Ich bin kein leidenschaftlicher Autofahrer. Lange Strecken fliege ich meistens. Vor etlichen Jahren, als ich noch mehr unterwegs war, bin ich oft mit der Bahn gefahren. Doch zwei Erfahrungen der letzten beiden Wochen haben mich das Autofahren wieder schätzen gelehrt.
Einmal fuhr ich fast drei Stunden von Hannover nach Heidelberg. Zweimal fuhr ich mit der örtlichen Straßenbahn etwa vier Stationen weit. Was ich bei diesen drei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erleben musste, lässt mich gerne die hohe Benzinrechnung zahlen:
Mithörer zu sein bei Handy-Telefonaten meiner Mitreisenden.
Sie kennen das bestimmt auch. Kaum sitzt man im Zug, holen einige Menschen ihr Handy heraus und man wird Zeuge von Mitteilungen wie: “Schatz, ich sitze jetzt im Zug und wir fahren gleich los.”
Wow, denke ich dann. Was für eine Nachricht. Wenn der Mensch sich morgens ins Auto setzt zur Fahrt ins Büro – ruft er dann auch an? (“Schatz, ich sitz jetzt im Auto, schnall mich an und fahr gleich los.”) Vermutlich nicht. Über die Gründe schreibe ich weiter unten.
Auf der Fahrt mit der Bundesbahn wurde ich Zeuge von den verschiedensten Nöten meiner Mitfahrer:
- Eine Frau fuhr nach Frankfurt und suchte dort bei Bekannten einen Schlafplatz (“Ich will nicht so viel Geld ausgeben und da dachte ich …”)
- Ein Berliner versuchte lauthals mit seiner Expartnerin Sorgerechtsfragen zu klären (“Nu, denk’ doch ooch mal an die Kinder. Du kanns doch nicht immer nur an dich denken, wah? Denk’ doch doch ooch mal an die Kinder!”)
- Einer Führungskraft durfte ich bei einem Mitarbeitergespräch zuhören (“Ich habe Ihnen schon tausend Mal gesagt…”)
Ich halte mich für einen technisch sehr aufgeschlossenen Menschen. Schon sehr lange habe und benutze ich ein Handy. Dennoch finde ich die um sich greifende Gewohnheit, in geschlossenen Räumen zu telefonieren, schlicht nervend und rücksichtslos.
Warum tun Menschen das?
Früher (jetzt fange ich auch schon an, so zu reden, ich werde alt!), also früher war das Telefonieren in öffentlichen Räumen klar geregelt. Das ging nur in sogenannten Telefonzellen (bei der Post oder auf der Straße). Die Devise war “Fasse Dich kurz!” und jede Zelle hatte eine Tür, die man hinter sich zuzog.
Bei der neuerdings sich verbreitenden Unsitte sind ja mehrere Dinge bemerkenswert:
- Das Ignorieren der Mitreisenden.
Wenn jemand in der Bahn seinen Laptop auspackt und sich einen Film anschaut, stöpselt er immer seine Kopfhörer ein. Kaum jemand kommt auf die Idee, wenn er ein Buch in der Bahn liest, seine Mitreisenden anzusprechen: “Diese Stelle ist toll, das muss ich Euch vorlesen: Da kommt der Mann zu seiner Geliebten und sagt zu ihr …” - Die enorme Lautstärke.
Manche Reisende unterhalten sich ja mit anderen Mitreisenden. Das stört fast nie, weil es in einer angemessenen Lautstärke geschieht, die meist die persönlichen Grenzen respektiert. Doch Menschen, die mit dem Handy telefonieren, sprechen in der Regel deutlich lauter. Zuweilen war ich schon versucht, demjenigen auf die Schulter zu tippen: “Sie brauchen nicht so zu schreien. Ihr Gespräch wird elektronisch verstärkt!” - Die mangelnden Manieren.
Wenn jemand bei einem Meeting oder bei einer Einladung angerufen wird, gehen die meisten Menschen kurz nach nebenan, um das Gespräch fortzuführen. Die meisten murmeln eine Entschuldigung dabei. Diese Möglichkeit besteht prinzipiell auch in der Bahn, habe ich aber noch nie erlebt.
Also, warum tun Menschen das?
Oder, falls Sie sich angesprochen fühlen: warum tun Sie das?
Wenn Menschen etwas tun oder unterlassen, kann man davon ausgehen, dass es immer eine Bedeutung hat. Oft ist dem Betreffenden diese Bedeutung unbewusst. Deswegen denkt er sich nichts dabei bzw. sieht auch keine Veranlassung, das Verhalten zu ändern. Selbst wenn man ihn daraufhinweisen würde, dass es einen stört.
