Bei Schlägen geht es nicht um Erziehung, sondern um Macht und Ohnmacht.

Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?

Eikind angst xs fotolia 1445122 xs Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?n ernstes Thema, das ich auch unter dem Eindruck des Intensivseminars, das ich letzte Woche leitete, schreibe. Trotz etlicher Erfahrungen mit Menschen zu diesem Thema, bin ich doch immer wieder auf’s Neue betroffen, wenn ich miterlebe, wie körperliche Strafen, die jemand vor zwanzig, dreißig Jahren oder länger erlitten hat, sich auf das spätere Leben auswirken können.

 

Ich muss schon sehr genau hinhören und hinspüren, um mitzukriegen, dass jemand körperliche Gewalt in seiner Kindheit andeutet. Denn das Thema ist immer noch tabuisiert und vor allem auch schambesetzt. Doch wenn jemand beim Schildern seiner Biographie erwähnt, dass “es zu Hause streng zuging” oder der Vater “ziemlich autoritär war” oder “die Mutter keinen Widerspruch duldete”, werde ich meist hellhörig und frage nach, was der Betreffende damit meint.

Zur Sprache kommen dann zuweilen Schilderungen von heftigen Ohrfeigen und Prügeln mit Zaunlatten, Gürteln, Lederpeitschen, Baumzweigen, Kohleschaufeln, Teppichklopfern, Rohrstöcken oder bloßen Händen usw. Der Zeitpunkt ist oft unvorhersehbar. Wenn der “Elternteil schlecht drauf war”, wenn “man nicht schnell genug weg war” oder regelmäßig am Samstagabend als gefürchtetes Wochenendritual.

Ich frage auch immer nach, bis zu welchem Lebensalter geschlagen wurde und wie es aufhörte. Dabei erfahre ich, dass es meist in der Pubertät aufhört, bei manchen aber auch erst mit achtzehn, neunzehn Jahren, als sie sich entschlossen, auszuziehen. Manchmal hört der Elternteil von selbst auf, zuweilen auch nur durch die handfeste Drohung des Jugendlichen. Meist werden Jungen, speziell die ältesten, am meisten geschlagen, aber auch viele Mädchen.

Wie gehen Erwachsene mit der Erinnerung an Schläge in ihrer Kindheit um?

Eine häufige Form ist die Bagatellisierung.
Zumeist erkennbar an der Schlussfolgerung “Das hat mir aber nicht geschadet!”
Ich verstehe diesen Satz immer als den Versuch, den Konflikt zu lösen zwischen dem guten Bild, das man von den Eltern hat und den Szenen, wo man geschlagen wurde.

Häufig ist auch die Verdrängung.
Immer wieder berichten mir Menschen, dass sie an die ersten acht oder zehn Jahre ihrer Kindheit keinerlei Erinnerung haben. Kein Bild, kein Gefühl, nichts. Erst im Rahmen der gemeinsamen Arbeit kommt manchmal ein Stück schmerzlicher Erinnerung wieder zurück.

Welche Folgen haben Schläge in der Kindheit auf einen Erwachsenen?

Die Folgen sind mannigfach. Ich will hier nur einige der Konsequenzen und Entscheidungen nennen, die mir bei meiner Arbeit mit Menschen begegnet sind.

  • Angst und Vertrauensverlust in Beziehungen.
    Als Kind geschlagen zu werden, ist immer eine Situation, wo das Kind unbewusst Entscheidungen trifft. Wo es auf schmerzhafte Weise lernt, wie es in Beziehungen zugeht. Dass es um Macht geht. Dass man dem anderen, dem man vertraut hat, nicht trauen kann. Dass gleich wieder etwas passieren kann. Mögliche Folgen sind auch Gefühle des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit, des Verlassenseins, das man als Erwachsener immer wieder erlebt.
  • Beschränkte Konfliktlösungsmöglichkeiten.
    Wer geschlagen wird, fühlt sich hilflos und gedemütigt. Um damit in Zukunft umzugehen, gibt es nur wenige Strategien. Die eine ist, sich zu unterwerfen – und den vermeintlich Stärkeren heimlich zu verachten. Die andere ist, sich zu schwören, dass einem so etwas “später im Leben” nie wieder passieren wird. Und zwar indem man selbst stark wird.
  • Probleme in der Identitätsentwicklung.
    In Seminaren treffe ich hin und wieder auf ganz sanfte Männer, die  verständnis- und rücksichtsvoll sind, nie laut werden. Einerseits angenehme Personen, aber auch ein großes Stück aggressionsgehemmt. Oft fühlen diese Menschen selbst, dass ihnen eine größere Portion Männlichkeit fehlt.
    Wenn man dann in der Biographie forscht, was der Grund dafür sein könnte, graben wir zuweilen gemeinsam heftige Prügelerfahrungen aus. Frage ich, wie das “Nicht-Mann-Sein” und diese Erinnerungen zusammenhängen, hört man manchmal den einleuchtenden Satz: “Nur Männer schlagen!” Oder: “Ich wollte nie so werden wie mein Vater!”
  • Selbstwertprobleme.
    Wer geschlagen wird, erlebt, dass dem anderen seine Gefühle, Überzeugungen oder Regeln wichtiger sind als die eigene Person. Als Kind kann man noch schlecht unterscheiden zwischen sich und dem anderen. Kann zum Beispiel schwer erkennen, dass Eltern zuweilen überfordert sind (was kein Freispruch für Schlagen ist).
    Meist sucht das Kind dann nach einem Grund für die Züchtigung. Vor allem, wenn der schlagende Elternteil sich nicht entschuldigt und die Verantwortung für sein Ausrasten dem Kind zuschiebt, sucht man als Kind die Schuld bei sich selbst. Weil man zu frech war oder Widerworte gab. Weil man schlecht in der Schule ist. Weil man überhaupt auf der Welt ist.

    frau verbirgt gesicht sall photocase45sqbpyjwjad Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?

    Wer geschlagen wird, lernt frühe Lektionen über seinen Wert.

  • Abgrenzungsprobleme.
    Wer als Kind geschlagen wird, erlebt eine massive Grenzverletzung. Und hat in der Folge oft Probleme, sich als Erwachsener angemessen abzugrenzen. Also Nein zu sagen, es anderen nicht immer recht zu machen, auch mal andere zu enttäuschen etc. Auch eigene Grenzen zu spüren, zu respektieren und flexibel damit umzugehen, kann schwierig sein.
  • Probleme mit eigenen Kindern.
    Wer Gewalt als Mittel der Erziehung erlebt hat, spürt manchmal die Tendenz, sich auch so zu verhalten. Diese Gefahr ist umso größer, je weniger man sich mit dem eigenen Geschlagenwerden und den dabei erlebten Gefühlen auseinandergesetzt hat. Manche streichen ihren Wunsch nach eigenen Kindern auch ganz, aus Angst, sich in schwierigen Situationen nicht im Griff zu haben und ebenso zum Schläger zu werden.
  • Unkontrollierbare Aggressivität.
    Als geschlagenes Kind erlebt man enorme Wut und Zorn, doch müssen diese heftigen Affekte unterdrückt und verdrängt werden. Doch unterdrückte Gefühle verschwinden nicht. Oft bahnen sie sich einen Weg in zerstörerischen Aktionen gegen andere (Kriminalität) oder gegen sich selbst (Autoaggression, Suizid, Drogenmissbrauch).

Was kann man tun?

Darauf gibt es keine schnelle Antwort. Aber allgemein kann ich sagen, dass das Bewusstmachen des Erlebten – im Gegensatz zum Verdrängen oder Bagatellisieren – ein erster wichtiger Schritt ist. Schon allein damit kommt man ein Stück aus der “Kindheits-Trance” heraus, da man den eigenen erlebten Schmerz zum ersten Mal wichtiger nimmt als das Motiv der Eltern oder die heilige Fassade des “Was sollen denn die anderen Leute denken?”

schlagerei small photocase4wrvfvpz44fd1 Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?

Wenn man früh Opfer von Schlägen ist, trifft man Entscheidungen für das ganze Leben.

In weiteren Schritten kann man sich mit den schmerzlichen Erlebnissen auseinandersetzen. In einzelnen Fällen ist es möglich, mit den realen Eltern ein klärendes Gespräch zu führen.

Auch Eltern lernen manchmal dazu und können spät im Leben etwas bereuen oder falsch finden, das sie jahrzehntelang eisern verteidigten. Aber oft trifft man auch auf erneutes Unverständnis und eine Wand der Ignoranz (“Das bildest Du Dir doch alles ein!”)

Manchmal ist auch professionelle Hilfe nützlich,um in dem inneren Gespinst von Erinnerungen, Verdrängungsimpulsen und Verwirrung einen gangbaren Weg für sich zu finden. Letztlich aktiv zu werden im Sinne eines “Gut-für-Sich-Sorgens” ist auf jeden Fall besser als weiter im Leben in der Opferposition des geschlagenen Kindes zu verharren.

Es gibt weiteren Blogartikel von mir zum Thema hier …

podcastman Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein? Diesen Beitrag können Sie sich hier als Podcast anhören:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

article 32 Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein? Was sind Ihre Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema?

PS: Wenn Ihnen dieser Beitrag gefiel, dann sagen Sie es doch bitte weiter: auf Facebook, Twitter oder per Email.
… oder schreiben Sie einen Kommentar.
… oder abonnieren Sie neue Beiträge per Email oder RSS.

Foto: © – photocase.com:
jeecis, rotwild und ana.knipsolina

 Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?

328 Kommentare

  • [...] Welche Folgen hat es, wenn man als Kind geschlagen wird? [...]

  • Hallo Gerald,
    Ihren Bericht möchte man jeder Mutter oder jedem Vater in die Hand drücken, dem “mal die Hand ausrutscht” oder der seine Wut oder Überforderung nicht anders in den Griff kriegt, als diese am Kind abzureagieren.

    Welche Schäden das in der kindlichen Seele und Psyche anrichtet, haben Sie eindrücklich beschrieben – wie viele andere vor Ihnen hier auf diesem Blog. Sie schreiben auch, dass Sie es mit viel Geduld und professioneller Hilfe geschafft haben, die schlimmsten Folgen abzumildern und ein normales Leben zu führen. Das ist ermutigend für diejenigen, die Ähnliches erlebt haben und verzweifelt sind.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • gerald schrieb:

    ich kann mich erinnern, dass mich meine mutter mit vier jahren erstmals geschlagen hat. damals habe ich es überhaupt nicht verstanden weshalb, aber in den noch kommenden 14 jahren hatte ich noch genügend gelegenheit dazu. einen grund zum schlagen gab es alle mal, ob die note nicht gut genug war, weil ich auf einen freund am bus gewartet habe oder andere banalitäten oder einfach weil ich bloss geguckt hatte.

    doch irgend wann kommt der punkt, wo man es einfach nur mehr über sich ergehen läßt und resigniert. die angst vor einem fehler und sei er noch so klein, beginnt das leben zu bestimmen, ja regelrecht zu beherrschen und man beginnt aus der not heraus zu lügen, um nicht schon wieder bestraft zu werden. diese innere angst beginnt, einen regelrecht fern jeder logik handlungen zu setzen ohne darüber nach zu denken, ob es nun richtig oder falsch ist.

    auch das selbstwertgefühl sinkt beinahe auf den null punkt und man schämt sich für sein eigenes leben. nachdem meine eltern auch mit allen mitteln selbst meine große liebe zerstört hatten und auch die darauffolgende beziehung versuchten zu sabotieren, habe ich einen schlussstrich gezogen und mit hilfe meiner nun jetzigen frau es geschafft ein normales leben zu führen.

    ich möchte dazu ergänzen, dass ich auch ärztliche hilfe und medikamente zur unterstützung in anspruch genommen habe und auch noch nehme. rückblickend muss ich sagen, haben mir meine eltern 25 jahre meines lebens gestohlen und manche, für andere normale dinge, die für mich dadurch immer verschlossen blieben.

