Den Arbeitsdruck, Ihren Chef, die wirtschaftliche Umstände werden Sie nicht ändern, auch wenn Sie diesen die Schuld geben.

Wenn Sie jedoch es für möglich halten, dass die Ursache vor allem etwas mit Ihnen zu tun hat, mit Ihren Werten, Ihrer Einstellung, Ihren Verhaltensweisen, hat das einen enormen Vorteil: dann können Sie allein auch etwas daran ändern. (Dass an dieser Sichtweise viel dran ist, sehen Sie ja auch daran, dass nicht alle Ihre Kollegen einen Burnout bekommen, obwohl diese in der ähnlichen Situation sind).

Wie erarbeitet man sich einen burnout?

Aus meiner Erfahrung mit vielen Seminarteilnehmern geht das am besten so:

  1. Übertriebener Perfektionismus.
    In manchen Bereichen sind hundertprozentige Ergebnisse notwendig. Bei einer Operation, wenn jemand ein Flugzeug steuert, wenn der Restaurantkritiker das Lokal betritt.Doch für die meisten Bereiche des Lebens reichen achtzigprozentige Lösungen völlig aus. Das wird zwar nirgends laut gesagt aber es ist trotzdem so. Selbst die Bundesregierung erlässt Gesetze, die öfters nachgebessert werden müssen. Nach der Paretoregel brauchen sie aber für eine achtzigprozentige Lösung nur zwanzig Prozent der Zeit. Lesen Sie hier nach …

    Übertriebener Perfektionismus hat meist mit dem Gefühl, noch etwas beweisen zu müssen zu tun. Dass man klug ist, mithalten kann, Außerordentliches leisten kann, etwas wert ist etc. Letztlich hat es mit Unsicherheiten und unbewussten Ängsten zu tun.
    Lesen Sie hier …
  2. Die Verleugnung von Grenzen.
    Wir leben in einer Zeit, wo Grenzen keinen guten Ruf haben. “Geht nicht, gibt’s nicht!” oder “Nichts ist unmöglich!”sind Slogans, die wir oft hören und bei manchen Menschen zur inneren Richtschnur geworden sind.Doch alles hat Grenzen. Selbst das Universum soll ja nicht unendlich sein. Aber alles was auf der Erde existiert, hat Grenzen und Menschen allemal. Grenzen der Kraft, der Energie, der Zeit, der Lust, der Motivation.

    Menschen mit der Tendenz zu Burnout empfinden Signale auf eigene Grenzen nicht als nützliche Information oder Erlaubnis, sondern als Kränkung. Und versuchen zu zeigen, dass das für sie nicht stimmt. Selbst wenn der Körper dann nach Jahren Erschöpfungssymptome oder Verschleisssymptome zeigt, wird dies oft nicht als Hinweis auf eine gefährliche Überlastung verstanden, sondern als persönliches Versagen, das tapfer verschwiegen oder repariert werden muss.

  3. Ein mechanistisches Bild von sich selbst.
    Die Stärke von Vielarbeitern ist, dass sie jahrelang klaglos funktionieren. Wie eine Maschine. Wenn Maschinen Ausfälle zeigen oder kaputt gehen, werden sie repariert. Und die moderne Medizin kann ja tatsächlich heute vieles “reparieren”.Doch für wen sein Herz nur eine Pumpe, sein Knie nur ein Scharnier und seine Bandscheibe nur ein Knorpel ist, neigt dazu, diesen Teil des eigenen Körpers eben auch nur zu reparieren oder zu ersetzen, anstatt sich Gedanken zu machen, wie es dazu kam.

    “Funktionieren müssen” ist eine unbewusste Strategie, die man meist schon in der Kindheit entwickelt. In einem Elternhaus, in dem nur Leistung zählte, Beschwerden und Unlust als “Schwäche” oder “Gejammer” abgetan wurden. Da lernte man dann früh, hart zu sich selbst zu werden und alle “weichen” Gefühle zu unterdrücken. Für diese Entfremdung von sich selbst zahlt man jedoch irgendwann einen  hohen Preis.

  4. Probleme im Privatleben.
    Beruf und Privatleben beeinflussen sich gegenseitig. Zuviel Arbeit und dadurch Zeitmangel wirken sich als fehlende Zeit für die Partnerschaft und die Familie aus. Umgekehrt kann ein glückliches Privatleben der Anlass sein, seine Werte bezüglich Leistungsbereitschaft und Überstunden zu überdenken.Bei vielen Menschen mit Neigung zum Burnout gibt es Probleme im Privaten. Ungelöste Konflikte in der Partnerschaft bezüglich Aufgabenteilung, gegenseitigem Respekt oder Sexualität sind die wichtigsten.

    Doch das Symptom ist die Lösung.Wer viel arbeitet und Überstunden sich heranzieht anstatt sie zu verweigern, kommt spät nach Hause. Dann schläft der Partner schon oder man ist zu müde für Zärtlichkeit oder eine notwendige Auseinandersetzung.

    Am Wochenende wäre theoretisch Zeit, doch wer beim Samstagmorgen-Frühstück mit einem Auge auf den Blackberry schielt, zeigt, wie sehr er sich bereits aus der Familie verabschiedet hat. Aber den herangezogenen Gründen (“Wichtige Präsentation am Montagmorgen!”) wird eine höhere Priorität eingeräumt als die eigene Präsenz in der Beziehung.