Übrigens: ein paar Mal habe ich das – experimentehalber – probiert: “Entschuldigen Sie, es stört mich, wenn Sie hier telefonieren und ich Ihr Gespräch mitanhören muss.” Die Antworten waren interessant.
Einer sagte: “Das tut mir leid. Aber ich muss arbeiten und da gehört das Telefonieren dazu.”
Hmm, und wenn jetzt ein Cellospieler in der Bahn sein Instrument auspackte und zu üben anfinge?
Ein anderer entgegnete patzig: “Dann müssen Sie sich einen anderen Wagen suchen. Hier ist Telefonieren nicht verboten.”
Hmm, es gibt ja bestimmte Abteile in Zügen, die als Ruhezone für Nicht-Telefonierer reserviert sind. Aber ist das nicht dieselbe Debatte, die wir vor dem Rauchverbot in Gaststätten hatten?
Die Frage bleibt: Warum telefonieren Menschen in der Bahn?
Ich meine, es liegt an Folgendem:
Die Lust am öffentlichen Sich-Zeigen.
Ob in Interviews von Beckmann, Kerner & Co. (“Was haben Sie da gefühlt …?”) oder in den unsäglichen TV-Nachmittagsshows, in denen Menschen ihr gescheitertes Intimleben offenbaren – überall kann man ja seit einigen Jahren sich auflösende Grenzen beobachten, zwischen dem, was noch als privat gilt und dem, was als öffentlich gilt. Wenn jemand in einem Interview eine zu persönliche Frage mit der Begründung ablehnt “Das ist mir zu privat”, dann fällt das mittlerweile schon auf. Und je nach Persönlichkeit und Quotendruck des Moderators akzeptiert dieser die Grenze oder versucht, nachzuhaken.(Es ist eine interessante Frage, ob man auch solche Phänomene wie Flitzer (Menschen, die während eines Fußballspiels nackt über das Feld rennen) oder andere “Nude in public“-Aktionen, beispielsweise bei Demonstrationen, darunter zählt oder ob ein wesentlicher Unterschied in der sexuellen Komponente liegt.) Aber auch “überraschende” Geständnisse in Talkshows oder Menschen, die einen an ihrem Privatleben mittels laufender Webcam teilhaben lassen wollen …
Die Gemeinsamkeit mit den wirklichen Exhibitionisten ist die Lust an der Zurschaustellung.
Die kann man ja auch bei Politikern erleben, die sich zum Interview bereit erklären, um dann vor der Kamera zu verkünden: “Zu den laufenden Verhandlungen möchte ich nichts sagen.” Es geht also meist um Geltungssucht, mithin das Bedürfnis, als bedeutsam wahrgenommen zu werden oder einfach nur beachtet bzw. bestätigt zu werden.
Nun gilt ja für derlei menschliche Regungen die psychologische Faustformel: Tatsachen muss man nicht dauernd beweisen. Kaum jemand kommt auf die Idee, sich morgens der Existenz der Schwerkraft zu vergewissern, indem er beim Aufstehen absichtlich etwas fallen lässt (“Gestern war die Schwerkraft noch da, aber man weiß ja nie”).
Doch wessen vergewissert sich der oben genannte Bahnfahrer mit seiner Handy-Botschaft “Ich sitz jetzt im Zug und wir fahren gleich los”? Der Beziehung zu seiner Freundin? Ob sie ihn noch liebt? Ob sie ihn vermisst? Und wäre ihm die Nachricht auch dann noch wichtig, wenn er dazu drei Waggons weiter gehen müsste, um in der dortigen Handy-Zone zu telefonieren (und dabei allein wäre?)
Das könnte bedeuten, dass Menschen, die auch an öffentlichen Plätzen viel telefonieren, zeigen wollen, wie wichtig, beschäftigt, unersetzlich etc. sie sind. Und zwar den anwesenden Mithörern! Wer im Zug arbeiten will, kann ja auch schreiben, lesen, am Laptop arbeiten, nachdenken. Alles nützliche Tätigkeiten, die aber Mitreisende nicht stören, und die diese auch nicht mitbekommen. Es erinnert mich auch an Künstler, die bei Konzerten absichtlich ihr Publikum warten lassen. Nicht, weil sie nicht rechtzeitig angekommen wären, sondern weil sie zeigen müssen, wie wichtig sie doch sein müssen, damit Tausende auf sie warten. Wer wirklich wichtig ist, muss (sich) das nicht beweisen und fängt einfach pünktlich an.
