Krise im Job oder Jobverlust – und wie Sie in 90 Tagen Ihr Comeback starten.

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Coaching / EFFEKTIVER FÜHREN / Gesundheit / Karriere / Persönlichkeit

Ein Interview mit dem Coach Bernd Sieslack.

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Als ich in jungen Jahren bei der Dresdner Bank war (kennt jemand noch den Namen?) war mir klar: „Wenn ich nicht goldene Löffel klaue, kann ich in der Bank schrittweise nach oben steigen und irgendwann von hier direkt in Rente gehen.“

Doch das Berufsleben hat sich dramatisch verändert.

Gute und sehr gute Leistungen sind kein Garant mehr für die Dauer eines Arbeitsverhältnisses in der freien Wirtschaft. Auch Ihre Loyalität und die vielen Überstunden und dass man Ihnen mal eine große Karriere im Unternehmen versprochen hatte – alles vorbei!

Es kann ganz schnell gehen – und der gute Job ist weg.

Die Gründe sind ähnlich:

  • Zwei Unternehmen haben fusioniert und man braucht nur noch einen EDV- Leiter.
  • Die Firma wurde aufgekauft und die neuen Besitzer bringen ihre eigenen Leute mit.
  • Rigide Sparmaßnahmen werden beschlossen und Ihre Position wird einfach gestrichen.
  • Ein neuer Chef kommt – und die Chemie zwischen ihm und Ihnen stimmt von Anfang an nicht.

 

Job weg. Und was jetzt?

Mancher kann jetzt auf sein gut gepflegtes Netzwerk zurückgreifen,macht  ein paar Anrufe und hat zwei, drei Termine für ein Vorstellungsgespräch.

Vielleicht meldet sich auch gleich ein Headhunter und verspricht, dass man sich keine Sorgen und ihn nur machen lassen müsse.

Doch selten läuft es so glatt.

Es kommt auch sehr auf die individuelle Fähigkeit an, mit Krisen umzugehen. Und auf die persönliche Situation.

  • Vielleicht hat die Familie sich gerade für das lang ersehnte Eigenheim hoch verschuldet.
  • Die Kinder sind noch klein oder Nachwuchs ist gerade unterwegs.
  • Andere Belastungen wie Krankheit oder Pflege der Eltern strapazieren bereits das Budget von Kraft, Zeit und Nerven.

Die Krise, die eine Kündigung auslöst, bedeutet fast immer hohen psychischen Stress, bis hin zum Schock.

Die Existenzangst kann einen tage- oder wochenlang lähmen. In dieser Situation ist es schier unmöglich, einen kühlen Kopf zu bewahren.  Doch den braucht man, um keine Fehler mit nachteiligen inhaltlichen und finanziellen Folgen zu machen.

Und wer zwanzig Jahre oder länger seinen Posten innehatte, weiß auch gar nicht mehr, was es heißt, heute einen Job zu suchen, sich zu bewerben oder einem gewieften Personaler gegenüberzusitzen.

Was man jetzt braucht, ist ein Spezialist.

Doch wie findet man den? Eine Internet-Recherche liefert in zehn Minuten hundertundeins Angebote von Coaches oder Agenturen, die durchaus ansprechend ihre Dienstleistung anbieten.

Doch wer passt? Und die Zeit, erst einmal zwei Wochen mit der Suche nach dem richtigen Coach oder Berater zu verbringen – die haben Sie nicht.

 

Hier empfehle ich einen Spezialisten.

Ich empfehle selten jemand, schon gar nicht hier auf dem Blog. Denn mit einer Empfehlung bürgt man ja immer ein Stück mit für die Arbeit des Empfohlenen. In diesem Fall tue ich das mit einem guten Gewissen.

Bernd Sieslack ist Experte für emotionale Führung. Als Vorstand von Sparkassen und Dienstleistungsunternehmen hat er mehrere Jahrzehnte Veränderungen erfolgreich gemanagt und Krisen gemeistert.  Sein Erfolgsrezept: Den Menschen in den Mittelpunkt des Handelns stellen.

Als Unternehmer hat er in den letzten Jahren selbst erlebt, wie Beschleunigung und Informationsflut den Alltag von Mitarbeitern und Unternehmen dramatisch verändern – und seinen Weg heraus gefunden.

Heute hilft der 63-jährige Vorstand und Personalexperte Führungskräften und Mitarbeitern aus der Krise – oder dabei, die nächsten Karriereschritte zu erreichen.

In meinem Nordsee-Urlaub hatte ich Gelegenheit Bernd Sieslack, den ich seit Jahren kenne. zu besuchen und ein Interview mit ihm zu führen.

 

Herr Sieslack, Sie haben nach das Business gewechselt, wie kam es dazu?

Nach mehr als vierzig Jahren als Vorstand und Unternehmer verspürte ich zunehmend den Wunsch, noch mehr an andere weiterzugeben, was ich kann, gelernt habe und erfahren durfte. Heute freue mich jeden Tag über meine freiberufliche Tätigkeit als Coach und Berater, dies dazu noch in wunderbarer Umgebung.