  5. Geringes Selbstwertgefühl.
    Menschen, die aufgrund vieler Beziehungserfahrungen in ihrem Leben innerlich überzeugt sind, dass sie wertvoll und liebenswert sind, können sich gegen zu belastendende Arbeitsbedingungen rechtzeitig wehren.Sie können sich abgrenzen, indem sie öfters “nein” sagen. Konflikte können sie angemessen ansprechen und klären. Wenn die Konflikte nicht lösbar sind, können sie dies akzeptieren oder sich auch einen anderen Arbeitsplatz suchen.

    Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl haben diese inneren Freiraum oft nicht. Sie glauben unbewusst, sich Anerkennung, Sympathie und Zuneigung verdienen zu müssen. Als Folge können sie schlecht mit Bitten oder Forderungen von anderen umgehen.

    Sie neigen dazu, sich ausnutzen zu lassen. Vor Konflikten haben Sie Angst und versuchen eher, durch Wohlverhalten und Nettsein Konflikte gar nicht aufkommen zu lassen.

  6. Der Glaube, dass man Leben nachholen könne.vater kind istock 000004421554xsmall 300x250 Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.
    Das Leben findet immer nur in der Gegenwart statt.Wer glaubt, dass das Glück am Wochenende auf ihn wartet, wird vermutlich enttäuscht werden.

    Wer glaubt, dass ein ausgefüllter Terminkalender schon ein erfülltes Leben bedeutet, irrt. Wer glaubt, dass wenn er mit fünfzig finanziell unabhängig ist, dann zufrieden sein wird, geht eine riskante Wette ein. Wer zwanzig Jahre an seiner Gesundheit Raubbau betrieben hat, kann das selten wieder in Ordnung bringen.

    Die Zeit, die Sie im Büro sitzen, können Sie nicht nachholen. Ihre Kinder wachsen in der Zeit heran und warten nicht auf Sie. Ihr Partner wird älter, Sie werden älter. Dass man im Leben etwas nachholen könne, ist eine der größten kollektiven Irrtümer westlicher Gesellschaften. “Jetzt kaufen, später bezahlen” mag noch angehen. Das Motto “Jetzt arbeiten, später leben!” geht nicht auf.

Um Missverständnissen vorzubeugen: ich habe nichts gegen eine verstärkte Anstrengung für eine begrenzte Zeit, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Wenn aber hinter der Ziellinie schon das nächste Ziel wartet, sollte man aufpassen. Ich unterschätze auch nicht die Bedeutung von hohem Leistungsdruck, einem vielleicht drohenden Arbeitsplatzabbau oder schwierigen Kollegen oder einem tyrannischen Chef.

Doch es kommt immer auch darauf an, wie man solche Schwierigkeiten wahrnimmt, interpretiert und welche Handlungsmöglichkeiten man für sich sieht und entwickelt.

Was können Sie tun?

Die schlechte Nachricht zuerst: es gibt keine schnellen Tipps gegen Burnout-Gefährdung. Zwar gibt es jede Menge Bücher, die genau das versprechen. Aber ich glaube nicht an die Wirksamkeit von schnellen Rezepten (außer beim Kochen). Die Tipps sind zwar gut und hilfreich. Aber an der Umsetzung hapert es meist.

Glauben Sie nicht? Also gut. Ich gebe Ihnen hier kostenlos meinen besten Tipp für Workaholics und Burnout-Aspiranten. Er lautet:

“Gehen Sie zwei Wochen lang jeden
Tag eine halbe Stunde allein spazieren.”

Die gute Nachricht: Wenn Sie sich  mit den Ursachen auseinandersetzen, können Sie Ihre Probleme auch lösen. Ganz sicher. Wenn Sie nur anderen oder den Umständen die Schuld geben oder an den Symptomen herumdoktern, werden Sie nichts ändern. Ganz sicher.

burnout xs MS Fotodesign Fotolia Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.Sind Sie burnout-gefährdet?
Prüfen Sie es hier nach.

Bitte beantworten Sie nach Ihrem ersten Impuls, bleiben Sie bei Ihrem Gefühl – seien Sie ehrlich mit sich selbst.

  1. Ich habe allgemein zuviel Stress in meinem Leben.
  2. Durch meine Arbeit muss ich auf private Kontakte und Freizeitaktivitaten fast völlig verzichten.
  3. Auf meinen Schultern lastet zu viel.
  4. Ich leide an chronischer Müdigkeit.
  5. Ich habe das Interesse an meiner Arbeit verloren.
  6. Ich handle manchmal, so als wre ich eine Maschine. Ich bin mir selbst fremd.
  7. Früher habe ich mich um meine Mitarbeiter und Kunden gekümmert, heute interessieren sie mich kaum noch.
  8. Ich mache zynische Bemerkungen über Kunden/Mitarbeiter/das Unternehmen.
  9. Wenn ich morgens aufstehe und an meine Arbeit denke, bin ich gleich wieder müde und antriebslos.
  10. Ich fühle mich machtlos, meine Arbeitssituation zu verändern.
  11. Ich bekomme zu wenig Anerkennung, für das was ich leiste.
  12. Auf meine Kollegen und Mitarbeiter kann ich mich nicht verlassen, ich arbeite über weite Bereiche für mich allein.
  13. Durch meine Arbeit bin ich emotional ausgehöhlt.
  14. Ich bin oft krank, anfällig für körperliche Krankheiten, bzw. Schmerzen.
  15. Ich schlafe schlecht, besonders vor Beginn einer neuen Arbeitsperiode.
  16. Ich fühle mich frustriert in meiner Arbeit.
  17. Eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften trifft auf mich zu: nervös, ängstlich, reizbar, ruhelos.
  18. Meine eigenen körperlichen Bedürfnisse (Essen, Trinken, WC) muss ich hinter die Arbeit stellen.
  19. Ich habe das Gefühl, ich werde im Regen stehen gelassen.
  20. Meine Kollegen sagen mir nicht die Wahrheit.
  21. Der Wert meiner Arbeit wird nicht wahrgenommen.