  • viviane anders schrieb:

    Ich finde diesen Artikel sehr interessant und es ist wirklich wahr das wenn man geschlagen wird oft Schäden davon bekommt. Ich finde es gut das jemand mal über dieses thema schriebt denn es spielt eine wichtige Rolle in unserem Lebn. Danke für die spannenden Informationen liebe grüsse viviane

  • Birgit schrieb:

    Hallo,
    ich bin froh diese Seite gefunden zu haben. Zwar wurde ich nie von meinen Eltern geschlagen oder ähnliches. Trotzdem interessiert mich dieses Thema, wie erwachsene Menschen damit umgehen, dass sie als Kleinkinder geschlagen wurden sehr und ich würde gerne mal mit Betroffenen sprechen. Leidet die Beziehung darunter, wie steht man jetzt in Kontakt zu den Eltern usw. Ich würde mich wirklich wahnsinig freuen, wenn sich jemand meldet. Ruft doch einfach bitte kurz an oder meldet euch per e-mail.
    089/520465813
    0176/61098181
    oder
    birgit.bulla@yahoo.de

    Vielen lieben Dank, ich freue mich auf eure Nachrichten.
    Ganz liebe Grüße,
    Birgit

  • Simone schrieb:

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel.

    Auch ich habe mich darin wiedererkannt. Bei mir haben sowohl mein Vater als auch meine Mutter mich geschlagen, aus “erziehungstechnischen Gründen” und weil sie es wohl selbst nicht anders kannten.
    Auf das gelegentliche Schlagen bin ich mittlerweile nicht mehr wütend, sondern viel mehr auf die Phasen, wo noch psychischer Druck hinzukam. Etwa, wenn mein Vater mich mittels Schlägen versucht hatte zu einem Wunderkind zu machen. Mit 4 musste ich ein Instrument spielen lernen. Er stand während ich übte immer hinter mir und schlug mich bei jedem falschen Ton. Es kommt mir heute noch vor, als wäre das ewig so gegangen.

    Wenn man mich allerdings fragen würde, wann das Schlagen aufgehört hat, würde ich nicht antworten mit: In der Pubertät (was eigentlich wahr wäre), sondern mit: Als ich gross und kräftig genug war, um selbst zurückzuschlagen. Denn dann, konnte aus dem Schlagen eine ernsthafte, gefährliche Prügelei werden, weil die ganze aufgestaute Wut der letzten Jahre in einem drin war.

    Heute kann ich furchtbar schlecht mit Wut umgehen und ich ertappe mich oft in Situationen, wo ich gerne zuschlagen würde (hab ich allerdings nie). Ich lerne jetzt, dieses “Zuschlagen” auf andere Weise zu zeigen, ohne, dass ich jemanden dabei verletzen muss (dafür mussten alte T-Shirts und Schokohasen dran glauben ;) ). Und vor allem lerne ich auch, diese Wut zu zeigen, anstatt sie in mich hineinzufressen.

  • Hallo Emma,
    ich glaube, da können Sie nichts tun. Ihr Ex-Freund scheint wenig beziehungsfähig zu sein, was eine Konsequenz seiner Erfahrungen in der Kindheit ist.
    Wenn er das nicht vor sich zugibt und wirklich ändern will, kann es sein, dass er immer wieder an diesen Punkt in Beziehungen gerät.
    Sie können ihn nicht retten. Er müsste das selber tun.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • emma schrieb:

    hallo…
    hmm ich gehöre nicht zu denen die geschlagen wurden,aber mein freund…und ich weiß nicht wie ich mit ihm umgehen soll oder wie ich versuchen kann ihm zu helfen…das problem dabei ist auch, dass ich das nicht von ihm weiß, das er geschlagen wurde…also weiß er garnicht dass ich es weiß…
    was sehr schwer ist , ist das er über nichts redet was ihn stört…mit niemandem…kein freund steht ihm so nah obwohl sie sich seit der 5.klasse kennen…er geht allen konflikten aus dem weg…das ist natürlich dann sehr schwer wenn ihn was stört…er sagt einfach nichts und hofft das es von alleine besser wird…er geht auch nicht auf ein gespräch mit mir ein und sagt nur ja oder so…er ist der meinung das streit in einer beziehung alles kaputt macht..er kennt es ja nícht anders…er hat nie liebe erfahren…wurde in seiner kindheit auch stark misshandelt und hat sehr große narben am körper…er ist nun 23 und ich bin seine erste freundin er ist ein wahrer prinz,ein ganz toller mensch:) aber er gibt so schnell auf..

    .ich muss ihm doch irgendwie begreiflich machen können das das normal ist meinungsverschiedenheiten zu haben und sich trotzdem zu lieben…ich habe immer von ihm verlangt das er mir mehr/öfter zeigen soll wie gerne er mich hat…das kann er einfach nicht..hätte ich das mit seiner kindheit ehr gewusst hätte ich das nicht getan..er denkt glaube ich das er es mir nicht recht machen kann und hat sich jetzt von mir getrennt…vielleicht bevor ich es tue (was das letzte ist was ich will) aus angst verlassen zu werden..?er zweifelt ziemlich schnell an sich…er hat schluss gemacht weil mich diese Kleinigkeit gestört hat…er ist einfach gegangen, ganz ruhig, hat kein wort gesagt… wir hatten noch kein einziges persönliches gespräch…ich denke er läuft weg…es war von heute auf morgen so…

    wir haben vorher von einem gemeinsamen urlaub gesprochen und einen tag später hat er schluss gemacht..obwohl eigentlich alles gut war…und dann per sms , er schreibt nur das er keine gefühle mehr für mich hat aber das glaube ich ihm nicht…und er redet wirklich mit niemanden…ich würde ihm so gerne helfen…und für ihn da sein…ich weiß nicht wie ich das hinbekomme…ich will ihn natürlich auch zurück haben…weil ich denke das es nur probleme sind die ihn stören die man beheben kann wenn er doch nur reden würde…und das was mich gestört hat, hat sich ja jetzt erledigt ich würde es nicht mehr verlangen…hmm vllt können sie mir ja helfen, ich würde mich sehr freuen….liebe grüße emmma…

  • Carsten schrieb:

    Hallo,

    habe mir grade den Artikel mal durchgelesen und hab mich tierisch erschrocken, wie sehr ich doch mein Verhalten dort wiederfinde.
    Auch ich wurde als Kind geschlagen. Mein Vater war damals meiner Meinung nach Kolleriker.
    Er war ständig arbeiten und wenn er dann mal zuhause war, gab es meistens nur Lack !
    Egal ob man mit einer 4 aus der Schule nach hause gekommen ist, ob man wiedersprochen hat, oder auch einfach nur gerade da war. Es wurde irgendwann so schlimm, dass ich, immer eine Stunde bevor mein Vater nach hause gekommen ist, mein Abendessen bekommen habe. Damit ich ihm bloß nicht über den Weg gelaufen bin. Danach verzog ich mich direkt in mein Zimmer und hab mich, so weit es ging, nicht mehr blicken lassen. Irgendwann war ich zuhause, und mein Vater kam in mein Zimmer. Als erstes wurde das Fenster geschlossen, damit die Nachbarn auch ja nix mitbekommen. Und dann wälzte sich mein Vater mit mir über dem Boden und ich erhielt eine ordentliche Tracht Prügel. Ich mußte aber auch schon mal in den Wald gehen und einen Stock besorgen, mit dem mich mein Vater dann verprügeln konnte. In der Pubertät war es dann so schlimm, dass ich an den Medikamentenschrank meiner Eltern ging und mir Schlaftabletten entwendet habe, die ich dann auch genommen habe. Beim erstenmal hab ich es mit 5 Schlaftabletten versucht. Außer einem guten und langem Schlaf zeigten die Tabletten jedoch keine Wirkung. Dann versuchte ich beim nächsten mal 10 oder 15 Tabletten (weiß ich jetzt nicht mehr genau). Am nächsten Morgen wurde ich dann geweckt und mußte zur Schule. Als ich im Bus war mit total schwindelig. Ich konnte nicht mehr erkennen, ob noch irgendwo ein Platz für mich frei war. An der Schule angekommen mußte ich mich direkt übergeben und wurde von der Schule nach Hause gebracht.
    Meine Eltern haben von all dem nichts mitbekommen. Sie sind davon ausgegangen, dass es ein Virus oder eine Magen-Darmverstimmung sei. Danach hab ich es aber nie wieder versucht.
    Damals habe ich mich auch fast total von der Außenwelt abgekapselt, wodurch ich natürlich in der Schule auch immer gehänselt wurde. Ich war so verschüchtert, dass ich aus Angst mit fast keinem gesprochen habe. Ich mochte noch nicht einmal im Unterricht sagen, wenn ich mal auf Toilette mußte. Lieber hätte ich in den Schulrucksack gemacht, als meinen Mund loszumachen.
    Heute bin ich mitte 30. Und ich finde, dass sich, seit dem ich alleine wohne, mein Leben um 180 Grad verändert hat. Ich bin ein lebensfroher Mensch geworden, der auch einen (für mich) recht großen Bekannten- und Freundeskreis hat. Jedoch plagen mich immer noch so einige Sachen. Und diese finde ich alle in dem Artikel wieder. Nur der letzte Punkt, die Unkontrollierbare Aggressivität, trifft nicht auf mich zu. Ansonsten hätte es auch ein Artikel über mich sein können.
    Ich hab mir für mein Leben folgendes vorgenommen: NIEMALS so werden, wie mein Vater.

    Mit freundlichen Grüßen
    Carsten

  • Hallo John,
    nein, mit Ihren Eltern können Sie das erst einmal nicht klären. Am besten, Sie suchen sich professionelle Unterstützung in Form einer Psychotherapie.
    Adressen finden Sie unter http://www.psychotherapiesuche.de und http://www.therapie.de .
    Dort können Sie Ihre PLZ und Ihr Problem eingeben.

    Alles Gute für Sie.

  • John schrieb:

    Auch ich bin sehr froh diese Seite gefunden zu haben. Ich wurde in meiner Kindheit sowohl physisch als auch psychisch angegriffen. Ich bin mittlerweile 20 Jahre alt und habe immernoch Tage und Wochen in denen ich mich nicht konzentriern kann weil diese Ereignisse mich so stark verfolgen.

    Ich bin der älteste Nachkomme in unserer Familie wurde daher schon als kleiner Junge zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen. Wurde diese von mir nicht tadellos verrichtet, wurde ich oft geschlagen, angeschrieen und vor vielen Leuten blosgestellt. Weswegen ich auch heute noch nicht diesen Leuten in die Augen schauen kann. Damals war ich der Meinung das diese garnichts dafür konnten. Heute frage ich mich aber warum diese nie eingegriffen haben.

    Meinen Eltern habe ich als Kind deswegen auch große Vorwürfe gemacht und mache dies auch heute noch. Meine Mutter sagt auch heute noch das sie davon so gut wie nichts mitbekam. oder sie nichts dagegen machen hätte können da die Gewalt meist von dem Vater meines Vaters ausging.

    Ich könnte hier noch endlos weiter erzählen jedoch würde mir dies glaube ich nicht helfen.

    Ich würde nun gerne von Ihnen wissen wo ich mich hinwenden kann um diese Ereignisse zu verarbeiten?!

    Mit meinen Eltern kann ich dies nicht tun weil auch heute noch keine Vertrauensbasis da ist.

    Auf Antworten freue ich mich.

