Es ist besser auszubrennen als zu verblassen.

–Kurt Cobain

Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.

ausgepumpt photocase799293163 Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.

Leben wir wirklich in einer Burn-out-Gesellschaft?

Gewichtabnehmen, Bewegungsmangel, Scheidungsrisiko, Herzinfarkt. Verfolgt man die Titelgeschichten der großen Magazine, dann haben diese Top-Themen immer wieder Konjunktur. Seit ein paar Jahren gibt es was Neues: Burnout.

Allein dieses Jahr widmeten sich SPIEGEL, FOCUS und STERN diesem Problem. Miriam Meckel schrieb letztes Jahr sogar einen Bestseller über ihr Ausgebranntsein.

Sind wir tatsächlich die “Generation Burnout oder erschafft die vermeintliche Diagnose erst das Krankheitsbild?  So wie wir Deutschen ja auch im Schnitt 18 Mal pro Jahr zum Arzt gehen. Wohingegen Schweden nur dreimal, Amerikaner nur viermal pro Jahr.

Mein Blogger-Kollege Markus Väth unterscheidet zwischen zwei Arten von Burnout:

  1. Struktureller Burnout
    Hier bei wird Burnout nicht als Problem des einzelnen Menschen betrachtet. Seine Ursachen liegen tiefer: in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Strukturen. Dazu gehören der Glaube an Multitasking, Information-Overload und eine entsprechende Führung.
  2. Persönlicher Burnout
    Hier sind v.a. Einstellungen und Reaktionsmuster, die einen immer wieder in Überforderung enden lassen, verantwortlich. Jenseits der gegebenen Situation können solche inadequaten persönlichen Muster zum Burnout führen.

Für viele Führungskräfte ab dem mittleren Management sind Vierzehnstunden-Tage keine Ausnahme, sondern die Regel. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten stehen oder setzen sich viele Angestellte noch mehr unter Druck. Aus Angst, bei der nächsten Kündigungswelle entbehrlich geworden zu sein.

Dass zu lange Arbeitszeiten oder zusätzliches Arbeiten auf die Dauer nicht gesund ist, wissen die meisten. Denn Menschen brauchen, um gute Leistungen vollbringen zu können, Zeiten der Regeneration. Kein Bundesligatrainer würde seine Mannschaft jeden Tag ein Spiel absolvieren lassen, weil dies der sicherste Weg zum Leistungsabfall und Klassenabstieg wäre.

Die Anzeichen für einen Burnout werden oft übersehen oder verharmlost:

  • chronische Müdigkeit
  • Energiemangel
  • zunehmende Fehlzeiten
  • Konzentrationsstörungen
  • Aggressionen und Unruhe
  • ständige Kopf– und Rückenschmerzen

Ihr Burnout ist die Lösung. Was soll das heißen?

In meinen Persönlichkeitsseminaren und Coachings betrachte ich Probleme, die die Menschen schildern, nicht als die Ursache, sondern als die Lösung — für einen inneren Konflikt.

Diese Betrachtung verharmlost nicht, dass bestimmte Strukturen des modernen Arbeitslebens nicht gesund sein mögen. Aber nicht alle Mitarbeiter erkranken an einem Burnout. Auf deutsch: ein Burnout kommt nicht über Nacht. Er kommt auch nicht von außen.

Einen Burnout muss man sich hart erarbeiten.

jetzt buchen xs © Daniel Ernst Fotolia.com  Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.Viele andere Menschen leisten ja auch viel und achten dabei jedoch auf eine gute Work-Life-Balance: sie sorgen rechtzeitig für Zeiten der Erholung und Regeneration. Menschen, die burnout-gefährdet sind, können das schlecht. Auch wenn ihnen der Partner, der Chef oder der Hausarzt das immer mal wieder nahelegt. Sie tun es nicht.

Deshalb passiert ja vielen Menschen ein Burnout auch nicht nur einmal. Manche nehmen diesen Schuss vor den Bug ernst und ändern ihre Einstellung und ihr Verhalten. Aber die meisten spüren nach einer erfolgten Reha-Maßnahme wieder neue Kräfte — und machen gerade so weiter.

Denn die Probleme, wenn Sie einen Burnout erleiden — oder sich erarbeiten — liegen woanders. Es ist nicht vor allem der Arbeitsdruck, der Chef, die Finanzkrise usw. Das mögen wichtige Faktoren sein. Aber die Ursache ist nicht außen.

Die Ursache ist in Ihnen.