Auswertung:

Null bis drei Fragen mit ja beantwortet: geringes Burn-Out Risiko.

Vier bis fünf Fragen mit ja beantwortet: beginnende Burn-Out Situation.

Mehr als fünf Fragen mit ja beantwortet: es wird dringend Zeit, etwas zu tun!

PS: Wie wäre es jetzt mit einer halben Stunde Spazierengehen?

jetzt buchen xs © Daniel Ernst Fotolia.com  Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.Hatten Sie schon einen Burnout?
Was haben Sie daraus gelernt?
Wie verhindern Sie das Ausbrennen?

 

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Foto: © mattlog – photocase.com, M&S Fotodesign – Fotolia.com
Dieser Artikel erschien zuerst im Juli 2008. Ich habe ihn hier aktualisiert.

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55 Kommentare

  • Kelatenata
    (2 Kommentare)
    wrote:

    Danke für den Tipp, Pascal. Ich kenne Fantasiereisen schon, werde aber den Link gerne ausprobieren. Mein Partner vermutlich nicht, weil er “von so was” nichts hält. Ich kann auch die Trance-Reisen von Eberwein sehr empfehlen!

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  • Pascal
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Ich selbst war auf dem direktem Wege zum Burnout, habe viel zu viel gearbeitet und meine Ziele unerreichbar hoch gesetzt. Allerdings bin ich dann zu Fantasiereisen gekommen. Seither höre ich mir mehrmals die Woche verschiedene Reisen an. Auf Seiten wie http://www.fantasiereisen.de kann man solche herunterladen. Es ist einfach sehr entspannend sich für eine halbe Stunde hinzulegen oder zu setzen und in eine stressfreie Welt abzutauchen. Super!

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Dann braucht er eine andere Erklärung, denn von nix kommt nix. Bleiben Vererbung, ein Virus, die Globalisierung, schlimmer Chef, zuviel Arbeit … ;-)
    Oder wie erklärt Ihr Partner sich seine ständige Überforderung?

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  • Kelatenata
    (2 Kommentare)
    wrote:

    Ich stimme Ihnen bzw. Ihren Zeilen zu!
    Bin mit einem Burn-Outler liiert. Etwas zu kurz gekommen ist mir der Aspekt zu klären,
    welche Muster dahinter stehen, wenn ein Mensch sich selbst ständig überfordert. Nur wenn diese erkannt sind, ist Veränderung möglich. Was aber, wenn wie in meinem Fall, der Betroffene das Vorhandensein von Mustern grundsätzlich nicht für gegeben hält?
    Liebe Grüß

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  • Bianka Günther
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,
    nach einem Burnout/Erschöpfungssyndrom sowie Depressionen machte ich die Erfahrungen, mich selbst erkennen zu müssen und es wieder zulasse, ich selbst zu sein. Ein angstvoller und schwerer Schritt, aber er tut am Ende gut. Dabei half mir auch Ihr Buch “Ich kann auch anders”. Nun bin ich auf dem Weg der Besserung, dank der Hilfe meiner Familie, Freunde und Therapeuthen… Auch Veränderungen in meiner Arbeit waren nötig, aber befreiten mich von einer großen Last. So empfinde ich auch die 80/20% – Lösung als gutes Hilfsmittel.
    Vielen Dank für den tollen Artikel.
    B. Günther

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  • 7chris
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Solche “Brigitte Psychotest” sind von Ärzten und seriösen Psychologen nicht gerne gesehen. ABER: Sollten Sie 5 Fragen mit JA beantworten – überlegen Sie nicht lange auf Spaziergängen – gehen Sie sofort zum Arzt! Menschen die glauben ein Burnout zu haben, haben dies in 80% der Fälle auch. Meist ist es das Burnout dann schon sehr weit fortgeschritten.

    @ Herr Kopp-Wichmann: Burnout ist eine ernst zu nehmende Krankheit. Es ist mir unverständlich wie Sie als Psychologe so verharmlosend mit “gehen sie spazieren” umgehen.

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  • Gerhard
    (8 Kommentare)
    wrote:

    Die Feststellungen “Aber die Ursache ist nicht außen.” und “Die Ursache ist in Ihnen.” sind nicht ganz schlüssig. Die Ursache für meine Burnout-Gefährdung ist jetzt sicherlich in mir. Aber wo kam sie denn ursprünglich her, wenn nicht von außen?

    Ich bin in den frühen 50er Jahren in einer Familie mit schwer kriegstraumatisierten Eltern aufgewachsen. Eine Erziehung im Sinne einer Vorbereitung auf das Leben war da kaum möglich. Wo sollte da beispielsweise die Fähigkeit zum konstruktiven Umgang mit den eigenen Grenzen herkommen? Wie sollte ich die Gestaltung eines sinnvollen Privatlebens erlernt haben? Außerdem gab es ständige existentielle Angst bei meinen Eltern, teilweise noch resultierend aus den Kriegserlebnissen, teilweise auch bedingt durch die reale Armut nach dem Krieg. Diese Angst habe ich “mit der Muttermilch” tief aufgesogen. Das macht es ziemlich schwer, zu entspannen. Selbst während des empfohlenen 1/2stündigen Spaziergangs läuft das Kopfkino mit den existentiellen Ängsten.

    Ich habe mehrfach gelesen, dass gerade meine Generation überdurchschnittlich schwer von Burnout-Symptomen betroffen ist. Im Gespräch mit Gleichaltrigen stelle ich auch immer wieder fest, dass so etwas wie “Urvertrauen” selten ist.

