Vorsicht! Sie sitzen sich zu Tode.

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Gesundheit

Mit der Stehhilfe Muvman wird das Stehen am Schreibtisch leichter.

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Die Überschrift soll Sie schocken!

Deswegen veröffentlichte ich vor zweieinhalb Jahren schon mal einen Artikel über die Gefährlichkeit des langen Sitzens. Diese Woche kam ja gerade die Meldung, dass Deutschlands Kinder und Jugendliche sich zu wenig bewegen.

Aber bei uns Erwachsenen sieht es ja meist nicht anders aus. Wer nicht gerade Briefträger, Möbelpacker oder Profi-Fußballer ist, bewegt sich meist wenig. Das hängt vor allem mit der Digitalisierung zusammen.

Früher musste man wegen einer Info meist den Kollegen im Büro besuchen, dann mal ins Lager laufen, an den Schalter, um Kunden zu bedienen … Dagegen wird heute das meiste am PC vom Schreibtisch erledigt. Okay, zum Meeting in den Besprechungsraum muss man sich noch bewegen.

 

Sitzen verkürzt Ihre Lebenszeit.

Und deswegen sitzen die meisten von uns bei der Arbeit locker sechs bis acht Stunden. Aber es ist nicht nur der Job, in dem Sie vermutlich viel sitzen. An den Arbeitsplatz fahren Sie mit dem Auto oder der Bahn – wieder im Sitzen. Auch Ihre Mahlzeiten nehmen Sie vermutlich am Tisch ein. Und Fernsehen werden Sie auch nicht im Stehen.

Mit anderen Worten: Sie bewegen sich täglich von einem Stuhl zum nächsten. Vom Esstisch in den Autositz, vom Auto auf den Bürosessel, vom Büro auf den  Meetingstuhl, vom Meeting in die Kantine … Sie sitzen, sitzen, sitzen.

Und das verkürzt Ihre Lebenszeit drastisch.

Neue Studien weisen auf die Gefährlichkeit dieser kulturellen Errungenschaft hin. Jede Stunde Sitzen steigert deutlich das Risiko für tödliche Herzkreislauf-Erkrankungen wie Infarkt oder Schlaganfall. „Zu viel Sitzen ist ungesund“, sagt Studienleiter David Dunstan vom Herz- und Diabetes-Institut im australischen Victoria. „Der menschliche Körper ist darauf ausgerichtet, sich zu bewegen, und nicht darauf, längere Zeit herumzusitzen.“

Das gilt nicht nur für Menschen mit Übergewicht. Auch bei normalgewichtigen Menschen habe längeres Sitzen einen ungünstigen Einfluss auf den Blutzucker und die Blutfettwerte, so der Experte.

[tweetable]Sitzen ist das neue Rauchen. [/tweetable]

In der Studie wurden 8.800 Männer und Frauen ausgiebig untersucht und nach ihrem Fernsehkonsum und sonstigen Lebensgewohnheiten befragt. In den folgenden sechseinhalb Jahren steigerte jede täglich vor dem Fernsehgerät verbrachte Stunde die generelle Sterblichkeit um elf Prozent. Die Gefahr, einer Herzkreislauf-Erkrankung zu erliegen, stieg sogar um 18 Prozent. Selbst die Krebsmortalität nahm zu, allerdings nur geringfügig um neun Prozent, wie Dunstan in der Zeitschrift „Circulation“ berichtet.

Verglichen mit einer Fernsehzeit von unter zwei Stunden, hatten jene Teilnehmer, die täglich mehr als vier Stunden vor der Glotze hockten, eine um fast 50 Prozent erhöhte Sterblichkeit und ein um 80 Prozent höheres Risiko, an Herzkreislauf-Erkrankungen zu sterben. Hierbei wurden andere Einflussfaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht berücksichtigt.

Der Stoffwechsel-Experte ist überzeugt, dass langes Sitzen generell gefährlich ist. Sein Tipp für ein gesünderes Leben: „Zusätzlich zu regelmäßigem Sport sollte man es vermeiden, längere Zeit zu sitzen und sich daran erinnern, sich öfter mehr zu bewegen.“

 

Besorgen Sie sich einen Stehschreibtisch.