 

Hatten Sie in Ihrer bisherigen Karriere auch einen Berater bzw. Coach an Ihrer Seite?

auto eingeklemmtAuch ich wurde mit persönlichen und beruflichen Krisen konfrontiert.

Ich habe mir in diesen Situationen immer wieder jemanden gewünscht, der meine Verantwortung und meine Aufgabenstellung im Business beurteilen kann, der mich versteht und weiß, wie es mir geht und mir hilft, neue Handlungsoptionen oder eine neue Struktur zu finden, mir einfach das Gefühl gibt, ich stehe nicht alleine da.

Dabei habe ich erfahren, dass es nicht leicht ist, jemanden mit diesem Hintergrund und Erfahrung aus der Praxis zu finden.

 

Was unterscheidet Sie von anderen Coaches und Beratern?

Es ist sicher ungewöhnlich, beide Seiten des Geschäfts zu kennen, d. h. die jeweils unterschiedlichen Sichtweisen zu verstehen und daraus die beste Lösung abzuleiten. Wer wie ich alles selbst erlebt und erfahren hat – die Höhen wie die Tiefen – weiß, wo es sich lohnt, den Hebel anzusetzen und wo eben nicht.

 Dazu kommt mein Ansatz der Beratung. der auf die jeweiligen Bedürfnisse des Klienten zugeschnitten wird. Das kann von der Annahme und Bewältigung der Krise, über die Arbeit an der Persönlichkeit bis hin zur Vorbereitung auf schwierige Situationen, wie Konflikt- oder Bewerbungsgespräche gehen, und zwar bei „Rund-um-Verfügbarkeit“.

 

Jetzt bieten Sie ein besonders Format für Menschen an, die ihren Job verloren haben.

Ja, ich nenne es „In 90 Tagen zum Comeback!“ und  ist ein Coaching, um auf die berufliche Krise eines Jobverlusts aktiv zu reagieren. In den 90 Tagen unterstütze ich meine Klienten in allen Bereichen – bis zur Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrages.

Das beinhaltet u. a. viele organisatorische Fragen, wie die Einhaltung von Fristen, das Treffen von Vereinbarungen, den Blick auf das Zeugnis, auch das Hinzuziehen eines passenden Fachanwalts.

Aber genauso wichtig ist mir die menschliche Seite. Ich weiß genau, wie sich mein Klient fühlt, was es bedeutet, da reingekommen zu sein. Aber eben auch, dass es Möglichkeiten gibt, da wieder raus zu kommen und das sogar gestärkt.

 

Und wie gehen Sie genau vor?

Der Blick nach vorne ist sehr wichtig. Damit man nicht in dem emotionalen schwarzen Loch versinkt, das sich während der Krise auftut. Eine Kündigung ist nicht das Ende. Ich rate allen dazu, offen damit umzugehen, negative Gefühle wie Frust, Wut und Selbstzweifel zuzulassen aber nicht in blinden Aktionismus zu verfallen.

Nach der Analyse der Trennungsumstände beginnt die konkrete in die Zukunft gerichtete Arbeit: Erfolge und Qualitätsmerkmale werden herausgefiltert, um sich ausschließlich auf die Stärken des Klienten zu konzentrieren. Hier geht es um die genaue Zieldefinition und den persönlichen Auftritt. 

Bewerbungsunterlagen und Anschreiben werden professionell erstellt. Die bevorstehenden Bewerbungsgespräche mit potentiellen Arbeitgebern stellen für viele Klienten eine extreme Hürde dar, denn Interviews dieser Art haben sie in der Regel seit Jahren nicht mehr geführt. Also zeige ich, wie Bewerbungsgespräche aufgebaut sind, welche Frage- und Antworttechniken sich anbieten und welche Bedeutung die Körpersprache hat. Dies wird in einem praktischen Training geübt.

Eine passende Marktstrategie muss mit dem Klienten entwickelt werden. Welche Zugänge zum Arbeitsmarkt versprechen Erfolg? Und wer sind die passenden Ansprechpartner? Für Führungskräfte bietet sich zumeist der verdeckte Arbeitsmarkt an. Ein Drittel aller Jobs wird dort besetzt. Das bedeutet in erster Linie intensive Kontaktpflege und geschicktes Netzwerken in den Business-Portalen, wie zum Beispiel XING.

Auch für die intensive Vorbereitung auf Auswahlverfahren stehe ich zur Seite. Und rückblickend auch für die Analyse der gelaufenen Bewerbungsgespräche oder etwaiger Absagen. Wie sind diese zu bewerten, was sollte man in Zukunft schärfen, was weglassen?

 

Also ein sehr intensiver Prozess?

Ja, und zwar bis zur Vertragsverhandlung, denn hier geht es um die Einschätzung des Marktwertes und das Formulieren von Gehaltsvorstellungen. Auch beim Umgang mit der Probezeit, Flexibilität und Mobilität berate ich meine Klienten, denn diese Phase ist entscheidend. Hier geht es um die unmittelbare Vorbereitung auf den neuen Job und den Einstieg ins neue Unternehmen. Jetzt werden die ersten Noten vergeben und meine Klienten sollen hervorragend abschneiden.