    “Aber die Ursache ist nicht außen” greift also deutlich zu kurz, wenn auch heute (!) die Ursache in mir liegt. Heute kann ich an den Ursachen arbeiten. Das kann aber durchaus misslingen und es ist sehr wichtig, das zu akzeptieren. sonst kommen auch noch Gefühle der Schuld und Unzulänglichkeit dazu. Das kann ein Ausgebrannter am wenigsten gebrauchen.

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  • Renate Richter
    (21 Kommentare)
    wrote:

    Ist wirklich der Druck immer größer geworden? Oder fehlen einfach Vorbilder, klare Regeln und gibt es zu viele Informationen?

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Guter Hinweis, danke.
    Wenngleich Burnout nur die besser klingende Bezeichnung für eine Erschöpfungsdepression ist, darf man das Problem nicht verharmlosen.

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  • Joachim
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Eine unterschätzte psychische Erkrankung, die zu einen nationalen Problem ausgeartet ist. Insbesondere durch betroffene Prominente erregte das Syndrom immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien in der Vergangenheit. Neue Studien weisen sogar darauf hin, dass immer mehr Jugendliche von den Symptomen betroffen sind. Dies zeigt, dass unser heutiges Bildungssystem zuviel Druck auf unsere Schüler ausübt, sodass kein Freiraum mehr für private Erfahrungen bleibt. Das Resultat lässt sich, aber erst in einigen Jahren feststellen.

    Burnout bei Teenagern

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Danke für den Link.

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  • Peter D.
    (2 Kommentare)
    wrote:

    Hallo,

    auch bei Mybrit Illner wurde das Thema Burnout diskutiert.
    Viel Spaß dabei!

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1459204/Burnout—die-ganze-Sendung#/beitrag/video/1459204/Burnout—die-ganze-Sendung

    Gruß
    Peter D.

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  • Gabriele Bauer
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Vieles von dem Inhalt des Artikels kann ich aus meiner eigenen Praxis Erfahrung als Entspannungstherapeutin bestätigen und fast unterschreiben.
    Was ich allerdings ein wenig anders erlebe, sind die “schnellen” Tipps.
    In meiner täglichen Praxis erlebe ich, dass sich durch Tiefenentspannung, verbunden mit Stimulation der Sinne, häufig sehr schnell eine erste Besserung der Symptome und Belastungen für die Betroffenen fühlen lässt. Natürlich ist es damit noch nicht getan. Ein Blick nach innen, hilft vielen Betroffenen die “hausgemachten” Stressoren zu entdecken und das kostet natürlich weiter Zeit und vor allem die Bereitschaft an diesen “inneren Umständen” etwas verändern zu wollen.

    und dennoch: Ich finde es ist schon viel gewonnen und erreicht, wenn ein Betroffener sich besser fühlt und die Belastungen schrumpfen. Dass die Erstbesserung so schnell eintritt, ist ein wertvoller Effekt, der den Blick nach innen oft sehr attraktiv und reizvoll für die Betroffenen werden lässt.

    Ich wünsche allen Betroffenen und auch den Therapeuten viele gute Gefühle, die eine Zusammenarbeit zu einem schönen Erlebnis werden lassen.

    Viele liebe Grüße aus dem Isartal,
    besser und besser,
    Gaba

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  • Hallo, ich kann die langen Wartezeiten bei Kassenpatienten nur bestätigen….schade das es so ist!!!

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  • Hallo, ich bin auch selbständig…und merke manchmal das mir alles zu viel wird. Aber um der Gesundheit nicht zu schaden, mache ich auch verschiedene Entspannungstechniken! VG

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Hallo Peter,
    danke für den Filmtipp, den kannte ich noch nicht.
    Natürlich ist ein Burnout eine Depression. Es hat mit den noch immer weit verbreiteten Vorurteilen gegenüber allem, was mit “Psycho” anfängt, zu tun, dass dieser Begriff so in Mode ist.
    Burnout klingt halt schicker als depressiv, was einen negativeren Beiklang für viele hat. Aber beides ist eine psychische Störung, übrigens die häufigste in Deutschland. Es ist eine psychische Erkrankung, das sieht man ja an den schlimmen Symptomen, dass das keine einfache Sache ist, die mit ein bißchen Kürzertreten zu regeln ist.

    Den einzigen Unterschied, den ich manchmal in der Praxis erlebe: die Depression kommt oft schleichend über Stimmungseintrübung, Antriebslosigkeit und Schlafprobleme. Der Burnout dagegen trifft die Menschen jedoch häufig völlig überraschend. Aber nur in ihrer eigenen Wahrnehmung, weil sich Burnout-Patienten über lange Zeit wahnsinnig zusammenreißen können und die Warnzeichen, die natürlich auch da sind, tapfer ignorieren und bagatellisieren. Für Außenstehende ist der Burnout oft wenig überraschend.

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  • Peter D.
    (2 Kommentare)
    wrote:

    Hallo zusammen,

    zu diesem Thema wurde vor wenigen Wochen eine Sendung im ZDF ausgestrahlt. Der Titel der Sendung lautete “Arbeiten bis zum Umfallen”. In der Sendung wird das Burnout mit dem Begriff Erschöpfungsdepression beschrieben. Ich finde die Beschreibung treffend. Anbei der Link zur Sendung.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1423870/ZDFzoom-Arbeiten-bis-zum-Umfallen#/beitrag/video/1423870/ZDFzoom-Arbeiten-bis-zum-Umfallen

    Gruß
    Peter D.