Diese Diagnose hört mancher nicht gern. Weil es viel leichter ist, die Schuld für den eigenen Zusammenbruch anderen oder den Umständen zuzuschieben. Der Nachteil dieser Sichtweise: Sie können vermutlich nichts daran ändern. Den Arbeitsdruck, Ihren Chef, die wirtschaftliche Umstände werden Sie nicht ändern, auch wenn Sie diesen die Schuld geben.

Wenn Sie jedoch es für möglich halten, dass die Ursache vor allem etwas mit Ihnen zu tun hat, mit Ihren Werten, Ihrer Einstellung, Ihren Verhaltensweisen, hat das einen enormen Vorteil: dann können Sie allein auch etwas daran ändern. (Dass an dieser Sichtweise viel dran ist, sehen Sie ja auch daran, dass nicht alle Ihre Kollegen einen Burnout bekommen, obwohl diese in der ähnlichen Situation sind).

Wie erarbeitet man sich einen burnout?

Aus meiner Erfahrung mit vielen Seminarteilnehmern geht das am besten so:

  1. Übertriebener Perfektionismus.
    In manchen Bereichen sind hundertprozentige Ergebnisse notwendig. Bei einer Operation, wenn jemand ein Flugzeug steuert, wenn der Restaurantkritiker das Lokal betritt.Doch für die meisten Bereiche des Lebens reichen achtzigprozentige Lösungen völlig aus. Das wird zwar nirgends laut gesagt aber es ist trotzdem so. Selbst die Bundesregierung erlässt Gesetze, die öfters nachgebessert werden müssen. Nach der Paretoregel brauchen sie aber für eine achtzigprozentige Lösung nur zwanzig Prozent der Zeit. Lesen Sie hier nach …

    Übertriebener Perfektionismus hat meist mit dem Gefühl, noch etwas beweisen zu müssen zu tun. Dass man klug ist, mithalten kann, Außerordentliches leisten kann, etwas wert ist etc. Letztlich hat es mit Unsicherheiten und unbewussten Ängsten zu tun.
    Lesen Sie hier …
  2. Die Verleugnung von Grenzen.
    Wir leben in einer Zeit, wo Grenzen keinen guten Ruf haben. “Geht nicht, gibt’s nicht!” oder “Nichts ist unmöglich!“sind Slogans, die wir oft hören und bei manchen Menschen zur inneren Richtschnur geworden sind.Doch alles hat Grenzen. Selbst das Universum soll ja nicht unendlich sein. Aber alles was auf der Erde existiert, hat Grenzen und Menschen allemal. Grenzen der Kraft, der Energie, der Zeit, der Lust, der Motivation.

    Menschen mit der Tendenz zu Burnout empfinden Signale auf eigene Grenzen nicht als nützliche Information oder Erlaubnis, sondern als Kränkung. Und versuchen zu zeigen, dass das für sie nicht stimmt. Selbst wenn der Körper dann nach Jahren Erschöpfungssymptome oder Verschleisssymptome zeigt, wird dies oft nicht als Hinweis auf eine gefährliche Überlastung verstanden, sondern als persönliches Versagen, das tapfer verschwiegen oder repariert werden muss.

  3. Ein mechanistisches Bild von sich selbst.
    Die Stärke von Vielarbeitern ist, dass sie jahrelang klaglos funktionieren. Wie eine Maschine. Wenn Maschinen Ausfälle zeigen oder kaputt gehen, werden sie repariert. Und die moderne Medizin kann ja tatsächlich heute vieles “reparieren”.Doch für wen sein Herz nur eine Pumpe, sein Knie nur ein Scharnier und seine Bandscheibe nur ein Knorpel ist, neigt dazu, diesen Teil des eigenen Körpers eben auch nur zu reparieren oder zu ersetzen, anstatt sich Gedanken zu machen, wie es dazu kam.

    “Funktionieren müssen” ist eine unbewusste Strategie, die man meist schon in der Kindheit entwickelt. In einem Elternhaus, in dem nur Leistung zählte, Beschwerden und Unlust als “Schwäche” oder “Gejammer” abgetan wurden. Da lernte man dann früh, hart zu sich selbst zu werden und alle “weichen” Gefühle zu unterdrücken. Für diese Entfremdung von sich selbst zahlt man jedoch irgendwann einen  hohen Preis.