Man könnte jetzt sagen, dass wir in einer Zeit der zunehmenden Anonymität leben, die solche Bedürfnisse verstärkt.Man könnte aber auch sagen, dass Rücksichtslosigkeit und Platzhirsch-Gebaren auf Kosten anderer zu den menschlichen Grundanlagen zählt, die man nur durch Zivilisierung, Erziehung und damit gesellschaftliche Regeln mildern kann. (Schließlich klauen Kinder anderen Kindern auf dem Spielplatz auch mit großer Lust ihre Schippen…)
Was kann man gegen die Handymania tun?
In Berlin probiert man es mit Appellen über Plakate. In München gab es vier Jahre lang ein Handy-Verbot in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Von 1999 bis Herbst 2003 prangte in Bussen und Bahnen ein Aufkleber mit einem durchgestrichenen Mobiltelefon. Busfahrer fuhren manchmal nicht weiter, wenn jemand telefonierte und warteten, bis dieser damit aufhörte. Doch anhaltende Proteste brachten die Vorschrift schließlich zu Fall.
Da lobe ich mir die Städte wie Graz oder Stockholm, die per Gesetz ein Handyverbot aussprechen. Nur noch SMS versenden und Spielen mit dem Handy ist erlaubt. Sogar gesundheitliche Bedenken wegen der erhöhten Strahlenbelastung können erhoben werden. Zum Glück haben sich die meisten Fluggesellschaften für ein Handy-Verbot ausgesprochen.
Und wie halten Sie es mit dem Handy beim Bahnfahren?
Und: fühlen Sie sich gestört oder nicht?
Machen Sie doch mit bei meiner kleinen Umfrage.
| Telefonieren Sie selbst beim Bahnfahren? |
|
| Ja, immer. | |
| Ja, manchmal. | |
| Nur wenn ich angerufen werde. | |
| Nein, nie. | |
| Web Polls | |
| Fühlen Sie sich durch Handys in der Bahn gestört? |
|
| Ja, immer. | |
| Ja, manchmal. | |
| Nein, nie. | |
| Web Polls | |
Und was glauben Sie, warum so viele Menschen das heutzutage tun?
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Lese ich später!


(1 Kommentar) wrote:
Ich bin sicher, das hängt damit zusammen, weil die Menschen immer rücksichtsloser werden.
Soziales Verhalten ist vielen jungen Menschen bereits fremd weil sie so von ihren ebefalls rücksichtslosen Eltern so erzogen worden sind.
Manche kommen nicht mal auf die Idee, dass sich jemand durch ihre Verhalten gestört fühlen könnte oder es ist ihnen einfach egal.
Ein gutes Beispiel ist der Straßenverkehr:
Es ist mittlerweilen alltäglich, dass dir jemand die Vorfahrt nimmt. Wenn Du Dich darüber beschwerst, lachen sie dich aus, zeigen dir den Finger und fahren einfach weiter. Hauptsache, sie haben ihren Willen durchgesetzt. Ohne Rücksicht auf andere.
Fazit: Soziales Verhalten stirbt aus, wenn Du Dich nicht anpasst, wirst Du auf der Strecke bleiben.
Viele Grüße, ein von den Mitmmenschen genervter, sozialer Mensch…
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(1 Kommentar) wrote:
nach einem gestressten tag sitz ich in der strassenbahn und muss die grollende werbung der flatbild tvs ertragen und dann schreit einer mit dem mobile phone vor mir her. ich kann das nur bestätigen, dass das öffentliche telefonieren unangenehm ist, gut das mehr leute sich deswegen aufregen.
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(1 Kommentar) wrote:
Da steckt bei dem einen oder anderen sicherlich ein gewisses Geltungsbedürfnis dahinter. Aber dann gibt es auch noch die, die vielleicht morgens und abends je 1, 1 1/2 Stunden pendeln, dazwischen arbeiten und erst gegen 21 Uhr zu Hause sind. Wer ruft denn dann noch jemanden an? Und so kann ich es mitunter nachvollziehen, wenn man dann einfach mal von unterwegs berichtet. Natürlich gibt es viele ignorante Menschen, die scheinbar auch völlig ohne Handy zurecht kämen weil sie einfach so laut reden, dass das Gerät dabei vielleicht nur stört. Natürlich hört man auch mal etwas mit, was man nicht wissen will. Aber ich als Pendlerin würde mich auch über ein bisschen mehr Verständnis freuen. Vielleicht einfach der dezente Hinweis leiser zu sprechen?