 

Sie haben für Ihren Standort Sylt gewählt.  Warum?

Für mich verkörpert Sylt den idealen Ort, um Stress einfach mal hinter sich zu lassen, auf die Pausetaste zu drücken, anzuhalten. Das ist nicht nur für mich, sondern insbesondere für meine Kunden von höchstem Wert. Schon nach kurzer Zeit am Meer fühlt man sich wohler, entspannt und gut. Die Kombination von frischer Luft und Bewegung lässt auch die Gedanken freier werden.

Ich erlebe in meinen Coachings immer wieder, wie es Menschen hier schon nach wenigen Tagen besser geht, sie ihre Handlungsfähigkeit wiederfinden und es gelingt, in absolut vertraulicher Atmosphäre einen Plan zu entwickeln, wie es für sie weitergehen kann. Hierbei unterstützt und inspiriert die Insel mit ihrer einzigartigen Natur.

 

Dabei spielt Ihr Hund auch eine kleine Rolle?

Ja, Rieke ist manchmal meine Co-Beraterin. Wenn Sie unruhig wird, vermute ich, dass wir auf der falschen Fährte sind. Nach einem Themenwechsel meinerseits oder wenn der Klient mehr Kontakt zu seinen Gefühlen findet, wird sie wieder ganz ruhig und ich weiß, hier geht’s lang.

 

Sie haben Ihr Unternehmen wertschaetzung.net genannt. Was bedeutet für Sie Wertschätzung?

 Wertschätzung ist für mich die beste Währung. Ich glaube, dass Anerkennung und Wertschätzung dazu führen, dass sich Menschen motiviert engagieren, leistungsfähig sind und dadurch ein glücklicheres und erfolgreicheres Leben führen.

Von daher zieht sich der Begriff Wertschätzung wie ein roter Faden durch mein Leben und berührt auch bei vielen anderen Menschen ein wichtiges Thema.

 

Mein Fazit:

In meine Persönlichkeitsseminare kommen auch öfter Führungskräfte, die eine schwere Krise erleben. Sei es durch einen Jobverlust, eine lange Phase des erfolglosen Bewerbens, einen Burnout, eine durch die Existenzangst ausgelöste Ehekrise usw.

Und ich habe dadurch auch einen Überblick, bei welchen Hilfsangeboten man da landen kann. Zum Beispiel dubiosen Coaches, die ihre „Qualifikation“ per Fernstudium oder drei Wochenendkurse erworben haben, denn der Titel „Coach“ ist nicht geschützt.

Wen die Krise gesundheitlich fertig macht, landet meist in einer Reha-Klinik mit der Diagnose „Erschöpfungsdepression“. Da soll dann ein 45-jähriger Manager vor der jungen Bewegungstherapeutin und der gesamten Gruppe seine Krise tanzen. Ach lass mal, Mädchen.

Typische Männer lassen sich ja sowieso schlecht helfen.

  • Entweder gar nicht.
    Weil Männer nichts so hassen wie Schwäche und Angst. Und sich selbst immer beweisen müssen, dass da noch was geht.
  • Oder zu spät.
    Weil sie zwar jede Winzlampe des Cockpits (!) ihres BMWMercedesAudi immer akribisch im Blick haben. Bei unklaren Schmerzen aber eher einen Ibuprofen-Cocktail bevorzugen als mal beim Hausarzt vorbeizuschauen.

Deswegen empfehle ich Bernd Sieslack als Coach für Krisen, die mit Jobverlust oder Kündigung zusammenhängen.

Denn mit ihm haben Sie einen Gesprächspartner auf Augenhöhe. Der den enormen Arbeitsdruck in heutigen Unternehmen bestens kennt. Und aus leidvoller Erfahrung auch den hohen Preis, den man dafür mitunter zahlt.

Wenn dieser Artikel Sie anspricht, dann rufen Sie ihn doch gleich mal an. Oder sind Sie eher ein typischer Mann – und warten noch ein bißchen?

 

Hier seine Kontaktdaten:

Bernd Sieslack,
Tel.: +49 (0) 4651 – 886 3945, Mobil: +49 (0) 170 226 3626
http://www.wertschaetzung.net – E-Mail: info@wertschaetzung.net

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Bild:  RKW

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

2 Kommentare

  1. Borkowsky sagt

    Guten Abend
    Nach einem Schicksal konnte ich die Coachingausbildung nach 2,5 Jahren (Master) nicht abschliessen. 7 Jahre Später mache ich ein Fernstudium in Coaching/Changemangement an der Fernuniversität in Hamburg. Sie ist alles andere als dubios. Ergänzt wird mit Präsenzseminaren, Präsenzklausuren, Projekten, Chattreffs und Mentoren. Es gibt auf der ganzen Welt Möglichkeiten seinen universitären Abschluss an der Universität (im Fernstudium) zu belegen. Untersuchungen belegen, dass die Qualität nicht drunter leidet. Sondern wird zeichnen uns aus, dass wir selbst planen und selbst organisiert lernen können. Dies als reine Ergänzung und wohlwollend zu Ihren Text gemeint.

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