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  • Renate Richter
    (21 Kommentare)
    wrote:

    @Tanja Handl – so unterschiedlich können Blickwinkel sein: für mich beschreibt der Artikel eindeutig, wie man der Burnout Gefahr entgehen kann.
    Vielleicht ist das schon ein Schritt raus aus der Gefährdungs-Falle?
    Schöne WE
    RR

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  • Tanja Handl
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Der Artikel beschreibt sehr gut, wie man sich kaputt machen kann – und wie diese Selbstzerstörung teilweise sogar sang- und klanglos in der Arbeitswelt akzeptiert, wenn nicht sogar vorausgesetzt wird.

    Arbeitsorganisation kann natürlich vieles verbessern, aber das Wichtigste ist aus meiner Sicht, die eigenen Bedürfnisse gut zu kennen und sich selbst Achtung und Wertschätzung entgegen zu bringen – nur dann schafft man es meiner Erfahrung nach, im richtigen Moment “Stop” zu sagen.

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Hallo Frank,
    wie Sie richtig schreiben, es ist nicht das Ausmaß der Arbeit, das den Burnout verursacht, sondern die Einstellung dazu. Burnout-Kandidaten können vor allem sich nicht selbst begrenzen, weil sie glauben, über unerschöpfliche Energien und Kraftreserven zu verfügen. Sie wissen zwar, dass andere Menschen Pausen zur Regeneration brauchen, empfinden denselben Umstand bei sich jedoch als Kränkung und versuchen, über Grenzen der Kraft, der Motivation drüberzugehen. Eine Weile kann das gut gehen. Aber über längere Zeit ist es ein Raubbau an Körper und Psyche, der sich irgendwann rächt.

    Leider lernen nicht alle, die einen Burnout erlitten haben, welche Lektion darin steckt und was sie in ihrem Leben ändern müssten, um dasselbe nicht wieder zu erleben.
    Danke für Ihren Kommentar.

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  • Frank
    (19 Kommentare)
    wrote:

    Ich würde sagen, der Artikel geht weit über das Thema Burn-Out hinaus. Mittlerweile kann sich doch fast jeder, der einen Bürojob ausübt, in den beschriebenen Prozessen wiederfinden. Daher würde ich soweit gehen und behaupten, dass es sich hierbei fast um einen Rundumblick zur modernen Arbeitswelt handelt. Dazu muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich echt beeindruckt bin, von den Inhalten.

    Als ich den Titel las, war meine erste Meinung: „Ja, Ja, heute sagt doch jeder das er einen Burn Out hat und es mittlerweile als Synonym für Müdigkeit im Allgemeinen verwendet wird.” Auch war ich der Meinung, dass die westliche Welt einfach zu sehr verweichlicht ist und in vergangenen Epochen oder anderen Ländern viele Menschen deutlich mehr leisten müssen.

    Aber gerade das Thema Perfektionismus ist ein gutes Beispiel, wie Menschen sich selbst bis zur Selbstaufgabe für ihre Arbeit ausbeuten können. Da fällt mir gerade der Spruch ein: „Die Arbeit vermehrt sich in dem gleichem Maße wie man ihr Zeit zur Verfügung stellt“. Ich glaube so oder so ähnlich lautete der Spruch. Das hatte ich bei Kollegen bereits beobachtet, dass sie nicht nur ihre Pause sondern auch das komplette Wochenende für ihre Arbeit opferten. Dass die meisten Tätigkeiten im Büro einfach kein Ende haben, macht dieses Problem so einfach.

    Hoffnungsvoll und gut finde ich die Aussage: „Ich habe nichts gegen eine verstärkte Anstrengung für eine begrenzte Zeit“. Denn ab und zu kann man für die Erreichung ambitionierter Ziele auch mal ein Opfer bringen. Das Opfer heißt dann wohl Freizeit oder um sich selbst zu kümmern. Man sollte sich jedoch auch dessen bewusst sein, dass man ein Opfer bringt. Das macht es einfacher diesen Zustand nicht als Dauerzustand zu akzeptieren.

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Hallo Renate,
    Blogschreiben ist für mich tatsächlich keine Arbeit, weil mir die Sache selbst Spaß machen. Die Motivation kommt von innen und aus dem Tun. Das ist der beste Schutz vor dem Ausbrennen.
    Eine Arbeit zu haben, die einem Sinn und Befriedigung gibt, ist deshalb eine gute Sache. Aber das haben viele, die einen Burnout erleiden. Sie brennen für etwas und vergessen, dass sie manchmal auch Pausen brauchen zur Regeneration. Es sind gerade die Leidenschaftlichen, die von Burnout bedroht sind.

    Danke für Ihren Kommentar.

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  • Renate Richter
    (21 Kommentare)
    wrote:

    Mir fehlt da doch ein Punkt: die Motivation zur Arbeit. Das hab ich doch auch hier bie Ihnen im Blog gelesen oder gehört: sie sprachen davon, dass sie gerade mit dem Laptop am Sonntag am Blog schreiben – was eigentlich Arbeit ist und Sie doch gerne machen…weil Sie es gerne machen.

    Wenn man so eine Arbeit hat, dann hat man kaum die Grenze mit den 8-12 h.
    Die einen müssen abends noch mal raus zum Kegelklub, andere “dürfen die Abwechslung und Sozialkontakte auf Arbeit geniessen”. Man kann aus Stress und Anstrengung auch so eine Menge Kraft schöpfen.

    Vielleicht machen wirklich heute viele Menschen einfach eine Arbeit, zu denen die Motivation, denen der Sinn, die Identifikation fehlt?

    Und im Übrigen ist mein Motto:
    PRObleme sind für mich da, sonst würden sie CONTRAbleme heissen.