    Gruß John

  • guten Morgen hel,

    mal habe ich mir diesen Artikel mit allen Kommentaren ausgedruckt, was dann ein ganzes Buch ergibt. Für einige gravierenden, immer wieder vorkommenden Bemerkungen – oft in Nebensätzen – habe ich eine Strichliste geführt. Mein Fazit ist:

    In aller Regel geht es bei dem Schlagen gar nicht um die Kinder. Die stören ja nur, sollen eher weggebrügelt werden. Allerdings beziehen die geschlagenen Kinder alles auf sich selbst, sehen sich im absoluten Mittelpunkt.
    Worum es wirklich geht, ist etwas, was die Schlagenden irgendwo, irgendwie selbst angestellt haben, was sie so sehr belastet. Das kann im einfachsten Falle die Ehe sein, die ungewollt ist, “wenn nur das Kind/die Kinder nicht wär/wären”.
    Oder es ist eine Fahrerflucht, Überforderung im Job, weil sie den nicht richtig gelernt haben, nicht können.
    Oder es ist eine schreckliche Leere in Herz und Hirn der Schlagenden, wofür aber die geschlagenen Kinder doch auch nichts können. Leere, mangelndes Interesse an Kunst und Kultur. (wer von der Schönheit ergriffen ist, welche gerade unser Land in seinen Kulturschätzen bereithält, könnte eigentlich niemals seine Kinder schlagen, meine ich.

    Ein Recht, das geschlagene Kinder haben ist, sich distanziert und kritisch anzuschauen, was die Schläger sonst so alles machen. Und sich dann distanzieren und immer kritischer werden, um

    zu lernen, sich selbst zu schützen.

    Dorthin zu gehen, wo Sicherheit gepflegt wird, wo man tief und frei atmen kann, angstfrei zu Bett gehen und morgens den blauen Himmel begrüßen kann, wo Menschen verantwortungsbewusst handeln, – das ist doch unser Recht. Und Du liegst genau richtig damit, Hilfe zu suchen, eine Hand.

    Denn der Schaden der da überall angerichtet wird ist tatsächlich noch weit größer, als es alle Kommentare hier zeigen (seit 50 Jahren erlebe ich nun solche irren Geschichten und dachte, das gäbe es heute nicht mehr…) “§13 Grundgesetz: Die Wohnung ist unverletzlich!”
    Ich meine: Das Kinderzimmer auch.
    Hel hat das hier ja gut hinbekommen, den Mut zusammen zu raffen und dann zu schreiben. Oft fehlen einem aber wirklich die Wort. Woher sollen die auch kommen, für das zertretene Herz eines eingesperrten Vögleins.
    An diamo, geh´ hin wo die Worte nicht reichen für Schönheit, Sicherheit und Respekt vor dem Leben. Von Herzen wünsche ich Dir Deinen angstfreien Platz, auf den ja jedes Kind ein Recht hat. Karl

  • hel schrieb:

    Ich habe selbst diese Erfahrung gemacht, bei mir wurde es aber erst im Jugendalter sehr schlimm, vielleicht weil ich ein Mädchen bin. Von 9-16 1/2J. um genau zu sein, wurde ich geschlagen (meine große Schwester war zuvor dran). Beendet habe ich dieses Drama, in dem ich Lehrer eingeweiht habe. Mittlerweile bin ich 20J. und komme damit noch immer nicht klar, deswegen lande ich auf diese Seite.
    Ich möchte mir jetzt professionelle Hilfe suchen und auch von daheim ausziehen, da ich nur das 5. Rad am Wagen bin od. Aschenputtel. Zum Putzen gut, aber zuhören können sie nur wenn ich gegen ihrer Vorstellung bin, deshalb wurde ich früher auch geschlagen. Noch heute versuchen sie mich zu lenken, aber mittlerweile habe ich kapiert, dass ich nicht so funktionieren kann so wie die es wollen.

    Jedenfalls habe auch ich mich zumindest teilweise in den Artikel wieder gefunden.
    Ich war aber nie ein Kind, dass die Welt nie richtig erkannte. Vielleicht war ich aber auch schon alt genug um zu wissen, was gut und was böse war..nur wollte auch ich nie meine Eltern als schlecht darstellen. Ich weiß sie hatten es selbst nie einfach, aber trotzdem haben sie in mir tiefe Spuren hinterlassen.

    Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass die Gewalt in der Familie zurück geht und ich wäre froh wenn ich irgendwie die Chance hätte irgendetwas zu verändern…
    Das ist eigentlich auch mein einziger Wunsch und eigentlich auch mein Lebensziel.

  • Sabagu schrieb:

    vielen dank an Ihnen beiden.
    Ich versuche damit zurecht zukommen. Aber das schlimmste ist eigtl die Zukunft. Mein Vater ist Albaner und ich muss jeden SOmmer mit in den Urlaub fahren für 4 Wochen. Dort kann ich die Sprache nicht. Wenn ich nicht mirfahre macht mein Vater Terror. Das heißt er macht einen psychisch fertig. ICh weiß nicht was ich tun kann um dem ganzen Theater zu umgehen da ich nicht mitfahren will.

  • Sabine schrieb:

    Guten Abend,
    seit Jahren belastet mich meine Kindheit/Jugend.Ich wurde über zehn Jahre von meinen “Vater” misshandelt. Aber nicht nur ich allein sondern auch meine sieben Geschwister. Und meine Mutter.
    Regelmäßig bricht deine kleine Welt zusammen. Du wirst beschimpft, gedemütigt und grundlos geschlagen. Egal ob mit dem Ledergürtel, dem Spaten, einem eingeweichtem Seil, einer Latte, dem Teppichklopfer oder was sonst noch so griffbereit war. Nach der Scheidung hat der Lebensgefährte mit leichterer Gewalt weiter gemacht.
    Wie soll man an das Gute glauben, wenn dein Leben immer nur mit Füßen getreten wird? Wie soll man lernen zu vertrauen, wenn dein Urvertrauen in die Menschheit dein ganzes Leben gebrochen wird? Wie soll man lieben können wenn man noch nie richtig geliebt wurde? Oder gar sich selbst lieben lernen, wenn man sich immer schmutzig und schlecht fühlt?

    Warum muss man als Kind erfahren, was Hass und Überlebensinstinkte sind? Warum muss man mit ansehen, wie Macht augeübt wird? Warum nimmt ein Mann eine Frau mit Gewalt wann es ihm passt? Warum muss man sich als Kind in den Schlaf weinen? Warum muss man lernen, andere mit seinem Leben zu verteidigen? Wie kann man jemandem eine zweite Chance geben wenn immer im Stich gelassen fühlt? Warum kann man sich nicht überwinden und das alles endlich hinter sich lassen?

    Wie finde ich endlich den richtigen Psychologen, der sich mein Vertrauen erarbeitet und es nicht einfach verlangt? Ich will das alles nicht mehr. Zu sehr belastet es mein Leben. Aber aus dieser Sache raus zu kommen ist nicht so einfach. Heute bin ich erwachsen und sechsundzwanzig Jahre alt, stehe im Berufsleben und leide an Depressionen ohne Antidepressiva zu nehmen. Ich will mein Leben nicht von einer Pille abhängig machen.

    Oft sagt man der Sinn des Lebens sei das Leben selbst. Tolles Leben! Oft war ich extrem wütend und zornig wenn es ungerecht zu ging. Traurig und hilflos wenn ich es nicht ändern konnte. Jetzt bin ich wie damals nach der Scheidung “auf Eis gelegt” damit mich nichts mehr berührt oder verletzt. Diese Blockade werde ich nicht mehr los. Damals hat es mich sechs Jahre gekostet sie los zu werden. Gar nichts ist verarbeitet – nichts! Alles nur verdrängt!

    An keinem Ort, wo ich jemals gelebt habe, fühlte ich mich zu Hause , bis heute. Immer noch fühle ich mich beziehungsunfähig. Da wird man einmal in seinem Leben das erste mal so geliebt wie man ist, und kann nicht zurück lieben, weil mich dieser Mensch, einmal als ich ihn am dringendsten brauchte – auch im Stich gelassen hat. Jeder hat eine zweite Chance verdient aber ich kann sie nicht geben. Mein Herz fühlt sich verschlossen an auf ewig. Denn dieser Mensch sollte mein letzter Versuch sein jemanden in mein Herz zu lassen. Wie oft wird man noch enttäuscht?

    Alle Menschen, die Ihre Kinder schlagen, verachte ich mit jedem Atemzug! Sie sind das Unschuldigste, was es gibt auf der Welt, es gilt sie zu schützen – auch vor ihren Eltern! Ich selbst verzichte auf Kinder! In was für eine Welt werden sie hinein geboren? Kann ich meinem Kind alles geben wonach es sich sehnt? Klar bin ich eine klasse Tante aber die Angst, mit meinem Kind zu verarmen, ist zu groß. Kaum Perspektiven für eine gute Schule/Ausbildung und Beruf! Es bricht mir das Herz darauf zu verzichten. Aber ein gebrochenes Herz reicht mir.

    Wie soll ich meinem Kind erklären, das unser Sozialverhalten uns von einigen Tieren unterscheidet. Wo doch der Mensch das größte Raubtier ist! Verschließt nicht eure Augen, wenn ihr seht, ihr werdet gebraucht. Verschließt nicht Eure Türe, wenn jemand um Hilfe bittet. Verschließt nicht eure Herzen, denn ihr schützt euch nicht,sondern schadet euch.

    An alle, die Rache wollten, für das was euch angetan wurde, es ist der falsche Weg! Lange wollte ich Rache,aber will man sich auf dieses Niveau runter lassen? Dann ist man wie der, den man über alles hasst. Die Gerechtigkeit findet ihren Weg und straft solche Leute, auch wenn es ewig scheint. Zweimal war ich an dem Punkt, all dem ein Ende zu machen und mein Leben aufzugeben. Doch dann dachte ich mir: Ich habe nicht um meine Geburt gebeten, doch ich versuche das beste daraus zu machen. Wenn ich aufgebe hat das Böse in der Welt was es will.

    Noch hab ich einen kleinen Funken Hoffnung, dass es irgendwann besser wird. Ohne Hoffnung, der Glaube an dich selbst und Liebe – ist alles, nichts! Man verzweifelt an diesen Altlasten und Problemen im täglichen Leben, aber aufgeben ist keine Option! Es gibt immer einen Weg – irgendeinen. Also gebt nicht auf!

    Ein großes Lob an Herrn Roland Kopp-Wichmann, der ein Tabu Thema bricht und aufmerksam macht! Meinen höchsten Respekt! Schön, das ich so einen Menschen finden konnte. An alle anderen: Wehrt euch! Lasst es nicht zu, das jemand euch oder euer Leben kaputt macht.
    Viele liebe Grüße an alle und an Sie Herr Kopp-Wichmann!
    Danke! ;-)

  • Hallo sabagu6,
    das ist wirklich eine schlimme Situation, in der Du da steckst. Und Du brauchst dringend Hilfe. Das Beste wäre, wenn Du zu einer psychologischen Beratungsstelle in der nächsten größeren Stadt gehst. Im Telefonbuch findest Du die am besten. Eventuell auch mit Deiner Mutter dahin gehen und darauf dringen, dass die Besuchssituation bei Deinem Vater nochmal besprochen wird.
    Wer so viel Schläge und Leid erfahren hat, ist oft traumatisiert, deswegen kriegst Du die Gedanken und Erinnerungen nicht aus Deinem Kopf. Da hilft Dir vermutlich eine Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin. Das Wichtigste ist, dass Du nicht versuchst, das alles alleine hinzukriegen und tapfer zu sein. Das ist zu viel für einen Teenager. Es hilft enorm, sich jemand anzuvertrauen, alles mal zu erzählen und dann nach Lösungen suchen.

    Alles Gute für Dich.

  • @sabagu … Glaub mir bitte, dass Du Dich hier meldest, ist das Allerbeste, was Du tun kannst. Und glaube mir bitte auch, dass mir dicke Tränen vor die Tastatur tropfen.
    Weil ich solchen Irrsinn kenne, leider.