Ich jedenfalls telefoniere auch manchmal im Zug/im Bus/in den Öffentlichen. Das jedoch fast nie zum Spaß und eigentlich immer um Zeit zu sparen oder weil es eben zu einer anderen Zeit nicht geht (vor der Arbeit ist niemand erreichbar, während der Arbeitszeit führt man keine Privatgespräche, wenn man wieder zu Hause ist, ist keiner mehr erreichbar…)
Es kommt also meiner Meinung nach ganz auf das jeweilige Gespräch an…
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(13 Kommentare) wrote:
Die Telefonitis in öffentlichen Räumen geht mir auch auf die Nerven, eben deshalb, weil ich zum Mithören gezwungen bin und mich nicht entziehen kann außer vielleicht durch autogenes Training – “Ich bin ganz ruhig. Um mich herum ist es ganz ruhig.”…
Die Menschen telefonieren aber nicht nur in Bus und Bahn, im Supermarkt “Du, ich stehe gerade an der Kasse”, sondern gerade auch in den Warteräumen von Flughäfen. Als ich gerade in Ruhe meinen Roman weiterlesen wollte, belästigte ein anderer Wartenden im Business-Anzug und mit Aktenköfferchen seine Umgebung damit, indem er seine Frau am Handy laut zurechtwies.
Peinlich!
Ich habe mich auch schon häufig gefragt, was dahinterstecken könnte und bin aus meiner Laienperspektive ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass es sich um Geltungssucht handelt. In den Anfangszeiten des Handys war es noch so, dass man sein Telefönchen hauptsächlich zeigte à la “schaut her, ich bin wichtig” (lachhaft vor allem auch die Autotelefonierer, als das Handy am Ohr im PKW noch nicht verboten war, es gab odre gibt ja sogar Attrappen), aber noch eher zurückhaltend und leiser in der Öffentlichkeit damit telefonierte. Da aber heute so gut wie jeder ein Handy besitzt und man seine Einzigartigkeit und Wichtigkeit damit nicht mehr unter Beweis stellen kann, muss man es offenbar überall benutzen, möglichst auffällig und am liebsten dort, wo es Viele mitbekommen.
Und da wäre ich beim Thema Rücksichtslosigkeit, die du auch schon angesprochen hast, Roland. Ich glaube, dass die Handy-Belästigung auch ein Ausdreck dieser Rücksichtslosigkeit ist. Ich weiß nicht, ob es nur meine persönliche Wahrnehmung ist, aber ich habe den Eindruck, dass die Menschen insgesamt rücksichtsloser und unhöflicher geworden sind. Beim Türöffnen im Kaufhaus zum Beispiel achtet kaum noch jemand darauf, ob sich ein anderer Kunde hinter ihm befindet und, zack, fällt dem nächsten die Tür entgegen. Bei Jugendlichen muss man aufpassen, dass sie einem nicht ihre Rucksäcke ins Gesicht rammen. Jeder scheint nur noch sich zu sehen und sein Umfeld auszublenden. Neulich an der Supermarktkasse drängelten sich zwei circa 20-jährige Frauen vor. Sie hatten nur zwei Artikel und ich ich hatte sowieso vor, ihnen anzubieten, vorzugehen. Aber sie kamen mir zuvor und schoben sich betont unauffällig zwischen den vorigen Kunden und mich, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Ich sprach sie in ruhigem Ton an und sagte ihnen, dass ich ihr Verhalten nicht gut fand und dass sie vielleicht hätten fragen können, ob ich sie vorlasse. Daraufhin starrten sie mich so erstaunt an, als sei ich ein Alien. Die eine von ihnen warf mir dann mit Todesverachtung im Blick noch ein patziges “Danke” entgegen.
Zwar nehmen Rücksichtslosigkeit und Unhöflichkeit meinem Empfinden nach generationenübergreifend zu (es gibt auch viele mürrische unfreundliche 40- bis 60-Jährige), aber besonders viele Kinder und Jugendliche scheinen überhaupt keine Erziehung mehr genossen zu haben bzw. dürfen sich offenbar zuhause und in der Schule alles erlauben – also tun sie es auch außerhalb. Gibt es dazu Untersuchungen, machst du als Psychologe diese Beobachtung auch?
Wenn ich in Frankreich bin, finde ich es immer sehr wohltuend, wie zivilisiert und freundlich die Menschen miteinander umgehen, auch die Kinder und Jugendlichen. Womöglich liegt das auch am strengeren Schulsystem, das man einerseits als zu strikt beurteilen kann, das aber andererseits zu mehr Höflichkeit und Disziplin führt, verstärkt dadurch, dass die Kinder dort in den Ganztagsschulen auch nachmittags von Fachkräften betreut werden und so etwas wie Erziehung genießen. In Deutschland dagegen, wo weniger Mütter berufstätig sind, sind die Kinder “verzogener” und oft wahre Rabauken.