    Frohes Schaffen
    RR

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  • ich selbst bin Programmierer für ein mittelständiges Unternehmen und habe nebenbei noch eine eigene kleine Firma am laufen. Und kenne somit den Stressfaktor ganz gut. Ich selbst fühlte mich auch oft ausgebrannt wenn ich wochenlang zusätzlich am Wochenende noch gearbeitet habe und in der Woche bis 21-22 Uhr. Und wusste so kann es nicht weitergehen. Nun arbeite ich nur noch Mo. – Do. und Freitags privat für mein eigenes Unternehmen und ab und an Sa. und seitdem geht es mir wieder persönlich besser. Sprich ich hatte den Stressfaktor einfach unterschätzt und nicht für ernst genommen. Und kann daher jeden nur raten sich Zeit für sich zu nehmen. Und Sport ist für mich zudem ein guter Burnout-killer.

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Hallo Maria,
    stimmt. Fast überall gilt “höher, schneller, weiter”. Egal ob es Sinn macht oder nicht.
    Da ist der Klassiker “Momo” eine gute Erinnerung und möglicher Anstoß zur Rückbesinnung.
    Danke für Ihren Kommentar.

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  • Maria Johanus
    (2 Kommentare)
    wrote:

    Mich erinnert der Artikel stark an den Roman “Momo” von Michael Ende, der schon 1973 erschienen ist. Die Thematik des Romans ist heute noch hoch aktuell. Schwierig ist es finde ich, sich gegen diesen gesellschaftlichen Geist, “Geld und Besitz anzuhäufen”, “Leben um zu Arbeiten” bewußt entgegenzustellen.
    Der Satz: “Kinder, denkt an Eure Rente”, tönt aus allen Ecken. Das ist bei mir aber noch 27 Jahre hin, was dann in dieser Zeit passiert, weiß ich doch jetzt noch nicht. Man darf zwar seine Zukunft nicht aus den Augen verlieren, aber das Hier und Jetzt ist Teil der Realität, denn:
    “Alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist ebenso verloren wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden” (Momo, Michael Ende, 1973)

    Maria Johanus

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  • Silvia Wolf
    (18 Kommentare)
    wrote:

    Hallo lieber Herr Kopp-Wichmann

    ich kann Ihrem Artikel in jeder Abschnitt nur zustimmen. Er trifft in jeder Hinsicht. Burnout ist der Ausweg, aus diesem Schlamassel heraus zukommen. Eine Lösung des Konfliktes ist es nur bedingt. Der Körper und auch die Psyche “holt” sich dann das, was ich nicht bereit bin zu geben. AUSZEIT. (unter anderem)

    Es sind meiner Meinung nach oft die inneren Konflikte, die ich habe. Die lassen es nicht zu, dass ich mich abgrenze, meine Einstellung ändere, meinen Perfektionismus und meine Art ablege, zwischen den Extremen hin und her zu pendeln. Wenn ich das einmal wirklich begriffen habe, kann ich eine Verhaltensänderung einleiten. Dazu muss ich mich aber mit mir selbst auseinandersetzen. Doch – wer tut das gerne? Die “Schuld” (wenn man da überhaupt von reden kann) bei sich suchen? Wahrheit ist immer unbequem. Leider wird sie aber nicht besser, in dem ich sie verdränge.

    In der Arbeitswelt kann ich bestimmte äußere Umständen nicht ändern. Meine Kollegen, mein Chef – die bleiben das, was sie sind. ICH aber kann meine EINSTELLUNG zu ihnen ändern. Und das macht das Leben leichter.

    Ich kann hier nur für mich und anhand meiner Erfahrung sprechen, aber ich habe für mich einen anderen Weg gefunden, den einige Forumsmitglieder als “dyshemisch” bezeichnen. Ich pendele mich gefühlsmässig in der Mitte ein. Ich habe gelernt, nicht immer nur auf den beiden “Beziehungsohren” zu hören, sondern mehr auf der Sachebene. Ich “überhöre” auch mal die “Appelle” die mir jemand subtil unterschieben will.

    Und über Dinge, die es mir nicht wert sind, habe ich beschlossen, dass ich mich nicht mehr darüber aufrege und ärgere. Das betrifft auch die Dinge, die ich eh nicht ändern kann. Und die kratzen – im Gegensatz zu früher – mein Selbstwertgefühl nicht mehr an. Ich kann sie jetzt “links” liegen lassen. Gelassen, aber immer noch achtsam mit mir selbst. Ich muss nichts, aber die anderen auch nicht. Ich kann heute sagen, der andere “darf” das auch, aber ich vergesse mich selbst nicht dabei. Denn ich darf auch meinen Bedürfnissen und Wünschen folgen, ohne dass ich dabei ein Egozentriker bin. Und es ist lange kein Muss mehr, die Bedürfnisse der anderen als erstes zu berücksichtigen.

    Wir Menschen neigen – je nach erlerntem Verhaltsmuster – dazu, Gefühle oftmals in eine falsche Relation zur Situation zu stecken und ziehen entsprechen unsere (falschen) Schlüsse. Ich bin ein ALBERT ELLIS Fan und habe durch die ELLIS Methode viel über mich, mein Verhalten und meine Reaktionen auf bestimmte, innere Verhaltensmuster gelernt. Auch – wie ich manchen Gefühlen aus Situationen nicht mehr den Stellenwert einräume, den sie – oder auch meine Umwelt – fordern.

    Natürlich weiß ein jeder von uns, dass es manches Mal wirklich die äußeren Umstände sind, die nerven. Aber – ich nutze meine Ressourcen in den Zeiten, wo ich “frei” habe. Ich arbeite auch ziemlich viel, aber ich bemühe mich um einen Balance zwischen der vielen Arbeit und den Dingen, die mir Spass machen. DAS ist unendlich wichtig.