Dass Sie am Schreibtisch arbeiten müssen, können Sie vermutlich nicht groß ändern. Ab und zu mal aufstehen und statt dem Fahrstuhl die Treppe benutzen, sind nette Tipps. Aber die allein bewirken zu wenig. Auch wenn Sie abends eine halbe Stunde joggen macht das die negativen Auswirkungen des täglichen Sitzens nicht wieder gut. Aber es ist besser als nichts.

Die Nachteile unserer vielen Sitzerei können also nicht durch einen gesunden Lebensstil ausgeglichen werden. Die einzige Lösung ist, wir müssen Stehen und Gehen mehr in den Arbeitsalltag integrieren.

Wie das gehen soll?

Mit einem Stehschreibtisch, neudeutsch Standing Desk. Mittlerweile gibt es immer mehr Hersteller von solchen Steh-Schreibtischen auf, darunter UpDesk, VarideskErgotron und sogar IKEA . Diese Standing Desks sind meist auf Knopfdruck höhenverstellbar, man hat also praktisch zwei Schreibtische, einen zum Sitzen und auf Knopfdruck einen zum Stehen.

In den USA wurden schon viele Offices mit solchen Schreibtischen ausgestattet. Klar, da sind ja auch viele Mitarbeiter nicht in der Krankenkasse.
Hierzulande ist jeder krankenversichert, aber Stehschreibtische werden eher als überflüssig abgetan. So ist eben Luxus in jedem Land anders definiert.

Die elektrischen Stehschreibtische finden Sie schön, aber zu teuer? Alles Ausreden. In meinem Beitrag habe ich gezeigt, wie ich mir mit einem Kapitaleinsatz von 50- 100 Euro einen funktionierenden Standing Desk selbst gebaut habe. Für ganz Unkreative gibt es hier einen Stehschreibtisch zum Zusammenbauen. Aber der ist viel hässlicher als meiner.

 

Aber zu viel Stehen ist auch nicht gesund.

Das habe ich selbst beobachtet.  Zwar tat mir das Stehen insgesamt gut. Ich fühlte mich wacher, konzentrierter und weniger abgelenkt. Auch meiner Haltung tat es gut, denn beim Stehen wird ja die ganze Zeit Muskulatur von Rücken, Bauch, Rumpf und Beinen trainiert, um das Gleichgewicht zu halten.

Aber nach einer Stunde Stehen bekam ich doch mitunter Schmerzen im Kreuz oder in den Knien. Das heißt: zu langes Stehen kann auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Das weiß jede Kaufhof-Verkäuferin.

Besser wäre also eine Mischung aus Stehen, Sitzen und Gehen.

Und dafür habe ich jetzt eine Lösung! Den muvman.

Die Marketingfrau der Firma aeris hatte meinen Artikel gelesen und bot mir an, einen muvman zum Testen zu schicken. Drei Tage später war er schon da. Das Paket war ganz schön schwer, was mich nicht mehr wunderte, als ich den muvman ausgepackt hatte. Er wiegt immerhin 6,3 Kilo und ist sehr wertig gearbeitet.

Zusammenbauen muss man nix. Einfach aus dem Paket nehmen, Folie abziehen – eine Bedienungsanleitung braucht man auch nicht, denn es gibt nur zwei Tasten für die Höhenverstellung. Durch die eingebaute Gasdruckfeder kann sich jeder den Sitz auf seine Körpergröße und den jeweiligen Schreibtisch in zwei Sekunden einstellen.

Das heißt, Sie können mit dem muvman nicht nur an einem Stehschreibtisch gut stehen, sondern ihn auch auf die passende Höhe an Ihrem normalen Schreibtisch sitzend nutzen.

Die Vorteile des muvman gegenüber ähnlichen Produkten überzeugen:

  • Kein anderer Steh-Sitz lässt sich so vielseitig verstellen. Damit sitzen Sie optimal am Schreibtisch und können auch rückenentlastend stehen.
  • Durch die weiten 3D-Bewegungen in alle Richtungen verbessern Sie Ihre natürliche Haltung. Das aktiviert zusätzlich den Kreislauf und kann so Ihre Konzentration erhöhen.
  • Das 3D-Gelenk im Sockel sorgt für eine natürliche Vorneigung des Stuhls, sobald sich der Sitzende dem Schreibtisch zuwendet. Dadurch bleibt der Rücken gerade, die Atmung tief und der Kreislauf  aktiver.