Pardon, ich bin jetzt etwas vom Thema abgeschweift, aber mich interessiert deine Meinung dazu.
Die andere Frage ist, warum immer mehr Menschen ihre Hemmungen verlieren und sehr private Details öffentlich von sich geben, sich geradezu entblößen, per Handy, in den Medien. Das kann doch nicht nur mit “wichtig sein wollen ” zu tun haben, es muss doch noch etwas anderes dahinterstecken…
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(33 Kommentare) wrote:
guten morgen.
ich lese ihre berichte sehr gerne, nur leider finde ich nicht immer die nötige zeit, um meine meinung nieder zuschreiben. dennoch mache ich mir viele gedanken über die themen, die sie ansprechen. teils alleine, teils regen sie mich an, über andere bereiche nach zudenken.
wie zum beispiel über das thema telefonieren in der bahn.
seit ich 15 bin habe ich mit mobiltelefonen zutun und bemerkte nicht das, was sie stört, weil es für mich so selbstverständlich ist in der bahn mal eben : ” ich bin jetzt am hauptbahnhof” zusagen und mitzuteilen, man gine dannach noch etwas essen und dann sei man verabredet usw
ich finde das nur lästig wenn es in einer hohen lautstärke geschieht.
neulich telefonierte ein unrasierter, etwas modrige klamotten anhabender älterer mann etwas laut.
er teilte seinem freund mit, er sei bei ihm falls seine frau nach ihm frage. er wurde noch lauter als dieser freund am anderen ende der leitung nicht zu verstehen schien.
man sah die umstehenden menschen sich nur gegenseitig belustigt zulächeln.
dieses kleine erlebnis finde ich sehr belustigend.
vielen dank für ihre anregungen
lieben gruss heidi
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(1079 Kommentare) wrote:
Hallo Ramon,
ich wollte Telefonate nicht mit Gewalttaten gleichsetzen, nur die Art der Argumentation kritisieren. Ob das öffentliche Telefonieren nicht doch eine darstellende Komponente hat, die jedoch ohne Absprache der Beteiligten stattfindet, kann man nicht theoretisch klären. Derjenige muss es für sich selbst herausfinden.
Warum stört es Menschen im Konzert, wenn andere dauernd laut husten? Warum mögen Sie auf der Straße nicht angerempelt werden? Warum wird man im Gespräch nicht gern dauernd unterbrochen? Weil all dies als Störung bzw. Übergriff in den persönlichen Raum empfunden wird. Und weil man dabei schlecht ausweichen kann. Ein wild knutschendes oder streitendes Pärchen in der Bahn würde Ihnen vielleicht mit der Zeit auch auf die Nerven gehen. Oder würden Sie sich da auch fragen: Warum stört mich das eigentlich?
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(2 Kommentare) wrote:
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
Ich wehre mich sehr dagegen, Telefonate in der Öffentlichkeit mit Gewalttaten gleich zu setzen. Dennoch haben Sie recht, dass meine Antwort keine tiefgründige Erklärung der Motivation der Störenfriede ist. Ihre Theorie vom telefonierenden Exhibitionisten finde ich persönlich jedoch zu gewagt und nicht besonders plausibel.
Lassen Sie mich noch eine Gegenfrage stellen: Warum stört es Menschen, wenn andere in der Bahn telefonieren?
Die Antwort auf diese Frage ist charmanter Weise die Lösung des “Problems”.
Beste Grüße
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(1079 Kommentare) wrote:
Hallo Ramon,
meine Frage klingt zwar einfach, aber gerade einfache Fragen sind ja manchmal gerade nicht so leicht zu beantworten. In meinem Artikel habe ich ja ein paar Antworten versucht. Nach der Logik Ihrer Antwort, könnte man ja auch die Frage “Warum morden Menschen?” einfach beantworten.
Danke für Ihren Kommentar.
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(2 Kommentare) wrote:
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
sie stellen in Ihrem Artikel eine sehr aktuelle und wirklich interessante Frage.
“Warum telefoniert der Mensch in der Bahn?”
Ich bin ein Freund einfacher Antworten. Was halten Sie von dieser?
“Weil er es kann.”
Beste Grüße
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(1 Kommentar) wrote:
Halli Hallo, ich kann es vollkommen verstehen wieso die leute in der Bahn Telefonieren aus langeweile. Sie haben einfach in dem zeitpunkt nichts besseres zutun…bei wenn sie mit dem auto unterweges sind dan haben sie ja was zutun ” FAHREN ” deswegen …versteh ich das …dass man sowas in kauf nehmen muss wenn man sich mit öffentlich verkehrmitteln beweget…
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