    Der Artikel in Ihrem Blog ist – wie so oft – klasse. Danke dafür. Sie haben es auf den Punkt gebracht.

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  • eabc coaching
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Eine strukturierte Arbeitsmethodik und das überdenken und organisieren von Arbeitsabläufen können auf jeden Fall einiges für eine positive Arbeitsweise tun. Dazu muss man aber auch sich selber immer wieder in Frage stellen können. Auch für Unternehmen bringt es mehr wenn Sie motivierte Leute haben welche sich immer wieder abstimmen.

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  • Sie haben völlig recht, lieber Roland Kopp-Wichmann. Als Experte für Selbstwert und energetische Psychologie kann ich das voll unterschreiben.

    Ich fasse es immer so zusammen: Die Menschen spüren sich selbst nicht mehr. Innere Warnsignale werden – aus den von Ihnen geschilderten Gründen, und anderen – kontinuierlich ignoriert, bis es nicht mehr anders geht.

    Als Lösungsansatz arbeite ich da viel mit Techniken wie EFT, Sedona-Methode u.a., die vor allem auf ein emotionales Loslassen und eine Verbesserung der Selbstakzeptanz hinzielen.

    Die Resultate sind erstaunlich. Es geht also. Wir müssen nur die Menschen dazu kriegen, den ersten Schritt zu machen.

    Vielen Dank für den Beitrag, großartig geschrieben und so wahr! Herzliche Grüße!

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  • Hans-Jürgen Ohlwein
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Sehr interessant; ich war Betroffener und kann das so voll unterschreiben!

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  • Guter Text, auch aus Sicht einer Ex-Burnouterin. Der Tipp mit dem alleine Spazieren gehen ist goldrichtig!
    Weiter so :-)

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  • Eine Betroffene
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Guten Tag Herr Kopp-Wichmann,
    ich bin erst jetzt auf Ihre Seite gestoßen und arbeite mich noch durch. Selbst von einem Burn Out betroffen, suche ich nach Lösungen. Seit August bin ich krank geschrieben, auf verschiedene Medikamente eingestellt (von denen ich dringend weg möchte) und befand mich kurzzeitig in Psychotherapeutischer Behandlung. Kurzzeitig deshalb, weil die Therapeutin mich nicht weiter gebracht hat. 10 Sitzungen und keinerlei Ansatz wo und wie ich die Ursache aufspüren und ggf. ändern kann. Beim lesen Ihrer Seite ist mir aufgefallen das auch ich, ganz klassisch, die Ursache im Umfeld suche – und nicht in mir. Auf diesem Weg sage ich Ihnen Dank. Für neue Sichtweisen und Ansätze, die mich gewiss weiter bringen als jede bisherige Therapie.

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  • [...] [...]

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  • [...] Das Ablehnen von Grenzen Der Burnout setzt die Grenze, die der Mensch sich oder anderen nicht selber setzen kann. Insofern ist der Burnout nicht das eigentliche Problem, sondern die Lösung. Lesen Sie hier … [...]

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Hallo Führungskraft,
    meinen Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Einer solchen Verführung widerstehen nicht viele im voraus. Meist sieht man ja nur die tollen Möglichkeiten und übersieht den Preis dafür.
    Danke für Ihren Kommentar.

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  • Führungskraft
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Danke für den tollen Beitrag. Er hat mich in meiner Entscheidung, die ich vor einigen Monaten zu treffen hatte, bestärkt. Für mich stand eine Beförderung an. Mehr Einkommen, aber auch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein breiteres Aufgabenfeld. Ich habe intuitiv dankend abgelehnt und bin noch heute froh über meine Entscheidung.

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  • NLP Coach
    (3 Kommentare)
    wrote:

    Fortschritt heisst für mich weniger Arbeiten, mehr freie Zeit und mehr Einkommen.

    Burnout ist insofern ein riesiger Rückschritt in die Steinzeit, wo die Menschen vermutlich mehr freie Zeit hatten, als manche *Führungskraft*.

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Hallo Mario,
    ja, manchmal braucht es einen solchen Schlag vor den Bug, damit man aufwacht und begreift, dass das Leben nicht unendlich ist und man vieles nicht aufschieben kann.
    Aber bei vielen nützt auch das nichts. Ähnlich wie der Warnhinweis auf der Zigarettenpackung.
    Freut mich, dass Sie die Kurve noch gekriegt haben.

    Danke für Ihren Kommentar.

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  • Wieder mal ein toller Beitrag und ein tolles Jahr zu Ende! Ich wollte mich bei Dir für die unterhaltsamen aber auch informativen Beiträge bedanken und wünsche dir ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich fahre jetzt erstmal in Urlaub! Bis denne…

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  • Mario Carla
    (9 Kommentare)
    wrote:

    Hallo und guten Tag!

    Erstmalig bin ich mit dem Burnout-Syndrom in einer sehr negativen Form vor einigen Jahren konfrontiert worden, als ein Trainerkollege morgens nicht ins Trainingszentrum kam und sich dann herausstellte, dass er auf dem Hotelzimmer einen Schlaganfall erlitten hatte und leider verstorben war.
    Das war der Wendepunkt für mich, der ich zu der Zeit über 60 Stunden von montags bis samstags gearbeitet hatte, da ich nicht wollte, dass auf meinem Grabstein einmal steht: “Arbeit war sein Leben, nie hat er gelebt!”
    Ich kann heute von mir sagen, dass ich eine Balance gefunden habe zwischen Arbeits- und Privatleben. Natürlich ist das nicht immer leicht gewesen, aber wenn man sich erst mal klar macht, dass das letzte Hemd keine Taschen hat, ist das Antrieb genug.
    In diesem Sinne allen eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit.