  4. Probleme im Privatleben.
    Beruf und Privatleben beeinflussen sich gegenseitig. Zuviel Arbeit und dadurch Zeitmangel wirken sich als fehlende Zeit für die Partnerschaft und die Familie aus. Umgekehrt kann ein glückliches Privatleben der Anlass sein, seine Werte bezüglich Leistungsbereitschaft und Überstunden zu überdenken.Bei vielen Menschen mit Neigung zum Burnout gibt es Probleme im Privaten. Ungelöste Konflikte in der Partnerschaft bezüglich Aufgabenteilung, gegenseitigem Respekt oder Sexualität sind die wichtigsten.

    Doch das Symptom ist die Lösung.Wer viel arbeitet und Überstunden sich heranzieht anstatt sie zu verweigern, kommt spät nach Hause. Dann schläft der Partner schon oder man ist zu müde für Zärtlichkeit oder eine notwendige Auseinandersetzung.

    Am Wochenende wäre theoretisch Zeit, doch wer beim Samstagmorgen-Frühstück mit einem Auge auf den Blackberry schielt, zeigt, wie sehr er sich bereits aus der Familie verabschiedet hat. Aber den herangezogenen Gründen (“Wichtige Präsentation am Montagmorgen!”) wird eine höhere Priorität eingeräumt als die eigene Präsenz in der Beziehung.

  5. Geringes Selbstwertgefühl.
    Menschen, die aufgrund vieler Beziehungserfahrungen in ihrem Leben innerlich überzeugt sind, dass sie wertvoll und liebenswert sind, können sich gegen zu belastendende Arbeitsbedingungen rechtzeitig wehren.Sie können sich abgrenzen, indem sie öfters “nein” sagen. Konflikte können sie angemessen ansprechen und klären. Wenn die Konflikte nicht lösbar sind, können sie dies akzeptieren oder sich auch einen anderen Arbeitsplatz suchen.

    Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl haben diese inneren Freiraum oft nicht. Sie glauben unbewusst, sich Anerkennung, Sympathie und Zuneigung verdienen zu müssen. Als Folge können sie schlecht mit Bitten oder Forderungen von anderen umgehen.

    Sie neigen dazu, sich ausnutzen zu lassen. Vor Konflikten haben Sie Angst und versuchen eher, durch Wohlverhalten und Nettsein Konflikte gar nicht aufkommen zu lassen.

  6. Der Glaube, dass man Leben nachholen könne.vater kind istock 000004421554xsmall 300x250 Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.
    Das Leben findet immer nur in der Gegenwart statt.Wer glaubt, dass das Glück am Wochenende auf ihn wartet, wird vermutlich enttäuscht werden.

    Wer glaubt, dass ein ausgefüllter Terminkalender schon ein erfülltes Leben bedeutet, irrt. Wer glaubt, dass wenn er mit fünfzig finanziell unabhängig ist, dann zufrieden sein wird, geht eine riskante Wette ein. Wer zwanzig Jahre an seiner Gesundheit Raubbau betrieben hat, kann das selten wieder in Ordnung bringen.

    Die Zeit, die Sie im Büro sitzen, können Sie nicht nachholen. Ihre Kinder wachsen in der Zeit heran und warten nicht auf Sie. Ihr Partner wird älter, Sie werden älter. Dass man im Leben etwas nachholen könne, ist eine der größten kollektiven Irrtümer westlicher Gesellschaften. “Jetzt kaufen, später bezahlen” mag noch angehen. Das Motto “Jetzt arbeiten, später leben!” geht nicht auf.

Um Missverständnissen vorzubeugen: ich habe nichts gegen eine verstärkte Anstrengung für eine begrenzte Zeit, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Wenn aber hinter der Ziellinie schon das nächste Ziel wartet, sollte man aufpassen. Ich unterschätze auch nicht die Bedeutung von hohem Leistungsdruck, einem vielleicht drohenden Arbeitsplatzabbau oder schwierigen Kollegen oder einem tyrannischen Chef.

Doch es kommt immer auch darauf an, wie man solche Schwierigkeiten wahrnimmt, interpretiert und welche Handlungsmöglichkeiten man für sich sieht und entwickelt.

Was können Sie tun?

Die schlechte Nachricht zuerst: es gibt keine schnellen Tipps gegen Burnout-Gefährdung. Zwar gibt es jede Menge Bücher, die genau das versprechen. Aber ich glaube nicht an die Wirksamkeit von schnellen Rezepten (außer beim Kochen). Die Tipps sind zwar gut und hilfreich. Aber an der Umsetzung hapert es meist.

Glauben Sie nicht? Also gut. Ich gebe Ihnen hier kostenlos meinen besten Tipp für Workaholics und Burnout-Aspiranten. Er lautet:

Gehen Sie zwei Wochen lang jeden
Tag eine halbe Stunde allein spazieren.”