    Heute Mittag habe ich nach langer Zeit meinen Therapeuten auf dem Kölner Hohenzollernring wieder getroffen. Er ist jetzt über 80 und er ist Jude. So kannte er den Wahnsinn, den Menschen Menschen antun können. Ich habe ihn umarmt. “Sie sehen gut aus!”, sagte er. “Ja, jetzt!”, antwortete ich. Aber alleine geht das nicht. (Die Verstrickung durch solch einen Horror, wie Du ihn beschreibst, ist so stark, dass man da hinausgeschickt werden muß, Schritt für Schritt, oder herausgezogen, kräftig und konsequent.

    Man kann etwas tun, möchte ich Dir damit sagen. Und es gibt viele Hilfsmöglichkeiten. Deine Zeilen machen den Eindruck, dass Du sehr mutig und entschlossen bist. Das ist gut. Alleine besteht die Gefahr, dass Du in Trauer und Verzweiflung stecken bleibst. (als ich so alt war wie Du, also vor 40 Jahren, hatte ich eine eigene Bude bei einer netten, schrulligen alten Dame, weil es für mich nie ein Zuhause gab, wie es ein Junge braucht. Ein Ausbilder hatte mich traurigen Kerl hinterm Zeichenbrett in der Lehre hervorgeholt im zweiten Lehrjahr und dann das Inferno für mich durch energische Schritte beendet. Dann wußte ich, man kann etwas tun. (auch mit 16 schrieb ich an den Schuldirektor der Gewerblichen Berufschule und bat um Versetzung, weil der Lehrer nur Witze erzählte und keinen Unterricht gab. Du hast ganz sicher auch so viel Mut.)

    Meine besten Wünsche sind bei Dir. Ganz sicher wirst Du eine Antwort vom Autor dieses Blogs erhalten. Und außerdem, hier sind viele feine Leute, die stehn alle auf Deiner Seite. {aber in Deinem Falle muß auch etwas geschehen, nur reden reicht ganz sicher nicht…}

  • sabagu6 schrieb:

    Ich bin sehr froh, dass ich diese Seite gefunden habe. Nun ich hoffe ihr könnt mir helfen!
    Ich bin 16 Jahre alt. Ich weiß, diese Seite ist eigentlich für Erwachsene, aber ich hoffe dies ist nicht so schlimm.
    Als ich ein Kleinkind war, so ca. 4 Jahre hat das alles angefangen. Mein Vater hatte mich oft geschlagen, weil ich im Wohnzimmr mit dem Spielzeug gespielt hatte. Er schlug mich mit der Hand, Gürtel und bewarf mich mit Zigarettenschachteln. Er woltle mich sogar umbringen… Er hielt mir ein Messer an die Kehle und sagte zu meiner Mutter:”sie ist meine Tochter!!!”
    Mein Vater schlug auch meine Mutter brutal. Er würgte sie sogar mal solange dass meine Mutter blaue Flecken am Hals hatte… ICh will mir gar nicht ausmahlen was passiert wäre wenn ich damals nicht dazwischen wäre! Meine Eltern haben sich dann getrennt als ich 7 Jahre alt war. Seitdem muss ich jede Woche zu meinem Vater einmal hingehen, weil er unglücklicherweise im selben Dorf wohnt wie ich.
    Nun es ist so, dass ich noch oft die Bilder im Kopf habe und nur wenn ich daran denke schon weinen könnte. Ich schlafe schlecht. Und ich kann das einfach nicht verarbeiten. Ich will meinen Vater hassen doch es geht nicht. ICh will die Vergangenheit vergessen doch es geht nicht. Ich kann vielen Menschen einfach nicht vertrauen und bin sehr sensibel.
    Ich hoffe Sie haben einen Rat für mich. Ich will dass es aufhört…

    Mit freundlichen Grüßen

    SAB

  • Hallo Wilfried,
    gerade arbeite ich Korrespondenz durch und finde diesen Link.
    Also nicht nur “ächten” müssen wir solche Dinge, sondern im Akutfalle auch etwas tun, damit das sofort stoppt.
    Wenn es dann nur das Schlagen wäre, nur die Wut, nur das, was man sieht und erinnert…
    Jeder Schmerz wird gespeichert. Dabei macht das Nervensystem keinen Unterschied zwischen physichem und psychischem Schmerz, es entsteht ein Schmerzgedächtnis. Immer steht ganz sicher auch Ablehnung dem Kind gegenüber auch dahinter; denn wenn das nicht so wäre, könnten Eltern das auch niemals tun, was sie da tun oder taten!
    Und aus dieser tief gespeicherten Erfahrung der Ungewolltheit macht das geschlagene Kind dann später Erfahrungen, die es ohne diese Irrsinnserfahrungen, niemals machen würde, tut Dinge, die es niemals tun würde, tut Dinge nicht, die es gerne tun würde, trifft folgenschwere Fehlentscheidungen, fällt immer wieder auf die Nase, wird möglicherweise zum Spieball anderer, hält an der Angst fest, weil es sonst nichts anderes kennt, sucht nach Ablehnung, weil sie ihm so vertraut ist, tritt die zarten Pflanzen von Wohlergehen wieder ein, weil die prägenden Erfahrungen zu Zeiten totaler Abhängigkeit dazu zwingen, den schmerzlichen, aber so vertrauten Gefühlszustand wieder herzustellen und das geschlagene, erwachsene Kind sieht später nur schwer, wenn da neue Augen sind, die ihm Liebe geben wollen, einfach echte Liebe, nur so.
    Und das ist das eigentliche Verbrechen schlagender Väter.
    Pass gut auf Dich auf. K.

    Ach, solch eine Peitsche gab es auch in unserer Bauernküche. Fünfzig einmeterzwanzig lange Lederstreifen an einem Knüppel. Immer wieder schnitt ich einige davon ab. Als keine mehr dran waren, haben sie Fenster geschlagen, Türen getreten. Der Krieg zuvor hatte wohl alle zerfetzt.

  • Wilfried schrieb:

    Ich wurde als Kind von meinem Vater mit einer Pferdepeitsche oft so schwer geschlagen, daß ich wegen der sichtbaren Folgen nicht zum Sportunterricht gehen durfte. Es hat mich jahrelang seelisch belastet und ich hatte einen Riesenhass auf ihn und auf solche Leute, die sagen “Schläge haben noch keinem geschadet”. Diese Menschen rechtfertigen nur ihre Gewalttätigkeit. Heute weiss ich, daß mein Vater nur seine eigene Wut und Minderwertigkeitskomplexe, damit kompensierte und der kleinste Anlass war ihm da Recht, um mich als Kind zu demütigen. Es hörte erst auf, als ich stark genug war, mich körperlich zu wehren. Es ist wichtig, daß solche Kindesmisshandlungen geächtet werden!

  • Hallo Klara,
    ja, Sie können es schaffen, wobei es dabei vor allem um Ihren Mann geht. Wer geschlagen wird, hat fast immer ein hohes Aggressionspotenzial in sich, Sie bemerken das ja an Ihrem Mann. Es könnte sein, dass das Verweigern von körperlicher Berührung auf Seiten Ihres Mannes von ihm aus eine Schutzvorrichtung ist. Weil er eben Berührung nur im Zusammenhang mit Gewalt und Schmerz kennt. Konkret, dass Berührungen bei ihm die Aggressionen triggern könnten – jedenfalls in seiner Phantasie.

    Den besten Weg, das zu heilen, haben Sie ja schon eingeschlagen. Ihr Mann braucht Therapie und vielleicht tun Ihnen als Paar ein paar Beratungsstunden auch gut.

    Auf Ihren Sohn hat das sicher einen Einfluss, Sie schreiben ja, wie verwundert er war über die Umarmung Ihres Mannes. Kinder lernen, was Beziehung ist, vor allem von den Eltern. Sorgen über seine Zukunft machen hilft da jetzt nicht viel weiter. Es liegt v.a. an Ihrem Mann, diese ungute Kette der Gewalt über die Generationen zu unterbrechen.

    Alles Gute für Sie – und danken für Ihren Kommentar.

  • Klara schrieb:

    Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,
    meine Problematik ist ein wenig wie der Kommentar von Tina. Auch ich bin nur eine Angehörige. Nur mit dem Unterschied, dass mein Mann und ich einen kleinen Sohn haben.
    Auch mein Mann ist als Kind vom Stiefvater geschlagen worden und somit vom Regen in die Traufe geraten.
    Auch das Verhältnis zu seinem leiblichen Vater ist nach wie vor sehr schwierig, es ist nicht die Schuld meines Mannes.
    Ich sehe, wie zerrissen mein Mann ist, wie wenig er in sich ruht, wie getreiben er ist. mittlerweile macht er eine Therapie bei dem gleichen Psychologen, bei dem auch ich Unterstützung suche für unsere situation.
    In kurzen Worten zusammengefasst: Mein mann scheint unfähig, speziell mit der Geburt unseres 3,5 jährigen Sohnes, mir irgendwelche Zärtlichkeiten geben zu können. parallel habe ich doch recht handfeste Beweise, dass er sich seine Bestätigung woanders holt, manchmal glaube ich, dass er neben diesen Frauentreffen auch eine Neigung für Männer hat.
    Wir streiten sehrviel, lange ging es um dieses Thema Zärtlichkeit. Das habe ich aufgegeben, ich erwarte nichts mehr von ihm. Ich glaube ganz einfach, er kann es nicht, Geduld habe ich wirklich sehr lange bewiesen. Diese Leben ohne körperliche Zärtlichkeit, von Sex ganz zu Schweigen ist für mich kein langfristiges Lebensmodell, aber es geht um etwas, es geht um eine Familie. ich merke, eigentlich will er diese Familie, aber er bekommt das nicht hin, wa ich mir wünsche. Ansonsten möchte er immer das es mir gut geht und spürt, wie alle menschen mit diesen Erlebnissen, ein hohes maß an Verantwortungsgefühl.
    Alarmierend ist für mich nur die Tatsache, dass unser kleiner Sohn dieses “Paket” mit aufgeladen bekommt, deswegen habe ich ihm diese Therapie so ans herz gelegt. morgen haben wir erstmals einen gemeinsamen Termin bei unserem Psychologen. Ich bin sehr aufgeregt deswegen. ich möchte dort zur sprache bringen, was mir wichtig ist, Zärtlichkeit und ein liebevoller Umgang. Mein Mann trägt Agressionspotenzial in sich, er hat mich schon zweimal in unseren heftigen Streitereien gewürgt. Beim letzten Mal habe ich dann gesagt, ich gehe, so etwas geht einfach nicht. Er hat mich nochmal mit lieben worten zurückgeholt, mittlerweile habe ich einfach Sorge, dass der nächste wutausbruch kommen wird.
    In seiner Kindheit galt er als “schwererziehbar”. Heutzutage ist er ein sehr erfolgreicher Mann.
    Wahrscheinlich ist das alles zu kurz, um es nachhaltig zu beurteilen, aber eine Einschätzung ihrerseits wäre sehr interessant.
    Am Sonntag habe ich meinen Mann gebeten, mich dort bitte auch einmal in den Arm zu nehmen und nicht wegzulaufen. Er hat tatsächlich getan. Unser Sohn steht daneben und fragt: papa, warum umarmst Du Mama?….wie traurig, er kennt nicht, das seine Eltern zärtlich miteinander sind. Da habe ich gemerkt, das ich Verantwortung zeigen muß. Das es so nicht weitergeht. ich möchte nicht, das der Kleine das Päckchen trägt.
    Wird er Schaden nehmen, wenn seine Eltern ohne Zärtlichkeit miteinander sindß Wird er mal ein gestörtes zu Frauen bekommen? Mache ich mir zuviele Sorgen.
    Auch mir fehlt natürlich etwas im Leben. ich merke nur, und er sagt es auch zu mir, es würde ihn in eine tiefe krise stürzen, würde ich ihn verlassen und um die kleine Seele unseres Kindes habe ich auch Sorge.
    Was tun? Glauben sie, dass man es schaffen kann, das alles gut wird? Oder ist es hoffnungslos.
    liebe Grüße, Klara

  • Hi Stephan,
    da befindet sich Dein alter herrischer Herr aber in reger Gesellschaft.
    In den 1950er Jahren waren die Männer alle total demoralisiert, – manche erschüttert, weil sie den Krieg verloren hatten, manche unbeschreiblich beschämt über das was sie selbst gemacht hatten und das was ihnen angetan wurde, was sie erlebt hatten -.