    Mario Carla

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  • Chris
    (5 Kommentare)
    wrote:

    Vielen Menschen fehlt die Einsicht für das “Große und Ganze”. Es ist nicht nur der Job in dem sie eine Rolle einnehmen, aber nicht verstehen wozu sie wirklich einen Beitrag leisten. Jeder lebt in seiner eigenen kleinen Welt, hat seine eigenen Ansichten ( “Was ist richtig, was ist falsch etc”). Begriffe wie “burnout” werden meiner Meinung nach in Relation zur Entwicklung und verstreichenden Zeit neu definiert. Die Zeiten ändern sich, die unterschiedlichen Probleme ziehen trotzalledem immer noch vergleichbare Konsequenzen mit sich.
    Der einzige Weg, um sich wirklich vor einem “Zusammenbruch” seiner eigenen Werte und Ansichten zu schützen ist, so früh wie möglich seinen Horizont zu erweitern. Man muss verstehen, was es bedeutet “sich auf das Wesentliche” zu konzentrieren. Vielmehr muss man sogar Einsicht erlangen, was es bedeutet, sich auf eine “Sache” konzentrieren zu können, so wie es im Zen-Buddhismus schon seit Jahrtausend gelebt wird (“Wenn ich esse, dann esse ich.” “Wenn ich Schach spiele, dann spiele ich Schach”…

    “Ein Burnout ist oft die Lösung. Das Problem liegt ganz woanders”.

    Ich finde, dass hier ganz klar gesagt werden muss, dass es abhängig vom jeweiligen Typ Mensch ist. Jeder hat andere Probleme, jeder macht sich seine eigenen Probleme. Im Wandel der Zeit sollten wir unser Hauptaugenmerk also darauf legen, das wir verstehen, wie wir diesen Problemen entgegenwirken können, denn jedes Problem ist relativ. Wenn wir verstehen, dass wir durch unser Denken diese Probleme erzeugen, verstehen wir auch, dass wir anders denken müssen, um diese nicht zu erlangen.

    Think positive

    MFG, Chris

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  • Tara
    (2 Kommentare)
    wrote:

    Ja.
    Worauf es ankommt, ist, sich selbst zu erforschen.
    :-)

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Hallo Dirk,
    so ist es nun auch wieder nicht. Es gibt ja auch positiven Stress. Und etliche der Fragen zielen ja auf Antriebslosigkeit, der erlebten Ohnmacht und Aussichtslosigkeit. Das sind nicht allein Zeichen für Stress, sondern für einen möglichen Burnout.

    Danke für Ihren Kommentar.

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  • Dirk
    (11 Kommentare)
    wrote:

    Leider gibt es kaum jemand, der ohne Stress lebt. wahrscheinlich alle antworten positiv auf diese 21 Fragen..

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  • Peter
    (9 Kommentare)
    wrote:

    Was bringt es nach 40 Jahren Berufstätigkeit irgendwann festzustellen, dass man nicht gelebt hat? Gerade mit den Berufen aus den neuen Medien wird eine ausgeglichen Work-Life-Balance immer schwieriger.

    Viele Grüße,
    Peter

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Hallo Tara,
    ich habe über Ihren Kommentarspruch gegrübelt und bin mir nicht sicher, ob ich ihn richtig verstanden habe. Meinten Sie, dass der Weise durch den Ehrgeiz unglücklich und dadurch geheilt wurde?

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  • Tara
    (2 Kommentare)
    wrote:

    Der Weise wird vom Ehrgeiz durch den Ehrgeiz geheilt. :-)
    Nettes Foto.

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1080 Kommentare)
    wrote:

    Hallo Petra,
    Perfektionismus setzt die Prioritäten innen, meist durch zu hohe Ansprüche. Wenn man diese Ansprüche für kurze Zeit erfüllt, ist man zufrieden. Aber nur kurz. Ansprüche befriedigen nicht, sie treiben einen an. Was einen zufrieden macht, ist das Spüren und mögliche Erfüllen von Bedürfnissen. Das geht aber oft nur in der Gegenwart. Perfektionisten leben aber vor allem in der Zukunft.

    Danke für Ihren Kommentar. (Einen schönen Blog haben Sie da!)

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  • sevenjobs
    (5 Kommentare)
    wrote:

    Als Unternehmerin mit vier Kindern möchte man es natürlich allen Recht machen und überschätzt seine Kräfte. Der Perfektionismus läßt einen falsche Prioritäten setzen. Ich hatte noch Glück und war nur 6 Wochen krank, aber seit dieser Zeit sind die Prios neu gesetzt. Aber tatsächlich gibt es Gäste, die nicht mehr zu Besuch kommen, weil es nicht ausreichend aufgeräumt ist. Auch Freund und Feind lernt man in dieser Zeit gut kennen.

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  • Hansdieter Matthes
    (3 Kommentare)
    wrote:

    Ich habe lange in der IT gearbeitet – als Programmierer, EDV-Organisator sowie als angestellter und selbständiger IT-Unternehmensberater.

    Der Grund für Stress, Burnout-Gefühl und mitunter sogar Flucht in den Suff ist nicht primär fehlende Entspannungstechnik, sondern chaotische Vorgehensweise wegen mangelhafter Arbeitsmethodik. IT-Fachleute haben zwar meistens exzellentes IT-Know-how, aber von Selbstorganisation keine Ahnung. Methodik ist ihnen ein richtiger Graus. Die Folge ist permanenter Zeit- und Problemdruck.

    Meine Beobachtung aus der Praxis!

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