Ich habe mittlerweile meinen alten Schreibtischstuhl in den Keller geräumt, weil ich im Büro nur noch mit dem muvman stehe oder sitze.

zuviel sitzen tötet

 

Der muvman ist nicht billig, dafür ist er qualitativ sehr hochwertig. Es gibt auch billige Stehhilfen, aber wer nicht gerade privat krankenversichert ist, zahlt beim nächsten Orthopädenbesuch für ein paar IGEL-Leistungen auch einiges.

Den muvman gibt es in zwei Gestell-Farben, das Sitzpolster in fünf Farben. Hier ein schönes Video, das den muvman und ein anderes dynamisches Sitzmöbel, den Swopper, vorstellt.

PS: Dieser Beitrag ist sozusagen gesponsert, weil ich den muvman vom Hersteller zum Testen bekommen habe und ihn jetzt behalten darf. Das hatte aber auf mein Urteilsvermögen und diese Rezension keinen Einfluss.

Übrigens: Hersteller aufgepasst! Ich bin auch die ideale Testperson für Tesla-Autos, Hörgeräte, Zeichentablets und kultivierte Seniorenreisen. 😉

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Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

 

kommentar Wie finden Sie das Arbeiten im Stehen?

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Bild: © www.cartoon4you.de

 

 

 

 

Der Autor

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

19 Kommentare

  1. Pascal Rimann sagt

    Vielen Dank für den inspirierenden Artikel. Ich habe sofort zu recherchieren angefangen und habe innerhalb von einer knappen Woche bei IKEA einen nicht elektrischen, höhenverstellbaren Pult (SKARSTA Schreibtisch sitz/steh, Höhe 70-120 cm) gefunden, für sage und schreibe 199 Euro. Jetzt, wo ich das schreibe, stehe ich davor!
    Vielen Dank für den Input am Sonntag (Newsletter, speziell jener vom 31.07.16)
    Grüsse Pascal

  2. Sitzen ist das neue Rauchen.

    Vielen Dank für die tollen Hinweise und Empfehlungen. Solide geschrieben und gut recherchiert.

  3. Tom sagt

    Ich glaub ja dieser trend mit dem Steh tisch wird sich durchsetzen, bin mal gespannt 🙂

  4. Hallo miteinander,

    Auf lange Sicht macht sitzen echt krank. Die Wirbelsäule wird belastet und dies kann auch zu Folgeschäden führen wie Rückenschmerzen oder Beinbeschwerden. Bewegung und Abwechslung dienen hier als Lösung. Ambesten man bewegt sich auf seinem Stuhl. Am besten geht dies jedoch mit einer Stehhilfe. Viele haben sich zu hause oder bei ihrer Arbeit eine Stehhilfe zu gelegt. So wird das stehen bzw das lange sitzen nicht so anstrengend. Mehr Informationen finden Sie hier: http://www.stehhilfe-test.de

  5. Hallo Roland,

    ich folge deinem Blog schon lange und möchte dir hiermit für deine herausragende Arbeit und deine gut recherchierten und fundierten Artikel danken!
    Auch das gesamte Team von http://www.presentations4you.com arbeitet gerne im Stehen, damit wir nicht wie der Glöckner von Notre Dame enden 😀

    Viele Grüße
    Robin

  6. Ich glaube ein gutes Maß an Sitzen und Bewegung ist ideal für den Dauersitzer. Beispielsweise wäre Sport eine gesunde alternative und das muss natürlich keine zwei Stunden dauern, sondern kann auch nebenbei erledigt werden.

  7. Gute Idee für einen neuen Blogartikel! Danke.
    PS: Gerade einen Link bekommen, wo berühmte Schriftsteller bei der Arbeit fotografiert wurden. Ganz schön viele auch mit Stehpult. Sogar Hemingway.

  8. Gerne können Sie alle zu mir schicken :-), ich schrieb ja auch schon eifrig in meinem Blog zu diesen Erfahrungen.

    Das wäre doch überhaupt noch mal ein eigenes interessantes Blog-Thema (werde ich gleich mal weiter spinnen): Was habe ich (oder andere) tatsächlich schon aus Blogbeitragen gelernt, verändert, übernommen etc. Überhaupt aus den Social Media.