    Also, die “feine Gesellschaft” Deines Vaters sieht so aus:
    Der Mann, Kriegs-Spätheimkehrer, den sie mir vorgesetzt hatten, der mich mal mit einem blutig verschmierten Geburtshelfer-Strick (womit man die Kälbchen aus der Mutterkuh zieht) eine Stunde lang so geschlagen hatte (objektiv und nachweislich grundlos), dass sich die Fasern dieses Strickes auflösten, (er hätte auch eine Kette nehmen können, womit man die Bullen anband), der befand sich jahrzehnte später im Sterbezimmer meiner Mutter, ich hatte mein kleines Töchterchen auf dem Schoß.
    Klar, alle waren traurig. Meine Tochter fragte: “Papi, würdest Du mich jemals schlagen, weil die Ute, – (Vater Theologiestudent damals, Mutter Pädagogikstudentin) – die Ute wird immer furchtbar von ihrem Vater geschlagen und ihre Mutter hat sie getreten, die ist richtig hingeknallt!” meine aufrichtige Antwort: “Nein, niemals, auf gar keinen Fall, das mache ich nicht, Deine Mama nicht, hab´ keine Angst.”
    Im selben Moment kam der o.g. Mann, – (nicht mein richtiger Vater) -, aus dem Sterbezimmer, wo meine Mutter nach langem Krebsleiden den letzten Atemzug gerade hinter sich hatte, nickte bestätigend und kommentierte laut aber bestimmt:
    “Das hat noch niemandem geschadd!”

    “Hier will ich aber niemals wieder hin!”, sagte meine Kleine.
    `Du unbelehrbares Schwein! Der Teufel soll…´, dachte ich.

    Die unaussprechliche Unansprechbarkeit dieser Figuren (gibts auch Frauen / Mütter, wie aus den zahlreichen Kommentaren hier erschütternd bezeugt wird) hat mich Jahrzehnte beschäftigt.

    Aber, Sthephan, es geht wirklich nicht um diese Leute. Denn wir können deren defizitäre Lernbereitschaft nicht beheben.

    Es geht um Dich, dass das heilen kann, dass Du leben kannst – und Du hast da schon echt konstruktive Ansätze.

    `Vater´, `Mutter´, das sind Rollenbezeichnungen, Rollen, deren Merkmale & Aufgaben heißen: Beschütze dein Kind, sorge für seine Bedürfnisse, achte auf seine Wünsche, gib ihm echte Hinwendung, Achtsamkeit, entwickle deinen Respekt vor allem Leben und sei deinem Kind Freund, Gefährte mit ehrlicher Dankbarkeit für das Vertrauen, welches dir dein Kind entgegenbringt und die Liebe, die es mit euch ausleben will. Und dies ist nicht diskutierbar. Dann werdet auch ihr leben.

    Der Protagonist aus meinem Beispiel oben hat zahlreiche Kinder gezeugt, ist aber nie wirklich Vater gewesen. (dass Sexualität etwas ist, was wir Menschen alle gemeinsam haben, ein Leben lang, das wissen wir ja nicht erst seit Sigmund Freud – auch dafür hat jeder selbst die Verantwortung).

    Alles was ich sage, gilt nicht für die Ausnahmen, die Echten, die Aufrichtigen und die Achtsamen.
    Wenden wir uns doch denen zu, die Schutz geben, die zuverlässig sind, die lernen und von denen wir lernen können. Stephan, den mächtigsten Hebel, den Du hast, ist die ständige Entscheidung darüber, wohin Du Deine unschätzbar wertvolle Aufmerksamkeit richtest. (die Aufarbeitung ist wichtig, aufräumen, immer aufräumen,…”Das hat noch keinem geschadet”, doch, es blieben ein paar Gräber, die ich nie besuchen muß.

  • Stephan Schwerter schrieb:

    Thanks.
    Ich stand heute Nacht um 1 Uhr auf weil ich den “Alten”, seine Schläge und Erniedrigungen mal wieder nicht aus dem Kopf kriege.
    Manchmal wache ich halt einfach auf und will zurückschlagen, weil er sich dem Thema nicht stellt.
    Ihn zum Krüppel schlagen so wie er es mit mir gemacht hat.(seelisch)
    Der Focus ist aber falsch, es geht darum, bei mir selbst den Schaden zu finden, verstehen, beheben, daraus zu lernen und daran zu wachsen.
    Auf dem Weg zur Therapie geht es schon langsam los, die Wände wackeln, ich erkenne meine Verletztheit, die Aggression, realisiere es wenn ich im Alltag überreagiere weil ich noch so verletzt bin und kann es auch schon steuern.
    Allein schon die bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema hilft, gibt mir Kraft und Hoffnung.
    Eines Tages werde ich frei sein, frei von seiner Gewalt, so das ich über ihn lachen kann.
    Lachen hilft echt, und es fühlt sich auch besser an als Rachegelüste.
    Damals habe ich Rache geschworen, heute ersehne ich Sie, am Ende wird Verachtung stehen, denke ich.

    Ohne gute Freunde und Beziehungen wäre ich nie soweit gekommen, mich so wie heute zu verstehen und ernsthaft eine Therapie zu beginnen.

    So, jetzt geht es mir schon etwas besser.
    Ich will nach vorne schauen, nicht zurück.
    Der Alte Schläger verdient meine Aufmerksamkeit nicht sondern meine Freunde, Ihr hier und positive Menschen, denen Gewalt genauso ein Greuel ist wie mir.
    Mfg, Stephan

  • ja, ich würde unbedingt zu einer Fachperson gehen. Im Jugendamt sind oft Verwaltungsangestellte. Aber z.B. hier in Köln haben wir den Psychologischen Dienst der Stadt – in einer Lage, die jeder findet, neben der Rheinischen Fachhochschule im Mauritiusviertel. Das ist eine gute Anlaufstelle. Wirklich Fachpersonal. Ansonsten sind die Gesundheitsämter Anlaufstellen. Man fragt sich vorsichtig durch, bis man sich wirklich sicher und gut fühlt. Das weibliche Personal in Polizeidienststellen hilft auch diskret weiter, die kennen das gesamte Hilfsangebot in ihren Bezirken, …

    Nur etwas Mut, wenn Du nicht ein halbes Jahrhundert damit zu tun haben willst, geh und such Dir Hilfe. Man kann Traumata nicht ungeschehen machen. Aber ich meine:

    Du musst Dich unbedingt jetzt davor schützen, dass Dir später die ganze Familie, Verwandtschaft etc. Deine Realität nimmt, Deine Biographie verdreht, durch Beschwichtigungen und Rechtfertigungen wie:

    “Ach, das hat noch keinem geschadet.”, “fang nicht wieder damit an, das interessiert niemanden”, “da rutscht doch jedem mal die Hand aus, man muss auch verzeihen…”
    das reine Schlagen, also Backpfeife oder so ähnlich ist m.E. wirklich langweilig gegenüber dem eigentlich subtil daruter Liegenden: “ich Mutter/Vater, wollte(n) das eigentlich nicht, die Ehe nicht, die Kinder nicht, Dich nicht, ist halt so passiert, lasst mich in Ruhe, aber nur wegen Kind(ern) sind wir zusammen geblieben, – eigentlich wollte ich/wir etwas ganz anderes: aber fragt nicht, geht doch keinen was an, oder: “Du steigerst Dich da in was rein!” “So war das nicht!” “Du lügst!” usw. usf.
    Dann kommen die ganzen verqueren Mitleidskisten dazu: “Wie kannst Du nur Deiner armen kranken Mutter/Vater.” und “das ist schon so lange her, wozu wärmst Du das nur immer wieder auf?” sowie “haben wir nicht a-l-l-e-s für dich getan?”

    Nur Mut. Geh los und tu was Du kannst für Deinen Frieden. Viel Erfolg und alles Gute!

  • Giulia schrieb:

    Ich kann dass alles gut nach voll ziehen ,
    So wie herr karl hinkel gesagt hatte ich solle doch zum Jugendamt gehen ,habe ich es nicht getan ,es ist einfach die angst , die angst nicht zu wissen wenn man sozusagen seine eltern “verrät” beim jugendamt . . . Ich bin kurz davor es endlich zu sagen ,denn ich sage mir nach jedem Tag an dem Meine Mutter mich schlägt – ach das wird wieder ,das passiert nicht mehr . . aber es ist nur eine frage der zeit ,und dann passiert es wieder .Nun sind es 9 Jahre und es hat nicht aufgehört. Dann fragt man sich , wie lange hällt man das noch aus …

  • Hallo Lord David,
    in meinen Seminaren arbeite ich mit der These: “Das Symptom ist die Lösung.” Mit Symptom sind hier Verhaltensweisen gemeint, die wir immer wieder zeigen, mit denen wir aber unzufrieden sind oder darunter leiden. Diese “symptomatischen Verhaltensweisen” sind meist als Lösung für innere Konflikte zu verstehen. Und zwar als beste Lösung. Nicht als beste Lösung, die man sich vorstellen kann, aber als “beste Lösung”, die dem Betreffenden zur Verfügung steht.

    Die Mauer um Ihr Herz und Ihre Seele sowie die Persönlichkeitsspaltung sind solche symptomatische Verhaltensweisen. Sie tun es aber Sie leiden darunter, wissen aber keine Alternative. Dieser Ansatz hilft zu verstehen, warum wir manchmal etwas tun, mit dem wir unzufrieden sind, aber zu keiner anderen Verhaltensweise oder Einstellung fähig sind.
    Insofern sind solche Symptome immer auch psychische Überlebensstrategien.

    Was kann man dagegen tun? Es braucht dazu heilende, korrigierende Erfahrungen. Was Sie also mit zerstörtem Urvertrauen meinen, heißt, dass Sie lernen können, einem Menschen zu vertrauen. Das ist nicht leicht, weil die sysmptomatischen Verhaltensweisen – und die dazugehörigen Überzeugungen und Ängste – Ihnen dazwischen kommen werden. Mit anderen Worten: es braucht viel Zeit und Geduld. Und zwar auf beiden Seiten. Das heißt, es ist nur in einer stabilen Beziehung möglich. Das kann eine Partnerschaft sein oder eine therapeutische Beziehung.

    Das ist einer der Gründe, warum ich hier öfters eine Therapie empfehle. Denn allein aus sich heraus kann man das nicht schaffen. Es braucht dazu eine Beziehung. Und viel Liebe und Geduld auf beiden Seiten.

    Danke für Ihren Kommentar – und alles Gute.

  • Lord David schrieb:

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich selbst bin über Jahre von meinen Eltern Missbraucht und geschlagen worden. Bei mir hatte das zur Folge, dass ich meine Persönlichkeit gespalten habe. Das ganze ist nicht bewusst passiert, es hat sich über die Jahre entwickelt. Ich habe eine Mauer um mein Herz und meinen Seele gebaut, welche so dick ist, dass keiner mehr an mich heran kommt. Ich fühle mich oft sehr Einsam.
    Meine Frage ist, wie passiert das, dass sich eine Persönlichkeit spaltet? Was kann man dagegen tun? Mir wurde mal gesagt, dass meine Eltern mir mein Urvertrauen (wenn es so etwas gibt) zerstört haben, kann man das wieder erlernen?

    Vielen Dank für Ihren tollen Blog.

    Lord David

  • Hi Fe… und noch schöne Feiertage und ein gut beginnendes neues Jahr!

    Alles, alles was Du berichtest, kommt mir sehr vertraut vor. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass man das nicht alleine schafft. Und es ist auch nicht mit einem Buch oder “guten Ratschlägen” getan.