Die gute Nachricht: Wenn Sie sich  mit den Ursachen auseinandersetzen, können Sie Ihre Probleme auch lösen. Ganz sicher. Wenn Sie nur anderen oder den Umständen die Schuld geben oder an den Symptomen herumdoktern, werden Sie nichts ändern. Ganz sicher.

burnout xs MS Fotodesign Fotolia Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.Sind Sie burnout-gefährdet?
Prüfen Sie es hier nach.

Bitte beantworten Sie nach Ihrem ersten Impuls, bleiben Sie bei Ihrem Gefühl — seien Sie ehrlich mit sich selbst.

  1. Ich habe allgemein zuviel Stress in meinem Leben.
  2. Durch meine Arbeit muss ich auf private Kontakte und Freizeitaktivitaten fast völlig verzichten.
  3. Auf meinen Schultern lastet zu viel.
  4. Ich leide an chronischer Müdigkeit.
  5. Ich habe das Interesse an meiner Arbeit verloren.
  6. Ich handle manchmal, so als wre ich eine Maschine. Ich bin mir selbst fremd.
  7. Früher habe ich mich um meine Mitarbeiter und Kunden gekümmert, heute interessieren sie mich kaum noch.
  8. Ich mache zynische Bemerkungen über Kunden/Mitarbeiter/das Unternehmen.
  9. Wenn ich morgens aufstehe und an meine Arbeit denke, bin ich gleich wieder müde und antriebslos.
  10. Ich fühle mich machtlos, meine Arbeitssituation zu verändern.
  11. Ich bekomme zu wenig Anerkennung, für das was ich leiste.
  12. Auf meine Kollegen und Mitarbeiter kann ich mich nicht verlassen, ich arbeite über weite Bereiche für mich allein.
  13. Durch meine Arbeit bin ich emotional ausgehöhlt.
  14. Ich bin oft krank, anfällig für körperliche Krankheiten, bzw. Schmerzen.
  15. Ich schlafe schlecht, besonders vor Beginn einer neuen Arbeitsperiode.
  16. Ich fühle mich frustriert in meiner Arbeit.
  17. Eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften trifft auf mich zu: nervös, ängstlich, reizbar, ruhelos.
  18. Meine eigenen körperlichen Bedürfnisse (Essen, Trinken, WC) muss ich hinter die Arbeit stellen.
  19. Ich habe das Gefühl, ich werde im Regen stehen gelassen.
  20. Meine Kollegen sagen mir nicht die Wahrheit.
  21. Der Wert meiner Arbeit wird nicht wahrgenommen.

Auswertung:

Null bis drei Fragen mit ja beantwortet: geringes Burn-Out Risiko.

Vier bis fünf Fragen mit ja beantwortet: beginnende Burn-Out Situation.

Mehr als fünf Fragen mit ja beantwortet: es wird dringend Zeit, etwas zu tun!

PS: Wie wäre es jetzt mit einer halben Stunde Spazierengehen?

jetzt buchen xs © Daniel Ernst Fotolia.com  Ihr Burnout ist nicht das Problem. Er ist die Lösung.Hatten Sie schon einen Burnout?
Was haben Sie daraus gelernt?
Wie verhindern Sie das Ausbrennen?

 

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Foto: © mattlog — photocase.com, M&S Fotodesign — Fotolia.com
Dieser Artikel erschien zuerst im Juli 2008. Ich habe ihn hier aktualisiert.

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55 Kommentare

  • Roland Kopp-Wichmann
    (1066 Kommentare)
    wrote:

    Hallo Herr Neuner,
    natürlich muss man unterscheiden zwischen der persönlichen Ebene und der strukturellen Ebene. Interessante Ansätze dazu liefert Markus Väth aus seinem Blog.
    Es geht ja auch nicht darum, den Betroffenen etwas in die Schuhe zu schieben, sondern den jeweiligen persönlichen Anteil am Burnout zu erkennen. Denn es kann dauern, bis ein Unternehmen oder “die Gesellschaft” an den äußeren Bedingungen etwas ändert. Aber Sie haben Recht: wir stehen bei diesem Thema noch ganz am Anfang.

    Danke für Ihren Kommentar.

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  • Friedrich Neuner
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Vielen Dank für diesen Beitrag mit, wie ich finde, sehr vielen wertvollen Tipps!