    Ich bin wohl auch jemand, der schnell von etwas begeistert ist – und es dann auch umsetzt. Auch bei Fortbildungen. Aber eben auch bei solchen Bloganregungen. Es hängt wohl auch immer damit zusammen, ob es gerade auf fruchtbaren Boden fällt. Dann reicht ein solcher Impuls- und zack, falte ich meine Wäsche stehend in Schubladen 🙂 und bestelle mir einen elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch. Dazu kam dann zeitgleich passend, dass ich so einen kurz drauf bei einer Kollegin sah, fragte woher, wie teuer – und ihn dann gleich bestellte. Jetzt kann ich mir ein Arbeiten ohne diesen Schreibtisch gar nicht mehr vorstellen. Zumal er auch sehr groß ist, für die Online-Seminare brauche ich 2 Monitore und daneben aber auch Platz für Papier. Ich schreibe nämlich durchaus auch noch mit der Hand und male Mind Maps.

  9. Ha, wenn noch mal jemand behauptet, Bloggger würden nix bewirken, schicke ich den zu Ihnen.
    Freut mich sehr, dass zwei die Gesundheit fördernde Anregungen bei Ihnen – und einigen anderen – auf so fruchtbaren Boden gefallen sind. Entrümpeln und öfter stehen. Wirkt ja beides auf Psyche und Körper.

  10. Danke noch mal für die Erinnerung, das ist wirklich ein wichtiges Thema. Und Sie haben mit Ihrem damaligen Beitrag bei mir ja auch alles ins Rollen gebracht.
    Ich habe inzwischen einen elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch, da ich u.a. oft Webinare gebe und die halte ich in der Regel im Stehen. Dann atmet und spricht man besser, wirkt wacher und dynamischer (hoffentlich :-)) und es ist eben gut für meinen Rücken, der zunehmend jaulte.

    Später habe ich mir dann noch einen Swopper genehmigt (die gibt’s manchmal auch gebraucht zu kaufen) und wechsle nun ab mit stehen und sitzen. Jetzt gerade tippe ich im Stehen.

    Wichtig ist für mich aber zusätzlich, öfter zu gehen und zu walken. Eigentlich will ich öfter in der Woche eine Stunde walken, aber zumindest sonntags gehe ich nun in der Regel wandern und merke, dass das für meinen Rücken noch das allerbeste ist.

    Also noch mal Danke für die wichtigen Impulse. Da kam so eins zum anderen…
    (und am entrümpeln bin ich immer noch :-):-)

  11. Luise M. Sommer sagt

    …lieber Herr Kopp-Wichmann, für Ihre immer äußerst lesenswerten Tipps.

    Und heute habe ich tatsächlich ganz spontan “zugeschlagen” und mir sowohl den Muvman-Sitzhocker als auch den Ergotron Workfit A Sitz-Stehaufsatz für Imac bestellt…freue mich schon sehr auf die Lieferung kommende Woche! Eigentlich sollten Sie Provisionsprozente für Ihre Werbung bekommen :-).

    Mit lieben Grüßen nach Heidelberg
    Luise M. Sommer

  12. Wirklich ein klasse Artikel mit einem Inhalt, der den meisten Menschen nicht einmal bewusst ist! Ich selbst stehe gerade, während ich im Netz surfe. Oft merkt man gar nicht, wie schnell die Zeit vor diesem Bildschirm vergeht… Doch ganz egal wie schnell sie „vergeht“, sie ist immer die gleiche… und genau diese Belastung sorgt wohl für die meisten Beschwerden, die wir körperlich heutzutage haben…

    Nochmals Danke und ich freue mich auf weitere Artikel. Super Blog 🙂
    Beste Grüße
    Garret von NextGear

  13. Ich glaube das Problem mit dem vielen Sitzen wird noch dadurch vergrößert, dass vielen Menschen gar nicht bewusst ist, wieviel sie tatsächlich sitzen. Wenn man Leute fragt, wieviele Stunden sie pro Tag sitzen/stehen/liegen/laufen (andere Körperhaltungen sind ja kaum möglich), dann ergibt das in der Summe nicht 24 Stunden sondern es fehlen einige Stunden. Ich habe zwar keine derartige Umfrage durchgeführt, aber ich habe verschiedene Umfragen dazu verglichen (und einen Artikel darüber geschrieben). Ich glaube, die beste Methode um die tatsächliche Sitzzeit zu ermitteln ist nicht, diese einfach zu schätzen, sondern man sollte von 24 Stunden alle Tätigkeiten abziehen, die nicht sitzen sind. Nur so kommt man der Wahrheit näher.

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