    Also such Dir Hilfe. Meine Erfahrungen waren positiv, es hat gedauert, aber es lohnt sich auch. Vielleicht muss man anfangs etwas suchen, um den richtigen Therapeuten zu treffen.

    Betroffenheit ändert alles. Gerade schaue ich mir die James Dean Filme noch mal an. In “Jenseits von Eden” kann man ja schon studieren, wie das so läuft rundum mit den Verharmlosungen, Rechtfertigungen, Verwirrungen usw.

    Übrigens, bei einem Nebensatz, den Du zu Deiner Arbeit sagst, läuten bei mir Alarm- und keine Weihnachtsglocken. Das klingt so, als fändest Du, dass die Einschüchterung und das daraus resultierende “Funktionieren” am Arbeitsplatz etwas Positives wäre.

    Anpassung ist keine Lösung. Und selbst dann, wenn Du Dir sehr viele Fähigkeiten zulegst und in der Arbeit brillierst, ist das wie Abhauen. Und Abhauen löst das Problem nicht.

    Auf jeden Fall kann ich nach allem, was ich nun seit über 50 Jahren sehr bewusst beobachte, sagen: Du hast die besten Chancen, für Dich eine Klärung zu erreichen, dann wirklich zu leben. Jedenfalls kannst schon mal ausdrücken, worum es Dir geht. Die allermeisten Menschen können oder wollen allein das schon nicht.

    Aber wenn man dann `befreit´ ist, sieht man das Theaterspiel in seiner Umwelt ja immer noch. Allerdings bezieht man das nicht mehr alles auf sich. M.E. ist dies
    einer der ganz schlimmen Punkte:

    Diese unterdrückenden und verwirrenden Familienverhältnisse erzeugen einen Mechanismus, dass man später jedes Grinsen anderer, jede Bemerkung und Dinge, die einfach geschehen, auf sich bezieht.

    In diesem Blog gibt es viele gute Artikel. Einige davon sagen z.B. “Veränderungen sind schwer, aber möglich.” oder “Gefahr erkannt heißt nicht automatisch Gefahr bebannt.” aber auch “Zuerst kommt die Erkenntnis: Ich habe ein Problem, und Ich möchte/will/muss und werde etwas ändern.

    Ach und zum Schluss möchte ich kurz Herrn Kopp-Wichmann für die viele gute Arbeit danken und den großen Nutzen, den ich persönlich davon haben durfte.

    Alles Gute! Karl Hinkel, Köln

  • Hallo,
    Ihr Bericht klingt fürchterlich. Das sind die Folgen der Misshandlungen, die Sie erlitten haben. Damit brauchen Sie sich aber nicht abzufinden. Aber Sie brauchen dringend Hilfe. Suchen Sie sich einen Psychotherapeuten (weiblich oder männlich), der mit Ihnen diese frühen Traumatisierungen bearbeiten kann. Dann wird vielleicht nicht alles wieder gut aber sehr vieles deutlich besser.

    Therapeuten finden Sie hier: http://www.psychotherapiesuche.de oder http://www.therapie.de

  • Fe... schrieb:

    Ich wurde als Kind von meinem Vater geschlagen bzw. in den Keller gesperrt und von meiner Mutter psychisch fertig gemacht.

    Seit dieser Zeit gibt es kein Ich im eigentlichen Sinne mehr.
    Ich reagiere nur auf äussere Reize.
    Ich adaptiere und setze eine Maske auf, welche in der entsprechenden Situation passend scheint. Es kommt mir vor als sei ich der Charakterspiegel meines gegenübers.

    Komischerweise kommt mir dies bei der Arbeit zugute…

    Ich hatte noch nie eine Beziehung und bin mitte 20.
    Jedesmal wenn ich es probiert habe, musste ich feststellen, dass ich zwar lieben kann, jedoch nur in meinem innern. Dies hat für den anderen den Anschein ich wäre gefühlsmässig tot.

    Ich probiere dann die Maske fallen zu lassen, nur um immer wieder zu sehen, dass dahinter nichts mehr existiert bzw. was existiert so abartig und relativiert ist, dass es diese Person unmöglich lieben kann.
    Auch bin ich dann vor Angst wie erstarrt.
    Jede Aktion meinerseits könnte ja den geliebten Menschen verscheuchen oder könnte zu viel von mir preisgeben.

    Ich habe es langsam satt. Das einzige was für mich in dieser Welt wirklich von Bedeutung bleibt mir verschlossen.

    Die Weihnachtszeit ist meist schlimmer als der Rest des Jahres. Mit den Eltern und der Schwester zusammen sitzen und so tun als ob alles super wäre. Ich fühle meinen Eltern gegenüber überhaupt nichts, nicht einmal für meine Schwester welche mir nie etwas schlechtes angetan hat, jedoch hat sie das andere geschehen lassen und es selber nie erleben müssen…

    mfg

  • Rose schrieb:

    Hallo zusammen!

    Ich finde ihre Website sehr gut!

    Ich bin noch jung und wurde schon als
    kleines Kind geschlagen. Mein schlimmstes
    Erlebnis war als ich 6 Jahre alt war und unsere Heizung kaputt war. Mein Vater
    beschuldigute mich sie kaputt gemacht zu haben. Er sperrte mich für einen ganzen Tag lang in mein zimmer

  • Thomas Heister schrieb:

    Nabend zusammen.
    Ich finde den Beitrag richtig gut formuliert und auch die Webseite gefällt mir.

    Momentan fängt es bei mir wieder an, dass Ich an meine Vergangenheit anfange zu denken weil meine Freundin mit dem Thema Kind anfängt.

    Ich habe, wie oben geschrieben, Angst den selben Fehler wie mein Vater zu machen.
    Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, fallen mir direkt die schlechten Sachen ein die mein Vater mit meiner Mutter, mit Mir und meinen 2 Geschwistern angestellt hat wenn Ihm mal irgendwas nicht gepasst hat.

    Ich bin mittlerweile 21 Jahre alt und die Gewalt ist im Alter von 10-14 Jahren passiert, bis meine Mutter sich geschieden hat, danach war mit Gewalt Ende.

    Meine Mutter und meine Geschwister haben nach einer Weile drüber geredet, doch Ich habe dies nicht getan, doch nicht weil es mir egal war, ich schaffte es einfach nicht.

    Fast jede Woche überrumbelt mich die Trauer das Ich mich frage warum macht meine Kindheit (Vergangenheit) mein Leben so traurig..

    Angst und Vertrauensverlust in Beziehungen, Beschränkte Konfliktlösungsmöglichkeiten, Abgrenzungsprobleme sind die Sachen die in mir sind.

    Ich glaube mittlerweile meine Kindheit kontrolliert mein Leben und meine Zukunft und es macht mich kaputt, auch wenn man es mir nicht anmerkt.

  • Doch Guilia, gehe zum Jugendamt oder einer anderen Beratungsstelle. Hier in Köln haben wir den “Psychologischen Dienst der Stadt Köln” z.B. in der Schaevenstraße neben der Fachhochschule. Einfach hingehen und sagen: “Ich brauche einen Ansprechpartner. Bitte helfen Sie mir weiter.” Denn alleine kriegt man das nicht auf die Reihe. Mitleid, Scham und Hass sind absolut unproduktiv, helfen niemandem weiter. Du gewöhnst Dich nur an solche Gefühle und Reaktionen. Verschwendete Zeit, verschwendete Energie. Später wirst Du nur verzweifeln, weil Dir sonst niemand zuhört, Dir keiner glaubt. Also geh sofort und such Dir Hilfe. Jugendamt ist erst mal gut. Frag Dich durch, bis Du an der richtigen Stelle bist. Hier in Deutschland haben wir, bei allen Mängeln, die man aufführen könnte, eine sehr gute Versorgung. Aber Hilfe muss gewollt sein. Du musst gehen.

  • giulia schrieb:

    Hallo mein name ist giulia mein altern möchte ich nicht verrat ,aber ich bin noch jung .
    Ich habe mir all die Kommetare durchgelesen .
    In dem Bericht von “bea” erkenne ich mich selbst wieder .Alles was die dame schildert lief oder läuft bei mir genauso .
    Trotzdem hatte und habe ich immer angst vor dem Ereigniss das sich abspielen wird wenn ich etwas gegen die gewalt tue .Was wird passieren wenn ich es dem Jugendamt erzähle ,dies sind so dinge die ich mir nicht erklären kann und deswegen rede ich nicht darüber und verfalle langsam in gleichgültigkeit ,was meiner meinung das schlimmste ist .

  • Katja schrieb:

    s. unter you tube
    joan baez
    “sind so kleine hände”

  • Simon schrieb:

    Hallo, ich habe heute phasenweise noch darunter zu leiden, das ich als Kind geschlagen worden bin. Die Phantasien äußern sich dadurch, dass ich früher in ein Puff gegangen bin, und mich habe schlagen lassen. Oft bin ich in einer Strumpfhose geschlagen worden. Deswegen ziehe ich heute gerne noch Strumpfhosen an. Oder ich befriedige mich und stelle mir vor, ich werde von meiner Mutter geschlagen. Jetzt bin ich in einem Forum drin, wo man sich in seiner Phantasie schlägt im Chat. Das Thema nervt mich, weil es Energie kostet. Ich habe auch schon etliche Therapien gemacht. Wie geht es Euch damit. Anscheinend scheint das Thema heute modern zu sein, wenn man die verschiedenen Spanking-Foren sieht.

  • Hallo Selini,
    es ist leider oft so, dass man das, was man erlebt hat, unbewusst an seine Kinder weitergibt. Eine Therapie mit Ihrer Tochter zusammen zu machen, halte ich in deren Alter nich für angebracht. Allenfalls getrennt könnte das Sinn machen. So wie es aussieht, braucht aber Ihre Tochter vor allem professionelle Unterstützung. Studieren ohne fertig zu werden ist oft der unbewusste Versuch, nicht ganz erwachsen zu werden. Entweder weil man die Verantwortung scheut oder weil man glaubt, die Eltern würden einem noch etwas schulden.

    Zu Ihnen: ich denken, dass Sie Ihre Tochter loslassen müssen. Das fällt natürlich umso schwerer, wenn man Schuldgefühle bezüglich der Erziehung hat und mitbekommt, dass es der Tochter nicht wirklich gut geht. Doch ihren Weg muss Ihre Tochter alleine gehen. Wenn ein Gespräch über die Vergangenheit nicht möglich ist, bleibt die gute Möglichkeit, ihr einen langen Brief zu schreiben nach dem Motto: “Was ich Di schon immer mal sagen wollte.” Und da schreiben Sie einfach alles rein, was Sie bedrückt und was Sie ihr mitteilen möchten.”

    Ihre Tochter muss darauf nicht antworten. Der Brief ist auch in erster Linie für Sie, zum Loslassen und Abschiednehmen. Denken Sie auch daran, jenseits der Schläge haben Sie Ihrer Tochter auch sehr viel Gutes mitgegeben.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • selini schrieb:

    Ich bin leider eine Mutter, die,vor allem, ihre sehr lebhafte Tochter (ältestes Kind)geschlagen hat. Dass ich auch geschlagen wurde, soll keine Entschuldigung sein.

    Ich habe mehrmals versucht, mit meiner Tochter darüber zu reden, nicht nur, um mich zu entschuldigen, sondern auch mit ihr darüber zu reden, ihre Gefühle heute und damals kennen zu lernen, und evtl.mit ihr eine Therapie zu machen. Und natürlich möchte ich auch nicht, dass sie noch nicht vorhandene Kinder einmal schlägt. Nun studiert sie schon seit 10 Jahren,ist sehr intelligent und bringt auch ihr 2. Studium nicht zu Ende.