    Ich selbst war vor zwölf Jahren als Führungskraft von einem “Burnout” betroffen, der mir eine Arbeit im Sinne von “Business as usual” unmöglich machte. Damals war “Burnout” praktisch noch ein Fremdwort, und nur durch großes Glück und einen sehr guten Arzt, fand ich relativ schnell auf einen gesunden Weg ins Arbeitsleben zurück.

    Dass das Thema “Burnout” zur Zeit in aller Munde ist, finde ich gut und wichtig. Auch wenn dieser Begriff dabei oftmals exemplarisch für eine Vielzahl psychosomatischer Beschwerden steht, führt es dazu, dass sich der Betroffene nicht mehr als “Einzelschicksal” wahrnimmt.

    Wenn man sich mit der Forschung auf diesem Gebiet näher beschäftigt, wage ich zu behaupten, dass diese noch in den Kinderschuhen steckt bzw. das Problem bisher noch zu eindimensional betrachtet.

    Erlauben Sie mir aus einer sehr interessanten, aktuellen wissenschaftlichen Arbeit zu diesem Thema zu zitieren:
    “In Bezug auf Burnout … sollte ein zentrales Anliegen der Forschung sein, die psychischen Belastungen nicht nur den Betroffenen in die Schuhe zu schieben (negative Einstellungen, falsches Selbstmanagement oder zu hohe Erwartungen). Effektive Prävention oder Therapie ist nur dann möglich, wenn auch potenziell pathogene Arbeitsplatzstrukturen verändert werden, Zeitdruck genommen und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Langfristig gesehen ist es nicht sinnvoll, nur die von Burnout betroffenenen Individuen zu therapieren. … Für die Burnout-Forschung heißt das, dass sie sich verstärkt der Frage zuwenden muss, was gesunde Betriebe und Organisationen ausmacht, anstatt sich nur auf die Bewältigungskapazitäten des Einzelnen zu stützen und somit Veränderungsprozesse der Arbeitsstrukturen, die mit erhöhter Belastung einhergehen, auf seinem Rücken auszutragen.” (http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/168662.html#inside)

    Darin sehe ich gerade für Unternehmen, deren Führungskräfte auf Strukturen im Unternehmen einwirken können und für dieses Thema sensibilisiert sind eine große Chance, sich diesem Problem nachhaltig zu stellen.

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  • Roland Kopp-Wichmann
    (1066 Kommentare)
    wrote:

    Interessante Metapher mit den “tiefwurzelnden” Bäumen. Denn Menschen mit einem Burnout, könnte man deuten, haben oft ihre Wurzeln verloren.

    Danke für den Hinweis.

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  • Martina Kempfer
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Hallo ihr Lieben, bei meinem massiven Burnout half letztendlich nur Vitalstoffe tiefwurzelnder Bäume nährstoffreicher und naturbelassener Wälder. Die pflanzliche Mineralstoffbalance der Bäume, die auf evolutionär erprobten Prinzipien basiert. Sie enthalten organische Mineralstoffe, diese gewährleisteten eine hohe Bioverfügbarkeit.

    Schon nach einer Woche habe ich mich wie neugeboren gefühlt — ich führe jetzt wieder ein erfülltes Leben mit mehr Freude als jemals zuvor. Schaut doch mal nach unter http://vude.de/s/sofortbioverfuegbar.
    LG
    Martina

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  • K.Martin
    (1 Kommentar)
    wrote:

    Beim Thema Burnout geht es ja immer um zwei Aspekte: Arbeit und Gesundheit. Ein Burnout entsteht dann, wenn sich beide Aspekte nicht mehr miteinander verbinden. Daher ist es wichtig, dass jeder Mensch sich fragt, was ihm seine Arbeit bedeutet und wie gesund diese für ihn ist. Zweifelsfrei kann man eine reale Erschöpfungsdepression nicht mit Hausmittelchen oder lapidaren “Arbeite weniger!”-Tipps heilen.

    Dennoch kann jeder viel dafür tun, Arbeit und Gesundheit besser zu verbinden und täglich etwas verändern um nicht dann erst hellhörig zu werden, wenn ein Erschöpfungssyndrom festgestellt wird. Das soll heißen: Es gibt viele Möglichkeiten seinen Arbeitsalltag gesünder zu gestalten, man muss nur wissen wie. Daher empfehle ich unsere “33 Tipps für mehr Energie im Berufs– und Privatleben” zum kostenlosen Download — mit vielen Linktipps und praktischen Übungen, die man auch direkt am Arbeitsplatz umsetzen kann. Ich freue mich auf jegliches Feedback!

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