    Ihr Temperament wandelt sich oft von bösartigen Beschuldigungen über heutige Ereignisse bis zu Bewunderungselegien auf mich. Nach der letzten Beschimpfung, bei der sie nicht bekam, was sie wollte, habe ich ihr auch per SMS mein Bedauern und Verständnis für ihre Reaktion mitgeteilt, doch gleichzeitig klar gemacht, dass ich nicht ihrer Meinung bin. Ausserdem habe ich ihr gesagt, dass ich sie lieb habe, aber nichts mehr gehört.

    Ich freue mich auf einen Kommentar und beantworte auch gerne weitere Fragen. Danke

  • Tina schrieb:

    Hallo!!!

    Ich weiß nicht so richtig ob ich hier richtig bin aber ich erzähl euch einfach mal die Storie.

    Es geht nicht um mich sondern um meinen Freund. Wir sind jetzt seit 1,5 Jahren zusammen ich weiß das ist noch nicht viel, aber ich habe immer mehr mitbekommen das er ein Problem hat. Und zwar ein sehr starkes ego und selbstwertgefühl.
    Seine geschichte fäng schon in der frühen Kindheit an. Mit 6 trennten sich seine Eltern und seine Mam fand einen neuen der ein trinker war und zu gewalt neigte. Er wurde sehr viele Jahre über, von seinen Stiefvater Geschlagen/verprügelt und runtergemacht so das sein selbstwertgefühl gleich null war. ein Bs: wäre: er isst gerade, der Stiefvater kommt rein und nimmt ihn ohne grund den teller weg und schmeisst meinen freund mit voller wucht vor den herd und prügelt ihn in sein Zimmer. er durfte auch nie raus mit anderen was machen. Nach sehr langer zeit trennte sich seine mam von den Kerl. der Junge war dann aber schon 16. Nach den rauschmiss des Stiefvaters holte der junge alles nach was er versäumt hatte. Ging auf partys, machte mit weibern rum, hatte freundinen aber nie lang. und er hat einige dinge in den beziehungen gemacht die nicht korrekt waren. nun ist der kleine junge von damals schon mitte 20 und jetzt komme ich ins spiel. ich habe seit einigen Monaten erfahren (Durch andere Frauen erfahren) das er heimlich mit ihnen SMS schreibt oder per internet, also nie persönlich sich trifft oder so. Das sind aber keine normalen sms, sondern sms die mir weh tun und ihm sein selbstwertgefühl und sein ego streicheln bzw etwas erhöhen. er will von ihnen hören das er gut aussieht,das er ein toller typ ist, er flirtet sehr stark mit ihnen um das zu bekommen und ihm sind in den moment meine gefühle oder das ich da bin egal. Als ich es herausgefunden habe war ich natürlcih stock sauer und traurig. und ich habe ihn gefragt warum und er sagte aus egopflege und stärkung des selbstbew.. er sagte auch das er mir nicht weh tun wollte und es ihm leit täte (unter tränen) er es versuchen will das er sowas nicht nochmal mahct er aber nicht weiss ob er stark genug dafür ist.
    Ich habe es schon oft bemekrt das er zu wenig selbstbewusstsein hat privat, beruflich ist das anders, da is er fit wie ein Turnschuh und er weiß auch was er kann.

    Nun frag ich mich ob sein verhalten was mit den schlägen und den selbstbewusstseinsverlusst von früher zu tun haben. Als ich nämlich mal tiefer bei den thema gebohrt habe was fürher war blockte er nach ner zeit ab und als ich mich einmal nicht abblocken ließ und wirklch tief in seine seele geschaut habe´, fing er an mit weinen und ich habe seine wahren gefühle zu den thema gesehen. Er ist insich zursammengebrochen.

    Und nun denk ich das das geschreibe mit den anderen Frauen nur ein hilfeschrei ist um sein selbstbewusstsein Bzw ego für ne kurze zeit aufzubessern. Ist das so? und wenn ja was kann ich für ihn tun oder machen. Ich sage ihn schon sehr sehr oft was für ein toller kerl er ist und das er gut aussieht und ich ihn einfach über alles liebe und was er in seinem leben erreicht hat einfach der hammer ist und ich mega stolz auf ihn bin.

    Aber ich weiß einfach nicht weiter und mir dämmert es langsam das es halt mit seiner kindheit zusammenhängen könnte. bitte um hilfe!!

  • Hallo Bea,
    ich glaube, Sie brauchen Distanz zu Ihrer Mutter. Einmal räumlich, wenn das geht, aber vor allem innerlich sollten Sie sich ablösen.

    Ihre Mutter und Sie sind auf eine Weise miteinander verstrickt, dass es keinem gut tut. Ihre Mutter kann Sie offenbar auch schlecht im Guten loslassen. Das wäre aber wichtig für eine normales Verhältnis zwischen Ihnen.

    Wie den meisten, die hier schreiben, rate ich Ihnen zu einer guten Psychotherapie, um die Folgen des Schlagens und der unglücklichen Beziehung mit Ihrer Mutter zu verarbeiten – und sich dann auf eine gute Weise zu lösen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  • bea schrieb:

    Ich finde Ihre Seite sehr gut. Ich erkenne mich (ich wurde als Kind geschlagen) wieder und auch das Verhalten meiner Mutter haben Sie auf den Punkt gebracht “das bildest du du nur ein” etc.

    ich bin 20 jahre und habe heute ein sehr schwieriges verhältnis zu meiner Mutter. Die Gefühle ihr gegenüber bewegen sich im bereich Mitleid, Hass, Schämen.Ich wurde von ihr geschlagen (auch mit Gegenständen) und ich kann mich an Vorfälle vor dem vierten LJ erinnern. Ich denke das hat viel in mir kaputt gemacht. Verwirrenderweise hat sie plötzlich damit aufgehört, als ich ca. sechs Jahre alt war (und nur noch hin und wieder geschlagen bis zu meiner Pubertät) und sich aufopfernd gegeben.

    Also mit einem mal hat sie mich völlig geschont mit Hausarbeiten und mir immer Geschenke oä mitgebracht. Das problem dabei ist, dass ich mich sehr distanziert hatte und eher kalt geworden war. Das wirkte dann auf Bekannte und Verwandte sehr komisch, da meine Mutter doch immer so gut zu mir war, weil sie ja alles für mich gemacht hat. Nun kam man zu der Schlussfolgerung, dass ich verwöhnt sei und ich sei schuld dass es ihr nicht gut geht, weil ich so ein “böses” Kind war.

    Noch heute macht sie mir Schuldgefühle,wenn ich irgendein Problem anspreche! Dann ist sie auf einmal sehr traurig und ich fühle mich schlecht -ich denke es ist nicht meine schuld, dass ich keine richtige Beziehung zu ihr aufbauen kann. Dann tut sie mir wieder leid, weil ich weiß dass sie eigtl. irgendein Problem hat. Wenn ich sie darauf anspreche, wird sie oft wütend und ich bekomme eine aggressive Antwort. Ich kann nicht bei ihr sein ohne Aggression zu verspüren. Das hat zur Folge, dass ich ebenfalls gemeine Dinge zu ihr sage. Ich hätte gern ein gutes/normales Verhältnis -was kann ich tun ?

  • Der Runde Sichfreuender möchte ich mich anschließen. Das Verstehen ist immer ganz prima. Und bei einer so zentralen Sache ist Verstehen ein Meilenstein.
    Was RKW sagt, dass Verstehen und Integrieren nicht Verzeihen heißt (aber heißen kann) und auch nicht Vergessen oder anschließendes Verdrängen zur Folge haben muß ist auch wichtig.

    Was ich erlebt habe in der gleichen Thematik: ein sehr langes Ringen um Verstehen, dann ein ebenso langes schrittweises Integrieren, stückchenweise Verzeihen (aber das war dann gar nicht mehr so spannend) und ein Akzeptieren der sehr hohen Empfindsamkeit und des besonderen Sicherheitsbedürfnisses – das war dann wiederum spannender und irgendwie schön, ein ernsthafter Weg zurück zu mir selbst.
    Was bleibt: Wachsamkeit, Achtsamkeit, die erlangte Bewusstseinsstufe, das Wissen um den Wert von Echtheit (was rar ist, ist teuer)
    Und aufmerksam beobachte ich das ja nun seit einem halben Jahrhundert. Irgendwie hat sich nicht viel geändert. Die Prügelstrafe wurde offiziell vor noch gar nicht so langer Zeit abgeschafft, aber echte Veränderungen sind schwer. Die Mißbrauchsstatistiken von Kindern haben sich nicht sehr geändert. Vielleicht wird weniger zugeschlagen, aber der Stress ist nicht weniger. Es gehört verdammt was dazu, die Welt ein Wenig besser zu machen.

  • Gabi schrieb:

    Hallo Kurti,

    ich freue mich wirklich für Sie. Ich hab es auch ähnlich erlebt vor einiger Zeit. Es tut sich plötzlich die MÖglichkeit auf es anders sehen und fühlen zu können. Abgetrennter. Und ich denke das ist ganz wichtig. Sie sollten jetzt auf sich stolz sein. Alles Gute!

  • Lieber Kurti,
    Ihr Bericht hat mich berührt und ich freue mich sehr, dass Sie das erlebt haben.

    Sie schildern etwas, von dem ich weiß, dass es wichtig ist, das man aber nicht “machen” kann. Ich verstehe Ihre Worte so, dass Sie nach langer Zeit Ihre Eltern als Ihre Eltern akzeptiert haben und Ihren Frieden mit ihnen gemacht haben. Das ist ein enormer Schritt, denn er erfordert, dass man darauf verzichten muss, den Eltern die Schuld zu geben für das, was sie getan haben. Das heißt nicht, dass man ihnen verzeihen muss oder sollte.

    Wenn man zu früh verzeiht, verrät man damit fast immer den inneren Teil in sich, der eben verletzt wurde. Akzeptieren ist etwas anderes. Akzeptieren beinhaltet, dass man seine Eltern als seine Eltern annimmt – trotz all dem Schlimmen, das sie einem angetan haben mögen. Und man versteht auch, dass sie nicht anders handeln konnten. Theoretisch ist es leicht zu fordern, dass sie hätten anders handeln können. Aber in der Praxis konnten sie eben nicht anders.

    Die Entwicklung, die Sie beschreiben, ist die Ernte von einer langen Auseinandersetzung mit allen Tiefen. Davor scheuen viele zurück und suchen ihr Heil in der Verurteilung der Eltern oder im Konservieren des Hasses, für den man gute Gründe hat. Doch zum Friedenmachen mit den Eltern eignet sich Hass überhaupt nicht. Es geht ja darum, als Erwachsener sich von den Eltern abzulösen und mit dem Hass bindet man sich weiter an sie.

    Das mit dem Brief ist eine gute Idee. Vielleicht antworten Ihre Eltern darauf, vielleicht auch nicht. Wichtig ist, dass Sie auf einer inneren Ebene sich von ihnen gelöst haben.
    Zu dem Thema gibt es auch ein Video von mir hier …

    Danke für Ihren Kommentar, Kurti, und alles Gute für Sie weiterhin.

  • Kurti schrieb:

    Hallo zusammen,

    ich schreibe ja nun schon eine Weile hier mit und habe sicher so manches Mal meinen Standpunkt doch sehr vehement verteidigt. ;-)

    Heute schreibe ich, weil ich nach 14 Jahren mit meiner Vergangenheitsbewältigung durch bin.

    Vor zwei Wochen etwa passierte in mir etwas, was ich gefühlsmäßig noch nie vorher gefühlt hatte, also nicht kannte. Und wenn mir, wer auch immer, jemals gesagt hätte, du, pass auf, auch dir wird es irgendwann so ergehen, dann hätte ich ihn für verrückt erklärt…

    Doch nun ist alles anders.

    Das Ganze hatte so ungefähr drei Tage gedauert, bis ich begriffen hatte, was passiert war. Zuerst war da nur ein merkwürdiges Gefühl, dass sich in meinem Innern etwas grundlegend veränderte. Am zweiten Tag wurde ich mir darüber bewusst, dass es etwas mit meinen Eltern und meiner Vergangenheit zu tun hatte. Und am dritten Tag war es dann so, dass ich keinen Schmerz mehr in mir spürte, wenn ich an meine Eltern, ihr Verhalten mir gegenüber und die schrecklichen Dinge dachte, die sie mit mir gemacht hatten.

    Zuerst konnte ich es gar nicht glauben und auch jetzt noch bin ich sehr skeptisch, aber die Schmerzen kamen nicht wieder.

    Anstatt der seelischen Schmerzen spüre ich jetzt Verständnis für meine Eltern, für ihr Verhalten und für ihre Liebe zu mir.

    Deswegen kann ich auch nicht sagen, dass ich meinen Eltern vergeben hätte, sondern ich habe verstanden. Ich kann auf ein Mal mich in sie hineinfühlen und begreifen, dass alles, was sie mit mir getan und nicht getan haben, aus bester Absicht und aus Liebe geschah.

    Es hört sich womöglich sehr merkwürdig an, was ich hier schreibe, aber es ist die Wahrheit. Und ich glaube auch nicht, dass es nur eine Phase ist, sondern dass ich endgültig so fühlen werde.

    In meinem Innern konnte ich die Tür zu meiner Kindheit ohne Angst endlich schließen.

    Ich habe einen Brief an meine Eltern geschrieben, wo ich um Entschuldigung gebeten habe, denn ich wollte sie nie wirklich verletzen und ihnen weh tun. Vielleicht kommt noch mal ein Kontakt zustande, vielleicht auch nicht, beides Optionen, mit denen ich umgehen kann. Die Entscheidung dazu liegt bei meinen Eltern.

    14 Jahre habe ich sozusagen eine Art Trauerarbeit für jede Erinnerung geleistet, die mir weh getan hat. Jetzt ist diese Arbeit getan, die Trauerarbeit abgeschlossen. Es fühlt sich merkwürdig an, aber ich bin froh, dass ich vor 14 Jahren damit angefangen habe und ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist. :-)

    Ich danke allen, die meinen Weg ein Stück mitgegangen sind, ich hoffe, dass ich dabei niemandem zu sehr auf die Füße getreten bin. Es war schön, sich auf dieser Ebene auszutauschen. :-)

    Zunächst werde ich mich erst ein Mal ausruhen und dann mal sehen… wo mich der Wind hintreibt…

    Auf Wiedersehen, Kurti

  • Hallo Kurti,
    natürlich brauchen Prozesse, Technologien und alles Neue nicht nur Befürworter, sondern auch Opponenten.
    Das Internet ist mir z.B. gerade sehr behilflich, meinem Neffen bei seiner sehr komplexen und äußerst umfangreichen Diplomarbeit zu helfen. Da geht alles ganz flugs.
    Und glaube mir bitte, es macht uns beiden und allen, die das mitbekomen, einen Heidenspaß.
    Ich beschäftige mich mit dem Internet auch noch nicht so lange, obwohl ich seit 1980 mit EDV aufgewachsen bin.
    Es ist zunächst mal eine gute Möglichkeit der Kommunikation. Früher, 80er, 90er Jahre haben wir sehr viel mehr Fahrten im Vertrieb gemacht. Besonders auch die Multimedialen Möglichkeiten sind doch hervorragend.
    Recht hast Du, dass man auf sich, seinen Geist, die Psyche und auch auf die Überforderung durch das ständige Multitasking achten sollte.
    Schönen Abend.
    Karl

  • Kurti schrieb:

    @Karl

    Das Internet ist die größte Illusionsmaschinerie, die ich kenne. Die Menschen, die ja angeblich hinter den Nicknames stehen sollen, befinden sich hinter schier endlos verlaufenen Kabeln und würde man sich auf der Straße begegnen, würde man sich nicht ein Mal wahr nehmen.

    Auch dieser Blog hier ist Illusion, eine Ansammlung von verschiedensten Lebensgeschichten und es spielt dabei keine Rolle, ob sie wahr oder erfunden sind.

    Was zählt ist doch nur die Fiktion, um die Illusion so perfekt wie nur möglich zu machen.

    Wenn der Rechner aus ist, sind all die “Menschen”, die einen angeblich mögen, wieder verschwunden.

    Ich verachte diese Methode zu sehr, um mich darauf ernsthaft einlassen zu können.

    Kurti

  • sonja schrieb:

    Ich habe in meinem vorherigen Beitrag schon etwas angedeutet, was ich gerne separat weiter ausführen möchte. Jeder Mensch empfindet das Erlebte anders und manche hier sind mit der Aufarbeitung vielleicht schon viel weiter als andere, weshalb wir uns nicht angreifen sollten. Dazu möchte ich gerne ein tragisches Ereignis aus meiner Familie erzählen.

    Vor 10 Jahren hatte ich einen Traum, in dem sich ein Cousin von mir das Leben genommen hat. Er war 8 Jahre jünger als ich, weshalb ich ihn nur von Familienfesten kannte und ansonsten keinen Kontakt zu ihm hatte. Ich war total schockiert. Noch schlimmer war allerdings, dass sich ein 3/4 Jahr später herausstellte, dass es sich um einen Wahrtraum gehandelt hat. Mein Cousin hat sich als 18-jähriger nach einem Autounfall, bei dem nichts außer Blechschaden passiert war, das Leben genommen.

    Auch dieses Ereignis habe ich in der letzten Zeit aufgearbeitet. Im Gegensatz zu mir war er ein Wunschkind und ein Sohn (wie ihn sich mein Vater so sehr gewünscht hätte) und er hat mit Sicherheit nicht einmal annähernd soviel ertragen müssen wie ich, aber das spielt keine Rolle. Für ihn war das was er erlebt hat genauso schlimm, sodass er es an jenem Morgen nicht mehr geschafft hat seinem Vater unter die Augen zu treten und den harmlosen Unfall zu beichten. Ob er geschlagen wurde, weiß ich nicht, aber ich bin mir sicher, dass er unter dem viel zu hohen Erwartungsdruck meines Onkels gescheitert ist und nicht als Versager dastehen konnte/wollte.

    Als ich Ende letztes Jahr kurz vor dem eigenen Suizid stand, fing ich natürlich wieder an, an meinen Cousin zu denken, und da ist mir zum 1. Mal die Parallele aufgefallen. Sein Vater ist ein Bruder meines Vaters. Von den 6 Kindern meines Großvaters waren 2 auf dem Internat (Gymnasium) und jetzt ratet mal, welche 2 das waren. Genau, die beiden Intelligentesten haben ihre Kinder am schlechtesten behandelt. Mein Onkel ist Gymnasiallehrer; mein Vater Verwaltungswirt (Stadtkämmerer). Ich kann gut nachvollziehen, dass mein Cousin nicht mehr konnte und aufgrund des Traumes den ich hatte, bin ich mir sicher, dass es ihm schon mindestens 1 Jahr vor seinem Tod nicht mehr gut ging (damals habe ich ihn das letzte Mal gesehen wo mein Unterbewusstsein unfassbares aufgeschnappt hat).

    Am schlimmsten geht es doch oft in den Familien der Mittelschicht zu, wo jeder Normalität vermutet. Deshalb verschweigen die Opfer die Realität und spielen der Umwelt ein normales Elternhaus vor, obwohl ihr innerstes um Hilfe schreit. Ich war übrigens gerade mal 1 Jahr älter, als mein Cousin als ich zum 1. Mal an schweren Depressionen erkrankte und zum 1. Mal ernsthaft an Suizid gedacht habe. Alles Folgen einer Kindheit und Jugend, die mir von meinen Eltern genommen wurde.

    Wenn ich an meinen Cousin denke, sehe ich einen kleinen Jungen mit schönen großen Augen in Latzhose vor mir, der sich damals schon nicht richtig frei bewegen konnte. Im Endeffekt spielt es heute keine Rolle mehr ob er nur psychisch, physisch oder auf beide Arten misshandelt wurde aber klar ist, es gab auch bei ihm schon früh Anzeichen für Einschüchterung durch seine Eltern. Ich denke es wäre sehr wichtig wenn Erzieherinnen und Pädagogen besser auf verhaltensauffällige Kinder geschult würden. Auch zu stille Kinder sind verhaltensauffällig und entwickeln sich u.U. nicht normal. Es ist sicher nicht im Interesse einer Gesellschaft, psychisch kranke Menschen hervorzubringen. Vielleicht hätte meinem Cousin und mir rechtzeitig geholfen werden können…

  • sonja schrieb:

    Ich bin wirklich so froh diese Seite gefunden zu haben. Es hilft mir mit meinen Gefühlen besser umzugehen, wenn ich lese, dass andere mit den gleichen Problemen kämpfen. Jeder von uns hat auf eine andere Art und Weise eine schlimme Kindheit hinter sich, die ihn bis heute verfolgt. Deshalb möchte ich Euch bitten, Euch nicht gegenseitig anzugreifen. Jeder Mensch empfindet das erlebte anders.

    @Kurti: Es macht mich traurig, dass Du glaubst, niemand würde Dich um Deiner selbst wegen lieben. Was ist mit Deiner Frau, mit der Du Kinder hast? Warum glaubst Du nicht gut zu Deinen Kindern zu sein?
    Wir alle machen Fehler in der Erziehung aber ich bin mir ganz sicher, dass mein Mann und ich unserem Kind viel bessere Eltern sein werden als meine jemals waren. Unser Kind wird ja erst in den nächsten Monaten geboren aber ich beschäftige mich schon jetzt mit den Kinderbetreuungsmöglichkeiten (hier auf dem Land).

    Als ich vor ein paar Tagen zu meinem Mann sagte, dass ich gar nicht weiß, wie ich bei den Öffnungszeiten unsere Kind hier in den Kindergarten schicken soll, da meinte er nur, er sei ja auch noch da (er arbeitet im Gegensatz zu mir nur wenige Kilometer entfernt). Das ist der Unterschied zu meinem Vater – er war nie da wenn die Familie ihn gebraucht hätte. Sei für Deine Kinder da, dann bekommst Du auch etwas zurück und wenn es nur ein Lächeln ist, ein lustiger Abend bei dem Ihr Euch zusammen wohlfühlt, egal was – Eltern sind für Kinder zunächst die wichtigsten Menschen und werden nicht von Anfang an gehasst.

    Hätten uns unsere Eltern als die Menschen, die wir sind akzeptiert und respektiert, würden wir uns heute vermutlich blendend mit ihnen verstehen anstatt mühsam unsere Vergangenheit aufzuarbeiten. Gerade unsere schlechten Erfahrungen und die Erkenntnisse, was schief gelaufen ist, was uns bis ins tiefste Innere verletzt hat, befähigen uns doch es bei unseren Kindern besser zu machen. Ich will nicht daran glauben dass Du kein guter Vater bist und dass Dich Deine Kinder nicht lieben.

    Für mich ist das Wichtigste, mich von meiner Familie abzugrenzen, die mich niemals so nehmen wird, wie ich bin. Meinen Eltern ging es wirklich immer nur um sich. Mein Mann möchte, dass es mir besser geht und freut sich sehr auf unser Baby. Die Schwangerschaft war nicht immer leicht, denn leider haben Schwangere mit Depressionen ein sehr hohes Fehl- und Frühgeburtsrisiko, weswegen ich mich schon seit langem schonen muss. Mein Mann ist einfach für mich da und erledigt jegliche Arbeiten im Haushalt, die ich nicht mehr machen darf, ohne sich jemals zu beschweren. Bei meinem Vater wäre das undenkbar gewesen. Auch Menschen wie wir treffen auf Menschen, die es wirklich gut mit uns meinen. Nur wir müssen dann auch einen Weg finden solche Menschen in unser Herz zu lassen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird niemals weitergegeben.Erforderliche Felder sind mit einem * markiert.

Newsletter abonnieren

Comments links could be nofollow free.